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'Cuz You're My Favourite Subject. ♥

von Das Kyle-
GeschichteAngst, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Aaron Burr Alexander Hamilton Hercules Mulligan John Laurens King George III. Marquis de Lafayette
20.09.2017
02.08.2018
5
17.560
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Leise und gedämpft war das Rauschen der Meereswellen zu hören, wobei sie meilenweit entfernt klangen, so, als wären sie nicht Wirklichkeit, lediglich eine Ausmalung eines Traumes, in welchem man sich selbst noch im halbdämmrigen Zustand befand. Ab und an konnte man eine Möwe kreischen hören – und vereinzelt schlug das Wasser gegen das Bug des Schiffes, brachte dieses so zum Schaukeln, wie eine Kinderwiege in welcher man sein Kind abends in den Schlaf wog.
Alexander Hamilton war bereits seit einiger Zeit wieder bei Bewusstsein. Die Augen hielt er allerdings noch geschlossen, um seinen Schwindel und seine Übelkeit wegen seines noch stark dröhnendem Kopfes zu unterdrücken. Es war zwar nicht so, dass er sich andernfalls übergeben müsste -wobei er sich selbst dabei nicht hundertprozentig sicher war- sondern, dass er schnellstmöglich wieder klar denken wollte -musste-, um nüchtern die Lage der Dinge analysieren zu können.
Nun, wenn er ehrlich sein wollte, war ihm die derzeitige Situation durchaus bewusst -und dementsprechend auch, wie aussichtslos diese schien, befand er sich gerade schließlich mitten auf dem Meer; Und selbst wenn er von hier ausbrechen würde, so könnte er schlecht vom Bord entkommen, ans Land zu schwimmen würde seinem eigenen Todesurteil gleichkommen. Allerdings, und diese Lebenseinstellung hatte ihm bislang immer geholfen, sollte man nie die Flinte ins Korn werfen.

Mit einem schmerzvollen Stöhnen lehnte er seinen Kopf an die kalte Wand hinter sich und wagte es nun doch endlich, ein Auge zu öffnen. Er blickte dabei durch die dicken Stangen des Gitters, die die Zelle, in welcher er sich befand, einzäunten. Rechts neben seiner konnte er einen der Wachen postiert erkennen. Mit seinem dicken Krempenhut, der roten Jacke und seiner steifen Pose wirkte er beinahe wie ein Abziehbildchen dessen, was man sich unter einem typischen Soldaten der britischen Armee vorstellte. Würde nur noch der Tee fehlen, dachte sich Alexander scherzhaft und schmunzelte ein wenig über seinen eigenen Witz.
Sein Blick wanderte weiter nach rechts und er erkannte den Ausgang aus dem Schiffsgefängnis. Dort musste es wohl zu den oberen Kabinen gehen – vermutlich ein Versammlungsplatz für das weitere Personal, dem Stimmengewirr, welches gedämpft nach hier unten durchdrang, nach zu urteilen.
Er sah sich weiter um, konnte allerdings kein Fenster oder ähnliches erkennen, das auf die Tageszeit schließen ließ. Er wusste leider nicht, wie lange er bewusstlos gewesen ist; Soweit er sich entsinnen konnte, war es noch am helllichten Tage gewesen, als die Wachen ihn und seine Freunde in einen Hinterhalt gelockt und überwältigt hatten.
Gott, dachte er grimmig, wie konnten sie auch nur so naiv gewesen sein?! Er hätte es ahnen sollen, aber sein Übermut hatte ihn gepackt und er war zu schnell zu voreiligen Schlüssen gekommen. Klar, dass die halbe Stadt einen suchte, wenn man Aussicht auf Begnadigung und einen satten Lohn als Preis für seine Auslieferung erhält.
Hamilton seufzte frustriert aus , während seine Gedanken noch weiterwanderten; Er hoffte wirklich, dass Lafayette und Hercules doch noch irgendwie entkommen konnten. Er hatte diese Bastarde von britischen Soldaten schließlich gut beschäftigen können und seinen Freunden somit Zeit verschafft, sich in Sicherheit zu bringen. Gott möge ihnen beistehen, dass sie ihre Chance gut genutzt hatten.
Und dennoch, wunderte sich Alex; Wie hatten sie ihn finden können? Es war nicht so gewesen, dass sie ohne Tarnung offen über die Straßen der zerstörten Hauptmetropole New Yorks gewandert wären. Im Gegenteil, die Vier hatten sich die größte Mühe gegeben, sich möglichst gedeckt zu halten. Hatte sie Jemand vielleicht verraten?
Schnell tat Alexander den Gedanken wieder ab. Nein, er wollte jetzt nicht noch anfangen, seine eigenen Freunde zu verdächtigen; Sie hatten zusammen Seite an Seite gegen das britische Reich gekämpft und es wäre ehrenlos von ihm, ihnen nach alldem solch eine Schandtat zu unterstellen.
Und doch, dachte Alexander betrübt, waren all ihre Bemühungen umsonst gewesen. Der Krieg war verloren, New York bis auf die Grundmauern zerstört – und er, Alexander Hamilton, wurde nun als Hauptverbrecher geahndet und nach England verschifft. Was dort mit ihm geschehen würde konnten nur die Götter wissen- wobei natürlich alle Zeichen dafür standen, dass er hingerichtet werden würde. Warum er dafür extra in das britische Reich transportiert werden musste, war ihm schleierhaft, so wurden viele andere Hinrichtungen direkt in Amerika vollzogen.
Erneut überkam Alexander bei diesem Gedanken eine Welle von Trauer und Wut, als er sich schmerzvoll an die George Washingtons erinnerte. Seinen Tod hatte er mit eigenen Augen ansehen müssen und noch heute überkam ihn ein gewisser Selbsthass, dass er nicht hatte eingreifen können – es einfach geschehen -die Angst ihn lähmen ließ und er bloß zusehen konnte, wie er eine Kugel durch den Kopf bekommen hatte, sein Körper leblos auf den Boden des Podests fiel und sein Augen kalt ins Nichts starrten. Er sah, wie jegliches Leben aus ihm wich und all das Blut aus seinem Körper floss, die Bühne in einem unnatürlichen rot tränkte.
Schnell schüttelte Alex seinen Kopf, um diese Erinnerungen von sich zu wenden, wobei er erneut den Anflug des Schwindels spürte und sich seine Stirn einen Moment lang hielt, bis dieser wieder ein wenig verflogen war.
Nein, er durfte sich jetzt nicht zu sehr an die Details seiner Vergangenheit aufhalten, schließlich konnte er geschehene Dinge eh nicht rückgängig machen. Er musste sich auf das Jetzt konzentrieren. Und in diesem Jetzt befand er sich auf dem Kutschierschiff nach England, in einer kleinen, aufgrund der fehlenden Fenster viel zu dunklen, Zelle eingesperrt und mit einem starkem Schwindel und einer Übelkeit, die ihn seit seinem Erwachen plagten.
Immerhin hatten sich seine Augen inzwischen langsam an das nur sehr schwache Licht gewöhnt, sodass er nun das Gitter der vielen Zellen auf der gegenüberliegenden Seite erkennen konnte. Er beugte sich etwas nach vorne, um erkennen zu können, ob diese belegt waren -er vielleicht, und er hoffte es nicht, seine Freunde dort sehen konnte. Nur leider vergaß er dabei, dass schwere Ketten an seinen Händen und Füßen angebracht haben, die allesamt laut klirrten, als er sich bewegte, was die Wache -welche scheinbar in seiner eigenen psychischen Abwesenheit ein wenig weggenickt war- sofort und sichtlich verwirrt aufschrecken ließ, sodass sein Hut herunterrutschte und mit einem dumpfen Klatschen auf den Boden fiel. Sichtlich beschämt hob er ihn wieder auf, setzte sich diesen auf den Kopf, rückte ihn zurecht, räusperte sich kurz und wandte sich schließlich Hamilton zu.
„Wie ich sehe, bist du endlich aufgewacht, Gefangener.“, sprach er und baute sich dabei vor dem Käfig auf, vermutlich, um einen bedrohlicheren Eindruck auf ihn zu machen. Alex allerdings konnte deutlich die Nervosität erkennen, die von ihm ausging; Vermutlich war er noch nicht sehr lange im Dienst und hatte wohl deshalb den unspannenden Auftrag, jemandem über das Meer zu eskortieren -einem Ort, von dem er nicht einmal entkommen könnte, selbst wenn er aus seiner Zelle ausbrach.
„Nun, genaugenommen bin ich bereits seit einer halben Stunde wach. Ein Wunder, dass Sie es überhaupt bemerkt haben, so fest, wie Sie geschlafen haben, Sir.“, entgegnete Alexander gewitzt und warf ihm dabei ein verschmitztes Grinsen zu, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder den Zellen gegenüber der seiner richtete.
Klar, ihm war natürlich bewusst, dass er sich mit solchen Antworten zurückhalten sollte, allerdings ging von diesem Soldaten keine große Gefahr aus, zumindest schien er noch zu sehr darauf bedacht, nichts Illegales zu tun; Und dazu gehörte das Verletzen eines Gefangenen bei der Eskorte. Nur zu schade, dass die Leute davor nicht so viel Wert auf Einhaltung der Gesetze gelegt hatten – zumindest seiner womöglichen Gehirnerschütterung und seinen jetzigen Folgen nach zu urteilen.
Die Wache errötete sofort empört, öffnete den Mund um etwas zu erwidern – schien aber entschieden zu haben, es doch dabei zu belassen und wandte sich beleidigt ab, scheinbar von der Idee überzeugt, ihn für den Rest seiner Schicht zu ignorieren.
Alex natürlich hatte nichts dagegen, so ein Samuel Seabury-Verschnitt wäre ihm auf Dauer eh zu lästig geworden und deshalb war es vielleicht besser, sie würden sich gegenseitig keine Beachtung schenken. Nichtsdestotrotz musste er ein wenig triumphierend grinsen, ehe er sich wieder darauf konzentrierte, ob er irgendwelche Gestalten in den anderen Zellen ausfindig machen konnte. Allerdings schienen alle anderen außer der seiner nicht belegt zu sein – zumindest konnte er weder irgendwelche Bewegungen sehen, noch andere Stimmen hören. War er tatsächlich der einzige Gefangene auf dem Schiff? Und wenn ja, wieso wurde so eine große Flotte ausgesandt, nur um ihn, Alexander Hamilton, zu eskortieren?
Alex konnte sich aus alldem keinen Reim machen – es machte schlichtweg keinen Sinn. Und je mehr er sich darüber den Kopf zerbrach, desto stärker wurde sein Schwindel und seine Übelkeit- bis zu dem Punkt, an welchem er sich wieder so fühlte, als würde sich die ganze Welt drehen und der Boden unter seinen Füßen weggezogen werden.
Kurz atmete er durch und schloss seine Augen erneut, lehnte seinen Kopf an die Wand hinter sich und verharrte einen Moment lang in dieser Position. Mit seiner Hand strich er dabei durch sein Haar, entfernte dabei einige Strähnen seiner schweißnassen Stirn und zählte in Gedanken bis sechzig.

Natürlich hatte dies nichts bewirkt, doch ehe er sich noch weiter auf seine Kopfschmerzen konzentrieren konnte, ertönten in der Ferne Schritte, die in einem raschen Tempo näher kamen. Er konnte nur teilweise erkennen, wie die Tür zu den oberen Kabinen von der anderen Seite geöffnet wurde und zwei Männer, ihre Gesichter durch das einfallende, gleißende Sonnenlicht durch die Kabinen oberhalb des Schiffes geschwärzt, eintraten und auf dem direkten Weg auf seine Zelle zukamen. Alex kniff die Augen ein wenig zu, um besser sehen zu können, hatte ihn diese plötzliche Helligkeit für einen kurzen Augenblick geblendet: Der vordere Mann trug die typische, rote Uniform wie sie stolze, britische Soldaten immer anhatten. Der zweite Mann, ein wenig kleiner, hielt sich dabei dicht hinter dem Vorderem, sodass er ihn nicht erkennen konnte.
Der Vordermann blieb nun direkt vor dem Gitter stehen und tauschte einige Wörter mit der Wache, die bei ihm Dienst gehalten hatte. Es war dabei das typische Geschwätz über Gott und die Welt, Befehle vom Obersten und ob es noch irgendwelche Neuigkeiten gibt -wobei sie besonders die letzten Themen besonders leise besprachen, womöglich aus Angst, Alex könnte etwas mitbekommen und durch Zauberei an seine Bekannten in Amerika weiterleiten. Kurz gaben sie sich die Hand und die Wache, die zuvor bei ihm Dienst gehalten hatte, ging schließlich aufs Oberdeck.
Nun stand nur noch der neue Soldat, der eben in Begleitung mit dem Kleinen -welcher sich so seitlich von seiner Zelle positioniert hatte, dass er im toten Winkel stand und Alexander ihn nun gar nicht mehr sehen konnte-, den Raum betreten hatte, ihm gegenüber. Mit einem schäbigen Grinsen beugte er sich zu dem noch am Boden sitzenden Alexander herab.
„So, du bist also dieser berüchtigte Alexander Hamilton, was?“, fragte er und lachte spöttisch. „Du siehst echt jämmerlich aus.“
Alexander erwiderte seinen Blick kalt und bäumte sich ein wenig auf, als er ihm antwortete: „Ja der bin ich – und ich scheine mir ja echt einen Namen gemacht zu haben, wenn ich einen persönlichen Bringdienst bekomme. Habt ihr solche Angst vor mir, oder was?“
Die Wache verzog sein Gesicht und spukte ihn durch das Gitter an – wobei Alexander nicht eine Sekunde zurückgezuckt ist. Er verengte seine Augen ein wenig vor Verachtung des britischen Soldaten, hielt aber seinem Blick aufrecht stand.
„Genauso nervig wie in den Beschreibungen.“, entgegnete der Brite und richtete sich schließlich wieder auf, wieder huschte dabei ein hämisches Grinsen über seine Lippen. „Du wüsstest doch sicherlich gerne, wem du deinen Aufenthalt hier verdanken zu hast?“, fragte er in einer säuselnden Stimme und streckte sich dabei genüsslich – scheinbar konnte er kaum abwarten, dieses Geheimnis zu enthüllen.
Nun wurde Alex hellhörig – er konnte sich denken, dass es sich dabei wohl um die dritte Wache handeln würde, die sich bis dato noch im Schatten aufgehalten hatte. Sein Blick wanderte zu der Seite, wo sich diese extra so positioniert hatte, damit Alexander ihn nicht erkennen konnte.
Kannte er diese Person etwa tatsächlich? Aber wer konnte es nur sein – wer würde ihn nicht nur verraten, sondern sich scheinbar zusätzlich noch dem Feind anschließen; Nach alldem, was England seiner eigenen Nation angetan hatte?
Der Mann vor ihm grinste noch breiter und ein leises Lachen entglitt seiner Kehle, als er das Interesse seines Gefangenen bemerkte und er nickte dem Unbekannten kurz zu.
„Na los, nicht so schüchtern. Dein bester Freund kann es sicherlich kaum erwarten, dich wiederzusehen.“
Er bemerkte, wie sich der Andere nun bewegte und endlich aus dem Schatten trat – und ungläubig weitete Alexander seine Augen, als er erkannte, wer dort vor ihm stand.

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Und damit ein herzliches Willkommen zu meiner neuen FF- und eine AU, was ich bislang nirgendwo so richtig entdeckt habe. :o
Erstmal vorweg; Ja, ich habe mich viel zu sehr in dieses Musical verliebt, but let's be honest; Es ist einfach nur ein Masterpiece. Like really.

Dementsprechend habe ich natürlich überlegt, worüber man hierbei noch eine gute Geschichte schreiben könnte und dann kam mir die Idee; Was wäre, wenn Amerika den Krieg nie gewonnen hätte? Wenn "Yorktown" schiefgegangen wäre? Unnnd.. there it is. My story. Mein eigenes, kleines AU.
Ich will jetzt garnicht allzu viel vorweg nehmen; Schließlich will ich euch ja auch noch die Spannung lassen. ;3

Über Reviews freue ich mich immer!!
*Kekse dalässt*
Man liest sich!
<3
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