Von Angst und Mut- wo liegt der Unterschied?

GeschichteAllgemein / P12
21.09.2017
19.10.2017
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Anmerkung:
Es ist verdammt lange her dass ich mich hier mal wieder melde. 2011 habe ich die Geschichte 'Das ist das Ende' hier veröffentlicht. Diese Geschichte basiert ein wenig auf sie. Aber es ist Nicht nötig, sie vorher gelesen zu haben.

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Es ist Nacht. Sanftes Mondlicht leuchtet in das kleine Zimmer hinein und malt kleine glühende Flecken auf dem Boden. Die Stille ist beruhigend und angenehm. Sollte sie sein...
Für jene Gestalt, die wach im Bett liegt, ist sie beinahe unerträglich.

Was sind schon blöde Träume. Eine Aneinanderreihung von Bildern die eine Geschichte erzählt, die sich in Wirklichkeit nicht zugetragen hat und dafür allerdings auf echte Dinge basiert. Manchmal ist der Bezug schön, aber manchmal auch weniger schön. Weniger schöne Träume nannte man Alpträume.

Slippy weiß, er hat eine blühende Fantasie. Manche beneideten ihn dafür.
Aber manchmal ist das eher ein Fluch. Besonders, wenn man selbst keinen Einfluss darauf hat. Tagträume kann man oft steuern. Aber die Geschichten, die sich des Nachts in den Köpfen ereigneten, sind kaum zu steuern oder bewusst zu beeinflussen.

Bei Alpträumen ist das nicht schön. Und der Grund, weswegen er in dieser friedlichen, ruhigen Nacht wach liegt, ist ein eben solcher Alptraum.

"Oh man", murmelt er leise und legt seine  Hand auf seine Stirn, um diese nachdenklich zu reiben.
"Wie komme ich denn auf so einen Mist..."

Er ist längst wach, Träume verblassen schnell, doch dieser ist hartnäckig. Die Bilder haben sich in sein Gehirn gebrannt. Und noch einmal sieht er sich selbst sterben...sieht, wie jemand in sein Labor eindringt und ihn hinterrücks ersticht. Aber das ist ja nicht alles, wie ein Geist, der seine Ruhe nicht finden kann, hat er die  ganze Tragödie gesehen...wie jeder einer nach dem anderen fiel...

Er schüttelt sich. Warum  zum Teufel denkt er darüber nach? Träume sind Schäume, verdammt!
Er dreht sich auf die Seite und zwingt seine Augen,  sich zu schließen.
Zu vielen Konfrontationen war er bereits ausgesetzt gewesen...ja, er wurde gemeinsam mit Fox und seinem Team als Held angesehen. Denn sie waren es ja, die sich den meisten Gefahren stellten...ohne zu Zögern...

Aber es  sind die Zeiten des Friedens, wo die Gedanken und Sorgen zurückkehren, so wie jetzt. Er wurde immer gezwungen, seine Ängste zu verdrängen, weil sie ihm im Weg stehen würden...
Es ist ihm jedesmal mehr oder weniger gut gelungen.

Aber immer, wenn Frieden einkehrt, kommen sie wieder. Erbarmungslos. Und dann wird ihm wieder bewusst, wie riskant und lebensgefährlich die Missionen doch immer waren.
Besonders das Unterbewusstsein spielt mit diesen Vorstellungen. Bastelt daraus Bilder, kleine Filme, die ungefragt abgespielt werden.

So wie eben in dieser Nacht.  Er ist der ängstlichste aus der Gruppe, das weiß er selber. Und wenn er es dann mal doch vergessen sollte, erinnerte ihn Falco sehr gerne daran. Mit Blicken, mit Gesten und auch mit Worten. Wie ein Aasgeier, welches sich ungefragt auf Aas stürzt, scheint sich Falco von Ängsten seinerseits zu ernähren. Jedenfalls  war er es immer, der ihn darauf ansprach, dass er doch mal mehr Mut zeigen sollte...es ihn nerven würde...und er sich ab und an mal auch darüber Lustig machte...

Ja, Falco...so genial er auch als Pilot war...menschlich hatte er viele Ecken und Kannten. Doch Slippy weiß im Grunde, dass sowohl der Falke, als auch die anderen, die es auch ab und an ansprachen, nicht böse meinten.

Er liegt nach wie vor wach im Bett, aber auf seinem Mund bildet sich ein seltsames Lächeln. Mut zeigen, obwohl die Angst zu sterben immer da ist...
Ihm wird übel, sobald er sich wieder an die Tode der anderen erinnert.
Zum Glück...nur ein Traum...

Er richtet sich auf, betrachtet das Licht des Mondes. Er kann nicht anders als darüber nachzudenken.
Das Thema Tod und Sterben wurde nur selten in den Mund genommen. Es wird vermieden...
Aber wie denken die anderen darüber?

Es gibt Nächte, da kann man ewig auf den Schlaf warten. Diese Erfahrung macht Slippy. Und nach gefühlter Ewigkeit, steht er auf und macht das kleine Licht an.
"Na dann bleibe ich eben wach..." Er hat sich entschieden. Ganz egal was die anderen auch dazu sagen würden.
Er würde sie bei Sonnenaufgang danach fragen...
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