Gerechtigkeit ist (k)eine Frage des Schicksals

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Akane Tsunemori Shinya Kōgami
24.09.2017
13.03.2018
6
10.233
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24.09.2017 1.291
 
Gerechtigkeit ist (k)eine Frage des Schicksals




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Hier eine kleine FF zu Shinya Kogami und Akane Tsunemori aus dem Anime „Psycho-Pass“, aus der Sicht Akanes geschrieben. Die Geschichte spielt zum Zeitpunkts ihres Wiedersehens bzw. ihres Aufeinandertreffens in „Psycho-Pass: The Movie“. Eigentlich hatte ich nie die Absicht, eine Fanfiction zu schreiben. Diese hier ist meine erste überhaupt und vielleicht auch meine einzige. Da ich sehr unerfahren im Schreiben bin, kann es immer wieder vorkommen, dass ich Stilmittel o.ä. unpassend einsetze. Also erwartet bitte kein literarisches Meisterwerk xD.

Der Grund dafür, dass ich eine Fanfiction zu schreiben angefangen habe ist, dass ich diese beiden Charaktere und die Chemie zwischen ihnen unglaublich faszinierend finde. Ich wünsche mir so sehr, dass sie auch in der Serie ein Paar werden. Solange das nicht der Fall ist, muss ich mir wohl oder übel mit meiner eigenen Fantasie behelfen. Ich habe bis jetzt noch nicht mein OTP gefunden, aber sie kommen diesem Ideal schon seeeeeeeeer nahe. Ich habe aus diesem Grund versucht, die beiden Charaktere so authentisch wie möglich wiederzugeben.

Jetzt aber viel Spaß!



***


Akane rollte sich geschickt auf dem Boden ab. Im selben Moment zog sie ihren Revolver und entsicherte den Abzug, bereit notfalls von der Waffe Gebrauch zu machen.

Der Mann vor ihr erstarrte in der Bewegung. Auch er hatte seinen Revolver gezogen. Die Sekunden verlängerten sich gefühlsmäßig zu Stunden, so träge flossen sie dahin. Nicht der geringste Laut war zu hören. Das Gesicht ihres Gegenübers verriet nicht die geringste Gefühlsregung, nur ein kurzes Aufblitzen in seinen Augen verriet sein Erstaunen über ihr Zusammentreffen. Dann entspannten sich seine Züge ein wenig.

„Ich hätte nicht erwartet, dass du mich bis hierhin verfolgen würdest, Inspektorin.“ Seine Stimme klang ruhig und distanziert, fast beiläufig. als würde er einen entfernten Bekannten auf der Straße treffen. Nicht so, als hätten sie gerade eben noch miteinander gekämpft.

Als hätten sie sich drei lange Jahre nicht gesehen.

Entschlossen straffte sie ihre Gestalt und packte die Waffe etwas fester. „Ich bin hier, um Sie zu verhaften und zurück nach Japan zu bringen, Kogami-san.“

„Verhaften?“ Er wirkte kein bisschen überrascht, nur leicht amüsiert. „Ich glaube, du hast nicht ganz begriffen, in welcher Lage wir uns gerade befinden.“

„Sie stehen unter Verdacht der Mithilfe an einem geplanten Terroranschlag in Japan. Wir konnten ihn gerade noch rechtzeitig vereiteln, bevor er vielen Menschen das Leben gekostet hätte. Es waren Männer unter den Tätern, die erwiesenermaßen in direktem Kontakt zu Ihnen standen“, fuhr sie mit klarer Stimme fort. „Sie stehen ab sofort unter strengem Arrest. Ergeben Sie sich freiwillig, oder ich muss Sie dazu zwingen.“

Nun zeigte sich doch ehrliche Verwunderung auf seinem Gesicht und er ließ die blasierte Miene fallen. „Ein Anschlag? Terroristen? Von was redest du? Ich-“ Seine Verwunderung wandelte sich in Entsetzen und weitete seine Augen.

Er weiß nichts davon! Er ist nicht schuldig! ,schoss es Akane durch den Kopf. Eine Welle der Erleichterung überflutete sie. Sie hatte sich nicht in Shinya Kogami getäuscht. Langsam ließ sie die Waffe sinken.

Doch bevor sie etwas erwidern konnte, spannte sich seine Miene plötzlich an. In wenigen Sätzen erreichte er sie und schleuderte sie, ehe sie sich wehren konnte, mit dem Gesicht zur Erde auf den Boden. Noch im selben Moment warf er sich mit seinem ganzen Gewicht über sie und bedeckte sie beinahe vollständig.

Sie wollte sich verteidigen und stemmte sich mit ganzer Kraft gegen seinen Körper, doch er drückte sie nur wortlos und beharrlich weiter nach unten. Da begriff sie. Er hatte nicht versucht, sie anzugreifen, sondern sie zu beschützen. Doch vor w--?



***


Bevor sie ihre Gedanken weiter ausführen konnte, erschütterte ein ohrenbetäubendes Krachen die Erde. Die Explosion war so laut, dass Akanes Verstand kurzzeitig aussetzte. Klirrend zersprangen die Fensterscheiben und ein Teil des Lagerhallendachs stürzte in sich zusammen. Dachziegel und Stücke des Gebälks prasselten mitsamt den Funkenregen zur Erde und schlugen links und rechts neben ihnen ein. Die aufgewirbelte Staubwolke machte eine klare Sicht unmöglich.

Als sich schließlich die Mischung aus Staub, Asche und Erde legte, versuchte Akane wieder einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Das Blut rauschte aufgrund der dröhnenden Explosion laut in ihren Ohren und erschwerte ihr rationales Denken. Keuchend rang sie nach Atem und fühlte ihren rasenden Herzschlag.

Auch Kogamis Puls war erhöht. Sie spürte seinen schnellen Puls gegen ihr Schulterblatt schlagen. Sicherheitshalber blieben sie noch eine Weile liegen, um sich zu vergewissern, dass sich die Lage beruhigt hatte. Die Explosion hatte sich unmittelbar in ihrer Nähe befunden und es war zweifelsohne auf sie gezielt worden. Doch jetzt herrschte wieder Totenstille.

Eine weiter quälende Minute verging.

Dann hielt es Akane nicht mehr aus. Mit einem schnellen Ruck warf sie Kogami von ihrem Rücken und stellte sich taumelnd auf die Beine. Sie stolperte mit ein paar Schritte zurück und kam schließlich mit zitternden Knien zum Stehen.

Akane fixierte Kogamis Gesicht und versuchte seinen Ausdruck zu deuten, doch sie konnte in ihm nichts als erhöhte Wachsamkeit erkennen. Wie so oft verstand er es auch dieses Mal, etwaige Gedanken oder Gefühle meisterhaft zu verbergen. Sie konnte nicht anders, als ihn für seine große Disziplin zu bewundern.

Während sie sich den Staub von der Kleidung schüttelte, beobachtete sie ihn weiterhin. Ohne sie aus dem Blick zu verlieren, sprang er leichtfüßig auf die Beine. Dann begutachtete er sie mit einem langen Blick von oben bis unten.

„Du bist unverletzt“, stellte er fest.

„Ja“, erwiderte sie, „Was ist mit Ihnen?“ Sie fühlte, wie sich ihr Puls normalisierte.

„Mit mir ist alles in Ordnung.“ Er zuckte mit den Schultern. „Nur ein paar Schrammen. Wir sollten schnell von hier verschwinden. Jemand hat es auf uns abgesehen. Vermutlich das Militär.“

Akane richtete sich auf und zog ihren Gürtel zurecht. „Ja…ich meine natürlich. Wir sollten möglichst schnell diesen Ort verlassen.“, stimmte sie zu. Ihre Stimme klang noch ein wenig zittrig, aber sie hatte sich schnell wieder im Griff. „Worauf warten wir?“

Doch Kogami rührte sich nicht von der Stelle. Stattdessen musterte er sie eingehend ein zweites Mal, während sich seine konzentrierte Miene noch verstärkte. Dann bemerkte er: „Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schnell du mit extremen Situationen zurechtkommst. Wahrscheinlich hat sich dein Psycho Pass um keinen einzigen Grad getrübt.“

„Ich nehme an, das ist auch das Einzige an mir, worauf ich stolz sein kann.“ Ihr Lachen klang nur ein kleines bisschen zu erzwungen.

Sein Gesicht verdunkelte sich. „Sag so etwas nicht. Die Inspektorin, die ich kenne, hat allen Grund auf sich stolz zu sein. Vergiss nicht, du bist ein echter Bulle.“

Wenn das jetzt ein Kompliment war, konnte sie sich ja freuen. „Danke“, sagte sie leise, „Es bedeutet mir viel, so etwas von Ihnen zu hören, Kogami-san.“

Seine Miene hellte sich auf. „Du bedankst dich immer noch bei mir? Du hast dich wirklich überhaupt nicht verändert, Akane Tsunemori.“ Einen Augenblick lang wirkte es fast, als lächelte er, dann zeigte sich wieder der altbekannte, distanzierte Ernst.

„Zumindest, was diesen Punkt betrifft. In anderer Hinsicht hast du dich sehr wohl weiterentwickelt.“ Einen Augenblick lang studierte er abermals ihre Züge, als könnte er dort Verborgenes zu Tage fördern.

Dann raffte er sich auf und griff nach seinem Revolver. „Wir müssen weiter. Ich kenne hier in der Nähe einen Ort, an dem wir uns für eine Weile verstecken können, ohne dass uns das Militär oder andere finden werden. Wenn du also nichts dagegen hast, verschieben wir die Verhaftung ein wenig nach hinten.“

Ohne auf ihr Einverständnis zu warten, bewegte er sich mit schnellen Schritten Richtung Ausgang. Akane konnte nichts anderes tun, als ihm etwas benommen zu einer der großen Flügeltüren zu folgen.

Wie es aussah, musste sie Kogami die nächste Zeit vertrauen. Und diese Entscheidung fiel ihr nicht leicht.



***


Das zweite Kapitel folgt hoffentlich bald. ich komme im Moment noch nicht dazu, aber werde sie definitiv fortführen.
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