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Schwimmen

GeschichteLiebesgeschichte / P18 Slash
18.09.2017
24.12.2017
57
74.107
62
Alle Kapitel
231 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
11.10.2017 1.465
 
miniracer, ran83 und Zwackl - ein paar <3 <3 für euch und eure Reviews. Danke für viele neue Favo-Einträge.

Weil ihr so brav und geduldig seid, gönne ich euch wieder ein bisschen Gänsehaut, auf die ihr alle schon so sehnsüchtig wartet.

Es hat so viel Spaß gemacht dieses Kapitel zu schreiben, dass ich es erst gar nicht mehr korrigiert habe, die liebe Xamarah hat einmal drüber redigiert.

Have fun! Ach ja und "Captain Sunshine" ist von Lucy Schwartz für die, die es interessiert.
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Telefongeflüster


Maximilian schälte sich ganz vorsichtig aus Alexejs Pullover und sog tief den Geruch des Anderen ein. Natürlich bekam er weiche Knie. „Verdammt.“ Noch immer war er aufgekratzt und von seinem Erlebnis im Fluss überwältigt. Sein ganzer Körper kribbelte und er spürte kaum seine schmerzende Schulter. Seine Gedanken wanderten zu Alexej. Er hatte ihm alles erzählt. Einfach so. Mir nichts, dir nichts. Es war als wären im Wasser mit aller Macht Dämme aufgebrochen, die er bislang verschlossen gehalten hatte.

Er verlor die Kontrolle. Über sich. Über die Art und Weise, wie er die letzten Jahre gelebt hatte. Maximilian hatte sich so viel aufgebaut und während er hier seinem Wohnzimmer auf und ab lief, wollte er nur noch alles hinschmeißen. Welchen Sinn hatte sein Leben überhaupt? Er wollte frei sein. Er wollte sich von allem lösen, das ihn festhielt. Von allem, das ihn einschränkte.
Maximilian versuchte sich selbst und seine rasenden Gedanken auszubremsen. Er musste dringend runterkommen. Eine warme Dusche würde vielleicht helfen. Es war sicher nur das Adrenalin, das durch seinen Körper pumpte und ihn so wahnsinnig machte.

Die warme Dusche war angenehm, aber sie trug nicht dazu bei ihn zu beruhigen. Dafür begann seine Schulter nun anzuschwellen und massiv zu pochen. Er cremte sie mit Voltarensalbe ein und schluckte eine Novalgin Tablette. Dann ging er in die Küche und überlegte, ob er sich einen Tee machen sollte, entschied sich letztendlich aber für ein Glas Rotwein. Rotwein half immer. Sein unruhiger Blick fiel auf den restlichen Vodka. Lippen auf seiner Haut.

„Scheiße.“ Er spülte das Glas Rotwein mit einem großen Schluck hinunter und schenkte sich noch eines ein. Er hatte noch nicht zu Abend gegessen und spürte, wie ihm der Wein sofort zu Kopfe stieg. Die kribbelnde Unruhe in ihm ließ nicht nach, sie wurde schlimmer und machte ihn gereizt. Es war schon spät und er wollte eigentlich nur schlafen gehen. Maximilian wusste, dass er erschöpft war, aber alles in ihm schrie danach jetzt sofort etwas zu tun. Er ging zurück ins Wohnzimmer und ließ sich auf die Couch fallen. Nahm noch einen Schluck vom Rotwein.

„Ich finde das nicht witzig, Captain Sunshine,“ hörte er Alexejs Stimme sagen und nahm seinen iPod in die Hand. Suchte nach nach dem Lied, das der Russe ihm genannt hatte und spielte es auf den Boxen seiner Musikanlage ab.

Die ersten jammernden Töne der E-Gitarre erklangen. Und dann...
All night waiting for you to come my way,
I’d be dreaming that you’d be here to stay.
Then, oh, oh, oh, your back again, and ain’t that fine
Make way for Captain Sunshine.


Sein Blick wanderte auf Alexejs Kapuzenpullover, den er dorthin gelegt hatte und seine rechte Hand wanderte in seine Shorts und umfasste fest seinen Schwanz. „Verdammt!“ Mit einem Mal wurde ihm klar, warum er so aufgekratzt war. Dass es genau das war, was er jetzt brauchte. Mit der linken Hand griff er nach seinem Handy und scrollte das Telefonbuch durch. Er musste jetzt jemanden anrufen. Doch er blieb beim Eintrag „Alexej Wohnheim“ hängen und auf einmal war ihm glasklar, dass es nicht helfen würde, irgendjemanden anzurufen. Irgendeinen Mann zum Ficken einzuladen. Ohne zu Zögern wählte er die Nummer, legte aber nach dem zweimaligen Freizeichen sofort wieder auf.

Ein Blick auf die Uhr bestätigte ihm, dass es schon fast Mitternacht war. Er konnte so spät nicht dort anrufen. Er konnte überhaupt nicht dort anrufen. Wichsend? Was zum Teufel sollte er sagen. Als wäre sein Gehirn auf Autopilot wählte er noch einmal die Nummer und das Freizeichen ertönte wieder. „Heb nicht ab,“ murmelte er. Heb bitte, bitte nicht ab.



Beim ersten Klingeln des Telefons schrak Alexej hoch. Er hatte im Dämmerzustand in seinem Bett gelegen und konnte nicht richtig einschlafen. Die Geschehnisse des Tages beschäftigten ihn immer noch. Die Zwickmühle in der er war. Er wollte Maximilian kein Geld schulden. Er konnte das nicht so stehen lassen.
Und doch wichen seine Gedanken ständig aus. Zu einem schmunzelnden Maximilian, der die Schultern zuckte. Der so völlig verändert schien. Als wäre er eine ganz neue Person.

Und jetzt läutete mitten in der Nacht das Zimmertelefon. Zweimal, dann war es wieder still. Da es in den Zimmern nur alte Telefone ohne Display gab, konnte er nicht zurückrufen. Das war um so eine Uhrzeit aber auch eher sinnfrei. Sicher hatten sich ein paar andere Jungs einen Scherz erlaubt. Alexej lehnte sich wieder zurück, aber kaum wollte er wieder seinen Gedanken nachhängen, klingelte es noch einmal. Und hörte diesmal nicht gleich wieder auf.
Mit einem wildschweinartigen Grunzen fuhr Benjamin hoch: „Welches beschissene Arschloch ruft um so eine Uhrzeit an. Wie spät ist es überhaupt?“
„Reg dich nicht auf, ich geh ran.“
„Fuck, jetzt muss ich pissen.“

Während Alexej nach dem Telefon griff, polterte Benjamin an ihm vorbei ins Bad und erleichterte sich – ausnahmsweise mit geschlossener Tür.
Alexej hob ab: „Alexej Demidow?“
Am anderen Ende der Leitung war es still.
„Hallo?“
Keine Antwort. Er versuchte genauer hinzuhören und vernahm die Klänge von „Captain Sunshine“. Ein breites Grinsen zog über sein Gesicht und er war unfähig sich dessen zu erwehren: „Oh, was habe ich denn da angerichtet?“
Leise fragte er in den Hörer: „Kannst du auch nicht schlafen?“ Er bekam keine Antwort, aber damit hatte er auch nicht gerechnet.

Benjamin kam wieder aus dem Bad gewankt und fiel ins Bett. Fast ansatzlos begann er zu schnarchen.
Alexej stand sachte auf und ging mit dem Telefon ins Bad, schloss die Tür, legte noch ein Handtuch hin, um die Geräusche zu dämpfen und setzte sich dann mit dem Rücken an die Wand gelehnt hin.
„Was machst du gerade?“
Bildete er sich ein, dass der Atem am anderen Ende der Leitung eine Spur schneller ging?

„Denkst du an mich?“
Da – der Atem ging definitiv einen Tick schneller. Geistesabwesend rutschte Alexejs Hand hinunter zu seinem Schwanz und er lehnte den Kopf zurück. Stellte sich vor, dass es Maximilians Hand war.
„Das machst du sehr gut,“ lobte er mit dunkler Stimme seinen stummen Gesprächspartner.

Eine Weile schwiegen sie und Alexej wichste langsam, ganz langsam weiter. Er dachte an blaue Augen, die ihn ansahen, in ihn hineinsahen und ihn entblößten. Hände, die nur einmal die seinen gehalten hatten.
„Ich hoffe, du trinkst den Vodka nicht ohne mich“, flüsterte er. „Denkst du daran? Erinnerst du dich wie gut wir zusammen aussehen?“
Seine Hand wurde schneller, fordernder und er konnte sich ein leises Stöhnen nicht verkneifen: „Hmmm“, schnurrte er ins Telefon „du bist so gut.“

Ein Keuchen antwortete ihm und er hörte, dass der Atem seines stummen Gesprächspartners seinen steten Takt verlor. Die Atemzüge waren jetzt schneller, unkoordiniert, begannen zu taumeln. Maximilian holte sich gerade am anderen Ende einen runter und es machte Alexej geil zu hören, dass seine leisen Bestätigungen und das Lob Maximilian total anmachten.
„Du hättest mich hereinbitten sollen, dann wäre ich jetzt bei dir. Dann hätte ich jetzt deinen Schwanz im Mund.“
Damit hatte er ihn – ein leiser, gequälter, unendlich maskuliner Laut mischte sich in den abgehackten Atem.

„Oh ja, genau das ist es. Mach weiter, lass mich hier nicht hängen.“
Alexej versuchte souverän zu bleiben, die Situation zu kontrollieren, aber er stand selbst schon in Flammen. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hinüber zu Maximilian gerannt. Hätte an seine Tür gehämmert, bis ihn der Andere einließ. Und dann... „Fuck,“ entwich es ihm und er hörte, dass er nicht der Einzige war, dessen Fantasie gerade durchdrehte.

Leise murmelte er noch: „Komm schon,“ da hörte er einen erstickten Laut am Ende der Leitung und vor seinem inneren Auge sah er Maximilian kommen, seinen Körper zucken und er konnte ihn fast unter seinen Händen spüren. Wollte ihn festhalten und an sich drücken. Ihn nie wieder loslassen.
Er riss sich zusammen und gab seiner Stimme einen bestimmten und herrischen Klang, als er leise auf Russisch knurrte: „Nein, du bist noch nicht fertig.“
Auch wenn sein Trainer wahrscheinlich nur das Wort „net“ (nein) verstand, hatte es offenbar den gewünschten Effekt.
Alexej konnte dessen Erstaunen fast greifen, als die zweite Woge Maximilian mitriss und er hörte ihn ganz gedämpft schreien. Mit geschlossenen Augen konnte er sehen, wie der andere Mann erfolglos versuchte, keinen Laut von sich zu geben, während sein Orgasmus ihn überrollte und in die Knie zwang.

Schmunzelnd murmelte er: „Ich hoffe, du hast gerade in meinen Pullover geschrien.“




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