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Der vierte Teil der Drachenland-Trilogie

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Dagobert Daniel Düsentrieb Donald Gitta Kater Karlo Micky
11.10.2017
21.10.2017
9
8.010
 
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11.10.2017 1.890
 
Der Titel wiederspricht schon sich selbst.

Aber trotzdem, es gibt genügend Gründe, daraus was zu machen. Warum nicht?

Also, erstmal ein paar Infos: die drei Geschichten, wovon ich rede, sind "Drachengold", "Der Ritter ohne Furcht und Adel" und "Der Geist aus der Kanne". Die - aus Italien stammenden - Geschichten wurden in Deutschland in den Lustigen Taschenbüchern 197, 203 und 226 veröffentlicht sowie zusammen im sechsten und letzten Teil der LTB Fantasy-Reihe.

Die drei Geschichten sind alle sehr lang. Die erste 99, die zweite 179 und die dritte 106 Seiten. Und überraschenderweise weist kein Teil Überlänge auf.

Und noch etwas: das besondere bei allen drei Teilen ist, dass auf eine eindeutige Haupthandlung verzichtet wird, und die Geschichten stattdessen aus mehreren Teilhandlungen bestehen.

In welcher Zeit sie spielen? Es werden keinen genauen Angaben gemacht, aber auf jedem Fall im Mittelalter. Würde mal sagen, im 13. Jahrhundert.

Ich muss persönlich sagen, "Der Ritter ohne Furcht und Adel" war die beste Geschichte aus einem LTB aller Zeiten, aber auch wirklich die beste, da müssen sich alle anderen dahinter anstellen.

Und jetzt mal aus damit und zu meinen Gedanken über Drachenland?

Wo könnte es wohl liegen? Also, auf jeden Fall nicht da, wo jetzt Entenhausen  existieren würde, würde es existieren. Denn das wäre in Amerika. Und damals kannten die wenigsten Amerika. Eigentlich niemand, denn erst rund zwei Jahrhunderte später kam ein Christoph Columbus. Die Welt bestand im 13. Jahrhundert nur aus Europa, Asien und Afrika. Also kommt nur Europa in Frage.

Ich dachte bei den Nadelwäldern an Skandinavien oder ans Baltikum. Aber irgendwie scheinen die Winter nicht sehr kalt zu sein, trotz des vielen Schnees. Alle sind knapp gekleidet - der erste Teil spielt überwiegend im Winter - und die Figuren schlottern auch eher vor Angst als vor Kälte.

Also würde ich sagen, dass Drachenland in Deutschland liegt, besser gesagt die heutigen Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern. Ja, auch letzteres, denn Drachenland hat auch einen großen Strand. Und es fließt ein breiter Fluss durchs Land, der "blaue Fluss". Könnte also die Elbe sein.

Es gibt auch noch weitere Länder. In Teil 2 ist von Mausanien die Rede, ein Land mit ziemlich südlichem Eindruck. Ich denke da an den Mittelmeerraum zwischen Spanien und der Türkei. Könnte aber auch das Schwarze Meer sein.

Und dann noch Burudur in Teil 3, da gibt es keinen Zweifel, das liegt irgendwo im Orient.

Dann hier noch eine Übersicht über die wichtigen Personen:
-Reinmar der Barde ist eigentlich kein Teil der Geschichten, aber der Erzähler. Er erzählt teils in Reimform, teils in Prosa, allerdings ist ihm letzteres lieber, dennoch greift er aus traditionellen Gründer eher auf ersteres zu. Allerdings zeigt sich das Publikum nie wirklich begeistert, wenn er zum x-ten Mal von Drachenland erzählt.
-Ritter Donaldus der Sturzreiche, ein Ritter, der es einfach nicht fertig bringt, auf seinem Pferd zu bleiben. Er ist aber sehr ehrgeizig und alles andere als ein Angsthase. In Teil 2 rettet er sogar die Welt.
-König Dagobertur, der Regent Drachenlands. Er ist nicht gerade der Großzügigste.
-Magister Primus, der königliche Ratgeber. Er ist äußerst gelehrt und gebildet, aber auch er hat seine Fehler.
-Meister Düsentrieb, der Hofmechaniker mit Schwerpunkt auf futuristische Erfindungen.
-Prinzessin Dollina, die 14-jährige Nichte des Königs. Sie ist das schwarze Schaf der Familie. Alles was sie will, ist Ritter werden, und das als Mädchen! Sie trägt außerdem lieber eine Hose als einen Rock, was die Familie ordentlich schockiertt.
-Tickus, Trickus und Trackus sind Dollinas Spielkameraden, auch wenn sie erst 10 sind.
-Prinzessin Daisinea ist die ältere Nichte des Königs. Sie ist eine ziemliche Diva, und alles, was ihr wichtig ist, ist ihr Aussehen und ihre Bewunderung über Ritter Gustavus, welche jedoch nicht grenzenlos ist.
-Hofdame Henrietta ist, wie der Name sagt, die königliche Hofdame. Sie ist relativ selbstlos und immer hilfsbereit.
-Lady Doretta ist die ältere Schwester des Königs und hat u.A. auch Donaldus großgezogen.
-Herzogin Gittalia ist in König Dagobertur verliebt, der sie jedoch verschmäht.
-Kuno ist ein Arzt, der immer wieder Leuten falsche Heilmittel andreht, um damit Geld zu verdienen, also ein richtiger Betrüger.
-Ritter Gutavus der Glücklich ist der beliebteste Ritter im Hof. Allerdings ist er ziemlich faul und gegen körperliche Arbeit, er baut ausschließlich auf Glück. Außerdem acht er extrem auf sein äußeres.
-Ritter Franzerich der Wohlbeleibte hat nur eines im Kopf: Essen. Nein, nicht die Stadt im Ruhrgebiet, sondern das Synonym für Aufnahme von Nahrung.
-Ritter Dusselbart der Zögerliche ist kein schlechter Typ, nur fehlt es ihm an Selbstvertrauen und Mut.
-Ritter Mickos aus Mausanien ist erst 18 Jahre jung, aber hat schon ein ordentliches Abenteuer hinter sich. Er musste die Königin seines Landes, Minella, aus den Klauen von Graf Karolus retten und wäre dabei fast umgekommen. Sein Weg zum Ritter ist äußerst ungewöhnlich: der ehemalige Knappe von Ritter Goofos besiegte durch einen Zufall einen Gegner beim Ritterturnier, der von schwarzer Magie gesteuert wurde. König Dagobertur wollte ihm kein Preisgeld auszahlen, aber stattdessen beschloss er, ihn zum Ritter zu schlagen. Dadurch bekam Mickos den Beinamen "der Ritter ohne Furcht und Adel". Er gilt als selbstlos und sein einziges Ziel ist es, allen zu helfen.
-Ritter Goofos ist Mickos' ehemaliger Meister. Er ist schon 42 und einer der älteren Ritter. Er ist sehr freundlich und offen, allerdings auch gutmütig, naiv und nicht der Hellste. Fast hätte Dagobertur ihn durch einen Trick daran gehindert, am Turnier teilzunehmen, hätte Mickos nicht eingegriffen.
-Königin Minella ist die freundliche Regentin Drachenlands. Sie ist so ziemlich das Gegenteil Dagoberturs.
-Klarabella ist die Hofdame und rechte Hand Minellas. Sie weicht nie von ihrer Seite.
-Maxi ist ein Knappe und der beste Freund Mickos'. Er ist sehr geschickt.
-Magister Wundersam ist ein guter Freund Düsentriebs. Er teilt seine Begeisterung für technische Gegenstände.
-Das schwarze Phantom ist ein krimeller Ex-Kollege Düsentriebs und Wundersams. Er hat sich für seine üblen Machenschaften auf den Mond zurückgezogen.
-Graf Karolus ist die rechte Hand des Phantoms. Am liebsten würde er jedoch von ihm unabhängig werden und Mausanien erobern. Er wird von allen nur "Klauallus" genannt, was ihm jedoch überhaupt nicht gefällt.
-Sahid ist der neue Sultan Burudurs. Fast hätte ihm jedoch Donaldus dank eines angeblichen Flaschengeistes den Thron weggeschnappt. Zu Gesicht kamen die beiden sich allerdings nie. Donaldus glaubt noch heute, dass der Thron ihm gehört. Deswegen haben er und Dollina, nachdem ihnen niemand geglaubt hatte, sich Treue geschworen, an ihre Träume zu glauben, egal was andere denken. Dann sind sie immerhin ja nicht mehr allein, oder?

Außerdem, neu dazugekommen:
-Ritter Dummrich der Verstandslose, der enfant terrible der Ritter. Er kennt keine Angst, aber auch keine Vernunft und pfeift auf die Befehle des Königs.
-Didus, der 4-jährige Neffe Dusselbarts und der jüngste Unterstützer Dollinas. Ihm ist sein Onkel ersten Grades peinlich und versucht alles, ihm die Angst zu nehmen.
-Prinz Gideos, der jüngere Bruder des Königs. Er allerdings hat es zu nichts gebracht und lebt in einem kargen Gemach seines Bruders.
-Graf Klaas Klevus, der Gegenspieler Dagoberturs. Sein Plan ist es, die Königsfamilie zu stürzen und selbst König zu werden.
-Baldur Bleibreich, der höchste Steuereintreiber Drachenlands. In "Der Geist aus der Kanne" wurde er vom König bereits indirekt erwähnt.

Und zum Schluss eine knappen Zusammenfassung der ersten drei Teile.
In "Drachengold" hat Dagobertur mit finanziellen Problemen zu kämpfen und schickt seine Ritter Donaldus, Gustavus und Franzerich los, um drei Schlüssel zu finden, die laut Primus von drei Drachen versteckt wurden und zu einem Schatz führen sollen. Donaldus ist jedoch auf der Suche nach einem neuen Pferd. Schließlich stößt der Ritter auf ein mechanisches Pegasus, übertreibt es jedoch und landet auf dem Mond. An seiner Stelle muss nun Dusselbart los, der jedoch erst von Dollina getrieben werden muss.
In "Der Ritter ohne Furcht und Adel" ist Donaldus nach wie vor auf dem Mond. Dort findet er heraus, dass alles Verlorengegangene von uns Menschen auf dem Mond. Außerdem befinden sich an selber Stelle Flüssigkeiten, die Eigenschaften darstellen soll, die bei uns auf der Erde nicht gebraucht werden wie Gustavus' Pech oder die Großzügigkeit des Königs. Diese Eigenschaften benötigt das Schwarze Phantom für seine mechanischen Krieger. Dumm nur, dass die Menschen grausam und egoistisch sind und deshalb überwiegend positive Gefühle von sich geben. Dann findet sich für den Egoismus doch eine lohnenswerte Quelle.
Gleichzeitig findet nämlich in Drachenland das Ritterturnier statt. Der König zählt auf einen Sieg von Gustavus, da diesem gewöhnlich die Ehre mehr Wert ist als Gold und Silber, doch stattdessen gewinnt durch einen Zufall Goofos' Knappe Mickos und diesen muss der König, nachdem sich das Publikum über einen Verzicht der Ausgabes der Prämie entsetzt gezeigt hatte, öffentlich zum Ritter schlagen. Schnell zeigt sich, dass der junge Ritter seine Aufgabe sehr ernst nimmt und er alles daran setzt, gutes zu tun - perfekt für das Schwarze Phantom.
In Mickos' Heimat Mausanien unterdessen entführt Graf Karolus die Königin Minella. Der Hilferuf unterdessen alarmiert sämtlich Ritter, was einen Haufen Egoismus produziert und Mickos damit ungeahnt eine Katastrophe auslöst. Schlussendlich ist es jedoch Donaldus, der die Blecharmee - wenn auch eher ungewollt - besiegt.
Und last but not least "Der Geist aus der Kanne". Nachdem man in Drachenland von einem Angriff von Piraten gehört hat, ziehen die Ritter los. Donaldus allerdings ist wieder auf der Suche nach einem Reittier und wieder landet er durch einem Zufall fast auf dem Mond - diesmal jedoch wird seine Flugbahn gestört und der tollpatschige Ritter landet in einer orientalischen Wüste. Dort gelangt er durch etwas, das er für einen Flaschengeist hält, in einem Palast, wo eigentlich der neue Sultan gekürt werden sollte. Am Ende ist es jedoch Donaldus, der stattdessen ankommt, und er wird gefeiert. Er ahnt jedoch zwei Dinge nicht: zum einen, dass der echte Sultan soeben auch angekommen ist, und zum anderen, dass der Groswesir plant, den Sultan zu stürzen. Somit ist das Chaos perfekt.
Dollina unterdessen muss das schlimmste durchmachen. Ihre ältere Cousine und ihre Großmutter wollen, dass sie sich endlich wie eine Prinzessin benimmt und bilden sie jetzt auch dazu aus. Einmal bei einem Picknick büxt sie jedoch aus und gelangt in die Fänge der Piraten. Doch das Mädchen zeigt Mut und sorgt dafür, dass die Piraten aufgeben.
Zuhause erzählt sie großmütig ihre Heldentat, doch zu ihrem Pech glaubt ihr niemand, ebenso wenig Donaldus, der ebenfalls gerade angekommen ist - auf dem selben Weg, auf dem er nach Burudur gekommen ist. Somit stehen beide allein da - und doch nicht allein. Sie wissen nun beide, dass man niemals aufgeben darf seine Träume zu verfolgen. Donaldus also sucht weiter voller Selbstvertrauen seinen Palast und Dollina versucht weiter alles, später Ritterin zu werden.

Ach ja, und zu guter Letzt noch der Grund, warum die Saga hätte fortgesetzt werden müssen.
Es ist dasselbe wie mit de Vitas Asgardland-Saga. Auch die war zunächst nur eine Trilogie, dann kam aber noch ein vierter Teil.
Außerdem kann das Schwarze Phantom am Ende des zweiten Teils entkommen und Wundersam ist sich sicher, dass er sich einiges Tages rächen wird.
Außerdem hätte ich zu gerne weiter die Wege von Dollina und Donaldus mitverfolgt und auch auf ein Comeback Mickos' hätte ich mich gefreut, denn er ist zwar arrogant, aber er unterscheidet sich doch sehr von den Drachenländer Rittern.

Hier habe ich außerdem überlegt, noch mehr mit der Zukunft zu experimentieren.

Tja, dann kann die Geschichte beginnen.
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