Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
04.01.2019 1.890
 
Willkommen zurück und willkommen im Jahr 2019! Ich begrüße alle Leser, die an dieser Stelle geduldig ausgeharrt haben, und natürlich begrüße ich auch alle Leser, die neu dazugekommen sind. Ganz besonders möchte ich all jenen Lesern danken, die meine Weihnachtsgeschichte zu Yowamushi Pedal gelesen haben – in der Hoffnung, dass sie euch gut unterhalten hat. Außerdem freue ich mich weiterhin über die zahlreichen Leser meiner anderen Fanfictions. Ich bedanke mich sehr herzlich fürs Dabeibleiben und für die Favoriten-Einträge und für die Empfehlungen und für die lieben Reviews und wünsche nun viel Vergnügen mit dem nächsten Kapitel.


Kapitel 131

Als Aomine spät am Abend in die gemeinsame Wohnung mit Kiichi zurückkehrte, traf er ihn direkt vor der Haustür. Offenbar hatten sie beide denselben Gedanken gehabt und versucht, so lange wie möglich der Wohnung und einem Wiedersehen fernzubleiben. Vielleicht in der Hoffnung, dass der andere sich wieder beruhigt hatte, damit sie normal miteinander reden konnten. Oder wenigstens ansatzweise normal.
Kiichi konnte nicht anders, er musste ein bisschen darüber lächeln, dass er und Aomine ähnlich gedacht hatten. Gerade hatte er seinen Mund zu einem Kommentar geöffnet, als ihm wieder einfiel, welche Umstände zwischen ihnen neuerdings herrschten, also klappte er ihn wieder zu. Aomine fuhr sich gequält und beschämt durch sein Haar.
„Hör mal, Kiichi, ich finde die Situation selbst unerträglich“, sagte er.
„Ist schon gut“, erwiderte Kiichi ruhig. „Ich habe verstanden, was deine Beweggründe sind. Und ich bin dir dankbar, dass du mich nicht hasst, sondern mich liebst und immer noch an mich denkst. Bitte mach dir keine Sorgen darüber, wie du mir von nun an begegnen sollst. Sei einfach... sei einfach du selbst. Das macht es für uns beide leichter...“
„Hm...“
„Oh, und sicherlich willst du vermeiden, dass wir uns weiterhin ein Bett teilen, also... werde ich mich auf das Sofa verziehen“, ergänzte Kiichi und schloss die Wohnungstür auf.
„Moment mal“, sagte Aomine entrüstet und schloss hinter sich die Tür, nachdem sie beide eingetreten waren. „Ich kann dich doch nicht auf dem Sofa schlafen lassen! Ich werde dort schlafen, nimm du das Bett.“
„Nein, das kann ich nicht annehmen“, entgegnete Kiichi entschlossen. „Wenn du dich nun erkältest so kurz vor deinen Aufnahmeprüfungen, könnte ich mir das niemals verzeihen. Du schläfst vernünftig im Bett!“
„Aber du hast auch demnächst Prüfungen“, erinnerte Aomine ihn ebenso stur. „Wenn du dich nun erkältest, könnte ich mir das nicht verzeihen!“
Kiichi drehte sich zu Aomine um und sah ihn an. Das war gefährlich, denn Aomine liebte dieses Gesicht, dieses gequälte, verzweifelte, „Ich will doch nur dein Bestes, denn ich liebe dich, Daiki!“-Gesicht. Schnell wandte er sich ab.
„Entschuldige bitte“, sagte Kiichi leise, der sich entweder seiner unheimlichen Anziehungskraft oder seiner Sturheit bewusst geworden war. „Es gibt eine ganz einfache Lösung für dieses Problem: Ich gehe zu meinen Eltern und übernachte dort.“
Aomine richtete zögernd den Blick wieder auf ihn, von dem keine Gefahr mehr ausging.
„Da wir ohnehin... Nun, es sollte kein Problem sein, wenn wir nicht die Nacht unter demselben Dach verbringen“, meinte Kiichi und betrachtete den Fußboden vor Aomines Füßen.
„Ähm...“
„Nein, wirklich. Ich... ich, ähm, ich packe dann schon mal ein paar Sachen zusammen...“
Mit diesen Worten schlich Kiichi geradezu ins Schlafzimmer und räumte dort seine wichtigsten Utensilien in den kleinen Koffer, den er immer für Reisen benutzte. Aomine schaute ihm sprachlos hinterher, kam jedoch zu dem Schluss, dass das nur vernünftig war, schließlich hatte er die Trennung verkündet und das würde er nicht zurücknehmen. Ein Mann stand zu seinem Wort!
„Also dann...“, sagte Kiichi Minuten später und drehte sich mitten auf der Türschwelle noch mal zu Aomine um, der ihn verabschiedete.
Beinahe hätten sie ihr Ritual vollzogen: sich einen letzten Kuss geben und sich Liebe gestehen.
„... Ja“, antwortete Aomine verlegen und rührte sich nicht.
Kiichi nickte einsichtig und zog seinen Koffer hinter sich her. Als Aomine aus dem Fenster auf die Straße blickte, sah er seinen Ex-Freund mit hängenden Schultern langsam über den Gehweg trotten. Er strahlte eine ungeheure Traurigkeit aus, die Aomine ins Herz stach und die ihn fast dazu veranlasste, ihm hinterherzurennen und ihn in seine Arme zu nehmen. Aber das durfte er nicht, denn er war nicht die wichtigste Person in Kiichis Leben. Ob Kiichi diese überhaupt jemals finden würde, bezweifelte er ernsthaft, doch er wünschte sich für Kiichi, dass er es tat. Die Liebe, die man empfand, auf viele Menschen zu verteilen, war schwierig genug, aber Kiichi sollte noch einmal zu einhundert Prozent erfahren, was es hieß, die wichtigste Person in seinem Leben unter allen Umständen festzuhalten und zu beschützen. Aomine war nur ein sehr, sehr enger Freund gewesen, der Kiichi sexuelle Erleichterung verschafft hatte. Vielleicht fand Kiichi irgendwann jemanden, für den er sich genauso aufgeben konnte, wie Aomine sich für ihn aufgegeben hatte, denn all seine Liebe hatte er Kiichi gegeben und nicht ein einziges Stück davon für sich behalten. Ob es eine Strafe war? Möglich, aber das Leben ging ungeachtet dessen weiter, einem Glück folgte Unglück und ein neues Glück. Wer wusste, auf wen Aomine sich das nächste Mal fixierte!

Kuroko küsste Kagami mit einem besonders heißen Kuss zu Boden. Das war ziemlich erstaunlich, da Kagami viel größer war als Kuroko und stärker wohl auch, aber dem hellblauhaarigen Jungen, der vielmehr zum Mann geworden war, gelang diesmal die Überraschung und attackierte seinen Liebsten mit seinen eigenen Lippen. Nach der Verkündung der Ergebnisse war Kuroko zu Kagami nach Hause gefahren, hatte geklingelt, ein kurzes „Gratuliere zum Schulabschluss, Taiga!“ hervorgebracht und sich dann samt und sonders auf ihn gestürzt. In seiner Geistesgegenwärtigkeit schlug Kagami mit seinem linken Fuß die Haustür zu, bevor er sich ganz und gar seinem Freund widmete, der ihm die süße Zunge in den Mund steckte und an Kagamis saugte und leckte. Der Speichel troff von seinem Mund in Kagamis und vermischte sich dort mit dessen Spucke, aber über so etwas dachte das ehemalige Basketball-Ass von Seirin High nicht nach, sondern erwiderte Kurokos Verlangen mit einem Gegenkuss. So tief und intensiv hatten sie einander eine ganze Weile nicht mehr geküsst, denn die Prüfungen hatten ihnen alles abgefordert. Doch die Schinderei hatte sich gelohnt und sowohl Kuroko als auch Kagami konnten auf der demnächst stattfindenden Schulabschlussfeier mit einem Zeugnis rechnen, das sie dazu befähigte, studieren oder – in Kagamis Fall – arbeiten zu gehen. Nun, dafür brauchte er nicht gerade einen besonders hohen Abschluss, aber er selbst wusste, dass er nicht zu der Sorte Mensch gehörte, die sich auf der Universität weiterhin dem Lernen widmete. Vielmehr brannte er darauf, sich in der Arbeitswelt umzutun und nach einer Beschäftigung zu suchen, die ihm Freude bereitete und es ermöglichte, seinem Hobby (Basketball spielen) und seinem Vergnügen (enorme Massen an Essen verschlingen) weiterhin uneingeschränkt zu frönen. Kuroko bestärkte ihn in seiner Entscheidung, hätte es bei jeder Entscheidung getan, und freute sich über Kagamis glückliches und entspanntes Gesicht, mit dem er optimistisch die Zukunft begrüßte.
Kuroko für seinen Teil machte eine Aufnahmeprüfung an der Tokyo-Universität mit und wartete noch auf das Ergebnis, ob er in seine gewählten Fachbereiche (klassisches Japanisch und moderne Literatur) einsteigen konnte. Kagami unterstützte Kurokos Entscheidung, hätte es bei jeder Entscheidung getan, und achtete darauf, seinen Freund so gut wie möglich von der Sorge abzulenken, was er tun sollte, wenn er nicht aufgenommen wurde.
Das zählte in diesem Moment, da sie aufeinanderlagen, wenig. Kagami fuhr mit seinen großen Händen durch Kurokos feines, schillerndes Haar und ließ sie anschließend über dessen zarten Körper wandern. Da Kuroko nach dem Vorfall mit Murasakibara kaum Sport gemacht hatte, befand er sich in demselben Zustand wie ganz am Anfang seiner Seirin-Zeit. Er erinnerte sich noch sehr gut daran, wie kritisch oder eher entsetzt Aida Riko, die damalige Trainerin des Seirin-High-Basketballteams, reagiert hatte, als er sein Shirt ausgezogen und seinen Oberkörper präsentiert hatte. Schmächtig und schwach, das waren wohl ihre Gedanken gewesen, vielleicht... Aber Kagami – das wusste Kuroko noch besonders gut –, Kagami hatte gelächelt. Bei dieser Erinnerung musste Kuroko auch lächeln und das spürte Kagami beim Küssen.
„So sehr freust du dich, dass ich den Schulabschluss geschafft habe, Tetsuya?“, fragte Kagami und grinste.
„Naja, ich habe nicht damit gerechnet, dass du tatsächlich bestehst, Bakagami!“, erwiderte Kuroko frech und grinste nicht minder.
„Hoi!“
„Sag mal: Hast du eigentlich wirklich Midorima-kuns ‚Stift der faulen Götter‘ benutzt, um die Antworten zu raten?“, wollte Kuroko wissen.
Kagami lief rot an und Kuroko, der auf seiner Brust lag, spürte sein Herz schneller pulsieren.
„Hm, das scheint dich viel mehr zu erregen als meine Küsse“, schmollte Kuroko.
„Nicht doch“, wehrte Kagami ab. „Ich bin nur peinlich berührt, weil du mich durchschaut hast – mal wieder! Es tut mir leid, dass ich so ein Idiot bin, Tetsuya, verzeih mir...“
Kuroko hob seinen Kopf erstaunt, dann streckte er sich und küsste Kagami erneut hingebungsvoll.
„Das macht gar nichts, Taiga“, flüsterte er in Kagamis Ohr. „Meine Liebe zu dir wird deine Idiotie überwinden!“
„Hm, irgendwie hört sich das für mich nicht nach einem Kompliment an!“, meinte Kagami leicht gereizt.
„Na gut, dann...“, raunte Kuroko und wandte sich Kagamis restlichem Körper zu.
Mit seinen sanften Händen, die andererseits heftig klammern konnten, wie Kagami nur zu gut wusste, streichelte er über Kagamis Brust, nachdem er ihm das Hemd geöffnet und beiseitegeschoben hatte. Dort, wo er ihn gestreichelt hatte, küsste und leckte Kuroko ihn, widmete sich vor allem Kagamis Brustwarzen und brachte Kagami zum Stöhnen und Keuchen.
„Hah... Wie ich sehe, spürst du meine Liebe, Taiga“, keuchte Kuroko zufrieden.
„Und wie, Tetsuya“, brachte Kagami angestrengt heraus.
„Brav. Hier ist mein Kompliment für dich: Du siehst wunderschön aus, wenn du von meiner Liebe erregt wirst, Taiga. Der schönste Mann der Welt, das bist immer noch du“, wisperte Kuroko.
Den letzten Teil hörte Kagami nicht mehr, denn er wand sich unter der Anspannung seines Körpers, gleich würde er kommen... Kuroko packte ihn unten harsch.
„Nein, heute wirst du nicht ein einziges Mal ohne mich kommen, Taiga“, sagte Kuroko wie ein Befehlshaber. „Du wirst schön dafür sorgen, dass ich mit dir kommen kann, gleichzeitig. Also los, errege mich!“
Kagami schwitzte von der Anstrengung, Kuroko vorzubereiten und gleichzeitig seinen eigenen Körper unter Kontrolle zu bringen, doch Kurokos Griff hielt ihn unerbittlich fest und es kam zum Samenstau, der Kagami leiden ließ. Währenddessen arbeitete seine Hand an Kurokos Penis, bis auch der Kleinere kurz vor dem Orgasmus stand. Dann nahm Kuroko Kagamis Glied tief in sich auf und bewegte sich so lange, bis sie wirklich gleichzeitig kamen. Ihre Schreie, ihre Lust, ihre Herzschläge vereinten sich und Kagami bekam einen Klecks von Kurokos Sperma ins Gesicht, den Kuroko ableckte. Danach presste er seinen kleinen, sensiblen Mund auf Kagamis Lippen. Kagami schnaufte schwer, aber er umarmte Kuroko und drückte ihn fest an sich.
„Du kleiner Teufel“, stieß er hervor. „Warum nur liebe ich dich so sehr? Du bist der Teufel persönlich!“
„Man könnte auch Sadist sagen“, meinte Kuroko und atmete heftig. „Aber auch ein Sadist oder ein Teufel braucht Liebe. Aber völlig egal, was ich bin: Ich brauche deine Liebe, Taiga. Denn ich liebe dich mehr als alles andere.“
„Ich weiß“, antwortete Kagami und erwiderte Kurokos Kuss.
Nach einer Weile, in der sie eng aneinander geschmiegt immer noch mitten im Flur auf dem Boden lagen und den Puls des anderen spürten und den Duft des anderen einsogen und sich gegenseitig sinnlich streichelten, fragte Kagami:
„Sag mal, Tetsuya, wollen wir eine Runde Basketball spielen? Zur Feier des Tages...“
„Hai.“
Und das taten sie dann auch.

Fortsetzung folgt…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast