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'Cuz You're My Favourite Subject. ♥

von Das Kyle-
GeschichteAngst, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Aaron Burr Alexander Hamilton Hercules Mulligan John Laurens King George III. Marquis de Lafayette
20.09.2017
02.08.2018
5
17.560
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26.11.2017 3.333
 
Ängstlich presste Marquis de Lafayette seinen Rücken an die kalte Hauswand der schmalen Seitengasse, in welcher sie sich versteckt hielten. Er versuchte dabei, seinen Atem flach zu halten, um bloß keine Aufmerksamkeit zu erregen und er hielt die Hände fest zu Fäusten geballt – versuchte so, seine stetig steigende Panik zu unterdrücken. Sein Blick war auf die helle und belebte Hauptstraße am anderen Ende der Gasse gerichtet – abwartend und seine Augen suchend nach jenen, von denen er bis soeben noch verfolgt worden ist.
Neben ihm konnte er leise den regelmäßigen Atem seines Freundes hören, der sich ebenfalls dicht an sowohl ihn selbst und die Wand gedrückt hielt. Lafayette wusste, ohne ihn dabei ansehen zu müssen, dass er genauso nervös, wie es der Franzose selbst in diesem Moment war. Dennoch warf der Lockenkopf einen kurzen Blick zu ihm. Er sah, wie kalter Schweiß auf seiner Stirn stand – und seine schmalen, dunklen Augen fixierten ebenfalls die große Straße am anderen Ende der Gasse.
Lafayette wandte seinen Blick wieder ab und sah nun auch in dieselbe Richtung seines Freundes. Eine gruselige und unangenehme Stille war eingekehrt, in der die Beiden nichts anderes tun konnten, als abzuwarten – und zu hoffen, dass die Soldaten die Suche eventuell aufgegeben hatten.
Gott, dachte sich der Kleinere kopfschüttelnd, wie hatten sie es mal wieder geschafft, sich in diese verdammte Lage zu bringen? Vor wenigen Stunden noch hatten sie sich – in dicke Mäntel und Schals gekleidet, damit sie nicht erkannt wurden, zudem es wegen des späten Winters noch immer ziemlich kalt draußen war- erfolgreich auf dem Marktplatz der Innenstadt etwas zu Essen zusammengeklaut; Ihre geplünderten Vorräte hatten sich nämlich inzwischen wieder dem Ende zugeneigt. Hercules hatte dabei aber fälschlicherweise angenommen, dass sich die Soldaten heute mit den Aufräumarbeiten am anderen Ende der Stadt beschäftigen würden. Außerdem, so hatte Hercules ihm versichert, seien die britischen Wachen seit Washingtons Hinrichtung sowieso viel „unvorsichtiger“ geworden – so schienen sie angeblich die größte Gefahr mit seinem Tod als „beseitigt“ angesehen zu haben.
Jaja, soviel dazu, schoss es Lafayette genervt durch den Kopf und ein leises Seufzen entglitt seiner Kehle– denn es kam nämlich natürlich, wie es kommen musste; Einer der Wachen, der -entgegen den Erwartungen seines Freundes- gerade auf Patrouille war, hatte die beiden Flüchtigen erkannt und sofort Alarm geschlagen. Hercules und Lafayette haben selbstverständlich sofort Reißaus genommen – aber die dazugeeilten Wachen nahmen die Verfolgung auf und somit begann eine lange Jagd durch die gesamte Stadt. Scheinbar stand aber das Glück auf ihrer Seite – denn sie hatten es irgendwie schlussendlich geschafft, das Trupp für einen kurzen Moment abzuhängen. Die Chance hatten die Beiden natürlich genutzt; Und so kam es, dass sie sich jetzt hier in einer Sackgasse und im Schutz des Schattens gedrängt wiederfanden. Nicht die beste Entscheidung, wie sie jetzt schmerzhaft feststellen mussten - denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie hier unentdeckt bleiben würden, war sogut wie Null.
Lafayette schluckte einen schweren Kloß in seinem Hals herunter und er spürte, wie sich sein Körper krampfhaft versteifte, als er die Schritte des kleinen Trupps von fünf Soldaten sich in einem schnellen Tempo nähern hörte. Der Franzose atmete tief und gleichmäßig durch, in dem Versuch, die Ruhe zu bewahren – und er spürte, wie auch Hercules neben ihm seinen Körper immer mehr anspannte. Es dauerte nicht lange, bis er die rot-leuchtenden Mäntel der Briten erkennen konnte, als sie genau in der Mitte der Kreuzung, dessen eine Abzweigung in die Gasse führte, in welcher sich die Beide versteckt hielten, zum Stehen kamen. Er konnte hören, wie sie untereinander einige Worte austauschten, aber er konnte den genauen Laut nicht verstehen. Er vermutete aber stark, dass sie sich wohl über den möglichen Aufenthaltsort der beiden Verbrecher und über ihr weiteres Vorgehen gegen die beiden austauschten.
Das Schlimmste an ihrer derzeitigen Situation war dabei jedoch, dass sowohl Lafayette selbst als auch Hercules wussten, dass das Einzige, was ihnen in diesem Moment übrig blieb, war, darauf zu hoffen, dass ihnen das Glück auch weiterhin so wohlgesonnen, und der Schatten ihre Gestalten vor den feindlichen Soldaten schützen würde. Sie konnten nicht von dort weg – es gab keinen anderen Ausweg und nichts, wo sie sich sonst hätten verstecken können. Würde auch nur einer der Soldaten auf die Idee kommen – und hier nachsehen, so wären die Beiden ihm komplett ausgeliefert; Sie hatte weder eine Waffe, noch gab es hier sonst irgendetwas, mit dem sie sich hätten wehren können.
Keiner der Beiden wagte es, auch nur ein Wort zu sprechen, während sich die Wachen am Gassenende mit gedämpften Stimmen unterhielten und schließlich einander kurz zunickten, als ob ihre Besprechung damit zuende wäre– und Lafayette spürte einen schweren Druck in seiner Magengegend, als sich einer von ihnen daraufhin plötzlich ab- und genau in ihre Richtung wand. Der Franzose begann ein wenig zu zittern, versuchte aber trotzdem noch irgendwie seine Ruhe zu bewahren, als der britische Soldat mit langsamen Schritten auf die Beiden zuging. Er durfte jetzt nicht seine Fassung verlieren – das würde ihr nur ihr endgültiges Ende bedeuten. Scharf zog er die Luft ein und versteifte seine eigene Haltung noch ein wenig mehr – dabei presste er förmlich seinen Rücken an die staubige und kalte Hauswand hinter sich, in der Hoffnung dadurch irgendwie noch weniger gesehen zu werden.
Die britische Soldat -die Patrouille, die vorhin den Alarm geschlagen hatte, wie Lafayette jetzt, wo er ein wenig näher war, erkannte- schien sie glücklicherweise noch nicht entdeckt zu haben. Während er sich Schritt für Schritt tiefer in die Gasse begab, blickte er abwechselnd -quasi die Gegend nach irgendetwas Verdächtigem abscannend- von links nach rechts, die Augen dabei ein wenig zusammengekniffen, um in der späten Dämmerung besser sehen zu können.
Während sich Lafayette noch auf den sich immer weiter nähernden Feind konzentrierte, konnte er plötzlich seinen Freund leise neben sich fluchen hören. Vermutlich, so schloss der Franzose darauf, rechnete Hercules fest damit, dass jetzt endgültig alles aus sein; sie jeden Moment entdeckt und wie die dutzenden andere zuvor ebenfalls öffentlich hingerichtet werden würden. Und Lafayette musste leider zugeben; Dieses Mal sah es wirklich nicht gut für die Beiden aus.
Und dennoch- Lafayette blickte dabei zu seinem Freund auf und sah dabei die Angst, die sich in seinen dunklen Augen widerspiegelte und die Art wie er nervös- fast schon zitternd und mit bebender Brust ein- und ausatmete, um zu versuchen, ruhig zu bleiben. Er sah, wie er sich auf die Unterlippe biss und die eine Hand zur Faust geballt hatte. Und er sah, wie Hercules zum aller ersten Mal, seitdem er ihn kannte, wirkliche Angst zu haben schien. Dennoch, dachte Laf, schmerzte es ihn füchterlich, seinen Freund, seine Liebe- seinen Grund, zu leben- so verzweifelt, so ohne jegliche Hoffnung zu sehen. Er hatte ihn immer nur als den gefassten und ruhigen Bären gekannt – demjenigen, der an trübsamen Tagen die Stimmung auflockerte, die Probleme und Sorgen der anderen über seine eigenen stellte und sich selbst nur selten durch irgendetwas runterziehen ließ. Und so traf es Lafayette mehr als alles andere – mehr noch, es zerriss ihm förmlich sein Herz, seinen Freund nun in solch einer Fassung zu erleben. Gott, wie sehr wünschte er sich, ihn jetzt umarmen und ihm sagen zu können, dass alles okay werden würde; Dass, solange die beiden zusammen wären, alles gut gehen würde.
Lafayette schob seine eigene Angst und Sorge komplett zur Seite. Er durfte jetzt nicht weiter nur an sich und sein eigenes Leben denken: Er musste jetzt irgendetwas machen – handeln und seinen festen Freund beruhigen; Ihm zeigen, dass er nicht alleine war und sie bis zum Ende zusammen sein würden! Und es gab nur eine einzige Möglichkeit, dies zu tun, ohne die Wache auf sich aufmerksam zu machen.
Er zögerte noch einen Augenblick lang, ehe er wirklich vorsichtig – und darauf bedacht, nicht irgendwelches Aufsehen zu erregen, die Hand Hercules' ergriff und ihm dabei aufmunternd zulächelte, als dieser überrascht zu ihm hinunter sah. Dabei drückte Lafayette die Hand des Größeren ein wenig beruhigend und strich mit dem Daumen sanft über den Rücken dieser. Auch wenn er wusste, dass es nicht viel war – schließlich war es ein einfaches Händchenhalten, so hoffte er, dass Hercules' diese Berührung und Wärme half. Und tatsächlich – er bemerkte, wie sich sein Freund langsam ein wenig zu beruhigen schien. Sein Körper entspannte sich zunehmend und auch seine Atmung, die vorher nur sehr stoßweise war, wurde wieder regelmäßiger.
Er wünschte sich trotzdem, dass es mehr gab, dass er hätte für Hercules tun können- oder dass es wenigstens etwas gab, dass sie in diesem Moment ausrichten konnten, anstatt hier zu warten und blind ihr Schicksal akzeptieren zu müssen.
Lafayette sah, wie sich die Wache ihnen immer weiter näherte und er spürte, wie sein eigenes Herz dabei immer lauter in seiner Brust schlug. Kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn und sein Atem beschleunigte sich, je geringer der Abstand zwischen ihnen und dem Soldaten wurde. Er begann am gesamten Körper zu zittern. Jetzt, wo er sich nicht mehr auf seinen Freund konzentrierte – und ihn erfolgreich beruhigt hatte, bemerkte er seine eigene Angst plötzlich viel intensiver. Es war, als ob ihm die unmittelbare Gefahre mit einem Schlag so wirklich bewusst wurde.
So war es für Lafayette schon immer gewesen, so lange er sich zurückerinnern konnte; Immer, während er sich um seine Freunde kümmerte, war ihm seine eigene Gesundheit und Sicherheit egal gewesen; Er hatte das Wohl aller anderen immer über sein eigenes gestellt. Sobald aber alle versorgt waren, bemerkte er sie mit einer gewaltigen Intensität, das nicht nur selten gefährlich für ihn hätte enden können. Er erinnerte sich an ein Mal, als Hercules in einem Kampf schwer verletzt worden ist. Gott, er hatte sich fast zwei Wochen am Stück um ihn gekümmert, ohne selbst zu essen und nur wirklich wenig zu schlafen. Als sein Freund schließlich über den Berg war, bemerkte Lafayette erst, wie miserabel es ihm selbst eigentlich ging.
Seine Gedanken schnappten zurück in die Realität und er blickte wieder angesterfüllt zu dem britischen Soldaten, der noch immer mit halbzugekniffenen Augen die Gegend absuchte. Sollte das hier wirklich ihr Ende sein? Wie weit war er wohl noch entfernt? 20 Meter? 15? Oder sogar noch weniger? Hatte er sie vielleicht sogar schon entdeckt? Sicherlich würde er jeden Moment Alarm schlagen und dann-..
Dieses Mal war es Hercules gewesen, der seine Hand ein wenig drückte und ihn somit aus seinem panischen Zustand herausholte. Er schenkte ihm dabei ein schwaches, aber beruhigendes und warmes Lächeln. Der Franzose erwiderte es kurz- und obwohl sie beide wussten, dass das des jeweils anderen nicht komplett aufrecht war, so genügte es, um zu beruhigen. Denn sie beide wussten, dass sie zusammenbleiben würden – egal, was auch kommen möge.
Lafayette und Hercules wandten ihre Augen beide wieder nach vorne und somit ihrem Feind zu. Er war inzwischen nur noch, wenn überhaupt, einen Katzensprung von ihnen entfernt- und Lafayette musste sich unwillkürlich fragen, wie blind der britische Soldat sein musste, dass er sie nicht schon längst entdeckt hatte. Allerdings konnte es sich dabei nurnoch um Sekunden handeln; Er kam noch einen Schritt näher- sah sich kurz um- noch einen und-...
Jemand schien seinen Namen gerufen zu haben, denn er blieb auf der Stelle stehen, seufzte kurz und rief ein genervtes „Verstanden. Komme“. Er sah sich nochmals kurz um- betrachtete dabei genau den Punkt, wo sich die beiden Flüchtigen versteckt hielten, einen Moment lang genauer, ehe er sich mit einer abwerfenden Handbewegung abwandte und zurück zu den anderen ging.

Weder Lafayette, noch Hercules wagten es, auch nur ein Wort zu sagen- oder sich überhaupt zu bewegen, bis die Schritte des Trupps komplett abgeklungen waren. Und erst, als sie sicher waren, dass die Luft nun auch wirklich rein war, setzten sie sich langsam, aber noch immer schweigend in Bewegung. Während sie sich ihren Weg durch die verwüsteten Straßen des ehemaligen New Yorks bahnten -dabei nahmen sie mit Absicht einen Umweg, da sie sich auf der Hauptverkehrsstraße nicht sehen lassen wollten- sprachen sie kein Wort miteinander, denn noch immer saß die Angst und der Schock des Ereignisses tief und keiner der Beiden fühlte sich so wirklich sicher, solange sie sich noch nicht in ihren eigenen vier Wänden befanden. So gingen sie schweigend hintereinander her – Hercules dabei vor seinem Freund – und gab ihm an jeder Abzweigung mit einem kurzen Nicken das Zeichen, dass die Straße sicher war.
Ihr Weg führte sie in ihre kleine Wohnung, einem Zweizimmer-Apartment, das sich in einem der zerstörtesten und verlassensten Teile der Stadt befand. Hier konnten sie zumindest sicher sein, dass sich keiner so schnell hertrauen – und sie gefangen nehmen würde; Schließlich wollte schon tagsüber kaum einer diesen Ort betreten und die Soldaten versuchten, ihn möglichst zu meiden.
Erst als die Tür mit einem lauten Knarren ins Schloss fiel, atmete Hercules laut aus, riss sich grob seine Mütze vom Kopf und wuschelte sich mit der freien Hand durch sein kurzes, schwarzes Haar.
„Puuuh. Das ist ja noch einmal gut gegangen.“, seufzte er erleichtert und musste ein wenig dabei lachen, während er die Mütze über den Jackenständer neben der Haustür hing und sich im gleichen Zug auf die von Motten zerfressene Couch fallen ließ.
Lafayette blieb an der Tür stehen und starrte seinen Freund entgeistert an, als ob er seinen Ohren kaum trauen konnte, was er soeben gehört hatte. Hatte er gerade wirklich gesagt, dass alles gut ausging – nachdem sie dem Tod quasi ins Auge gesehen hatten?! Hatte er vergessen, dass New York zerstört war- Amerika den Krieg verloren hatte und all ihre Freunde vermutlich tot sind?!
Er konnte spüren, wie seine Kinnlade bei den Worten ein wenig hinabgefallen war und sich seine Augen in Ungläubigkeit geweitet hatten. Ballende Wut sammelte sich in seiner Brust und er ballte seine Hände zu Fäusten, um sich nicht direkt auf Hercules zu stürzen. Langsam ging er einige Schritte auf seinen Freund zu.
Gut?! Excusez-moi?!“, schoss es aus ihm heraus – seine Stimme hatte dabei für einen kurzen Moment einen sehr schrillen Ton angenommen- dem ihn aber in dem Moment egal war. „Herc, mon dieu, ich weiß nicht ob du es realisiert hast, aber wir wären vorhin beinahe gestorben!“, fuhr er fort, gestikulierte dabei wild mit den Händen und ließ seinen franzöischen Akzent dabei deutlich durchscheinen- konnte er seine Herkunft nur selten in seinen Wutausbrüchen kontrollieren.
„Und nicht nur das!“, er stützte sich dabei nun auf den Tisch ab – das einzige, das Lafayette davon abhielt, Hercules eine reinzuschlagen, „Niemand hat etwas von John seit Beginn des Krieges gehört – und Alexander ist seit zwei Wochen verschwunden und wir leben jeden Tag und jede Nacht in Angst, dass wir ebenfalls geschnappt werden. Merde, wir haben nicht einmal mehr Brot da! Herc, rien n'est bon!“ Seine Brust hob und senkte sich noch schwer von seinem Wutausbruch, während er mit beiden Händen nun zu dem leeren Schrank deutete, aus welchem -beinahe schon klischeehaft- eine Kakerlake krabbelte und irgendwo in einer dunklen Ecke verschwand. Sein Gesichtsausdruck wirkte stur und seine dunklen Augen waren fest auf sein Gegenüber fixiert.
Hercules betrachtete seinen Freund einen Augenblick lang schweigend, nachdem dieser seinen Redeschwall beendet hatte, wobei sein eigener Gesichtsausdruck nicht darauf schließen ließ, was dem Größeren gerade durch den Kopf ging. Er seufzte schließlich kurz und strich sich mit der flachen Hand über sein Gesicht, ließ sie weiter zu seinen Nacken wandern und ließ seinen Hals kurz knacken, ehe er ein wenig zur Seite der Couch rutschte und auf den nun entstandenen, freien Platz neben sich klopfte.
„Komm her.“, sagte er dabei ruhig und lächelte ihn dabei sanft an – was Lafayette allerdings nur noch mehr aufzuregen schien.
„Non, ich werde jetzt nicht zu dir kommen! Wie kannst du so ruhig bleiben?! Sind dir die anderen so egal?! Vorhin hattest du doch auch Angst, n'est pas?! Kümmerst du dich etwa nur um dein eigenes Leben?! Sorgst du dich gar-“
Lafayette konnte seinen Satz nicht mehr beenden – denn Hercules hatte ihn in demselben Moment am Handgelenk gepackt – und zu sich aufs Sofa gezogen.
„Herc was soll-...“Und bevor er sich noch weiter beschweren oder sich gegen seinen relativ starken Griff wehren konnte, hatte der Größere seine Arme um ihn geschlungen und drückte ihn sanft, aber trotzdem noch bestimmt an seine Brust. Er gab ihm somit die Nähe und Sicherheit, die Lafayette in diesem Moment so dringend gebraucht und vermisst hatte. Dabei fuhr der Größerer mit der Hand sanft durch das lockige, schwarze Haar seines Franzosen.
Und als dieser die Wärme spürte, die von seinem Geliebten ausging – und sie beide so dasaßen, sich in ihrer Zweisamkeit verloren in den Armen liegend – da war die Wut, die Lafayette eben noch verspürt hatte, wie verschwunden und erst jetzt bemerkte er, wie bereits Tränen über seine Wangen liefen.
Langsam erwiderte er die Umarmung – erst vorsichtig, dann immer doller, ehe er sich förmlich in das Oberteil seines Freundes krallte und am ganzen Leib zitternd laut anfing, zu weinen.
Erst jetzt hatte Lafayette realisiert, wie sehr ihn die gesamten letzten Wochen zugesetzt hatten; Die ständigen Sorgen um das Wohlergehen seiner Freunde, die Angst um ihre eigene Leben, der fehlende Schlaf und der Hunger – all dies waren Dinge, die sich immer mehr aufgestaut hatten, bis es schließlich zu seinem großen Aus- und Zusammenbruch kam. Und so war es kein Wunder, dass er jetzt völlig fertig und am Rande der Verzweiflung in den Armen Hercules' lag, der ihn schweigend tröstete und dabei sanft mit der Hand über seinen Rücken und durch sein Haar strich – gab ihm somit genau die Art Trost, die er am Meisten gebraucht hatte.
„Shh..“, sprach Hercules schließlich leise zu ihm, als sich sein Freund langsam ein klitzekleines bisschen zu beruhigen und wieder zu sammeln schien. Als dieser etwas zu ihm aufblickte – noch immer liefen vereinzelt Tränen seine Wangen hinab, lächelte der Größere ihm erneut ein wenig zu. „Natürlich sind mir unsere Freunde nicht egal. Aber ich habe Vertrauen in sie.“ Seine Stimme kaum war lauter als ein Flüstern – aber es reichte, damit der Kleinere ihn verstand, „Und ich hatte keine Angst um mein eigenes Leben – sondern war sauer auf mich selbst; Dass ich nicht genug aufgepasst habe – und dich vielleicht nicht mehr beschützen könnte und.. Schuld an deinem Tod gewesen wäre. Dabei muss ich doch für dich stark sein.“ Er lachte leise und löste schließlich die Umarmung, um das Gesicht seines Freundes in beide Hände zu nehmen.
Er blickte ihm dabei in die Augen, noch immer lag ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen und mit dem Daumen strich er sanft über seine rechte Wange, wischte dabei ein paar Tränen weg.
„Mach dir keine Sorgen mehr. Ich bin mir sicher, dass John und Alex wohlauf sind, ja? Es wird alles gut gehen, glaub' mir.“
Lafayette sah ihn stumm an, schniefte dabei leise und zwang sich zu einem leichten Nicken. Er wollte jetzt nicht sprechen– wusste er schließlich, dass seine Stimme vom Weinen wohl ganz heiser sein würde und das wollte er Hercules nun echt nicht zumuten.
Dieser schmunzelte erneut ein wenig und stupste ihm mit dem Zeigefinger kurz auf die Spitze seiner Nase. „Na also.“, sagte er leise und legte erneut beide Hände an seine Wange, strich wieder mit dem Daumen sanft darüber. „Und jetzt versuch zu lächeln. Du siehst echt schlimmer aus als ein Kind, dessen Spielzeug man geklaut hat, Laf.“
So sehr Lafayette sich auch wehrte - er musste ein wenig lachen, wobei seine Stimme, wie er bereits erwartet hatte, noch sehr brüchig klang. Und er wollte gerade etwas Neckendes erwidern – da kam ihm sein Freund wieder einmal zuvor und legte sachte seine Lippen auf die seine, zog ihn in einen liebevollen Kuss – den der Franzose selbstverständlich sofort, die Augen dabei sanft geschlossen, erwiderte; Und wieder konnte er eine Träne seine Wange hinablaufen spüren, aber dieses Mal war es nicht wegen seiner Angst, Wut, oder Trauer – nein, dieses Mal wegen der Sicherheit, dass, auch wenn alles derzeit noch so düster aussah – er niemals alleine sein würde.

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Some Fluff, weil.. Ja. Mulette ist Liebe. Im wahrsten Sinne der Worte.
Na, ob alles wohl gut ausgehen wird?
Und was meint ihr, was mit John geschehen ist?
Und wie geht es wohl mit Alex weiter?

Das erfahrt ihr alles.. Bald.. ;3

Anyways!
*Kekse dalässt*
Man liest sich im nächsten Kapitel~ uwu
<3
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