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Agron und Nasir

von Isaria
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Agron Nasir
07.10.2017
07.10.2017
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Seit einem halben Jahr schlug sich Agron in den Straßen von Rom durch. Sein Körper war von den Misshandlungen seines früheren Herrn gezeichnet. Er hatte oft Tage an der Kette gefesselt zugebracht, stets frierend und hungernd und immer in Angst vor der Wut seines Herrn, die ihm dann Schläge und zuweilen Fußtritte in den Leib einbrachten. Wie lange er unter diesen miserablen Zuständen dahinvegetiert hatte, konnte er nicht wirklich erfassen und bei der ersten sich bietenden Gelegenheit war er schließlich davongelaufen.


Doch auch hier auf der Straße war es um ihn nicht allzu besser bestellt. An manchen Tagen schleppte er sich hungrig vorwärts, um dann irgendwo in einem Hauseingang müde nur noch den Schlaf herbeizusehnen. Um zu überleben stahl und bettelte er und wünschte sich doch nur ein warmes und liebevolles Zuhause und einen Seelengefährten, der ihn auch wortlos verstand.



Hingegen verbrachte Nasir schon fast sein ganzes Leben auf der Straße, weil er als Kind mitten in der Nacht im Park ausgesetzt worden war. Er hatte lernen müssen allein zurechtzukommen und lernte schnell die grausamen Regeln der Straße. Aber er besaß etwas und zwar einen gewissen Charme und eine seltene Schönheit. Diese beiden Vorzüge wusste er schon bald zu seinem Vorteil einzusetzen. Auch er stahl und bettelte aber er konnte auch einige Kunststücke, die ihm häufig einen vollen Bauch bescherten. Und er besaß einen festen Unterschlupf, halbwegs trocken und eine alte Schlafdecke.



Eines Tages verirrte sich Nasir auf der Suche nach einer leckeren Mahlzeit und geriet dabei in ein Viertel, welches einen äußerst zweifelhaften Ruf besaß. Der einsetzende Regen machte ihn noch eine Spur abgerissener und allmählich verlor er die Hoffnung seinen Schlafplatz unbeschadet zu erreichen. Eine Gruppe Halbstarker versperrte ihm plötzlich den Weg und kreiste ihn dann langsam ein. Für die Flucht war es zu spät und einen Kampf konnte er unmöglich siegreich bestreiten und so entschloss er sich verzweifelt zum Angriff.


Doch der ganze Vorfall war nicht unentdeckt geblieben. Von weitem hatte Agron das Treiben der Gruppe aufmerksam verfolgt und als ihm klar wurde, dass Nasir diese Konfrontation nicht heil überstehen würde, griff er ein.


Mit einem lauten Schrei brachte er sich in Position und stellte sich drohend zwischen Nasir und dessen Angreifer. Mutig und gut trainiert beschützte er seinen neuen Freund und zusammen gewannen sie den ungleichen Revierkampf.


Von da an waren die beiden unzertrennlich. Nasir nahm ihn mit zu seinem Unterschlupf und teilte seine Decke mit ihm. Und er brachte Agron ein paar Kunststücke bei, die sie zusammen auf der Jagd nach etwas Essbaren einsetzten. Sie verstanden sich ohne viele Worte und zum ersten Mal in ihrem Leben waren sie glücklich und beide fühlten sich vom anderen akzeptiert, verstanden und am wichtigsten geliebt.


Bei einem ihrer kleinen Einbrüche liefen sie eines Tages dann aber ihrem wahren Schicksal in die Arme. Sie trafen Liam und der war von den beiden so ungleichen Freunden so angetan, dass er sie kurzerhand bei sich zu Hause aufnahm.



Satt und zufrieden kuschelten sich die beiden in ihrem neuen Bett aneinander und schliefen überglücklich ein. Agron, der große temperamentvolle Schäferhund und Nasir, der sanfte rabenschwarze Wolfsspitz.
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