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Das Ende einer öffentlichen Romanze

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
der Alcalde DeSoto Don Alejandro Felipe Mendoza Victoria Zorro
05.10.2017
06.08.2019
19
32.136
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05.10.2017 756
 
Es war eine sternenklare Nacht. Victoria seufzte erleichtert auf. Endlich waren die letzten Gäste gegangen.

Ihre Arbeit war leider noch nicht getan. Müde begann sie, das letzte Geschirr abzuwaschen.

Sie war nicht nur müde, sondern auch betrübt. Zorro hatte sich seit über einer Woche nicht bei ihr blicken lassen. Ob er ihr überdrüssig wurde?

Aus den Augenwinkeln vernahm sie eine Bewegung hinter ihrem Rücken. Erschrocken drehte sie sich um. Als sie die dunkle Gestalt erblickte, atmete sie erleichtert auf.

„Zorro“ rief sie. „Ihr?!“

„Buenos Noches, Victoria“ sagte er leise mit einem Lächeln.

„Oh, Zorro ich habe euch vermisst. Wo wart Ihr die letzten Tage?“

„Ich habe nachgedacht, querida.“, sagte er. Er wurde ungewöhnlich ernst. „Ihr müsst mich aufgeben. Hier im Pueblo, vor allen Leuten“.

Victoria erstarrte voller Entsetzen. Ihr Herz schlug heftig bis zur Brust. Dann schossen Tränen in ihre Augen. Er liebte sie nicht mehr!!

„Bitte nicht weinen, mi amor“, rief er erschrocken. Behutsam wischte er mit seinem Zeigefinger eine ihrer Tränen aus dem Gesicht. „Es war anders gemeint. Lasst es mich Euch erklären.“

Sie rührte sich noch immer nicht. Rasch nahm er sie in beide Arme. „Victoria, bitte, es ist unsere einzige Chance.“ Als sie seinen Körper spürte, löste sich endlich ihre Starre. Verzweifelt schmiegte sie sich an ihn und genoss die Wärme seines Körpers, die sie so dringend brauchte. „Te quiero mucho“ flüsterte sie und drückte ihre Stirn an seine Brust. Trotz des Flüstern konnte er ihre Verzweiflung hören.

„Wie ich dich, mi corazon“ sagte er leise in ihr Haar. „Und daher müsst Ihr mich anhören. Bitte, Kleines“ drängte er und schob sie vorsichtig aus der Umarmung. Er fasste mit der rechten Hand unter ihr Kinn und hob das gesenkte Gesicht, so dass er ihr direkt in die Augen blicken konnte: „Das wird für uns beide nicht einfach werden. Ihr werdet den Mann mit der Maske verlieren, dafür den hinter der Maske gewinnen. Seid Ihr dazu bereit?“ fragte er und schenkte ihr einen eindringlichen Blick. „Liebt Ihr den Mann hinter der Maske genug, um Zorro aufzugeben?“

„Si“ antwortete sie entschlossen. „Si, das tue ich“

„Ich habe eine Idee. Ich werde ihn Euch erklären. Es ist wichtig, dass Ihr mir vertraut“. Und der Mann mit der Maske begann zu erklären, was er von ihr erwartete.

Stunden später kam Diego in seinem Versteck an. Es war richtig, dass er sich zu seinem Plan durchgerungen hatte. Aber er hatte auch Angst, sie ganz zu verlieren. Denn das würde er, falls es ihm nicht gelingen würde, als Diego ihr Herz zu erobern. Leider war es so, wie Zorro es Victoria gesagt hatte – es war ihre einzige Chance. Er konnte es nicht mehr verantworten, dass jeder um die Romanze Zorro- Victoria wusste. Das brachte sie zu sehr in Gefahr.

Felipe war nicht da, so kümmerte er sich selbst um Tornado.  ehe er über den Geheimgang die Bibliothek betrat.

Müde betrat er den Raum. Felipe wartete in einen Sessel auf ihn darauf bedacht, dass keiner sonst den Raum betrat. Er bedeutete Don Alejandro mitgeteilt zu haben, dass Diego ihm einiges aus den Büchern beibringen wollte.

Ein Segen, dass Diegos Vater dies ohne weiteres geglaubt hatte und nicht weiter nachgefragt hatte. Armer Felipe, manchmal war dieses Doppelleben auch für ihn nicht leicht.

„Ist er noch wach?“ fragte Diego.

Der junge Mann nickte. Die beiden gingen daher ins Nachbarzimmer, wo sich der alte Patron aufhielt.

„Guten Abend, Vater. Entschuldige bitte, dass ich keine Zeit hatte, aber ich uns Felipe waren so vertieft, dass.“

„Jaja, schon gut“, unterbrach ihn sein Vater schroff. Dann hielt er jedoch inne und fuhr mit sanfter Stimme fort: „Entschuldige bitte Diego.“

Als er das überraschte Gesicht seines Sohnes sag, fuhr er erklärend fort: „Ich war oft so wütend, weil ich dich für einen Feigling hielt. Das tut mir leid. Ich gebe zu, ich habe mir in der Vergangenheit oft gewünscht, du wärst ein wenig wie Zorro, mein Sohn“. Er zögerte, dann fuhr er fort: „Aber vielleicht brauchen wir beides: das Schwert und den Verstand, um gegen den Alkalden bestehen zu können. Ich war nur bisher zu blind, um das zu erkennen“.

Er griff zu seinem Weinglas, das auf dem Tisch stand, und leerte den letzten Schluck. „Ich werde mich jetzt zurückziehen, es ist schon spät. Gute Nacht, Diego“. Er sah ihn fast ein wenig nachdenklich an, schenkte ihm ein angedeutetes Lächeln und erhob sich von seinem Stuhl.

„Gute Nacht, Vater“.

„Felipe, wenn ich es nicht besser wüsste würde ich meinen, dass mein Vater auf mich gewartet hat“, murmelte Diego verwundert, als Don Alejandro gegangen war.
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