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Von Anfang bis irgendwann

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford
25.09.2017
13.10.2019
8
21.799
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25.09.2017 1.911
 
Heyho, Leute.
Ich weiß gar nicht, wie aktiv ihr Leser in diesem Fandom auf dieser Website überhaupt noch seid, aber ich habe eine ältere Geschichte beim Ausmisten meines Laptops wieder entdeckt und mich hat es zu sehr in den Fingern gejuckt, als dass ich sie hätte unvollendet lassen können.
Es wird mehrere Kapitel geben und ich freue mich (daran hat sich nichts geändert) natürlich sehr über euer Feedback; eure Meinungen und Kritik.
Habt viel Spaß beim Lesen!
Mbyebye, F x
(Disclaimer: Das Übliche. Nicht meine Personen, bloß meine Adaptionen, meine Worte und meine Idee.)


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Von Anfang bis irgendwann

Luke war in Michael verliebt. Er war es schon immer.

Er verliebte sich mit vierzehn Jahren am ersten Schultag nach den Sommerferien und ohne es zu bemerken, als er ihn zum ersten Mal anschaute und Michael seinen Kopf nicht in Lukes Richtung gedreht hatte. Er hatte Calum gefragt, wer der Neue in ihrer Klasse wäre, doch dieser hatte nur mit den Schultern gezuckt und mürrisch gemurmelt, dass es ihm egal sei, weil er von ihm vor Beginn der Schulstunde angerempelt worden war und noch immer auf eine Entschuldigung deswegen wartete. Der Blonde konnte seine Augen nicht von dem Jungen nehmen, auf dessen Heft ein Michael C. in einer Schrift geschrieben war, die aussah, als stammte sie von einem Mädchen, das gerade erst damit aufgehört hatte, kleine Herzchen auf ihre "i"s zu setzen. Nachdenklich nickte Luke und sah auch dann nicht weg, als Michael sich den Kopf nach hinten wendete und direkt zu ihm sah, als hätte er sich nur umgedreht, um den blonden Jungen anzuschauen.

"Wir sollten ihn fragen, ob er mal etwas mit uns unternehmen will", meinte Luke und stupste seinen besten Freund in den Oberarm. Mit einem Mal sah Calum auf; Ungläubigkeit war in sein Gesicht geschrieben.

"Kannst du das wiederholen?", fragte er amüsiert, obwohl beide der Jungs wussten, dass er Luke verstanden hatte. Die Wangen des Blonden färbten sich leicht rot und er sah beschämt weg von Calum und vor sich hin. Sein Kopf war gesenkt und er starrte auf den Schultisch vor ihm; seine Finger spielten mit einem Stift, der zufälligerweise - glücklicherweise - darauf lag.

"Ich meine ja nur... Er ist schließlich neu", murmelte er und wurde verlegen.

"Warum fragst du ihn dann nicht?"

Luke lief in einem tieferen Rotton an, als er Calum mit großen, geschockten Augen anblickte und mit lauter Stimme rief:"Was? Nein!" Jemand Fremdes ansprechen? Die Jungs wussten beide, dass der Blonde so etwas grundsätzlich nicht machte, weil er schüchtern war und immer unglaublich nervös wurde, wenn er ungeplanten Situationen entgegenstand.

Für Luke war das Gespräch damit abgeschlossen, weil ihm klar war, dass Calum nicht sehr gut auf den Neuen zu sprechen war, der "nervige Haare" hatte und "mehr Ansatz eines Bartes als sie jemals haben werden". Also nickte er leicht, um Calum zu signalisieren, dass er seine ausgebliebene Antwort als eine Bestätigung, dass er nicht mit Michael C. reden würde, deutete, doch er konnte seine Augen nicht von dem bleichen Jungen nehmen. Er wirkte so gelassen, dass Luke ihn darum beneidete. Ihm schien es egal zu sein, was die anderen (und auch die Lehrer) davon dachten, dass die Krawatte seiner Schuluniform bloß lose um den Kragen hing, anstatt korrekt gebunden zu sein. Er kritzelte - schrieb? - etwas in seinen Block und Luke brannte darauf zu wissen, was. Weil er so damit beschäftigt war, mit seinen Beobachtungen irgendetwas über den Brünetten zu erfahren, bemerkte er nicht, dass Calum ihn mit einem kleinen Grinsen im Gesicht angesehen hatte.

"Na gut, ich frage ihn, ob er Lust darauf hat, mal mit uns abzuhängen", er hob seinen Zeigefinger, "aber unter einer Bedingung!"

Ruckartig riss Luke den Kopf zu seinem besten Freund herum und strahlte ihn neugierig an.

"Du musst mich das nächste Mal einladen, wenn wir uns was zu Essen holen!"

Euphorisch nickte der Jüngere. "Alles klar!", sagte er fröhlich und widmete sich seiner Tasche, um seine Schulsachen herauszuholen. Dann stockte er kurz und drehte sich noch einmal in Calums Richtung. "Woher kommt dieser plötzliche Meinungsumschwung?". Skeptisch zog er die Augenbrauen zusammen und wartete auf eine Antwort seines besten Freundes.

"Einfach so", meinte er. Als er merkte, dass Luke diese Antwort nicht zählen lassen würde, fügte er hinzu:"Vielleicht ist er ja doch ganz cool."

"Mh." Erst nickte Luke nachdenklich mit seinem Kopf, entschied sich dann aber dafür, dass Calums Antwort gut genug war und schenkte seine Aufmerksamkeit wieder seinen Schulsachen. Er konnte sein Grinsen nicht verbergen, auch wenn er versuchte, den Kopf weit genug abzuwenden, dass Calum es nicht sehen würde.

Kopfschüttelnd lachte dieser auf und kramte in seiner eigenen Tasche herum, weil der Lehrer gerade das Klassenzimmer betrat. Lustig, dass sich die Laune des Jüngeren in den wenigen Sekunden seiner Worte um Meilen gehoben hatte, dachte Calum. Normalerweise machte ihn am Morgen nichts glücklich.



Calum fragte Michael, ob er mit ihnen abhängen wollte und er sagte:“Nein.“

Der Dunkelhaarige machte ein bitteres Gesicht, als er Luke davon erzählte und sah, wie traurig dieser dadurch wurde.

"Wir hätten gar nichts anderes erwarten dürfen, lass dich davon nicht runterziehen", meinte er aufmunternd und zuckte mit den Schultern.

Michael war zu cool für sie, überlegte Calum. Er hing schon nach wenigen Tagen mit den älteren Jungs ab, die einen schlechten Ruf an der Schule hatten; sie rauchten alle und wenn man sich an ihrer Traube aus Leuten, die den Gang versperrte, vorbeidrückte, überhörte man immer verrückte Geschichten, die sie einander erzählten. Wer mit wem wann etwas am Laufen hatte, wie betrunken sie gewesen waren und wann das nächste große Event stattfand. Calum würde lügen, sagte er, er wollte nicht irgendwie dazugehören. Ihr Leben wirkte wie eine riesige Party, sie erlebten in einer Woche scheinbar mehr als er und Luke in einem ganzen Leben. Auch Luke war neidisch - er schielte immer zu ihnen rüber und drängte Calum oft, in ihrer Nähe stehen zu bleiben, um ihren Storys zu lauschen. Ihnen war bloß nicht klar, wie Michael cool genug war, um zu ihrer Clique zu gehören, aber sie hatten ein paar Vermutungen.

"Ich glaube, Michael ist wegen Ashton bei ihnen", sagte Calum an einem Nachmittag, an dem sie bei Luke im Garten rumlungerten. Sie hatten gerade Fußball gespielt, doch es war zu heiß, um Spaß daran zu haben, deshalb hatten sie es sich unter dem riesigen blauen Sonnenschirm, der das ganze Jahr über aufgebaut blieb, gemütlich gemacht.

"Der, der immer mit einem Kopfband herumläuft?", fragte Luke und drehte seinen Kopf in die Richtung seines besten Freundes.

Calum nickte. Er kannte Ashton aus dem Vorjahr, weil der Ältere damals noch in mit ihm in der Fußballmannschaft ihrer Schule gespielt hatte, bis er es sich (auf welche Weise auch immer) mit ihrem Coach verscherzt hatte und rausgeschmissen wurde. "Ist dir aufgefallen, dass die beiden immer zusammen rumlaufen? Auch wenn die anderen nicht dabei sind?"

Für einen Augenblick blieb der Blonde stumm, dann zuckte er mit den Schultern. "Ich achte da nicht so drauf", murmelte er.

Calum merkte, wie Lukes Wangen rosa wurden, doch sprach ihn nicht darauf an, weil er gar nicht sicher war, ob Luke sich im Klaren darüber war, wie sehr er Michael anhimmelte.

"Ich glaube, sie haben etwas am Laufen", murmelte er bloß und legte einen seiner warmen Arme auf die feuchtgeschwitzte Stirn.

Luke richtete sich auf und verlagerte sein Gewicht auf seine Ellenbogen, während er seinen besten Freund musterte. Mit hochgezogenen Augenbrauen fragte er ungläubig, fast schon spöttisch:"Michael. Und Ashton?"

Calum musste grinsen, als er nickte. "Willst du wetten?"

"Um zwanzig Dollar", Luke hob ihm seine Hand hin, damit Calum einschlagen konnte und verdrehte lachend die Augen. Es war ja wohl klar, dass er die zwanzig Dollar gewinnen würde!



Drei Tage später würde Luke um zwanzig Dollar erleichtert werden. Calum wollte sich darüber freuen, aber er konnte nicht einmal annähernd lächeln, wenn sein bester Freund so niedergeschlagen war.

Sie hatten die Mittagspause damit verbracht, im Park zu sitzen und ihre alten Pokémon-Karten zu sortieren, die Calum am Abend davor nach Jahren wiedergefunden hatte. Gerade noch hatten sie eine angeregte Diskussion darüber geführt, welches Pokémon das beste war, als Calum bemerkte, dass Luke auf sein letztes Argument noch nicht geantwortet hatte.

"Erde an Luke", sagte er und wedelte mit seiner Hand, in der er einen ganzen Stapel an Karten hielt, vor dessen Gesicht herum, doch der winkte bloß abgelenkt mit der Hand ab.

"Schau mal da drüben", meinte er ruhig und der Dunkelhaarige meinte, ihn schlucken zu hören, als er sich umdrehte.

"Was meinst du?" Er wusste nicht, worüber Luke redete, weil er sich nicht einmal sicher war, wohin Luke überhaupt schaute, da dieser eine Sonnenbrille trug und den Kopf ohnehin schon wieder auf seinen Schoß gerichtet hatte.

"Bei den Tischen", murmelte der Blonde und fing an, die Karten, die vor ihm lagen, erneut zu mischen.

"Ich kann nichts sehen", wollte der Ältere genau in dem Augenblick sagen, in dem sein Blick auf ein fernes Päarchen fiel, das sich küsste, als seien sie in einem Schlafzimmer und nicht auf dem Grundstück einer öffentlichen Schule.

"Du kennst doch die Schule, Luke, irgendwie geht es hier immer pervers zu!", sagte er etwas verwirrt, da er nicht wusste, wieso Luke auf einmal bedrückt wirkte.

"Nein, sieh dir an, wer das ist!"

Er sah wieder zurück und überlegte, ehe ihm das stechende Lila der Haare einer Person ins Auge traf. Da fiel es dem Braunhaarigen wie Schuppen von den Augen:"Das sind ja Michael und Ashton!"

"Eben", sagte der Blonde so leise, dass Calum sich nicht sicher war, ob er es sich nur eingebildet hatte. "Sieht so aus, als hättest du gewonnen."

Als Calum sich wieder zu ihm drehte, sah er einen zerknitterten Geldschein vor sich liegen. "Du müsstest doch eigentlich schon längst wissen, dass ich alle Wetten gewinne, Luke", meinte er keck und versuchte seinen besten Freund mit einem schiefen Grinsen aufzumuntern, doch dieser sah ihn gar nicht an. "Luke?", fragte er, nachdem er den fröhlichen Gesichtsausdruck abgewischt hatte. "Komm schon, Kumpel, sei nicht traurig." Er legte seine Hand auf das Knie des Blonden, der sich jedoch nur räusperte und den Kopf schüttelte.

"Klar, es ist nichts. Ich freue mich für die beiden."

Calum glaubte ihm kein Wort, da Luke den Kopf immernoch nicht angehoben hatte und klang als sprach er mit sich selbst. Vor allem glaubte er ihm deshalb nicht, weil der Jüngere seine Lippe so stark mit seinen Zähnen beanspruchte, dass Calum dachte, sie platzte gleich auf.

Der Blonde fühlte sich offensichtlich unwohl, deswegen ließ sein bester Freund das Thema ruhen und widmete sich wieder ihren Karten. Er versuchte sogar die Blicke zu ignorieren, die Luke dem Pärchen ständig zuwarf und wie sich sein Gesichtsausdruck immer zum Traurigen veränderte, wenn er sie ansah. Calum wollte ihn so gut wie möglich ablenken, doch Luke war mit seinem Kopf sowieso nicht bei ihm. Er würde ihn darauf ansprechen müssen - aber nicht jetzt, nicht, wenn er doch gar nicht wusste, was er überhaupt tun sollte, weil er Luke noch nie so erlebt hatte. Nicht, wenn er nicht genau wusste, was denn los war.
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