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Mad Queen

von Confessor
GeschichteDrama, Fantasy / P16
Aang Azula Katara Sokka Toph Zuko
08.10.2017
10.12.2020
14
10.938
4
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08.10.2017 754
 
Azula


Ich entfernte meinen seidenen Umhang von der Rüstung und ließ diesen zu Boden gleiten.
Es war still, beinahe lächerlich still. Mein Blick glitt umher, wobei mir das, was ich erblickte, ein Lächeln entlockte. Ich las Furcht aus den Gesichtern der  Feuerweisen, welche am Rand der Arena standen, heraus. Sie spekulierten über den Ausgang des Szenarios, ihre Körper bebten vor Angst. Wie verächtlich diese alten Männer doch waren.
Jedoch war es durchaus befriedigend, sie so ängstlich zu sehen. Sie standen weder meinem Vater noch sonst wem gegenüber. Sie standen mir gegenüber, und das ließ sie erzittern. Es war das, was ich wollte, glaubte ich zumindest. Mit Schrecken und Entsetzen als Werkzeug konnte man immerhin seine Macht stabil halten. Emotionen hingegen rütteln nur an der eigenen Stärke, bis diese zugrunde geht.
Und ich würde nicht zugrunde gehen, dafür war ich zu mächtig.
Ich schaute nun meinem Bruder in die Augen.
"Es tut mir so leid dass es auf diese Weise enden muss, Brüderchen."
Der stählerne Blick meines Bruders ließ mich erneut lächeln. Er bildete sich tatsächlich ein, mir überlegen zu sein. Dem Feuerlord.
"Glaub ich dir nicht" antworte er daraufhin monoton.
Ich atmete tief ein und begab mich in Kampfstellung.

Ich hatte eigentlich nie vor gehabt, ihn zu töten. Jedoch war dies, was er in eben diesem Moment beging, erneuter Verrat.
Seine zweite Chance hatte er bereits damals, in Ba Sing Se erhalten.
Erhalten und vergeudet. Ich würde Zuzu nun töten müssen.
Ein stumpfer Schmerz durchzog mit einem Mal meinen Kopf. Ich schloss die Augen, um den Schmerz zu ersticken.
Als ich meine Augen wieder öffnete, und sie dort stehen sah, brodelte der Zorn mit einem Schlag in mir auf.
Dort verweilte sie, neben Zuko. Neben ihrem Lieblingskind. Mutter.
Ihr wunderschönes, makelloses Gesicht und die langen, dunklen Haare welche ihren Kopf umwallten, schürten den Hass in mir. Sie hatte den Blick aufgesetzt, welchen sie immer aufsetzte, wenn ich ihrer Meinung nach Zuko Unrecht angetan hatte.
Es war natürlich selbstverständlich, dass sie für ihn Partei ergreifen würde, immerhin konnte sie nur einen Liebling haben. Wenn das perfekte Kind nicht in Frage kommen würde, nun gut, dann eben das Vernarbte.
Meinetwegen, dann würden eben beide brennen.
Ich schrie lauthals auf und ließ ein Meer aus blauen Flammen auf meine Mutter sowie meinem Bruder herabregnen.
Zuko stürmte hingegen meinen Erwartungen vor und erzeugte einen Schwall aus Feuer, welcher meine blauen Flammen hunderte Meter in die Lüfte zurückwies.
Erzürnt hielt ich nach meiner Mutter Ausschau, bis ich bemerkte, dass sie gar nicht mehr auf dem Feld stand.
Was hatte dies zu bedeuten? Eine weitere Halluzination?
Noch mehr Wut staute sich in mir auf, welche ich nun voll und ganz auf Zuko richtete.
Jeder meiner Hiebe entfesselte gigantische Feuersäulen, welche mein Bruder aber, zu meinem Entsetzen, alle konterte.
Für eine Sekunde hielt ich inne und betrachtete das übrig gebliebene Farbenspiel der Flammen. Ebenso wie es schön war, war es auch gefährlich.
Um Haaresbreite verfiel ein Feuerstoß mein Gesicht, die unerträgliche Hitze raubte mir die Luft zum Atmen.
Flammen schossen nun aus meinen Händen und ich rauschte mit diesem gewonnenen Antrieb direkt auf ihn zu. Nun war meine Chance gekommen, ihn zu töten.
Die Luft um mich herum vibrierte. Ich war meinem Sieg so nah.
Eine riesige Explosion, welche Zuko im Bruchteil einer Sekunde erzeugt hatte, warf mich unerwartet mehrere Meter zurück über das Feld.
Außer Atem lag ich auf dem Boden, der Schmerz trieb mir Tränen in die Augen.
Ich formte meine Hand zu einer Faust und kam erschöpft wieder auf die Beine. Der Zorn in mir fraß sich immer weiter, ich konnte nicht gegen diesen Narren verlieren!
"Keine Blitze heute? Was ist los mit dir, hast du Angst dass ich sie umleite?" fragte er mich spöttisch.
"Du kannst deine Blitze gern kriegen!" rief ich ohne zu zögern.
Mit einem mal fühlte ich die Elektrizität zwischen meinen Fingergliedern zucken, die pure Macht, das pure Leben.
Ich webte den Blitz in sekundenschnelle, war kurz davor ihn auf Zuko abzufeuern, doch dann erblickte ich etwas in meinem Augenwinkel. Mutter? Nein, es war das Mädchen vom Wasserstamm.
Im Hauch einer Sekunde hatte ich über ihr Leben entschieden und feuerte den Blitz auf sie.
Jedoch traf ich damit nicht sie, sondern mein eigentliches Ziel. Zuko war schützend vor sie gesprungen, und so töricht wie er war, lag er nun sterbend zu meinen Füßen.
Hast du das gesehen Mutter? Ich habe deinen Liebling vernichtet!
Ich lachte laut los und stürzte auf das Mädchen zu.
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