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Steampunk - Mit Volldampf ins Abenteuer

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
Discord König Sombra OC (Own Character) Prinzessin Celestia Prinzessin Luna Twilight Sparkle
22.09.2017
17.09.2020
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25.12.2017 10.631
 
So wie es jetzt aussah, das war doch Equestria, wie man es kannte.
Nun gut, etwas Wilder hatte sich Mutter Natur hier schon ausgebreitet, als man es normalerweise
vorfand, aber in diesem Fall konnte das nichts schlechtes sein.
Bis auf ein kleines, unerwartetes neues Problem, vor das sie uns stellte.
„Ich drossle die Geschwindigkeit“, kündigte Frank an.
„Besser du stoppst erst mal, du siehst doch gar nicht, in was du reinfährst“, gab Steamy zu bedenken.
Gedanklich stimmte ich zu, beschloss aber, mich nicht ungefragt einzuklinken.
„In Ordnung“, schwenkte er ein und schloss den Regler ganz.
Aus Schrittgeschwindigkeit wurde Stillstand.

„Wie soll uns das jetzt weiter bringen?“, entgegnete eines unserer Expeditionsmitglieder empört.
Im Speisewagen saßen wir mit dem Großteil der Truppe zusammen.
Die Stimmung hatte sich mittlerweile merklich abgekühlt, trotz der eigentlich erfreulichen Entdeckung.
Jedoch, die Natur hatte sich so sehr breitgemacht, das Büsche, kleine Bäume und hohes Gras den
Gleiskörper vor uns praktisch verschwinden ließen.
Man konnte ihn streckenweise nicht mal mehr erahnen.
Wie sollte man da sicher durchfahren?
„Ich bin doch nicht der einzige Pegasus hier, oder?“, meldete sich Steffen auf einmal.
Erstaunte Blicke richteten sich auf ihn.
„Wieso ist das von belangen?“, fragte ein Einhorn.
„Na, wir könnten zu zweit oder dritt vorausfliegen, und Problemstellen über das Funkgerät rechtzeitig
 melden“, schlug er vor.
‚Eigentlich gar keine schlechter Einfall‘, dachte ich.
„Die Idee ist gut“, meldete sich sogleich ein weiter Hengst.
„Na dann, dann haben wir es auch schon. Wunderbar“, klatschte ich in die Hufe. „Nur nicht zu hoch
 fliegen bitte. Wir wissen nicht wie die örtlichen Verhältnisse sind“
„Ist schon klar“, sprach der Andere und konnte es anscheinend kaum erwarten, raus zu kommen.
„Dann weiter“

Letztendlich flogen sie zu Viert vor, Steffen informierte uns regelmäßig über die nächsten
Streckenabschnitte. Sie hatten auch Magie-elektrische Sägen dabei, um im Fall der Fälle zu große
Hindernisse bei Seite räumen zu können, oder Bäume, deren Stämme schon zu massiv waren,
um vom Kuhfänger umgedrückt zu werden, aber auch eine Entgleisungsgefahr darstellten.
Trotz des Einsatzes des Voraustrupps konnten sie nicht verhindern, das wir bis in den Abend immer
wieder die Fahrt unterbrechen und alle Hufe aufwenden mussten, um uns den Weg freizuschneiden.
Es stand einfach zu viel Vegetation im Gleis.
Wer nach der ersten Räumungsaktion noch nicht erschöpft war, war es spätestens jetzt, als wir aus dem
letzten Waldstück herausbrachen, endlich die Schleifen des großen Stroms entlang rollend.

Wir suchten uns eine Stelle, an der die Gleise nahe am Wasser lagen, um dort eine Rast einzulegen.
Harkness hatte mit den Systemen der Tardis überprüft, das es auch sicher war.
Die Ponys nahmen die Gelegenheit sofort wahr, sich in den klaren Wassern zu waschen,
waren doch alle von der Arbeit mehr als verdreckt.
Wir, also die Lokmannschaft, kamen jedoch gar nicht dazu, denn die Arbeit ging uns nicht aus.
Frank und Steamy kümmerten sich um die Schmierung des Triebwerks und befreiten Aschkasten und
Rauchkammer von den Verbrennungsrückständen.
Zeitgleich wuchteten Steffen, Karl-Heinz und ich die Wasserpumpe aus dem Gepäckwagen,
verbanden alles mit dicken Schläuchen und füllten Kesselwagen und Tender, aber auch unseren  
Trinkwasservorrat kam das klare Flusswasser zu gute.  

Eine Dreiviertelstunde hatte die ganze Prozedur gedauert, doch diese kurze Zeit reichte aus,
damit die Dämmerung unserem Fahrplan einen Strich durch die Rechnung machte.
„Das ist viel zu dunkel. So können wir uns nicht sicher voran tasten“, erklärte Frank.
„Sehe ich genauso“, sprach Steamy.
„Und selbst, wenn wir einen großen Scheinwerfer vorne anbauen, ich wüsste schon auch gerne,
 was um uns rum so los ist“, warf ich ein.
„Schön, dann sind wir uns ja einig“
Ich ging nach hinten um es dem Rest unseres Trupps mitzuteilen.
„Warum fahren wir denn nicht weiter, so lange es noch hell genug ist“, fragte ein Einhorn.
„Hier sind wir nahe am Wasser, haben eine große, offene Fläche, die leicht zu überblicken ist,
 und die paar Kilometer schaffen wir auch morgen noch“
„Ist die richtige Entscheidung“, sprach ein Anderer.
„Stimmen wir doch einfach ab“, schlug Steffen vor, wobei er es auch gleich durchzog.
„Wer ist dafür?“, 18 Hufe streckten sich zur Decke, darunter die von uns dreien.
„Wer ist dagegen?“, Jetzt waren es nur Drei.
„Sind Enthaltungen dabei?“, es hoben sich die restlichen Sieben.
„Dann ist es entschieden, wir bleiben die Nacht über hier“
„Gut Idee, Steffen“, raunte ich ihm zu.
„Kein Ding“

So kamen wir Fünf schließlich auch noch zu unserem Bad, auch wenn das Wasser für meine Begriffe
ein wenig zu kalt war, aber eine Erfrischung tat doch eigentlich immer gut.
Nun hielt diese nicht wirklich lange, in der Lok glühte bereits das Ruhefeuer für die Nacht gemütlich
vor sich hin, und auch sonst gab es keine weiteren Arbeiten zu erledigen,
da merkte ich erst, wie sehr mich dieser Tag ausgelaugt hatte.
Jeder Schritt fühlte sich auf einmal so an, als wären meine Hufe mit Blei umwickelt.
Ein paar Ponys saßen und lachten noch an einem Lagerfeuer, aber dafür fühle ich mich nicht mehr
kräftig genug.
Ein lautes Gähnen entwich mir und meine Augenlider wurden langsam schwer, sodass ich beschloss,
schnellstmöglich mein Bett aufzusuchen.
Mitten auf dem Weg einzuschlafen wollte ich tunlichst vermeiden.

Da Steffen und Karl-Heinz sich die Nachtwache geteilt hatten, fuhren wir an diesem Morgen nicht
mit ihnen am Regler los, sondern erneut mit Frank und Steamy.
In der Ferne waren die rauchenden Schlote schon deutlich zu erkennen.
Wenn heute alles glatt ginge, könnten wir uns vielleicht schon auf den eigentlichen Weg nach
Norden machen.
Bis auf einige wenige Grasbüschel war der Weg frei, also blieben alle an Bord.
Wir zogen deutlich das Tempo an.
Doch urplötzlich war unser Gleis zu Ende.
Eine Vollbremsung verhinderte nicht, das wir die energetischen Gleise anwerfen mussten,
um nicht mitten ins Schotterbett zu rutschen.
Dann wäre es das jetzt wohl endgültig gewesen mit unserer Expedition.
Mit einem leichten Ruck nach unten ließen wir die Strecke weit hinter uns.
„So langsam frag ich mich, ob das so eine gute Idee war“, seufzte ich.
„Das wird schon“, sprach Steamy.
„Ich hoffe es. Bin mir nicht sicher, ob wir die Brücke damit ersetzen können, sollte sie auch hinüber
 sein“
„Selbst wenn, finden wir dafür auch eine Lösung“
„Na da bin ich aber mal gespannt“
„Ich geh mir das mal ansehen“, stieg Frank von der Maschine.
„Geh ruhig mit, ich pass hier oben auf“, schickte Steamy mich hinterher.
„In Ordnung“
Frank lief nach hinten. Als ich ihn eingeholte, saß er bereits am Ende der echten Schiene und
betrachtete sie ausgiebig.
„Die Schienen sind nicht einfach verschwunden, sondern professionell abgebaut worden“, sein Huf
klopfte auf das stählerne Profil, wodurch mir Zwei löcher im Steg zwischen Schienenkopf und Fuß ins
Auge sprangen.
Das Ende stellte sich als ehemaliger Schienenstoß heraus, an dem eigentlich die Enden zweier
Schienen über Laschen miteinander verschraubt waren.
Zudem fehlten auch die Schwellen rückstandsfrei, wie auch ein Teil des Schotterbetts abgegraben war.
„Ich schätze, wir werden bald auf eine Intakte Infrastruktur treffen, wenn sie diese aufgegebene
 Strecke zum Teilegewinn abgebaut haben“, erklärte Frank, als wir uns bereits wieder auf dem Weg
zurück zur Lok befanden.
„Was ist passiert?“, fragte jemand aus einem der Fenster.
„Wir mussten etwas prüfen, aber alles in Ordnung“, antwortete ich. „Wir werden gleich weiter fahren“

Abermals veränderte sich die Landschaft, als unser Weg mit einer weiteren abgebauten Strecke
verschmolz. Jenes Band aus wilder Natur, aber auch aus Vorstadtruinen, das bisher unsere Fahrt begleitet
hatte, riss abrupt ab, um einer sauber aufgeräumten Fläche platz zu machen.
Sowohl rechts, als auch links des Bahndamms.
An einigen Stellen war noch der Verlauf einiger Straßen zu erkennen, aber alles was höher als ein
Bordstein war, schien verschwunden zu sein.
Ein Mysterium, das sich übrigens schnell aufklärte, denn wir kamen an bald an Schmalspurgleisen vorbei,
und sahen Arbeiter, welche die ganzen ausgebrannten Ruinen, Gebäude für Gebäude abtrugen
und den Bruch in Loren verluden.
Intakte Steine wurden auf Flachwagen gestapelt.
Und da war auch klar, wo die Gleise hin verschwunden waren, man brauchte sie für das Feldbahnnetz.
Mit dieser Erkenntnis erledigte sich aber leider auch die Hoffnung, das wir hier vielleicht unbemerkt
durch gekommen wären.
Nicht nur, das uns unzählige Arbeiter anstarrten, bei ihnen konnten wir Ponys in Rüstungen erkennen,
und gleich beim ersten Sichtkontakt schossen zwei Pegasie aus der Menge davon.
„Sollen wir anhalten? Vielleicht lässt sich das ganze schon klären“, Frank wirkte etwas unschlüssig.
Aber auch ich spürte eine leichte Sorge in mir aufsteigen.
Nachdenklich warf ich einen Blick nach hinten.
„An denen sind wir schon zu weit vorbei, bei den nächsten können wir das machen“,
antwortete ich etwas zurückhaltend.

Diese nächste Begegnung ließ gar nicht lange auf sich warten.
Die Feldbahn verlief parallel der alten Strecke auf dem Bahndamm, so war es kein Wunder,
das wir bald einen dieser Transporte einholten.
Frank bremste uns vorsichtig so sehr ab, das wir Führerstand zu Führerstand nebeneinanderher rollten.
Wir ahnten es da noch nicht, aber so wie uns das Personal des Nachbarzuges anstarrte, war ihnen der
Schreck gehörig in die Knochen gefahren.
Ich versuchte, die Situation zu entspannen:„ Sie brauchen vor uns keine Angst zu haben, wir sind
 weder Geister noch irgendwelche seltsamen Erscheinungen, wir machen uns nur unsere Schienen mit
 Magie selber. Sehen sie?“, ich deutete runter zu den Rädern,
die auf den leicht funkelnden Profilen rollten.
Meine Erläuterung schien irgendwie den gegenteiligen Effekt hervorzurufen.
Zwar bewegten sich die Beiden da unten wieder, aber nur, weil sie erkennbar versuchten, aus ihrer
Maschine alles rauszuholen, was sie hatten.
Ein sinnloses Unterfangen, die P4 besaß nun einmal einen größeren Geschwindigkeitsbereich.
„Wirke ich etwa so unfreundlich?“, bei so einer Reaktion fing man schon mal an, an sich zu zweifeln.
„Nein. Keine Ahnung, was mit denen los ist, aber an dir liegt es nicht“, erwiderte Steamy.
Das ließ meine Selbstzweifel wieder verfliegen, wodurch sich meine Konzentration wieder auf diese
verzwickte Situation lenken konnte.
„Lassen wir die Beiden, in der Stadt selber hört uns vielleicht jemand zu“
Gerade als sie meinen Vorschlag umsetzen wollten, ertönte hinter uns eine bedrohliche Stimme.
„Sofort anhalten, und keine überhasteten Bewegungen. Ich will die Hufe die ganze Zeit sichtbar
 haben!“
Während Frank und Steamy dem Befehl unverzüglich nachkamen, drehte ich vorsichtig meinen Kopf
in Richtung des Sprechers.
Da stand ein schmuddelig weißer Pegasus in einer, mit schwarzen Teilen und Geweben ergänzten
Gardistenrüstung, mitten auf dem Kohlenkasten und funkelte uns finster an.
Dazu die Waffe mit angeflanschtem Bajonett.
Mir stellten sich augenblicklich die Nackenhaare auf.
Alles an dem Typ schrie gerade zu danach, das es sich bei dem mit Sicherheit um einen lupenreinen,
alten Militär handelte.  
Innerlich rollte ich mit den Augen und stieß einen stummen Seufzer aus.
Auf die Gesellschaft hätte ich gut verzichten können.
Das würde sicher noch heikel werden.
„Na los! wirds bald! Und dann habt ihr einige Fragen zu beantworten, und ich hoffe für euch,
 das die Antworten gut sind“
Das war so ein Satz, bei dem man dem Sprecher genau ansehen konnte,
das er uns lieber jetzt als später foltern und hinrichten würde.

Mit kreischenden Bremsen kamen wir genau an der Stelle zum stehen,
wo eine gewaltige Mauer aus den Trümmern errichtet wurde.
An der Basis besaß sie gut Zweidrittel der Länge unserer Maschine an Breite und an den fertigen
Stellen bestimmt gute 15 Meter Höhe.
Die Wachtürme nochmal gut zwei Stockwerke mehr.
Praktisch sofort hatte sich gefühlt ein ganzer Trupp um unseren Zug versammelt.
In meinem Bauch zog sich alles zusammen, eine Konfrontation mit den Dalek wäre wohl
ungefährlicher gewesen. Oder zumindest weniger Nervenaufreibend.
‚Besser nicht drüber nachdenken, was passiert, wenn das hier eskaliert‘, sprach ich gedanklich zu mir.
Auf dem Gesicht des fremden Hengstes bildete sich ein sadistisches Grinsen ab.
Ich musste schlucken.
„Alexander, was ist denn jetzt wieder da vorne los bei euch?“, meldete sich Harkness über Funk und
klang hörbar genervt.
Einen schlechteren Moment hätte es wohl nicht geben können.
„Was, da sind noch mehr! Wie viele?! Antworte!“, ich zuckte zusammen, der Typ war außer sich.
„25“
„Heilige, das ist ja eine ganz Invasion“, sprach er und wendete sich den Soldaten zu.
„Stürmt die Wagen! Setzt jeden fest und wenn sich wer wehrt…“
„Haaalt!“, unterbrach eine laute, aber ruhige Stimme diesen Befehl und alle Soldaten blieben auf der
Stelle stehen.
„Was soll das Iron Hoof!“, sprang der Pegasus vom Tender und stand Schnauze an Schnauze mit
dem neuen Hengst.
„Was haben wir darüber gesagt, alle Fremden gleich wie Verbrecher zu behandeln, Short Strike?“
„Aber die fahren auf Schienen, die sie mit Magie selber erzeugen“
„Was angesichts der Zerstörungen im Ödland sicher nicht unklug ist“
„Aber wer macht so etwas? Außerdem brauchen die doch sicher Kohlen für ihr Gefährt, die sie uns
 sicher rauben wollten“
„So eine Paranoia kann auch nur von einem Militär kommen“, raunte ich Steamy und Frank zu,
und schüttelte dabei leicht den Kopf.
„Nein, hatten wir nicht. Wir haben zwar nicht damit gerechnet, eine so große, intakte Zivilisation
 vorzufinden, aber die Prinzessin hat schon die Hoffnung gehegt, das es hier überlebende gibt“
Auf einen Schlag kippte die Stimmung, und das nicht unbedingt zum positiven.
„Ich warne dich, Bürschchen, missbrauche nicht den Namen unserer altehrwürdigen Herrscherin für
 irgendein falsches Spielchen. Das täte euch nicht gut“, der eben noch so ruhige Hengst schüchterte
mich gerade tatsächlich noch mehr ein, als der Schreihals.
Wiedereinmal sprach ich zu viel auf einmal aus, ohne vorher darüber nachzudenken.
Am liebsten hätte ich mir dafür in den Hintern getreten.
Wie um alles in der Welt sollte ich uns jetzt wieder unbeschadet aus dieser Situation bekommen?
Doch während ich noch verzweifelt versuchte, innerhalb weniger Sekunden eine plausible Erklärung
zusammenzufinden, stellte sich einer dieser ‚Warum sind die nicht schon früher damit gekommen‘-
Momente ein, indem Harkness vorsichtig aus dem Gepäckwaren geklettert kam.
„Ich denke, ich habe hier alles, was sie haben wollen“, sprach er locker in die runde grinsend.
Dieser Kerl war entweder verdammt todesmutig, oder hatte nicht mehr alle Kohlen auf der Schippe,
eins von beidem würde bestimmt der Fall sein.
„Sofort stehen bleiben!“, harschte ihn dieser Iron Hoof sofort an.
Wo jeder in der unmittelbaren Nähe unverzüglich zusammenfuhr, uns eingeschlossen,
kam Harkness diesem Befehl einfach schulterzuckend nach.
„Also, wo haben sie ihren Beweis?“
„Genau hier“, er zog mit seinem linken Flügel eine Kette mit einem eingekapselten Gegenstand unter
seinem Hemd hervor.
Es war deutlich zu erkennen, wie nervöse Zuckungen durch die Reihen der Soldaten gingen.
Klappernde Gewehrhalterungen ließen die Spannung in der Situation spürbar werden.
Harkness schien davon unbeeindruckt zu bleiben, legte er doch einfach eines der unzählig
herumliegenden Holzbretter über die Feldbahngleise, ließ die kapsel sich öffnen,
aus der ein kleiner Stein sprang, welcher sich auf der Fläche drehte wie ein Brummkreisel.
„Prinzessin, sind sie da?“, sprach Harkness.
Zögerliches Getuschel ging durch die Menge, als sich leuchtende Fäden aus dem Stein
lösten und sich zu einer wabernden Form zusammenschlossen,
in welcher plötzlich die Prinzessin erschien.
Es war fast so, als wäre sie wirklich hier.
„Wie ich sehe, habt ihr eine erfreuliche Entdeckung gemacht“, sah sie erst Harkness an, wand sich
dann jedoch den umstehenden Ponys zu, wo sich zwischenzeitlich auch normale Ponys unter die
Soldaten gemischt hatten, welche sich allesamt sofort verneigten.
„Meine lieben Ponys, es erfüllt mich mit Freude zu sehen, das eine so große Zahl von euch ebenfalls
 überlebt hat. Doch trotz all der Erfolge, die ich sehen kann, sind unsere Feinde noch nicht besiegt,
 deshalb habe ich diese Expedition entsannt, damit sie etwas finden, womit dies gelingen kann.
 Mir ist bewusst, das ihr selber vermutlich nicht viel habt, aber ich möchte euch trotzdem darum
 bitten, sie nach euren Möglichkeiten zu unterstützen“

Was nun passierte, war irgendwie unheimlich.
In dem Moment, in dem sie wieder verschwand, waren wir in den Augen der Einheimischen von den
gefährlichen Eindringlingen, die Eliminiert werden mussten, zu gefeierten Helden mutiert.
Diese Wankelmütigkeit der Ponys machte sie irgendwie unberechenbarer, aber auch nerviger.
Für die paar Hundert Meter von der Mauer, bis zum ausgebrannten Stahlskelett einer vermutlich
einstmals imposanten Bahnhofshalle, brauchten wir eine gefühlte Ewigkeit, da sich eine Traube bunter
Wesen um unseren Zug gelegt hatte.
Und einen teil der Einheimischen zu überrollen, wäre dem gerade gewonnenen Vertrauen sicher nicht
förderlich gewesen.  
Natürlich könnte man dann sagen: „Selber schuld, was lauft ihr rückwärts vor einem Zug herum?“,
doch solch ein Satz wäre wohl einer Verschlimmerung der Lage zuträglich gewesen.
So schlichen wir mal wieder im Schritttempo dahin.
Diese Ewigkeit hinter uns gelassen, begann sogleich die nächste, weil ein Pony im Anzug,
welches sich als der Bürgermeister dieses Ortes vorstellte, auf ein paar Kisten kletterte und sich dort
in einer Jubelrede auf die Prinzessin verlor.
Wenn ich hier von Gefühlten Ewigkeiten spreche, dann meine ich damit, das ich andauernd auf meine
Taschenuhr linste, da mir die ganze Zeit im Kopf schwirrte, das uns jede Minute, die wir hier
verschwendeten, womöglich die Daleks auf den Fersen waren und der Kollaps des Schutzschildes
näher rückte.
Leider blieb es offenbar an mir hängen, das Elend zu beenden.
„Hören sie, es ist wirklich nett, wie sie hier herum Sülzen, aber wir haben einen wirklich straffen
 Zeitplan. Wenn sie uns genehmigen, das wir uns auf die Suche nach der benötigten Brennstoff- und
 Wassermenge machen, können sie sich gerne mit dem Großteil unserer Gruppe austauschen“

Nach einigem Hickhack, ergänzt um einem Anflug von Empörung, kam es zu meiner großen
Erleichterung dann auch so.
Bis auf den Kohlewagen unseren Zug zurücklassend, machten wir uns, auf den Weg,
nachdem sich Steffen und Karl-Heinz doch noch zu uns gesellt hatten.
Wir hatten da halt dieses Problem.
In einer Welt mit einer intakter Infrastruktur konnte man alles an die Orte organisieren,
an denen man es brauchte.
Kohle konnte man liefern lassen, Wasser gab es am Kran oder Hydranten, aber hier?
Sorgen bereitete bei der Zusammenstellung unseres Vorrates vor allem das flüssige Element.
Schließlich war vollkommen unklar, ob es im weiteren Streckenverlauf weitere praktikable
Möglichkeiten zum Auftanken gab.
Es blieb uns eigentlich gar nichts anderes übrig, als so viel an Betriebsstoffen mitzuschleppen,
wie nur möglich war.
Bis spät in den Nachmittag hinein durchstreiften wir das gesamte Revier, bis sich letztlich zusätzliche
drei Hochbordwagen übervoll mit Kohle, sowie weitere zwei große und zwei kleinere Kesselwagen
mit Wasser in den Zugverband einreihten.
Mir dämmerte bereits ein neues Problem, während ich zusammenrechnete, was wir jetzt mitführten:
„Also gut, 20, 40 ,60, 80, plus die 7 im Tender, macht 87 Tonnen Kohle und …
 2 Mal 45, plus zwei mal 25 und die 22 im Tender und die 30 in unserem macht … 192 Kubikmeter
 Wasser“, trug ich murmelnd alles auf dem Klemmbrett zusammen.
Das war zwar sicher nützlich, aber für den Bremszettel mussten die kompletten Gewichte,
also Wagen plus Ladung, erfasst werden, und darüber machte ich mir sorgen.
„Alleine die Güterwagen haben 340 Tonnen, der Gepäckwagen mit den Ersatzteilen zusätzliche 50
 und die beiden Personenwagen kommen auch noch mal jeweils 35, das sind 460 Tonnen Zuglast“
„Ist schon nicht wenig, aber die Maschine schafft das“, Frank trat neben mich, nachdem sie die
obligatorische Bremsprobe abschlossen.
Ich erhielt während dessen von einem, der, vor dem hier, als Zugführer gearbeitet hatte,
eine Einweisung ins Bremszettel-schreiben.
„Ist auf jeden Fall hilfreich, den zu haben“, meine Frank.
„Und wann wollt ihr los?“, fragte der ältere Hengst.
„Na ja, am besten heute noch aber spätestens morgen Früh“, erklärte ich.
„Ich würde euch morgen Früh empfehlen, es wird recht schnell dunkel, und gerade dann ist das Ödland
 gefährlich. Gerade wenn ihr nach Norden fahrt“, erklärte er.
„Ja, blind fahren da haben wir uns gestern gegen entschieden und heute wird es nicht anders sein.
 Außerdem sind wir alle müde, da können wir lieber in aller frische Strecke machen“, erschallte es
über unseren Köpfen von Steamy.
„Und dann noch diese berichteten Gefahren, was ist denn da oben los?“, mir wurden verständnislose
Gesichter zugeworfen.
„Du weißt nichts davon?“, das war doch auch wieder einer dieser Sätze.
„Immer dieses Hickhack, irgendwas übles wird es schon sein, sonst würden die hier nicht so eine
 riesige Mauer bauen und ihr habt die Palisaden sicher auch nicht ohne Grund um den Everfree
 gezogen“, platzte es aus mir.
„Übel ist gar kein Ausdruck dafür, marodierende Banden, Greife mit Feuerwaffen, und wahnsinnige.
 Da draußen bringt einen jedes Wesen um, wenn man nicht aufpasst“, auf die Ausführungen des
Einheimischen schienen selbst Steamy und Frank nicht gefasst gewesen zu sein.
‚Das erklärt natürlich das paranoide Verhalten zu Anfang‘, ging es mir gedanklich durch den Kopf.
„Dann wird es wirklich besser sein, im Morgengrauen aufzubrechen“
Unser Heizer wollte schon von der Maschine klettern, als mir noch etwas einfiel.
„Moment, wir müssen doch erst noch mal testen, ob wir die Fuhre wirklich vom Fleck bekommen,
 bevor die ganzen Feldgeneratoren da drin verbastelt sind“
Frank seufzte: „Ja, ich weiß, wir hatten das abgesprochen. … Also los, bringen wir es hinter uns“
„Ich hab aber schon das Ruhefeuer fertig“, protestierte Steamy, weshalb ich seufzte.
„Gut, okay, dann hoffen wir einfach, das morgen alles läuft“
„Wird es schon, vertrau mir“
„Na gut“

Ich schloss gerade die letzten Drähte zusammen, womit wir wieder über ein vollständigen Schutzschild
verfügen sollten.
Das war wichtig, denn zwischen Lok und Gepäckwagen lagen nun knappe 100 Meter,
mit mal eben rüber laufen war jetzt nichts mehr, aber die Vorrätewagen ans Zugende setzen ging auch
nicht, zumindest bei den Kohlewagen.
Mir war niemand bekannt, der gerne alle paar Stunden portionsweise Sieben Tonnen Kohle vom Wagen
holen und über 50 Meter zum Tender schleppen wollte.
So brauchte sich nur unsere kleine Gruppe von Einhörnern auf den ersten Wagen stellen und die Menge
einfach rüber levitieren.
War zwar auch anstrengend, aber nicht ganz so sehr.
Und es ging vor allem schneller.
Jedenfalls war ich gerade mit den Verkabelungen fertig, als uns eine Einladung zu einer Festivität erreichte.
Nach und nach entschlossen sich alle Mitglieder unserer Gruppe dazu, an ihr teilzunehmen,
auch wir wagten einen Blick hinein.
Eine Blaskapelle spielte auf, wozu einige Traditionslieder gesungen wurden, bevor der Bürgermeister eine
Dankesrede auf die unermüdliche Arbeit der Bewohner dieser Stadt abhielt.
Sie war am Schluss noch aufgestockt worden, der Tost auf Ihre Majestät wirkte allerdings mehr als
improvisiert, tosenden Beifall gab es trotzdem.
Nachdem dieser Tagesordnungspunkt abschloss, wurde es eine ausgesprochen entspannte Feier,
mit viel Musik, Tanz und überraschend gutem Essen.

Karl-Heinz, Steffen und mich zog es schon um Sieben Uhr aus den Federn, vom Rest war weit und
breit nichts zu sehen, weder im Schlafsaal noch in den Wagen fand sich ein Pony.
Nachdenklich in der Küche des Speisewagens murmelnd, setzte ich neuen Kaffee und Tee für uns auf.
Das gefiel mir gar nicht, aber das die nicht da waren hieß ja nicht, das wir untätig bleiben mussten.
In aller Ruhe die Maschine vorzubereiten war auch nicht das verkehrteste.
So zogen noch einige Rauchschwaden durch die Bahnhofshalle, bis gegen halb Zehn der Rest unserer
Expedition angetrabt kam.
Sie wurden von einigen Städtern begleitet.
„Wir werden uns ihnen anschließen, um dafür Sorge zu tragen, das der Plan ihrer Majestät auch
 gelingen kann“, stand mir erneut dieser Short Strike und vier seiner untergebenen gegenüber.
„Wer zur Hölle hatte den die Idee?“, erwiderte ich fassungslos.
„Ich fand es eine gute Möglichkeit, unsere Verteidigung zu verstärken. Zudem wissen sie, was uns da
 draußen erwarten könnte“, Harkness trat zu uns und wirkte recht stolz auf seinen Geistesblitz.
„Und da haben sie nur die Paranoiden für begeistern können?“
„Sie sind aber ganz schön nachtragend“
„Ach. Sagen sie bloß, sie können mit jemanden auf gut freund machen, der sie nur ansieht und gleich
 an den nächst besten Galgen knöpfen möchte. Genereller Unterstellung feindseliger Absichten
 inklusive“
„Ich habe nur meinen Job gemacht“
„Wieso wusste ich, das jetzt dieses Argument käme“
„Genug davon“, grätschte Harkness rein, „Sie werden uns begleiten, ob du willst oder nicht“
„Als hätte ich überhaupt eine Wahl“, grummelnd bestieg ich den Gepäckwagen, um noch einmal alle
Funktionen zu Prüfen.

Da alles arbeitete, wie es sollte, konnte es im Grunde endlich los gehen.
„Ich wünsche ihnen viel Erfolg für ihre Expedition, und das es unserer erhabenen Prinzessin gelingen
 möge, dieses Unheil zu besiegen“, sprach der Bürgermeister, während noch eine Kiste mit
Lebensmitteln in den Gepäckwagen geladen wurde.
Eine Geste über die ich mich freute, ebenso wie über die Begleitung von Trevor, einem ehemaligen
Lokführer, der die Strecke nach Hamburg kannte wie seine Westentasche.
Er fuhr deshalb als Lotse vorne auf der Lok mit.
„Wir können los“, meldete Harkness, was ich mit einem Pfiff aus einer Trillerpfeife, sowie einer grün
leuchtenden Laterne an Steffen weitermeldete.
Er quittierte mit einem Pfiff aus der Dampfpfeife.
Wir erwarteten, das die Lok angesichts der Zuglast Probleme mit dem anfahren bekommen würde,
deshalb hatten wir zum Sandstreuer noch zusätzlich losen, trockenen Sand vor die Räder gestreut,
aber das sie fast gar nicht vom Fleck kam, nachdem sich die Kupplungen strafften,
entmutigte uns doch ein wenig.
Steffen agierte routiniert am Regler, wenn die durchdrehenden Räder den Dampf laut donnernd
in die Hallendecke bliesen.
Sie unternahmen ein paar Versuche, dann brachen wir ab.
„Das wird so nichts, und Trevor meint auch, das wir uns so nur das Fahrwerk zerlegen“, meldete
Steffen über Funk.
„Wir überlegen uns etwas“, antwortete ich.
Eine zusätzliche Lokomotive zu bekommen war nicht möglich, so entschlossen wir uns nach einigem
Überlegen für eine Ponygestützte Lösung, die vorerst nicht vorsah, Wagen auszustellen.
Vor die Lok wurden zehn Erdponys gespannt, je Fünf auf jeder Gleisseite und in ein Geschirr
eingespannt, das von der Lok aus entriegelt werden konnte und ihnen erlaubte, zu ihrer jeweiligen
Seite den Gleisbereich zu verlassen.
Am letzten Wagen schob dann noch eine weitere Gruppe nach.
Gegen Mittag waren wir soweit.
Ein Pfiff und die Ponys zogen an, hinten drückten sie mit aller kraft, unter ohrenbetäubend zischenden
Zylinderventilen begann der Dampf auf das Fahrwerk zu wirken.
Langsam kamen die Räder ins rollen.
Kurz schleuderten die beiden Treibräder leicht, fingen sich jedoch wieder.
Als wir dann gerade richtig ans Laufen kamen, schleuderten sie erneut, es musste Steffen einigen
Schweiß gekostet haben, dafür zu sorgen, das wir nicht wieder stehen blieben.
Dann ließen wir die Schieber an den Bahnsteigenden zurück.
Als wir wenig später an der 30 Km/H Marke kratzen, gaben auch unsere Zugpferde bekannt,
das ihre Möglichkeiten erschöpft wären, und sie nicht mehr lange durchhalten würden.
An einem nahen Brechpunkt koppelten sie sie aus.
Sie winkten uns nach, Steffen verabschiedete uns mit einem langen Pfiff aus der Gegend, während wir
bergab Schwung und Tempo sammelten, um die nächsten Steigungen alleine zu überwinden.

Es klappte, wenn manchmal auch nur gerade so, doch am späten Nachmittag verließen wir das Öde
Land wischen den beiden großen Strömen ohne großartige Zwischenfälle.
Nicht eine Kreatur kam uns vor die Augen – glücklicherweise, den Geschichten nach.
Wir verließen die Harburger Berge, nicht lange, und wir würden hinab in die Elbmarschen rollten.
Es fühlte es sich schon fast nach einem erfolgreichen Tagewerk an,
bis Short Strike diese Eingebung bekam.
„Wir sollten ein paar Pegasie vorschicken, um nachzusehen, ob auch wirklich alles frei ist“
So wenig ich den Kerl leiden konnte, seine Idee war nicht schlecht.
„Gut, dann los“
Innerhalb weniger Augenblicke, konnte man sagen, hob eine Formation aus sechs Pegasie ab,
darunter einer aus Short Strikes Truppe.
Sie hatten genug Zeit für ihren Erkundungsflug, denn kaum von der Rampe, bremste uns die Zuglast
auch wieder auf diese verdammten 30 Kilometer herunter, über die wir unter eigenem Dampf ohnehin
kaum hinaus gekommen waren.
Als wir gerade die südlichen Strombrücken befuhren, kehrten sie zurück.
„Durch die Stadt können wir nicht, da ist alles verschüttet, oder aufgebrochen“
„Das ist nicht gut“
„Aber es gibt eine Umgehungsstrecke, die ist noch befahrbar, wir müssten allerdings vor der Stadt
 einmal wenden“
„Den Zug kriegen wir alleine doch nie mehr in Gang, wenn wir jetzt anhalten“
„Und was machen wir dann?“
„Ich hab da schon eine Idee“, ich kannte Hamburg, und ich war oft genug mit dem Zug über die Elbe
gefahren, um zu wissen, das alles, was den Unterschied zwischen dem Kopfmachen im alten
Hauptgüterbahnhof und einem entspannten durchrollen nach Norden machte, ein kleiner
Verbindungsbogen über den Oberhafenkanal war.
„Über die Weichenstraßen rollen wir doch eh schon mit unseren energetischen Gleisen hinweg,
 da sollte so ein kleiner Brückenschlag doch kein Problem sein, oder was meinen sie, Harkness?“
„Eigentlich nicht, schließlich sind sie ja dafür gemacht, geologische Hindernisse überwindbar
 zu machen“
„Alles Klar, ihr habt ihn gehört“, sprach ich ins Funkgerät.
„Verstanden. Wir fädeln hinter den Norderelbbrücken aus und fahren über den Kanal auf das
 ostwärtige Gleis“, wiederholte Steffen unseren Plan.
„Ja, genau“
Ein klein wenig Angstschweiß lief mir schon den Nacken hinunter, als wir uns dem Moment näherten.
Generell konnte man eine gewisse Anspannung verspüren, ich hoffte, das es gut gehen würde.
Es war soweit, die Gleise schwenkten nach rechts rüber, dann rollten wir über die Kannte.
Alles hielt.
Ohne Probleme überquerten wir den Kanal, gelangten über ein Gleisfeld auf unsere Trasse,
die uns durch verlassene Wohngebiete und Industrie führte.
Wo waren all diese Ponys abgeblieben? Die konnten doch nicht alle Opfer der Daleks geworden sein,
doch es sah nicht so aus, als lebte hier jemand.
Vielleicht waren sie ja den Fluss entlang weitergezogen.
‚Ja, das dürfte der Grund sein‘, zufrieden mit dieser Lösung wendete ich mich wieder unseren
Problemen zu, und von denen gab es nicht wenige.
Die Temperatursensoren an den Stangen und Lagern der Lok zeigten immer weiter steigende Werte an,
wenn wir einen deftigen Lagerschaden verhindern wollten, mussten wir über kurz oder lang anhalten,
alle Schmierstellen mit frischem Öl versorgen und ihnen eine Pause gönnen,
die Steffen und Karl-Heinz sicher auch nötig hatten.
Als wir in den Rangierbahnhof Eidelstedt einfädelten, war das Ende der Fahnenstange erreicht.
Steffen setzte den Zug auf die Stahlschienen. Direkt vor dem Ringlokschuppen endete die Fahrt.

Die Anlagen des Betriebswerks befanden sich in einem erstaunlich gutem Zustand, nur der riesige
Brückenkran über der Kohlenhalde war eingeknickt, doch das bereitete uns keine Probleme.
Als erstes wurde der Schlackensumpf angefahren, um einmal gründlich das Feuer zu putzen, wie man
so schön sagte.  
Während sich Steamy und Frank nun um unsere Lok kümmerten, erkundete ich neugierig die
nähere Umgebung.
Auf den riesigen Areal standen verstreut einige mehr oder weniger schrottreife Maschinen,
jedoch wirkte der Schuppen unbeschädigt, sodass ich einen Blick hinein riskierte.
„Was suchst du da?“, Short Strike hing mir im Nacken, ich seufzte.
„Ich schaue nach, ob hier drin noch eine brauchbare Lok steht, die wir zur Entlastung der P4 einsetzen
 könnten“, erklärte ich trocken und deutete auf das innere des Rundschuppens.
„Sieht mir nach einem nutzlosen Unterfangen aus“
Fast alle Stände des Lokschuppens waren leer, nur drei Maschinen verbargen sich im schummrigen
Licht, welches durch die vergilben Fenster der Schuppentore fiel.
Dieses recht trostlose Bild erwiesen sich leider auch als Vorbote der Erkenntnis, das diese Maschinen
zu stark heruntergekommen waren, um einfach so wieder angeheizt zu werden.
Harkness rief mich in die Tardis.
„Was ist?“, noch etwas enttäuscht von dem Rückschlag betrat ich den Kontrollraum.
„Ich bin mir noch nicht sicher, aber es könnte sein, das sie uns schneller entdeckt haben, als ich gehofft
 hatte“, er deutete auf das Radarbild, welches mehrere Scheiben am südlichen Ende Equestrias zeigte.
„Wie lange, bis sie uns erreichen“
„Wenn sie diese niedrige Geschwindigkeit halten, morgen“
„Ich sag Frank und Steamy Bescheid, wir sollten zur Sicherheit so weit fahren, wie wir können“
„Gut, ich instruiere Short Strike und seine Leute“
Wir mussten einen halbleeren Kohle-, sowie und einen großen und die beiden kleinen Kesselwagen
zurücklassen, um überhaupt anfahren zu können, dann jagten wir allerdings durch eine grüne Wildnis,
die, aus welchen Gründen auch immer, den Gleisbereich ausgelassen hatte.
Entlang der Gleise wurde Wald zu Steppe, kreuzten Flüsse und verlassene wirkende Orte,
bis wir in beginnender Dunkelheit vor einem Kanal zum stehen kamen.
Die über ihn führende, doppelte Drehbrücke war offen, so dass ein überqueren nicht möglich war.
Für Normalreisende.
Wir hatten ein Hafenbecken übersprungen, da sollte solch ein relativ schmaler Kanalgraben doch
kein Problem darstellen – tat er auch nicht.
Wir stellten uns parallel zum Wasser, um daraus den Wasservorrat wieder zu ergänzen,
bevor die Dunkelheit der Nacht alles verschluckte.

Short Strike hatte angeordnet, das alle in der Tardis blieben, Türe zu, Lampen aus und das Führerhaus
wurde mit Soffen verhüllt, damit kein Licht unsere Anwesenheit verriet.
Die Nachtwache auf der Lok wurde auch zu Zweit durchgeführt, einer kümmerte sich um die Lok,
wobei die Rauchemission gering zu halten war, und einer von den Soldaten sicherte die Umgebung.
Angesichts der Geschichten waren diese vielleicht übertrieben erscheinende Vorsicht wohl auch
gerechtfertigt.
Doch die Nacht verlief ruhig, sodass wir, nachdem die Truppe ihre Kontrollgänge abgeschlossen hatte,  
endlich aufbrechen konnten.
Heute wollten wir über den Belt, komme was da wolle.
So verlief die erste Stunde, in den Wagen herrschte wieder eine gelassene Stimmung,
niemand wirkte mehr sonderlich angespannt.
Dies ließ auch mich entspannt in der Zugführerkanzel sitzen.
Bis etwas durch die Wolken brach.
Ich nahm mein Fernglas und suchte den Himmel ab, da sah ich, was auf uns zu kam.
Sofort war ich am Funkgerät, alle hatten die selbe Frequenz, also kam es überall an:
„Leute, wir haben eine unbekannte Anzahl riesiger Greife über uns“
„Sofort alle verfügbaren Kräfte an die Waffen“, hörte ich Short Strike durch die offene Übergangstür
rufen, „Wir haben einen Luftschlag abzuwehren“
„Alex, was ist mit dem Kraftfeld“, Steffen klang nervös, saßen sie auf der Lok doch praktisch auf dem
Präsentierteller.
„Bin schon dran“, meldete Harkness aus der Tardis heraus.
Ich wollte gerade die Treppe zur Kanzel heruntersteigen, da krachte der erste Greif auf den
Speisewagen. Die ganze Konstruktion knarrte und ächzte unter dem Gewicht dieses riesigen Viechs.
Glas klirrte, als er seine vorderen Klauen in die Wagenwände trieb und versuchte,
ihn in die Luft zu heben.
„Feuer auf die Krallen!“, schrie Short Strike.
Laut kreischend ließ der Greif plötzlich wieder ab und stieg in die Luft.
Wer schon dachte, das es das war, irrte.
„Der Kommt im Sturzflug runter, Vorsicht da hinten!“, rief ich ins Funkgerät, als ich das Flugmanöver
analysierte. Wenige Ponys kamen in den Gepäckwagen galoppiert.
Schnabel voran rammte er seinen Dickschädel durch das Wagendach, ich hatte sorge, das der Wagen
einfach durchbrach, mindestens aber entgleiste.
Das geschah zum Glück nicht, doch als er seinen Kopf aus dem geschlagenen Loch zog, hatte er einen
von Short Strikes Leuten im Schnabel.
Der Hengst zappelte wild und schrie, während er von dem Greif aus seiner Rüstung geschüttelt wurde.
Energieladungen und Pfeile wurden auf unseren Angreifer abgefeuert, verfehlten ihn jedoch, bis er
den Hengst in die Luft warf, da traf ihn ein Geschoss am Hals, was den Vogel taumeln und neben den
Gleisen in den Wald krachen ließ, wo er regungslos liegen blieb.
Doch das gefangene Pony hatte kein Glück, zwei weitere Greife tauchten auf und rissen ihn im Fall
auseinander, bevor sie ihn fraßen.
Ein grausiger Anblick.
Sie wendeten sich uns zu.
„Harkness, wo bleibt das Kraftfeld?!“, Die auf der Lok wurden hörbar nervös, und als ich mich nach
vorn wandte, erkannte ich auch warum.
Ein vierter Greif hielt auf sie zu.
„Ich geb mein möglichstes, aber die Elektronik wird von seltsamen, magischen Strömungen gestört“
„Machen sie was, sonst fliegen wir gleich aus den Gleisen“, kam es von vorne.
„Das ist nicht unser einziges Problem“, kam es von hinten.
Jetzt erkannte ich es auch, zehn bis Zwölf dieser geflügelten Jäger versuchten in die Wagen
einzudringen.
Zwei zerrten am Dach des Gepäckwagens, bis mich einer bemerkte und durch die Glascheibe
hindurch anstarrte. Ich musste herunterspringen, um nicht vom Schnabel aufgespießt zu werden,
der dort Oben alles verwüstete.
Durchdringendes Kreischen erfüllte den Raum.
„Der kommt hier gleich rein“, Dark Moon schoss ein paar Magieblitze auf ihn, bis er verschwand.
„Kein Ungeziefer wird mich fressen!“, wieder war Short Strikes Stimme zu vernehmen,
diesmal klang sie jedoch angestrengt und leicht panisch.
Er schrie mehrmals schmerzhaft auf, als von vorne plötzlich die Dampfpfeife erklang.
Stimmt ja, von vorne kam auch einer – vermutlich eine Verzweiflungstat von einem der Drei,
innerlich bereitete ich mich schon darauf vor, durch den Wagen geschleudert zu werden.
Doch stattdessen kreischten die Greife auf, der Frontalangreifer trudelte gar mitten in die Bäume und
von hinten hörte man es zweimal rumpeln.
„Lärm scheint sie zu verwirren“, murmelte ich.
Ich stieg noch einmal in die Kanzel hoch, nur um erkenne zu müssen, das die restlichen Greife einen
weiteren Angriff starteten.
„Holt alles raus, was laut und schrill ist, das scheint sie zu stören“, sprach ich in Funkgerät und holte
die Trillerpfeife raus.
Als sie erneut versuchten, diesmal unseren Wagen aus den Gleisen zu heben, blies ich hinein,
was sie taumeln ließ, sodass ein paar Pegasie sie aus dem Loch heraus nacheinander mit Speeren
durchbohren konnten.
Aus irgendeinem Grund konzentrierte sich der Angriff nun komplett auf sie.
„Steffen, lass die Bremse Kreischen!“, rief ich in den Funk und er ging voll in die Eisen.
So laut, das selbst unsere Ohren schmerzten, griffen die Bremsklötze an die Räder, die Greife gerieten
völlig aus dem Konzept, schüttelten sich Wild, stießen zusammen und fielen einfach vom Himmel.
Keiner kam wieder hoch.
„Okay, Volldampf, weg hier!“
„Alles klar“
Ich war sehr froh, das es funktioniert hatte, doch nun klapperte etwas rhythmisch im hinteren
Drehgestell des Gepäckwagens.
„Na wunderbar, da haben wir die Flachstelle“, seufzte ich.

Nachdem der erste Schock überstanden war, machten wir uns ans Aufräumen – während der Fahrt,
versteht sich.
Short Strike wurde von den beiden Krankenpflegern versorgt, die uns begleiteten.
Die Greife hatten ihm beide Flügel an der Gelenkpfanne ausgerissen, deren Federn lagen noch
überall herum.
Ein paar Andere hatten leichte Verletzungen, ansonsten waren wir zum Glück noch einmal relativ
ungeschoren davon gekommen.

„Ich hab es ja gesagt“, ohne die Rüstung und mit dem Verband um den Leib wirkte der alte General
nicht mehr ganz so einschüchternd, aber ja, mittlerweile war ich froh, das sie da waren.
„Tut mir leid, mit ihrem Kameraden“, sprach ich.
„Das Risiko eines Soldatenlebens“, erwiderte er kühl, sah mich dabei aber nicht an.
„Wie haben noch etwa 150 Kilometer bis zur Brücke vor uns, ich mach mir etwas Sorgen, das uns die
 Dalek bis dahin erreicht haben könnten“
„Wenn die Wilde Magie eure Technik stört, dann wird sie es bei denen erst recht tun“
„Hoffen wir, das sie recht haben“

Es blieb ruhig, und als die Brücke in Sicht kam, war sie vollkommen unbeschädigt.
Ich hatte mir das nicht zu hoffen gewagt.
Genau da ging der Alarm los.
„Ohhhh, verdammt“ entfuhr es mir.
„Sie haben uns!“, rief ich in den Speisewagen.
„Alle auf ein Gefecht vorbeireiten“, Short Strike war schon wieder voll im Generalsmodus,
wie es schien.
Ich kehrte in die Tardis zurück: ‚Was machen wir jetzt bloß‘
Als hätte das Zeitschiff meine Gedanken gelesen erschien eine Anzeige auf dem Bildschirm.
„Danke“, raunte ich ihr leise zu.
„Das ist ja mal interessant“, murmelte ich.
„Was denn?“, kam es ungeduldig aus dem Funkgerät gerauscht.
„Auf der anderen Seite der Brücke befindet sich ein, von einer Art Nebel bedecktes Gebiet.
 Nichtmal die TARDIS kann herausfinden, was da drin ist. Dort sollten wir uns vor den Blecheimern
 verstecken können“, erklärte ich.
„Das klingt einerseits gut, andererseits, wenn wir da auf ein Hindernis treffen, sind wir erledigt“
„Und wenn wir es nicht wagen, ist unsere Chance gleich Null“
„Zweifellos?“
„Jap. Es sei denn, wir werfen den Dimensionsgenerator an, aber ihr werdet die Prinzessin ja nicht im
 Stich lassen, oder?“, griff ich bei meiner Auslegung gleich die Reaktion auf die ich von ihnen
 erwartete, um mich nicht angreifbar zu machen.
„Nein, das werden wir nicht. Auf keinen Fall!“
„Gut, dann holt das Letzte aus der alten Schüssel raus und bringt uns da rüber“

Zusammen mit Harkness versuchte ich, die Schilde ans laufen zu kriegen.
Ich war froh, zumindest über etwas Magie zu verfügen.
Dadurch konnte ich das Handbuch der Tardis neben mir schweben lassen und auf die Entsprechenden
Seiten blättern, während ich gleichzeitig, mit den dadurch freien Hufen,
die angegebenen Einstellungen an der Konsole vornahm.
Irgendwas verursachte Spannungsspitzen und Kurzschlüsse, erst auf dem Brückenrampen
klappte es endlich, sie mit halber Leistung stabil zu halten und langsam zu steigern.
Da knallte es erneut.
Lautes: „Eliminieren!“, schallte durch die Gegend.
„Eines verstehe ich nicht, die Typen waren irgendwo über den östlichen Drachenlanden, wie sind die
 auf uns Aufmerksam geworden?“
„Irgendetwas muss sie angezogen haben.“ sagte Harkness.
„Aber was?“ fragte Dark Moon.
„Das ist die Frage.“ sagte ich und ging ans Fenster. Durch Zufall warf ich in der Kurve einen
genaueren Blick auf den Zusatzwagen, den die Ponys im Everfree zusammengeschustert hatten.
Das gelbe Material geriet in meinen Fokus.
Ich rannte nach hinten.
„Sagt mal, woraus habt ihr den Rahmen für den Wagen dahinten gebaut?“
Fragende Blicke. In mir wuchs ein Verdacht.
„Du denkst doch nicht etwa. Ne, so dämlich werden die nicht gewesen sein. Oder?“, Harkness war mir
gefolgt und richtete den letzten Teil an die kleine Gruppe von Ingenieurponys, die sich besorgte Blicke
zuwarfen.
„Oder?!“ wurde Harkness lauter und klang ungläubig.
Ich zog den Schallschraubenzieher hervor, ging aus der Tür, scannte den Rahmen des Konstrukts und
las die Anzeige.
Wortlos ging ich zurück in den Wagen.
Als die Ponys meinen Blick sahen, wurde es Totenstill in dessen inneren.
Wieder war nur das Röhren der Räder auf den Hohlträgern und am Kraftfeld verpuffende
Strahlen zu hören.
Ich schnappte mir den Chefingenieur mit meiner Magie und drückte ihn gegen die Seitenwand,
stemmte mich mit den Vorderhufen gegen selbige und sprach bedrohlich leise und mit dem Kopf
schüttelnd: „Wie kann man nur so bescheuert sein?“
„Alexander, was ist los?“ fragte Harkness.
„Wie kommt man bitte auf die hirnverbrannte Idee, bei den Vorbereitungen einer Aktion,
 die diese Irren Blechdosen möglichst nicht mitbekommen sollten, Material eines ihrer Schiffe zu
 verwenden, hä?! Wie?! Wolltet ihr uns alle Umbringen?!“, schrie ich das Pony vor mir schließlich
doch lauthals an.
„Glückwunsch, das habt ihr wohl geschafft.“
Ich musste mich stark zusammenreißen, den Idioten vor mir nicht doch noch eine zu scheuern.
„Ähm, würdest du das mal erklären?“ meldete sich Dark Moon vorsichtig.
„Das Grundgerüst dieses Wagens da!“, ich zeigte nach hinten „besteht aus Dalekanium!
 Dem Grundstoff eines Dalek. Und wenn diese Typen da oben eines können, dann doch wohl ihr
 eigenes Material aufspüren!“
Da haute sich Harkness mit einem Huf an die Stirn.
„Also doch“, sagte er fassungslos.
Ich wollte schon zum nächsten ansetzen, doch da ging eine heftige Erschütterung durch den Zug.
Alles wackelte und fiel aus den Regalen. Die meisten Ponys stürzten zu Boden.
Ohne dieses zweite paar Schienen im inneren wären wir wohl entgleist und ins Meer gestürzt.
„Leute?“, meldete sich die Lokmannschaft: „Die haben ihre Strategie geändert. Die schießen jetzt auf
 die Brücke“
Und ausgerechnet jetzt näherten wir uns ihrem höchsten Punkt.
Durch den Anstieg verlangsamte sich die Fahrt unseres Zuges Rapide und die Daleks steigerten
ihren Beschuss. Das würde das Kraftfeld nicht lange durchhalten.
„Wir müssen den Wagen abkoppeln!“, rief jemand gegen den Lärm.
Beim blick aus dem Fenster konnten wir die ersten Brückenteile hinter uns einstürzen sehen.
Wir erreichten den Teil, der als Hängebrücke ausgeführt war.
Die Erschütterungen führten zu einem starken Schwanken des Brückenträgers und damit auch des
Zuges. Alles rutschte hin und her, es war schwierig den Übergang zum anderen Wagen zu erreichen.
Das Übergangsblech war schnell entfernt, auch die Druckluftbremse machte keine Probleme –
der andere Wagen hatte keine und so war der Hahn schon geschlossen und der Schlauch auch
nirgendwo angeschlossen.
Ich brauchte nur die Schraubenkupplung zu lösen und aus dem Kupplungshaken zu heben.
Langsam drehte ich mit dem Griff die Schnecke auf.
Harkness und Dark Moon hielten mich bei meiner Tätigkeit fest, damit ich durch das ganze hin und
her, rauf und runter nicht aus der Tür geschleudert wurde.
Als die Kupplung gelöst war, gab es ein weiteres Problem.
Wir fuhren ja noch aufwärts, sodass das andere Fahrzeug sich dadurch von uns entfernte,
dabei aber auch die noch eingehängte Kupplung mit straf hielt.
So konnten wir sie nicht trennen.
Gerade als wir die Lok an funken wollten, das sie kurz abbremsen sollten, um so den anderen Wagen
auflaufen zu lassen, sodass die Kupplung hätte herausspringen können, passierte es.
Ich wollte gerade zurück in den Wagen rutschen, da traf eines der Geschosse den anderen Wagen.
Eine Feuerwalze verbrannte sofort alles in seinem inneren.  
Die Wucht der Explosion riss das Fahrzeug aus den Gleisen und schleuderte es über die Brüstung
von der Brücke.
Doch nicht nur dies, da die Kupplung noch eingehängt war, riss sie mit einem gewaltigen Ruck
auseinander, zudem von dem Gewicht des schweren Wagens urplötzlich befreit, zog die alte Lady
vorne kräftig an und ich wurde aus dem Griff der Zwei Ponys hinter mir gerissen.
Gerade so bekam ich das Geländer des Übergangs zu fassen und umklammerte es fest mit meinen
Vorderläufen.
Sofort liefen mehrere Ponys los.
Wie eine Fahne im Wind hing ich da, wurde wild herumgeschleudert, mein Hut hatte sich bereits
beim Abflug verabschiedet.
Hinter mir hörte ich ein Geräusch, das wie brechende und sich auflösende Seile klang.
Der Flickenteppich hatte bei seinem Absturz auch zwei der Halteseile gekappt, und das führte jetzt zu
einer Kettenreaktion.
Ein Draht nach dem anderen gab nach und nicht mehr lange und …
Laut krachend brach der Fahrbahnträger auseinander und stürzte gute 50 Meter in die Tiefe,
wo er mit lautem platschen aufs Wasser aufschlug.
Von dort aus brach die Fahrbahn jetzt immer schneller, laut krachend und knirschend, in beide
Richtungen in sich zusammen und stürzte ins Meer.
Die Daleks beschossen nun die beiden hohen Pylonen und die Ankerblöcke der Tragseile.
Das, was vom Fahrbahnträger noch übrig war, sackte immer wieder beängstigend ab und es würde
nicht mehr lange dauern, bis wir hier wohl ein Bad nehmen würden.
Die da vorne holten wirklich das letzte raus, der Rauch war dauerhaft tiefschwarz,
doch der Abgrund kam trotzdem immer näher.
Schließlich kam Harkness wieder.
Er warf mir ein Seil zu, das ich mit meiner Magie fing und mit dem Maul festhielt.
Dann zogen sie mich zu Fünft wieder an die Tür des Wagenübergangs.
Hätten wir das Blech nicht abmontiert, hätte ich jetzt was zum drauf stehen, so musste ich werten,
bis sie mich zur Pufferbohle gezogen hatten.
Sie packten mich uns zerrten mich ins Innere.  
Zitternd fiel ich zur Seite.
So nah war ich dem Verderben wirklich noch nie gewesen.
Durchs Fenster konnte ich sehen, wie kurz nachdem wir den zweiten Pylon passiert hatten,
dieser in sich zusammenbrach.
Der Fahrbahnträger sackte schlagartig ab ohne das ihn haltende Tragseil.
Nur den flexiblen Eigenschaften der magischen Gleise war es wohl zu verdanken gewesen,
das wir uns nicht das hintere Drehgestell abrissen, als wir auf die Kannte des auf Pfeilern aufgebauten
Brückenteils aufsetzten, während von der Hängebrücke in wenigen Augenblicken nichts mehr übrig war.
Die letzten paar hundert Meter überflogen wir förmlich, dann hatten wir endlich wieder
Festland unter den Rädern.
Doch aufatmen konnten wir noch lange nicht, denn noch immer jagten uns die Daleks mit ihren Kanonen.
Und der Nebel war verschwunden.

Mit Volldampf jagten wir durch die Landschaft.
Es war erstaunlich, hätten wir vorher gewusst, wie sehr uns dieser Bastelwagen bremste,
wir hätten ihn gar nicht mitgenommen.
Die Höchstgeschwindigkeit von 90 Sachen hatten wir drauf – und das war gut.
Ein Dalkeschiff war zurück gefallen und zog wohl den Wagen aus dem Meer, doch das andere war
uns noch auf den Fersen.
Im Kontrollraum saßen nun der Captain und Ich und überlegten,
was wir als nächstes machen sollten.

„Sag mal, wo is denn jetzt dieser Nebel?“ fragte die Lokmannschaft plötzlich über Funk.
„Ich weiß es nicht.“ musste ich etwas ungläubig zugeben.
„Was heißt hier, du weißt es nicht? Vor ner halben Stunde meintest du noch, der läge direkt hinter der
 Brücke“
„Das is ja das Problem. Der war da, ist es jetzt aber nicht mehr“, klopfte ich mit dem Huf leicht
gegen den Bildschirm.
„Soll das heißen, wir entkommen denen nicht?“, reagierten sie Fassungslos.
„Fürchte schon“
Sie feuerten gerade nicht, das hieß aber nicht, das sie ungefährlich waren.
Vermutlich suchten sie nur nach der passenden Möglichkeit, uns trotz Kraftfeld zu vernichten.
„Mal ne Frage“, meldete sich eines der Ponys aus dem Speisewagen.
„Wie wäre es mit einem Teleport?“, schlug es vor.
„Wie meinen?“ gab ich zurück.
„Na ein Teleport. Ein Zauber der uns von hier weg bewegt, außer Reichweite von den da oben“
Ich hatte es wohl mit einem der Einhörner aus der Gruppe zu tun.
„Haben wir denn genug Individuen, die in der Lage sind, solch einen komplizierten Zauber  
 durchzuführen? Mein Onkel und ich können so etwas nicht, zumal wir schließlich nicht nur uns
 sondern auch den Zug bewegen müssten“
„Oh. Okay, war nur so eine Idee“
„Ist ja alles gut, jede Idee bring uns weiter“
„Können wir nicht etwas mit eurem Portalgenerator machen?“, fragte Harkness, der in der Couchecke
in einem Haufen aus Zetteln und Büchern saß.
„Das Ding erzeugt punktuell ein Loch in den Wänden zwischen den einzelnen Realitäten.
 Ein Wurmloch innerhalb eines Universums lässt sich damit wohl nicht erzeugen.
 Aber sie sind der aus dem 51. Jahrhundert, ich hab da keine Ahnung von.
 Vielleicht können sie sich ja mal die Unterlagen angucken und finden da ne Möglichkeit“
„Was denkst du, mach ich hier die ganze Zeit“
„Ist ja gut, von hier aus kann ich nicht sehen was sie da lesen. Hm, wie ist das eigentlich mit ihrem  
 Vortex-Manipulator? Kann der nicht auch so was?“
„Der Doktor hat ihn damals mal wieder Deaktiviert. Er hat wohl mehr gemacht als nur die Basiscodes
 zu löschen, denn nur die eingeben reicht nicht um ihn wieder zum laufen zu bringen.
 Da braucht man wohl einen Schallschrauber zu“
„Und was hab ich hier?“, winkte ich mit dem Messingstab.
„Aber selbst wenn wir ihn wieder zum laufen bekämen, man kann damit nur bewegen, was ihn direkt
 berührt. Also höchstens drei, vier Personen, aber keinen ganzen Zug“, sprach er einfach weiter.
„Gut, wieder eine Möglichkeit weniger auf der Liste“, sprach ich augenrollend und wendete mich
wieder der Konsole zu.
„Sagen sie mal, haben sie das Handbuch da drüben bei sich?“ fragte ich, während ich den Kopf
reckend die Paneele absuchte.
„Ähm~, ja hier. Was haste vor?“ hielt er es hoch.
Ich ließ es mit meiner Magie zu mir schweben und schlug es auf.
„Mal sehen. Scanner, Scanner, Scanner, … ah hier“, blätterte ich schnell die Seiten durch.
„Ich möchte mal nachsehen, welche Einstellungen sie verwendet haben könnte, um den Nebel zu
 finden“
„Du glaubst immer noch, das der da war.“
„Ich weiß doch, was ich gesehen hab. Es sei denn, sie hat mir etwas vorgetäuscht,
 damit ich nicht gleich den Notausgang verwende“
„Das wechseln in ein anderes Universum.“
„Genau den. Ich meine, wir haben den jetzt Zweimal eingesetzt, und sind dabei immer am falschen
 Punkt herausgekommen. Wer weiß, wo wir als nächstes landen? Ich hab keinen Bock,
 im Void zu versauern.“
„In der Leere festhängen wäre echt unschön“
„Deswegen. Und selbst wenn es gut geht, wer garantiert denn, das wir wieder hier her finden,
 und dann auch am richtigen Ort“, reflektierte ich noch einmal die Erfahrungen der letzten Versuche.
Dann setzte ich mein Vorhaben um.
„So, die Empfindlichkeit wird hier über diesen Drehregler mit der feinen Skala eingestellt.
 Dann mach ich das mal“, drehte ich an dem schwarzen Zylinder mit dem silbernen Kranz,
in welchen die Skala fein eingraviert war.
„Gut, was als nächstes? Wonach überhaupt gesucht werden soll. Als Beispiel wird hier Atronenergie
 angeführt. Also das brauchen wir jetzt wohl eher nicht …, ah es gibt also auch eine allgemeine
 Einstellung für sämtliche Auffälligkeiten. Nehmen wir doch das,“ sprach ich und drückte auf die
angegebenen Knöpfe.
Ich wollte noch ein paar mehr Einstellungen vornehmen, da melde sich das Lokpersonal erneut:
„Leute, das müsst ihr euch ansehen“, sie klangen aufgeregt.
„Was ist los?“
„Seht es euch einfach an, das kann man nicht beschreiben“
Wir beide verließen das Zeitschiff und kletterten in die Kanzel. Was wir sahen war einerseits
seltsam und aufregend, auf der anderen Seite wirkte es bedrohlich.
An irgendetwas erinnerte mich das, aber an was.
Eine schwarze Wolke baute sich in einiger Entfernung auf, so breit,
das es keinen Weg drum herum zu geben schien.
Ich holte das Fernrohr raus und Verfolgte den Verlauf der Schienen, sie führten mitten in diese
Erscheinung hinein.
Plötzlich meldete sich die Tardis zurück.
„Was? Spuren starker Energieeinflüsse auf die Realität? Raumverzerrungen? Was bitte ist das
 für eine Wolke?!“
So langsam wurde ich nervös.
„Und keine Anzeichen dafür, was sich in ihrem inneren befindet. Wenn selbst eine Tardis nicht
 da rein sehen kann, dann muss das schon etwas sehr seltenes und mächtiges sein“
„Ihr Kommentar trägt nicht gerade dazu bei, dass ich mich entspanne“
„Sollte er ja auch nicht, ist schließlich eine Feststellung.“
„Das war auf die Situation bezogen, nicht auf die Absicht hinter ihrer Äußerung“
Ich schnappte mir das Funkgerät.
„Leute, habt ihr die energetischen Gleise aktiviert?“
„Natürlich“
„Gut, denn wir fahren direkt da rein, es gibt keinen anderen Weg hier entlang oder hier raus.
 Also haltet euch bereit, wir wissen nicht was uns erwartet“
Zur Sicherheit fuhr ich das Kraftfeld nun auf volle Stufe hoch, dann verließen wir den Wandschrank.
Die starken Dampfschläge verstummten, Steffen hatte vorne den Regler geschlossen und ließen
den Zug nun rollen.
Alle standen wir nun an den Fenstern und sahen diese wabernde, dunkle Wand auf uns zukommen.
An der Oberseite konnte man kurz aufleuchtende, helle Flecken erkennen. Waren das Blitze?
Ein Donnergrollen war jedenfalls nicht zu vernehmen gewesen.
Als die Lok in die Wolke eindrang, wurden einige feine Fetzen herausgeschleudert.
Aus der Pfeife erklang noch ein langer, lauter Pfiff, dann fuhren wir in diesen pechschwarzen
Wolken-Tunnel ein.

Die Funzeln an der Decke des Gepäckwagens reichten gerade, damit man den Huf vor Augen sah.
Wieder wurden wir stark durchgerüttelt, es war als flöge man mit einem Flugzeug durch starke Turbulenzen.
Immer wieder wurde die Dunkelheit von grellen Blitzen erhellt und lautem Donner erfüllt.
Dann, so plötzlich wie es dunkel geworden war, wurde es wieder hell,
aber man sah trotzdem nur Weiß.
Als würde ein Schneesturm über uns hinwegziehen war unser gesamter Zugverband in eine grelle
Wolke aus Schnee und Dampf eingehüllt.
Das sich an unserer Fahrt etwas geändert hatte merkten wir nur daran,
das die Bremsen quietschten und und ein Ruck durch die Wagen ging, als wir stoppten.
Doch es dauerte einige Augenblicke, bis man etwas erkennen konnte.
Durch das herunter geschobene Fenster beobachteten wir, wie sich langsam die Konturen von
Gebäuden abzeichneten.
Und plötzlich tauchte aus dem Nebel eine Stadt auf, mit Gebäuden die aussahen, als bestünden
sie aus bläulichen und rötlichen Kristallen, überragt wurden sie von einem gewaltigen weiß-blauen,
nach oben hin spitz zulaufenden Turm, der sich bestimmt an die 300 Meter in den Himmel streckte.
Mindestens.
„Ach du scheiße“, mir schoss es sofort wieder ins Gedächtnis, woran mich diese Wolke erinnert hatte.
„Das wollte ich auch grade sagen. Was macht eine Stadt hier, die ist auf keinem Plan“,
stellte Harkness fest.
„Aus gutem Grund“, sagte ich ängstlich. Harkness sah mich verdutzt an.
„Vergesst die Daleks, jetzt haben wir wirklich ein Problem“

„Bitte nicht noch einmal“, murmelte ich, als ich zurück in die Tardis ging.
All die Bilder, die ich bisher so erfolgreich verdrängt hatte, kamen auf einmal wieder hoch.
Und meine Fantasie machte es mal wieder nicht besser, denn schon malte sie mir aus,
was passieren könnte, wenn sich die Ereignisse hier wiederholten.
Gut, diesmal wahren wir mehr und richtig bewaffnet, aber machte das bei dem einen Unterschied?
Ich legte den Kopf auf den Rand der Konsole, versuchte einen klaren Kopf zu behalten.
„Verdammt Alexander, das ist doch albern“, sagte ich mir selbst.
„Wäre das hier so, müsste die Stadt anders aussehen“
Ja, da hatte meine Vernunft wahrscheinlich sogar recht, ich ging also in mein Zimmer,
um mir einen neuen Hut zu holen und dann würde sich das schon aufklären.

Gute zehn Minuten später kam ich durch die Küche wieder in den Kontrollraum, wobei ich
einen gewissen blauen Pegasus dort herum wuseln sah.
„Suchen sie was, Harkness?“, fragte ich von Oben.
„Ja, dich. Wir machen uns alle einen Kopf, wo du bleibst“
„hab mir nur einen neuen Hut geholt“, levitierte ich ihn einmal hoch und setzte ihn wieder auf,
dann warf ich mir meinen Mantel über.
„Alles Klar“, sprach Harkness. „Kommst du denn, wir haben den König dieses Reiches an Bord,
 und er hat ein paar Fragen“
Was sagte er da? Okay, das machte mich stutzig und neugierig zu gleich.
„Dann lassen sie uns mal sehen, was in diesem Kristallkönigreich so los ist“,
trabte ich aus dem Zeitschiff hinaus in den Gepäckwagen.
Harkness folgte mir wenige Augenblicke darauf.
Ich hatte schon den Übergang zum Speisewagen erreicht, da stoppte mich der ehemalige Zeitagent,
in dem er sich vor mir aufbaute.
„Alex, woher weiß du wie der Ort hier heißt? Niemand hier wusste das, bis der örtliche König sich uns
  vorgestellt hat.“, fragte Harkness mich misstrauisch.
‚Na toll Alexander, jetzt hast du dich wieder selber reingeredet‘. dachte ich genervt.
„Sie haben ihn doch eben genannt“, log ich.
„Ich habe „Reich“ gesagt, nicht „Kristallreich“. Also, wo her?“
„Das geht sie nichts an“
„Wenn es uns hilft…“
„Diese Geschichte auszugraben wird uns überhaupt nichts bringen, denn hier scheint es anders
 verlaufen zu sein“, zischte ich und schob ihn mit meiner Magie bei Seite,
bevor ich den Steg überquerte.

Im Küchenbereich angekommen, konnte ich seine Stimme deutlich hören,
aber sie klang anders als ich sie in Erinnerung hatte. Sanfter, normaler.
Ich rührte einige Stück Zucker in einer Tasse Tee umher, während ich einen schnellen Blick
auf die Gruppe warf, die da drüben an den Tischen des Speiseraums saß.
Nachdem, was ich von meinem Standort aus erkennen konnte, saß er mit einigen Kristallponys und
einigen von unserer Truppe zusammen und tauschte sich aus.
Auch mein Onkel und Steffen waren dabei.
Als sie mich sahen nickten sie mir zu, ich nickte zurück, stellte Teekanne und Tasse auf dem Tresen ab,
und machte mich auf den Weg zu ihnen.
Im Seitengang rückte ich noch einmal meinen Mantel zurecht, dann trat ich zu den anderen Ponys.
„Guten Tag die Herrschaften“, sagte ich, als mein Blick auf ihn fiel, zögerte ich kurz.
„Ähm, und sie müssen hier der Chef sein?“
„Ganz recht. König Sombra.“
„Alexander Johansen“, schüttelten wir die Hufe und ich deutete eine leichte Verbeugung an.
Ich blickte etwas skeptisch aus dem Fenster, wir standen zwar ziemlich weit draußen im Schnee,
doch was ich erkennen konnte, wirkte völlig normal.
Da alles in Ordnung zu sein schien, wendete ich mich wieder dem König zu.
„Ich gehe davon aus, sie wissen bereits, weswegen wir hier sind?“
„In der Tat. Und auch wenn es in der Vergangenheit Differenzen zwischen Equestria und uns hier oben
gab, denke ich, dass diese, aufgrund der besonderen Umstände, durchaus zu überwinden sein werden“
Ich ließ die Teebehältnisse zu mir schweben und setzte mich an den benachbarten Tisch,
wo noch ein Platz frei war.
„Und die Kristalle die wir brauchen, haben sie die?“
„Wenn sie noch da sind, wo sie vor 1000 Jahren waren, im Überfluss“
Die Aussage sollte wohl locker wirken, vielleicht sogar witzig, doch ich zuckte zusammen,
die Tasse entglitt meinem Griff und zersprang laut klirrend auf dem Holzboden des Wagens.
„Alles in Ordnung?“
„Ähm, … Ja, alles bestens. Die Zahl hat mich nur überrascht“
„Das glaub ich gerne, aber es stimmt leider. Die Streiterei mit Celestia führte dazu,
das wir für alle anderen wohl Eintausend Jahre verschwunden waren“
„Ah“ sagte ich, doch in meinem Kopf raunte ein anderer Kommentar:
‚Hoffentlich taucht das Königreich bei denen drüben nicht wieder auf‘
Die Scherben ließ ich in den Mülleimer schweben, den Tee wischte ich grob mit einem Lappen auf.
„Ist ja auch egal. Dann hoffen wir mal auf gut Zusammenarbeit und das alles so läuft wie geplant“
sagte ich und stand auf.
„Wo willst du hin?“ fragte mein Onkel.
„In die Tardis, brauch ja ne neue Tasse“
„Was ist eine Tardis?“ fragte der König.
Ich seufzte nur auf und rollte mit den Augen, angesichts meines unvorsichtigen Mundwerks,
doch setzte dann wieder ein freundliches Gesicht auf. So gut ich eben konnte.
„Na dann kommen sie mal mit“, sagte ich. „Kann aber eine Überraschung geben“

Ich schloss die Tür des Zeitschiffes auf. Sie schwenkte zur Seite und wir traten ein.
„Willkommen in unserer Tardis“, sprach ich, bog im inneren jedoch gleich nach rechts
auf die Rampe ab und lief schnell in die Küche hoch.
Als ich wieder im Kontrollraum ankam, saß der König auf dem Sessel in der Medienecke.
„Würdest du mir die Frage beantworten, wie es in eurem Kristallkönigreich aussieht?“
Ich stand an der Konsole und stellte den Scanner ein, um einer Sache nachzugehen, als er das fragte.
„Warum glauben sie, dass ich das könnte?“, fragte ich trocken zurück.
„Weil ich deinen Blick gesehen hab, wie er nach irgendetwas gesucht hat.
 Anzeichen dafür, das du erwartet hast, was aber nicht da war“
„Nun, nach dem was ich weiß, scheint sich die Geschichte zu gleichen. Nur unser Sombra war etwas,
sagen wir mal, anders drauf“, antwortete ich nebensächlich.
„Das kannst du vergessen, das Gerücht hat doch bloß dieser Doktor in die Welt gestreut!“,
rief er aufgebracht aus.
„Wir waren es, die der Tyrannei der Amores ein Ende gesetzt haben“
Ich war froh, dass ich in dem Moment mit dem Rücken zu ihm stand, denn meine Gesichtszüge
entgleisten mir völlig. Zumindest meinte ich das in der Spiegelung des Bildschirms zu erkennen.
„So lief das hier also ab“, versuchte ich so neutral betont zu sagen, wie ich es konnte.
Es gelang mir nicht wirklich.
„Also ich kenne meinen Doktor schon ganz gut, denke ich zumindest, sodass ich wohl sagen kann,
 das es bei uns anders …“
„Das kannst du doch gar nicht wissen!“
„Ich denke, ich kann schon sehr genau beurteilen, was da drüben die Wahrheit ist, und was nicht,
schließlich bin ich es, der von Glück sagen kann, das wir da heil wieder raus gekommen sind!“
Verlor ich für einen Augenblick die Beherrschung und starrte ihm wütend ins erstaunt dreinblickende
Gesicht. Augenblicke später drehte ich mich weg, fasste mir an den Kopf und schloss die Augen,
atmete ein Paarmal tief durch.
„Verzeiht, ich dachte, ich hätte das hinter mir gelassen, aber ich fürchte, das ist immer noch eine
 empfindliche Stelle in mir.“
„Würdest du mir erzählen, wie das war?“Ich seufzte, wahrscheinlich war er nicht der einzige,
der das hören wollte. Und ich geriet beim Geschichten erzählen immer so leicht durcheinander.
„Dann muss ich aber erst einmal meine Gedanken ordnen“
„Da wüsste ich vielleicht etwas Abhilfe. Ich bräuchte nur eine Schüssel mit Wasser“
„Normales oder muss es etwas spezielles sein“
„Einfaches reicht“
„okay, bin gleich wieder da“, lief ich erneut die Rampe hoch.
Langsam machte das Anstalten, sich nach Sport anzufühlen.

Mit einer breiten Schale voll Flüssigkeit kam ich wenige Minuten später wieder runter auf
die Hauptebene. Freunde, Onkel und einige andere standen da schon im Raum.
„Ihr seid wohl neugierig, was der Depp so getrieben hat auf Zeitreise, was?“
Die unterschiedlichen Reaktionen ließen auf ein allgemeines „Ja“ zurückschließen.
„Ich warne euch, das werden keine schönen Urlaubsbilder“
„Das Risiko gehen wir ein“, erwiderte Harkness grinsend.
„Ich übernehme keine Verantwortung“, stellte ich noch einmal klar.
„Musst du auch nicht.“ erwiderte mein Onkel.
„Gut, dann lasst uns beginnen.“ sprach Sombra, nahm die Schale und stellte sie auf dem kleinen
Tisch in der Sofaecke ab.
Sein Horn leuchtete rötlich auf, während er etwas in das Wasser streute und einen Tropfen hinein gab.
Der kleine Tropfen wuchs zu einer flachen Perle heran, die gut die Größe einer Münze hatte.
Ein Schimmern zeigte das Ende des Vorgangs an.
Der König holte die Perle aus dem Wasser und übergab sie mir.
„Setze dich bequem hin, leg die Perle auf deine Stirn und denke an das, was du uns zeigen möchtest.
 Du solltest allerdings nicht abdriften, denn alles, woran du denkst, können wir sehen“
Ich tat wie mir geheißen.
Entspannt ließ ich mich in den Sessel sinken.
Die Perle erstrahlte kurz, als sie sich mit meinem Gedächtnis verband.
Ich schloss die Augen und dachte an meinen ersten Flug in der Tardis des Doktors zurück,
seitdem wir in Equestria gelandet waren.
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