Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
16.11.2018 1.893
 
Ich verneige mich in grenzenloser Dankbarkeit vor allen Lesern, insbesondere vor meinen fleißigen Review-Verfassern, die mich mit mittlerweile insgesamt sagenhaften 50 Reviews bedacht haben. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet! Vielen, vielen Dank! Ihr seid die Besten! Deshalb geht es für euch auch gleich mit dem nächsten Kapitel weiter. Ich wünsche viel Vergnügen.


Kapitel 121

Koganeis Freundin war eine Kategorie für sich. Sowohl Izuki als auch Mitobe konnte sich nicht daran erinnern, jemals so eine Art Mensch getroffen zu haben. Bereits nach dem ersten Monat an der Universität war ihre stabile Dreier-Kombination bedrohlich ins Wanken geraten. Da war nämlich dieses Mädchen auf sie zugekommen.
„Hallo, ihr drei hübschen Männer! Ich bin Suzuki Aoi und studiere im dritten Semester europäische Literatur. Meine Freundinnen haben mir von euch erzählt und wahnsinnig geschwärmt, da hab ich mir gedacht, die Jungs muss ich mir mal ansehen. Und wenn ich euch so ansehe...“, plapperte sie fröhlich dahin und musterte die Drei unverhohlen, „... dann muss ich zugeben, dass sie Recht hatten. Ihr seid ja so was von heiß! Wo kommt ihr her? Was studiert ihr? Lasst uns eine Date-Runde veranstalten, ich bringe ein paar Mädchen mit, dann können wir uns ausgiebig unterhalten, was meint ihr? Ich kenne da ein ganz fantastisches Restaurant...“
Sie redete und redete und die Jungs sahen sich hilflos an. Sie waren einem sprudelnden Wasserfall ausgesetzt, wie es schien.
„Ein Glück, dass die Vorlesung angefangen hat! Die hat ja gar nicht mehr aufgehört!“, meinte Koganei erleichtert, nachdem Suzuki sich verabschiedet hatte und mit einer wortlosen festen Verabredung von Seiten der Jungs aus dem Hörsaal gehüpft war. „Ob sie wohl gar nicht kapiert hat, dass wir solche aufdringlichen Anmachversuche überhaupt nicht toll finden? Ich jedenfalls habe nicht vor, zu dieser Date-Runde zu gehen!“
Mitobe lachte stumm, während Izuki sich vielsagend zu Koganei hinüberlehnte.
„Aha, du willst also keine Mädchen kennenlernen. Dann willst du wohl lieber den Abend in aufregender und gutaussehender Männer-Gesellschaft verbringen? Ich schätze, ich kenne da zwei Typen, die sehr daran interessiert wären, sich ausgiebig mit dir zu beschäftigen...“, sagte Izuki leise und grinste verführerisch.
Einige Reihen hinter ihnen schmachteten ein paar Mädchen sie verhalten an, während Koganei rot anlief und sich mit konzentrierter Aufmerksamkeit seinen Unterlagen widmete, die er falsch herum auf den Tisch gelegt hatte. Mitobe, der auf Koganeis anderer Seite saß, ließ seine Hand auf Koganeis Oberschenkel gleiten und dort ruhen, was diesen nur noch mehr in Aufregung versetzte.
Von der Vorlesung bekam er nicht allzu viel mit, trotzdem stand er noch am selben Abend statt vor dem Restaurant, von dem Suzuki gesprochen hatte, vor Izukis Wohnungstür und zögerte lange, bis er klingelte. Hinter Izuki, der breit lächelte, als er Koganeis ansichtig wurde, strahlte ihm ein gut gelaunter Mitobe entgegen, was Koganei irgendwie merkwürdig fand und es stach ihm kurz in die Brust. Was war das für ein Gefühl? Dieser aufsteigende Hass gegen Izuki und diese Niedergeschlagenheit, der Letzte gewesen zu sein... Nannte man das etwa Eifersucht? Aber auf wen oder was? Und wieso? Etwa weil er befürchtete, dass Mitobe und Izuki schon ohne ihn zugange gewesen waren? Falls das zutreffen sollte, fühlte er sich noch unbehaglicher. Vielleicht störte er ja ihre Zweisamkeit... Obwohl sie immer wieder auf seine Gesellschaft bestanden, wenn sie es tun wollten. Wie oft Izuki und Mitobe sich allerdings zwischen diesen Treffen verabredeten, vermochte Koganei nicht zu sagen. War er nur ein Ersatz oder ein Spielzeug, das sie brauchten, wenn sie sich langweilten? Für heute wollte er sich mit diesen negativen Gedanken nicht mehr beschäftigen, sondern die Entwicklung beobachten.
Izuki zog Koganei in die Wohnung herein und fiel fast sofort über ihn her, während Mitobe an Izuki klammerte, ihn von hinten umarmt hielt und Izukis Schultern leckte. Koganei erstickte fast an Izukis drängendem Kuss und spürte seine Erregung pochen, als Izukis Zunge in seinem Mund herumspielte. Danach wandten Izukis Lippen sich Koganeis Hals und Nacken zu, während Mitobe über Izuki hinweg Koganei küsste und sie alle drei gegen die Haustür presste. Der Größte von ihnen tastete nach Izukis Penis und löste eine sofortige Reaktion aus, die Izuki stöhnen ließ, während er bebend Koganeis Klamotten auszog und seinen Oberkörper befummelte. Koganei legte einen Arm um Izukis, den anderen um Mitobes Schulter und keuchte, denn Izuki hatte ihm die Hose geöffnet und machte sich an seinem besten Stück zu schaffen. Nebenbei leckte und saugte er an seinen Brustwarzen, was Koganei heftig erregte. Mitobes Speichel rann ihm über das Kinn, als Izuki kam, etwa eine halbe Sekunde vor Koganei. Der warf sich daraufhin etwas ungelenk auf Mitobe, dem nun die ganze Aufmerksamkeit galt.
Sehr oft hatten sie in der Dreier-Konstellation noch nicht miteinander geschlafen und vor allem war Koganei niemals der aktive Partner gewesen. Umso überraschter reagierten nun die beiden anderen, als der Junge mit dem Katzengesicht signalisierte, es Mitobe zu besorgen, und zwar richtig. Izuki war damit einverstanden und beschloss, sich selbst zurückzuhalten, um Koganei nicht aus der Konzentration zu reißen, obwohl er Minuten später dieses Vorhaben über Bord schmiss und entgegen aller Vorsätze in Koganei eindrang, der sich in Mitobe bewegte. Ein gemeinsamer Orgasmus war ihnen noch nie gelungen, aber sie arbeiteten sich immer mehr dazu vor.

Koganei beobachtete während der folgenden Tage besonders die Beziehung zwischen Mitobe und Izuki, die sich allerdings so normal wie immer verhielten, und konnte keine besondere Vorliebe erkennen, die darauf schließen ließ, dass Mitobe und Izuki sich öfter trafen. Das sollte jedoch nicht heißen, dass es nicht trotzdem passierte; vielleicht waren sie bereits zu routiniert, um sich danach in der Öffentlichkeit zu verraten.
Zwei Tage nach diesem heißen Abend lauerte Suzuki den Dreien mal wieder im Hörsaal auf und quietschte vergnügt, als sie sie entdeckte.
„Ah, da seid ihr ja! Mann, euch kann man aber wirklich sehr schlecht erreichen. Widerstehen kann man euch aber auch nicht, hahaha! Wir müssen unbedingt noch mal ein Treffen verabreden, ich weiß ja immer noch nichts über euch, außer dass ihr in verschiedenen Fachbereichen seid! Lasst uns mal gemütlich und unverbindlich was trinken gehen! Wie wäre es mit heute Abend? Wenn ihr Mädchen nicht mögt, kann ich auch sehr gut Männer dazu bestellen, kein Problem!“
„Warum ist die so aufdringlich?“, fauchte Koganei gereizt, als er endlich in Ruhe gelassen wurde.
„Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber sie erinnert mich in gewisser Weise an Kiichi-san, Hyuugas kleinen Bruder“, murmelte Izuki erschöpft.
Auch er fand diesen Redeschwall unerträglich.
„Zwar war er nicht ganz so penetrant, aber eine gewisse Ähnlichkeit besteht, oder?“
Mitobe nickte und Koganei brummte zustimmend. Izuki sah seine Freunde an.
„Sagt mal, wollen wir eigentlich jedes Mal, wenn Suzuki-san uns dermaßen nervt und überfällt, das tun, was wir beim letzten Mal gemacht haben?“, wollte er ziemlich aufgeregt und erwartungsfreudig wissen.
Mitobe machte ein Gesicht, als könnte er nicht zufriedener sein, doch Koganei zuckte zusammen.
„Sag mal, wie notgeil bist du eigentlich, dass du darüber schon in aller Öffentlichkeit reden musst?“, zischte er verärgert.
„Oh, bitte, bitte, bitte, Shinji, lass es uns tun!“, flüsterte Izuki und rückte dabei immer näher an Koganei heran.
Die Mädchen hinter ihnen, die sich eine Sitzreihe nach vorn in ihre Nähe gewagt hatten, standen am Rande der Ohnmacht vor lauter Begeisterung.
„Ts“, machte Koganei und schob Izuki von sich weg.
„Na gut. Aber ich habe es leider nötig. Also nur wir beide, Rinnosuke“, sagte Izuki zu Mitobe und widmete sich dem Dozenten, der die Vorlesung eröffnet hatte.
Da war sie also, die Tatsache, dass Mitobe und Izuki es auch ohne Koganei taten. Die Eifersucht glühte in ihm und er verspürte eine große Wut auf die ganze Welt. Irgendwie fühlte er sich einsam und verlassen.
Auf dem Heimweg sprang ihn plötzlich jemand an und als er sich nach dem Schuldigen umdrehte, hockte Suzuki auf seinem Rücken wie beim Huckepack.
„Wa...? Suzuki-san? Was soll das?“
„Oya, Koganei-kun. Gehst du allein nach Hause? Wo sind deine beiden Freunde? Haben sie dich im Stich gelassen? Ist ja nicht gerade kameradschaftlich!“, sagte Suzuki und klang dabei ausnehmend fröhlich, als amüsierte sie sich köstlich darüber.
„Würdest du bitte von mir herunterklettern? Du bist schwer!“, verlangte Koganei gereizt.
„Na, na, wie harsch!“, lachte Suzuki und machte keinerlei Anstalten dazu. „Wenn du einsam bist, ist die Nähe eines Freundes doch ganz tröstend, oder etwa nicht? So hast du es doch die ganze Zeit nur mit ihnen ausgehalten, oder? Als ihr Freund, der ihnen Mut gibt und Auftrieb und Kraft und Entschlossenheit! Aber du darfst dich dabei nicht selbst zurücknehmen, weißt du?“
„Das weiß ich“, unterbrach Koganei sie verärgert. „Was geht dich das denn alles an?“
„Wie du sagst, es geht mich alles an!“, rief Suzuki laut.
‚Dieses Mädchen!‘, dachte Koganei erbost. ‚Die macht vielleicht ein Geschrei, das ist so peinlich!‘
„Hör mal, bei einem Dreier können niemals alle Personen gleichberechtigt werden. Normalerweise gibt es eine Rangfolge, die aus den zwei Seme und dem willenlosen Uke besteht. Die starken Seme verstehen sich nahezu blind und lieben sich meistens auch auf einer tieferen Ebene, während sie zu dem Uke, der gewissermaßen ihr Spielzeug ist, eher eine Beziehung aufrecht erhalten, die zwar über der Freundschaft steht, allerdings dem Stellenwert eines Lakai nahekommt. Fühlst du dich denn gar nicht erniedrigt?“
Koganei hatte entsetzt schweigend zugehört. Woher wusste sie das alles? Und wie hatte sie es herausgefunden?
„I-ich weiß nicht, wovon du redest, Suzuki-san“, sagte Koganei mit roten Ohren.
„Hm? Du hast doch sonst keine lange Leitung, du hast doch schließlich auch bemerkt, dass zwischen Mitobe-kun und Izuki-kun mehr läuft als es sollte!“, meinte Suzuki erstaunt. „Du bist für sie offensichtlich wirklich nur ein Zeitvertreib. Ärgert dich das denn gar nicht? Willst du nicht auch mal jemandem wichtig sein? Jemandem, der nur noch Augen für dich hat und sonst für niemanden?“
Koganei schaute bedrückt zu Boden. Natürlich wünschte er sich das, aber er liebte seine beiden Freunde und er liebte es, wenn sie es alle zusammen taten. Dennoch kam er nicht umhin sich einzugestehen, dass zwischen Izuki und Mitobe offenbar eine viel engere Bindung bestand als zwischen Koganei und einem der beiden anderen. Es belastete ihn, dass er nicht derjenige war, der für irgendjemanden an erster Stelle stand.
„Bitte gib mir eine Chance, mich zu beweisen, Koganei-kun“, flüsterte Suzuki ihm ins Ohr. „Ich mag dich sehr gern und möchte dich verstehen lernen. Ich möchte dir das geben, was du dir wünschst, auch wenn es vielleicht manchmal auf eine andere Art geschieht, als du denkst!“
„Ich weiß nicht...“, murmelte Koganei unentschlossen.
„Ach komm, versuch es wenigstens. Ich verspreche dir, dass ich dir zumindest dabei helfe, die beiden anderen zu vergessen und dein eigenes Glück zu finden. Einen Versuch ist es doch wert, wo du nichts zu verlieren hast, oder?“, zählte Suzuki die Vorzüge auf.
„Hm, außer dass sie mir die Freundschaft kündigen und ich nie wieder mit ihnen so guten Sex haben werde...“, maulte Koganei und schien ganz und gar vergessen zu haben, dass er sich in der Öffentlichkeit befand.
Suzuki grinste und umarmte ihn.
„Könnte doch sein, dass du jemanden findest, der nicht nur dein Wohlbefinden vor sein eigenes stellt, sondern auch noch unglaublich gut im Bett ist!“, sagte sie und lachte erneut.
Koganei seufzte. Suzuki hatte Recht: Was hatte er schon zu verlieren? Freunde könnten sie doch trotzdem alle drei bleiben, auch wenn zwischen Izuki und Mitobe vielleicht mehr war.
„Gut, versuchen wir’s“, willigte Koganei ein und wurde augenblicklich taub von Suzukis Freudenschrei.

Fortsetzung folgt…
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast