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MonsterHunter: Zerbrochene Freundschaft

GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Gen
03.10.2017
17.08.2020
43
53.713
2
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21.06.2019 1.699
 
„Reiner jetzt beruhig dich doch mal Mensch! Die sind alt genug, die wissen auf sich auf zu passen.“ Der Karawanenführer hatte leicht reden. Der hatte auch nicht die Verantwortung für die beiden. ,,Sie sind jetzt schon seit Tagen fort. Da darf man sich mal Sorgen machen.“ Erwiderte Reiner besorgt. Sein Gegenüber verdrehte nur die Augen. „Was soll schon passieren, immerhin sind die beiden nicht alleine.“ „Schon… aber…“  setzte Reiner an,  doch der Karawanenführer  fiel ihm ins Wort. „Nichts aber. Die beiden schaffen das, auch wenn wir mal nicht dabei sind. Sie sind schließlich keine Kinder mehr die man nicht alleine lassen kann.  Außerdem hast du auch mal ein wenig Auszeit verdient.“ „Wieso das?“ „Ja glaubst du ich hab vergessen was wir alle hier mit den Jahren erleben mussten? Vor allem du. Erst Bert,  dann Marcel. Und nun auch noch Annie und Jacob. Und dann auch noch Marko.“ Es stimmt. Leider. Sie alle waren viel zu früh nach Vallhalla geholt worden. Mögen sie ihren verdienten Platz an Odins prächtiger Tafel genommen haben. „Sie haben nicht mal ein angemessene letzte Ruhe bekommen. Bert wurde gefressen…. Marcel verbrannte wahrscheinlich, oder er wurde von den Explosionen des Teostras in Stücke gerissen… Annie wurde ebenso wie Marko wahrscheinlich verschüttet. Und Jacob….“ Es schmerzte das alles noch mal durch zu gehen. Aber auf diese Weise blieb es wenigsten erträglich, zu wissen das sie alle in Vallhalla sind. Auch wenn er Marcel versprochen hatte auf Marko auf zu passen, aber so wie Marko eben war setzte er lieber seinen  eigenen  Kopf  durch. Oder hat es jedenfalls….  „Ach komm die feiern da oben bestimmt. Und Marko ist wieder mit Marcel zusammen, was besseres können wir uns doch gar nicht wünschen. Aber auch Bert, Jacob und Annie sind dieser Hölle endlich entkommen. Das ist doch was.“ Reiner lächelte müde über den Versuch vom Karawanenführer etwas Freude ins Gespräch zu mischen. „Vielleicht hast du ja recht. Ich… find's nur scheisse das ich… das ich hier alleine die Stellung halte. Ich meine überleg mal, von der ach so tollen 6 Jägergeneration ist nichts mehr übrig. Sie alle sind in Vallhalla..“ „Machen wir einfach das beste draus.“ Notgedrungen  stimmte Reiner zu und beendete das Thema damit. „Hast du dir mal überlegt auch auf Erkundung zu gehen?“ „Ach wozu denn. Ich bin doch ganz zufrieden mit der Arbeit die ich jetzt habe. Hin und wieder bekomme ich was vom Büffet ab.“ Erklärte Reiner grinsend, und auch ein wenig stolz. „Aber auch weil Erkundungen mittlerweile recht  selten sind. Von den Jägern ganz zu  schweigen, da 2 Generationen quasi ausgelöscht worden sind, werden wir auch keine Nachfolger  finden können.“ Erklärte Reiner die traurige Realität. „Ach? Tatsächlich?“  murmelte der Karawanenführer,  wobei er aber nicht  wirklich traurig zu sein schien.

„Ja tatsächlich. Damit wäre die Jagd wohl am Ende.“ Ob Marcel es so gewollt hätte?  Er wollte ja nie wirklich das Marko oder Jacob in dieses Programm rutschten. Wahrscheinlich wusste auch die Gilde das sich kaum jemand freiwillig für dieses Sinnlose Unterfangen gemeldet hätte, deswegen die immense Summe an Zenny. Im Grunde hatte die Gilde nur die Not und Verzweiflung der Menschen damals ausgenutzt. In Gedanken versunken trennten sich die Wege der beiden, der des Karawanenführers führte zum ehemaligen HQ, seiner zu einem eher abgelegenen Ort. Eine kleine Anhöhe nahe dem HQ. Selbst jetzt hallten die Schritte von Marcel, Bert und ihm in seinen Ohren wieder. Immer wieder sah er seine ehemaligen Freunde an seinen Augen vorbei ziehen, wobei Marcel ihn an der Hand genommen hatte,  da er einfach nicht so recht mithalten konnte. Die Schritte und leisen Stimmen führten ihn die Anhöhe hinauf,  an den schon von der Zeit gezeichneten Baum. Das Blätterwerk war lange nicht mehr so dicht und grün wie damals. Von den dreien war er der kleinste gewesen, damals wollte er einfach nur beachtet und geschätzt werden. Nicht nur von den anderen Kindern, sondern auch von den Erwachsenen. Sie alle haben damals ihren Spott mit ihm getrieben, wenn Bert oder Marcel mal wieder diejenigen waren,  die ihn aus der Patsche geholfen haben. Jedes Mal waren die beiden zur Stelle.  „Schhhh.. hör nicht darauf was diese Idioten sagen.“ Wie so oft saßen die drei auf der Anhöhe. Während Bert versuchte zu beruhigen, konnten sie beide hören das weiter unten Aufregung herrschte. „Aber sie haben recht. Ich bin der schwächste. Wärt ihr nicht gerade eben dazu gekommen…“ Er war drauf und dran wieder los zu heulen. Bert seufzte. Genau wie Marcel und Reiner trug er einfache Kleidung, welche deutlich zeigten das er von einem Hof kam. Er hatte sich für eine etwas kürzere Braune Hose entschieden, dazu ein dunkles Schirt. Seine schwarzen Haare umrandeten sein schmales Gesicht,  welches grüne Augen und eine kleine Nase besaßen. Gerade verband er Reiner dessen linke Hand, welche wohl etwas angeknackst war. „Das ist doch nicht schlimm. Einige haben's in den Muckies,   während es andere im Kopf haben. Ist ganz normal und okay.“ Reiner war nicht wirklich überzeugt, und schmollte weiter. Jetzt grinste Bert leicht. „Gerade siehst du richtig niedlich aus mit dem Blick.“ Augenblicklich errötete Reiner. „Entschuldige das war fies.“ Wirklich leid zu tun schien es Bert aber nicht. „Musst du das ständig sagen…“ meckerte Reiner. „Jetzt hab dich nicht so. Mir tuts ja leid. Jetzt halt still..“ Stumm lies Reiner also die Führsorge von Bert über sich ergehen und hielt während dessen nach Marcel Ausschau.  Dieser erklimmte gerade die Anhöhe und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Na wird da jemand verarztet?“ Reiner nickte betrübt. „Tut mir leid.. das ihr schon wi-" Beinahe fing er wieder an zu heulen. „Fängst du schon wieder damit an, ich hab dir schon gesagt das es keine Schande ist wenn man Hilfe braucht.“ Erwiderte Bert ein wenig gereizter als vorhin. „Stimmt. Außerdem machen wir das doch gerne.  Freunde passen aufeinander auf.“  Kam es von Marcel. Längst vergangene Zeiten schweiften an ihm vorbei, hinterließen dabei ein einen bitteren Nachgeschmack. All die Jahre die sie miteinander verbracht hatten, wuchsen sie gemeinsam heran. Lachten und weinten zusammen. Bis ihr Glück endete und dieses verdammte Monster angriff. Soviel wurde damals zerstört. Nicht nur die Stadt, auch die Menschen selbst. Manchen wurde einfach alles genommen, einigen ihre Familie, ihre Freunde und ihr Zuhause. Damals waren sie beinahe noch Kinder. Wir lebten in unserer Welt, die plötzlich der kalten,  harten und grausamen Realität wich. Er erinnerte sich ungern daran zurück. An jenes Ereignis welche ihn so entscheidend veränderte.
Durch all den Rauch und die Glut sah man fast nichts. Man holte sich nur eine Rauchvergiftung und Verbrennungen. Überall brannte es, es lagen Trümmer und Leichen herum. Der Boden war dazu mit Blut getränkt. Und inmitten diesen Horror versuchte sich Reiner damals durch zu schlagen. Mit zugekniffenen Augen und angehaltenen Atem tastete er sich seinen Weg durch das Chaos, und half den Verwundeten. Die die noch laufen konnten leitete er in Sicherheit, diejenigen die angeschlagen waren stützte er,  die Kinder trug er. Durch den Rauch und die Flammen. Trotz allem wollte er nicht sterben, denn er war nicht so jemand der für andere freiwillig sterben konnte oder wollte. Um ihn herum explodierte und krachte es. Es war eh eine Frage der Zeit gewesen, bis sowas passieren musste. „Verdammt… Marcel.. Bert… Marko.. bitte seit in Sicherheit.“

Es waren einfach zu viele Verwundete. Alle konnte er nicht retten.  Über ihnen flog ein großer Schatten hinein in den Rauch. „Ein Teostra? Soweit im Inneren?“  „Scheint so. Wie viele sind noch in den Flammen?“ Fragte der gerade dazu gestoßene Bert. „Ich weiß nicht. Ich denke die meisten sind geflohen oder tot.“ Berts Blick verfinsterte sich. „Sag den Leuten sie sollen sich einen Unterschlupf suchen. Wir müssen zurück.“ „Bitte was? Bert das kann nicht dein Ernst sein,  zurück in diese Hölle?“ Berts Blick war fest entschlossen. Bert machte sich daran zurück in den Rauch zu gehen, wohl um nach Überlebenden zu suchen. Reiner versuchte noch ihn davon abzuhalten. „Bert lass uns lieber die Überlebenden hier bei uns schützen-„ Plötzlich blieb er stehen. Starr vor Angst wagte er nicht sich zu bewegen. Der Boden bebte, immer wieder,  als ob es Schritte wären. Von etwas großem. Etwas sehr großem. Etwas, was sich ihnen näherte. „Reiner..?“ Reiners Augen starrten in den Rauch aus denen sich zuerst zwei dunkle,  mit Asche bedeckte Hörner schälten. Wie zwei Juwelen glühten die Augen,  wie ein flammendes Inferno sah die Brodelnde Glut in innerem des Kehlkopfes des Monstrums aus. Die winzigen Arme waren ein krasser Gegensatz zu dem massiven Körper mitsamt der großen Dornen auf dem Rücken. Aber das Schlimmste war bei weitem seine pechschwarze Klinge, welche seinem Schweif zierte. Die war dazu noch mit feinen roten Linien überzogen. Die Überlebenden hinter Bert und Reiner zitterten am ganzem Leib. Der Boden erbebte als der Glavenus auf sie zu kam. Reiner selbst konnte keinen Muskel rühren, er zitterte am ganzem Leib. Selbst als der Glavenus auf ihn zu schritt, rührte er sich nicht. „Reiner!!“ Berts Rufe erreichten ihn nicht. Er sah nur dieses gigantische große furchteinflößende Monster vor sich, welches sein Maul öffnete, und dabei die Feuerbrunst in inneren frei gab. Auch als er die Zähne auf sich zurrasen sah, war er noch starr vor Angst. „Reiner Vorsicht!!!“ Die Zähne verfehlten ihn nur knapp. Er brauchte etwas um zu realisieren das er noch lebte. Zeitgleich konnte er hören wie Bert vor Schmerz aufkeuchte. Die Zähne hatten sich tief in seinen Körper und wahrscheinlich auch durch seine Gedärme und Muskeln gebohrt. Das Blut spritze nur so, lief an den Kiefern des Glavenus herunter und tropfte auf den Boden. Verzweifelt schabten Berts Finger über den warmen Panzer der die Kiefer schützte. Er merkte wie ihm langsam schwarz vor Augen wurde, der Druck und die Schmerzen waren einfach zu stark. Dazu rutschte er langsam in den dunklen Schlund unter seinen Füßen. Der wollte ihn also wirklich auf fressen. Ein bitteres Ende. All das sah Reiner mit an,  er war gezwungen zu zusehen wie der Glavenus seinen Kindheitsfreund bei lebendigen Leibe röstete und auffraß … War es das,  was ihm auch bald blühte?
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