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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.11.2018 1.513
 
Vielen herzlichen Dank, dass ihr immer noch so eifrig dabei seid und Reviews schreibt und meine Geschichte weiterempfehlt! Darüber freue ich mich wahnsinnig! Dankeschön!
Aus gegebenem Anlass gibt es heute gleich zwei Kapitel, bei denen ich euch weiterhin viel Vergnügen wünsche.


Kapitel 122

Mitobe drückte Izuki verzweifelt gegen die leere Wand und knutschte ihn ab.
„Ja... ja...“, brachte Izuki gelegentlich keuchend hervor, als führte er ein Gespräch mit Mitobe, der sich allerdings nur in Schweigen ausdrückte. „Ja, ich weiß. Ich verstehe es auch nicht. Aaah! Wieso lässt er uns plötzlich im Stich und, aah, geht mit einem Mädchen aus? Dazu noch diese penetrante Tante Suzuki Aoi! Sie ist doch älter als e-er und redet ohne Luft zu holen! Hnnh!“
Koganei hatte am nächsten Tag nach Suzukis Anfrage seinen Freunden mitgeteilt, dass sie nun seine feste Freundin wäre und daher ihr Dreier-Arrangement ohne ihn stattfinden müsste. Sowohl Mitobe als auch Izuki klappten verblüfft die Kinnladen herunter und sie konnten nichts erwidern, jedenfalls so lange nicht, bis Suzuki ihren Arm kumpelhaft um Koganeis Schultern gelegt und ihn abgeführt hatte – so sah das für die beiden geschockten Studenten jedenfalls aus.
Doch da Koganei nicht den Eindruck machte, als wollte er ihre Freundschaft komplett kündigen, vereinbarten Izuki und Mitobe, so lange auf Koganei zu warten, bis der sich von Suzuki trennte, was ihrer Meinung nach eh nicht lange dauern würde. Doch zum Wunder aller verstanden die beiden sich immer besser miteinander, was bei Izuki und Mitobe sämtliche Alarmglocken schrillen ließ. Koganei veränderte sich überhaupt nicht, außer dass er glücklicher aussah als sonst, und auch Suzuki blieb nach wie vor eher die kumpelhafte Klatschtante, die jedes Schweigen brach und eine Konversation mühelos aufrechterhielt. Wie war das möglich und warum war es dazu gekommen?
Anfang Dezember gaben Izuki und Mitobe schließlich das Warten auf. Der Druck war einfach unerträglich geworden und es reichte ihnen nicht mehr, selbst Hand anzulegen. Da Koganei bestens versorgt schien, machten Izuki und Mitobe sich keine Gedanken mehr um ihn. Schließlich war er es, der ihre Verbindung aufgelöst hatte! Als Mitobe bei Izuki vorbeikam, fiel er ziemlich wild über ihn her. Dabei griff er manchmal in die Luft neben oder hinter sich, bis ihm einfiel, dass außer ihnen beiden niemand sonst anwesend war. Verblüfft hielt er immer wieder inne und unterbrach den Fluss der Bewegungen, was sie beide aus dem Konzept brachte. Der dritte Mann – Koganei – fehlte ihnen unheimlich. Er fehlte ihnen so sehr, dass Mitobe Tränen aus den Augen blinzelte. Er zuckte und zitterte und klammerte sich an Izukis Armen fest, der ihn vorsichtig in seine Arme schloss und mit ihm zu Boden ging, wo er ihm tröstend den Kopf tätschelte.
„Nicht. Nicht weinen, Rinnosuke. Ich weiß. Shinji fehlt mir auch unheimlich“, sagte Izuki, der inzwischen schon fast so gut wie Koganei darin war, Mitobes Schweigen zu deuten. „Er hat sich so gut angefühlt und ich dachte, er liebt uns auch über alles. Haben wir uns vielleicht verschätzt? Kann man nicht mehr als einen Menschen im Leben über alles lieben? Kann man nicht zwei oder drei Menschen gleichzeitig auf dieselbe Weise lieben? Aber ich liebe ihn doch genauso sehr, wie ich dich liebe. Und das ist bestimmt bei dir ebenso der Fall, oder, Rinnosuke?“
Mitobe nickte unter stummem Schluchzen und legte seinen Kopf auf Izukis Schulter.
„Verdammt, wenn wir nur halb so gesellig wie Kiichi-san wären, hätten wir jetzt noch jemanden in petto, der mit uns...“, murmelte Izuki und unterbrach sich dann selbst.
Natürlich, Kiichi! Ihnen allen dreien war die enorme Ähnlichkeit zwischen Suzuki und Kiichi aufgefallen. Wäre es möglich, dass Koganei sich dieser Gemeinsamkeiten bewusster wurde, wenn Kiichi persönlich hier auftauchen würde? Vielleicht fiel Koganei dann auch auf, dass er diese Sorte Frau wie Suzuki gar nicht bevorzugte, sondern Männer wie Izuki und Mitobe!
Mitobe hob den Kopf und sah Izuki an, als hörte er jeden seiner Gedanken.
„Ja, natürlich! Was hältst du davon, wenn wir Kiichi-san zu uns einladen, Rinnosuke? Wir stellen ihn dann Suzuki-san vor. Die wird sich vor lauter Kennenlern-Begeisterung wahrscheinlich begierig auf einen Oberschüler aus Tokyo mit Vorliebe für Mädchenkleider stürzen und darüber Shinji völlig vergessen! Was meinst du dazu?“
Mitobe nickte enthusiastisch. Logisch. Es musste etwas dagegen unternommen werden, gegen dieses geschwätzige Weib, das ihnen Koganei vorenthielt! So kam also die Einladung für Kiichi zustande, der über die Weihnachtsfeiertage nach Fukuoka fuhr.

„Oh mein Gott, kawaii!“, rief Suzuki sofort begeistert, als sie Kiichi das erste Mal sah.
Koganei, Mitobe und Izuki hatten das Mädchen und den Jungen, der wie ein Mädchen aussah, in ein quirliges, günstiges Restaurant eingeladen, in dem eine Plaudertasche wie Suzuki nicht weiter auffiel. Sie flippte bereits völlig aus vor Begeisterung, doch bevor sie noch irgendetwas anderes tat, fiel sie Koganei wie gewohnt leidenschaftlich um den Hals und küsste ihn kurz. Intimere Küsse hatten Izuki und Mitobe bisher noch nicht beobachtet, auch hielten sie kaum Händchen und Koganei war – nach seinen eigenen Worten – noch nie bei ihr zu Hause oder allein mit ihr gewesen, um entsprechende Dinge zu tun. Das beruhigte seine beiden Freunde ein Stück weit, aber wieso verweigerte er sich dann der körperlichen Hingabe zu Izuki und Mitobe? Um das herauszufinden, hatten die beiden auch Kiichi darauf angesetzt, denn er würde ihnen alles freiweg erzählen, was er über Suzuki und Koganei in Erfahrung brachte.
„Hallo. Ich bin Suzuki Aoi, nenn mich bitte Aoi. Ich freue mich, dich kennenzulernen!“, begann Suzuki sofort.
„Guten Tag. Mein Name ist Hyuuga Kiichi. Freut mich auch sehr, dich kennenzulernen. Du kannst mich gern Kiichi nennen“, antwortete Kiichi mit einer höflichen Verbeugung.
„Ach, ist das goldig!“, lachte Suzuki aufgedreht. „Du bist ja vielleicht entzückend! Wie kommt es, dass du mit diesen hübschen Jungs in Kontakt stehst? So jemand Süßes wie dich findet man doch kaum noch, oder? Hm, aber das ist in Tokyo ja alles anders...“
„Vielen Dank“, sagte Kiichi und lächelte.
Er wusste sofort, dass Suzuki ein sehr nettes und liebenswertes Mädchen war, mit dem man hervorragend auskam. Dass sie ein bisschen viel redete, schadete ihr eigentlich kaum, denn wenn sie es nicht täte, nähme sie wohl niemand wahr. Kiichi freute sich tatsächlich über diese Bekanntschaft und musste fast grinsen über seine eigenen Gedanken. Auf der Zugfahrt hatte er sich vorgestellt, wie Koganeis Freundin wohl aussehen mochte, und aus irgendeinem Grund hatte das Mädchen immer einen Katzenmund und kleine braune Öhrchen am Kopf gehabt. Nun, dieses Exemplar vor ihm hatte weder Schnurrhaare noch grün-gelbe Augen, aber ihre Haare erinnerten überdeutlich an das Fell einer grau-braun-getigerten Straßenkatze. Sie trug sie kurz geschoren, aber dennoch empfand Kiichi einen plötzlichen Drang, Suzuki den Kopf zu kraulen. Darüber musste er lächeln.
„Ich habe natürlich bereits von dir gehört, Su-... Aoi, aber ich muss sagen, dass ich sehr überrascht bin, positiv überrascht. Du bist ja eine sehr schöne Frau!“, sagte Kiichi.
Suzuki lachte und hakte sich bei Kiichi ein.
„Danke, danke. Was wollen wir essen? Oh, du musst unbedingt das hier probieren, eine lokale Spezialität!“
Der Abend wurde sehr lang, war aber auch lehrreich und unterhaltsam. Kiichi genoss diese Unbeschwertheit, die Suzuki ausstrahlte, und fühlte sich zum ersten Mal seit langem wieder richtig erholt und vergnügt. Er verschwendete nicht einen Gedanken an seine eigenen Probleme mit Aomine, was er Suzuki später auch im hohen Alter noch zugutehielt. Die Beiden wurden sehr gute Freunde und als Kiichi Jahre danach mal wieder nach Fukuoka fuhr, tat er dies auf Suzukis Einladung hin.

„Koganei-senpai, deine Freundin ist ein ganz fantastischer Mensch, du kannst sehr stolz auf sie und sehr glücklich sein“, sagte Kiichi auf dem Heimweg.
Er hatte sich ein Hotelzimmer reserviert für eine Nacht, denn morgen wollte er schon wieder nach Tokyo zurückkehren. Die Jungs brachten ihn dort hin.
„Hach, so einen schönen Abend hatte ich lange nicht mehr!“
Koganei lächelte zufrieden und verabschiedete sich als erster von den Dreien. Als er weit genug weg war, fiel Izuki mit seinem Anliegen direkt über Kiichi her.
„Und? Was sagst du? Was meinst du zu dieser Person, hm? Hm?“
„Äh, ich meine es genau so, wie ich es gerade sagte. Suzuki-san ist ein ganz fantastischer Mensch. Ich verstehe ja irgendwie, wenn ihr Männer mit einem geschwätzigen Mädchen überfordert seid, aber eigentlich ist sie doch sehr liebenswert! Koganei-senpai hat offensichtlich ihre starken und positiven Seiten erkannt. Wenn er mit ihr zusammenbleibt, wird sie ihn sicher glücklich machen“, erklärte Kiichi versonnen.
Izuki und Mitobe sahen allerdings nicht gerade danach aus, als freuten sie sich darüber.
„Was ist denn los mit euch? Freut ihr euch denn gar nicht für euren Freund?“, wollte Kiichi wissen. „Hört mal, ihr seid doch immer noch seine besten Freunde, das wird sich durch eine Frau wie Suzuki-san nicht ändern, darauf kann ich euch mein Wort geben! Sie möchte das Gefüge zwischen euch Dreien ebenso schützen wie Koganei-senpai, also macht euch keine Sorgen.“
Richtig beruhigt schienen die beiden dennoch nicht zu sein, aber sie murrten nicht, sondern verabschiedeten sich ebenfalls, allerdings ziemlich niedergeschlagen.
„Mann, Mann, Mann, Männer! Die soll einer verstehen! Können sich nicht mal für den besten Freund freuen, ts!“, murmelte Kiichi, bevor er im Hotelzimmer verschwand.

Fortsetzung folgt…
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