Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Restore our honour

von Vea
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Auron Braska Jekkt OC (Own Character)
20.09.2017
18.05.2018
10
27.152
2
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.09.2017 3.018
 
Hallo zusammen, mich hat heute das FFX Fieber seit langem erneut gepackt und ich habe mich dazu entschlossen, dass ich erneut  versuche meine FF zur Pilgerreise von Braska zu Papier zu bringen. Ich hoffe ich kann dieses Mal mehr Zeit und Mühe darin hinein stecken, als zuvor. Es ist Schade, dass ich sie nicht fortgesetzt habe.
Lasst mir doch ein Review da, wenn ihr meine Geschichte gelesen habt. Danke und viel Spaß.

Eure Vea

Der Aufbruch


„Was nimmst du jetzt schon wieder auf?“ Ich raunte Jekkt, wie sonst, schroff an und fragte mich dabei, wie seit Tagen, was genau Braska an ihm gefunden hat. Er war vorlaut, überheblich, ein Frauenheld und hatte höchstwahrscheinlich zu viel von Sins Gift erwischt. Aus Zanarkand bekräftigte er immer wieder. Welches Zanarkand? Das, das ich kenne, ist zerstört. Eine Geisterstadt. Es fiel mir äußerst schwer ein genervtes Seufzen zu unterdrücken. Braska hatte ihn aus seinem dunklen Kerker in Bevelle befreit, nachdem sie ihn festgenommen hatten, weil Jekkt sich nicht nur in der Stadt heillos betrunken hatte, sondern auch noch jedem von seinem nicht existenten, von Maschina betriebenen Zanarkand erzählt hatte. Die Priester hatten ihn dafür für verrückt erklärt und ihn darauf in einer Bar, wo er sturzbetrunken herumgelungert ist, verhaftet.

Braska blieb stehen und sah sich gut gelaunt zu mir um. Sein Blick traf direkt den meinen, was mich ein jeden mal wieder erschaudern ließ. In seinen Augen lag so viel Kraft, die ich nicht beschreiben konnte. „Seid doch nicht so, Auron.“ Darauf glitt sein Blick zu Jekkt. „Lass ihn doch aufnehmen Warum machst du das?“ Interessiert betrachtete er ihn und stellte er seinen über den Kopf hinausreichenden Stab mit einem Klicken auf den Boden, um sich, wie gewohnt, daran anzulehnen.

Jekkt nahm den blauen Sphäroiden herab und grinste Braska, wie ein kleines Kind an: „Für meine Frau und meinen Sohn. Ich will ihnen zeigen, was ich erlebe.“ Als er zu dem Sphäroiden herabblickte, lag in seinem Blick kurz etwas, das wie Wehmut aussah, der Eindruck verflog aber so schnell wieder, wie er gekommen war.

Ich stellte mein Schwert laut auf den Boden und schenkte dem Mann aus Zanarkand einen vorwurfsvollen Blick. Ich spürte, wie sich meine Gesichtszüge vor Wut verhärteten „Du kannst froh sein, dass du überhaupt hier mitgehen kannst.“ Meine Stimme wurde scharf und mein bisschen Mitleid mit ihm verpuffte so schnell wie es gekommen war. Diesem Mann war nicht bewusst, was Braska auf dieser Reise erwarten wird.  Das hier war nicht nur einfach ein Spaziergang durch Spira. Das hier würde mit dem Tod von Braska enden.

„Mit dir allein würde ich auch nicht aufbrechen wollen, Auron!“ Jekkt sah mich mit einem äußerst sarkastischen Blick an. Sein Ton war trocken geworden.Ich seufzte, dann packte ich mein Schwert und schwang es mir über die Schulter. „Und wäre ich Braska, hätte ich dich niemals mitgenommen“, konterte ich.

Braska seufzte laut auf und nahm seinen Stab wieder in die Hand. Dabei läuteten die kleinen Glöckchen, die ihm seine Tochter als Armband geschenkt hatte, leise. „Ich denke langsam darüber nach euch beiden einfach einmal eine Lektion zu erteilen. Es kann doch nicht sein, dass ihr zwei euch nur streitet.“ „Entschuldigt Lord Braska.“ Ich neigte andächtig meinen Kopf.

Jekkt sprang lachend an mir Vorbei und ging an Braska heran. „Ich würde gerne sehen, wie diese Lektion aussieht.“

Ich hätte platzten können wegen Jekkts Dreistigkeit, doch Braska schien sichtlich amüsiert. „Wenn ich euch beiden das jetzt sage, ist es doch keine Lektion mehr.“ Seit wann sprüht Braska wieder so voller Lebensfreude? Er hatte vor wenigen Stunden seiner Tochter für immer Lebewohl gesagt, nachdem er seine Frau auf tragische Weise verloren hatte. Ein anderer Mensch wäre dran zerbrochen. Doch war der Überfall von Sin auf das Flugschiff der AlBhed, auf dem sich seine Frau befunden hatte, der Grund, warum er sich dieser Bestie stellen wollte? Erst jetzt kam mir, dass ich nichts von Braskas Entscheidung warum er die Pilgerreise ging wusste. Wir kannten uns zwar schon länger, aber der Kontakt war nur flüchtig gewesen, bis man mich vor kurzem  seiner Pilgerreise zugewiesen hatte. Seufzend setzte ich meinen Weg fort. Wir drei, dieser komische Vogel Jekkt, Braska und ich würden nun wohl eine lange Reise vor uns haben. Irgendwo, tief in mir, kamen Sorgen hoch. Was würde uns erwarten? Werden wir es schaffen die Stille Zeit über Spira zu bringen?

Ich folgte dem Boden, während wir unseren Weg aus Bevelle fortsetzten. Hinter uns lag die größte Stadt Spiras, eine Stadt, die komplett auf einem  Berg, der aus dem Wasser ragte, errichtet wurde. Von dem Berg war heute nichts mehr zu sehen, stattdessen waren Plateaus zum Wasser hin errichtet worden, auf denen der Handel nur so florierte. Wenn man sich dort aufhielt, konnte man die Möwen kreischen hören und die Luft des Meeres riechen. Jeden Tag legten hunderte Schiffe im riesigen Hafen an und ab, die von ganz Spira kamen und sich wieder in ganz Spira verteilen. In der Spitze des Berges war der Yevon Tempel errichtet worden. Ein riesiger Glaubenskomplex mit vielen verworrenen Gängen. Mehr als die Hälfte der in Bevelle lebenden Menschen arbeiteten dort, ein großer Teil von ihnen lebte auch in diesen Anlagen. Sie waren, so wie ich einst, Krieger Yevons, Mönche, Priester oder Verwalter. Doch jetzt ließ ich diese wundervolle und einzigartige Stadt hinter mir und reiste mehr oder weniger freiwillig in die große Welt.   Ich hatte im Gehen begonnen den Marmorboden genauer zu  betrachten, er war aus schwarzem Stein und glänzte im Mondlicht so, als würden tausend Kristalle darin verarbeitet sein.
Nach einiger Zeit sah ich wieder vom Boden auf und zu Braska, der vor mir ging, an. Es fühlte sich an, als würde mir jemand einen Schlag in die Magengrube versetzten. In der kurzen Zeit, in der ich Braska näher kennen gelernt habe, schätze ich ihn irgendwie. Sein Mut und Neugierde beeindruckten mich jedes mal aufs neue mehr. Bevor ich ihn kannte, hätte ich niemals von mir gedacht, dass ich jemals auf eine solche Reise gehen werde. Dennoch er hat mich dazu gebracht, mich für diesen Weg  aufzuraffen. Zuerst hatte ich ich, nachdem mich die Prieser seiner Reise zugeteilt haben, gewehrt, doch was  blieb mir übrig. Ich war in Ungnade gefallen, da ich die Hand der Tocher des Primas ausgeschlagen hatte. Ich könnte zwar in einem versteckten Winkel Sprias mein Leben einfach fristen,  doch war das nicht das, was ich mit geplant hatte. Ich hatte mich zuvor trotzdem niemals mit dem Gedanken beschäftigt ein Medium zu begleiten, um meine Ehre wiederherzustellen. Doch bis jetzt ist niemand von einer solchen Reise je zurückgekehrt. Warum? Das machte mir Sorgen. Werde ich sterben müssen? Das wollte ich nicht. Als sie mich halbherzig und mit einem gehässigen Lachen Braska als Garde zugewiesen hatten, war ich entrüstet und hatte meine Wut auch nicht wenig an dem Medium ausgelassen. Doch in den letzten Tagen konnte mich dieser Mann halbwegs überzeugen, ihn aus freien Stücken zu begleiten. Meine Ehre war ohnehin dahin.  Immerhin würde ich ehrenvoll sterben, ob nun mit oder ohne der Vernichtung Sins.

Hier waren wir nun. Drei Ausgestoßene von Yevon ohne Heimat. Diese Reise würde eine Willenprobe für uns werden.
Während wir dem großen Tor mit lautem Klacken unserer Stiefel entgegen schritten, schweiften meine Gedanken ab. Es war zwei Tage her, als in Bevelle bekannt wurde, dass ein Mann, der den Angriff von Sin überlebt hatte, festgenommen wurde, weil er überall in der Stadt seine wirren Gedanken preis gab, zudem habe er in einer Bar schlussendlich randaliert. Dieser Mann war Jekkt gewesen, der uns nun zu meinem Leidwesen begleitete. Ich seufzte, als ich daran dachte, wie Braska immer mehr von der Idee, ihn mit auf unsere Reise zu nehmen, Gefallen fand. Ich hatte versucht es ihm auszureden, doch er wollte nicht hören. Irgendwie war er mit dieser Idee zufrieden. Also suchten wir den Tempel in Bevelle auf, wo man uns über viele Gänge, die ich wie meine Manteltasche kannte, zu den Kerkern hinab. Zwei Wachen begrüßten uns mit einem geschluderten Segen Yevons. Ihre Gesichter waren mit einem Helm verdeckt, doch ich konnte deren Hohn dahinter förmlich spüren, als ich Braska mit schnellem Schritt folgte, nachdem ich erst einmal am Eingang hatte protestieren müssen, damit mich die Wache hinabsteigen hat lassen.
Sichtlich genervt blieb ich neben Braska stehen, der mit neugierigem Blick in den ersten Kerker neben den Eingang durch die Gitterstäbe hinein linste. Der dunkelhaarige Mann darin schenkte uns kaum Aufmerksamkeit. Abgewandt von uns starrte er die Wand vor sich an. Die Kerker in Bevelle waren eng bemessen und so gut bewacht, dass es keinem möglich war davor zu fliehen. Außerdem wo sollte dieser Kerl hin? Den Erzählungen nach, war er sichtlich wirr im Kopf. Wenn Sin einen erwischte, war man entweder tot oder für den Rest seines Lebens irre. Ich wusste nicht was besser sein würde. Ich unterdrückte ein Seufzen. Das könnte ja wunderbar werden. Hinter uns hörte man das Wasser rauschen, das direkt vom Meer über die großen Rohre hierher und von hier in den Kanal der Buße geleitet wurde. Ein riesiges, mit Wasser geflutetes Labyrinth, in welches Sünder verbannt wurden, um dort ihre Strafe abzusitzen. Noch niemand hatte dieses Labyrinth jemals überlebt. Ich schluckte schwer. Dorthin wollte kein Mensch mit gesundem Menschenverstand hin verbannt werden. In ewiger Finsternis durch das Labyrinth zu irren, bis man entweder dank dem ungenießbaren Meerwasser verdurstete, verhungerte oder ertrank. Das war nicht das, was ich mir zum Abschluss meines Lebens vorstellen wollte. Dabei hatte ich noch nicht bedacht, dass es genügend Monster dort unten gab, die einen töten könnten.
Als der Dunkelhaarige sich zu uns umwandte und Braska, mit seinen roten Augen fixierte, richtete ich meine volle Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen vor uns. „Wer bist du?“, kam aus dem Mund des Fremden vor uns mit einer deutlichen Spur von Argwohn. Meine Augen verengten sich. Wer glaubte er wer er ist?
Braska neben mir blieb jedoch ruhig und blickte mit einem leichten Lächeln zu dem Wirren vor uns hinab. „Du bist derjenige, den man Jekkt nennt, der Mann aus Zanarkand, habe ich Recht?“
Jekkt zuckte mit den Schultern, sah aber Braska nicht länger an. Womöglich waren schon genügend ‚Besucher‘ hier gewesen, um ihn zu sehen. Ich konnte mir schon vorstellen, wie so einige Offiziere und Soldaten hier ihre Nasen durch die Gitterstäbe gedrückt hatten, sodass sie von innen gesehen wie verschandelte Puppen ausgesehen hatten. In dieser Hinsicht tat mir der Fremde schon etwas Leid. Privatsphäre wurde in diesem Tempel jedenfalls nicht groß geschrieben. „Was ist damit?“, kam aus dem Mund von Jekkt.
Jetzt verflog das etwas Mitgefühl, das ich für diesen Mann aufbringen konnte wieder so schnell, wie es in mir hochgekrochen war und ich wurde gereizt, sodass ich den Mann vor mir scharf ermahnte, dass er seine vorschnelle Zunge hüten sollte. So konnte er mit keinem Medium sprechen. Braska aber schüttelte den Kopf und entschuldigte sich bei dem Mann. Warum? Das hatte er doch nicht nötig. „Ich bin Braska, ein Medium“, fuhr er weiter fort, während er den Mann weiter musterte: „Ich bin gekommen, um dich von hier zu holen.“
Wie, als hätte ihn etwas gestochen, sprang der Mann flink und sogar in einer Weise elegant auf und ging zu den Gitterstäben heran. Mit seinen Händen griff er durch das Gitter hindurch, sodass ich einen Schritt zurück wich. Was hatte er vor? Doch entgegen meiner Erwartungen, er könnte nach uns Greifen wollen, legte er seine Arme an der Querstrebe ab und linste zwischen zwei der massiven Eisenstäbe zu uns hindurch, währenddessen ein schiefes Lächeln auf sein Gesicht kroch: „Das hört sich verlockend an, was ist der Haken?“
Braska lachte kurz auf: „Das war leicht zu durchschauen. Ich breche bald auf eine Pilgerreise nach Zanarkand auf.“ Er ging einen Schritt nach vorne und stellte seinen Stab mit einem lauten Klirren auf den Boden.
Jekkts Blick wechselte verwundert zwischen mir und Braska hin und her. Ich mochte es mir im ersten Moment nicht eingestehen, aber seine roten Augen hatten etwas Stechendes an sich, das mich unruhig werden ließ. „Wirklich?“, fragte er, während sein Blick an Braska hängen blieb, wobei der stechende Ausdruck einem etwas wärmeren wich. Lag das an mir? Womöglich. Aber es war mir egal. Ich fand es immer noch nicht witzig, dass man mir diesen Kerl auch noch ins Schlepptau gab. Als Braska die Idee mir mitgeteilt hatte, war ich alles andere als begeistert gewesen. Jedoch war mein Respekt vor dem Medium zu groß, als das ich wiedersprechen wollte. Jedoch hatten bei meinem letzten Besuch im Tempel bereits mehrere von dieser Idee Wind bekommen und der Spott war kaum auszuhalten. Mehr als nur wütend war ich zu Kinoc gegangen, der mich zum Abschied erwartete.
Braska nickte als Antwort wortlos, während er den Fremden sanft beäugte. Nach einer kurzen Pause, fuhr er fort: „Ich will, dass du mich begleitest. Es wird eine gefährliche Reise. Sollten wir Zanarkand erreichen, werden meine Gebete erhört und wir denken, dass du nach Hause gehen kannst.“ Kurz linste der Schwarzhaarige zu mir hinüber und sein Blick sagte das, was ich mir dachte: Wir? Wohl eher nur Braska. „Was sagst du?“, unterbrach Braska unser Blickduell.
Ohne zu zögern schlich ein Grinsen auf die Lippen des Mannes: „Sehr gut, lasst uns gehen!“
„Mh“, entkam es dem Medium neben mir verwundert: „So schnell?“
Jekkt warf kurz seine Arme in die Höhe: „Egal was, ich will hier raus!“
„Dann ist es beschlossen“, meinte das Medium sanft neben mir, während ich diesen Jekkt argwöhnisch beäugte. In mir flammte Missgunst auf. Das konnte nicht sein. Erst randaliert dieser Irre besoffen in einer Bar und jetzt soll er uns begleiten. Hat Braska nur einen Moment daran gedacht, dass es schon eine riesige Aufgabe war, ihn zu beschützen? Jetzt hatte ich diesen Mann auch noch am Hals, der wohl, außer den inneren Kampf mit seinem Alkoholpegel nichts an Kampferfahrung vorweisen konnte.
„Jetzt muss ich aber wirklich protestieren!“, entkam es mir wild gestikulierend und ohne darüber nachzudenken. „Dieser Trunkenbold eine Garde?!“
„He!“, hörte ich neben mir, was ich, während ich Braska anblickte, gekonnt ignorierte. „Willst du hier rein kommen und es mir selbst sagen?!“ Ganz sicher nicht, dachte ich mir. Das würde für dich sowieso nicht gut ausgehen. Ehe du nur zum Schlag ausholen könntest, würdest du schon am Boden liegen.
Braska zuckte mit den Schultern: „Was macht es aus?“, fragte er mich gelassen. „Niemand glaubt wirklich daran, dass ich, ein gefallenes Medium, verheiratet mit einer Al’Bhed Sin jemals besiegen könnte. Das sagen sie von mir. Niemand erwartete, dass wir erfolgreich sind.“
„Braska, Sir“, lenkte ich wieder ein und seufzte leise vor mich hin. Meine vorschnellen, sprunghaften Handlungen müssen aufhören. Doch dieser Mann macht mich jetzt schon unsäglich wütend und jetzt waren wir noch nicht einmal unterwegs.
In Braskas Miene zog sich eine Spur Selbstsicherheit. Er lächelte mich erwartungsvoll an und sah dann zu Jekkt: „Lass uns ihnen zeigen, dass sie falsch liegen! Ein gefallenes Medium, ein Mann aus Zanarkand und ein Tempelkrieger, der, weil er die Hand der Tochter des Primas ausgeschlagen hat, in die Finsternis verurteilt wurde. Was für eine herrliche Ironie es wohl sein wird, wenn wir Sin besiegen!“
Ich war perplex. Braskas Zuversicht und Siegeswillen ließen mich kurz wanken. Ich hatte nicht so sehr daran geglaubt, wie er. Ehe ich aber meine Sprache wieder fand, hörte man Jekkt gereizt hinter den eisernen Gardinen „Hört auf zu sabbeln und holt mich hier raus“ sagen hören. Kein Taktgefühl dieser Idiot. Was hatte sich Braska nur bei ihm nur gedacht? Jetzt hatte ich zwei, auf die ich Acht geben musste. Ein Medium und ein Kind.

„Lord Braska.“ Die Garde Yevons lachte herablassend und riss mich damit aus meinen Gedanken zurück in die Realität. Ich konnte seine amüsierten Augen durch den Schlitz seines Helmes erkennen. „Ihr werdet gehen? Ich glaube kaum, dass wir uns wieder sehen werden. Ich wünsche ihnen und ihren beiden Begleitern eine angenehme Reise ohne Wiederkehr.“ Er wies den anderen Wachen an das Tor zu öffnen. Bebend begannen sich die Torflügeln müßig zu bewegen. Das Tor war mehr als drei Mann noch und so breit, dass im geöffneten Zustand ungefähr zehn Mann nebeneinander eintreten konnten. Das Tor selbst bestand aus Metall mit darin eingelassenen Rubinen. Es war eines der Schmuckstücke von Bevelle. Dahinter erstreckte sich die heilige Brücke, die direkt in den Macalania Wald führte. Sobald das Tor sich hinter einem geschlossen hatte, konnte man nicht mehr ohne der Zustimmung der Wachen nach Bevelle zurückkehren.  Als das Tor so weit geöffnet war, dass wir drei nebeneinander hindurchtreten konnten, stoppten die Wachen den Öffnungsprozess. Die Wache wies uns spottend hindurch. Ruhig sah Braska ihn an. „Ich hoffe für Euch, dass ihr eines Tages Eure Meinung überdenkt.“ Ohne diesen Mann noch eines weiteren Blickes zu würdigen zog er an ihm vorbei. Ich hätte am liebsten diesem eingebildeten und aufgeblasenen Pinkel eine eingeschenkt. Aber was konnte ich tun? Es wäre nur zu Gunsten Yevons ausgegangen, auch wenn ich gelacht hätte, wenn sie mich im Nachhinein gehängt hätten. Doch Jekkt hatte sich, wie schon des Öfteren, nicht unter Kontrolle und er fuhr den Tempelkrieger an. „Was sagst du da? Wir werden es dir zeigen, mit dem Tag, wo Lord Braska wieder zurückkehren wird!“ Ich sah zu ihm und mir stand der Mund offen. Er schien wirklich nichts zu wissen.

Braska war stehen geblieben, drehte sich aber nicht um. Er würdigte den Soldaten keines Blickes. „Komm Jekkt, er ist es nicht wert.“ Dann wandte er sich doch um und musterte den Tempelkrieger ein letztes Mal, bevor er ging. Ich bewunderte Braska für seine stoische Ruhe und Gelassenheit. Hinter uns schloss sich das Tor wieder mit einem dumpfen Knall.
Auf der geweihten Brücke sahen wir uns noch einmal an. „Lasst uns gehen!“, frönte Jekkt vergnügt. „Das wird eine schöne Reise!“
„Es ist keine Reise“; sagte ich ernst und hielt seinen Arm fest. Innerlich bebte sich. Ist er so dumm oder tut er nur so?
Jekkt blieb stehen und runzelte vorwurfsvoll die Stirn. „Wetten sie wird lustig und abenteuerreich?“ „Wetten ich schlage dir währenddessen noch den Kopf ab?“, raunte ich zurück und ließ ihn wieder los. Dieser Mann konnte mir die Nerven rauben.
Hinter uns lag Bevelle. Vor uns die Welt mit all ihren Geheimnissen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast