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"Ajin von Geburt an" oder auch "Die dritte Art"

von Tatonka
GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
OC (Own Character)
30.09.2017
30.09.2017
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Es war still. Die Leute um mich herum standen da wie erstarrt und sahen voller entsetzen auf das junge Mädchen, welches am Straßenrand lag. Nur wenige Sekunden vorher war sie ohne sich umzusehen auf die Straße gerannt, gerade als ein Auto kam. Etwas hatte sie gepackt und aus dem Weg gezogen und dennoch wirkten die Leute entsetzt.
Eine Frau rannte vor und schloss das Mädchen in die Arme. Sie schluchzte los, während sie die Kleine fest an die Brust drückte und versuchte, sie vor den Blicken der anderen zu schützen und abzuschirmen, doch ich wusste, dass es nichts half.
Leise Stimmen begannen zu reden, hinter vor gehaltener Hand sprachen sie über einen schwarzen Geist und nannten das Mädchen vor sich einen Ajin. Ich seufzte leise und zog dabei meine Kapuze noch ein Stück weiter nach unten.
Langsam trat ich vor, wobei sich alle Blicke auf mich richteten. Viele hatten bereits ihre Telefone heraus geholt und wählten die Nummer der Behörde. Sie hatten einen Ajin gefunden und nun wollten sie ihre Belohnung, dafür, dass sie ein kleines Kind auslieferten.
"Keine Sorge!", meinte ich, als ich neben die junge Mutter trat, "Sie ist kein Ajin! Das war ich!" Die Leute hinter mir schrien auf und ich hörte sie reden.
"Jaja, ein Ajin. Sie hat es selber gesagt, gerade eben!" Die Stimmen hinter mir wurden lauter je weniger ich unternahm. Scheinbar glaubten sie nicht, dass ich ihnen irgendetwas tun konnte und tatsächlich war ich ganz anders als viele andere Ajin.
Ohne noch einmal zurück zu sehen ging ich weiter, blieb ruhig obwohl jeder hier in Aufruhr war. Es würde kaum zehn Minuten dauern, bis die Polizei hier auftauchen würde und wer wusste, wer mit ihnen kommen würde.
Mehrere Männer stellten sich mir in den Weg und wollten mich fest halten, doch mit einem Sprung landete ich hinter ihnen und duckte mich unter ihren ausgestreckten Armen hinweg, bis ich schlussendlich mit dem Rücken zur Wand stand.
Als ich mich umdrehte hatten sich alle Gesichter mir zu gewandt und ein breites Lächeln erschien auf meinem Gesicht.
"Ihr seht aus, wie eine Horde wandelnder Untoter!" stellte ich fest, worauf sie für einen Moment lang stockten, doch dann kamen sie weiter auf mich zu. Sofort wand ich mich ab und kletterte blitzschnell die Wand hinter mir hinauf.
Eine Sirene erklang, dann bogen mehrere Polizeiautos um die Ecke und kamen mit quietschenden Bremsen zum stehen. Auf meinem Gesicht erschien ein leichtes Lächeln, wie es schien hatte ich mich verrechnet.
Hinter den Polizeiautos erschien ein weiteres, weißes Auto. Hinter dem Steuer saß eine junge Frau und neben ihr ein Mann in einem Anzug. Auch sie hielten, jedoch um einiges ruhiger und gelassener als die Polizisten.
"Izumi! Hol die Waffen aus dem Kofferraum!" meinte er ruhig und nickte der Frau zu.
"Jawohl Tosaki-san!" meinte sie und lief los. Mit wenigen Schritten war sie um das Auto herum gelaufen und öffnete den Kofferraum. Selbst vom Dach aus konnte ich die Waffen sehen, welche sie heraus holte und ich war mir sicher, dass diese beiden wussten, was in mir schlummerte.
Schnell kam die Frau zurück und reichte ihrem Vorgesetzten eine der Waffen. Seine Hand blieb ruhig, als er sie auf mich richtete, doch ich rührte mich nicht.
"Du bist der Ajin?" fragte Tozai ruhig, worauf ich leicht nickte. Mein Blick war auf die Frau gerichtet, denn sie wirkte anders als andere Menschen. Würde ich es nicht mit eigenen Augen sehen würde ich es nicht glauben, aber diese Frau war ein Ajin.
"Du kannst ja deine kleine Freundin fragen!", grinste ich, "Sie wirkt als könnte sie ihn sehen! Hat sie sich das antrainiert?" In meiner Stimme schwang nur ein sehr kleiner Hauch von Sarkasmus mit, doch ich war mir sicher, dass er ihn hörte. Wütend sah er mich an und knurrte leise, während er seine Waffe auf meine Brust richtete.
"Ergebe dich, dann muss ich nicht schießen!" meinte er ruhig, worauf ich anfing zu lachen und nah an den Rand des Daches trat, um zu ihm herunter zu sehen.
"Mich ergeben?", grinste ich, "Du scheinst in einer seltsamen Traumwelt zu leben, aber ich verrate dir etwas. In der Realität läuft so etwas anders" Seine Muskeln verkrampften sich, als er mich in sein Visier nahm, dann drückte er ab und ich konnte beinahe zusehen, wie der Betäubungspfeil auf mich zu geschossen kam.
Nur wenige Zentimeter vor meinem Hals stoppte er plötzlich mitten in der Luft und erstarrte. Ein mattes Lächeln erschien auf meinem Gesicht, als seine Assistentin sich zu ihm hinüber beugte und leise etwas murmelte. Er hatte meinem IBM getroffen statt mir.
"Habt ihr nichts besseres zu tun, als hier mit mir zu spielen?", wollte ich provozierend wissen, dann richtete ich mich langsam auf, "Ich werde mir eure Namen merken! Tosaki-san, Izumi! Vielleicht begegnen wir uns ja bald wieder!"
Erneut schoss der Mann nach mir, doch ich war bereits nicht mehr dort. Meine Füße trugen mich über die Dächer der Stadt und weg von meinen Gegnern. Auf meinem Gesicht lag ein breites Grinsen, weil niemand von diesen Leuten verstand, was ich wirklich war.
Ich war anders als andere Personen, doch genauso war ich anders als andere Ajin. Von unserer Art, der dritten Art der Ajin gab es nur sehr wenige. Genau genommen kannte ich neben mir selbst nur zwei weitere und ich hatte sie beide zu meinen kleinen Geschwistern ernannt.
Dadurch, dass wir von Geburt an Ajin waren hatten wir Fähigkeiten, von denen andere nur träumen konnten und unsere Kräfte waren unglaublich. Selbst wenn jemand, der seinen IBM im Laufe der Jahre bekommen hatte und ihn perfekt beherrschte kam er nicht an uns heran.
Vor einer kleinen unscheinbaren Tür stoppte ich und sah mich um. Meine Augen suchten für einige Sekunden die Umgebung ab, dann lächelte ich. Keiner hatte es geschafft mit meinem Tempo mitzuhalten.
Mit einem leisen Klicken öffnete ich die Tür und trat ein. Zwei Jungen kamen auf mich zu gerannt und wanken aufgeregt mit den Armen.
"Takri-chan, du bist wieder da!" rief einer der beiden und schlang seine kleinen Arme um mich. Ich lachte leise und legte eine Hand auf seinen Kopf.
"Luke-chan, Karti-chan", lachte ich und schloss meine beiden Brüder in die Arme, "Wie geht es euch?"
"Wir haben dich im Fernsehen gesehen!", rief Luke aufgeregt, "Sie haben dich nicht erwischt!" Ich lachte leise, während ich meinem Bruder auf den Arm nahm und mit ihm zusammen und Karti an der Hand zurück in das kleine Wohnzimmer ging.
Keiner dieser Männer wusste auch nur im mindestens wie gefährlich Ajin sein konnten, wenn man sich sie zum Feind machte. Mein Telefon klingelte und ich ging ran. Am anderen Ende der Leitung räusperte sich jemand, dann meldete sich eine unbekannte Stimme.
"Spreche ich mit Takri-kun?" wollte derjenige wissen.
Ein leises Seufzen kam über meine Lippen, während ich meine Brüder wieder vor den Fernseher setzte und selber in die Küche ging. Während ich das Telefon zwischen Schulter und Ohr klemmte holte ich einen Topf aus einer der Schubladen.
"Ja, und?" antwortete ich meinem Anrufer, worauf ich nahezu hören konnte, wie er lächelte.
"Ich würde dich gerne treffen!", meinte er ruhig, "Von Ajin zu Ajin!" Ein leises Lachen kam über meine Lippen und beinahe hätte ich das Wasser aus dem Topf verschüttet.
"Hah...", murmelte ich, "Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde, nicht wahr Sato-san?" Mein Telefonpartner schwieg einen Augenblick, dann konnte ich ihn lachen hören. Ein mattes Lächeln lag auf meinen Lippen. "Tut mir leid sie zu enttäuschen!", meinte ich leise, "Aber mit Leuten wie ihnen gebe ich mich nicht ab!"
 
 
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