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Ich war ihr nah wie niemand sonst

von ldw24601
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Mrs. Danvers OC (Own Character)
19.09.2017
18.10.2017
5
3.013
1
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19.09.2017 574
 
Es war spät geworden. Ich stand am Fenster und beobachtete die untergehende Sonne.
Rebecca de Winter hatte angekündigt, spätestens um acht aus London zurückzukehren. Mittlerweile war es zehn geworden. Wo blieb sie eigentlich so lange? Das Haus war ziemlich leer ohne sie. Naja, genauergenommen war es auch leer. Maxim de Winter war bei seiner Schwester Beatrice eingeladen. Plötzlich hörte ich die Türe.

"Danny?" hörte ich Rebecca rufen. Ihr rufen klang eher wie singen. Wie summen. Ich konnte gar nicht verstehen, warum Maxim ihr an den Kopf warf, sie würde schroff klingen. Rebecca klang wie ein Engel.
Ich eilte die Treppe hinunter und blieb am Fuße stehen.
"Sie wünschen, Mrs de Winter?"
"Mrs Danvers..." murmelte sie. Ich war verwirrt. Warum nannte sie mich Danny wenn sie nach mir rief und jetzt plötzlich Mrs Danvers?
"Mrs Dan- Danvers?" stammelte ich verwirrt. Rebecca lachte mich aus. "Du weißt doch genau, dass du mich nicht Mrs de Winter nennen sollst, Danny. Du weißt genau, ich will nichts mit ihm zu tun haben. Das Ehegelübde dient nur dem Schein."
Ich nickte schluckend. "Wie Sie wünschen, Mrs-" Rebecca grinste. "Danvers." beendete sie meinen Satz.
Sie hatte mich aus dem Konzept geworfen.

"Lass mir bitte ein warmes Bad ein. Ich bin gleich oben." Ich nickte und bewegte mich in schnellem Schritt die Treppe hinauf. Rebeccas Bad lag auf der linken Seite des langen Korridors des Westflügels von Manderley. Die prächtige Badewanne müsste mindestens Platz für drei Personen haben. Rebecca nutzte sie allerdings immer nur alleine.

Einige Minuten vergingen während ich das Wasser einließ und etwas Orchideenduft hinzufügte. Ich schreckte kurz zurück, als sich die Tür öffnete. Rebecca trat ein, bekleidet mit einem Bademantel aus Seide. Sie sah wortwörtlich aus, wie eine Göttin. Ihr langes schwarzes Haar fiel über ihre Schultern, als wäre es ein kristallklarer Gebirgswasserfall. Sie lächelte mich an, bevor sie den Mantel von ihren Schultern fallen ließ und in das Schaumbad hineinsank. Ich half ihr beim Waschen ihrer Haare, bevor ich sie alleine ließ um ihr Bett für sie vorzubereiten. Das Bett, in dem seit eh und je kein Mann mehr lag. Ihr Bett. Die roten Seidenlaken gefielen ihr am besten.
Ich setzte mich an den Fuß des Bettes und wartete auf sie. Einige Zeit verstrich, bevor Rebecca in einem goldenen Samtnachthemd in der Tür stand. Ich versuchte mich zurückzuhalten, spürte allerdings sofort, wie mir die rote Farbe ins Gesicht stieg. Rebecca lachte laut los, aber herzlich. So hatte ich sie bei Mr de Winter nie lachen gehört. Ein sanftes Lächeln strich über meine Lippen.
„Ich dachte, Sie hätten ihr Bett gerne neu bezogen. Ich habe Ihre Lieblingslaken aufgezogen.“ Teilte ich ihr förmlich mit, bevor sie mir in die Seite kniff. „Ach Danny, jetzt hör doch endlich mal mit dieser förmlichen Art auf. Du weißt doch ganz genau, dass du ‚du‘ zu mir sagen kannst- sollst.“ Murmelte sie streng.
Ich nickte. „Natürlich, Mrs de Winter.“
„Mrs Danvers.“ Korrigierte sie mich erneut. Zum zweiten Mal lief ich krebsrot an. In ihrer Anwesenheit blamierte ich mich nur. Aber ich konnte sie doch unmöglich mit meinem Nachnamen ansprechen, oder? „Wie Sie wünschen, Mrs Danvers…“ „Wie DU wünscht!“ korrigierte sie mich erneut.
Ich nickte und strich ihr durch ihr Haar. Es fühlte sich so weich an, als würde man mit den Fingern durch Wolken streichen. Ich lächelte leicht.
„Gute Nacht, Rebecca.“
„Gute Nacht, Danny. Schlaf gut.“
 
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