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Die Wege des Schicksals

von Bourbone
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Romance / P18 / Het
Marco Diaz OC (Own Character) Star Butterfly Toffee
23.09.2017
23.09.2018
42
270.807
5
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23.09.2017 4.064
 
Erster Teil




Marco rannte wie von der Tarantel gestochen, die Treppe zu Stars Zimmer hinauf. Er konnte es nicht glauben, seine beste Freundin hatte ihm gerade vor allen ihren Schulkameraden und Freunden gesagt, dass sie sich in ihn verliebt hatte, und war dann einfach so weggelaufen. Es gab so vieles was er sie fragen wollte. Was war passiert? Wieso musste sie plötzlich zurück nach Mewni? Seit wann mochte ihn Star so sehr? Und warum war es ihm bis zum Schluss nicht aufgefallen? Star konnte ihn doch nicht einfach so verlassen, er war im Begriff seine beste Freundin zu verlieren. Er musste mit ihr reden, sofort und auf der Stelle. Viel zulange waren sie sich in den letzten Tagen aus den Weg gegangen. Immer wenn Star das Gespräch mit ihm gesucht hatte, war er abgehauen. Was für ein mieser Freund und was für ein erbärmlicher Feigling war er eigentlich? Er hatte alles falsch gemacht. Mit Gewalt riss er die Tür zum Gästezimmer auf.

„Was soll das heißen, Star!“, rief Marco im gleichen Moment nach seiner Freundin. Doch er war zu spät, alles was er noch zu Gesicht bekam war, wie diese durch das Dimensionsportal schritt, die Erde für immer verließ. Er war zu spät gekommen. Star war verschwunden, einfach gegangen. Die beste Freundin die er je hatte, je haben würde. Marco sank auf die Knie, bekam noch mit wie die ganze Magie, alles was Star mitgebracht hatte, mit ihr entschwand. Am Ende blieb nur das ursprüngliche Gästezimmer zurück. Einzig und alleine das Loch in der Decke ließ noch darauf schließen, dass hier vor kurzem eine magische Prinzessin aus einer anderen Dimension gelebt hatte. Es war beinahe unheimlich wie verlassen es hier auf einmal wirkte. Marco war wütend, nicht auf Star und nicht auf die Umstände, welcher Natur sie auch sein mögen, die für ihren überhasteten Aufbruch verantwortlich waren. Nein, auf sich selbst, wie blind war er eigentlich gewesen? Immer wieder schlug er mit seiner rechten Faust auf den Fußboden. Erst als er das Herannahen schneller Schritte vernahm, hörte Marco damit auf. Er wusste bereits jetzt, wer bald durch diese Tür schreiten würde.

„Marco.“ Jackie war kurz nachdem Marco Star hinterhergelaufen war ebenfalls nach oben gegangen. Sie hatte alles was sich in den letzten Minuten zugetragen hatte mitbekommen, genau wie jeder andere, der sich Derzeit im Diaz-Haushalt aufhielt.
„Alles in Ordnung…“ Sie stoppte sofort, als ihre Aufmerksamkeit auf, den am Boden knienden Marco fiel. Wie ein Häufchen Elend kniete er zu ihren Füßen und erwiderte ihren Blick mit tränenfeuchten Augen.
Es war eine blöde Frage gewesen, dennoch wollte sie irgendetwas sagen, ihm helfen. Jackie ertrug es nicht ihn so zu sehen, in diesem Zustand. Sie wusste, dass sich die beiden nahe gestanden waren, und eigentlich hatte sie schon länger den Verdacht gehabt, dass Star mehr für ihren Freund empfand, als diese sich selbst eingestehen wollte. Sie konnte nur vermuten was sich gerade alles in Marcos Kopf abspielte.
„Jackie, ich…“ Marco konnte seinen Satz nicht beenden. Jackie hatte sich ebenfalls auf den Boden gekniet und ihren Freund in eine Umarmung gezogen. Egal was sie jetzt auch sagen würde, es würde ohnehin nichts bringen. Darum entschloss sie sich dazu, Taten statt Worte für sich sprechen zu lassen. Tatsächlich schien es zu wirken. Marco entspannte sich, seine verkrampfte Körperhaltung lockerte sich und auch sein Selbsthass sank allmählich auf ein erträgliches Niveau. Warum nahm es ihn nur so mit? Gut, Star war seine beste Freundin gewesen aber Jackie hatte das Gefühl, Marco würde überreagieren. Konnte es sein, dass sie eifersüchtig war?

„Marco... He, geht es dir gut?“, vernahm das Paar eine bekannte Stimme. Auch Janna hatte sich auf den Weg nach oben gemacht. Genauso wie Star, gehörte Marco zu ihren Freunden. Selbstverständlich wollte sie in Erfahrung bringen, wie es diesen, nun da er die Wahrheit kannte und Star verschwunden war, ging.
Ähnlich wie Jackie überraschte es sie nicht sonderlich, was Star vorhin zu Marco gesagt hatte. Bereits damals, als sie mit Star zusammen auf dem Friedhof von Echo Creek gewesen war, um eine Geisterbeschwörung abzuhalten, nistete sich bei ihr der Verdacht ein, dass Star insgeheim auf Marco stehen könnte. Janna tat sich schwer darin, etwas zu missverstehen, wenn man bedachte, wie Star reagiert hatte, als Marco mit Jackie auf den Schultanz gegangen war.
„Janna“, sagte Jackie mit unterdrückter Wut auf ihre Freundin. Musste sie gerade jetzt auftauchen, wo Marco so emotional war. Fast unverzüglich löste Marco sich von Jackie, erhob sich von Boden und schritt zielstrebig auf Janna zu. Warum wollten nur alle wissen wie es ihm gerade ging? War das nicht offensichtlich? Er wusste nicht genau warum aber er packte Janna am Kragen ihrer grünen Sommerjacke, zog sie gewaltsam zu sich.
„Wie soll es mir schon gehen? Verdammt noch Mal. Star ist weg. Sie ist in mich verliebt und ich habe das die ganze Zeit nicht bemerkt. Ich habe es bis zum Schluss nicht bemerkt, Janna!“ Janna hatte viel erwartet aber nicht eine solche Reaktion. Zum ersten Mal in ihren Leben hatte sie Marco richtig wütende gesehen. Verdammt das war beängstigen.
„Es geht nicht darum, wie ich mich fühle, sondern darum, wie Star sich die ganze Zeit über gefühlt haben muss!“ Sein eiserner Griff um Jannas Kragen nahm weiter zu. Die ganze Zeit über schwärmte er Star vor, wie toll Jackie doch war und wie glücklich er in seiner Beziehung war. Er hatte Jackie sogar vor ihren Augen geküsst. Wie ein Elefant war er unablässig auf Stars Gefühle herumgetrampelt.
„Marco, bitte hör auf damit!“ Jackies laute Stimme drang zu ihm durch. Erst jetzt bemerkte er, was er gerade tat. Was konnte bitte Janna für seine Unfähigkeit. Er war hier der Idiot gewesen und niemand anderes.
„Tut mir leid.“ Endlich lockerte Marco seinen Griff, verließ jedoch das Zimmer. Er wollte mit niemanden reden.
„Marco... Jetzt warte doch“, presste Janna zwischen ihren Lippen hervor, als sie sich vom ersten Schrecken erholt hatte. So konnte sie ihn unmöglich gehen lassen. Zu sagen, Marco war am Boden zerstört wäre die Untertreibung des Jahres.
„Du musst dich nicht entschuldigen“, fügte sie hinzu. Wann war die Situation bitte so eskaliert? Sie wollte ihm doch nur eine gute Freundin sein.
„Nein, Janna. Ich habe heute Abend schon genug verbockt. Schnapp dir Jackie und geh wieder runter. Genießt den Rest der Party. Ich will jetzt nur noch Eins: Alleine sein und über einiges nachdenken.“

Abwesend und mit betrübten Blick schritt Marco die Treppe hinunter ins Wohnzimmer, wo seine Partygäste sich immer noch aufhielten und so taten als ob nichts passiert wäre. Selbst Alfonso und Ferguson, seine beiden langjährigen Freunde, wie auch seine Mutter und sein Vater haderten damit, ob sie Marco ansprechen sollten, oder besser darin taten, es zu unterlassen. Am Ende entschieden sie sich für Letzteres.
In sich gekehrt schritt Marco zu Tür, zog eine dünne Jacke von der Kommode und ging, ohne einen seiner Gäste eines Blickes zu würdigen, nach draußen. Ein Spaziergang an der kühlen Abendluft war genau das, was er geraden brauchte.

Echo Creek war eine kleine Stadt, in der nie wirklich viel passierte und auch Marco selbst, war nicht immer der furchtlose Junge gewesen, der sich ohne zu zögern mit allerhand Monstern anlegte. Erst als Star vor einen guten Jahr ungebremst in sein Leben gestolpert war, hatte sich etwas verändern. Von jetzt auf gleich stand einfach alles Kopf, endlich wurde sein langweiliges Dasein interessant.
Wenn er so darüber nachdachte, hatte er der rebellischen Prinzessin vieles zu verdanken. Nur durch sie hatte er den Mut gefunden, auf Jackie zuzugehen. Nur ihr war es zu verdanken, dass aus den langweiligen und stehst vorsichtigen Marco Diaz, der nie ein unnötiges Risiko eingegangen war, die Person wurde, welche er heute war. Er wusste nicht einmal, ob er je versucht hätte den roten Gürtel in Karate zu bekommen, wenn Star nicht aufgetaucht währe.
Wie von alleine schlugen seine Füße den Weg zur Schule ein. Obwohl das Schulgebäude mehrmals durch Stars Schuld zerstört wurde, kannte man ihm nichts an. Kaum zu glauben, selbst hier, wo er so viele Tag, Wochen und Monate mit ihr verbracht hatte, wirkte es so, als ob sie nie existiert hätte. Eigentlich hatte Marco sich auf die Sommerferien gefreut. Es wollte alles möglich mit Star und Jackie unternehmen, doch auf einmal wusste er nicht mehr, wie es weitergehen sollte. Klar er hatte immer noch Jackie, seine Freunde sowie seine Eltern aber es fühlte sich so an, als ob mit Stars Verschwinden auch ein Teil von ihm selbst gegangen war.

Nachdem er die Schule, die im Dunkel der Nacht seltsam beklemmend auf ihm wirkte, eine Weile lang beobachtet hatte, setzte er seinen Spaziergang fort und fand sich schließlich vor der Straffanstalt wieder.
Kaum zwei Wochen war es her, da hatte seine Lieblingsband hier ein Konzert gegeben. Eigentlich wollte er ja mit Star alleine hingehen, da sie ebenfalls auf diese Band stand. Doch Star hatte die grandiose Idee gehabt auch noch Jackie einzuladen. Es kam letztendlich wie es kommen musste, von der Musik mitgerissen hatte er Jackie geküsst, obwohl sich Star direkt neben ihm befand. Schon damals hatte er das Gefühl, dass mit seiner besten Freundin irgendetwas passiert war. Doch naive wie er war, hatte er ihre Erklärung, von wegen, es sei alles in Ordnung, geschluckt ohne genauer nachzufragen.
Erst jetzt bemerkte er wie egoistisch das eigentlich gewesen war. Unwillkürlich fragte sich Marco, ob an diesen Abend die Weichen gestellt wurden. Abermals verweilte er eine Weile vor dem Gebäude, führte sich alles was seitdem passiert war nochmals ins Gedächtnis. Schlussendlich endete seine Nächtliche Wanderung vor den Friedhof.

Die Nacht war inzwischen weit fortgeschritten, das Sternenlicht hinter dicken Gewitterwolken verborgen. In der Ferne vernahm man schon das donnern und blitzen. Nur noch der heutige Vollmond kämpfte unerbittlich gegen die Wolkendecke an. Sein Licht fand unverfälscht seinen Weg hinunter auf die Erde und ruhte sanft auf den spätabendlichen Besucher. Marco wusste nicht warum ihn sein Weg ausgerechnet hierher geführt hatte. Mit diesem Ort verband er unangenehme Erinnerung. Hier hatte er Star zum ersten Mal wirklich traurig gesehen. Schuld daran war Ludo gewesen, der es endlich geschafft hatte, sein Ziel zu erreichen. Genau hier waren ihm Stars Zauberbuch und Glossaryck in die Hände gefallen. Obwohl er den blauen Eremiten nie so Recht leiden konnte, war ihm nicht entgangen, wie sehr dessen Verschwinden die Prinzessin mitgenommen hatte. Im selben Moment erinnerte Marco sich daran was er Star damals versprochen hatte. Er würde ihr dabei helfen das Zauberbuch und dessen unsympathischen Bewohner wiederzubeschaffen, koste es was es wolle.
Der erste Regetropfen fand seinen Weg auf die Erde und schon bald würden sich andere hinzugesellen. Auch der Mond verlor seinen Kampf gegen das Wolkengebirge am Himmel endgültig. Im diesen Moment faste Marco einen Entschluss, er würde nicht hinnehmen wie die Dinge gelaufen waren. Er würde alles versuchen um Star zu helfen, alles was zwischen ihnen beiden Vorgefallen war, wieder geradebiegen. Mit entschlossen Blick rannte er nach Hause. Nichts und niemand würde ihn aufhalten können. Er würde Star folgen, das Wort mit ihr suchen. Er würde nicht zulassen, dass ihre Freundschaft einfach so, von heute auf morgen, für ewig zerbrach.
Von oben bis unten, bis auf die Knochen durchnässt, kam Marco bei sich zu Hause an. Das Sommergewitter war so überraschend und mit solcher Wucht über Echo Creek niedergegangen, dass es ihn voll erwischt hatte. Wenn Marco es nicht besser gewusst hätte, könnte er meinen, eine höhere Macht versuchte ihn aufzuhalten. Insgesamt ein Stunde lang war er unauffindbar gewesen. Er hatte sogar vergessen sein Handy mitzunehmen. Entsprechend froh waren seine Eltern, als sie ihren Sohn wohlbehalten zurückbekommen hatten. Seine Gäste waren bereits alle fort. Selbst Jackie und Janna hatten das Haus bereits verlassen. Mit Marcos Abwesenheit ging es schnell. Scheinbar war allen die Partylaune abhandengekommen, nachdem auch er verschwunden war.

„Marco. Was bin ich froh dich zu sehen. Was hast du dir dabei gedacht?“, wollte seine Mutter von ihm wissen. „Mitten in der Nacht, ohne ein Wort zu sagen, einfach so zu verschwinden.“ Auch wenn sie ihn verstehen konnte, das war zu viel für ihre Nerven. Stürmisch umarmte sie ihren Sohn.
„Es tut mir leid, Mom, aber können wir morgen darüber sprechen. Heute ist viel passiert. Ich bin bis auf die Knochen durchnässt und möchte eigentlich nur noch ins Bett“, antwortete er seiner Mutter. Er hasste es seine Eltern zu belügen aber er wusste, dass diese sein Vorhaben nicht unterstützen würden, deshalb verschwieg er es von vornherein vor ihnen. Ohne auf eine Antwort zu warten ging er nach oben in sein Zimmer.
„Angie, lass den Jungen etwas Zeit“, vernahm er noch die Stimme seines Vaters, bevor er sein Zimmer betrat.
Es stand fest, heute noch würde er Star folgen. Doch sein Vorhaben wurde jäh unterbrochen, als er bemerkte, das seine Dimensionsschere nicht mehr dort lag wo er sie heut früh zurückgelassen hatte. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz. Bei ihre Abreise musst Star sie mitgenommen haben. Die Einzige Möglichkeit, die er hatte um ihr zu folgen. Was um alles in der Welt sollte er den jetzt machen?  


Als Star zusammen mit ihrer Mutter das Dimensionsportal verlassen hatte, merkte sie sehr schnell, dass sie sich nicht auf Mewni oder einer anderen Dimension befanden, die sie bereits besucht hatte. Warum waren sie hier und warum hatte sie ihre Mutter angelogen? Der Planet auf dem sie sich befanden war trostlos. Soweit das Auge reichte erblickte es nur endlose Gesteinswüsten, auf denen, wenn überhaupt, nur wenige hartgesottene Pflanzen Fuß fassen konnten und ein erbärmliches Dasein fristen mussten.
Die Sonne brannte erbarmungslos auf Star hinunter. Dreißig Grad hatte es leicht. Am Horizont konnte man ein mächtiges Gebirge sehen, dessen Gipfel über die Wolken ragten, die Gesteinswüsste in seiner vollen Ausdehnung umschloss. Hier und da zogen sich gigantische Gräben durch das Erdreich. Etwas Vergleichbares hatte Star noch nie gesehen.

„Mom. Wo sind wir und was machen wir hier? Ich dachte du wolltest mich zurück nach Mewni schaffen?“, wollte die junge Prinzessin in Erfahrung bringen. Mit einen traurigen Gesichtsausdruck nahm sie Marcos Dimensionsschere aus ihrer Umhängetasche. Auch wenn ihr Freund eine andere liebte, so war Star sich trotzdem sicher, dass er ihr gefolgt wäre, wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte. Das konnte und wollte sie nicht zulassen, darum hatte sie seine Dimensionsschere mitgehen lassen. Dieses Abenteuer musste sie alleine durchstehen. Marcos letzte Begegnung mit Toffee, war ihr noch gut im Gedächtnis. Diesmal würde ihm nichts passieren. Nein, es war besser wenn er auf der Erde blieb und mit Jackie einen schönen Sommer verbrachte.
„Wir sind hier in einer kleinen Dimension, noch unbedeutender als die Erde. Nur wenige wissen, dass sie überhaupt existiert. Sollte Toffee über sie Bescheid wissen, so wird er uns hier wohl kaum vermuten. Sie ist weitestgehend unbewohnt, alles was man hier finden kann, sind einige wenige Lebewessen, die sich auf einmalige Art an dieses Umfeld angepasst haben. Der Name dieser Dimension lautet Malacore“, antwortete ihr Moon bereitwillig. Gespannt beobachtet sie ihre Tochter, was sie dazu wohl zu sagen hatte. Aber alles was sie zu Gesicht bekam, war eine zu tiefst traurige Star, die niedergeschmetterte auf eine blaue Dimensionsschere blickte und wie unschwer zu erkennen war, mit all ihre Kraft gegen ihre aufkommenden Tränen ankämpfen musste. Moon war klar, dass sie der Abschied von der Erde und allen ihren Freunden hart treffen würde, doch dieser Anblick war Herzzerreißend. Was war nur mit ihrer lebensfrohen Tochter passiert.
„Alles in Ordnung Star?“, fragte sie besorgt nach. Solange Star in diesen Zustand war, konnte sie ihren Plan nicht in die Tat umsetzen. Toffee war zu mächtig geworden, als das Moon ihm alleine gegenübertreten könnte. Sie brauchte Hilfe und da das hohe Konsulat nicht mehr existierte, konnte sie nur noch auf ihre Tochter zählen.
„Ja, es geht schon“, antwortete ihr Star mit einen aufgesetzten Lächeln, das trauriger nicht sein konnte.
„So das hier ist also Malacore und was genau sollen wir hier machen?“, fragte sie noch einmal. Moon hatte den zweiten Teil ihre Frage nicht beantwortet. Über ihre persönlichen Gefühle wollte sie im Moment nicht reden.
„Da Glossaryck und das Zauberbuch sich nicht mehr in deinen Besitzt befinden und ich Toffee, so ungern ich das auch sage, nicht auf mich alleingestellt bekämpfen kann, habe ich mich dazu entschlossen, deine weitere Ausbildung persönlich zu überwachen. Nicht mal River weiß, dass wir uns hier befinden“, erklärte sich ihre Mutter. Aus welchen Gründen auch immer, wollte Star sich ihr im Moment nicht öffnen. Zwar widerstrebte dieser Umstand Moon zutiefst aber sie respektierte es.

„Ich soll mit dir zusammen gegen Toffee antreten. Mom, weist du, was du da sagst? Ich bekomme ja nicht einmal einen einfachen Schwebezauber auf die Reihe. Ich habe alles verloren. Das Zauberbuch, Glossaryck, ja sogar meinen besten Freund. Ich bin es erst gewesen, die den Zauberstab zerbrochen hat. Warum ich? Wieso wendest du dich nicht an den hohen Rat?“, wollte Star in Erfahrung bringen. Sie konnte schließlich nicht wissen, was in den letzten Stunden alles passiert war.
„Star, der hohe Rat existiert nicht länger. Ich bin die Einzige, die Toffee entkommen konnte“
„Was?“, die junge Prinzessin konnte ihren Ohren nicht trauen. Hatte sie das gerade wirklich richtig verstanden?
„Das ist doch ein schlechter Scherz“, fügte sie anschließend hinzu. Das war einfach nicht möglich.
„Leider nein. Ich bitte dich darum, Star. Ich alleine schaffe es einfach nicht. Du kannst dir sicher sein, wenn es einen anderen Weg geben würde, ich würde ihn ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, sofort einschlagen. Du bist stärker als du denkst, mein Mädchen“, versuchte Moon ihrer Tochter zuzusprechen. Sie wusste noch ganz gut was Baby damals zu ihr gesagt hatte, als sie von der Erde zurückkam. Star hatte ein magisches Talent, von den sie selbst keine Ahnung hatte.
„Ich will dir ja wirklich helfen, Mom, aber ich bin Toffee nicht gewachsen. Du hattest recht mit dem was du damals zu mir gesagt hast. Ich bin nicht groß genug für dieses Abenteuer.“ Star hasste es ihrer Mutter Recht zu geben. Aber mal ehrlich, das alles war alleine ihre Schuld gewesen. Wie konnte ihre Mutter, nach allem was sie bisher verbockt hatte, nur glauben, dass sie dazu fähig war, alles wieder in Ordnung bringen zu können?
„Nein, mein Mädchen, du irrst dich.“ Moon konnte die Selbstzweifel ihrer Tochter gut nachvollziehen. „Wenn wir unseren Tiefsten Punkt erreicht haben, Star, sind wir offen für die größten Veränderungen. Du musst wieder damit beginnen an dich selbst zu glauben. Was würde Marco sagen, wenn er dich so sehen könnte?“
„Bitte lass Marco aus dem Spiel.“ Star durchschaute die Absicht ihre Mutter. Es war zwar nett, dass sie versuchte, sie aufzumuntern, aber wenn sie Marco erwähnte, erreichte Moon im Moment das Gegenteil.
„Ist etwas zwischen euch vorgefallen?“, fragte ihre Mutter. Eigentlich hatte sie erwartet, dass die Erwähnung von Marcos Namen, Star aufbauen würde. Ihr war nicht entgangen, wie sehr ihre Tochter ihn mochte.
„Was denkst du den, Mom? Du kommst einfach auf die Erde, verlangst von mir, dass ich dir folge und allen meinen Freunden, inklusiven Marco, den Rücken kehre. Ich liebe ihn. Aber…“, sofort unterbrach Star sich selbst. Um Himmels willen, das wollte sie doch gar nicht sagen, hatte sie es doch nur mit Mühe geschafft, ihre Eltern davon zu überzeugen, dass Rupert bei seinem Prinzessinnenlied ihre Gefühle für Marco falsch interpretiert hat.

„Star“, begann ihre Mutter, wurde aber von ihrer Tochter sogleich unterbrochen: „Vergiss einfach was ich gesagt habe okay. Du brauchst mir jetzt auch keinen Vortrag darüber halten, dass sich eine Prinzessin gefälligst in einen Prinzen zu verlieben hat. Es hat ohnehin keinen Sinn, weil Marco nicht dasselbe für mich empfindet.“
„Das hatte ich doch gar nicht vor. Um ehrlich zu sein, habe ich das schon eine ganze Weile vermutet.“ Was ihre Tochter auch für eine Reaktion von ihr erwartet hatte, Moons warmherziges Lächeln war es auf jeden Fall nicht. Die Königin freute sich darüber, hatte sie es doch geschafft einen kleinen Einblick in die Gefühlswelt ihrer Tochter zu ergattern. Tatsächlich stört sie das nicht einmal. Es war immer schön zu sehen gewesen, wie wohl sich Star in der Nähe ihres Erdenfreundes gefühlt hatte. Auf der anderen Seite allerdings, machte es ihr Vorhaben keinesfalls leichter. Herzschmerz war nicht gerade förderlich für die Aufgaben, die Star noch vor sich haben würde.
„Seit wann?“, fragte Star ihre Mutter. Wie konnte es Moon aufgefallen sein, wenn sie es selbst erst realisiert hatte, als Marco damals mit Jackie zu dem Schultanz gegangen war. Noch heute verabscheute sie dieses nagende Gefühl von Eifersucht, das sie zu jenem Zeitpunkt empfunden hatte und immer noch empfand, wenn auch immer sie Marco und Jackie zusammen gesehen hatte. Was war sie nur für ein Mensch? Eigentlich sollte sie sich darüber freuen, dass ihr bester Freund das Mädchen seine Träume bekommen hatte.
„Ich weiß es nicht genau. Ich habe es irgendwann einfach in deinen Augen, an deiner ganzen Körpersprache gesehen. Immer wenn du von ihm gesprochen hast, strahltest du über beide Ohren.“
„Moment.“ In  ihrem Kopf machte sich ein beunruhigender Gedanke breit. „Wenn du es weißt, dann weiß es doch sicher auch Toffee.“ Star war schon wieder den Tränen nah. Die erschreckendsten Bilder fanden ihren Weg in ihre Gedanken: Marco von Toffee entführt, wie er irgendwo im Nirgendwo gefoltert und festgehalten wurde. Toffee hatte ihn bereits einmal zuvor als Druckmittel benutzt. Und er könnte es wieder tun.
„Was habe ich ihn eigentlich getan? Was will er den noch von mir? Er hat doch schon alles. Einen Zauberstab, Glossaryck und das Zauberbuch.“ Ihr war zum Heulen zu mute. Warum hört Toffee nicht endlich damit auf, ihr nachzustellen.

„Du hast etwas was ihm gehört und das will er um jeden Preis zurück“, antwortete ihr Moon.
„Seinen Ringfinger, oder?“, stellte Star eine Frage, die aber mehr an eine Feststellung erinnerte.
„Gut erkannt. Aber das ist nicht alles...“ Ihre Mutter hielt kurz inne, um laut auszuatmen und sich ihre folgenden Worte zurechtzulegen. Es wurde Zeit, dass ihre Tochter die Wahrheit oder zumindest einen kleinen Teil davon erfährt.
„Hör zu, Star. Du bist nicht das Ziel seines Feldzuges, sondern nur Mittel zum Zweck. Toffee und ich haben eine gemeinsame Vergangenheit. Was bisher passiert ist und noch passieren wird, das alles ist und wird meine Schuld sein. Toffee hasst die Butterflydynastie und alles was damit in Verbindung steht, bis aufs Blut. Das große Monstermassaker, mich und noch eine ganze Menge mehr. Aber dennoch, er ist nicht der Typ Monster, das sinnlos mordet. Es hat einen Grund warum ich River nicht gesagt habe, wo ich bin und auch warum ich dir gesagt habe, dass wir zurück nach Mewni gehen. Mir war klar, dass du Marco darüber informieren würdest, genauso wie ich weiß, dass Toffee ihn, wie auch River, früher oder später aufsuchen wird. Marco und dein Vater, sie beide sind die Einzigen, die wissen könnten, wo wir uns aufhalten. Davon wird er zumindest ausgehen. Glaub mir, Star: Toffee wird keinen von beiden etwas tun. Egal wir mächtig er auch geworden ist. Er kann es sich nicht leisten ganz Mewni gegen sich aufzubringen, indem er den König entführt. Und auch Marco, wie du bereits ganz richtig bemerkt hast, könnte auch Toffee über deine Gefühle Bescheid wissen, das ist allerdings nur eine Vermutung..."
Moon hielt kurz inne. Sie glaubte zu wissen, wie Toffee dachte und wollte Star darum beruhigen: „Marco und River sind die beste Chance, die er hat, um uns zu finde. Ich an seiner Stelle würde darauf bauen, die beiden zu beschatten. Es besteht immerhin die Möglichkeit, dass du oder ich versuchen werden, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Darum ist es wahrscheinlicher von Blitz getroffen zu werden, als dass Toffee den beiden etwas antun möchte. Du weißt worauf ich hinaus will... Oder?“
Ihre Tochter antwortete ihr mit einen knappen Kopfnicken. Star wusste ganz genau was ihre Mutter ihr damit sagen wollte.
„Egal wie sehr du Marco auch magst. Ich bitte dich inständig darum, versuche nicht mit ihm in Kontakt zu treten. Du würdest Toffee damit nur in die Hände spielen. Er darf seinen Ringfinger auf keinen Fall zurückbekommen.“
„Na schön. Ich werde mich darauf einlassen, dich gegen Toffee unterstützen und nicht versuchen Marco zu kontaktieren. Aber nur unter einer Bedingung: Ich will wissen, was zwischen dir und Toffee vorgefallen ist.“



Hallo meine lieben Leser. Willkommen zu meinem neuen Projekt. Diese Geschichte wird battle of Mewni, die dritte Staffel und die geplante vierte Ignorieren. Es ist sozusagen eine alternative Staffel drei.
Ich persönlich bin für Star x Marco. Darum wird diese Geschichte darauf hinauslaufen. Der Weg dorthin wird aber ein langer sein. Ich würde mich über Reviews freuen. Sowohl über Kritik als auch Lob.

              MfG: Bourbone
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