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MonsterHunter: Zerbrochene Freundschaft

GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
03.10.2017
17.08.2020
43
53.713
2
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Dieses Kapitel
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02.05.2020 1.620
 
Nachdem er so viel Zeit mit Helix verbracht hatte,   war das also das Ende. Ein bitteres und furchtbar egoistisches auf den ersten Blick. Er hatte ihn beinahe aufwachsen sehen, hatte mitbekommen das nicht alles richtig lief. Versuchte zu handeln und scheiterte. Und alles nur zu Helix Wohl. Alles um etwas zu verändern, etwas zu bewirken. Beinahe jede freie Minute verbrachte er mit Jacob und Helix, schaute sich gemeinsam mit ihnen jede noch so langweilige Jagdvorstellung an, bezahlte das meiste Essen von ihnen,  und unterhielt den kleinen. Oft war es so, das sie zu dritt in der Stadt unterwegs waren,  mit Helix auf den Schultern,  der vergnügt in den Tag hinein grinste. Und daneben Jacob, der mehr oder weniger seine Interessen teilte. Aber leider nicht alle Ansichten, so sehr sie beide sich doch ähnelten, so unterschiedlich waren ihre Ansichten. Während Jacob der Meinung war, das Helix durchaus mal einen Klaps vertragen könnte,  so stark war Marko dagegen. Wo Jacob meinte auch mal ernster zu sein,  da war Marko nur umso sanfter. Während Helix älterer Bruder eher nach seinem Vater kam, so konnte man sehen das Marcel einen deutlichen Effekt auf Markos Wesen hatte. Sie stritten immer häufiger deswegen. Schließlich beschloss Marko eben, einen sehr drastischen Weg zu gehen. Einen Weg der ihr Leben für immer verändern sollte. Während er mit Jannik etwas zu sich nahm kam ihn wiederholt jener Moment in den Sinn,  in dem er Jacob jene Worte sagte die ihn so sehr verletzten, und ihre Freundschaft massiv belastete. „… Eine einzige Enttäuschung bist du, nichts weiter. Das du es überhaupt noch wagst dich selbst als großen Bruder zu bezeichnen sagt schon alles. Helix wäre ohne dich bei weitem besser dran…“ Schon im selben Augenblick bereute er diese Worte schon, trotzdem schien es als ob ihn jemand in diese Richtung lenken würde. Er wusste das es falsch war, sowas zu behaupten, doch anders würde Jacob eben nicht erkennen was Helix am meisten fehlte. Liebe, Verständnis und jemanden der für ihn da war. „War ich wirklich so viel besser?“ Eine Frage die er sich nie beantworten konnte. Er wusste nicht weiter, nicht wie es für ihn weitergehen sollte, noch der Umgang mit Jacob. Wichtig war es jetzt Helix nicht auch noch zu verlieren, noch hatte er eventuell eine kleine Chance ihm alles zu erklären. Ihn vor weiteren Schaden zu bewahren.. wenn er ihn denn überhaupt noch sehen wollte. Plötzlich war Marco sich gar nicht mehr so sicher. In ebenso unsicheren Schritten näherte er sich den sich lehrenden Tisch. „Wie geht es dir?  Alles soweit wieder in Ordnung?“ erkundigte Jannik sich. „Besser als vorher jedenfalls.“ Erwiderte Marko nachdenklich. Vielleicht ließ sich da ja was machen. „Wie lange war ich den weg?“ wunderte Marko sich. „Ca 3 Tage, schien wohl heftiger als angenommen zu sein.“ „Und in meiner Abwesenheit hast du hier alles am Laufen gehalten?“ vermutete Marko,  Jannik verneinte. „Nicht ganz alleine. Alina war einfach eine große Hilfe hier.“ Alina sah zwar auf den ersten Blick aus wie eine schlampige und verantwortungslose Person, aber hinter diesem Umhang verbarg sich eine Person auf die man sich stehts verlassen konnte. „Ich weiß.  Das war… ist sie immer.“ Was man von ihm nicht behaupten konnte,  er war nicht jemand auf den man sich verlassen konnte oder wollte. Genauso hat Jacob wahrscheinlich gedacht. Kurz nachdem Marko ihm diese Worte gesagt hatte. „Alles in Ordnung?“ Nicht das Marko schon wieder umkippte… argwöhnisch betrachtete Jannik das ganze. „D-darf ich dich was fragen? Nur wenn du magst.“ Müde nickte Marko ihm zu. „Damals bist du meiner Frage ausgewichen, als ich dich fragte weshalb Helix nicht mehr weiß wer und ob du lebst. Weshalb hast du dich nicht gemeldet, zumindest als die Gilde bereits geschlagen war und es keine Gefahr mehr gab. Warum bist du verschwunden..?“ Na das waren ja tolle Fragen,  müde lächelte Marko. „Ich bin….. damals bin ich verschwunden weil… also weil..“  Jannik sah ihn verwundert an. „Ich habe etwas unverzeihliches getan, damit bin ich nicht klar gekommen. Ich machte mir vor das es nur zu Helix besten war und hatte Angst zurück zu kehren und meinen Fehlern gegen über zu stehen.“ „Deswegen hast du dich nicht blicken lassen? Weil du Angst vor den Konsequenzen hattest, nicht wahr? Hast du geglaubt das du von deinen Freunden damals abgelehnt werden würdest?“  Marko nickte zerknirscht. „Wenn ich auch nur eine Sache ungeschehen machen könnte würde ich es tun. Koste es was es wolle.. Selbst wenn ich dabei drauf gehen würde.“

Über die Ruinen ist inzwischen die Dunkelheit hereingebrochen und verbarg all das Elend für einige Stunden. Reiner selbst hatte in einer Ruine Schutz gefunden, zusammen mit seinem Partner der sich um ihn eingerollte hatte und neben ihn wachte. In all der Stille kamen längst verdrängte Erinnerungen wieder hoch. Erinnerungen die er eigentlich niemals wieder hervor holen wollte. „Er ist was….?“ Als man ihm damals mitteilte das Marko verschüttet und wahrscheinlich tot war, brach für ihn die Welt ein zweites Mal zusammen. Er machte sich alle erdenklichen Vorwürfe, dazu kamen Selbstzweifel die ihn beinahe auf fraßen. Sie trieben ihn sogar fast dazu sein Leben vorzeitig zu beenden. Er war häufig vor der großen Halle zu finden, verzweifelt und einsam. Stumm saß er oft stunden lang da,  machte sich Vorwürfe das er Marko nicht hatte retten können. Damals riet ihm sowohl der Karawanenführer zu ein wenig Ablenkung,  Hinkelbein zum Feierwein. Nichts dergleichen half ihm wirklich. Wie er das damals durchgestanden hatte wusste er nicht mehr so recht, nur das er es geschafft hatte daran nicht zu verzweifeln. Jedenfalls nicht komplett. Damals hatte er trotz allen noch seine Pflichten und Aufgaben die ihn in Anspruch nahmen. „Möchtest du nicht mal eine Pause machen? Ich seh doch wie sehr dich das mit nimmt.“ Oh wie oft er diese Worte gehört hatte. „Reiner bitte, nimm dir wenigstens einmal eine Auszeit!“ Beinahe zu Tode hatte er sich gearbeitet, nur um der grausamen Realität zu entkommen.  Einer Realität die es ihm nicht erlauben würde auch nur einen geliebten Menschen bei sich zu haben. Erst als der Zinogre neben ihn schnaufte und sich nieder lies, beruhigte Reiner sich etwas. Reiner lehnte sich sitzend an seinen Partner. Bedacht dabei mal ausnahmsweise nicht an die schlechten sondern die guten Seiten seines bisherigen Lebens zu denken. „Wenigstens du gönnst mir ein wenig Ruhe.“ murmelte Reiner dankbar, danach übermannte ihn die Müdigkeit zusammen mit der Dunkelheit. Mit der Dunkelheit kam auch der Schlaf, den Reiner dringend nötig hatte.  Erneut wurde er in eine lang vergangene zeit zurück versetzt, eine zeit in der von Verlust noch nichts zu spüren war, genauso wenig von Fatalis. Eine Zeit in der Reiner eine ganz besondere Erfahrung machen durfte… „Reiner! Schau mal her!“ Rief Marcel erfreut. „Was denn? Ich wollte eigentlich noch ein wenig schlafen.“ Murrte Reiner zurück. „Ach komm, bitte nur dieses eine mal! Machs für mich.“ genervt gab reiner also nach, machte sich fertig um nach draußen zu gehen. Kaum draußen angekommen redete Marcel wie ein Wasserfall. Reiner kam gar nicht mehr mit. „Jetzt beruhige dich erst mal, dann versuchs noch mal.“ Und überhaupt, wie sah Marcel überhaupt aus? Die verschwitzten Haare passten so überhaupt nicht zu Marcel, dazu hingen ihn manche Strähnen noch mitten ins Gesicht. „Sag mal…. Bist du einfach so direkt zu mir gerannt?“ Jetzt sah auch Marcel an sich herunter, und sah was Reiner meinte. „Äh… also...“ Verlegen aber auch aufgeregt sah Marcel an sich herunter und schließlich Reiner an, nach einiger zeit begann er schief zu grinsen. So wie immer, wenn er mal wieder unbedacht gehandelt hatte. Gut, im Schlafanzug auf die Straße zu laufen war nicht Marcels beste Idee gewesen. Immerhin hatte er sich noch schnell eine Jacke drüber gezogen. „Um was geht es hier denn überhaupt? Ist etwas passiert?“ „Nein, also nichts schlimmes. Eher was t- tolles!“ Dabei strahlte Marcel überglücklich über das ganze Gesicht. „I- ich werde… ich… ich bekomme einen kleinen Bruder!“ platze es aus Marcel schließlich heraus. „Was? Einen… ne oder?“ Reiner war mindestens genauso überrascht wie Marcel, und das positiv. Schließlich fiel Marcel Reiner um den Hals. „Seit wann weißt du es?“ „Mama hat heute Bescheid bekommen und mir gesagt.“´Man konnte es Marcel ansehen, wie glücklich er über diese Nachricht war. Vollkommen durchgehezt samt strahlender Augen zog Marcel Reiner mit zu ihm die Straße hinunter. Vor der Haustür angekommen klopfte Marcel erregt an die Tür, ungeduldig und nervös. Als sie eintraten waren schon wieder Wochen, wenn nicht sogar schon Monate vergangen. Da tapste der kleine unsicher auf den Beinen der Wand entlang. Marcel folgte nervös, machte ihn ein wenig Platz und fing ihn auf. Marko war ein vollkommenes Wunschkind, geliebt und behütet durch seine Eltern und Marcel, der ihm keine Sekunde von der Seite wich. Dazu hatte er noch zusätzlich Reiner und Bert, die mindestens genauso viel mit Marko unternahmen.  Alle drei gingen mit dem kleinen nur allzu gerne was unternehmen, auch wenns nur ein kleiner Spaziergang war. „Uuund hopp!“ Sprach Reiner während er Marko auffing. Marcel sah bleich und verschreckt aus, als er aber merkte das Reiner wusste was er da tat entspannten sich seine Züge. „Wie seid ihr eigentlich auf den Namen gekommen? Ich meine normalerweise orientiert man sich doch an den Großvätern oder berühmten Personen der Geschichten. Warum also gerade dieser?“ Wunderte sich Bert. „Wir wollen das er ganz normal aufwächst, ohne irgendwelche Erwartungen oder Schicksale. Gerade deswegen wollte ich unbedingt einen normalen Namen für meinen kleinen Bruder.“ erklärte Marcel und strich dem kleinen sanft durch das Haar.  "Ich will das er eine sichere Zukunft hat, ein behütetes Leben ganz ohne Gewalt oder Schmerz." Wünsche die so weder realistisch noch machbar waren, aber trotzdem schön und erstrebenswert.
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