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Steampunk - Mit Volldampf ins Abenteuer

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
Discord König Sombra OC (Own Character) Prinzessin Celestia Prinzessin Luna Twilight Sparkle
22.09.2017
17.09.2020
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30.09.2017 4.297
 
In gemäßigtem Tempo stampften wir die Strecke hinunter, zwischen der westlich gelegenen Hügelkette
und der Anhöhe hindurch, auf der noch die Reste von Sweet Apple Acres zu erkennen waren.
Die Strecke war vom Aussehen her in besserem Zustand, als an unserem Eintrittspunkt.
Es waren Spuren von Reparaturarbeiten erkennbar.
„Sagt mal, ist nach dem Vorfall noch gefahren worden?“
„Ja, im Süden sind die Siedlungen erstaunlicherweise verschont geblieben, und auch die Fahrzeuge dort.
Wir haben mit ihnen brauchbare Trümmer aus Canterlot in unsere Waldsiedlung gefahren“, erklärte Reaper.
„So sieht nicht alles aus?“, fragte Torsten überrascht.
„Nein, nur die Ränder“, erklärte Harkness.
„Der Baum der Harmonie hat den Kern des Everfree geschützt, laut Prinzessin Celestia jedenfalls.
 Irgendwie kommen die auch gar nicht in das Gebiet rein, als verberge er uns“, ergänzte Dark Moon.
Ein Paar interessante Informationen, gerade die Letzte war sehr beruhigend, aber auf das wie und warum  
durfte ich mich jetzt nicht konzentrieren, musste ich mich gedanklich ermahnen.  
„Wo geht es denn hinein, in den Wald?“
„Vor der Schlucht. Da gibt es eine Kurve“

Ein aus Schutt aufgeschütteter Damm führte die Strecke über das ausgetrocknete Flussbett.
Auf meiner Seite säumte nun eine ewig erscheinende Einöde die Strecke, auf der Anderen verbrannter Wald,
und als wäre das nicht eindrücklich genug, gab das Lederding von Harkness auf einmal auch noch
eine Art Alarmton von sich.
„Was ist los?“, kurz sah ich nach hinten.
„Vorwarnung, anscheinend bekommen wir bald unerfreuliche Gesellschaft“
„Von wo?“
„Ähm, die kommen uns entgegen, sind aber noch etwas weiter entfernt“
„Was hat das zu bedeuten?“, Torsten klang ein wenig beunruhigt.
„Wenn wir Pech haben, bekommen wir diejenigen zu Gesicht, die das Schlamassel da draußen angerichtet
 haben“, ich kam mir selbst ein wenig trocken vor, wie ich mich sprechen hörte.
Torsten dagegen klang ganz anders: „Dann sieh zu das wir von hier verschwinden.
 Gib Volldampf verdammt!“
Aus Reflex hätte ich fast den Regler durchgedrückt, hielt mich aber gerade noch zurück:
„Wie weit ist es noch, bis zu eurer Schlucht?“
Dark Moon holte ein Fernglas aus seiner Sattelasche und sah aus dem Türausschnitt hinter mir nach vorne raus:
„Nicht mehr all zu weit, ich kann die Tafel schon sehen. Vielleicht zwei, drei Kilometer“
Er konnte das deshalb so gut erkennen, weil die Strecke nun geradlinig und leicht abschüssig verlief.
„Gut, das sollte für ein wenig mehr Tempo reichen“, murmelte ich.
„Können wir denn schneller fahren hier?“
„Immer, die Züge damals sind nicht so gekrochen, um gut auf sich aufmerksam zu machen“,
erwiderte Reaper etwas mürrisch.
„Nur in der Kurve nicht, da sind sie in etwa so gefahren“, ergänzte Dark Moon.
„Ah ja, gut zu wissen“, wand ich mich wieder nach vorn und öffnete den Regler etwas mehr,
drehte die Steuerung ein paar Prozente zurück, um die Dampfdehnung besser auszunutzen.
Bis 70 Kilometer pro Stunde beschleunigte die Maschine , dann ließ ich sie rollen.

Aber kaum das alles soweit lief, wies mich auch schon eine überaus provisorisch aussehende, ramponiert
und auf halb Acht am Gleisbett stehende Geschwindigkeitstafel an, wieder abzubremsen.
Genau in dem Moment bewegte sich dieser schwarze Kreis über die Wolken.
‚Okay, was immer das ist, es ist riesig und kann über den Wolken fliegen, kreisrund noch dazu‘
Ich ging behutsam an die Bremse und versuchte mich nur darauf zu konzentrieren, doch in mir machte
sich dieses miese Gefühl breit, das wir ein gehöriges Problem hatten.
Es beeinflusste mich, sodass wir zu schnell in die Kurve kamen.
Das war deutlich zu spüren.
Es kreischte wie ein Fingernagel auf einer Tafel, als sich die Fuhre durch den Gleisbogen schob,
doch zum Glück kippte weder die Lok noch einer der Wagen.
Das die Drei einheimischen beunruhigt nach Draußen sahen, ließ mich hinter der Kurve wieder auf 50 Sachen
beschleunigen. Torsten legte ordentlich Kohle nach.
„Alexander, was ist da vorne bei euch los?“ krächzte nun Karl-Heinz Stimme fragend aus dem Funkgerät.
„Wir kriegen unbequemen Besuch. Seht zu, das ihr Zwei ein sicheres Versteck findet. … Wisst ihr noch,
 was es mit der Schrankwand auf sich hat?“
„Natürlich, wie könnten wir das vergessen“
„Gut, geht da rein. … und seht nach, wo hier die Energie bleibt“, ich kam mir wie ein Trottel vor.
Offenbar hatte nicht nur ich unser kleines Geheimnis völlig vergessen.
Nun ja, sie würden die Ursache des Problems sicher auch nicht herausfinden, und selbst wenn,
was würde es bringen.
Zumindest waren sie so auch etwas beschäftigt.
„Machen wir“, bekam ich als Antwort.

Es ging die Schlucht entlang, und plötzlich ertönte vom Wald her eine Stimme.
„Stopp. Ergebt euch, oder ihr werdet Eliminiert!“, riss uns eine metallisch kreischende Stimme aus
der Konzentration.
Diese Art Stimme kannte ich doch. Nein, das konnte nicht sein.
„Da sind sie!“, rief hinter mir einer aus.
Ich sah drüben aus dem Führerstandsfenster.
„Was zur Hölle, wie ist das, … das ist doch nicht möglich!“, rief ich schockiert aus.
„Du kennst die?!“, reagierte Harkness überrascht.
„Alexander?“, Torsten klang gar nicht froh über unsere Reaktion.
„Letzte Warnung …“ krächzten unsere Verfolger.
‚Wieso müssen die auch unbedingt fliegen können‘, fluchte ich innerlich.
„Kannst du nen Schildzauber?“, trat Dark Moon neben mich.
„Einen Kleinen, warum? Wie soll uns Magie….“, er unterbrach mich.
„Die Strahlen kommen da nicht durch, jetzt los“, deutete er mir, das ich auf meiner Seite aufpassen sollte,
er auf Torstens, der, irgendwie verzweifelt wirkend, die Lok am Dampf hielt.
So hatte ich den ja noch nie gesehen, stand es so schlecht um uns?
Ich dachte wieder zu viel nach und über deren synchrones:
„Eliminieren! Eliminieren! Eliminieren!“,
traf ein Geschoss das Führerhaus direkt unter dem Fenster neben mir.
Es knallte ohrenbetäubend und es flogen Funken wie bei einer explodierenden Silvesterrakete.
„Scheiße!“ Schreckte ich hoch und stolperte zur Seite. „War das knapp“
„Ich sag doch, du sollst auf die Daleks aufpassen“, schnauzte der Einhornhengst mich an.
„Tschuldigung“, murmelte ich, da mir durchaus klar war, das ich, oder einer der Anderen,
jetzt auch hätte tot sein können, und tat wie mir geheißen.

Die Daleks, diese miesen, kleinen Mutanten in ihren messingfarbenen Salzstreuern.
Eigentlich sahen die mit ihrem Stielauge, dem Pömpel und der Schneebesenartigen Waffe total albern aus,
aber sie waren verdammt gefährlich.
Und sie hatten sich mittlerweile recht gut auf uns eingeschossen.
Das blanke Chaos brach los.
Ständig knallte es, entweder, weil die Daleks mal wieder einen Teil des Zuges getroffen hatten,
dann Glas zersprang, Kohlenstücke durch die Gegend flogen, die Energie der Strahlen zischend über die
Metallteile zog und dabei verpuffte, oder halt eben auch mal einer der außerirdischen Angreifer von den
Waffen des Trupps getroffen wurde und explodierte.
Torsten machte keinen Muckser mehr und wirkte mehr Roboterhaft.
Mein Horn schon anfing zu glühen, es waren einfach zu viele, deren Angriffe ich von uns und den Teilen
des Generators fernhalten musste.
Erschöpfung machte sich bei mir breit, ich konnte einfach nicht mehr.
„Komm halt durch, da vorne ist der Wald schon“, klopfte mir Harkness auf den Rücken und zeigte nach
vorn raus auf erste grüne Bäume.
„Achtung, alle runter!“, schrie Reaper und ich wurde zu Boden gerissen.
Bevor ich mich fragen konnte, was los war, schossen unzählige Strahlen durch Führerhaus,
knallten in die Seitenwände.
Die Holzverkleidungen rauchten schon, es gab einige Löcher dort und im Dach.
Dark Moon stupste mich an und deutete auf sein glühendes Horn:
„Speise deinen Schildzauber in meinen“, murmelte er.
Ich nickte und tat genau das.
„Nein, nicht Magie zu mir übertragen, den Schild einfach reinlegen“
„Ich kenne mich damit nicht so aus“
„Merk ich“
Ich korrigierte meinen Fehlzauber und sah, das uns ihre gefühlskalten Stielaugen durch die Fenster auf
beiden Seiten anstarrten.
„Wir sind verloren!“, rief Torsten verzweifelt.
„Ach quatsch“, sprach Harkness.  
Die Kanonen wurden auf uns gerichtet.
„Eliminieren!“
‚Das war´s jetzt‘, dachte ich jedoch auch und schloss die Augen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ein leises Surren hörbar.
Ein grelles Leuchten ging durch das Führerhaus.
„Was geht hier vor?! Erklärung?! Erklärung!“ schrien die Daleks.
Ich öffnete vorsichtig ein Auge und sah, wie sie zurückgedrängt wurden.
Genau in dem Moment ging ein heftiger Schlag durch die Lok, begleitet von einem Lauten Knall.
Sofort war ich auf den Hufen und sah raus.
Wir waren durch eine Art Zaun gekracht, oben sah ich die Untertasse der Daleks durch die Wolken brechen.
Sie schossen jedoch nicht mit Lasern, sondern warfen Bomben, und die rissen tiefe Krater in
den Boden neben und hinter uns.
Nicht lange, und sie würden den Zug, oder die Gleise vor uns treffen.
Sie schossen mit ihren Waffen auf die Sprengkörper.
Ich gab Dampf auf die Zylinder und Pfeifsignal.
Einer traf einen Sprengkörper über uns, die Druckwelle haute heftig rein, der Knall war so laut,
als hätte genau neben meinem Ohr ein Blitz eingeschlagen, ich hörte kurzzeitig nur noch ein Piepsen,
während meine Hufe das Steuerrad umklammerten, um bei den Erschütterungen nicht auf den Boden zu krachen.
Es fühlte sich an, als wäre die Lok aus den Gleisen gehüpft, zum Glück war sie das nicht.

Vor dem Wald zog sich ein hölzerner Palisadenwall durch die Gegend, mit einem Tor über den Schienen.
Wenn das jetzt nicht auf war, würde es sich auch nicht mehr rechtzeitig öffnen.
Ohnehin sahen die Wachtürme unbesetzt aus.
Ich ließ die Pfeife immer drei Mal kurz nach einander ertönen.
Ob das auch hier als Notsignal galt war mir nicht bekannt, aber was anderes fiel mir nicht ein.
Das Tor bewegte sich keinen Millimeter.
„Das ist doch wohl nicht zu fassen, warum öffnen die´s nicht?“ äußerte sich der Gardist.
„Dann brechen wir halt eben durch. Wozu hat man denn ne 100 Tonnen schwere Dampfmaschine auf
 Rädern.“ sagte ich und musste grinsen.
Die anderen nickten bloß. Hier anzuhalten wäre glatter Selbstmord.
Regler auf, Steuerung voll ausgelegt, Sandstreuer dazu, damit die Maschine nicht schleuderte.
Die Tachonadel stieg an.
„Alle gut festhalten!“ rief ich.
Wir krachten mit gut 75 Sachen in die Konstruktion.
Es knallte laut, Holzsplitter und Metallteile flogen durch die Luft.
Wir zogen eine Staubwolke hinter uns her.
Als wir ganz durch waren, schloss ich den Regler und ließ den Zug wieder rollen.
Das Dalekschiff blieb zurück.
Allgemeine Erleichterung machte sich auf dem Führerstand breit, nur Torsten wirkte nicht glücklich.
„Mir war das viel zu knapp“, raunte er mir beiläufig zu.
Er hatte nicht unrecht.
Und ich machte mir die ganze Strecke den Wald runter Gedanken.
Zum Einen wegen seines Einwandes, welcher nicht ganz unberechtigt war, zum Anderen war unser Plan
endgültig hinfällig.
Hier kämen wir wohl so schnell nicht mehr raus.

Der Schienenstrang führte durch eine akkurat geschlagene, ebene Schneise die Schlucht entlang,
mitten hinein in die tiefsten Tiefen des Everfree Forest.
Normalerweise würde sich hier kein normales Pony herwagen.
Warum die so große Angst vor einem Wald hatten, verstand ich nie so ganz.
Die Schlucht endete irgendwann, dafür durchfuhren wir weitere Kurven, eine sehr einfache Holzkonstruktion
führte die Gleise über einen kleinen Flusslauf, in dem tatsächlich Wasser floss.
Über den Baumwipfeln ließ sich langsam etwas ausmachen, das die Konturen eines Gebäude hatte.
Es musste etwas großes sein.
Wir brachen aus dem Wald heraus auf eine Lichtung, auf meiner Seite erneut eine Schlucht,
auf der Anderen ein gewaltiges Gebäude, dessen Ursprung als Schloss ihm noch anzusehen war.
Allerdings hatte es mehrere An- und Umbauten erfahren.
Irgendwie kam mir das Ding bekannt vor.
‚Natürlich, das alte Schloss der zwei Schwestern‘, schoss es mir durch den Kopf.
Der Doktor und ich hatten es mal besucht, bevor die Sache mit Nightmare Moon passierte.
Also für die in der Zeit, für uns war das natürlich schon geschehen. War ein recht schönes Schloss.
Die Ruine hatten wir einmal, kurz nach unserer „Umsiedlung“ durch Discord, besichtigt.
Das hier wirkte mehr wie eine Festung.
Wir stoppten einige Meter vor dem Ende der Gleise, als der dortige Prellbock den letzten Rest Bewegungsenergie
aufnahm und uns mit einem Ruck zum stehen brachte.
Eine gewaltige Dampffontäne schoss geräuschvoll aus den Überdruckventilen.

Unsere jetzige Anwesenheit an diesem Ort war natürlich nicht mehr all zulange unbemerkt geblieben.
Noch während wir uns von der Aufregung erholten, erklang eine Stimme, wohl bekannt, auch wenn sie
den Umständen entsprechend ungewohnt hart klang.
„Was geht hier vor sich? Wer sind sie?“
Mir fuhr der Schreck in die Knochen.  
Ich meine, von Luna war man diesen Tonfall ja gewöhnt, aber wenn Prinzessin Celestia ihn anschlug,
dann bekam ein jeder Muffensausen. Und besonders Ich.
Bevor ich allerdings auch nur einen Huf rühren konnte, waren Harkness und seine Truppe vom
Führerstand gesprungen und zu Prinzessin geeilt.
Sie erklärten der Herrscherin, was vorgefallen war. Zumindest seit unserem Aufeinandertreffen.
Zumindest sah es danach aus.
Dann kam sie auf uns zu. „So, so, ihr seid also aus einem parallelen Universum. Was führt euch
 ausgerechnet hier her?“ fragte sie.
Torsten stand nur starr da und rührte sich keinen Millimeter, stattdessen sah er mich eingeschüchtert an.
Es lag wohl an mir zu antworten, doch auch musste auch erst einmal schlucken, bevor ich überhaupt ein
Wort raus bekam. Die Prinzessin wirkte etwas ungeduldig.
„Also, ähm, das war so, das, wir haben diesen Portalgenerator hier, und dann hatten wir es etwas eilig,
 da hab ich wohl nen Zahlendreher reingehauen, und dann ging er auf einmal nicht mehr und jetzt sind
 wir hier …“, stammelte ich ängstlich vor mich hin und kam mir vor wie der letzte Idiot.
Am liebsten hätte ich mir in den Hintern getreten
„Was´n mit denen los?“, fragte Dark Moon
„Das frag ich mich auch. Die Daleks lassen ihn fast kalt, aber jetzt machen der sich fast in die Hose“,
sagte Harkness
„Ihr habt leicht reden, aber ich hab halt mehr schiss vor nem wütendem Alicorn, als vor durchgeknallten
 Tintenfisch Mutanten, die sich in einem albernen Metallpanzer verstecken müssen, damit sie das  
 Universum nicht sofort ins Nirwana schickt“, klang meine Stimme jetzt wieder wie immer.
„Was heißt hier wütend? Ich habe nur eine frage gestellt“, sprach Celestia ein wenig verdutzt.
„Nun, wenn unsere Celestia so klingt, sollte man zusehen, das man Land gewinnt“ erklärte Torsten zwar
leise, trotzdem konnte es jeder hören. „Verzeihung, so war das nicht gemeint“, schob er gleich nach.
„War das der Grund, warum ihr es so eilig hattet?“, fragte sie.
„Um Himmelswillen, nein. Wir haben es nur schon einmal miterlebt. Na ja, ganz Canterlot hat das“,
ich biss mir sogleich auf die Zunge.
Das war nicht so angebracht gewesen, was man auch daran sah, das, als ich die Stadt erwähnte, sich ganz
kurz etwas im Blick der Herrscherin veränderte.
Nur ganz kurz und kaum merkbar.
„Die genauen Hintergründe für unsere Aktion sind eine etwas längere Geschichte. Wenn es in Ordnung
 ist, erläutern wir sie später?“, versuchte ich die Situation zu retten.
„Das halte ich für eine gute Idee. Ich würde zudem vorschlagen, sie kümmern sich erst mal um ihr
 Vehikel. Das sieht ziemlich mitgenommen aus. Und dann werden wir besprechen wie es weiter geht.
 Alle anderen zurück an die Arbeit“, erwiederte sie kurz angebunden und richtete ihren letzten Satz an die
vielen schaulustigen Ponys, welche sich am Schloss versammelt hatten.
Nachdem die wider im Gebäude verschwunden waren kam sie noch einmal kurz zu uns.
„Erwähnt diese Stadt nie wieder, wenn ich auch nur in der nähe bin. Habt ihr das verstanden!“, zischte sie
leise und mit solchem ernst, dass sich kurzzeitig alles zu verdunkeln schien.
Die Luft fühlte sich kurzzeitig so an, als würde sie brennen.
Mein Herz sackte mir glatt in Unterleib.
Wir zwei konnten nur vom Schreck erstarrt nickten, daraufhin drehte sie sich um und verschwand
geradewegs im Schloss.
Ich machte mir eine dicke Notiz im Gehirn.
Torsten fiel glatt um: „Wo sind wir hier bloß rein geraten?“
„Ich weiß es nicht“ , saß ich schwer atmend da und drückte mir einen Huf an die Brust, schmerzhaft
pochte mein Herz gegen die Rippen.
Es dauerte ein paar Minuten, bis sich alles beruhigt hatte.

Hier würden wir so schnell nicht wieder wegkommen. Zumindest war dass das Ergebnis unserer ersten
groben Schadensaufnahme.
Die Laternen waren hinüber, aus den Nähten der Wasserkästen ergossen sich Sturzbäche,
mehrere Leitungen waren beschädigt, der noch recht frische, grüne Lack von Kessels und Führerhaus war
von Blasen und Verfärbungen überzogen, sowie einige andere kleinere Beschädigungen.
An den Wagen sah es kaum besser aus. Die Wände sahen aus wie Schweizer Käse,
viele der Fenster waren nur noch Scherbenhaufen.
Auch der Kohlenhaufen auf dem Vorratswagen hatte um einen nicht unerheblichen Teil abgenommen,
ein kleines Feuerchen schwelte gemütlich vor sich hin. Im Kesselwagen klaffte ein Loch.
Uns blieb nichts anderes übrig, als unsere Dampflok vorerst wieder kalt zu machen.
Dieser Trip wurde wirklich immer besser.

Nach all diesen Stress und Ärger war erst einmal eine Raucherpause angesagt, um wieder runter
zu kommen. Den Kopf etwas frei zu bekommen.
Mein Onkel und ich steckten also unsere Pfeifen an, während Steffen eine Zigarre rauchte.
Nur Torsten war seiner, nun schon Zehn Jahre andauernden, Rauchfreiheit treu geblieben.
Und während wir da saßen, kam die Frage auf, mit der man unweigerlich hatte rechnen müssen.
„Jetzt erklär mir doch bitte endlich mal, was das eigentlich für Dinger waren, die da aufgetaucht sind“,
erhob Torsten das Wort.
„Das würde mich auch mal brennend interessieren“, warf Steffen ein.
„Das waren Daleks“, antwortete ich nüchtern.
„Die nervigsten, außerirdischen Idioten im ganzen Universum. Und leider auch so ziemlich die
 tödlichsten. Seht ihr ja.“
„Und was genau sind jetzt diese Daleks?“, fragte mein Onkel.
„Nun, soweit ich weiß sind es Mutanten, welche das Ziel haben, die alleinige Herrschaft über das
 Universum zu erlangen. Und alles, was ihnen im Weg steht, wird eben beseitigt“
„Oh super, und wir sitzen an einem Ort fest, der gerade mitten in deren Visier steht“, fasste Torsten wenig
begeistert zusammen.
„Fürchte so ist es“
„Dann sollten wir zusehen, dass wir von hier verschwinden. Schnellstmöglich“ schlug Karl-Heinz vor.
„Nun, Ersatzteile haben wir genug, Werkzeuge auch, und mithilfe der Magie von euch Zwei sollten die
 Arbeiten wirklich kein Problem werden“, erklärte Steffen.
„Die Frage ist, ob die da drüben uns lassen“, erwiderte ich, aber mit zustimmenden Unterton.
Innerlich war ich zwiegespalten. Zum einen, da hatte der Doktor wirklich eine Ader in mir ausgegraben,
wollte eine Seite den Ponys hier helfen. Das konnte schließlich nicht ewig so weiter gehen.
Irgendwann würde auch der Schutz durch die Magie des Waldes versagen und dann wären auch die
letzten Ponys hier dem Untergang geweiht.
Andererseits hatte ich keine Ahnung, was wir gegen so eine Übermacht ausrichten sollten, zumal offenbar
kein Timelord mit Notrufzelle in Sicht war.
Und ohne sein spezielles Wissen, geschweige denn sein Schiff, hatte ich keine Idee, wie man die Daleks
effektiv bekämpfen konnte, ohne gleich beim ersten Versuch ins Jenseits befördert zu werden.
Natürlich teilte ich meinen Freunden meine Gedanken mit, wir waren uns da recht schnell einig.
Ohne genauen Überblick über die Situation und die Möglichkeiten würden wir nicht einen Huf der
Einmischung rühren.
Das Risiko, unter die Räder zu geraten, wäre einfach zu groß.
Bis uns etwas einfiele, würden wir eben an den Reparaturen zugange sein.
Und mit der hiesigen Celestia würden wir erst morgen Reden, so sie denn wollte.
Hoffentlich würde das entspannter werden.

Wir beendeten die letzten vorbereitenden Arbeiten, als die Dämmerung gerade in die Nacht wechselte.
Harkness landete neben uns, als wir gerade den Gepäckwagen betreten und die Nachtruhe antreten wollten.
„Na, wie geht’s voran?“, fragte er freundlich.
„Gut, aber wir haben noch ne ganze Menge Arbeit vor uns, bis die wieder fährt“, antwortete ich und zeigte
mit einem Huf in Richtung der Lok. „Aber für heute machen wir Schluss.“
„Wollt ihr nicht ins Schloss kommen? Hier draußen wird’s doch ziemlich klart.“
„Sind sie noch ganz bei Trost? So wie die ausgetickt ist, kriegen mich keine hundert Pferde in dieses
 Gebäude!“ rief Torsten mit leichter Panik in den Augen.
„Oh, hat sie euch wegen Canterlot …“ „Die Hölle heiß gemacht? So ziemlich“, vollendete ich den Satz.
„Die Luft hat förmlich gekocht. Eine Vorwarnung wäre nett gewesen“
„Hatte ich vergessen anzusprechen. Und was wollt ihr jetzt tun?“
„Nun ja, wenn wir uns ran halten, kriegen wir die Reparaturen in ein paar Tagen hin.
 Ersatzteile haben wir genug, Zeit offenbar auch, und dann nichts wie weg hier.“
„Ihr wollt einfach abhauen?“ fragte er überrascht.
„Was sollen wir da schon ausrichten?“ erwiderte Karl-Heinz.
„Na hört mal, ihr habt ein Gerät gebaut, mit dem man durch die Realitäten reisen kann, …“ warf er
ungläubig rein.
„Nur dank einem Haufen an Büchern, nem großen Zufall und viel Hilfe eines gewissen Timelords“,
erwiderte ich. „Außerdem sind die schon hier, haben sich wahrscheinlich auch schon weiter ausgebreitet.
 Mag sein, das wir es schaffen könnten, die, die hier sind, zu stoppen, aber dann kommen die anderen und
 es geht wieder von vorne los. Aber wie Karl-Heinz schon angemerkt hat, ist selbst diese Art von Erfolg
 recht unwahrscheinlich.“
„Ist das dein ernst? Du hast doch gesehen was die angerichtet haben, und was sie anrichten können.
 Willst du denen das einfach so durchgehen lassen?!“ schrie er mich an.
‚Der Kerl weiß nicht, wann es genug ist‘ dachte ich mir, während es in mir anfing zu brodeln.
„Ich bin nicht der Doktor, verdammt. Aber nein, wollen tu ich das nicht“, zischte ich zwischen den
Zähnen hervor.
„Aber ich werde hier kein sinnloses Himmelfahrtskommando gegen eine riesige Zahl an schießwütigen
 Salzstreuern unterstützen“
„Was heißt hier sinnlos? …“
Langsam ging mir diese Diskussion auf die Nerven. Ich war müde und wollte ins Bett.
So drehte ich mich einfach um, folgte den anderen in den Wagen.
Ihm passte das gar nicht.
Ich wollte gerade die Schiebetür mit meiner Magie verschließen, da preschte der Pegasus zu uns rein.
„Was habt ihr hier eigentlich drin? Ich hab mich das schon die ganze Zeit gefragt. Schließlich muss es ja
 eine Energiequelle geben, mit der ihr das alles betreibt. Ich bezweifle allerdings, das ihr hier einen
 Atomreaktor spazieren fahrt“, erklärte er mit  Unterton.
Ich stand dabei schon vor einer geöffneten Tür. Sie gehörte zu einem Schrank, oder besser gesagt,
dem mittleren Teil davon. Zumindest sah es danach aus.
„Was ist das?“, fragte er misstrauisch.
„Ein Schrank“, sagte ich genervt und rollte mit den Augen.
„Lügner!“ rief er. „Wie kannst du fast zur Hälfte in einem Schrank stehen? Also nochmal. Was ist das?“
„Das geht sie nichts an!“
„Das sehe ich aber anders!“
„Pech für sie. Das ist mein Zug, hier haben sie nichts zu sagen!“
„So langsam reicht es mir, ich will wissen, was in diesem Schrank ist“
Er machte eine Bewegung nach vorn.
Aus Reflex nutzte ich meine Magie, um ihn aus dem Wagen zu drängen, doch während ich, so schnell ich
konnte, die Tür wieder verschloss, war er schon wieder hindurchgeflogen und hielt auf den Schrank zu.
Ehe auch nur einer von uns reagieren konnte, krachte er in mich rein.
Wir flogen durch die Tür und rollten einige Meter über den Boden.
Ich war recht schnell wieder klar im Kopf, stand auf, richtete meinen Hut und klopfte mir den nicht
vorhanden Staub vom Mantel.
„So, sind sie jetzt zufrieden?“, sagte ich genervt ironisch, während ich ihm wieder auf die Hufe half.
Er schüttelte sich einmal, dann ließ er sein Blick durch den Ort schweifen, an dem er gelandet war.
Mit ungläubigen Blick wanderten seine Augen durch den großen Raum, bis die an einer mittig
angeordneten Säule mit der sechseckigen Konsole und ihren Instrumenten hängen blieb.
„Das, das, das ist doch nicht möglich“, sagte er und glaubte wohl seinen Augen nicht.
„Doch ist es“, erwiderte ich. „Aber nicht so, wie sie es sich gerade erhoffen.“
„Ihr habt eine Tardis?! Das ist ja fantastisch!“, rief er aus und war völlig aus dem Häuschen.
Wunderbar, jetzt war dem Herren auch noch die Existenz von Tardisen bekannt. Wie weit war es wohl hergeholt zu denken,
das der Kerl auch den Doctor kennt?

Die Tardis, eine Kombination aus Raumschiff und Zeitmaschine. Das Besondere, der innere Raum ist um ein
Vielfaches größer, als die äußere Form es normalerweise vermuten ließe.
Ursprünglich eine Erfindung der Timelords, hatte es diese hier, schwer beschädigt, irgendwie in unser
Mobiliar verschlagen. Sie war seit dem unerkannt als Teil eines Wandschranks durchgegangen,
bis wir es vor ein paar Monaten zufällig herausfanden.
Da der Tarnmechanismus laut Doktor nicht zu Reparieren war, sah sie halt noch immer so aus.

„Ich hole sie ja nur ungern auf den harten Boden der Tatsachen zurück, bevor sie hier noch vor
 Höhenflügen an der Decke kleben, aber dieses Schiff wird nicht fliegen. Nicht einen Millimeter“,
erklärte ich ernst.
„Nur weil ihr es nicht könnt“, erwiderte er abfällig.
„Nein, weil der Hauptantrieb im Arsch ist, oder was meinen sie, warum wir das ganze auf nen Dampfzug
 verfrachten mussten, um unser Gedöns in Bewegung bringen zu können“
„Ach, ihr müsst da nur mal einen Fachmann ran lassen, der …“
„Einen größeren Experten wie den Doktor finden sie glaube ich nicht mehr“, unterbrach ich ihn.
Er blieb augenblicklich still, die Stimmung hatte einen deutlichen Dämpfer erfahren.
Also war der Gedanke nicht sehr weit hergeholt, fragte mich nur, wieso die Daleks da draußen dann freie Bahn hatten.
Nach kurzer Pause sprach er wieder: „Das heißt, dieses Wunderwerk der Technik ist zu nichts anderem
 mehr zu gebrauchen, als als Energiequelle?“
„Und Hauptrechner, Schutzraum, temporärer Zweitwohnsitz, oder Gesprächspartner. Nur durch Raum und
 Zeit fliegen, das wird sie wohl nicht mehr"
„Schade, und ich dachte schon, wir hätte endlich etwas, mit dem wir den Daleks ordentlich einheizen
 könnten“, er wirkte niedergeschlagen.
„Das wird schon noch. Aber jetzt würden wir uns trotzdem erst mal über eine Mütze voll Schlaf freuen“,
sagte ich gähnend.
„Ja, Natürlich“, trottete er mit hängendem Kopf hinaus.
Man hörte, wie draußen die Schiebetür zugeschoben wurde.
„Ahh, na endlich“, seufzte ich, setzte mich, hob kurz den Hut vom Kopf, strich mir einmal mit dem Huf
durch die Mähne und setzte ihn wieder auf.
„Ich schlage vor, wir hauen uns ne Runde aufs Ohr“, sagte Karl-Heinz.
„Und Morgen sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus, werdet schon sehen“
Wir verabschiedeten uns und begaben uns auf unsere Zimmer.
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