Ragnars Reisetagebuch, wenn er eins schreiben würde

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
OC (Own Character)
04.10.2017
28.08.2019
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Vorwort des Autors

Dieses „Projekt“ entstand aus der Idee diesmal mein Heldentagebuch nicht stichpunktartig zu führen, sondern richtig zu schreiben. Wir spielen in unserer Gruppe schon sehr lange zusammen und unser Meister denkt sich immer sehr große Dinge aus. Am letzten „Abenteuer“ haben wir mehrere Jahre gespielt. Da wir aber alle berufstätig sind und manchmal längere Pausen haben, muss man sich halt aufschreiben was passiert ist. Bei den Stichpunkten hatte ich irgendwann das Problem, dass ich damit auch nichts mehr anfangen konnte. Also schrieb ich Ragnars Tagebuch, er hat es nicht so mit dem Schreiben.

Nach einiger Zeit fand ich immer mehr gefallen an diesem Tagebuch und ich wurde immer ausführlicher, fügte seine Gedanken und Gefühle hinzu und er bekam ein Eigenleben. Die Rollenspieler unter Euch, ach was Ihr alle als Autoren kennt das bestimmt. Besonders schöne Passagen zeigte ich meiner Freundin, die wollte mehr, also gab ich ihr mein „Werk“ zu lesen.

Damit war die Idee geboren Ragnars Reisetagebuch zu veröffentlichen. Allerdings hatte ich eines nicht bedacht: Ihr habt nicht mitgespielt.

Gerade der Anfang ist nicht viel mehr als eine Aufzählung von Ereignissen, da ich nie geplant habe, dass es jemand anderes liest außer mir.  Also werde ich nach und nach die erste Hälfte überarbeiten, in Kapitel teilen, vielleicht hie und da was streichen und hochladen. Schon mal eine Entschuldigung an meinen Meister und die Mitspieler: Ich kann mich gerade an den Anfang nur noch wage erinnern, also lasst mir meine künstlerische Freiheit.

Noch ein Wort an die DSAler unter Euch: Ragnar ist von den Startwerten eine Mischung aus einem Thorwaler und einem Söldner. Allerdings hat er nie eine Akademie oder Söldnerschule besucht. Sein Lehrmeister war ein Kriegerveteran, in dessen Haushalt er aufwuchs. Mit viel Strenge, aber nicht ohne Zuneigung hat Eran versucht aus dem kleinen Rüpel einen anständigen jungen Mann zu machen. Ihr mögt den klassischen Söldner vermissen, aber ich mag keine Stereotypen. Und wie gesagt, meist weiß ich gar nicht wie meine Charaktere so werden, das entscheiden sie selbst.

Genug der Vorrede, den Rest erzählt Ragnar euch selbst.

Viel Spaß!

PS: Endlich finde ich etwas Zeit und werde die "schlimmen" ersten Kapitel überarbeiten. Ich werde neben die Kapitelüberschiften schreiben, welche neu sind. Sorry für das Durcheinander! Yasmina

Vorwort des Erzählers

Mein Name ist Ragnar Sandström.

Ich bin am 11. Tsa in einem kleinen Dorf namens Salzweiden, an der nordwestlichen Küste Aventuriens geboren. Die große Stadt Salza liegt etwa eine Tagesreise südlich von unserem Dorf. Meine liebe Mutter Girte, eine Schönheit mit kastanienbraunem Haar und rehbraunen Augen hatte schon immer viele Verehrer und so wollte mein Großvater sie schnell verheiraten.  Sie war gerade 16, ihre Hochzeit war bereits arrangiert, das Brautgeld bezahlt und in 4 Wochen sollte die Feier sattfinden, als sie sich Hals über Kopf verliebte und eine kurze aber heftige Romanze mit einem mir bis heute unbekannten Mann hatte. Als dessen Produkt ich während eines heftigen Sturmes geboren wurde. Mein Vater Ulfried Sandström wusste zum Zeitpunkt der Hochzeit nicht, dass meine Mutter mich bereits unter dem Herzen trug und war voller Freude, dass seine junge Braut sich als äußerst fruchtbar erwies. Nach mir folgten sieben weitere Geschwister: Daria, Radulf, Susa, Haldan, Gero, Hagen und Nella. Alle haben das braune Haar und die feingliedrige Gestalt meines Vaters, außer mir.

Ich bin groß, breitschultrig und kräftig, dazu blond und habe goldgesprenkelte braune Augen. Meine Mutter sagte immer Tsa hätte mich geküsst und wenn mein Vater nicht hinhörte, wie ähnlich ich meinem leiblichen Vater sei. Seit ich denken kann haben sich meine Eltern wegen mir gestritten. Als dann, ich war etwa neun Sommer, die Geschäfte meines Vaters nicht mehr so gut gingen wegen der Unruhen, war es für ihn nur logisch, dass der Bastard das Haus verlassen musste. Kurz zuvor war mein Bruder Gero am Fieber gestorben und der Kummer über den Verlust verstärkte wohl seinen Hass auf mich. Einzig die Liebe meiner Mutter bewahrte mich vor einem Leben auf der Straße.

Sie gab mich in die Hände von Eran Westfahl, einem Veteranen aus dem Nachbardorf Undeloh, der nur noch einen Arm hatte und dringend Hilfe im Haus brauchte. Er war, Boron sei seiner Seele gnädig und er möge lachend über das ewige Schlachtfeld wandern, ein stiller und manchmal durch den ständigen Schmerz übellauniger Mann, aber hat mich immer gut behandelt. Eran hatte auch einen leiblichen Sohn, der schon eine eigene Familie hatte und in Salza wohnte. Er mochte mich nicht und warf mir vor ein Schmarotzer zu sein und ihn um sein Erbe bringen zu wollen. Das machte Eran sehr wütend. Er nahm mich in Schutz und sagte, er könne nicht auf mich verzichten. Als Gegenleistung für die Arbeit im Haus brachte er mir das Kämpfen, Lesen und Schreiben und etwas Rechnen bei. Und, da ich ja offensichtlich von einem Thorwaler abstamme, er sagte immer das sieht ja sogar ein Blinder, lehrte er mich zumindest die Sprache meines Vaters.

Im Sommer reisten wir immer zu alten Kumpanen von Eran und bei viel Schnaps wurden im Feuerschein Kriegsgeschichten und andere Anekdoten ausgetauscht. Ich saß mit großen Augen daneben und träumte von einem solch abenteuerlichen Leben in fremden Ländern, großen Schlachten und atemberaubenden Frauen. Wenn die alten Männer dann schnarchend ihren Rausch ausschliefen, stahl ich oft den Mägden oder Töchtern in der Scheune ein paar Küsse und manchmal auch mehr. Oft mussten Eran und ich überstürzt aufbrechen, weil irgendein wütender Vater oder Bruder mit der Mistgabel hinter mir her war. Eran lachte sich immer halb tot, wenn wir außer Reichweite waren und sagte, ich würde ebenso ein Herzensbrecher  werden wie mein Vater einer war, sobald meine Ohren nicht mehr grün sind.

In allen anderen Belangen war Eran sehr streng mit mir. Er hatte eine Ausbildung an einer Kriegerakademie genossen und Disziplin und Respekt waren ihm sehr wichtig.  Für jede Frechheit, Respektlosigkeit oder andere Vergehen wurde ich schwer bestraft. Mit Inbrunst brachte er mir den Glauben an Kor nahe und redete immer davon, dass Rondra ihn verlassen hätte und dass auf dem Schlachtfeld niemand nach Ehre oder dem heiligen Zweikampf strebt. Sondern alle ums Überleben kämpfen und ihnen dafür jedes Mittel Recht ist. Ich solle mich nicht blenden lassen, stattdessen furchtlos und mit Freude in den Kampf gehen und es genießen, wenn rotes Blut fließt. Denn dann ist er, der Unbarmherzige, der Bruder des Blutes bei mir und wird mir den Sieg schenken.

Von Nichts kommt Nichts, sagte Eran immer, wenn ich faul war, also werde ich jetzt wo mich nichts mehr hält, losziehen, ein paar Dukaten verdienen und mir einen Namen machen.
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