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MonsterHunter: Zerbrochene Freundschaft

GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
03.10.2017
17.08.2020
43
53.713
2
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26.11.2019 889
 
Langsam und vorsichtig schlich Reiner zwischen den Ruinen der Gebäude umher, auf der Suche nach etwas brauchbaren. Die Asche hatte sich bereits auf den Mauern und Steinboden gelegt, ehe er von Reiners Schritten wieder aufgewirbelt wurde. Manche Häuser waren komplett ausgebrannt, die meisten einfach weg geschmolzen. Unter seinen Füßen knackten schwarz gebrannte Knochen, in Stein gebranntes Entsetzen jener die komplett überrascht wurden. Durch welche Fenster, Spalten oder Türen er auch blickte,  überall der gleiche Geruch nach verbrannter Erde und Fleisch. Selbst in den kleinsten Ecken war nichts verschont geblieben. Wenn man genau hinhörte konnte man meinen, die verzweifelten Schreie von den Wänden wieder hallen zu hören. Nach zwei weiteren Räumen übergab Reiner sich, an der Wand gelehnt. Erst jetzt fiel ihm ein leicht giftiger Geruch auf. Während Reiner sich weiter umsah keimte ein schrecklicher Verdacht in ihn auf. Ein Verdacht auf eine Tat, die selbst für die berüchtigte Gilde ein ganz neues Maß an Grausamkeit wäre. Chemie als Waffe.. War das möglich? Der Geruch würde dafür sprechen,  noch dazu das Fehlen jeden Lebens an diesen Ruinen.  Energisch verwarf Reiner den Gedanken daran. Aber was wenn doch..? Verbrannt und vergiftet. Gnadenlos und ohne Gewissen. Während Reiner sich in den Gebäuden umsah, dsbei immer mehr an seine Grenzen kam, schnüffelte der Zinogre über die mit Schlacke und Asche bedeckten Wege und Gassen des ehemaligen Dorfes, um vielleicht doch noch irgendeine Art von Spur zu finden. Aber außer Tod und Verwüstung ließ sich nichts finden. Schwer seufzend ergab Reiner sich den Gedanken, das die Gilde möglicherweise ein ganzes Dorf den Erdboben gleich gemacht hatte, und machte sich weiter auf die Suche nach einem Funken Leben. Auch um das Dorf herum fand er verbrannte Erde vor. Am Himmel sah er gleich mehrere Rauchsäulen emporsteigen, so als würden sie den Himmel darüber stützen. Seine Augen tränten. Er selbst war Teil davon gewesen.. solange er denken konnte. Er war gewissermaßen mitschuldig an diesen Verbrechen.

Marko war währenddessen auch wieder bei Bewusstsein. Und auch wenn er wieder mal unangenehme Erinnerungen durchlebt hatte,  so konnte er es sich nicht leisten deswegen längere Zeit aus zu fallen. Seine Mannschaft verließ sich auf ihn. „Auch schon wieder auf den Beinen?“ Leicht genervt nickte Marko Alina zu. „Wars wieder ein..?“ Wieder nickte Marko. „Ja. Das selbe wie sonst auch.“ Und noch immer konnte er sich dafür nicht vergeben, auch wenn es nur zu Helix besten gewesen war. Er ist nie zurück gekehrt, hat nur aus der Ferne darauf geachtet das es Helix gut ging. „Bist du dir über die Folgen im klaren? Die Folgen für deine Mitmenschen, falls du uns hintergehen solltest.“ „Ja das bin ich. Aber.. ihr solltet euch auch klar darüber sein, was passiert wenn ihr euer Versprechen brecht..“ Das Versprechen hielt zwar, beschränkte sich jedoch bloß auf die ihm nahe stehenden Menschen. Seinen Mentor rettete dies nicht,  wie Marko kurze Zeit später fest stellen musste. Er wurde nach einem Schauprozess des Verrates für Schuldig befunden. Einem Prozess, von dem er nicht mal bescheid wusste. Erst als er draußen vor den Stadttoren seinen Mentor hängend fand,  erfuhr er davon. Das gleiche konnte ebenso mit Jacob und Helix passieren. Und Reiner. In diesem Moment fühlte er nichts als Wut und Hass,  Abscheu und Angst. Angst um Helix,  um Jacob. Wie er danach nach Hause kam wusste er nicht, nur das Reiner ihn wiederholt fragte was los sei. Solange bis er ihm erzählte was war. Zuerst glaubte Reiner ihm nicht,  hielt es womöglich für einen Scherz. Schnell merkte er aber das es bitterer Ernst war. Marko tat diese Nacht kein Auge zu. In dieser Nacht wurde Marko etwas klar, nämlich wie gefährlich und hinterhältig die Gilde eigentlich war. Hätte ihn sein Mentor damals nicht gewarnt,  so konnte es sein das er das selbe Schicksal gehabt hätte wie er. Was sollte er also tun. Noch wichtiger:  Was konnte er tun? Konnte er sich selbst, sowie denen die er liebte so ein Schicksal ersparen? Er wusste das Jacob ein geringes Risiko war, da er ohne hin stur das dachte was man ihn vorsetzte. Helix hingegen… Der kleine hatte schon öfter gezeigt das er so dachte wie er wollte, was ihn später zum Verhängnis werden konnte.  Wenn Jacob dem nicht einen Riegel vorschob… Helix…. Mach keinen Unsinn. Nach allem was Marko dafür getan hatte, war Jacob also auch in Vallhalla.. Wäre er an jenem Tag in Vall Habber gewesen, hätte er Jacob vielleicht retten können. Helix hätte dann seinen großen Bruder nicht verloren… aber hätte er auch alle anderen der Familie retten können… würde er es wollen? War es überhaupt fair solche Gedanken zu haben? Wenn es nach Marcel ginge sehr wahrscheinlich nicht. Jacob wäre auch nicht gerade begeistert gewesen.

Genau wie seine ehemaligen Freunde. Er selbst hatte dieses System unterstützt. Ein System der jahrelangen Unterdrückung und Verachtung. Ein System welches so vielen Menschen alles genommen hatte,  egal ob Heim, Würde, Freunde oder Familie. Marcel hätte wahrscheinlich niemals gewollt das er auch nur in irgendeiner Weise darein geriet. Jetzt bot sich ihm die Gelegenheit zumindest einen Fehler halbwegs gerade zu rücken. So oft er auch daran gedacht hatte zurück zu kehren, so oft hatte er es auch wieder verworfen. Zu groß war seine Angst vor Jacobs Reaktion gewesen. Aber auch weil er nicht wusste was aus ihnen geworden war.
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