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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
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20.11.2018 2.330
 
Kapitel 123

Sakurai summte, während er die Einkaufsstraße entlangging. Morgen war Weihnachten und er suchte noch nach einem passenden Geschenk für Imayoshi. Ihm etwas zu schenken, fiel Sakurai ziemlich schwer, denn Imayoshi hatte schon alles, was er brauchte, was er sich wünschte... Es gab einfach nichts, mit dem er seinem Geliebten eine Freude machen konnte, und das bedrückte ihn. Was versprach sich Imayoshi von seiner Verbindung zu Sakurai? War er ihm nicht viel eher eine Last? Doch solche Gedanken schob Sakurai jetzt beiseite. Er wollte mit Imayoshi ein ganz traditionell-kitschiges Weihnachtsfest als Paar verbringen: ein paar Kerzen anzünden, etwas Leckeres essen und Geschenke mit ihm austauschen. Bevor er sich (erneut) ins Lernen stürzte, wollte er dieses Fest zum Anlass nehmen und einen ganz und gar ruhigen Tag mit Imayoshi verbringen. So weit der Plan; eingeladen zu sich nach Hause hatte er ihn auch schon.
Er summte, als er sich vorstellte, wie er seine Wohnung dekorierte, was er an Girlanden besaß, wo er sie befestigen wollte, was er kochen wollte, wie viele Kerzen er aufstellen wollte, wie er den Kotatsu ausrichtete... Er stellte es sich ganz wunderbar vor und hoffte, dass Imayoshi sich ein bisschen wohlfühlte, obwohl er zu 40 Prozent befürchtete, dass er eher die Flucht ergriff bei der ganzen rührselig-romantischen Stimmung, schließlich war Imayoshi nicht der Typ Mann, der sich mit klimpernden Wimpern seufzend an jemanden anlehnte und unnützes Liebesgefasel von sich gab. Er war... Sakurai lächelte. Er war eben Imayoshi und das liebte Sakurai so an ihm.
Abrupt blieb er stehen und betrachtete das Schaufenster eines Angelshops.
„Hm... Mist, damit kenne ich mich nicht aus, aber es wäre was für ihn...“, murmelte er leise vor sich hin und betrachtete die Auslagen. „Und auch irgendetwas zu Pferderennen kann ich wohl vergessen. Hach, ich bin echt zu nichts nutze...“
Nachdenklich schlenderte er weiter und entschied sich dann in einem Laden für Bürobedarf für ein extraordinäres Set an Copic-Markern. Zwar hielten diverse Freunde und Bekannte Imayoshis Zeichnungen für abartig, doch Sakurai betrachtete sie gern, denn sie waren schlicht und manchmal etwas abstrakt, das gefiel ihm. Und er wollte ihn gern auch dahingehend ermutigen, selbst wenn Sakurai sein einziger Fan blieb. Manchmal, wenn Sakurai ihm einen seiner selbstkreierten Mangas zeigte, übernahm Imayoshi die Kolorierung, bei der er sich erstaunlich gut anstellte. Vielleicht freute der Ältere sich über neue Stifte...
Am 24. Dezember stand Sakurai motiviert und enthusiastisch früh um acht Uhr auf und bereitete alles für diesen Festtag vor: Bis zum Mittagessen hatte er sämtliche Girlanden in seiner Wohnung verteilt, den Kotatsu hergerichtet und Kerzen darauf verteilt. Zum Mittag wollten sie beide auswärts essen gehen, doch dann änderten sich schlagartig alle Pläne: Imayoshi kam etwas dazwischen und er verschob seine Ankunft auf den späten Nachmittag. Nur mit Mühe konnte Sakurai die Enttäuschung herunterschlucken, aber dass er immerhin ein wenig Zeit mit ihm verbringen konnte, sollte ihn eigentlich glücklich genug machen. Es war nur so, dass Sakurai ihn immer mehr vermisste, sich immer mehr nach ihm sehnte, was er bei Imayoshi allerdings nicht feststellen konnte. Kündigte sich da etwa etwas an? Nein, er sah doch Gespenster! ... Oder?
Das Familienrestaurant, in dem Sakurai gerade noch einen Platz ergattern konnte, platzte fast aus allen Nähten mit all den Großfamilien und Liebespärchen, die sich unter anderem neben Sakurai kaum beherrschen konnten. Ein wenig abwesend starrte er sie an und kam nicht umhin, sie zu beneiden, dass sie nicht großartig Acht auf die Gesellschaft geben mussten. Ob es Imayoshi eventuell zu sehr belastete, dass sie dieses Versteckspiel mitmachen mussten? Ach Unsinn, das hätte er Sakurai doch gesagt!
Zwei Stunden verbrachte Sakurai dort, grübelnd, gelangweilt und immer wieder von neu hereinströmenden Menschen zusammengequetscht. Draußen wurde es dunkel und er beschloss, das Essen vorzubereiten. Nachdem er seine Wohnung betreten und den Lichtschalter betätigt hatte, blieb das erwartete Aufflackern des Lichtes aus.
„Nee, oder? Das ist doch jetzt nicht wahr! Ein Stromausfall? Das darf doch nicht wahr sein! Heute erreiche ich doch niemanden mehr, der mir das richten kann! Hh“, seufzte Sakurai.
Heute schien wirklich alles Mögliche schief zu laufen, schlimmer hätte es ja nicht kommen können! Er musste als erstes mal nachschauen, was mit der Stromleitung war, oder sollte er lieber Imayoshi Bescheid geben, dass er noch später kommen sollte? Ach, vielleicht regelte sich ja auch alles, wenn er kurz nach dem Sicherungskasten sah. Er zog sein Handy aus der Tasche und schaltete das Display ein, um sich unfallfrei durch seine Wohnung zu dem Schränkchen, in dem die große Taschenlampe lag, zu bewegen. Doch als er ins Wohnzimmer trat, fiel ihm das hell leuchtende Handy fast aus der Hand.
Die Kerzen waren angezündet und eine Lichterkette war am Fenster angebracht. Es roch nach Plätzchen und der Kotatsu strahlte eine angenehme Wärme ab. Wie konnte das sein? Sakurai war sich ganz sicher, das alles überhaupt nicht weiter berührt zu haben! Er hatte sich doch dreimal davon überzeugt, dass die Kerzen NICHT entzündet gewesen waren, bevor er das Haus verlassen hatte, oder? Hatte ihn Imayoshis Absage so sehr getroffen, dass er nicht mehr klar denken konnte?
Hinter sich hörte er ein leises Geräusch, doch als er es bemerkte, war es schon zu spät. Jemand griff sanft nach seinem Kinn und kippte seinen Kopf nach hinten, dann spürte er weiche, warme Lippen, die er sehr gut kannte, und Imayoshis Duft umwehte ihn.
„Sh-Shoichi! Was machst du hier? Und wie bist du hier reingekommen?“, fragte Sakurai leise.
„Geschäftsgeheimnis“, antwortete Imayoshi ausweichend und grinste.
„A-aber das Essen... Es ist noch nicht fertig!“, sagte Sakurai bekümmert.
„Es ist doch auch noch Zeit“, meinte Imayoshi beruhigend. „Ich bin nicht hungrig – höchstens auf dich, obwohl ich auch jedes Mal deinen Köstlichkeiten verfalle!“
„Sumimasen...“
Imayoshi umarmte Sakurai und küsste seinen Hals. Das fühlte sich so gut an, dass Sakurai fast vergaß, weshalb er eigentlich hier war.
„Ah... Ah! Das Licht funktioniert nicht. Ich muss eine Taschenlampe suchen!“
„Unsinn, ich hab die Sicherung herausgedreht“, erklärte Imayoshi. „Nur für das Flurlicht. Es sollte doch eine Überraschung für dich werden, Ryou.“
„Hm, die Überraschung ist dir gelungen“, antwortete Sakurai.
Da es aber trotzdem schon recht spät war und die Uhr mit großen Schritten auf den Abend zusteuerte, hielten sie es beide für angebracht, für ein bisschen mehr Licht in der Küche zu sorgen, damit Sakurai sich um das Essen kümmern konnte. Imayoshi durfte ihm nicht helfen, darauf bestand Sakurai ziemlich unnachgiebig, aber zugucken tat er, was Sakurai in Verlegenheit brachte. Während er Imayoshis Lieblingsessen zubereitete (Aal über Reis), betrachtete dieser seinen Kohai mit offensichtlichem Wohlgefallen.
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich zu der Sorte Mensch gehöre, die sich Gedanken darüber machen, den Liebsten oder die Liebste mit nichts weiter als einer Schürze bekleidet sehen zu dürfen“, bemerkte Imayoshi irgendwann und klang erstaunt, als wäre er tatsächlich von seinen eigenen Vorlieben oder Gedanken überrascht.
„Hai?“, hauchte Sakurai und verschluckte sich fast an dem Wort, so peinlich berührt war er.
„Keine Sorge, das müssen wir nicht heute über die Bühne ziehen“, sagte Imayoshi. „Aber irgendwann würde ich dich schon gerne mal so sehen... Du in einer Schürze ohne etwas anderes darunter...“
Glücklicherweise musste Sakurai sich auf den Aal konzentrieren und kam um eine Antwort herum, aber seine Ohren leuchteten hellrot, was Imayoshi zum Lächeln brachte.
Später saßen sie schlemmend am Kotatsu, schwiegen in angenehmer Atmosphäre und tauschten dann ihre Geschenke aus, die, wie sie feststellten, genau die gleichen waren.
„Du hast mir Copic-Marker gekauft?“, sagte Imayoshi und wirkte nicht besonders glücklich.
„Sumima-“
„Weißt du eigentlich, dass alle sagen, ich habe kein Talent zum Zeichnen? Ich habe es von so vielen gehört, dass ich es mittlerweile selbst einsehe, obwohl ich es immer gewusst habe! Wieso kaufst du mir solche teuren, unnützen Stifte, Ryou?“
Sakurai zog den Kopf ein, hielt aber Imayoshis Blick stand.
„Nur weil du dazu kein Talent hast, heißt das noch lange nicht, dass du es aus Freude daran nicht tun darfst! Wenn du Spaß am Zeichnen und Malen hast, dann ist das genug. Wen willst du damit auch beeindrucken? Du musst doch kein Künstler sein, dem man die Bilder aus der Hand reißt! Das war bei Vincent van Gogh auch so: Er hatte große Probleme, seine Bilder an den Mann zu bringen, und heute sind sie ein Vermögen wert. Es geht nicht um andere, sondern um deine Freude daran. Ich möchte, dass du glücklich bist. Mit diesen Stiften kannst du dich deiner Schwäche widmen und sie zu einer Stärke ausarbeiten. Wie klingt das?“
Imayoshi ließ das Set fallen, krabbelte auf allen Vieren um den Kotatsu herum und küsste Sakurai mit aller Liebe.
„Das hast du wunderschön gesagt, Ryou“, flüsterte Imayoshi. „Danke.“
Und dann küsste er ihn gleich noch mal. Und weil sich das so gut anfühlte, erwiderte Sakurai den Kuss, öffnete seinen Mund für Imayoshis Zunge und ließ sich von ihm flachlegen. Die Hitze des Kotatsus war nun nicht mehr nötig, denn Imayoshis Körperwärme hielt Sakurai warm und entfachte in ihm ein Feuer, das heftig loderte, als Imayoshi langsam sein Hemd nach oben schob, um seinen Oberkörper zu küssen und zu streicheln, zu lecken und zu liebkosen. Sakurai stöhnte und fühlte sich wunderbar, er fühlte sich geliebt, von ganzem Herzen. Er fuhr sanft mit seinen schlanken Händen durch Imayoshis dunkles Haar und zog ihn dann am Kragen zu sich heran, um seine Lippen zu küssen und ihm das Hemd auszuziehen, damit er selbst Imayoshis Brust streicheln konnte. Ihre Zungen spielten miteinander und ihr heißer Atem strich ihnen beiden sacht über die Wangen. Imayoshi musste sich mächtig anstrengen, um seine aktive Rolle zu behalten und durchzuziehen, deshalb beugte er sich über Sakurai und drückte ihn küssend zu Boden, während er mit flinken Fingern seine und Sakurais Hose auszog. Sakurai wand sich in erwartungsvoller Erregung unter ihm. Er nahm Imayoshis Finger in den Mund und lutschte an ihnen mit wohlig geschlossenen Augen, was Imayoshi sehr heiß machte. Dann stieß Sakurai einen leisen Schrei aus, als Imayoshi in ihn eindrang. Dieser bewegte sich langsam und ruhig, denn Sakurai hatte ihm gesagt, dass er dieses Weihnachtsfest langsam und ruhig verbringen wollte, bevor die Hektik und der Stress des Lernens ihn seiner Kraft beraubten und an den Rand der Erschöpfung trieben. Imayoshi wollte, dass Sakurai bekam, was er sich wünschte, außerdem wollte er diesen Moment des Zusammenseins noch weiter hinauszögern, solange es ging. Die Vorstellung, Sakurai eine ganze Weile nicht sehen zu können, machte ihn rasend. Am liebsten hätte er die Zeit angehalten, aber das war etwas, das Imayoshi noch nicht konnte. Also musste er sich mit der wenigen Zeit, die ihnen blieb, zufrieden geben. Außerdem konnte er wenigstens ein Jahr lang mehr Zeit mit ihm verbringen, wenn Sakurai es auf die Touou-Universität geschafft hatte.
„Ah-hnnh...“, seufzte Sakurai. „Shoichi... Mehr... mehr davon! Erfülle mich mehr, mach mich noch heißer!“
Imayoshi lächelte, während ihm der Schweiß von der Anstrengung, sanft und zurückhaltend zu sein, über das Gesicht rann. Er schob seine Hüften heftiger nach vorn und stieß an Sakurais sensibelsten Punkt, was eine augenblickliche Reaktion in Form von vokalen Geräuschen verursachte. Immer wieder glitt Imayoshi aus Sakurai heraus und wieder hinein, bewegte sich mit dem ganzen Körper, während Sakurai verzweifelt seine Beine um ihn klammerte und seine Finger mit Imayoshis verschlang.
„Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr, Ryou“, wisperte Imayoshi leidenschaftlich.
„Haah, ah, aaaah...“, stöhnte Sakurai beherzt. „Mh, ich... ah, ich liebe dich auch, Shoichi! Ich liebe dich unheimlich!“
Dann kamen sie zusammen und Imayoshi stützte sich mit seinen Händen ab, um nicht auf Sakurai zu landen und ihm das Atmen zu erschweren, doch der schlang seine Arme um ihn und zog ihn zu sich heran. Er leckte über Imayoshis Schulter und bohrte fast seine Finger in dessen starken Rücken.
„Was ist los, Ryou?“, fragte Imayoshi behutsam, den dieses Klammern irgendwie beunruhigte, auch wenn er die Nähe sehr genoss.
„Ach, ich... Sumimasen, aber ich habe mich gefragt, was ich für dich tun kann, was ich für dich sein kann“, antwortete Sakurai leise. „Ich weiß nicht, warum du gerade mich liebst.“
Imayoshi lächelte.
„Ich komme mir vor wie in einem Shojo-Manga, mein lieber Ryou!“, sagte er. „Schon wieder redest du wie ein Mädchen daher!“
„Sumimasen“, murmelte Sakurai und sammelte Tränen in den Augenwinkeln.
Imayoshi richtete sich auf.
„Und selbst wenn du ein Mädchen wärst, hätte ich mich trotzdem in dich verliebt“, fuhr er fort und strich sanft über Sakurais Gesicht. „Deine Nähe tut mir gut, sie gibt mir so viel. Ich fühle mich bei dir geborgen und umsorgt, geliebt und geachtet. Obwohl ich eine sehr fiese Ader habe, liebst du mich, das finde ich eher unglaublich! Eigentlich müsste ich diese Frage stellen: Warum liebst du mich, Ryou?“
Der lächelte plötzlich und schien damit eine Spannung zu lösen, die bis jetzt die Tränen zurückgehalten hatte und sie nun freigab.
„Aus denselben Gründen, aus denen du mich liebst: Deine Nähe tut mir gut, ich fühle mich geborgen und umsorgt, geliebt und geachtet. Ich sehne mich nach dir, wenn du nicht bei mir bist. Ich habe böse Gedanken und Gefühle, wenn ich eifersüchtig bin, aber deine Liebe tut mir gut. Mit niemand anderes fühle ich mich so wohl. Von niemand anderem möchte ich so berührt werden, wie du mich berührst. Aber ich bin doch nutzlos, ich kann dir nicht einmal ein sinnvolles Geschenk geben...“
Imayoshi küsste Sakurais Augen, leckte seine Tränen vom Gesicht und drückte seine Lippen auf Sakurais Stirn.
„Alles, was von dir kommt, ist für mich ein Geschenk, ob nun sichtbar oder unsichtbar. Du musst mir nichts Materielles schenken, deine Liebe reicht mir. Ich weiß nur nicht, wie ich das aufwiegen soll, deshalb gebe ich mir Mühe, dich mindestens genauso sehr zu lieben...“
„Das tust du“, sagte Sakurai überzeugt. „Ich spüre deine Liebe jedes Mal, selbst wenn du mich nur ansiehst. Danke, Shoichi, danke, dass du mich liebst.“
Imayoshi lächelte und küsste Sakurai noch einmal intensiv, bevor sie ins Schlafzimmer gingen und dort ihren Beischlaf fortsetzten.

Fortsetzung folgt…
Und zwar am 30. November. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine schöne Zeit. Bitte bleibt mir auch weiterhin gewogen und kehrt am 30. November an diese Stelle zurück.
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