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Steampunk - Mit Volldampf ins Abenteuer

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
Discord König Sombra OC (Own Character) Prinzessin Celestia Prinzessin Luna Twilight Sparkle
22.09.2017
17.09.2020
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20.04.2018 8.639
 
„So, ich würde mal sagen, das reicht“, beendete ich die Vorstellung,
in dem ich die Perle von meiner Stirn nahm und auf den Tisch vor mir ablegte.
„Ich hab euch ja gewarnt“, fügte ich beim Anblick der entgeisterten Gesichter noch hinzu.
Die einzigen, die relativ gelassen wirkten, waren Harkness und der König.
Erster wohl aufgrund von Erfahrungen, der andere hatte etwas ähnliches wohl bereits erwartet.
„Das war … interessant“, kommentierte er das eben gesehene trocken.
„Interessant? Interessant?! Er kann froh sein, das er noch am leben ist!“, reagierte mein Onkel
fassungslos. Das hatte ich erwartet.
„Hätte ich gewusst, dass das so gefährlich ist, hätte ich nie zugelassen, das …“
„Karl-Heinz, nu halt aber mal die Luft an“, unterbrach ich ihn rasch.
„Ich bin definitiv alt genug, um selbst auf mich aufzupassen. Außerdem hab ich daraus ja auch meine
 Lehren gezogen. Oder was meinst du, warum ich plötzlich darauf gedrängt hab,
 das wir uns doch mal irgendwie mit dieser ominösen Sache Magie beschäftigen sollten“
„Jetzt ergibt das ganze Sinn“, warf Steffen ein.

„Hoffentlich besprecht ihr da etwas wichtiges, denn so langsam fangen wir hier hinten an zu frieren“,
plötzlich standen ein paar Ponys in der Tür, sie wirkten leicht gereizt.
„Oh, ja richtig. Wir haben ja noch den kleinen Haufen an Passagieren hinten im Speisewagen“,
murmelte ich leise.
„Nur falls ihr Fremden das, durch eure lustige Runde da, vielleicht vergessen habt, es sind nur noch
 gute 10 Tage, bis uns da unten alles um die Ohren fliegt“, sprach einer von ihnen säuerlich.
„Ach ja, stimmt, das hatte ich tatsächlich nicht mehr auf dem Schirm“, musste ich etwas kleinlaut
zugeben. Wie hatte ich das nur vergessen können?
„Dann solltet ihr keine Zeit mehr verlieren“, sprach der König und machte sich auf Richtung Ausgang,
wir hinterher. Im Speisewagen pfiff er gleich einen seiner Sekretäre zu sich.
„Crystal, hol mir bitte schnell die Karten mit dem Verzeichnis der nördlichen Kristallminen“
„Jawohl eure Hoheit“, verschwand das Pony durch die hinterste Tür nach draußen.

„Ihr werdet dort oben jemanden brauchen, der sich auskennt, gerade wenn es schnell gehen soll“,
sprach Sombra. „Ich denke, ich werde ihn euch zur Seite stellen“
„Vielen Dank, das wird uns sicher eine Hilfe sein“, bedankte ich mich.
„Ähm, Alexander, könnte ich mal deinen Schallschraubenzieher haben?“, Harkness sprach mich
leise von hinten an.
„Was haben sie damit vor?“, raunte ich skeptisch zurück. Ich gab das Gerät ungern ab.
„Ach, nur eine Kleinigkeit zusammenbasteln, die nützlich sein könnte“, erwiderte er
unschuldig klingend.
„Aber nichts kaputt machen“, reichte ich ihm den Schaller nach hinten.
„Hältst du mich für einen Amateur?“, stachelte er zurück und verschwand dann.

Ein paar der Anwesenden guckten komisch, wohl überlegend, was wir so geheimnisvolles herum
flüsterten, aber da kam dann Crystal mit einem Haufen zusammengerolltem Papier wieder in den
Speiseraum des Wagens.
„So, das ist alles was ich finden konnte, eure Majestät“
„Das sieht doch schon mal ganz gut aus“
„Abwarten“, erwiderte Sombra.
Bald war fast jeder freie Zentimeter des Wageninneren mit Papier überzogen.
„Die sind entweder zu alt, oder zeigen das Falsche. Hier, Stadtentwicklung, nochmal
 Stadtentwicklung, Gelände, Wasserversorgung, …“, schwebten, oder flogen, die Bögen durch
den Raum, bis: „Ah, hier haben wir was. Kartierung aller Stollen, mit Verzeichnis der gefundenen
 Gesteinsarten. Genau das hab ich gesucht“, erfreut und ließ die Karte zu uns rüber schweben.
„Da müssen wir also hin“, übernahm ich vorsichtig den Papierfetzen. „Ähm, und wo ist das?“
„Ich muss leider zugeben, da bin ich überfragt. Crystal?“
Der Angesprochene zuckte auch bloß mit den Schultern.
„Supi“, sagte ich seufzend, „Dann also mal ran ans Orientierung finden“
Ich schnappte mir das Papierstück und einige Karten der Umgebung, mit welchen ich dann durch
das Chaos nach draußen kletterte.
Ein Teil unserer Reisegruppe und die Einheimischen taten es mir gleich.
„Von hier unten seh ich zu wenig“, murmelte ich nach einigen Versuchen,
die einzuschlagende Richtung zu bestimmen.
Auf der Höhlenkarte war ein kleines Zusatzfenster ausgemalt, das in etwa die Lage von Berg und Stadt
zeigen sollte, doch so ungenau, das nicht ersichtlich war, in welcher Lage zueinander sie sich tatsächlich
befanden.
Bis auf den kleinen Nordpfeil.
„Hat jemand den Kompass gesehen?“, fragte ich die Gruppe, nachdem ich ihn in den Taschen meines
Mantels nicht finden konnte.
Die Ponys zuckten mit den Schultern, oder schüttelten den Kopf.
So war die Sache sinnlos.

„Steffen, kannst du mich mal bitte auf´s Wagendach tragen?“
„Natürlich, … nur wozu?“
„Ich brauch nen besseren Überblick. Und den hab ich hoffentlich vom Dach aus“
„Ach so, na dann. Steig auf. … Uff, du könntest ruhig mal etwas abnehmen“
„Sehr Witzig“, entgegnete ich und rollte mit den Augen.
„Jetzt halt die Klappe und flieg mich da hoch“, tat ich genervt, doch musste dabei grinsen.
Steffen schüttelte zwar den Kopf, grinste aber auch, soweit ich das erkennen konnte.
So war das eben mit mir, nur weil ich häufiger dazu neigte, etwas ausfallend zu werden,
meinte ich das in den seltensten Fällen so ernst, wie vorhin auf der Brücke.
Einige Augenblicke später stand ich gute drei Meter höher auf dem, zugegeben etwas wackelig wieder
zusammengeflickten, Dach der Zugführerkanzel des Gepäckwagens.
„Gut, dann wollen wir doch mal sehen“, drehte ich alle Karten so, das der Nordpfeil auf allen in
die gleiche Richtung zeigte.
„Okay, wenn der Balkon des Schlosses direkt nach Süden zeigt, …“, murmele ich und holte mein Fernrohr
hervor, „ … dann müssten wir uns, in etwa, Südöstlich befinden, was bedeutet, dass … Ach Scheiße!“
Dadurch, das ich meine Konzentration auf die Umgebung lenkte, lockerte sich der magische Griff um die
ganzen Kartenblätter, welche der Wind nun einfach greifen und wegreißen konnte.
Das wollte ich natürlich verhindern, wodurch mir das Fernrohr herunterfiel, und ich nur gerade so mit einem
Hechtsprung verhindern konnte, das es vom Wagendach rollte.
Nun flogen dafür jedoch die Karten davon. Diejenigen, die Steffen nicht mehr zu fassen gekriegt hatte,
wurden glücklicherweise von einem Einhorn aufgefangen, das so freundlich war,
neben dem Kichern zur Hilfe zu kommen.
„Habt ihr, wenn ihr damit fertig seid, euch kaputt zu lachen, dann wenigstens etwas zur Lösung des
 Problems beizutragen?!“, rief ich angesäuert nach unten, womit ich natürlich mein Schamgefühl zu
überdecken versuchte. Das war Peinlich gewesen.
„Wir sollen nur die Kristalle bergen!“, bekam ich als Antwort von einem aus der Gruppe.
‚Super. Worauf hab ich mich hier bloß eingelassen?‘, seufzte ich innerlich auf.
„Welches Problem?!“, rief auf einmal Jack Harkness aus dem Fenster des Dienstabteils.
„Endlich meldet sich mal wieder jemand mit Kompetenz zu Wort“, murmelte ich leise.
„Wir müssen einen Ort finden, aber niemand kann mir sagen, wo es dorthin langgeht!“,
rief ich hinunter.
„Wäre der hier hilfreich?!“, hielt er den Kompass hoch. Ich haute mir mit dem Huf gegen die Stirn.
„Alternativ könnten wir auch die Tardis benutzen!“, fügte er an.
„Wissen sie denn wie?!“
„Na klar“
„Dann lassen sie uns keine weitere Zeit mit diesem Unsinn verschwenden!“, stimmte ich der Idee zu
und wollte gerade runter klettern, bis mir wieder einfiel, dass das ja nicht ging.
„Steffen, warum nochmal haben wir die Aufstiegsleiter nicht Ponygerecht umgebaut?“
„Erschien uns damals nicht notwendig“
„Ich erinnere mich“

Wenig später stand ich wieder auf festem Boden und Harkness schnappte sich das Kartenmaterial.
„Sollte nicht all zulange dauern. Wir wollen sie ja nicht hinfliegen, sondern nur als Navi benutzen“,
lachte er dabei auf.
„Endlich mal gute Aussichten“, machte sich eine gewisse Erleichterung in mir breit.
„Dann sorg mal dafür, das wir hier nachher auch weg kommen“, warf er mir noch entgegen,
bevor er im Wagen verschwand.
„Also gut, ihr habt ihn gehört“, sprach ich etwas lauter gegen die Ansammlung tratschender Ponys.
„Steffen, Frank, trommelt doch mal bitte alle vom Lokfahrdienst zusammen, das ihr alles einmal
 inspiziert. Nicht das bei dem kleinen Ritt durch den Sturm was kaputt gegangen ist“
„Wir machen uns gleich ran“
„Und der Rest kann mir helfen, die Wagen anzudichten“
Während sich die Eisenbahner sofort an die Arbeit machten, herrschte im Rest der Truppe eine
allgemeine Haltung der Arbeitsverweigerung.
So langsam verging mir mit diesen Zeitgenossen echt die Laune.
„Wisst ihr was, von mir aus, aber dann will ich kein Gejaule mehr hören, von wegen:
„Es ist so kalt“, „Wir frieren“, oder: „Uns ist langweilig“, äffte ich noch eine dieser Nervensägen nach,
bevor ich mit einer laut schlagenden Tür im Zug verschwand.
Wir ließen sie in der Tardis schlafen, duschen, vielleicht noch sich ein Brot schmieren, aber die ganze
Zeit über wollte ich sie darin nicht beherbergen.
Nachher machten die noch mehr kaputt, oder verliefen sich irgendwo auf nimmer wiedersehen.
„Ich brauch erst mal einen Beruhigungstee“, murmelte ich und stapfte ins Zeitschiff.
Von dem blauen Pegasus keine Spur, dafür fand ich Handbuch und Schallschrauber auf den Konsolen
liegen. Offenbar war er mit den Einstellungen bereits fertig, denn auf dem Bildschirm blinkte
rhythmisch das Wort: „Berechnung“, auf.  
Damit ging ich in die Küche, um kurz darauf mit einer schönen Tasse Tee in der Sofaecke zu setzen
und mich zu ein wenig Rockmusik zu entspannen.

Lange genehmigte ich mir diese Pause jedoch nicht.
Meine Freunde arbeiteten schließlich, da konnte ich doch nicht herumsitzen.
So verließ ich das Zeitschiff wieder, um nachsehen, wie es draußen so voranging.
Als ich im Speisewagen zumindest ein Paar Ponys werkeln sah, war das ein erfreulicher Moment.

„Wir haben Probleme“, auf halben Wege zur Lok kam mir auch schon Karl-Heinz entgegen.
„Was ist los?“, wir legten gemeinsam den restlichen Weg nach vorn zurück.
„Zwei der Stangenlager sind im Eimer“, war alles was er sagte.
„Das ist jetzt nicht euer Ernst!?“, rief ich fassungslos aus und starrte auf das herausgequollene Metall.
„Ich fürchte schon. Offenbar war der Neuguss nicht so gut wie erhofft“
Es waren die Beiden, die vor der Abfahrt runderneuerten worden waren.
„Habt ihr schon die neuen Achslager überprüft? Wenn uns die auch noch flöten gehen, haben wir
 aber wirklich Geburtstag“
„Nur oberflächlich. Bisher haben wir ja immer irgendeinen Graben, eine Kuhle, oder einen
 Bombentrichter gefunden, über die wir die Gleise legen und die Lok von Unten überprüfen konnten,
 aber hier ist alles so eben“, erklärte Frank.
„Mit anderen Worten, wir brauchen ein Loch“
„Genau“
„Na super, dann trommeln wir mal alle zusammen. Wir treffen uns gleich im Speisewagen“

Kurz darauf wurde dort der ganzen Reisegruppe die Situation geschildert.
„Und wie geht es jetzt weiter?“, sprach eines der Ponys.
„Nun, wir machen uns ran und hoffen, den Schaden bis morgen repariert zu haben.“, erklärte Frank.
„Das sind ärgerliche Verzögerungen …“
„ … Wo wir so schon nur noch recht wenig Zeit haben“, kommentierten zwei Stuten.
„Jemand Vorschläge, wie es jetzt weitergeht?“, fragte das Pony wieder.

„Warum seht ihr jetzt alle mich an? Ich soll hier nur dafür sorgen, das der Zug ans Ziel kommt,
 und darum kümmern wir uns. Der Rest ist doch nicht mein Problem“, erklärte ich,
zugegebenermaßen etwas grantig, als sich die meisten Blicke in meine Richtung bewegten.
Wenn die meinten, sie wären nur zum Kristalle ausbuddeln hier, und alles andere wäre eigentlich
schon weit über die abgesprochenen Tätigkeiten hinaus gegangen, dann machte ich auch nicht mehr.
Die Reaktion fiel entsprechend, mit einer Mischung aus Überraschung und Verärgerung, aus.
„Ja was. Denkt ihr allen ernstes, ich kaue euch hier alles vor, nur um mich dann wieder anmotzen zu
 lassen?“
Stille.
„Nun, wenn ich etwas vorschlagen dürfte,…“, begann ein bisher unbemerkt gebliebenes Pony, das ich
aber vorhin hier hatte helfen sehen, „… wie wäre es, wenn ein Teil der Gruppe sich schon mal zu Huf
 aufmacht, die Lage überprüft, vielleicht auch schon Vorarbeiten leistet, und wenn dann morgen der
 Rest mit dem Zug da hinkommt, brauchen wir nur noch die Kristalle holen und fertig“
Die Meisten Ponys starrten den Hengst nur stumm an.
„Gar keine so üble Idee“, lobte Harkness den Vorschlag.
„Und wer soll das machen?“, fragte das Pony, das vorhin schon keine Lust hatte, leicht abfällig.
„Wie wär´s mit dir?“, grummelte ich, genervt von diesem Individuum.
Auch alle Anderen warfen ihm Blicke zu, die eindeutig als: `Jetzt halt endlich die Klappe´,
zu interpretieren waren.
„Ähm, wissen sie denn schon, wo wir ungefähr unser Ziel finden würden?“,
fragte eine andere Stute vorsichtig.
„Gut das sie fragen,…“, begann Harkness, „... Die Tardis hat, unter Einberechnung von einem
 Jahrtausend Gletscherbewegungen und Erosion, den Punkt mit der höchsten Wahrscheinlichkeit
 berechnet, an dem sich unser Ziel befindet.“, erklärte er, und zeigte den Ausdruck von dem herum,
was die Tardis errechnet und zu einer Karte zusammengefasst hatte.
„Jetzt ist da die Route für unseren Zug drauf, aber es ist kein Problem, eine für zu Huf zu erstellen“,
fügte er, sich mit einem Huf durch die Mähne fahrend, an, und war sogleich wieder verschwunden.
„Also, gibt es freiwillige, die noch mitkommen würden?“, fragte das Pony, das den Vorschlag gemacht hatte.
Zögerlich meldeten sich einige.
„Wir brächten noch ein paar Ponys, die Vorne mit anpacken und uns eine kleine Untersuchungsgrube
 ausheben“, ergänzte Frank.
„Ich gehe noch mit auf Höhlenexpedition!“, rief der Arbeitsverweigerer sofort panisch aus.
„Ich frag mich gerade echt, warum sie uns den mitgegeben hat“, raunte ich dem alten Hengst neben
mir zu. Er nickte bloß langsam.

Während wir an der Lok die Arbeiten weiterführten, teilten sich die restlichen Ponys in zwei Gruppen ein.
18 machten sich auf den Weg zur Höhle, 16 blieben beim Zug.
Die zwei Köche unserer Truppe kochten dem vorausgehenden Tross einen deftigen Möhreneintopf,
den sie zwei der Ponys, gleichmäßig auf Behältnisse verteilt, umschnallten.
Dazu kamen noch etwas Rohkost und Wasser, Ausrüstung für Höhlenerkundungen, Brennholz,
Waffen zur Verteidigung gegen unerwünschte Besucher, Crystal als Ortskundigen und letztlich
Jack Harkness mit der Karte und seinem, zum Kristallsucher modifiziertem, Vortexmanipulator.
„So, dann macht euch mal auf die Socken, sonst sind wir noch vor euch da.“, scherzhaft ich etwas
gegenüber Harkness.
„Pah, das hättest du wohl gerne“, lachte er auf, während er einen Blick auf die ganzen Werkzeuge,
teilweise abmontierten Stangen und herumliegenden Lagerschalen warf.
„Die bewegt sich die nächsten Stunden keinen Millimeter mehr von selbst“
„Abwarten, da wir die notwendigen Teile mehrmals mitführen, wird das keine Ewigkeit dauern“
„Dann haltet euch ran, je schneller wir hier wieder weg sind, desto besser“
„Wenn es noch vor Einbruch der Dämmerung klappt, sonst sind wir mit dem ersten Tageslicht auf dem
 Sprung. Denke ich zumindest“
„Dann bis Morgen“, verabschiedete er sich lachend und führte den Tross in Richtung der Berge.
„Bis dann. Und viel Glück“, reif ich im hinterher.
Das meinte ich ehrlich, denn es war ein großer Teil der Gruppe, und ohne ihn würde das unterfangen
wohl eher scheitern als gelingen.
Ich kehrte zur Lok zurück, um weiter bei den Arbeiten zu helfen.

Es hatte dann doch bis in den späten Abend gedauert, bis wir alle Reparaturen abgeschlossen,
die Maschine auf die provisorische Grube gefahren, von Unten überprüft, alles abgeschmiert und
den Rost entschlackt hatten.
Danach fühlte sich kaum eines der anwesenden Ponys auch nur noch dazu in der Lage,
mit uns zu Abend zu essen, sodass wir den Zug, mit Ruhefeuer und angezogener Handbremse,
am Stadtrand abstellten und die Ponys, nach einer kurzen Dusche, sofort in ihren Betten verschwanden.
Nur Steffen und ich hatten noch zusammen mit der Köchin und einem weiteren Pony im Speisewagen
gesessen und uns bei einer Portion Rührei noch über dieses, oder jenes unterhalten, während draußen
die Dunkelheit über das Land fiel.
Doch letztlich waren auch wir müde, sodass wir bald das Licht im Wagen löschten und
uns ebenfalls auf den Weg ins Bett machten.
Nur das es in dem Moment an die hintere Tür des Gepäckwagens klopfte.
„Ich komm gleich nach“, sagte ich zu den Dreien, welche nur nickten und in der Tardis verschwanden.

Ich warf einen kurzen Blick durchs Fenster und drückte die Tür auf.
„König Sombra, Was führt sie denn so spät noch her?!“
„Nun, wir hatten ebenfalls schon mit den Dalek zu tun, die Verteidigung hat uns das fast die ganze
 Magie des Reiches gekostet … Jedenfalls, als ich erfuhr, was ihr Plant, aber die Zeit knapp wird,
 habe ich in ein wenig in meinem Repertoire magischer Artefakte nachgesehen und das hier
 gefunden“
Ich stieg zu ihm runter und betrachtete die zwei Objekte, die er in einer Schatulle hierher getragen  
hatte. Das eine war ein großer Kristall, geformt wie eine sechseckige Pyramide.
Im, aus dem Wageninneren nach außen dringenden Licht, schimmerte er zwar überwiegend schwarz,
besaß an den Kanten aber einen leichten Rotschimmer.
Der andere Kristall war ein achteckiger Stern, gefasst in silbernes Metall, an einer Kette selber Farbe.
Aus seinem Inneren drang ein schwarzer Schimmer.
Ich musste dem Drang widerstehen, sofort mit dem Schallschraubenzieher dran zu gehen.
„Was machen die?“, fragte ich neugierig.
„Erinnerst du dich an die Rauchwolke mit der ich euch hergeholt habe?“
„Natürlich. Hat uns den Hintern gerettet. Wären wir mit dem Lagerschaden da unten liegengeblieben,
 hätten die uns plattgemacht“
„Das hat der Ausguck auch so gemeint“, lachte er.
„Jedenfalls macht dieser Stein in etwa das gleiche. Hält man ihn, und denkt ganz fest an den Ort, an
 den man möchte, bringt er einen dort hin. Egal von wo. Braucht danach nur etwas Zeit zum
 aufladen“, erklärte er auf die Pyramide zeigend.
Ich Pfiff einmal anerkennend. „Netter Stein. Denken sie wir kriegen es hin, …“, stellte ich mich neben
ihn und blickte mehrmals von einem Ende des Zuges zum anderen,
„... das ganze Ding damit zu bewegen?“
„Nun, wenn ein Pony ihn benutzt, verbringt er alles, was mit ihm verbunden ist“
„Aber wenn ein stehen im Fahrzeug ausreichen würde, würde man ja auch den Planeten bewegen,
 wenn man ihn auf der Erde stehend benutzte“
„Man müsste ihn also mit den Fahrzeugen verbinden, dadurch würde dann alles in deren Inneren mit
 bewegt werden“
„Das hab ich auch gerade gedacht“
„Schön und gut, aber wie wird die Verbindung zum Geist des Benutzers hergestellt?“
„Da fällt uns morgen bestimmt etwas ein“, sagte ich und konnte ein Gähnen gerade so zurückhalten.
„Und was macht der Stern?“
„Oh, ein womöglich nützliches Hilfsmittel, sollte es Probleme geben. Er verstärkt die Magie eines
 Ponys um ein Vielfaches, kann aber nur einmal alle Acht Tage verwendet werden“
„Uh, also ein Trumpf, den man zur Not aus der Tasche zaubern kann“
„Wenn man so möchte“
„Und die wollen sie uns wirklich überlassen?“
„Hab sie extra für euer Vorhaben angefertigt, da ihr mir als Ehrbare Ponys erscheint, nach dem, was
 dein Onkel mir über euch erzählt hat. Das ihr trotz der Möglichkeit zu fliehen, geblieben seid und
 versucht zu helfen, zeugt von wahrer Größe“
Ich war etwas Sprachlos. Nicht nur angesichts dieser Geste, mir war das ganze auch etwas unangenehm.
Und das wir nur deshalb noch da waren, weil die Tardis uns die Energie abgezwickt hatte, erwähnte
ich wohl besser auch nicht. Deshalb sagte ich, nachdem ich meine Sprache einigermaßen wieder
gefunden hatte: „Ach, wir machen nur, was mein Doktor auch machen würde, wäre er denn hier“
„He, he, nach dem was ich gesehen hab, scheint er wirklich ein annehmbares Vorbild zu sein“
„Sagen wir, in gewissen Punkten ist er das“
„Na, du kennst ihn besser als ich.
 Und falls Celestia eine Szene machen sollte, könnt ihr ihr meine Unterstützung gern als
 Friedensangebot darlegen“, zwinkerte er mir zu.
„Wenn´s so kommt, machen wir das“, sagte ich ebenfalls zwinkernd.
Doch konnte ich ein starkes Gähnen nun nicht mehr unterdrücken, sodass ich meinen Kopf wegdrehte
und den Huf vors Gesicht nahm.
„Tschuldigung, bin einfach übermüdet“, erklärte ich mich schnell.
„Dann sieh mal zu, das du ne Mütze voll schlaf kriegst. Ihr habt schließlich noch viel vor morgen.
 Gute Nacht“, verabschiedete sich der König und verschwand wieder in der Stadt.
„Wünsche ich ihnen auch“, rief ich ihm leise hinterher, schloss die Wagentür und machte mich auf
den kürzesten Weg zu meinem Bett, in welchem ich auch sofort wegdämmerte.

Am nächsten Morgen würde ich, für mein Gefühl viel zu früh, von der Bettdecke getrennt.
„Was soll das, Karl-Heinz?“, murrte ich verschlafen.
„Komm, alle anderen sind schon fertig und wollen los“
„Und wozu braucht ihr mich da?… “, musste ich regelrecht mit mir kämpfen, hoch zu kommen.
„…Eine Karte lesen, oder dem Pfeil auf dem Bildschirm folgen, werdet ihr doch wohl noch selber
 können“
„Nu lass mal deine Morgenmuffeligkeit hinter dir und mach dich fertig. Hier gibt’s für keinen ne
 Extrawurst, nur weil er mal Zugchef spielt“
„Ich spiel hier nicht den Zugchef, …“ stieg ich endgültig aus dem Bett und ging ins Bad, wo ich mir
eine Ladung kaltes Wasser ins Gesicht spritzte.
„ …Ich ergreife nur die Initiative, wenn es sonst keiner tut“, rief ich ergänzend durch die offene Tür
„Wenn du meinst“, kommentiert er meine Ausführung etwas erheitert.
„Ja meine ich“, warf ich mir den Mantel über und ging mit ihm zusammen nach draußen.
Im Kontrollraum wartete schon eine Kanne Tee auf mich, sodass ich mich gleich an die Konsolen stellte,
einen Schalter betätigte.
Auf dem Bildschirm erschien die Karte mit der Route und unserer Position, mit einem Pfeil markiert.
Mit dem Funkgerät begab ich mich ans offene Fenster.
„Alles klar, kann losgehen“
„Na wunderbar“, kam es von hinten.
„Endlich“, von vorn.
„Also, es geht erst mal um die Stadt rum, bis wir auf der Rückseite des Schlosses sind.
 Dann sehen wir weiter“
„Alles klar“, nach einem kurzen Pfiff setzten wir uns in Bewegung.

Als wir endlich den Eingang zum Pass hoch zum Höhleneingang fanden, und davor anhielten,
standen schon ein paar der Ponys des Voraustrupps dort.
„Na ihr habt aber einige schöne Schleifen gedreht, hier unten“, grinste Harkness gehässig.
„Lachen sie nur. Aber ihren kleinen Trampelpfad hier zu finden ist trotz Karte nicht leicht.
 Zumindest scheinen sie ja ein paar Kristalle gefunden zu haben, auf dem Scanner strahlt der Haufen
 ja wie ein Leuchtfeuer“
„Ein paar?!“, stolz offenbarten sie den fast Ponygroßen Kegel an Edelsteinen verschiedenster Farbe,
Form und Größe.
„Hui“, einige anerkennende Pfiffe flogen ihnen aus den hinteren Fenstern entgegen.
„Wenn das wirklich alles brauchbare sind, brauchen wir ja wirklich nur noch einladen und können los“
Eine wage Hoffnung, angesichts dieses Katastrophentrips.
Meine Befürchtungen schienen sich zu bestätigen, als einige beim Einladen der Kristalle in die Truhen
bemerkten, das ein Teil der Kristalle nicht so funkelte, wie der Rest.
Sofort holte ich mir den verbliebenen Energiekristall aus dem Batteriekasten, um die Steine,
mit Hilfe des Schallschraubenziehers, zu überprüfen.
Tatsächlich war gut ein Fünftel der geborgenen Kristalle völlig, oder größtenteils leer.
Das waren zumindest mal keine Hiobsbotschaften, trotzdem eigenartig.

„Es stimmt also“, murmelte Harkness neben mir.  
Eine Formulierung, die bei mir eine Alarmglocke läuten ließ.
„Was stimmt?“, fragte ich deshalb.
„Das Mana-Steine ihre Energie verlieren können“
„Ich hab es geahnt … Moment, was ist Mana?“, ein neuer Begriff, das erforderte eine Erklärung.
„Eine andere, natürlichere Form von Magie, wenn du so willst“, lautete seine Antwort.
Die warf allerdings mehr Fragen auf, als sie Antworten lieferte.
Wenn Magie nicht die natürliche Form von Magie war, was war sie dann, und wo kam sie her?
Wo liegen die Unterschiede?
Meine Aufmerksamkeit schwand vom wesentlichen ab.
„Wir haben ohnehin noch nicht genug, dann können wir gleich eine Reserve anlegen. Wie schnell
 verlieren die denn ihre Energie?“
„Laut den Schriften, kann man das nicht vorhersehen. Du hast also recht, eine gute Reserve schadet
 nicht“
Diese Entscheidung wurde auch den restlichen Mitgliedern unserer Reisegruppe mitgeteilt.
Während sich der Vorraustrupp nun, bis auf Harkness und ein paar Andere, die uns ihre Stollen zeigten,
von ihrer Arbeit erholte, machten wir uns ans Werk die benötigten Mengen Kristalle zu gewinnen.
Nicht nur ich wollte diesen Trip endlich hinter sich gebracht haben.

Den Eingang zur Höhle zu finden war recht einfach, führte der Pass doch direkt an diesem riesigen
Loch vorbei.
Etwas komplizierter wurde es im inneren, erstreckte sich doch, neben der Haupthalle, ein Gewirr
aus Gängen durch den Fels.
Einige Ponys des Voraustrupps waren auf den genialen Einfall gekommen,
von der Halle aus Seile zu Spannen, sodass niemand hier unten verloren ging und man sich leichter
zurechtfand.
Mit Lichtzaubern und Leuchtsteinen bahnten wir uns den Weg durch enge Gassen und leicht
verschütteten Stollen.
Die sahen so aus, wie man sich alte, verlassene Bergwerke vorstellt.
Enge Tunnel, die mit Holzbalken abgestützt waren, von denen einige aber schon von der Decke
gefallen waren, oder so aussahen, als würden sie bei der leichtesten Berührung einstürzen.
Selbst wenn ich nur daran zurückdenke stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Es gab sie nicht oft, aber das hier war so einer der Situationen, in denen ich Anfälle von
Klaustrophobie verspürte.

Trotzdem aller Hilfsmittel, und dem Umstand, das auch der Voraustrupp wieder vollzählig zu uns stieß,  
zog sich die Aktion gewaltig in die Länge.
Nicht nur, das diese Steine verdammt selten waren, um an sie ran zu kommen,
musste teilweise tief gegraben werden, und das natürlich so vorsichtig wie möglich.
Niemand hatte Lust darauf, hier unten verschüttet zu werden.
Als wir schließlich wieder das Tageslicht erblickten, war von diesem kaum noch etwas übrig.
Wir schafften etwas Platz und schütteten die Steine, die nicht mehr in die Kisten passten,
einfach in eine Ecke des Gepäckwagens.
In totaler Dunkelheit erreichten wir dann wieder die Stadt, um Crystal zu Hause abzusetzen.
Ursprünglich sah der Plan ja vor, noch am selben Tag Richtung Süden aufzubrechen,
doch die Bergbautätigkeiten hatten uns alle Körperlich ausgesaugt.
Trotzdem aßen diesmal alle zusammen im Speisewagen zu Abend, bevor es zur Nachtruhe ging.

Am nächsten Morgen war ich ausnahmsweise der Erste, der wach wurde.
Noch nicht einmal die Sonne war aufgegangen, wie ich bei einem Blick aus der Tür feststellte.
So hatte ich genügend Zeit, um bei einer Kanne grünem Tee munter zu werden und für alle die
Frühstückstische zu decken.
Ich betrat gerade wieder den Kontrollraum der Tardis, als mein Blick auf eine gewisse Holzschatulle
fiel: „Oh, stimmt ja, da mussten wir uns ja auch noch etwas einfallen lassen“, murmelte ich.
Vorsichtig holte ich den pyramidenförmigen Stein aus seiner Polsterung und legte ihn auf der Konsole
ab: „Also, du cleveres Maschinchen, hast du nen Vorschlag, wie wir den ganzen Zug damit bewegen?“
Auf dem Bildschirm erschien der Kabelplan des Lokteils unseres Dimensionsgenerators.
„Du meinst wir sollen ihn mit dem Generator verbinden, und darüber den Ort anwählen?“
Ein negatives Geräusch ertöne, bevor sich der Plan leicht veränderte.
Eine neue Leitung wurde in Rot eingezeichnet, gleichzeitig materialisierte sich neben mir eine Rolle
Draht, mit zwei seltsamen Elektroden an den Enden.
„Ach du meinst, wir bauen ihn an der Spitze der Lok an, und die Verbindung zum Benutzer erzeugt
 dieser Draht? Und so wird dann alles mitgezogen?“
Ein zufriedenes Piepsen, verbunden mit dem aufleuchten einiger grüner Lämpchen,
bestätigte meine Vermutung.
Sogleich holte ich Mantel, Hut und Schallschrauber und machte mich an die Arbeit.

Die Elektrode für das anwendende Individuum befestigte ich, mit etwas Kabelspiel, an einer freien
Ecke der Generatorsteuerung.
Im weiteren Verlauf, versteckt in kleinen Kabelkanälen unter dem Holzboden des Führerstandes und
dem linken Umlauf der Maschine, zog ich die Drähte bis nach Vorne zur Rauchkammer.
Ab dort schob ich den Draht, über die Verteilerdose für die Kabel der elektrischen Beleuchtung in den
Signallaternen, zu jener Laterne durch, die mittig über der Rauchkammertüre angebracht war.
Oberhalb der Glühbirne installierte ich eine kleine Halterung für den Kristall, welcher dort,
nachdem ich ihn mit dem Draht verbunden hatte, mit der Spitze nach Vorne fest einrastete.
Als ich die kleine Glasscheibe der Laterne wieder zurück klappte und den Verschluss schloss,
danach noch einmal mit einem Lappen alle Scheiben putzte, war die Dämmerung schon fast in den
Tag übergegangen.

„Ich dachte, ihr wolltet gestern schon verschwinden?“, tauchte auf einmal König Sombra neben der
Maschine auf.
„Es gab da, sagen wir mal, ein paar Komplikationen, die alles etwas verzögert haben“,
erklärte ich und kletterte von der Pufferbohle.
„Aber jetzt läuft alles?“
„Nun, ich hoffe es“, wir gingen gerade an den Kohlewagen vorbei, als ein Geräusch an unsere Ohren
drang. Ein, sich wiederholender, tiefer Glockenschlag.
„Oh, das ist nicht gut“, murmelte ich.
„Was ist das?“, fragte der König.
„Das …ist die Klosterglocke der Tardis. Und bedeutet meist nichts gutes“ galoppierte ich los.
Mit meiner Magie entriegelte ich die Schiebetür, welche auch sogleich zur Seite rollte.
Ich kletterte gerade hinauf, als ein Pony aus der Stadt angeflitzt kam und sich an Sombra wandte.
„Eure Majestät,...“, hechelte es, „... der Ausguck hat Schiffe gesichtet“
Mit aufgerissenen Augen starrte ich hinunter.
„Wie viele?“, fragte er zurück.
„Sie vermuten Fünf. War durch die Wolken nicht genau zu erkennen“
Ich stürmte sofort in die Tardis, deren Kontrollraum nun von verschlafenen Ponys bevölkert war.
Mühselig kämpfte ich mich durch die Masse zur Konsole vor.
„Was ist denn jetzt los?“, fragte einer der Anwesenden mürrisch.
„Offenbar bekommen wir ungebetenen Besuch“, war alles was ich antwortete.
Das Glockengeläut war mittlerweile auf eine erträgliche Lautstärke reduziert worden,
während ich den Schalter für den großen Bildschirm betätigte.
„Jetzt sind wir aber am Arsch“, kommentierte jemand.
Mit jedem neuen Durchlauf des Radarbildes konnte man besser erkennen, das sich die Dalekschiffe
nach und nach zu einem Halbkreis formierten, und so jeden erdenklichen normalen Fluchtweg
abschnitten.  Aufgeregt redeten die Ponys durcheinander.
In einem Kasten auf der Konsole zählten Klappzahlen hinunter.
27 Minuten, 58 Sekunden , 57, 56.
Wohl der errechnete Countdown, bis sie hier eintreffen würden.
Ich dachte nach.

„Frank?!“, rief ich den alten Lokführer.
„Ja, was ist?!“
„Wie stark bremsen uns die Vorrätewagen aus?!“
„Also,…wir sind mit Grenzlast losgefahren,… jetzt haben wir natürlich schon einen guten Teil
 verbraucht, aber die haben ja auch ein gewisses Eigengewicht, den enormen Zuwachs an Zuglänge
 nicht zu vergessen“, erklärte er.
„Mit anderen Worten, wir sollten den Zugverband auf so wenig Fahrzeuge wie möglich reduzieren?“
„Wäre eine Möglichkeit“
„Ok, hier mein Vorschlag. Ein Teil der Einhörner hier verteilt soviel von der Kohle wie möglich auf
 den Tender und den O-Wagen direkt hinter der Lok, und ein anderer pumpt soviel Wasser wie
 möglich in dessen Wasserkasten und den hintersten Kesselwagen.
 Die Wagen dazwischen rangieren wir raus, sodass wir nur noch Vier Wagen haben.
 Einverstanden?“, Die Ponys nickten zögerlich.
„Gut dann mal los!“, rief ich.
„Ach so noch etwas. Währt ihr damit einverstanden, wenn wir so viele Kristallponys mitnehmen wie
 wir können? Die haben uns geholfen, da können wir sie nicht einfach den Daleks überlassen“,
füge ich noch schnell an.
„Natürlich. Wenn die sich beeilen“, sagte einer. Wieder stimmten die anderen nickend zu.
Danach verließen wir das Zeitschiff.
25 Minuten 43.

„Sombra!?“ rief ich dem König nach, durch die halbe Stadt war ich ihm nachgaloppiert.
„Was ist? Ich muss mein Volk in Sicherheit bringen, und ihr solltet auch verschwinden“
„Wo wollen sie die Ponys hinbringen?“
„Wohin wir letztes Mal auch geflüchtet sind, in die Berge“
„In 20 Minuten? Das schaffen sie nicht mal mit ihrer Raumverzerrenden Wolke“
„Ich fürchte …“
„Aber deswegen bin ich hier. Wenn sie wollen, würden wir so viele Ponys mitnehmen, wir wir können.
 In der Tardis ist genug Platz“
„Wirklich?“
„In 10 Minuten, mit leichtestem Gepäck, am südlichen Stadtausgang“
„Wir werden da sein“
„Super!“, rief ich, da ich schon wieder auf dem Rückweg zum Zug war.
Doch dort gab es ein großes Problem.
„Was ist es diesmal?“, fragte ich seufzend.
„Wenn wir die Wagen trennen, damit die Verbindung zur Tardis, Bäng, keine Gleise mehr.
 Bisher war das kein Problem, da gab es immer irgendwie genug, aber hier gibt´s nur Schnee“
„Okay, lass mich kurz nachdenken. Bin gleich wieder da“, lief ich in den Gepäckwagen,
und ließ eine Ratlos dreinschauende Ansammlung von Ponys zurück.
„Schnell, ich brauch etwas, um die energetischen Gleise unter der Lok aufrecht zu erhalten“,
rief ich in den leeren Raum.
Eine Geräuschabfolge ertönte, die wohl ironisch: „Wenn´s weiter nichts ist?“, aussagen sollte.
Trotzdem erschien vor meinen Hufen ein Objekt, welches entfernt an eine Autobatterie erinnerte.
Mit Kabeln und einem Stecker für den Anschluss an die Versorgungsleitung.
„Weißt du eigentlich, was für ein Schatz du bist“, sagte ich anerkennend.
Mit mehr Zeit hätte man sicher auch etwas mit den Energiekristallen zusammenschustern können,
anstatt wieder etwas von den Ressourcen der Tardis zu verbrauchen, aber die hatten wir eben nicht.

Ich trabte mit der Energiezelle nach draußen, und dann ging es los:
Kabel ab, Lok und Kohlewagen in Schnee gesetzt, Kupplung und Bremsschlauch am Hintersten
Kesselwagen gelöst, Energiezelle an das Kabel, Gleise wieder da, Wagen vorgezogen,
diese an die Seite geschoben, alles hinter dem ersten Wagen abkoppeln, Lok und Kohlewagen
an den Rest vom Zug gesetzt und wieder angekuppelt, Steuerung wieder mit der Tardis verbinden,
kleine Bremsprobe gemacht, fertig.
Gleich darauf sind wir zum Treffpunkt gefahren.
16 Minuten 56.

Die ersten Ponys standen schon da, als wir dort eintrafen.
Genau Straßenmitte zu Schiebetür stoppte unsere Fuhre.
Wir stellten einen provisorischen Tritt raus, den wir schon im Ponyville drüben verwendet hatten,
um uns das Beladen des Gepäckwagens zu erleichtern, und die ersten Zwölf Ponys, Vier Familien,
bestiegen den Zug.
„Hier links bitte und dann nach hinten durch gehen. Suchen sie sich einen freien Platz“
Von Hinten kam jetzt auch der Rest der Bevölkerung angetrabt.
„Steffen, wenn wir die Ponys nachher in die Tardis stopfen müssen, würdest du und Dark Moon das
 Klären der zwangsläufig auftretenden Fragen übernehmen?“, raunte ich den Beiden zu.
„Machen wir“
„Aber überfordert sie nicht gleich. Wenn sie gar nichts verstehen, begründet das Raumverhältnis von
 mir aus mit Magie. Hauptsache die bleiben ruhig und kommen nicht auf dumme Ideen“
„Ist gut“
„Ach, und sag mir mal kurz, wie weit der Countdown ist!“, rief ich ihm noch hinterher.
Ich hoffte, die Kristallponys würden sich nicht allzu sehr vor der Eigenart unseres Zeitschiffes fürchten
und sich dadurch sträuben, es zu betreten.
Während der Fahrt hierher hatten wir uns bei gemacht und, unter zu rate Ziehung des Handbuches,
über die sogenannte Architektonische Rekonfiguration, in ihr eine Art Wartesaal eingerichtet.
Die Ponys würden ja nicht lange darin ausharren müssen, wenn das mit diesem magischen Teleporter
alles so klappte, wie ich mir das erhoffte.

Es fand sich doch eine ganz beträchtliche Zahl von Einwohnern am Zug ein.
Die alle durch eine Schiebetür zu schleusen würde ewig dauern.
„Sollten wir nicht lieber auch die hintere Tür mit nutzen?“, fragte einer der Anwesenden.
„Gute Idee, macht das“, wieso bin ich da nicht selber drauf gekommen?
Zwei Ponys traben ganz nach hinten und öffneten die Passagiertür des Speisewagens.
„Okay, wir haben da hinten noch platz für Fünfzig Ponys,…“
„Und was ist mit dem Rest?“, kam es aus der Menge unten.
„Das will ich gerade erklären. Der Rest steigt bitte hier ein. Wir haben einen Raum hier drin,
 welcher genug Platz für alle bietet“, ratloses Blicke.
„Was meinen sie, wie es sonst sein kann, das ein Zug, für solch eine Aktion, nur einen Personenwagen
 haben kann?“
Dem Mischungsverhältnis von Stuten, Fohlen und Hengsten nach, machten sich überwiegend Familien
auf, den Speisewagen zu besetzen.
Alle anderen Ponys schleusten wir durch den Gepäckwagen.
Jemand hatte vorgeschlagen, zuerst die Fohlen einsteigen zu lassen, was sich erwartungsgemäß etwas
schwierig darstellte, da gerade die Kleinen sich nicht von ihren Eltern trennen wollten.
Das änderte sich erst, als einige ältere Jungponys die Tardis gesehen hatten und begeistert nach draußen
gerufen hatten, das man die unbedingt gesehen haben müsse.
Danach hatten wir eher damit zu kämpfen, die Kleinen unter Kontrolle zu halten, anstatt damit,
sie hier rein zu bekommen.
Die Erwachsenen nahmen das ganze wesentlich gelassener, die hatten im Moment wohl auch andere
Sorgen, als einen seltsamen Schrank, aber trotzdem dauerte mir die Aktion irgendwie zu lange.
Noch immer befand sich gut die Hälfte der Einwohner da draußen.
„Steffen, was sagt die Uhr!?“, rief ich etwas gestresst in den Kontrollraum.
„Kleinen Moment, ich seh nach“, erwiederte er gelassen und unterbrach ein Gespräch mit einer kleinen
Gruppe Ponys, die es sich in der Sofaecke bequem gemacht hatte.
„Oh Verdammt“ hörte ich ihn murmeln.
„Steffen, was ist?“
„Null, die Uhr steht auf Null!“, rief er sichtlich nervös.
Auch die anderen Ponys ahnten wohl, was das heißen sollte und waren dementsprechend aufgelöst.
Von der eben noch heiteren Stimmung war nichts geblieben.
Ich lief wieder zu den anderen.
„Los, macht die andere Schiebetür auf!“, rief ich ihnen zu.
„Ihr müsst euch erst mal kurz in die Gänge quetschen fürchte ich, wir müssen hier weg!“, wand ich
mich den Einheimischen zu. Diese wirkten von meiner plötzlichen Hektik etwas überfordert.
Genau bis zu dem Augenblick, in dem die erste Untertasse aus den Wolken auftauchte.
Ab da an herrschte blanke Panik und Chaos bei den Ponys außerhalb des Zuges.
Mehrere auf einmal versuchten sich durch die Türen zu drängen, doch blieben sie in ihnen stecken.
„Das bringt doch nix“, zogen wir gerade das mittlere der drei Ponys ins Innere.
Endlich durchgekommen, liefen sie in den hintersten Wagen, doch blieben sie auch im Übergang stecken,
da war es dann wieder das selbe Spiel.
Immer wieder mussten wir einzelne Ponys wie Stöpsel aus dem Knoten ziehen.
Für wenige Sekunden ergab sich dann wieder ein gleichmäßiger Fluss, bis sie wieder feststeckten.
Ich konnte nur den Kopf schütteln und mich wundern, das uns die Dalek noch nicht ausradiert hatten.
Bis ich bemerkte, das irgendetwas ihre Aufmerksamkeit auf den Stadtkern lenkte.
Sie konzentrierten ihren Beschuss ausschließlich auf die Gebäude.
Ein winziger Funke quoll auf, dass wir doch noch alle in die Wagen bekommen und uns heil
hinausschleichen könnten.
Bis zu dem Augenblick, in dem das erste Geschoss in der Nähe aufschlug.
Gesteinsbrocken und Erdboden regnete vom Himmel und erzeugten beim Aufschlag auf die
Wagendächer dumpfe Geräusche.
Völlig in Panik stoben die sich noch draußen befindlichen Ponys in alle Richtungen auseinander,
nachdem mehrere Gebäude in die Luft flogen waren.
Der Rauch von ausgebrochenen Bränden hüllte schnell die Gegend ein.
Etwas perplex standen wir einige Sekunden da, dann hatte uns die Realität wieder.
Ich holte das Walkie Talkie aus der Manteltasche.
„So ihr da Vorne, Volldampf voraus! Nix wie weg hier!“, rief ich hinein.
„Jawohl“, kam es zurück.
Da setzte sich der Zug auch schon mit einem kräftigen Ruck in Bewegung.
Deutlich merkte man, das es die Maschine mit dem Beschleunigen nun wesentlich leichter hatte.
Ein Pony, das sich im letzten Moment noch an die Tür geklammert hatte, wurde hineingezogen,
dann schlossen wir die bis dato offenstehenden Schiebetüren.

Hinter uns versank die Stadt in dichtem Qualm und Rauch, aus dem nur noch die zersplitterte Spitze
des Kristallturmes herausragte.
Wenn es weiter so gut voranging, konnten wir sicher sein, unbemerkt aus der Gefahrenzone
geschlichen zu sein.
Nach einer weile hatten sich alle gleichmäßig in den zwei Wagen verteilt, wovon die meisten sich
jedoch in die Tardis vorfanden.
Schnee und Wolken bildeten die Szenerie. Der graue Abdampf unserer Maschine wurde vom Wind
zerrieben, bevor er überhaupt richtig hätte aufsteigen können.
Wir waren nach einiger Zeit wieder auf die richtige Strecke gewechselt und das röhren der Räder unter
dem Zug wirkte mit seiner monotonen Gleichförmigkeit, nur unterbrochen von dem rhythmischen
‘Klack, Klack‘ der Schienenstöße, irgendwo beruhigend.
Aber auch wenn die Stimmung der Anwesenden es nicht vermuten ließ, die Fohlen ausgelassen durch
die Wagen tobten und einige sich am offenen Fenster den Fahrtwind durch die Mähnen wehen ließen,
über den Berg waren wir noch lange nicht.
Zumindest nicht, solange wir noch hier Oben herumdümpelten.
Über diese Gedanken grübelnd saß ich in der Zugführerkanzel, den Kopf auf einen der Hufe gestützt.
Irgendetwas stimmte da nicht.
Es war einfach unmöglich, das uns die Daleks nicht bemerkt hatte, waren sie doch direkt über uns
gewesen, und denen entging nie etwas, das direkt unter ihnen stattfand.
Selbst wenn sie sich andere Prioritäten gesetzt hatten, von der Stadt dürfte mittlerweile nichts mehr
übrig gewesen sein.
Also, warum waren sie nicht hinter uns her?
Ich wendete mich den hinteren Sichtfenstern zu und holte mein Fernrohr heraus.

„Kann mir einer von ihnen vielleicht erklären, was es zu bedeuten hat, wenn das Schloss glüht?“,  
meine fragte richtete sich auf eine Runde im Speisewagen, die sich zufällig um Magie drehte.
Eine ältere Dame antwortete: „Wie sieht das Glühen denn aus?“
„Keine Ahnung. Irgendwie pulsierend weiß, mit violett und schwarz drin. Wir sind zu weit weg,
 um es selbst mit Fernrohr genau erkennen zu können“
„Wir müssen noch um einiges weiter weg, Junge“, mischte sich ein Herr mittleren Alters ein.
„Das dachte ich mir schon“
„Nein, sie verstehen nicht, das Glühen ist die Vorbereitung für die letzte Verteidigung“
„Wieso muss ich gerade an verbrannte Erde denken?“
„Es nennt sich Kristalimpuls und wird alles im Umkreis mehrere Kilometer von Antlitz dieser Welt
 fegen. Solange sie das Schloss noch sehen, sind wir zu nahe dran“
„Oh super, die Atombombe in Magie“, seufzte ich leise.
„Okay, wie kriegen wir jetzt einen möglichst großen Abstand in minimaler Zeit hin?“
Ich hatte den Teleportstein nicht vergessen, nur leider lag die Leitung nur auf der Lok,
sodass ich von hier hinten keinen Zugriff darauf hatte.
In dem Moment kam ein Funkspruch von Vorne rein.
„Ähm Alexander. Soll das so sein, das die obere Laterne schwarze Funken sprüht?“
Ich wendete meinen Kopf den Ponys zu.
„Wünscht sich hier gerade irgendwer, weit weg zu sein?“
Viele Ponys nickten mit den Köpfen.
„Dann wünscht es euch fester! Wünscht es euch, als ob euer Leben davon abhinge!“ rief ich,
danach galoppierte ich zur Tardis.
Ich hatte im Handbuch gelesen, das man telepathische Geräte über die Telepathischaltkreise der Tardis
verbinden konnte, das Feld verstärken quasi, also öffnete ich sie und bekam auch sofort das Feld des
Steins angezeigt.
„Was ist los?“, fragte einer aus unserer Reisegruppe.
„Sag allen aus unserer Gruppe, sie sollen an die Gegend um Ponyville denken. Ganz fest, klar?“
„Warum?“
„Wenn ihr es nicht tut, wird uns gleich ein Kristallzauber grillen, also los!“, wurde ich etwas
ungehalten.
Immer diese Nachfragen.
„Können wir auch etwas tun?“, fragte eines der Kristallponys mit wissendem Blick.
„Weit weg wünschen“, antwortete ich abgehakt.
Er nickte und verbreitete die Anweisung über seine Nachbarn.
„Alex, jetzt fliegen da Wolken raus, die sich nach und nach zu einer Art Strudel verdichten“,
Frank klang etwas nervös.
„Das soll alles so sein, wir fahren gleich durch so ne Art magisches Wurmloch, oder so.
 Also alle gut festhalten!“, richtete ich das Letzte an alle Anwesenden.
Auf dem Scanner war deutlich zu erkennen, wie eine starke Energie in der Stadt freigesetzt wurde,
welche sich daraufhin kreisförmig ausbreitete.
In einem Moment sah man noch, wie sich Fünf Punkte schnell von dort wegbewegten,
im Nächsten waren sie verschwunden.
Durch die offenstehende Tür hatte man draußen den Lichtblitz sehen können.
Alles hatte für einen Moment nur noch aus Weiß bestanden.
Ich begab mich wieder in die Kanzel, die schwarzen Wolken flogen jetzt schon über den ganzen Zug,
lange konnte es nicht mehr dauern, zumal von hinten diese Wand angeschossen kam.
„Nu komm schon, mach. Leg los“, murmelte ich, und dachte nun auch an einen Ort, nahe des Dorfes.
Dann ging auf einmal alles ganz schnell.
Der Strudel schoss aus der Laterne, umfasste des ganze Gespann.
Alles wurde durchgerüttelt und geschüttelt, man konnte weder etwas wahrnehmen, noch sich auf etwas
konzentrieren. Also zumindest mein Kopf war für diese paar Sekunden wie leergefegt.
Plötzlich hatte es dann zwei harte Schläge gegeben, bis der Dritte uns abrupt zum stehen brachte.
Das letzte, was ich mitbekam, war, wie ich seitlich gegen die Wand geschleudert wurde.

Auf unserem Weg war es nun schon das zweite Mal, das ich mit dröhnendem Schädel aufwachte,
bloß das mir diesmal auch noch die gesamte linke Seite schmerzte.
Die ersten tiefen Atemzüge brannten etwas, aber das war schnell nebensächlich geworden.
Von draußen drang aufgeregtes Stimmengewirr an meine Ohren.
Bei einem vorsichtigen Blick zur Seite bestätigte sich meine Vermutung.
Mein Dickschädel hatte Bekanntschaft mit der Glasscheibe gemacht.
Denn deren Splitter lagen überall auf dem Wagendach verteilt.
Sonst konnte ich nur erkennen, das der Kesselwagen etwas schräg nach oben stand, und dort,
wo sich in etwa unsere Lokomotive befinden dürfte, nur noch die Reste einer Ruine standen.
Sofort schoss mir das Bild einer unter Schuttbergen verschütteten Lokomotive in den Kopf,
deren Führerstand vom Tender und aufgekletterten Wagen zerdrückt worden war.
„Oh, Scheiße“, murmelte ich erschrocken.
Was da wirklich Sache war, musste ich jetzt sofort selber nachsehen, ansonsten hätte ich bis dahin
keine ruhige Sekunde mehr.
Unter Schmerzen rutschte ich über die Bank und kletterte von der Kanzel runter auf den normalen
Boden. Sofort fielen mir die geöffneten Schiebetüren auf.
Aus dem inneren des Zeitschiffes drangen Schmerzenslaute an meine Ohren.
Ein schneller Blick hinein offenbarte mir, das man den Kontrollraum rasch zum Notlazarett
umfunktioniert hatte.
Die Tardis verfügte zwar auch über eine eigene Krankenstation, doch bis auf das Röntgengerät und
einige andere Gerätschaften, die man so in jedem normalen Krankenhaus vorfand,
wusste niemand so recht, wie man mit den technischen Anlagen umzugehen hatte.
Zumal die ja eh für die Physiologie eines Timelords ausgelegt gewesen sein dürften,
was unsereins nun gar nichts gebracht hätte.
So beschränkten sich die Behandlungsmöglichkeiten, wie schon nach dem erstem Angriff durch die
Greifen, auf die Behandlung von einfachen Verletzungen, oder dem richten von Knochenbrüchen.
Das bekamen die Ponys auch mit recht einfachen Mitteln hin, schließlich war das medizinische Personal,
welches uns hier begleitete, ja auch keine Anfängergruppe.
Allerdings schienen bei den meisten Ponys ein paar kleine Verbände ausgereicht zu haben.
Es gab wohl kaum jemanden, der nicht zumindest leichte Blessuren davon getragen hatte.
Mir war leicht schwindelig und hin und wieder stieg leichte Übelkeit auf, während ich linksseitig aus
dem Wagen kletterte und nach Vorne lief.
Eine erste Erleichterung stellte sich ein, als ich einen ersten Überblick über die Szenerie bekam.
Die Schleifspur im Sand legte eine deutlich sichtbare Kurve hin, führte dabei durch die, mittlerweile
zusammengebrochenen, Reste eines runden Holzgebäudes in der Platzmitte und endete unter der Lok,
welche, die Ecke eines Steingebäudes streifend, zum stehen gekommen war.
Ein paar wackelige Schritte weiter erkannte ich auch, das sich der Tender nicht in den Führerstand
geschoben hatte.
Vielmehr hatte sich der Kohlewagen quergestellt und der Schwung der drei nachfolgenden Wagen
hatte den Kesselwagen über diesen geschoben, wobei dessen Holzwände nachgaben.
Als ich um die Lok herumgegangen war, erkannte ich, das sie, mit der Pufferbohle und dem rechten
Zylinderblock, die Ecke des Gebäudes herausgerissen hatte,
welches danach in sich zusammengebrochen war.
Glücklicherweise, ohne dabei das Fahrzeug allzu sehr unter sich zu begraben.
Dampfschwaden und leichte Rauchfahnen stiegen noch aus dem Schlot und den Ventilen auf.
Ich hörte die Stimmen auf der anderen Seite des Zuges, also kletterte ich vorsichtig auf die Lok,
wobei ich mich zwischendurch doch immer mal hinsetzen musste,
um eine Schwindelattacke abzuwarten und die aufsteigende Übelkeit zu unterdrücken,
bevor ich zu der kleinen Traube um unsere Lokmannschaft treten konnte.
„Alle soweit in Ordnung, hier Vorne?“
„Ach du meine Güte. Wie siehst du denn aus?“, kam erst mal Karl-Heinz auf mich zu.
„Halb so wild, bin nur gegen die Fensterscheibe da oben geknallt“, überraschenderweise schienen alle
relativ unversehrt aus der Nummer gekommen zu sein, nur Steamy fehlte.
„Wo ist Steamy?“, hakte ich mit einem flauen Gefühl im Magen nach.
„Keine Sorge, dem geht´s ganz gut. Hat den Halt verloren, als wir ins erste Gebäude gedonnert sind.
 Sie Röntgen nur einmal, um sicher zu gehen, das keine Rippe ärger macht“, erklärte Frank recht
locker.
Mir war ohnehin schon die ganze Zeit irgendwie seltsam zu Mute, doch jetzt wurde mir schlecht.
Das hier war schließlich meine Idee gewesen, meine Verantwortung, und die Aktion war ja wohl mal
gründlich in die Hose gegangen.
In mir stieg ein Groll auf und ich wollte jetzt verdammt noch mal wissen, was da schiefgegangen war.
Auch wenn ich mich im Moment nur auf das stützen konnte, was ich sehen und erfragen konnte,
da sich meine Erinnerungen an den genauen Vorgang als lückenhaft erwiesen.
„Ne Idee, was passiert sein kann?“
„Keine Ahnung. Das ging ja aber auch alles verdammt schnell“
„Super, also wieder die Suche im Detail“, seufzte ich.
„Ich denke, ich kann da vielleicht helfen“, kam das Kristallpony auf uns zu, das mich schon über die
Sache mit dem `Wir rösten die ganze Gegend´ - Zauber informiert hatte.
„Wenn ich die Sachlage richtig deute, haben sie einen Teleport-Kristall verwendet. Richtig?
 Und den über die Gedanken aller Ponys im Zug aktiviert“, es entstand eine kurze Pause, die sie wohl
als Bestätigung ihrer Annahme sah, „Das ist ein Typisches Problem bei Gruppentransporten,
 jeder denkt im Detail an etwas anderes, und so …“
„Hat er die einzigen Konstanten genommen, Weit weg und Ponyville, und uns mitten im Dorfzentrum
 abgesetzt“, führte ich die Informationen zusammen.
„Das ist wohl die wahrscheinlichste Ursache für dieses Missgeschick“
„Oh, intelligente Magie“, lachte ich kurz Sarkastisch auf, wurde dann aber wieder ernst.
„Jetzt mal ehrlich, kann man mich über solche wichtigen Details nicht vorab informieren? Warum werde
 ich mit dieser Magie immer, mit Anlauf, ins kalte Wasser gestoßen?“, regte ich mich wieder Mal auf.
Etwas, was ich diesmal wohl hätte lassen sollen, denn sofort haute es mich mit dröhnendem Schädel zu
Boden. Auch mein innerstes konnte ich jetzt nicht mehr zusammen halten, und als mein Onkel mir hoch
half, entleerte sich mein Mageninhalt bis auf den letzten Tropfen.
„Ok, weißt du was? Du kannst mir ja viel erzählen, aber das ist definitiv nicht Gesund. Ich bring dich
 auf jeden Fall erst einmal zu einem der Ärzte“, sprach mein Onkel, ohne einen Widerspruch zu dulden.
„Solange du mich nicht wieder wie ein Baby durch die Gegend trägst“, seufzte ich auf.
„Dann benimm dich nicht wie eines“
„Se~hr witzig, Karl-Heinz“

Von der Krankenschwester durfte ich mir nach der Untersuchung was anhören.
Wie ich auf die Idee käme, mit einer Gehirnerschütterung und der blutenden Platzwunde an der Stirn,
so einfach durch die Gegend zu laufen.
Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, das ich die gar nicht so bemerkt hatte.
Und zum anderen hatte gerade eine Idee von mir unser Vorhaben ins Unglück gestürzt, sollte ich da
nicht erst einmal nachsehen, was das für Folgen gehabt hatte?
Ich hab mich dann doch eben verarzten lassen, wollte dann aber auch wieder raus, um zu sehen,
was sich da draußen noch retten ließ, und nicht noch ein gefühlte Ewigkeiten Bettruhe halten.
Etwas, das mein Onkel sich wohl schon dachte, weswegen er mich, dank einiger Mittelchen gegen den
Brummschädel bekam ich es nicht wirklich mit, kurzfristig in mein Zimmer sperrte.
Und die Tardis machte auch noch mit, unfassbar.
Nachdem meine  Aufreger nur noch weitere Kopfschmerzen zur Folge hatten, entschloss ich mich
letztlich dazu, doch ein wenig zu schlafen.

„Man, man, man, man, man. Lassen die mich einfach drei Tage durch pennen“, sprach ich, als ich in den
Kontrollraum zurückkehrte. Die Tardis hatte mich freundlicherweise raus gelassen,
nachdem ich fast 24 Stunden Ruhe gehabt hatte, und bis auf die leichten Rippenschmerzen alles verflogen war.
Da war das Schiff doch noch auf meiner Seite und spielte etwas mit der Zeitsteuerung.
Es war nicht eine Person anwesend, also verließ ich den Kontrollraum und trat hinaus in den Gepäckwagen,
in welchem es jedoch erstaunlich dunkel war.
Um nächtliche Dunkelheit handelte es sich dabei jedoch nicht, war die Frage, wo wir uns dann befanden?
Ein Blick aus dem Fenster genügte, um sie mir zu beantworten.
Im Everfree Forest.
Genau neben unserer ausgeschlachteten 78er waren die beiden Schnellzugwagen und die P4.1
abgestellt worden.
Die Kisten mit den Kristallen waren weg, auch keines der Ponys befand sich mehr an Bord des Zuges,
oder im inneren der Tardis.
‚Keiner mehr da? Auch nicht Karl-Heinz und Steffen?‘, das kam mir doch sehr seltsam vor.
Ich beschloss, die beiden draußen zu suchen.
Bei den Lokomotiven waren sie nicht, die waren beide kalt abgestellt, blieb nur der Speisewagen,
aber alles was ich fand war eine Mitteilung, das sie sich im Schloss befänden und ich doch bitte
nach Ablauf der dreitägigen Bettruhe zu ihnen stoßen solle.
Ich sah zum Schloss rüber und musste instinktiv schlucken.
Bildete ich mir das nur ein, oder sah es nun tatsächlich bedrohlicher aus, als vor unserer Abfahrt.
Am liebsten hätte ich mir jetzt erst mal ein Glas gegönnt, aber zum Einen wusste ich, das mir dieses nicht
schmecken und schon gar nichts bringen würde, zum Anderen stand eine der Schlosswachen
plötzlich an der Waggontüre, um mir recht emotionslos mitzuteilen, das meine Anwesenheit im Schoss
unverzüglich erwartet würde.
Ich warf mir also Hut und Mantel über und folgte dem Einheimischen, nicht ohne die Begleitung von
Sorgen im Kopf, und einem überdeutlichen, flauen Gefühl im Bauch

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An dieser Stelle ein Dankeschön an Redmoon Damika für die Idee um diese Version des Kristallkönigreichs.
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