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MonsterHunter: Zerbrochene Freundschaft

GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
03.10.2017
17.08.2020
43
53.713
2
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Dieses Kapitel
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04.10.2019 1.814
 
Schon komisch was für Überraschungen das Leben manchmal für seine Helden bereithält. Noch vor ein paar Tagen hätte Helix schwören können das er niemanden mehr aus seiner Familie hatte, doch dann erfuhr er das seine Mutter doch tatsächlich noch lebte, und nicht nur das: In all den Jahren war sie so etwas wie eine Retterin der Wyvern und Monster geworden. Mit derselben Liebe und Führsorge einer Mutter kümmerte sie sich um viele der hier beheimateten Arten. Zu einigen formte sie ein enges Band. Aber damit nicht genug, es bestand sogar die Chance das ein alter Bekannter noch lebte, der einstige Freund seines Bruders namens Marko. Wenn er wirklich noch lebte könnte er ihm erstens all das erzählen was ihm sonst niemand erzählen konnte, und zweitens konnte er dabei helfen die Welt für sie alle zu verbessern. Wenn das mal nicht tolle Neuigkeiten waren. Nur eine Frage quälte Helix, warum hatte Marko ihn einfach so verlassen… und wie würde er auf ihn reagieren. Und das alles obwohl Marko für ihn so etwas wie ein zweiter großer Bruder war… wann immer sein Vater, oder sogar ganz selten mal Jacob sauer auf ihn waren, war Marko immer da gewesen um ihn zu beruhigen und zu knuddeln. Er war auch der erste der von seinem Problem erfuhr. Das war als er wirkich mit Jacob einmal Ärger hatte. Weswegen Jacob damals so enttäuscht von ihm gewesen war wusste er nicht mehr, nur das ihn das sehr getroffen hatte. Ich meine das geht doch jedem so, wenn man mit einer Person Ärger hat die einem sehr viel bedeutet. Naja,er stand also mit trotzigen Blick vor seinen älteren Bruder,  der mit verschränkten Armen und enttäuschten Blick auf ihn herab sah, während er selbst nur in einem braunen Shirt mit hellen Ärmeln da stand, sich offenbar keiner Schuld bewusst. Wie alt war er da gewesen, 5… oder doch 6? Keine Ahnung, schon ein Weilchen her. Jacobs laute aufgebrachte Stimme durchschnitt die Luft förmlich. Ähnlich wie ein Säbel. „Ich kann einfach nicht glauben das du so etwas tust..!“ Während er das von sich gab sah Marko nur ein wenig unsicher zu, hielt sich aber deutlich zurück. „Weist du was, bevor ich mich hier noch mehr aufrege… ja geh auf dein Zimmer. Das ist das Beste für dich..“ Man konnte die Wut in den Worten deutlich hören. Je mehr Jacob sagte desto kleiner wurde Helix.  „Auf… mein Zimmer..?“ Hatte er richtig verstanden? „Für die Stunde … den Tag… die Woche bleibst du da. Du hast Hausarrest, strikt!“ Selbst Marko war ein wenig eingeschüchtert von den aufgebrachten Verhalten seines Freundes. „Jacob… sei-" Jacob würgte ihn einfach ab. „H-hausarrest..? Strikt..?“ Wiederholte Helix sichtlich eingeschüchtert. Noch nie hatte er… nein. Seit er denken konnte hatte er sich nie so mit Jacob gestritten das er dafür so eine deutliche Strafe bekommen hatte.  Unter Jacobs warnenden Blick trat Helix also seine Strafe an, sie kam ihm wie ein Urteil,  ja ein Todesurteil vor. Geknickt und den Tränen nah schmiss er sich wenig später auf sein Bett. Sein Heulen erstickte er mit seinem Kissen,  welches jetzt wie ein großes nasses etwas aus sah und nicht mehr wie ein weiches trockenes Kissen. In seiner Wut bekam er nicht mit wie sich die Tür leise öffnete, aber er bekam mit wie es unter ihm langsam nass wurde. Zuerst nur leicht,  dann etwas mehr. Er brauchte ein wenig um zu realisieren das er gerade wieder mal sein Bett nass gemacht hatte. „Helix…? Hey kleiner…“ Schlagartig hob er den Kopf und blickte in Richtung Tür. Statt Jacob stand dort Marko. Warte was? Marko?? Hatte der etwa mitbekommen wie er hier geheult hatte? Noch schlimmer, sein nun nasses Bett? Seinem Blick zu urteilen schon. Doch weder Wut noch Entsetzten war in seinen Augen zu sehen. Nur Mitleid und Verständnis. „Darf ich mich zu dir setzen?“  Stumm nickte Helix, gab sich dabei nicht die Mühe den faustgroßen Fleck zu verstecken,  ebenso wie die nasse Hose. Eine weile sagte Marko nichts, sondern saß einfach nur da. „Weißt du Helix, dein Bruder hat dich wirklich sehr lieb…“  begann Marko langsam. „Und er will auch nur das beste für dich. Das war wahrscheinlich einfach nur… unüberlegt.“ Helix verstand,  trotzdem zog er es vor weiter seine „Ich bin bockig" Schiene zu fahren,  auch wenn Marko sehr wahrscheinlich recht hatte. „Jacob hat mir nie erzählt das du noch…. Ähm…“ Warum wohl hä.. weils eben total doof ist in Helix Alter noch ins Bett zu machen.. eben deshalb.  „Weißt du ich denke in deiner Situation ist das ganz normal, wenn man bedenkt wie stressig und beschissen das Leben in deinem Fall bisher war.“  Eilig wischte Helix sich mit seinem Ärmel über sein Gesicht. „Echt?“ „Glaub mir das ist in deinem Alter gar nicht so unüblich. Jeder reagiert halt ein wenig anders auf solche Situationen….“ Also war er gar nicht so allein damit? Ob es bei Marko genauso war? „War das bei dir auch so?“ Marko schmunzelte ein wenig über die Kindliche Direktheit. „Naja nicht direkt. Bei mir war es so das ich einen sehr schwierigen Abschied hatte der mir sehr schwer gefallen ist.“  „Was heißt schwer gefallen?“ Wie erklärte er das jetzt am besten? Wie hatte Marcel es ihm damals erklärt? So einfach wie möglich. „Weißt du wenn etwas sehr schwierig ist, und du nicht weißt was du tun solltest nennt man das schwer fallen.“ Na die Erklären war auch nicht gerade gut.. das lernt er schon…ist ja sein erstes Mal,  also das er es jemanden ganz einfach erklären muss. „Was fiel dir denn schwer?“ Fragte Helix kurz danach, nicht ganz ohne Stolz. „Wie wäre es wenn ich dir das ein andern mal erzähle?“ vertröstete er ihn und wuschelte ihn durchs Haar. „Aaaaber wo ist denn eigentlich frisches Bettzeug? Im Schrank oder wo genau?“ „Weiß nicht…“ Marko überlegte was er machen könnte. Sollte er danach suchen, oder doch lieber Jacob bescheid sagen? Immerhin war er doch dessen großer Bruder und Vorbild.

Kurze Zeit später waren beide dabei den kleinen Schrank aus hellem Holz zu durchsuchen. Die Klamotten die sie fanden legten sie auf den kleinen Teppich aus grauem Fell nieder. Shirts, kurze Hosen. Aber keine Ersatz Bettwäsche. Na super. Überleg! Was hätte Marcel jetzt gemacht? Vielleicht erst mal das Bett trocknen und danach eine kleine Unterlage für den kleinen besorgen? Klang nach einem Plan. Also gut, das Bett würde er mit einen Handtuch trocken kriegen, dann bräuchte er aber noch eins als Unterlage. Und eine neue Schlafanzughose samt Unterwäsche. Gut,  darum würde sich Jacob kümmern müssen. „Sagst du Jacob das ich wieder..“ „Naja wäre nicht verkehrt oder?“ Murmelte Marko mit einer Stimme die ungewöhnliche ruhig war für seine Verhältnisse. Beim Anblick von Helix Gesichtsausdruck änderte er seine Meinung ganz schnell. ,,Na guuuut. Wir müssen ihn ja nicht alles erzählen.“ Wiegelte Marko vorsichtig ab. Wie Helix ihn im nächsten Moment um den Hals bzw Hüfte fiel und ihn mit dankbaren Blick anstrahlte bewegte Marko. Schließlich fanden sie wonach sie gesucht hatten, so war Helix Bett schnell neu bezogen, ein Handtuch als kleiner Schutz ausgebreitet,  der kleine trocken und im neuen Schlaganzug. Das Nasse Bettzeug hatte Marko in den kleinen Wäschekorb geschmissen. Kurz danach war der kleine bereits im Bett,  da es auch schon allmählich Zeit dafür war und er sowieso schon ziemlich fertig war. „Duuuuu… bleibst du noch bis ich einschlafe?“ Bettelte Helix. Marko war nun schon so lang hier, da würde es jetzt auch keinen großen Unterscheid machen. „Also gut.“ Er setzte sich an den Rand des Bettes, so wie schon Marcel und Jacob vor ihm.  Wie lange er da saß wusste er nicht, nur das er viel zu spät heim kam. Zuhause angekommen entledigte er sich seiner dunklen Jacke, danach dem Armband und zum Schluss noch die Schuhe. Für einen Moment kam er sich ganz normal vor,  wie ein ganz normaler Teen mit alltäglichen Problemen. Ob er jemals so sein könnte? Seine Haare hingen ihm inzwischen ins Gesicht, so sehr er auch versuchte sie wieder dahin zu tun  wo sie eigentlich hingehörten. Aber es war vergebliche Mühe. Mit einem seufzen ergab er sich der Tatsache das seine Haare ihm einfach mitten ins Gesicht  hingen. „Was mache ich hier eigentlich?“ fragte er sich leise. Die Antwort ließ auf sich warten, dafür gab es was zu essen. Lustlos rührte er die Soße mit dem Fleisch herum,  ebenso lustlos waren seine Bissen, die er davon nahm. Warum gab er vor etwas zu sein was er definitiv nicht war? Um ihn herum brannte ein schwaches Licht, ließ dabei kleine Schatten über den Boden und sein Gesicht tanzen. Ansonsten nahm die Dunkelheit den gesamten Raum hinter ihn ein. Früher wollte er stehts etwas Licht um sich herum haben, damit die Monster die im dunkeln lauerten, ihm nichts tun konnten. Heute wusste er das es Monster tatsächlich gab. Aber nicht hier im Raum, sondern dort draußen in der Ferne. Er hatte den kleinen gern, das war nicht zu leugnen. Zumindest wenn man wusste wie es in seinen Kopf aussah. Seit Jacob ihn damals mit Helix bekannt gemacht hatte. Möglichweise war er ein wenig überfordert und hoffte das Marko ihn ein wenig dabei half. Nun, das sollte er doch hinkriegen. Ganz ehrlich, warum auch nicht. Nach diesem Tag kümmerte sich Marko neben Jacob auch um Helix, verbrachte Zeit mit ihm, half ihm wo er konnte, machte manchen Unsinn mit ihm mit und passte hin und wieder auf den kleinen Racker auf. Natürlich wuchs er Marko ans Herz, ebenso wurde das Verhältnis immer besser. Marko wurde neben Jacob auch zu Helix Mentor und Bruder. Wo Jacob streng war blieb Marko gelassen. Quasi ein prima Ausgleich. Jacob war tatsächlich mal streng und eher konservativ eingestellt, wohl wegen des großen Einflusses seines Vaters. Er schlug Helix nicht,  aber er sagte auch oft nichts dazu das Helix von ihren Vater mal einen drüber bekam. All das änderte sich auch nicht als Marko ein paar klare Worte dazu sagte. Deswegen wählte er einen weit aus drastischeren Weg. Auch wenn er dabei nicht wirkich nett war, das war der Weg der Jacob am schnellsten die Augen öffnen würde… „Nach allem was ich hier sehe bist du als Bruder eine einzige Enttäuschung Jacob.“

Und er selbst? War er als kleiner Bruder nicht genauso ne große Enttäuschung? War er nicht der Versager? Er hatte seinen Bruder doch in Stich gelassen, er war es der an dessen Tod schuld war. Er hatte auf seine Meinung bestanden und so alle in Gefahr gebracht.  „Ja.. du warst Schuld daran!  Schuld das Marcel jetzt nicht mehr bei uns ist,  Schuld das Annie starb und ich ebenso! Helix hast du ebensi wie mich in Stich gelassen, das alles nur weil du verwöhntes Arschloch nicht über deinen Schatten springen wolltest!  Weil klein Marko mal wieder seinen Willen bekommen wollte!“
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