Hör, was das Herz dir sagt!

von Rockerin
GeschichteDrama, Romanze / P18
Christian "Föhre" Foerer OC (Own Character)
03.10.2017
23.02.2018
17
53075
4
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Mein Name ist Andrea, ich bin 30 Jahre alt und fahre heute zu meinem ersten Frei.Wild Konzert nach Pratteln in der Schweiz und dies ist meine Geschichte.

Früher war ich ein riesiger Deutschrock Fan, aber nachdem sich die Onkelz aufgelöst hatten, war dieses Kapitel für mich irgendwie durch. Ich habe mich damals gerade erst aus der ‘braunen’ Szene verabschiedet und ich musste mich einfach mal von allem lösen, was mich irgendwie damit verband. 2016 hab ich mich dann doch wieder auf ein Onkelz Konzert getraut und seither bin ich wieder voll im Deutschrockfieber. Natürlich habe ich mich auch nach anderen Bands umgesehen und so auch Frei.Wild gefunden. Zuerst habe ich die Band auf Herz und Nieren geprüft, ihr kennt ja die Vorwürfe und mit der rechtsextremen Szene will ich definitiv nichts mehr zu tun haben. Seither bin ich süchtig, süchtig nach Frei.Wild und es vergeht kein Tag an dem ich deren Musik nicht höre. Ich habe mich in ihrer Musik wiedergefunden und besonders an beschissenen Tagen, versüssen mir ihre Lieder den Tag.

Ich sitze nun also mit meinen Freunden Svenja und Bruno in der Bahn und bin schon sehr gespannt aufs Konzert. Svenja quasselt ununterbrochen von Philipp, für den sie bereits seit Jahren schwärmt. Er ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Mensch, vor allem auch, weil er eine ähnliche Vergangenheit wie ich hat. Also mal so ein, zwei Worte mit ihm zu wechseln, wäre bestimmt ganz spannend, aber ansonsten wäre er nicht so mein Typ.

Endlich sind wir in Pratteln angekommen und wir gehen mit einer grossen Meute an Fans in Richtung Halle. "Wow, da sind ja bereits jede Menge Leute da. Erste Reihe wird wohl nichts.", meint Svenja enttäuscht. "Tu nicht so. Hinten ists bestimmt auch ganz toll. Mehr Platz und näher beim Bier und Toiletten.", versuche ich sie zu trösten. "Deinen Philipp kannst du Zuhause auf deinen Postern wieder anhimmeln.", füge ich lachend hinzu.

Die Halle ist wirklich bereits voll mit Menschen, deshalb stellen wir uns nach dem Bier holen auf das kleine Podest in der hinteren Ecke, gleich neben dem Stand mit den Fanartikeln. Viele Fans wollen sich natürlich eines der Shirts und weitere Artikel der aktuellen Tour "Rivalen und Rebellen" ergattern und der Verkäufer, Martino, hat da so ganz alleine alle Hände voll zu tun. Erst als die Vorbands durch sind und Frei.Wild bald auf die Bühne kommen sollte, hat er wieder etwas Zeit zum Durchatmen. "Ganz alleine? Ist das immer so?", frage ich ihn. "Nein, eigentlich wären noch zwei Leute da. Aber die eine ist hochschwanger und konnte deshalb nicht mitkommen und die andere hatte gestern einen Unfall. Leider konnten wir so kurzfristig keinen Ersatz finden." Wir plaudern noch eine Weile weiter, bis dann das Intro läuft und die Jungs auf der Bühne erscheinen.

Vom ersten Ton an bin ich wie in Trance, es läuft mir heiss und kalt den Rücken runter, ich kann jede Zeile mitsingen und wir feiern mit den vier Südtirolern mit. Es ist ein Konzert wie ich es noch selten erlebt habe. Eine grosse Familie, die zusammen Spass hat und die gemeinsame Liebe zum Deutschrock und zu Frei.Wild feiert.

Plötzlich tippt mir jemand an die Schulter und holt mich ins hier und jetzt zurück. Ich drehe mich um und da steht Martino hinter mir. "Sorry für die Störung, aber wie heisst du?", fragt er mich. Verwundert schaue ich ihn an und antworte: "Ich heisse Andrea." "Okay, Andrea, du scheinst mir eine vertrauenswürdige Person zu sein. Ich müsste dringend mal für kleine Jungs und das Konzert wird demnächst fertig sein. Würdest du kurz meinen Job übernehmen?" "Öhm, ja, natürlich kein Ding.", antworte ich immer noch etwas verblüfft. Er zeigt mir noch die Preisliste und die Kasse und schon ist er weg. Und er hat nicht gelogen, kaum ist er weg, ist auch die letzte Zugabe fertig und das Konzert ist zu Ende. Sofort drängen sich die Leute wieder zum Merchstand und nun bin ich die, die alle Hände voll zu tun hat und bin zuerst einmal ein bisschen überfordert. Die verschiedenen Artikel gehen weg wie warme Semmeln. Ich bin so beschäftigt, dass ich zuerst gar nicht bemerke, dass Martino wieder zurückkehrt ist. Nun läuft aber alles immer besser, ich weiss nun auch was in welcher Kiste zu finden ist und wir arbeiten gut zusammen. Einige Zeit später, ich weiss nicht ob es eine Stunde war oder sogar zwei waren, leert sich der Raum langsam. "Wow, das war intensiv!", meint Martino und streckt mir seine Hand zum High Five hin. "Viiiiiielen Dank für deine grosse Hilfe!", fügt er nun hinzu und umarmt mich einfach. "Gerne doch! Hat Spass gemacht, nachdem ich mich dann auch irgendwann zwischen allen Kisten zurechtgefunden habe.", lache ich. "Wir waren ein super Team! Jetzt haben wir uns aber ein grosses Bier verdient. Lass uns Backstage gehen, dann können sich die Jungs gleich noch direkt bei dir bedanken.", meint er nun. Ich erröte und antworte nur: "Ich muss aber noch meine Freunde finden." Mittlerweile hat die Security die Halle geräumt und von Svenja und Bruno fehlt jede Spur. "Komm, wir gehen nach draussen und suchen sie. Ich werde veranlassen, dass Taelly sie wieder reinlässt."

Die Sache ist schnell geklärt und beide sind sofort Feuer und Flamme, als sie hören, dass wir Backstage gehen dürfen. Allen voran natürlich Svenja. Jetzt kann sie ihren Philipp doch noch aus der Nähe bestaunen. Sie steuert sofort auf Philipp zu, der bereits von einer Horde Mädels umgeben ist. Bruno setzt sich unterdessen zu Jonas, seinem Lieblingsgitarristen, und Zegga und verwickelt die beiden in ein Gespräch. "Setz dich doch. Ich hol uns mal ein Bier.", sagt Martino und begibt sich zum Kühlschrank. Etwas scheu sehe ich mich um und setze mich dann auf ein freies Sofa in der hintersten Ecke.

Ich sitze eine Weile da und schaue dem Treiben zu, bis sich plötzlich Föhre neben mich setzt. "Bist wohl nicht so ein Partygirl, was?", grinst er. "Naja, kommt auf die Situation an. Wenn ich die Leute etwas kenne, kein Ding. Aber bei fremden Menschen brauche ich immer etwas Zeit. Meine Freunde sind gerade beschäftigt, deshalb dachte ich mir, dass ich mich einfach mal hinsetze.", antworte ich ihm. "Wenn das so ist, ich bin Föhre.", sagt er lachend und streckt mir seine Hand entgegen. "Andrea, freut mich.", lache nun auch ich und schüttle seine Hand. "Können wir jetzt zusammen feiern? ", fragt er und reicht mir ein Bier. "So war das doch gar nicht gemeint….."
"Ach Mädel, mach dir keinen Kopf. Ich mache nur Witze. Kenne das auch von mir. Bin auch nicht so der Typ, der immer im Mittelpunkt stehen muss. Deswegen bin ich wohl Schlagzeuger geworden, da kann man sich etwas verstecken."
"Schlagzeug ist doch ein tolles Instrument. Das wollte ich früher auch immer lernen, aber leider hatten meine Eltern kein Geld dafür."
"Komm mal mit, ich zeig dir ein paar Tricks.", meint er und zieht mich hinter sich her auf die Bühne. Da steht noch immer das Schlagzeug aufgebaut und ich schaue ihn fragend an. "Das ist ein Tick von mir. Immer nach den Auftritten brauch ich zuerst eine Dusche und Zeit zum runterfahren und danach nochmals etwas Zeit zum Schlagzeug spielen.", erklärt er mir, setzt sich hin und spielt drauf los. Begeistert sehe ich ihm zu. Man spürt sofort, dass er in seinem Element ist und ihn wohl nichts aus der Ruhe bringen kann. Irgendwann stoppt er und streckt mir die Sticks entgegen: "Jetzt bist du dran." "Aber ich kann das doch nicht." "Komm schon! Nur nicht so scheu sein. Wenn ich nicht weiss, was du kannst, kann ich dir auch nichts beibringen." Ich genehmige mir einen grossen Schluck Bier bevor ich ihm die Sticks aus der Hand nehme und mich hinter das Schlagzeug setze. Einen Moment versuche ich mich zu sammeln, Föhre’s Anwesenheit macht mich nervöser als mir lieb ist. Noch einmal tief durchatmen und dann lege ich einfach los und es gibt für mich nur noch das Drum und mich. "Wow, Andrea! Das habe ich nun wirklich nicht erwartet. Du hast echt Talent.", sagt er begeistert, als ich fertig bin. "Danke!", antworte ich und merke wie mir die rote Farbe ins Gesicht strömt. "Hast du denn jetzt mal Unterricht genommen und spielst regelmässig?", fragt er mich. "Nein, bisher nicht. Ein Freund von mir hat ne Band und ich darf so oft ich will, das Schlagzeug in deren Bandraum benutzen. Was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht. Und bei Konzerten konzentriere ich mich meistens auf den Drummer und versuche so was Neues zu lernen."
"Genial! Spielst du noch was?", fragt er nun. "Kannst du mir vielleicht ein paar Tricks mit dem Double-Bass zeigen? Das hab ich noch nicht so drauf.", frage ich. Wortlos setzt er sich auf den Hocker und beginnt zu spielen. Ich stehe direkt hinter ihm, damit ich genau sehen kann, was er da tut. Wow, dieser Rücken, der ist ja echt muskulös, verdammt sexy, denke ich mir, als ich ihn etwas genauer betrachte. "So jetzt du.", holt er mich aus meinen Gedanken zurück. "Ähm, sorry, ich war grad in Gedanken. Kannst du es nochmals spielen?" Er grinst mich an und meint: "Setz dich einfach, ich helfe dir." Ich tu was er sagt und versuche es einfach mal. Plötzlich legt er seine Hände auf meine Schultern, was mich zusammenzucken lässt. "Versuch dich zu entspannen und nicht so steif dazusitzen." Ganz schön schwierig mit deinen Händen auf meinen Schultern, denke ich. Sanft beginnt er mich zu massieren, was alles nur noch schlimmer macht. Ich spüre ein Kribbeln im Bauch und Gänsehaut auf meinem ganzen Körper. Verdammt, macht er das absichtlich oder merkt er gar nicht, was er da bei mir anstellt? "Hier bist du.", sagt nun Martino, der gerade auf die Bühne steigt, mit den restlichen drei Frei.Wildler und Svenja im Schlepptau. Schnell lässt Föhre von mir ab. "Na, versuchst mal wieder Frauen zu beeindrucken?", grinst Philipp. "Andrea hat’s voll drauf, falls ich mal krank bin, könnt ihr sie engagieren.", sagt nun Föhre und zwinkert mir zu. "Naja, da muss ich aber noch eine Menge üben, bis ich so gut bin wie du.", sage ich nur.
"Wir haben gehört, dass du meinen Schwager beim Merchverkauf heute toll unterstützt hast. Wir können dir dafür nicht genug danken.", wendet sich Philipp nun an mich und drückt mich an sich. "Gerne wieder, hat Spass gemacht.", antworte ich. Nun werde ich auch von den drei anderen geherzt. Föhre’s Umarmung fühlt sich besonders intensiv an und das Kribbeln im Bauch ist wieder zurück. Zegga übergibt mir zum Dank ein Tourshirt und meint: "Du warst uns bzw. ihm wirklich eine grosse Hilfe. Er schwärmt in hohen Tönen von dir. Du hast nicht zufällig die nächsten paar Wochen Zeit?". Ich merke wie ich erröte und bin erstmal sprachlos. Hilfesuchend schaue ich zu Svenja. "Du bist ja sowieso auf Jobsuche. Was spricht also dagegen?", fragt sie mich nun. "Ja, die Firma, in der ich die letzten Jahre gearbeitet habe, ist gerade Konkurs gegangen, daher hätte ich wirklich Zeit.", denke ich laut. "Könntest du dir denn vorstellen mit uns vier Chaoten und dem Rest der Crew unterwegs zu sein? Natürlich würden wir dir auch was bezahlen und im Nightliner ist auch noch genügend Platz.", schaltet sich nun auch Jonas ins Gespräch ein. "Und ihr würdet mich einfach so mitnehmen? Ich meine, wir kennen uns ja nicht wirklich.", frage ich nun. "Martino ist begeistert von dir und er hat eine gute Menschenkenntnis. Wir vertrauen ihm da voll und ganz.", versucht mich nun Philipp zu überzeugen. "Na, wenn das so ist. Wäre bestimmt ein tolles Erlebnis.", antworte ich freudig. "Danke Andrea! Du wirst es nicht bereuen, dafür werde ich sorgen.", meint nun Martino und drückt mich begeistert an sich. "Zudem können wir dann mit unserer Drumsession weitermachen.", sagt nun Föhre und grinst mich an. "Ja, das klingt auf jeden Fall verlockend, grinse nun auch ich. "Nur, ein paar Klamotten müsste ich vielleicht noch bei mir Zuhause abholen.", füge ich nachdenklich hinzu. Da mein Wohnort auf der Wegstrecke Richtung Wien liegt, ist das kein Problem, stellen wir nun fest. Der Bus wird da einfach kurz einen Halt machen und ich kann mir das Nötigste einpacken.

Während die Jungs sich auf die Suche nach einer Flasche Jacky machen, damit wir anstossen können, setzt sich Svenja zu mir: "Wow, Mädel, ich bin gerade soooo was von eifersüchtig, aber ich freue mich für dich. Das wird bestimmt aufregend." Ich nicke nur, denn irgendwie kann ich noch gar nicht fassen, was gerade passiert ist. Ich werde mit Frei.Wild auf Tour gehen, sage ich in Gedanken zu mir. Unglaublich, dass ich nun die Jungs kennenlernen darf, deren Musik mir in letzter Zeit so viel gegeben hat.
"Und mit Föhre scheinst du dich ja besonders gut zu verstehen.", meint sie nun grinsend und stubst mich in die Seite. "Ach was, da ist nichts. Wir spielen beide Schlagzeug und er hat mir nur ein paar Tricks gezeigt.", versuche ich ihr diese Gedanken wieder aus dem Kopf zu löschen. "Ich bin nicht blind Andrea, aber wenn du meinst….aber ich will dann alle Details hören.", sagt sie noch, bevor die Jungs wieder zurückkehren. Föhre streckt mir einen Becher Jacky-Cola entgegen und erhebt seins: "Auf unser neues Crew-Mitglied und eine tolle Zeit. Prooost!" "Prooost!", antworten wir. Kaum haben wir einen Schluck genommen, kommt auch schon Stefan und meint: „Jungs und Mädels, es ist Zeit zum Einsteigen. Wien ruft!“

Im grossen Nightliner quetschen wir uns alle in eine Sitzecke, trinken und quatschen weiter. Naja, eigentlich reden nur die Anderen. Ich sitze nur da, eingequetscht zwischen Svenja und Föhre und lausche den Gesprächen der Anderen. Im Augenwinkel sehe ich immer wieder wie Föhre’s Blick auf mir ruht und ich versuche es so gut wie möglich zu ignorieren.

Irgendwann muss ich dann mal für kleine Mädchen und bitte Föhre mir Platz zu machen. Statt aufzustehen und mich gehen zu lassen, bleibt er einfach sitzen und versucht, seinen nicht vorhandenen, dicken Bauch, einzuziehen. Um so an ihm vorbei zu kommen, muss ich mich quasi auf seinen Schoss setzen und so an ihm vorbei zu kommen. Schnell dränge ich mich an ihm vorbei und verschwinde in Richtung Toilette. Von den Anderen scheint glücklicherweise niemand etwas mitbekommen zu haben. Was ist nur los mit ihm? Er provoziert mich regelrecht und scheint sich bewusst zu sein, was er da tut. Hat er nicht eine Familie Zuhause? Ich muss einen kühlen Kopf bewahren und mich etwas von ihm abgrenzen, sage ich zu mir und verlasse gedankenversunken die Toilette und pralle heftig in etwas hinein. Nein, nicht etwas, jemand und dieser jemand ist Föhre. „Nur nicht so stürmisch, Süsse.“, lacht er und hält mich fest, damit ich vor Schreck nicht wegkippe. „Oh, ooops, sorry!“, stammle ich nervös und möchte mich am liebsten im nächsten Loch verkriechen. Schnell befreie ich mich aus seiner Umarmung, doch er hält mich an der Hand fest: „Komm, ich zeig dir noch den Rest des Nightliners.“ Ohne meine Hand loszulassen, zieht er mich hinter sich her.

Neben der Toilette befindet sich ein Bad mit einer grossen Dusche und einem weiteren Klo. Im oberen Stock gibt es noch zwei kleinere Sitzecken und auch die Schlafkojen sind da zu finden. „Wir haben noch zwei freie Kojen. Möchtest du lieber ganz vorne oder ganz hinten schlafen?“, fragt er mich nun. „Ganz hinten.“, sage ich sofort. „Sehr gute Wahl und willkommen Bettnachbarin.“, sagt er und grinst mich an, als er mir die freie Koje zeigt. „Wow, die ist ja grösser, als ich gedacht habe und sogar mit Fenster!“, rufe ich freudig. Schnell klettere ich hinein und lege mich auf den Rücken. „Und nicht mal unbequem.“, stelle ich fest. Föhre setzt sich auf die Bettkante und grinst mich an: „Du scheinst für dieses Leben geboren zu sein.“ „Wir werden ja sehen, ob ich mit so vielen schnarchenden Männern zum Schlafen komme.", lache ich. "Also ich schnarche bestimmt nicht.", meint er entrüstet. "Das werd ich mir merken. Ansonsten schmeisse ich dann einfach ein paar stinkende Socken rüber.", scherze ich. Er stubst mich in die Seite, genau an der Stelle wo ich kitzlig bin und zucke zusammen, was ihm natürlich nicht entgeht. Er stubst mich erneut an der gleichen Stelle und als er wieder die gleiche Reaktion bekommt, beginnt er mich zu kitzeln. Ich lache Tränen und versuche mich zu befreien, doch er schiebt seinen Körper immer weiter auf mich. Er hört erst auf, als er feststellt, dass ich vor Lachen kaum noch atmen kann und bleibt auf mir liegen. Wir schauen uns in die Augen und langsam kommt er mit seinem Kopf immer näher, bis sich unsere Lippen sanft treffen. Die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen Pogo und ich kann mich nicht mehr kontrollieren. Ich lege meine Arme um ihn und unsere Zungen finden zu einem leidenschaftlichen Kuss zusammen.

"Andreeeeea! Wir sind Zuhause.", höre ich Svenja von unten rufen. Schnell lässt Föhre von mir ab und ich stehe sofort auf. Richte meine Kleider und Haare und gehe wie besoffen nach unten. Wie war das noch? Ich wollte mich doch von ihm fernhalten. Der Typ zieht mich an wie ein Magnet, verdammte Scheisse!

Unten angekommen, versuche ich mir nichts anzumerken. "Wo warst du denn so lange?", fragt mich Svenja grinsend. "Ich….wir….Föhre hat mir nur meine Koje gezeigt.", stammle ich und steige schnell aus dem Bus. Ich öffne die Türe zur WG, die ich zusammen mit Svenja und Bruno habe, und warte an der Tür, bis alle drin sind. Natürlich wollen alle unsere Wohnung sehen und während ich mich ins Bad begebe, setzt Svenja Kaffee für alle auf.
Ich schaue mich lange im Spiegel an. Nimm dich zusammen Mädel, sonst werden das schwierige Tage auf Tour, sage ich zu mir. Schnell packe ich Zahnbürste, Deo und weitere Kosmetikartikel zusammen und gehe in mein Schlafzimmer. Da steht bereits Föhre und betrachtet die verschiedenen Fotos an meiner Wand. Auf allen Bildern sind Schlagzeuger in Action zu sehen, eins davon ist auch von ihm. Ich versuche ihn zu ignorieren und beginne meine Reisetasche zu packen. "Kann ich dir helfen?", fragt er plötzlich. "Nein, das muss ich selber machen. Geh doch zu den Anderen. Svenja hat für euch Kaffee gemacht. Ich bin hier bald fertig.", antworte ich ihm und wende mich wieder meinem Kleiderschrank zu. Er kommt auf mich zu, dreht mich um und drückt mir einen Kuss auf die Lippen, bevor er mein Zimmer wortlos verlässt. Ich stehe etwas verwirrt vor dem offenen Schrank und langsam füllen sich meine Augen mit Tränen. Was soll ich nur tun? Absagen kann ich jetzt doch auch nicht mehr.
Plötzlich werde ich von hinten in zwei Arme geschlossen und stelle sofort fest, dass es Svenja ist. "Hey Süsse, was ist los? Was ist passiert?", fragt sie mich. Ich drehe mich um und werfe mich ihr um den Hals und weine nur noch. Als ich mich etwas beruhigt habe, setzen wir uns aufs Bett und ich erzähle ihr alles, was geschehen ist. Sie seufzt und meint: "Eigentlich klingt das doch alles ganz toll. Föhre scheint ein toller Kerl zu sein." "Ja, das ist er! Aber er hat doch eine Freundin und zwei Kinder. Ich will mich da nicht in eine Beziehung drängen und schon gar nichts kaputt machen. Irgendwie hat er mir gewaltig den Kopf verdreht, aber die Situation macht mir Angst."
"Rede mit ihm und kläre das. Es bringt nichts, wenn du dir Vorwürfe machst und vielleicht ist alles ganz anders."
"Ja, da hast du recht. Das wird wohl das Beste sein."
"Komm jetzt helfe ich dir beim Packen, die Jungs wollen bestimmt bald wieder los." Gesagt getan und nachdem ich mir auch noch meine verheulten Augen weggeschminkt habe, begeben wir uns ins Wohnzimmer. "Ready?", fragt mich Philipp. "Ja, ich bin bereit.", antworte ich ihm und versuche zu lächeln.

Svenja drückt mich lange an sich und flüstert: "Denk an meine Worte und melde dich ab und zu mal. Wir sehen uns in Frankfurt. Viel Spass!" "Danke Süsse, bis bald!", antworte ich und drücke ihr einen Kuss auf die Wange.

Und los geht’s, Richtung Wien. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden.
Review schreiben