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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.12.2018 1.472
 
Ich freue mich riesig, dass ihr immer noch solches Interesse an dieser Geschichte habt. Danke schön! Herzlichen Dank auch für die Favoriten-Einträge und die lieben Reviews. Nun wünsche ich viel Vergnügen mit dem neuen Kapitel


Kapitel 127

Kiichi nutzte jede kleinste Fluchtmöglichkeit und Ausrede. Die Tatsache, dass Aomine viel Zeit mit Kuroko verbracht hatte, als dieser krank war. Die Tatsache, dass die Abschlussprüfungen bevorstanden und das Lernen ihm mehr zusetzte als anderen. Die Tatsache, dass Kiichi trotz aller Vorsätze gut beim Alkohol zugelangt hatte. Die Tatsache, dass Ishibana ihm beinahe unverhohlen auf die Pelle gerückt war, weshalb Kiichi sich gedanklich damit beschäftigte. Diese Tatsachen wollte Kiichi glauben, denn nur sie erklärten, wieso Aomine sich so merkwürdig benahm und vor allem weshalb er Kurokos Namen gesagt hatte. Ihm schien wie Kiichi eine Menge durch den Kopf zu gehen und normalerweise war nicht Aomine der erste, der sich zu einem klärenden Gespräch als Gesprächspartner anbot. Aber vielleicht fiel es Kiichi inzwischen bei Aomine etwas schwerer, was wahrscheinlich daran lag, dass er seine Zeit vorrangig mit den Problemen seiner Freunde, nicht aber mit denen seines Ehemanns in spe verbracht hatte.
Am nächsten Morgen, den sie beide ziemlich schweigsam zubrachten, ging Aomine dankbar auf Kiichis Ausflüchte ein.
„Entschuldige bitte, ich habe gestern doch tatsächlich exzessiv gelernt und hatte nicht mehr alle Gedanken beisammen“, erklärte er mit einem festen Blick, als ob es sich genau so zugetragen hätte. „Ich habe Tetsu kontaktiert, weil ich Schwierigkeiten mit einer Aufgabe hatte, und er ist nun mal sehr bewandert im Japanischen, da kommt es auf die Schule nicht mehr drauf an. Er hat mir umschweifend viele tausend Dinge erklärt, deshalb war mein Kopf so vollgestopft mit Infos. Daran hab ich eben einfach Tetsu die Schuld gegeben.“
„Ah, verstehe“, sagte Kiichi und lächelte erleichtert. „Du darfst dich nicht überarbeiten. Ich weiß ja, dass du viel aufholen musst, aber dich dermaßen zu verausgaben schadet deiner Gesundheit, Daiki. Ich werde dich heute mal verwöhnen, was meinst du dazu?“
Das hielt Aomine nicht gerade für eine gute Idee, aber er hätte sonst den ganzen Tag abwesend und nachdenklich vor sich hin geträumt und damit Kiichis Verdacht wieder erhärtet, dass da doch etwas ganz anderes auf seiner Seele lag. Also willigte er ein, als bereitete ihm nichts anderes eine so immense Freude. Sie gingen zusammen zu einem nahegelegenen Schrein und beteten für ihr Glück im neuen Jahr, dann verzehrten sie ein köstliches, gemeinsam produziertes Mittagessen, lagen ein wenig faul auf dem Wohnzimmersofa (Kiichi auf Aomine) und dann gingen sie zusammen baden, bevor sie sich dem Abendessen widmeten. Während des Tages berührten sie einander ganz wie gewohnt, was ihnen schon gar nicht mehr bewusst auffiel, und auch den Sex ließen sie ausfallen, als wäre es völlig natürlich, stattdessen Arm in Arm einzuschlafen. Kiichi beruhigte dieser Tag, denn danach fiel nichts Besorgnis Erregendes vor, und er wiegte sich in der Sicherheit, dass alle seine Probleme mit Aomine geklärt waren.

Karen klopfte an die Zimmertür ihres großen Bruders und wartete geduldig auf eine Antwort, bevor sie mit dem Tablett voller Kekse und Tee eintrat. Dort vor ihr auf dem Boden hockten Midorima und Takao und brüteten über Schulheften und Büchern. Es war ganz allein Midorimas Verdienst, dass Karen jede Stunde ihre Konzentration störte, denn als Takao vorschlug, sie könnten doch zusammen lernen, befürchtete Midorima körperliche Übergriffe, wenngleich er einwilligte. Nun, er hatte ja noch einen Joker, der stündlich auftauchte.
„Wie kommt ihr voran? Ich habe euch eine kleine Stärkung mitgebracht“, sagte Karen und lächelte ermutigend. „Seid weiterhin schön fleißig, damit ihr euch eure Träume erfüllen könnt.“
„Danke, Karen-chan“, antwortete Takao und schob sich einen Keks zwischen die Zähne. „Ist alles nicht ganz so einfach, weil diese Tokyo-Uni eine echte Elite-Universität ist. Der Fachbereich Wirtschaft ist ungeheuer spannend, aber die Aufnahmeprüfung sieht verdammt schwierig aus. Ich muss noch viel mehr arbeiten. Aber für unsere Bildung sollte uns nichts zu schade sein, denn du willst ja auch ein toller und zuverlässiger Arzt werden, nicht wahr, Shin-chan?“
„Mh“, nickte Midorima nur, ohne von seinen Aufgaben aufzusehen.
„Er sagt zu allem Ja und Amen in diesem Zustand“, flüsterte Takao Karen zu. „Deshalb wollte ich mit ihm zusammen lernen. Wenn er sich irgendwo anders herumtriebe, erlebt er vielleicht irgendeine unliebsame Überraschung... Jedenfalls macht mir seine Konzentrationsfähigkeit ein wenig Angst.“
„Du hast Recht, Kazu-chan“, erwiderte Karen ebenfalls flüsternd. „Wenn er von etwas besessen ist, merkt er nicht mehr, was um ihn herum passiert. Es ist gruselig! Pass gut auf ihn auf, er überarbeitet sich in diesem Zustand nämlich auch viel zu oft!“
„Du hast mein Wort“, versprach Takao.
Zufrieden verließ Karen das Zimmer.
„Hoi, Shin-chan, Shin-chan!“, rief Takao und stupste Midorima in die Seite, der endlich seinen Blick hob.
„Was?“
„Also wirklich, du vertraust mir wohl kein bisschen, was?“, sagte Takao und zog einen Schmollmund.
„Was?“
„Na, du hast Karen dazu angehalten, uns jede Stunde zu stören“, spottete Takao. „Findest du das nicht ein wenig übertrieben? Du raubst ihr damit wertvolle Freizeit und uns die nötige Konzentration. Jedes Mal, wenn sie weg ist, muss ich von vorne anfangen!“
„Du kannst ja auch nach Hause gehen und alleine lernen“, befand Midorima und wandte sich erneut seinen Büchern zu, aber das gestattete Takao nicht.
„Hoi, ich mache mir Sorgen um dich!“, wetterte der Schwarzhaarige. „Wenn du in die Bibliothek gegangen wärst, so wie du es ursprünglich vorhattest, hätte ich dich wahrscheinlich für immer an jemand anderen verloren!“
„Du machst dir zu viele Gedanken, Takao“, antwortete Midorima schlicht.
„Hm...“
„Nur weil ich mich konzentriere, heißt das noch lange nicht, dass ich nichts von meiner Umwelt mitkriege“, erklärte Midorima und funkelte seinen Freund von oben herab an. „Ich würde niemals unbemerkt jemand anderem verfallen, Takao. Ich bin sicher, dass du das weißt.“
Takao seufzte tief.
„Ja, das weiß ich. Aber ich habe immer diese Angst, dass du mich eines Tages einfach verlässt, verstehst du? Wenn ich dir lästig werde...“
Midorima lehnte sich weit zu Takao hinüber und küsste ihn liebevoll.
„Du kannst mir überhaupt nicht lästig werden“, sagte Midorima entschlossen.
Takao hielt seinem Blick stand.
„U-und was machen wir jetzt?“
„Huh? Na, lernen natürlich!“, erwiderte Midorima perplex.
„Ach komm schon! Sei kein Frosch! Gib dich mir hin!“, bettelte Takao. „Ich hab die Nase voll vom Lernen...“
„Aha!“, triumphierte Midorima. „Ich hab doch gewusst, dass du nicht ohne Hintergedanken zu mir kommst, nur um zu lernen! Also war ich gut damit beraten, meine Schwester stündlich auftauchen zu lassen!“
„Ts, hör mal, Shin-chan“, sagte Takao. „Wenn ich über dich hätte herfallen wollen, wäre mir so eine Kleinigkeit ziemlich egal. Mir ist es völlig gleich, ob Karen-chan uns in einer verfänglichen Situation sieht oder nicht.“
Midorima zuckte zurück vor Entsetzen. Offenbar hatte er mit dieser Kaltschnäuzigkeit nicht gerechnet. Takao hingegen setzte ein Grinsen auf und krabbelte auf Midorima zu, ungeachtet all der Zettel, die ihm im Weg lagen.
„Na so was, das hast du wirklich gedacht?“, murmelte Takao. „Dann muss ich ja denken, dass du willst, dass ich etwas tue... Was ist das, Shin-chan? Was möchtest du, dass ich tue?“
Midorima versteinerte und blieb sprachlos, während Takao gerade mal einen Millimeter von seinem Gesicht entfernt war.
„Wenn du dich nicht schnell wehrst, wer weiß, wo wir dann landen...“, flüsterte Takao und legte seine Lippen auf Midorimas Mund.
Der konnte oder wollte sich keine Mühe damit geben, Takao Einhalt zu gebieten, dafür fühlte es sich viel zu gut an. Vielmehr dürstete ihm nach mehr... Er wollte noch mehr von Takao berührt und geküsst werden, viel, viel mehr...
„Ah, Shin-chan, du bist ja hart“, lachte Takao leise. „Und wehren tust du dich auch nicht. Am Ende wolltest du sogar, dass ich mich nicht mehr bremsen kann?“
„Äh... ähm...“, brachte Midorima heraus, aber das war auch schon alles.
Langsam und entschieden fiel Takao über seinen Geliebten her, der seinen Stift fallen ließ, um seine Finger in Takaos schwarzes Haar zu vergraben und seinen Körper zu streicheln. Takao ließ seine Zunge in Midorimas Mund gleiten und plünderte seine Mundhöhle, dabei nahm er Midorimas Brille von seiner Nase ab und platzierte sie außer Reichweite neben sie, denn Midorima schlang bereits seine Beine um Takaos Taille.
„Was denn, hast du plötzlich keine Angst mehr, dass deine Schwester uns so sehen könnte, Shin-chan?“, lachte Takao.
„Urgh... Eine Stunde ist doch viel Zeit“, gab Midorima zurück.
„Ts“, machte Takao amüsiert. „Hast du es so nötig?“
„Wenn du mich so küsst und berührst, dann schon“, keuchte Midorima. „Also bitte, fass mich richtig an. Tu es, tu es!“
Takao grinste zufrieden, bevor er sich wieder über den Körper des berühmt-berüchtigten Shooting Guards der Shutoku High, der er bald nicht mehr sein würde, hermachte.
Als Karen nach einer Stunde erneut an die Tür klopfte, fand sie alles unverändert vor; die Geräusche waren ihr allerdings nicht verborgen geblieben, aber das verriet sie natürlich nicht.

Fortsetzung folgt…
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