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MonsterHunter: Zerbrochene Freundschaft

GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
03.10.2017
17.08.2020
43
53.713
2
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Dieses Kapitel
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08.07.2020 1.765
 
„Na los, versuch es mal. Wenn du nicht mehr kannst bin ich gleich hinter dir!“ Ja, es sollte ein ganz normales Leben sein, eines welches ihm ermöglichen würde ohne Sorgen und Ängste zu leben. Das dies nur ein Traum bleiben würde war Marcel klar, dennoch versuchte er Marko genau so ein Leben zu bieten. „Na was meinst du, verwöhne ich dich zu sehr?“ „Ach wo, du versuchst ihm ein guter Bruder zu sein, da ist es doch normal das du so viel für ihn tust.“  „Ich wünschte es wären mehr Menschen so wie du.“ „Wenn ich groß bin will ich mal so wie du sein Marcel!“ „Vergiss niemals wer du selbst bist.“ „Verlass mich bitte nicht, ich will nicht alleine sein!“ „So war das alles nicht geplant!“ Und wieder blitzte dieser eine Satz in Markos Gedanken auf. „Ich will das er ein normales Leben lebt.“ Sag mir Marcel, ist mein jetziges Leben das was du dir für deinen geliebten kleinen Bruder erhofft hast? „Du weist das du es unmöglich kontrollieren kannst. Das Leben sucht sich eigene Wege, ganz gleich was wir uns wünschen.“ „Aber ich kann wenigstens versuchen es so normal wie möglich zu gestalten.“ Erwiderte Marcel mit Nachdruck an Reiner gewandt. „So normal wie es eben in dieser Welt sein kann. Wenn man jetzt von Drachen, Donnerwölfen oder Wyvern absieht.“ Mit leichter Besorgnis im Gesicht wandte sich Marcel an den 4 Jährigen in seinen Armen, betrachtete das schlafende Bündel während vor den dreien langsam die Sonne hinter den Bergen verschwand. „Denkst du denn das normal auch wirklich gut ist? Mich würde es nicht wirklich wundern wenn er einmal einer der Menschen wird die unsere Welt zum guten wenden werden.“ „Ich bin mir sicher das er einmal großes erreichen wird.“ stimmte Marcel mit ein. „Auf jeden Fall, er ist schließlich dein kleiner Bruder. Da wird er doch hoffentlich das ein oder andere von dir übernehmen.“ „Ich hätte es eigentlich lieber wenn er mehr wie unsre Eltern wird. Das er seinen eigenen Kopf hat und sich gegen Unrecht wehrt und hilft. Und das er Freunde findet die ihn schätzen.“ Wieder erinnerte Reiner sich an die Zeiten wo sie noch alle zusammen waren, er selbst und dazu Marcel. Aber auch Bert, dessen Ableben eine unglaublich große Lücke in seinem Leben hinterlassen hatte.  „Weißt du, ich denke… wenn Bert noch l-leben würde wäre er sicher ganz schön stolz darauf was du bisher leistest Reiner.“ Das kam nun doch etwas unerwartet für Reiner, so wusste er zunächst nicht was er darauf erwidern sollte. „Das meine ich wirklich so.“ „Ich weiß.“ Während Reiner also nun im Tiefschlaf seine Zeit unter dem silbernen Licht des Mondes verbrachte, wachte der Zinogre an seiner Seite über sie beide. Selbst im dunkeln behielt er die Umgebung steht im Auge. Hin und wieder wandte er seinen Blick zu dem schlafenden Bündel an seiner Seite. Egal wie oft Marcel sich ein normales und friedliches Leben für Marko gewünscht hatte, Reiner wusste das nur er ihm ein derartiges Leben geben konnte. Jetzt, da er nicht mehr am Leben war und Marko damals alleine zurück blieb hatte sich genau das bewahrheitet was Marcel unbedingt vermeiden wollte. Das Leben ging seinen eigenen Weg, und diejenigen die sich dem in den Weg stellten zahlten den Preis dafür. „Reiner kannst du mir was versprechen?“ Der nickte Marcel zu. „Wenn mir… wie auch immer mal was passieren sollte, kannst du ein Auge auf Marko haben? Also so das er nicht anstellt und sich benimmt.“ „Marcel bei aller Freundschaft, wie soll ich bei Markos Alter und Charakter denn ein Auge auf ihn haben? Er stellt doch jetzt schon genug Unsinn an, was glaubst du wie das erst wird wenn er mal 10 Wird?“ Überlegte er und sah Marcel dann nachdenklich an. „Naja ich weiß das er schwierig sein kann… und das er nicht immer das tut was man von ihm will… aber wenn es ernst wird hört er ganz bestimmt. Auch wenn er die Person vor ihm mag, dann respektiert er diese Person auch. Reiner ich kann mir dabei niemanden besseren als dich vorstellen also bitte, nur um diese eine Sache bitte ich dich.“ Dabei sah er Reiner mit flehenden Augen an. „Du weißt doch das ich dir sowieso schlecht was abschlagen kann. Also gut.. in Ordnung.“ Alleine an der Tonlage von Marcel merkte er aber das dies nicht alles sein konnte. „Also… ich hätte da noch eine Frage. Die würde ich dir ganz gerne stellen..“ nun war Reiner wirklich interessiert. „Ich sehe ja wie sehr du ihn magst, und auch das du für ihn sehr viel tun würdest… da habe ich mir zusammen mit meinen Eltern Gedanken gemacht. Marko braucht neben mir und ihnen noch jemanden zu dem er aufsehen kann, an den er sich mit Problemen wenden kann. Wir haben uns überlegt ob ein Pate das richtige für Marko wäre, aber auch wer für so eine wichtige Rolle der richtige wäre. Deswegen wollte ich dich fragen ob du die Patenschaft übernehmen wollen würdest, ob du überhaupt zustimmen würdest...“ Angespannt sah Marcel Reiner nun an. Der war nun doch erst mal etwas erstaunt darüber. Zugleich aber auch erfreut über so ein Vertrauen.

„Deswegen hast du mich also vorhin gefragt ob ich im Falle des Falls auf Marko achtgeben würde?“ Marcel nickte erwartungsvoll. „Ja ich will die Patenschaft.“ Fünf einfache Worte, die Marcel unglaublich erleichterten aber auch beeindruckten. „Du willst?“ Fragte er vorsichtshalber noch mal nach. „Ja, ich meine wer wäre besser dafür geeignet als ich? Außerdem hab ich ihn doch so gern.“ Überlegte Reiner. „Ich schätze niemand anderes als du.“ Beendete Marcel die Überlegungen, und schickte Reiner damit zurück in die Gegenwart. Eine Gegenwart in der weder er selbst noch sonst ein Freund am Leben war. Mit einem mal war er hellwach, sah die Umgebung dennoch nur sehr verschwommen vor sich. Einzig allein das Knurren und Fauchen des Zinogres vor ihm gab ihn eine Vorahnung auf das was bevorstand. „Was zum…. Wieso am frühen Morgen?“ Die Frage beantwortete sich mit jedem Wimpernschlag selbst, mit einem Mal sah er die Soldaten vor sich. Zwar ohne eine Jägerausrüstung, trotzdem mit Schwertern und einem Luftschiff was über ihnen aus den Wolken brach. „Und ich dachte wir wären euch endlich los.“ „Die Gilde aus dem Hauptsitz raus zu treiben war ein schwerer Fehler...“ Weiter kam der Soldat vor ihm nicht ehe ihm der wolfsartige Zinogre mit seinen Pranken den Rest gab. Reiner brauchte einen Moment um seine Situation zu realisieren. Er selbst war zusammen mit seinem Partner von beinahe zehn bis Fünfzehn  Fußsoldaten der Gilde umzingelt. Dazu das Luftschiff über ihnen. Die Sonne stand hell und hoch am Himmel, schien auf das Feld unter ihr. Auf jeden einfachen Fußsoldaten der Gilde, auf Reiner und den Zinogre, welcher sich inzwischen aufgeladen hatte. Er ähnelte nun mehr einem wirklichen Monster, mit all den aufgestellten Stacheln und der knisternden und funkelnden Energie. Dazu das typische Aufheulen. Zögerlich griff Reiner selbst zu seinen Schild aus Eisen und Schwert aus Metall. Die leichte Rüstung würde es auch tun. „Ihr könnt es immer noch stoppen. Es muss kein Blut fließen...“ Reiner versuchte ihnen noch ein letztes Mal eine Warnung aus zu sprechen, dennoch würde es zum Blutvergießen kommen. „lasst uns doch erst einmal in Ruhe reden!“ Ihre Antwort bestand aus vorstürmenden Soldaten, mit erhobenen Schwertern samt wütenden Kampfschreien. „Oh wie tief ist die Gilde nur gesunken.“ Dachte er und teilte den ersten Hieb aus der einen Soldaten  den Magen teilte, dabei die Innereien gemischt mit Blut über den Boden verteilte. Davon ließen sich die Soldaten jedoch keineswegs abschrecken. Weitere Soldaten stürmten auf ihn zu, wurden jedoch durch den blauen Donner des Zinogre niedergestreckt. Die nächsten waren an der Reihe, dabei nahmen sie den Zinogre und Reiner gleichermaßen ins Visier. Es war kein Geheimnis das die Gilde einmal sehr viel mehr als nur bloße Diktatur war. „Das könnt ihr doch besser!“ Dachte Reiner sich als er einen Soldaten nach dem nächsten ausschaltete. Hatten die etwa vergessen das er das einstige Kriegerprogramm als einer der besten abgeschlossen hatte? Idioten! Es dauerte nicht lange da bebte die Erde unter den ersten Schüssen die vom Luftschiff ausgingen, dabei wirbelten sie Erde und Staub auf. Es dauerte nicht lange bis sein Partner allmählich die Kräfte verlor. Er wurde immer langsamer, bis er schließlich von einem Streifschuss getroffen wurde und zu Boden ging. Reiner stellte sich schützend vor ihm, hielt störrisch die Stellung. „Was zum...NEIIINNN!“ Seinen Partner so am Boden zu sehen nahm Reiner die Fähigkeit klar und deutlich zu denken, geschweige den zu handeln. So schlug ein Schuss direkt vor ihm ein, sprengte den Boden unter ihm und ihn gleich mit. Am Boden verlor er langsam das Bewusstsein, seine Sicht wurde schlechter bis sie schließlich ganz schwarz wurde. Erneut glitt er in eine längst vergangene Zeit, eine Zeit die er sich sehnlichst zurück wünschte. War er nicht immer der ruhigste und besonnenste unter ihnen gewesen?  Er hatte doch stehts den Überblick über die Situation behalten, doch gerade eben war ihm dies nicht möglich, wie aus dem nichts kam diese Furcht und Wut die ihn komplett überraschte und einnahm. So konnte er nicht einen klaren Gedanken fassen, er konnte sich nicht auf das wesentliche konzentrieren, so wie er es früher getan hätte. Und gerade deshalb hatte er also nun ein weiteres Leben auf dem Gewissen. „Es… tut mir leid! Ich wünschte ich hätte mich nicht ablenken lassen...“ Innerlich war ihm dieser Verlust vollständig klar, auch wenn er es nicht wahrhaben wollte. So kurz nachdem er seinen Partner also kennen lernen durfte war er schon wieder von ihm gegangen, und das nur weil er mal kurz nicht bei der Sache war, einfach nur grausam. Es schien eine Ewigkeit bis Reiner wieder zu sich kam, an Ketten hängend in einer schwach beleuchteten Zelle. Um ihn herum zischte und knarrte es, es roch nach Angst und Tod.

Wenn er versuchte sich zu bewegen schmerzten seine Hände und Gelenke. Er hatte sich wie bereits erwähnt mit dem Ableben seines Partners bereits abgefunden. „Na, wieder wach?“ Nur langsam konnte er die Richtung bestimmen, aus der die Stimme zu ihm ans Ohr drang. Er erstickte beinahe als ihm eine große Menge Wasser ins Gesicht gespritzt wurde. Keuchend und hustend sah er zu denjenigen herunter der ihn angesprochen hatte. „W-wo bin ich...“ Fragte er immer noch keuchend. „Na wo wohl, zuhause in der Gilde.“ Lautete die Antwort. „W-wo ist.. m-mein..“ „Dein Freund hm? Da wo bald alle verdammten Monster sein werden, und du ebenso Verräter.“ Reiner erwiderte nichts, nur die einsame Träne die ihm herunter lief zeugte von der Traurigkeit die er empfand.
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