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Steampunk - Mit Volldampf ins Abenteuer

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
Discord König Sombra OC (Own Character) Prinzessin Celestia Prinzessin Luna Twilight Sparkle
22.09.2017
17.09.2020
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18.06.2018 7.650
 
Auf dem Weg drängte sich mir eine Frage auf.
Na ja, eigentlich war es eher der Versuch, mich selbst von meinen Ängsten abzulenken.
„Die Ponys hier haben doch sicher was besseres zu tun, als den Zug aus dem Dreck zu ziehen.
 Wie ist der dann her gekommen?“, murmelte ich leise in mich hinein.
„Na ja, was unsere hier angeht, ja. Die fremden Ponys wollten sich jedoch erkenntlich zeigen,
 das ihr sie mitgenommen habt und haben, soweit nötig, Schutt und Schrott bei Seite geräumt.
 Den Rest haben deine beiden Freunde selber erledigt“, erklärte die Wache und ich konnte nur
verdrossen blinzeln. Wie hatte der das verstehen können?
Aber er sagte das, als seien solche Gesten die reinste Normalität in der Welt der Ponys gewesen.
Ihn misstrauisch im Augenwinkel beäugend nickte ich leicht.
Wenn er gesagt hätte, das Steffen und Karl-Heinz, vielleicht auch Torsten, wenn er mit
herübergekommen war, das mal wieder alleine bewerkstelligt hatten,
hätte ich ihm das eher geglaubt, denn dazu waren sie definitiv in der Lage.

Als wir das Eingangsportal durchschritten, fanden wir das innere des Gebäudes genau so
verlassen vor, wie es von außen gewirkt hatte.
All die Ecken, an denen vor unserer Abfahrt noch das pralle Leben vor sich hin wuselte,
waren nun verlassen.
„Wo sind die den alle hin?“
„Soweit ich weiß, arbeiten sie alle mit Hochdruck an der Befreiungsaktion“
„Ach, haben die mit den Paar Kristallsplittern etwas entwickeln können?“
„Sie sind zuversichtlich“
„Die ist immer gut“
Wir gingen an den Räumen der Werkstatt vorbei.
In der Ecke des Schlosses herrschte das reinste Chaos.
Ständig wurde etwas herum gekarrt, überall lag Material herum.
Irgendwer rief immer, das er etwas bräuchte, oder mit einem Teil fertig sei.
Und dann trat aus dem ganze Trubel plötzlich die Prinzessin heraus.

„Ah, schön zu sehen, das es ihnen wieder besser geht, Alexander.“, sprach sie mich,
mit einem seltsamen Unterton in der Stimme, an.
Es sollte wohl freundlich klingen, aber irgendetwas sagte mir, das da noch was anderes war.
„Eure Hoheit“, deuteten wir eine schnelle Verbeugung an.
„Nu lasst die Förmlichkeiten mal sein, interessiert hier eh keinen mehr“, erwiderte sie schnell.
„Würdest du dich bitte zum Ausguck begeben. Die sagten mir, sie hätte Probleme alles im Blick
 zu behalten“
„Wie sie wünschen“, verschwand die Wache.
„So Alexander, und wir müssen uns wohl mal unterhalten“, wendete sie sich wieder an mich.
Von Freundlichkeit keine Spur mehr, da war nur noch Ernst.
Ich musste schlucken.
„Komm mit“, trug sie mir auf.
Schnellen Schrittes verließen wir diesen Teil des Gebäudes, durchquerten einige Gänge.
Es wurde kein einziges Wort gesprochen in der Zeit.
Wäre eh kaum möglich gewesen, da ich meine gesamte Puste dazu brauchte,
hinter ihr her zu kommen.
Wir erreichten einem Fensterlosen, nur von einigen Kerzen beleuchteten Raum, im welchem,
in einer annähernden Ellipse, mehrere Stühle standen, von welchen nur einer noch unbelegt war.
Auf den Restlichen saßen Steffen und mein Onkel, sowie Drei mir persönlich unbekannte Ponys
unserer kleinen Expeditionsgruppe.
Ich nahm Zwischen meinen Vereinskollegen Platz, die Prinzessin saß uns gegenüber.
„Ihr habt jetzt aber nicht die ganzen drei Tage hier drin rum gesessen?“, fragte ich leise meinen Onkel.
„Nein, nein, keine Sorge. Die haben uns vorhin hergerufen, als sie euch oben kommen gesehen
 haben“, antwortete er mir.
„Und was habt ihr in der Zeit gemacht?“
„Na ja, am ersten Tag hatten wir ja noch mit der Maschine zu tun. Und gestern haben wir einfach
 hier und da mal ausgeholfen“
„Ah. Sonst ist nichts passiert?“
„Ne, alles gut“
„Ä-hem“, machte die hiesige Celestia darauf aufmerksam, das wir hier ja nicht alleine waren.
„Tschuldigung“, sagte wir schnell.
Sie nickte und hob an zu sprechen.
„Nun, es wissen sicher alle, weswegen wir hier zusammensitzen. Mit dem nicht anwesenden Teil
 eurer Gruppe hab ich schon gesprochen, ihr seit also die letzten, die ich dazu befragen muss“
„Wenn es um den Vorfall in der Stadt geht,…“, wollte ich gerade zu einer Erklärung ansetzen, doch
die Prinzessin winkte sofort ab.
„Nein Alexander, darum geht es tatsächlich nicht“, sagte sie und ich atmete erleichtert auf.
Wobei mir allerdings auch ein leicht entrüstetes Schnauben entkam.
‚War es nicht möglich, das schon zu einem früheren Zeitpunkt mal zu erwähnen?
 Hätte mir einiges an Nerven gespart‘, grummelte ich in Gedanken.
Sie fuhr unbekümmert fort: „Vielmehr betrifft es eine gewisse Region im Norden, zu der ich ein
 Paar fragen habe, sowie einen bestimmten Einhornkönig, den ihr dort sicher getroffen habt“
„Das ist richtig, eure Hoheit. Und die drei Fremden da, besonders der mit dem Hut, hatten wohl
 engeren Kontakt mit ihm“, sprach einer der mir Unbekannten, mit einem Huf auf mich zeigend.
Er klang anklagend, als säßen wir bei einer Vernehmung, und er versuchte seine Haut zu retten.
Ich bezweifle stark, das er überhaupt wirklichen Kontakt mit Sombra hatte.
„Das ist hier keine Anklage“, sprach Celestia beschwichtigend, aber ernst, „Ich möchte nur gerne
 Wissen, was ihr erlebt und erfahren habt“
„Ich weiß nur das er da war und mit der Führungsriege der Aktion zusammen gearbeitet hat“,
erwiderte der Fremde schnell. Der Rest der Einheimischen nickte zustimmend.
Die Prinzessin nickte verstehend, dann wendete sie sich uns zu.
„Wir beide waren nur dabei, als er und seine Leute bei uns vorstellig wurden. Danach hatten wir
 andere Vorarbeiten zu treffen“, erklärte mein Onkel.
„Ich war noch dabei, bis wir die Orientierung geklärt hatten. Danach hab ich mich wieder der
 Lokmannschaft angeschlossen, um bei den anfallenden Arbeiten zu helfen“, ergänzte Steffen
danach noch ergänzend.
„Genau das. Der Rest spielte sich erst einmal ohne ihn ab“, beendete ich diese erste Erklärung.
Daraufhin wurde im Prinzip nur noch einmal die gesamte Tour zusammenfassend dargelegt, bis
wir in unserer Darlegung an den Punkt gelangten, an dem wir das Kristallkönigreich verließen.
In dem Moment unterbrach uns die Herrscherin.
Sie sprach Ernst, aber so vollkommen Emotionslos, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten.
„Nun, das genügt. Und auch wenn ich sagen muss, das er das ganz sicher nicht verdient hat, kann
 ich euch dennoch nicht gestatten, die Erinnerungen an das Kristallkönigreich, und allem was damit
 zusammenhängt, zu behalten.
 Dafür hab ich zu viel Zeit und Energie darein gesteckt, diesen Makel für immer aus der blüten-
 weißen Weste meiner meiner Regentschaft zu tilgen, als das ich zulassen kann, das ihn
 irgendwelche dahergelaufenen Idioten ihn wieder hervorholen und verbreiten“
Bevor auch nur irgendjemand für einen Widerspruch Luftholen konnte, besonders ich, der schon
alleine wegen dieser unverschämten Beleidigung los wettern wollte, ließ sie ihr Horn erstrahlen.
Der Lichtblitz fühlte sich wie ein Schlag vor den Kopf an.
Durch den Nebel der Benommenheit vernahm ich noch ein paar Worte der Beruhigung ihrerseits:
„Keine Sorge. Wenn ihr wieder erwacht, werdet ihr all das hier vergessen haben“
Dann dämmerte ich weg.

Ich fand mich ein einem mir unbekannten Bett, in einer mir unbekannten Räumlichkeit wieder.
In den Betten nebenan befanden sich Steffen und Karl-Heinz, sowie drei Ponys, von denen ich zwar
wusste, das sie mit auf Expedition gewesen waren, persönlich waren sie mir allerdings fremd.
Mein Kopf fühlte sich ein wenig danach an, als hätte ich Brei im Schädel.
Ich trank einen Schluck von dem Glas Wasser, das bei jedem von uns auf dem kleinen Nachttischen
stand, quälte mich aus dem Bettzeug, versuchte so leise ich konnte zum Fenster zu gehen.
Es gab Momente, da verfluchte ich mich dafür, keine Flüster-Hufeisen gewählt zu haben.
Dieser war einer davon.
Meinen Lärm-unterdrückenden Zauber bekam ich aus irgendeinem Grund auch nicht hin,
weshalb ich so bedachtsam wie möglich auftrat, um das Klappern der Hufe auf dem Steinboden so
gering wie möglich zu halten und die anderen nicht zu wecken.
Denen dürfte es vom gesundheitlichen her nicht besser gehen als mir.
Warum genau waren wir eigentlich zusammen gekommen? Es wollte mir nicht einfallen.

Am einzigen Fenster des Raumes angekommen, schob ich den dicken,
schweren Vorhang gerade soweit zur Seite, das ich hinaussehen konnte und das Licht
die Anderen nicht beschien.
Ich konnte den Graben ausmachen, den Waldrand, die Fahrzeuge.
Offenbar befanden wir uns im oberen Teil eines der beiden vorderen Türme.
In dem Moment öffnete sich die schwere Holztür laut quietschend, was die Anderen augenblicklich
aufrecht im Bett sitzen ließ. Ich seufzte innerlich auf.
Hätte ich mir den Aufwand auch sparen können.
In Begleitung zweier Krankenschwestern betrat Celestia den Raum.
„Guten Morgen. Ich hoffe es geht euch einigermaßen gut. Entschuldigt die Unannehmlichkeiten,
 aber wir mussten sichergehen, das ihr keine Krankheiten aus der unbekannten Siedlung
 einschleppt. Wir sind schon nur noch so wenige, da können wir keine Epidemie gebrauchen“,
sprach sie freundlich.
Es gab nichts daran auszusetzen, trotzdem stieß mich irgendetwas Sauer auf, als ich sie erblickte.
Ich schob es bei Seite.
Sooft wie mich etwas sauer aufstieß, konnte ich das Gefühl getrost ignorieren.
Allesamt nickten wir nur zustimmend.
„Ach, falls es euch so gehen sollte, Gedächtnislücken sind eine leider häufige Nebenwirkung,
 die sollten sich aber im laufe des Tages legen“, erklärte eine der beiden Schwestern.
„Ah, okay“, ließen einige von uns verlauten.
„Gut, wenn ihr euch denn fit fühlt, dürft ihr das Zimmer verlassen und euch den anderen wieder
 anschließen“, erklärte die Prinzessin.
„Das sind doch gute Nachrichten“, sagte Karl-Heinz und stieg aus den Federn,
Steffen tat es ihm gleich. Zu dritt wollten wir uns auf den Weg nach unten machen,
als mir an der Tür noch etwas einfiel.
„Ach sag´n sie mal, wo sind eigentlich mein Mantel und Hut abgeblieben?“
Die Frage schien sie zu überraschen.
„Ähm … , na … , hattest du die nicht eurem Kollegen zur Verwahrung mitgegeben?“
„Hatte ich das? Kann ich mich gar nicht dran erinnern. Na, wenn sie das sagen wird’s schon stimmen“,
sprach ich, und musste aus irgendeinem Grund grinsen, dann folgte ich meinen Vereinskollegen
die Wendeltreppe hinab.

Wir fragten fast überall herum, aber niemand konnte unsere Hilfe gebrauchen, weshalb wir uns dazu
entschlossen, uns erst einmal zum Zug zurück zu begeben.
In der Tardis trafen wir auch Torsten an, meine Sachen hingen tatsächlich am Kleiderhaken.
„Also dann, ich bin erstmal duschen“, erklärte mein Onkel und verschwand in einem der Gänge.
„Ich auch“, fügte Steffen an.
„Gut, wenn die beiden großen Badezimmer vorerst belegt sind, beschäftige ich mich noch etwas mit
 dem Handbuch“, erklärte ich drauf.
„Von mir aus“, hörte ich Torstens gelangweilte Stimme aus der Sofaecke.
„Aber dann können wir uns daran machen, von hier zu verschwinden, ja?“, sprach er erwartungsvoll.
„Ich würde ja gerne noch bleiben, damit ich weiß, ob alles gut geht“, ließ ich, an die Steuerkonsole
gelehnt, verlauten, wendete meinen Blick aber nicht vom Buch ab.
„Ist das wirklich notwendig?“, seufzte er auf. „Am Ende geht’s schief und dann sind wir auch erledigt“
„Torsten, …“
„Was? Wir machen das hier doch, um nach Hause zu kommen, oder nicht? Gut, es ging was schief,
 und das du die hier nicht einfach zurücklassen konntest, ohne zumindest auf irgendeine Weise
 versucht zu haben zu Helfen, verstehe ich nach allem was mit dem Doktor war auch noch in gewisser
 Weise, aber jetzt seid ihr hier fertig.
 Alles getan, was ihr tun konntet. Also Abfahrt und endlich unser Ziel erreichen“
„So einfach ist das nicht. …“
„Ach nein, warum?“
„Falls es dir entgangen sein sollte, die Lok da vorne gehört uns nicht. Wir können nicht einfach damit
 auf nimmer wiedersehen in eine andere Realität verschwinden“
„Und falls du es vergessen hast, die 78er gehört unserem Verein, zu dessen Vorstand ich gehöre,
 und deren Einzelteile du denen hier einfach so verantwortungslos überlassen hast.
 Ohne irgendwelche klaren Garantien.
 Und das heißt normalerweise, alles was an dieser Maschine angebaut wurde, gehört mir.
 Und da ich bezweifle, das diese, unumkehrbar umgebauten Spenderteile, fachgerecht ersetzt werden
 können, gehört die Maschine nun zum Verein“
Seine Worte klangen voller Vorwürfe und Unverständnis in meinen Ohren und doch wusste ich,
das sie in gewisser Weise auch ihre Berechtigung hatten.
„Ich sehe mal, ob ich mir etwas ausdenken kann, mit dem wir Alle uns arrangieren können“, sagte ich
mit leicht hängendem Kopf und einem bedauernden Unterton.
Er lief nur verächtlich schnaubend aus dem Kontrollraum, irgendwohin in die Tiefen des Zeitschiffes.
Ich ließ mich auf die kühlen, metallenen Stufen der Kontrollplattform nieder.

So allein mit mir und meinen Gedanken begann ich mal wieder über alles bisherige nachzudenken.
Hatte er letzten Endes vielleicht sogar recht? Hätten wir verschwinden sollen, als es noch ging?
Gut, wir konnten mit Nichten sagen, das wir es nicht versucht hatten, waren es doch nur die
herausgeflogenen Sicherungen gewesen, die uns am verlassen dieses Universums gehindert hatten.
War nicht die ganze Aktion nur deshalb auf meinem Mist gewachsen, weil ich in meinem
Unterbewusstsein die Chance sah, endlich mal das Realität werden zu lassen, was wir als Kinder
immer auf dem Vereinsgelände gespielt hatten - mit der eigenen Dampflok die Welt entdecken.
Das ganze jetzt nur in eine vermeintlich noble Absicht verpackt.
War ich letzten Endes doch nicht besser als all diese Egoisten, auf die man selber immer unablässig
schimpfte, weil sie für das erreichen ihrer eigenen Ziele selbst das Wohlergehen derer riskierten,
die ihnen nahe standen, ihnen vertrauten?

Irgendwann kam Steffen wieder in den Raum und riss mich aus meinen Selbstvorwürfen.
„So, wenn du willst, ist das Badezimmer Linksrum wieder frei“
Als Antwort erhielt er von mir nur einen zur Kenntnis nehmenden Laut, dann stand ich auf und
verschwand in der entsprechenden Richtung im inneren der Tardis.
Einige Quergänge später durchquerte ich die Holztür des Bads, ließ mir eine heiße Wanne ein.
Ich verstand gar nicht, wie die Anderen nur duschen konnten, war das Eintauchen ins das warme
Wasser doch Entspannung pur.

Erst eine gute halbe Stunde später machte ich mich dann auf dem Rückweg in den Kontrollraum,
den ich aber mit einem Abstecher zur Speisekammer unterbrach.

Wollte nachsehen, ob die notwendigen Zutaten noch vorhanden waren.
Dann trat ich wieder zu meinen Vereinskollegen, Torsten kam im selben Moment dazu.
„Ich weiß ja nicht was ihr denkt, aber ich hätte mal wieder Appetit auf einen saftigen Kassler mit
 Rotkohl und Kartoffeln in Soße“, war das erste, was ich sagte.
„Das dauert doch wieder ewig“, entgegnete Karl-Heinz.
„Haben ja im Moment eh nichts besseres zu tun“, warf Steffen ein.
„Doch, wir könnten uns auf den Heimweg machen“, warf Torsten ein und hoffte, dem klang seiner
Stimme nach, die Beiden würden ihm zustimmen.
„Geht nicht“, entgegnete Steffen sofort. „Die rechte Laterne und Frequenzer sind Kaputt.
 Die muss Alex doch erst reparieren und neu verkabeln“
„Was?!“, riefen Torsten und ich zeitgleich aus.
„Wann hattet ihr denn vor, mir die Information zu geben?“, fügte ich sofort etwas ungehalten an.
„Wir dachten, das hättest du schon gesehen“
„Wann denn?“
„He, he … ups“, lachten sie kleinlaut auf.
Ich rollte nur seufzend mit den Augen.
„Davon abgesehen brauchen wir sowieso erst die Zusage der Prinzessin, das wir uns die P4
`ausborgen´ dürfen. Mit unserer 78er wird das nichts.
 Die kriegen wir hier niemals wieder ans laufen“, sprach Steffen dann noch.
Torsten warf mir einen warnenden Blick zu.
Ich lenkte das Gespräch wieder in die Richtung, die ich haben wollte:
„Also Kassler, oder futtern wir was anderes? So langsam krieg ich nämlich Hunger“
„Ach von mir aus“
„Na gut“
„Kann ja nicht schaden, mal wieder was anständiges in den Magen zu bekommen“
So richtig begeistert klangen sie alle nicht.
„Was würdet ihr denn gerne Essen?“, fragte ich, denn ich merkte, das ich schon wieder dazu abdriftete,
hier den Chef zu spielen, was mir ehrlich gesagt Unbehagen bereitete.
„Also mir würde heute auch ne Stulle rechen. So richtigen Hunger hab ich nicht“,
antwortete mein Onkel.
Steffen nickte zustimmend.
„Gut, dann mach ich mir eben ne Schlemmerschnitte“, ging ich darauf ein. „Und du Torsten?“
„Ach, auf einmal interessiert´s dich, was ich denke“, schnaubte er abfällig.
„Nu komm schon Torsten. Bitte“, ob ich wirklich so niedergeschlagen wirkte, wie es mir damals vorkam,
kann ich nicht sagen, was ich aber noch genau im Gedächtnis habe, ist das schlechte Gefühl, das ich hatte.
Das Gefühl, das hier etwas zu zerbrechen begann, und das ich eine gewisse Mitschuld daran trug.
Er schnaubte nur, die anderen Beiden sagten gar nichts und sahen sich nur an.
Wortlos erhob ich mich von den Treppenstufen der Plattform und verließ die Tardis,
um etwas frische Luft zu schnappen, ohne einen der Drei auch nur noch einmal anzusehen.

Wo ich schon mal draußen war, konnte ich mir auch gleich mal den Schaden an der Maschine ansehen,
dachte ich mir, als ich die Trittstufen des Wagens hinabstieg.
In Prinzip sollte es keine große Herausforderung gewesen werden, war es doch nichts,
was man nicht mit etwas Hitze und einigen kräftigen Hammerschlägen wieder ganz gut hingebogen
bekommen dürfte.
Genau wie der Laternenträger und die Halterung für die Frequenzertrommel.
Wie es um die Anbauteile selbst gestellt war, würde ich natürlich erst noch in Erfahrung bringen müssen.
Doch zuerst einmal begab ich mich auf den Führerstand der P4, setzte mich linksseitig auf den
Heizersitz, holte mir Pfeife mit Tabakschachtel herbei, entzündete diese und blies den Rauch,
entspannt mit dem Rücken an die Führerhausrückwand gelehnt und die Hinterläufe auf den Kasten der
Schmierpumpe hochgelegt, in die Welt hinaus.
Hier draußen konnte ich die Stille und das für mich sein wieder etwas genießen.

Nachdem die Pfeife das zweite Mal leer geraucht war, beschloss ich, mir ein wenig die Beine zu vertreten.
Womöglich konnte ich so den Kopf endlich etwas frei bekommen.
Pfeife und Schachtel ließ ich auf dem Sitz liegen, dann stieg ich von der Lok, lief einfach los.
Hatte ich mich zu Anfang noch darauf beschränkt, nur am Waldrand entlang zu laufen, war ich,
blind meiner inneren Neugier folgend, irgendwann in den Wald hinein gegangen.
Zu Anfang war es noch aufregend gewesen, wie eine dieser Querfeldeintouren, die wir mal im
Elbsandsteingebirge gemacht hatten.
Bloß gänzlich ohne feste Wanderwege.
Recht schnell jedoch merkte ich, das die Aktion eigentlich ziemlich dämlich gewesen war.
Hatte ich doch alle meine Sachen in der Tardis gelassen.
Gut, den Hut bräuchte ich, logisch gesehen, nicht unbedingt, schließlich boten die Baumkronen einen
ausreichenden Sonnenschutz. Und so kalt, das ich den Mantel zum warmhalten gebraucht hätte, war es
im Moment auch noch nicht, doch hatte ich damit auch mein ganzes Zeug da liegen gelassen.
Kein Kompass, kein Schallschraubenzieher, kein Kommunikationsgerät, nicht mal eine verdammte
Wasserflasche hatte ich mitgenommen.
In dem Augenblick, an dem ich das realisierte, hätte ich mir gern selbst in den Arsch getreten für meine
Blödheit.
Das mir dafür dauernd irgendwelches dornige Gestrüpp die Haut wund scheuerte, zählte für mich
schon fast als Ausgleich.
„Warum muss hier drin eigentlich jede Ecke gleich aussehen“, murmelte ich, als mir dämmerte, das
ich völlig die Orientierung verloren hatte.
„Na ja, wenigstens kann ich hier drin keinen Daleks begegnen“
Meine Bemühungen, die aufsteigende Besorgnis etwas zu unterdrücken, wurden allerdings
schnell zunichte gemacht, als ein entferntes Jaulen an meine Ohren drang.
„Oh super. Dafür aber magischen Wölfen aus Bruchholz. Das wird ja wirklich immer besser“,
seufzte ich.
Meiner unprofessionellen Schätzung nach sollte der Tag langsam in den späten Nachmittag
übergegangen sein.
Ich verspürte keine wirkliche Lust darauf, auch noch die Nacht in diesem Wald zu verbringen.

Langsam verzweifelnd suchte ich nach einer Möglichkeit, einen Weg zurück zu finden.
Eine meiner Ersten Ideen, auf einen hohen Baum zu klettern, das riesige Schloss sollte schließlich
nicht zu übersehen sein, erwies sich recht schnell als Fehlschlag.
Leider zeigte sich, das meine, ohnehin schon recht miserablen Kletterkünste, mit dem Wechsel auf
Hufe als Extremitäten, nicht wirklich besser geworden waren.
Eher im Gegenteil.
Nachdem ich von verschiedenen Bäumen auf meinen Hintern geflogen war, entschied ich mich dazu,
eine andere Option zu wählen, bevor aus den leichten Rückenschmerzen noch etwas ernsteres
werden konnte.
Als dann auch noch mein Magen anfing, laut knurrend nach Arbeit zu verlangen, machte es das für
mich nicht unbedingt einfacher.
An einer Stelle stehen zu bleiben würde mir aber auch nicht helfen.
Einfach weiter gehen, irgendwann käme ich wo raus, sagte ich mit immer wieder.
Jedoch hatte ich mehr den Himmel im Blick, als den Boden.
Durch diese Unachtsamkeit übersah ich die heimtückisch hervorstehende Wurzel,
an welcher ich hängen blieb, zu Boden stürzte, und einen kurzen Abhang hinunterrollte.
Mit einem lauten „Uff“ und „Au“ kam ich an einem Baumstamm zum halten.
Einige Augenblicke lang vereitelte eine leichte Benommenheit meine Versuche aufzustehen,
da sich dann alles zu drehen begann und ich wieder hinfiel.
Die Zeit nutzte ich, um mir, begleitet von einigen Schmerzenslauten, einen Haufen von Ästen aus
dem Fell zu ziehen, die sich dort eingehakt hatten, als ich durch eine Reihe Brombeerbüsche
gekracht war.
„War das jetzt wirklich nötig?!“, rief ich grummelig in die Welt hinaus, als wäre irgendjemand
anderes als mir selbst dafür verantwortlich, das ich in dieser Situation steckte.
Und dieser jemand würde sich jetzt sicher auf dem Boden kugeln vor lachen.

Nachdem ich mich beruhigt hatte, gelang es mir schließlich, mich aufzurappeln.
„Gut, dann gucken wir mal, wo wir hier gelandet sind“, murmelte ich in mich hinein.
Langsam wanderte mein Blick über die Szenerie.
Es gab auf den ersten Blick keinen Unterschied zum sonstigen Erscheinungsbild.
Bäume, kleine Büsche, heruntergefallene Äste, und Moose bildeten ein wild gewachsenes
Durcheinander.
Durch Zufall fiel mir eine leichte Unregelmäßigkeit ins Auge.
In einem schmalen Streifen, vielleicht gerade breit genug für zwei Ponys nebeneinander,
standen die Bäume einen Hauch lichter, waren etwas dünner als der Rest.
Auch stand etwas mehr Gestrüpp in diesem Bereich. Auf der anderen Seite dieses leichten Grabens,
wenn man ihn so nennen konnte, verhielt es sich genauso.
Meine Neugier war geweckt.
Ich suchte grob einen Punkt zwischen den beiden Auffälligkeiten und trug mit dem Huf vorsichtig
etwas von der oberen Erdschicht ab.
Schnell stieß ich auf einen Stein.
Mein erster Verdacht fiel auf felsigen Untergrund, doch dafür erschien er mir zu glatt und abgerundet.
Ich vergrößerte das Loch etwas, und tatsächlich hörte der Stein auf.
Aber gleich daneben begann ein neuer.
Die Fuge zwischen ihnen wirkte zu genau, als dass sie natürlich entstanden sein konnte.
Schnell wuchs meine Grabung und offenbarte mir ein Muster.
Zwar war dieses nicht gleichmäßig, da die aufgefundenen Steine unterschiedliche Größen aufwiesen,
aber es war deutlich zu erkennen, das diese zur Befestigung eines Weges hier eingebracht worden
waren.
„Ha. Na ja, eigentlich logisch, wenn man die Herrschaftliche Residenz im Wald hat, ist es auch
 sinnvoll, befestigte Wege von, beziehungsweise dort hin zu haben“,
sinnierte ich laut über meinen Fund.
„Und nach der Sache mit Nightmare Moon ist dann natürlich nicht nur das Schloss verlassen worden,
 auch die ganzen Versorgungsweg hat man vergessen“, ein Heulen unterbrach mich in meinen
Selbstgespräch, lenkte meinen Blick wieder auf das wesentliche.
„Wie dem auch sei, das hier ist meine Fahrkarte raus aus diesem Dschungel.
 Die Frage ist nur, links, oder, rechts rum?“
Ich sah noch einmal in beide Richtungen, zuckte dann mit den schultern und ging nach rechts.
Entweder kam ich beim Schloss, oder am Waldrand heraus, aber auch das wäre besser,
als die bisherige Situation.
Ich musste mich stark anstrengen, den Pfad nicht aus den Augen zu verlieren.
Eintausend Jahre waren eine verdammt lange Zeit für die Natur, um die Spuren unter Bäumen,
kleinen Büschen und Sediment zu begraben.
Und entsprechend schwierig war es, sie im Blick zu behalten.
Mehrmals schabte ich kleine Löcher in den Boden, um auf Nummer sicher zu gehen.
Es gab keine Kunstbauten, die mir sicher hätten verraten können, ob ich noch auf dem richtigen Weg
war. Und an einem Flussufer war dann auf einmal Ende.
Weiter ging´s nicht.
Erschöpft ließ ich mich am Ufer zu Boden fallen, schlug die Hufe über dem Kopf zusammen.
„Das kann doch alles nicht wahr sein!“, rief ich verzweifelt aus.
Ich wusste nicht mehr, wann ich das letzte mal etwas anständiges gegessen hatte und entsprechen laut
grummelten meine Innereien.
Zumindest konnte ich an dem sauber wirkendem Wasser meinen Durst stillen.
Ohne Vorsicht schleppte ich mich an den Fluss und trank, hoffend, das nicht gerade zufällig ein
hungriges Raubtier vorbei schwamm.
Die Flüssigkeitsaufnahme endete zum Glück nicht in zwischen scharfen Zähnen, sodass ich mich
schließlich mit schwappenden Bauch daranmachte, eine neue Idee auszubrüten.
Oben wurde der Himmel schon langsam dunkler.

„Scheiß drauf“, seufzte ich schließlich und lief einfach in eine Richtung los, dem Ufer folgend.
Aber es dauerte überhaupt nicht lange, da stieß ich auf etwas, das ich hier nicht erwartet hatte –
Apfelbäume.
Viele waren karg, abgestorben, verfault, doch in Flussnähe standen kräftige Bäume voller saftig
aussehender Früchte.
Ich dachte erst, ich hätte eine Hungerhalluzination.
Soviel Glück konnte doch niemand haben.
Gerade nicht so jemand wie ich.
Mein Verstand schrie mich förmlich an, einfach weiter zu gehen und sich hier nicht länger als nötig
aufzuhalten, aber ich konnte nicht, mein Hunger war zu groß.
Ein gewisses Misstrauen blieb trotzdem und so näherte ich mich den Bäumen nur äußerst vorsichtig.
Als ich schließlich den vordersten erreichte, atmete ich erleichtert auf.
Bisher hatte mich nichts aufgespießt, gefangen oder gefressen, also konnte hier nichts faul sein.
Ich zog mit meiner Magie einen Apfel herunter.
Bevor ich hinein biss, ging mir nochmal kurz durch den Kopf, das ich nun schon gerne meinen
Schallschrauber gehabt hätte, um ganz sicher zu gehen, aber noch bevor der Gedanke fertig
durchgelaufen war, hatte ich ihn auch schon zerkaut und heruntergeschluckt.
Und der Apfel war köstlich gewesen.
Ich konnte nicht sagen, ob ich überhaupt schon einmal eine so saftige, so süße Frucht verspeist hatte.
Gut, ich gebe zu, dadurch, das ich gefühlt fast am verhungern war, dürfte meine Wahrnehmung nicht
ganz Objektiv gewesen sein, aber in dem Augenblick war es der beste Apfel der Welt.
Da es ab dem Moment eh egal gewesen wäre, wenn die Früchte giftig gewesen wären,
pflückte ich noch ein gutes Dutzend weitere und verspeiste sie genüsslich, während die Umgebung
durch mein Blickfeld wanderte.
Wir waren definitiv zu weit weg von Sweet Apple Acres, als das die Bäume von dort stammen
könnten. Oder war das hier mal ein Experiment gewesen?
Ich durchquerte die abgestorbenen Teile der Plantage, wobei mir auffiel, das einige Bäume schon so alt
waren, das dessen Stämme schon fast vollständig zerfallen waren.
Den Boden bedeckte hier ein Teppich aus hohen Gräsern und Büschen.
„Wahrscheinlich haben sich die Samen der ungeernteten Früchte selbstständig ausgesät sind
 gewachsen und haben ihrerseits Früchte getragen und Samen verteilt.
 Und das immer so weiter, bis sie beim heutigen Zustand angelangt sind.
 Nun, man sagt dem Wald ja nach, das die Prozesse hier von alleine, oder wie wir sagen - natürlich,
 ablaufen“, sinnierte ich laut vor mich hin.
„Nur, warum hat man hier überhaupt eine Plantage angelegt? Der Wald soll doch schon immer
 gemieden worden sein“
Am Rand des Feldes entdeckte ich die Reste einiger kleiner, schlichter Gebäude.
Keine Holzhütten wie in Appleloosa, sondern welche aus Stein.
Selbst die Dächer schienen noch drauf zu liegen, auch wenn sie mittlerweile von einem Teppich aus
Rankengewächsen bedeckt waren.
Das Mauerwerk war auf gleiche Weise großzügig begrünt.
Im inneren war der Großteil der Inneneinrichtung vergammelt, das was noch da war, bildete
undefinierbare Gebilde aus Rott und Schutt.
Die eher uninteressanten Gebäude ließ ich hinter mir.

Vom Wald schirmte sie eine dichte Hecke aus hohen Weiden ab.
Ich ging die Pflanzenwand entlang und streifte immer mal mit dem Huf durch die Äste.
„Hmmm, wollten die sich nur den Everfree vom Hals halten, oder bildet das hier möglicherweise…
 Ha Treffer!“, rief ich erfreut aus.
Zwischen Zwei der Weidenbäume schimmerte etwas Licht durch. Ich schob sie bei Seite.
Mir offenbarte sich eine Szene wie aus einem Märchenwald.
Die Baumkronen bildeten einen grünen Tunnel über einem Weg aus dunkelgrauem Kopfsteinpflaster.
In der Entfernung strahlte helles Licht durch, tauchte alles in eine mystische Stimmung.
Der Weg war kaum von Sediment bedeckt.
Hier und da hatte es etwas Moos angesetzt, oder eine Farne sich in einer Fuge festgewurzelt, aber im
großen und ganzen befand er sich in einem viel besseren Erhaltungszustand, als der von vorhin.
Meine unheilbare Krankheit brach wieder aus, diese allgemeine, unstillbare Neugierde.
Ich konnte nicht anders, sie zwang mich förmlich dazu, diese Richtung einzuschlagen.
Gemäßigten Tempos folgte ich der schnurgeraden Linie.
Erst als ich im Dickicht ein längliches Gebäude ausmachen konnte, hielt ich an.
Es ähnelte entfernt einer Scheune, allerdings flacher und langgezogen, dazu wieder aus Stein gebaut,
aber auch dieses hatte nur Löcher in den Wänden.
Falls einmal Fenster vorhanden waren, waren ihre Spuren restlos verschwunden.
Vorsichtig näherte ich mich dem Objekt. Die Bäume reichten über das Dach hinaus und nur
einige kleine Sträucher und Farne hatten sich im Mauerwerk niedergelassen.
Das Blätterdach ließ im Wind sein Meeresrauschen ertönen.
Ich fragte mich, was der Grund für diese Einrichtung gewesen war, und welcher dafür verantwortlich
war, das man sie verlassen hatte.
Vielleicht würde ich hier ja Hinwiese finden.
Mit dem Gedanken lief ich vorsichtig um den Schuppen.
Ja, die Bezeichnung trifft es von der Form her ganz gut.
Er hatte vier Eingänge, aber der Hintere und derjenige, welcher sich auf der vom Fluss abgewandten
Seite befand, waren eher große Tore, welche, ihren Resten nach, zuletzt offengestanden hatten.
Ich hatte wieder so sehr den Blick nach oben gerichtet, das ich den Busch zu spät sah und hineintrat,
hängen blieb, und erneut auf die Nüstern flog.
Einen Seufzer, mit gleichzeitigem Augenroller später, versucht mich erneut aufzurappeln.
Das war gar nicht so einfach, mein rechter Huf steckte überraschend stark im Geäst des Busches fest.
Auch mehrmaliges Ziehen und rütteln brachte kaum Abhilfe.
Erst als ich von der Seite zog bekam ich meinen Vorderlauf mit einem Ruck frei.
Der Schwung ließ mich einige Meter auf meinen Hinterläufen nach hinten stolpern, bis ich schließlich,
mit dem Rücken an einen Baumstamm gelehnt, zum Stehen kam und mich sammeln konnte.
„He, he, also wirklich, ich sollte echt mal besser aufpassen wo ich hintreteee“, während ich sprach,
fiel mein Blick beiläufig auf meinen Huf.
Was ich da sah, ließ mich aufschrecken.
Ich sprang auf und versuchte panisch, den vermoderten Brustkorb von meinem Huf zu schütteln,
doch erst als ich mit ihm hart auf den Boden stampfte, was die morschen Knochen zerbersten ließ,
bekam ich ihn frei.
Schnell brachte ich stolpernd einige Meter Abstand zwischen mich und die sterblichen Überreste.
Gerade als ich mich umdrehen wollte, um schnell den Weg fortzusetzen, fiel mein Blick auf ein Skelett
in einer Rüstung, das mit dem Rücken an einem Baum hing.
Wieder erschreckte ich mich und fiel hin.
Genervt stöhnte ich auf.
„Verdammt Alexander, nu reiß dich mal zusammen. Tu nicht so, als hättest du noch nie in deinem
 Leben ein Skelett gesehen!“, gab ich mir einen Klaps an die Wange, schüttelte mich einmal.
Nachdem ich mich beruhigt hatte, war wieder im Entdeckermodus.
Die Überreste schlichen sich nun in den Fokus meiner Beobachtungen.
Zuerst wendete ich mich dem Gerippe am Baum zu.
Das hintere Ende eines Speeres ragte dem Pony waagerecht zwischen den Vorderläufen aus dem
Brustkorb. Zwischen die Rippen hindurch sah man, das der Speer, an der Wirbelsäule vorbei, auch das
Metall der Rüstung durchschlagen hatte. Die Speerspitze nun also im Holz des Baumes steckte.
So hatte sein Gegner ihn fest an den Stamm gepinnt, weshalb er jetzt noch fast so da hing,
wie wohl im Augenblick seines Todes.
Mit Daleks hatte das Ganze jedenfalls nichts zu tun. Das sah anders aus.
Auch die anderen, üblichen verdächtigen dieser Art, fielen als Ursache des Massakers definitiv aus.
Was war hier aber dann passiert?

Je näher ich dem Licht kam, desto mehr fanden sich Überreste an.
Sie lagen jetzt nicht nur vereinzelt an den Rändern, sondern Kreuz und Quer über die gesamte
Fläche verteilt.
Teilweise in Gruppen und übereinander. Dabei handelte sich jetzt nicht mehr nur um Gardeponys,
es gab auch viele, an denen sich Reste von dunklen Umhängen oder Kapuzenmänteln fanden.
Das sah hier alles verdammt stark nach einem Schlachtfeld aus.
Aber was könnte an einem Apfelbaumfeld so verdammt wertvoll gewesen sein?
Angesichts der großen Anzahl an gerüsteten Ponys beschlich mich das Gefühl, das es hierbei
wahrscheinlich gar nicht um Früchte gegangen war.
Diesen Gedanken im Hinterkopf behaltend lief ich zurück zum Schuppen.
Möglicherweise ließ sich darin etwas finden.

Der Erste Raum, in den ich gelangte, war ein großer Saal, welcher fast über die gesamte Länge des
Gebäudes reichte. Auf dem Boden lagen die teilweise bewachsenen Reste eines langen Tisches,
drumherum die der Stühle.
Eher uninteressant, ich ging mich in den hinteren und oberen Bereichen etwas umsehen.
In einigen Räumen fand ich vermoderte Bettgestelle, vom Bettzeug selbst waren höchstens
kleinteilige Reste vorhanden.
Schränke und Regale waren zum Teil kaum mehr identifizierbare, zerfallene Holzgerüste,
oder Haufen von Mehl.
Bemooste, zerbrochene und von Dreck teilweise begrabene Gegenstände lagen darin.
Persönliche Gegenstände wie eine Uhr, oder zerbrochene Bilderrahmen fanden sich darunter.
Ein Medaillon lag auf den Resten eines Nachttisches.
Die Familie auf dem vergammelten Papier war kaum mehr auszumachen.
Ich schloss es und legte es an seinen Platz zurück.
Irgendwie eigenartig, aber nichts bringend, also verließ ich auch diesen Raum wieder und sah mich
noch einmal im Erdgeschoss um.
Bisher hatte ich nichts gefunden, was mir meine Neugierde stillen konnte.

Dann stieß ich auf die `Waffenkammer´, wie ich diesen kleinen Raum nennen würde.
Er lag zwischen den beiden Toren im Erdgeschoss, auf der vom Weg abgewandten Seite des Hauses.
In ihm fanden sich Regale und Ständer für Speere und Schwerter.
Das eine oder andere Stück vom selbigen fand sich dort noch in seiner Halterung.
Auch ein Pfeilköcher mit Bogen stand noch gut erhalten in einer Ecke.
Interessant waren auch die fünf Rüstungen, die sich auf dem Regal fanden.
In einem Vergleich nach Augenmaß fielen mir, von der Form her, keine großen Unterschiede zu denen
auf, die die Ponys der Garde hier und drüben getragen hatten.
Einzig der Stern, der sonst beide Hälften vor dem Halsansatz verband, besaß hier in Form eines
Wappenschild-förmigen Blechstückes.
Sie unterschieden sich untereinander nur in einem Punkt.
Zwei hatten die offenbar normale Größe für erwachsene Ponys, aber Drei waren nur gut halb so groß.
Als währen sie für Fohlen angefertigt worden.
Das warf neue, beunruhigende Fragen auf, die wohl nie beantwortet werden würden.
Auch an diesem Raum war die Zeit nicht spurlos vorübergezogen, aber bei weitem nicht so stark,
wie am Rest des Etablissements.
Ich legte die Rüstung zurück ins Regal und verließ das Gebäude.
Wenn ich noch etwas herausfinden wollte, dann wäre das sicher nicht hier.

Wieder zurück auf dem Weg konnte ich nicht umhin, mir jetzt auch die einzelnen Skelette
doch einmal genauer anzusehen.
Vor allem jene, die eine Rüstung trugen, und somit ja eigentlich unbehelligt aus dem Vorfall
gekommen sein sollten.
Bisher überstieg die Zahl der Knochen mit Schutz nämlich jene im Stoffmantel.
Mich interessierte, warum das so war.
Bis auf den einen am Baum dürften die meisten hier ihren Gegner kaum zu Gesicht bekommen haben.
Deren Körper waren von einer mehr oder weniger großen Anzahl Pfeilen durchbohrt worden.
Es zeigte sich schnell ein Muster, nämlich das die Schützen auf jene Körperbereiche gezielt hatten,
die ungeschützt waren.
Entweder von Vorn in den freien Hals, bei Erdponys auch öfters mal unter dem Wappenschild durch
ins Herz, bei Angriffen von der Seite aus, offenbar gerne auch hinter den Vorderbeinen ins selbe Ziel,
und die geflügelten schienen besonders Häufig in den Bauch getroffen worden zu sein.
Vereinzelt steckte auch mal ein Pfeil in einer Augenhöhle, oder hatte die Metallplatten durchdrungen,
dies schien aber eher die Ausnahme gewesen zu sein.
Ich begann mich ernsthaft zu Fragen, wieso die Gardisten bis in die Gegenwart solche Rüstungen
trugen, oder wussten sie nicht, wie ungeschützt sie herum liefen.
Konnte ich mir nicht vorstellen, andererseits schienen die Gardisten hier autark leben zu müssen,
was die Apfelbäume erklären würde, also besaßen sie hier womöglich einfach keine besseren
Möglichkeiten.
Und die in Canterlot hatten ja womöglich für den Ernstfall was im Keller liegen.
„Ja, so muss das sein“, lobte ich mich selbst für diese Schlussfolgerung und wand mich wieder
dem Geschehen zu.
Aufgrund der vorgefundenen Situation wanderten die vermummten Skelette auf die Seite der Angreifer.
Sie lagen nicht nur in der passenden Richtung verteilt, sie trugen auch die passenden Waffen bei sich.
Den Toten dieser Gruppe fehlten überwiegend die Köpfe, die immer etwas entfernt von ihren Körpern
lagen, was die Todesursache schnell klar zu machen schien.
Anderen lag noch immer ein Speer, an der Wirbelsäule vorbei, auf den Schulterblättern,
oder sie ragten irgendwo aus dem Leib.

Ich hätte wohl nicht so viel Bones gucken sollen, dann wäre ich wohl wie jeder normale einfach weg
gerannt, aber nein, ich war hier und musste herausfinden, was an diesem Bild nicht stimmte.
Es war wohl das sechste Gerippe mit Speer am Hals, dem ich vorsichtig die vermoderte Kutte
entfernte, als es mir wie Schuppen von den Augen fiel.
Seit wir in diesen Körpern steckten dämmerte immer wieder durch, das irgendwas seltsam daran war,
aber erst jetzt, wo diese Gerippe vor mir lagen, sah ich es auch.
Pferde besaßen schmale, tief gezogene Leiber, die erst zur Mitte hin breit wurden, mit senkrechten,
lose anliegenden Schultern, und genau das war hier nicht der Fall.
Der Brustkorb war zwar auch tiefgezogen, aber eher breit, und die Schulterblätter lagen fast
waagerecht oben auf.
Nur statt Schlüsselbeinen verbanden sie dicke, noch immer vorhandene Sehnen mit dem Brustbein.
„Nein, das kann nicht sein“, in Biologie hatte ich da mal aufgepasst, und das Ganze sah irgendwie
verdammt Menschlich aus.
Aber das konnte nicht sein, oder doch?
Ich schlug mir mit dem Kopf an die Stirn: „Natürlich kann das sein. Die Evolution verlief hier anders,
 hat die Ponys angepasst und ihnen anatomische Merkmale verliehen, welche humanoiden ähneln,
 aber halt doch an die vierbeinige Lebensweise angepasst sind“
Dies erklärte natürlich, wieso mir mein alter Mantel, zumindest offen, immer noch gepasst hatte, und
wir auch so, bis auf die Art des Laufens natürlich, unsere Bewegungen kaum hatten umlernen müssen.
Jetzt ergab das alles ein wenig mehr Sinn.

Der Weg mündete in eine Lichtkuppel.
Unter ihr fand sich ein runder Platz mit einer runden Mauer mit einem hölzernen Aufbau in der Mitte.
Mit so etwas hatte ich nun nicht gerechnet.
Ich war von allem möglichen ausgegangen, aber nicht mit so etwas ordinärem wie einem Brunnen.
Der Boden um hin herum war mit saftig grünem Gras bedeckt, das aussah, als wäre es gerade erst
gemäht worden.
Einzige die drei Skelette die auf dem Platz lagen, störten etwas die Idylle.
Eines mit zerschmettertem Schädel im Umhang ganz rechts, eines in einer etwas edleren Rüstung
als die Anderen knapp vor dem Brunnen und ein weiteres, mit einem zerfetzten Kapuzenmantel,
neben der runden Steinmauer des Schachts.
Dessen Knochen wurden von seltsamen, dornigen Ranken umgeben und durchdrungen.
Und obwohl sie den Körper des Ponys völlig verdreht hatten, schienen seine Vorderläufe noch immer
etwas fest zu umklammern, als wolle dieses es unter keinen Umständen wieder hergeben.
Ich ging näher heran und tatsächlich, zwischen den knöchernen Armen steckte eine kleine Holzkiste.
Ihr Deckel stand leicht offen.
Vorsichtig ging ich mit meinem Huf dabei und öffnete den Deckel ganz.
Mein erster Gedanke war: ‚Schwarz scheint eine ziemlich beliebte Farbe für mächtige Kristalle zu sein‘
Und dieser hier war schwärzer als die dunkelsten Ecken des Weltalls.
Ich konnte die Energie die er verströmte förmlich spüren.
Irgendetwas sagte mir, das mich meine Neugier mal wieder in gehörige Schwierigkeiten gebracht
hatte, und ich wo war, wo ich nicht hätte sein sollen.
Ich wollte gerade den Deckel wieder zumachen und verschwinden, da blitzte die Kiste plötzlich auf
und eine starke Druckwelle riss mich von den Hufen.

„Au, mein Schädel. Das war ne blöde Idee“, stöhnte ich, als wieder meine Augen langsam wieder auf
bekam und mir den Hinterkopf rieb.
„Ich hätte einfach weiterlaufen sollen. So ein Mist“, grummelte ich in mich hinein.
Ein kurzer Rundumblick bestätigte, ja, ich war noch ganz, und der Rest immer noch an Ort und Stelle.
„Gut“, murmelte ich, als ich mich mal wieder aufrappelte. „Nichts wie weg hier“
Da erschallte diese Lache hinter mir.
Ich drehte mich augenblicklich um.
Auf der Mauer erschien ein Pony, mit einem Fell in einem dunkleren Blau wie nachtblaue
Mähne von Prinzessin Luna.
„Sieh dich nur an, Angst vor nem Stein“, sprach er abfällig, „Kein Wunder, das dich niemand
 ernst nimmt“
„Was wissen sie schon über mich“, mir war die unterschwellige Beleidigung natürlich nicht entgangen,
aber über so etwas stand ich doch drüber.
War ich doch oft genug blöd angemacht worden.
„Eine Menge, mein lieber Alex. Eine ganze Menge“, antwortete er mit einem schelmischen grinsen.
„Pff“, ließ ich nur ein Schnauben von mir hören, drehe mich um, machte mich auf den Weg zurück.
Doch kaum das ich den Weg betreten hatte, fand ich mich auf der Wiese, Richtung Brunnen, wieder.
„Du enttäuscht mich“, klang der Hengst gespielt traurig.
„Klär mich auf, was soll der Schwachsinn“, erwiederte ich genervt.
„Warum machst du das nicht öfter?“, er wich meiner frage aus. War ja klar.
„Wie meinen?“, tat ich ahnungslos.
Tatsächlich hatte ich schon eine ungefähre Idee, auf was er ansprach.
„Na das. Dieses Ungefiltert die Meinung rauslassen“
„Das nennt sich Höflichkeit“, ließ ich tonlos verlauten, „Außerdem mach ich das ja oft genug“
„Schon, aber wem gegenüber? Den Ponys, die nur helfen wollten, und halt aus Ahnungs-, oder
 Alternativlosigkeit das falsche Material verwendet haben, oder dem Arschloch, das euch dauernd
 die Stimmung verhagelt? So als Beispiele auch für andere Personen“
Da hatte er einen wunden Punkt erwischt.
„Wieso? Warum sich noch mehr zum Fußabtreter derer machen, die deine Gutmütigkeit nur für ihre
 Ziele ausnutzen“, war er aufgesprungen und nahe an mich herangetreten.
„Okay, jetzt ist es amtlich, sie spinnen“, ich versuchte es mir nach außen hin nicht anmerken zu lassen,
aber ich konnte mir schon denken, auf was er anspielte.
„Du kannst mich nicht verschaukeln, Alexander. Ich kann in dich hineinsehen. Alle deine Gedanken,
 deine Gefühle, deine Wünsche sind mir ein offenes Buch“
Ich hatte ihn die ganze Zeit über nicht aus meinen skeptischen Augen gelassen, doch jetzt besah ich
mir die Umgebung noch einmal genauer.
Die eingrenzenden Weiden, der Brunnen und das Gras strahlten Taghell, doch der Himmel und die
Umgebung waren nur schwarz. Unnatürlich schwarz.
„Jetzt beginnt er zu verstehen“, klang er emotionslos.
„Wo bin ich hier?“, in meiner Stimme schwang ein hauch Angst mit, obwohl ich eigentlich ernst
klingen wollte.
„Es gibt viele Namen für mein Reich, aber ich glaube `In einem Traum´ trifft es gerade am besten“,
begann er boshaft aufzulachen, während mir das Herz in den Unterleib rutschte.
Das war unmöglich, man konnte sich in einem Traum nicht bewusst bewegen und handeln.
Oder etwa doch?
„Alex, Alex, Alex. Du bist doch ein schlaues Kerlchen. Und streite das jetzt nicht ab, ich weiß es“,
kam er näher am mich heran.
Ich wich nach hinten weg, bis ich an eine Art Wand traf und nicht mehr weiter zurück konnte.
„Vor mir brauchst du keine Angst haben“, sprach er scheinheilig, leckte dabei aber über seine
Reißzähne, „Ich möchte dir helfen“
„Sie?! Mir helfen? Das ich nicht lache. Mir Angst machen, das tun sie!“, rief ich aufgebracht aus.
„Und ist das nicht ein scheiß Gefühl? Vor allem und jedem, der etwas mächtiger ist als du, Angst
 haben zu müssen, denen aus Furcht die Hufe zu lecken?
 Und deine Frustration lässt du dann an denen aus, dir dir nichts getan haben, die immer zu dir
 gehalten haben, egal was kam. Findest du das etwa gerecht?“
Ich wollte es nicht hören, es konnte nichts gutes hinter seiner Absicht stecken, das war mir von
vornherein klar, doch er hatte so verdammt recht mit dem was er sagte.
Gerade Torsten.
Der Kerl konnte verdammt froh darüber sein, das ich es letztendlich doch geschafft hatte, die
notwendigen Hebel in Bewegung zu setzen, damit die ganze Sache überhaupt erst angefangen werden
konnte, und doch hatte er immer etwas zu nörgeln.
Aber ich konnte es mir nicht mit ihm verscherzen, schließlich wären wir zu Hause wohl erst einmal
auf ihn angewiesen.
Aber es frustrierte mich so sehr.
Ich versuchte meinen inneren Zorn zu kontrollieren, doch irgendwann konnte ich einfach nicht mehr.
„Ja verdammt, natürlich würde ich diesem aufgeblasenen Geldsack gerne mal meine Meinung um die
Ohren hämmern, aber da wo wir hingehen, ist Geld nun mal alles!“, rief ich sauer aus.
„Und das hat nur der“
„Die frage ist doch, willst du auch wieder dorthin zurück?“
„Was ich will ist doch scheißegal, die anderen wollen es, also muss ich auch. Alleine komme ich nicht
 klar“
„Bist du da sicher?“
„Ja, verdammt bin ich. Sie haben mich doch schon sauer gemacht, was wollen sie noch?!“,
rief ich ungehalten aus.
„Überlege doch mal, ich kann dir die Macht verleihen, nie wieder vor irgendjemandem kuschen zu
 müssen. Unabhängig zu sein“, klang er verführerisch.
„Ich kann noch klar genug denken, um zu erkennen, das das eine Falle ist.
 Niemand verschenkt einen Vorteil, auch nicht in der Ponywelt“
„Oh, ist es das, was dich abhält? Tschuldige, das hätte ich gleich klären sollen, es gibt keinen Haken.
 Die Kräfte wirken nur in der echten Welt, in der Traumwelt hier nutzen sie mir gar nichts.
 Liegen bloß ungenutzt herum und setzten Staub an“, erklärte er,
lässig an den Brunnen gelehnt.
„Das einzige, ich würde etwas von deiner negativen Energie aufnehmen, als Nahrung, mehr nicht“
Wäre das hier an irgendeinem normalen Ort abgelaufen, wäre ich wahrscheinlich einfach gegangen,
aber so tobte ein Kampf zwischen Vernunft und Verlockung.
„Alles was du tun musst, ist den Kristall da an dich nehmen“, deutete er auf die offenstehende Kiste.
Zögerlich sah ich hinein.
Er lag da, funkelte mich verführerisch an.
Langsam streckte ich meinen Huf nach ihm aus, zog ihn dann aber zweifelnd wieder zurück.
„Nun, wenn ich etwas zur Entscheidungsfindung beitragen dürfte, die Timberwölfe haben deine Spur
 aufgenommen. Wenn du nicht aufwachen willst, wenn sie dir dein Herz aus dem Leib reißen, würde
 ich mich für den Kristall entscheiden“, sprach er neutral und deutete auf ein kleines Fenster,
auf dem man sehen konnte, wie diese Holzficher sich den Weg entlang schlichen.
Im Affekt packte ich den Stein und zog ihn aus der Kiste.
Sofort lösten sich schwarze Wolken aus ihm, die meinen Körper zu umkreisen begannen.
Auf dem Gesicht des Nachtblauen konnte man ein teuflisches Grinsen erkennen.
Als der Nebel mich fest umschloss, und begann meine Sinne zu trüben, dachte ich nur noch:
‚Scheiße, Reingefallen‘
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