Steampunk - Mit Volldampf ins Abenteuer

GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
Discord König Sombra OC (Own Character) Prinzessin Celestia Prinzessin Luna Twilight Sparkle
22.09.2017
17.09.2020
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22.09.2017 1.139
 
An einem verlassenem Ladegleis beim Husumer Hafen.
Eine leichte Brise wehte von Osten her.
In der Ferne waren sich schnell nähernde Sirenen zu hören.
Über uns erstarkte das gleichmäßige Rotorengeräusch eines Hubschraubers.
Dessen Suchscheinwerfer leuchtete die dunkle Ecke hier taghell aus.
Geblendet senkte ich meinen Kopf.
'Nur noch die Weiche umlegen', dachte ich mir, zog den Schallschraubenzieher aus meiner inneren
Manteltasche hervor und zielte damit auf das Schloss am Stellhebel, drückte den Knopf.
Kurz leuchtete die kegelförmige Spitze hellblau auf, ein Surren ertönte.
Es machte Klack und schon konnte ich die Weiche umstellen.
In Richtung Hauptstrecke.
Ich lief das Gleis entlang zum Zug zurück.
„Steffen, fahr los!“, rief ich dabei meinem Freund zu, welcher oben aus dem Fenster des
Führerstandes unserer Maschine geschaut hatte.
Er nickte und sein Kopf verschwand im Inneren.
Geräuschvoll lösten sich die Druckluftbremsen, zischend entwich Dampf aus den beiden Zylindern,
während dessen hoher Druck die Kolben anschob, welche über das Gestänge die Drei,
1,65 Meter großen Treibräder in Bewegung setzten.
Ich beschleunigte noch einmal meinen Schritt, wäre dabei beinahe noch über einen hochstehenden
Stein gestolpert, bevor ich die Aufstiegsleiter zum Führerstand erreichte, nach den Handläufen griff
und hinauf kletterte.
„Denkst du, das ist sicher? Was wenn da jetzt ein Regelzug kommt?“, fragte Karl-Heinz,
der auf der anderen Seite stand und in beide Richtungen auf die Strecke hinaussah.
„Die haben runter gerufen, das die von Unit sind. Wie ich die kenne, wird hier bereits alles weiträumig
 abgeriegelt worden sein.“
„Hoffen wir es mal“
Schnell nahmen wir Fahrt auf.
Die Typen da oben musste es völlig überrascht haben, das wir uns in Bewegung gesetzt hatten.
Ein Zug der auch fahren kann, wo gibt’s denn so was?
Es dauerte allerdings nicht lange, bis sie unsere Verfolgung aufnahmen.

Wir näherten uns rasch dem Bahnübergang vor der Hafenbrücke.
Kurz bevor wir ihn erreichten, überquerten einige der vermeintlichen Streifenfahrzeuge diesen.
Nun ja, im Licht des Scheinwerfers war zu erkennen, das es eher nur das vorausfahrende Fahrzeug war,
welches einem Streifenwagen auch nur ähnlich sah, der Rest bestand aus ausschließlich schwarzen
Geländewagen und kleinen Lkw mit Ladefläche, wie man sie eher bei einer Armee vermutet.
Wir ließen die Dampfpfeife ertönen.
Einen Unfallschaden konnten wir nun wirklich am wenigsten gebrauchen.  
Von den Fahrzeugen raste eines noch rüber, ein weiteres machte eine Vollbremsung und landete
dabei im Grünstreifen.
Während der Vorbeifahrt konnten wir in die verdutzten Gesichter der Männer blicken.
Einer schien, seiner Handbewegung nach, diesen etwas zu befehlen.
Und tatsächlich sprangen die Leute von der Ladefläche und versuchten, auf einen unserer Wagen
aufzuspringen, doch wir waren zum Glück schon zu schnell.
Wir überquerten die Klappbrücke, welche über die Hafeneinfahrt verlief.
Auch der Rest des Konvois hatte sich der Situation angepasst und überholte uns nun auf der parallel
verlaufende Straße.
Der Heli immer noch über uns.
Jetzt hieß es, sich schnell etwas einfallen zu lassen.
„Da wird man einmal von einem seltsamen Wesen in eine andere Welt entführt, und kaum das man
 einen Weg zurück findet, wird einem die Armee auf den Hals gehetzt.
 Was denken die was wir sind?
 Irgendwelche Außerirdischen, die die Menschheit versklaven wollen? Hallo, wir sind auch
 Menschen“, regte sich Torsten auf, und hätte beinahe die Kohlenschaufel mit ins Feuer befördert.
„Torsten, bitte, können wir uns später über das wie und warum Gedanken machen?
 Erstmal ist wichtig, das wir heil aus dieser Situation raus kommen“, sagte Steffen.
„Die Frage ist nur wie? Auf die Schnelle fällt mir nichts ein. Wer weiß, wie diese Militärtypen
 ticken“, sprach mein Onkel.
„Also gut, mal nachdenken. Schwierig. Können wir überhaupt hier bleiben? Ich meine, sobald wir
 anhalten, und das müssen wir zwangsläufig irgendwann, werden die sich uns schnappen und
 stellen weiß Gott was mit uns an. Nein, das geht auf keinen Fall. Zudem, stellt euch mal vor was
 passiert, wenn die diese Technik in ihre Finger kriegen“, tippte ich auf den Kasten hinter mir.
„Soll das heißen, du denkst, wir sollten wieder dahin zurück?“, warf mein Onkel ein.
„Zurück in das Ponyuniversum? Ein Dasein als buntes Huftier fristen?“ fügte Torsten noch an,
ein gewisses Unverständnis war nicht zu überhören.
„Immer noch besser als ein Gefangener in irgendeinem Geheimlabor“,
verteidigte Steffen meinen Vorschlag.
„Und außerdem scheint hier nichts so zu sein, wie es sein sollte. Zumindest, was mich betrifft.“
Resignierte mein Onkel.
Wir anderen nickten nur. Es war fast so, wie der Doktor es vorrausgehant hatte.

Durch unser Gespräch vorerst unbemerkt, hatte das Militärkommando wohl das Stellwerk übernommen,
zumindest den ganzen bewaffneten Leuten auf dem Bahngelände nach.
„Wo leiten die uns hin?“ fragte ich etwas besorgt, wobei ich nach vorn und hinten raus sah, versuchte,
zu erkennen, was sie da taten.
„So wies aussieht, ins Betriebswerk“, sagte Steffen.
„Was?! Na hoffentlich nicht in die Hallen“, sagte Karl-Heinz.
„Glaub ich nicht, da stehen welche an den Stellhebeln der Weichen, aber ich vermute mal, die leiten
 uns auf das Reststück der Strecke nach Rendsburg“, erwiderte Steffen,
„So wollen die uns wohl zum Anhalten zwingen.“
„Wenn wir nichts machen, klappt das“, sagte Torsten.
Ich wendete mich wieder unserem Generator zu.
Die Steuereinheit für diesen war an der rechten Seite, an der Rückwand des Führerhauses,
über dem Kohlenkasten angebracht.
Während der Bedienung schaute man also nach hinten auf die Wagen raus.

Lautes Kreischen begleitete unsere Fahrt durch die engen Weichen, erst nachdem diese durchquert
waren, konnten wir wieder beschleunigen.
Langsam wurde es doch ein wenig hektisch, das Ende der Gleise kam unaufhaltsam näher.
Der Hubschrauber flog jetzt neben uns her, den Strahler direkt auf uns gerichtet.
Mit Sehen war da nicht mehr viel.
Sie riefen uns irgendeine Aufforderung über ein Megaphon zu, doch die ignorierten wir.
Nun waren wir uns einig, ein zurück nach damals, und so tun als ob nichts war, gab es nun nicht mehr.
Ich beeilte mich, die letzten Ziffern der Realitätssignatur ins Bedienfeld einzugeben.
„Nur gut, dass die nicht wissen, wie wir hergekommen sind“, lachte Steffen.
„Ja, das wird ne Hammer Überraschung für die werden“, fügte ich leise kichernd an, dann griff ich
nach dem Linken von zwei großen Hebeln, welche rechts neben dem Eingabefeld angeordnet waren.
Ich legte ihn um.
Zwei Trommeln, eine auf jeder Seite des Kessels, begannen zu surren.
Um die zwei präparierten Signallaternen auf der vorderen Pufferbohle bildete sich ein pulsierendes
Funkeln.
Eine Anzeige sprang auf Grün.
Nun legte ich auch den anderen Hebel um.
Aus den Laternen lösten sich zwei Strahlen.
Sie schossen nach vorne raus, bis sie sich in einiger Entfernung, direkt unter einer Straßenüberführung,
trafen und das Portal aufspannten.
Die Soldaten, die dort oben gestanden hatten, flüchteten panisch von der Brücke, beziehungsweise rasten
mit ihren Fahrzeugen davon.
Steffen ging wieder auf Volldampf.
'Wie gern würde ich jetzt deren Gesichter sehen', dachte ich und musste fies grinsen.
Die Pfeife erklang noch einmal, dann donnerten wir in das Portal.
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