Headed For The Same Disaster

von AD227529
GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P16
Bonnie Barstow Knight Automated Roving Robot / KARR Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight
15.09.2017
05.05.2018
8
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'Fast and faster and faster' - Car Crash - Three days grace (sehr passend muss ich sagen.)

Vor 6 Jahren hab ich das schon mal versucht. Allerdings war mein Skill nicht besonders gut und ich habe mich in Grund und Boden geschämt fanfics über eine Serie zu schreiben in der echte Menschen vorkommen.

Nun, jetzt sehe ich das Ganze ein bisschen anders. Diese Fic wird einige Elemente aufgreifen an denen ich mich damals schon versucht habe, allerdings hat das ganze jetzt doch ein wenig mehr Sinn. Ich schreibe seit 2013 nicht mehr auf Deutsch, habt Nachsicht. Groß und Kleinschreibung und Kommasetzung werden wohl am schwierigsten werden. (Die Regeln dafür sind im englischen echt komplett anders.)

Nun aber zur eigentlichen Story: Sie wird ein Thema behandeln das schon so unglaublich ausgelutscht ist, dass fast jeder KR Fan mindestens einmal drüber nachgedacht hat. … aber ich konnte es einfach nicht lassen. Macht viel zu viel Spaß. Ich geh da ein bisschen anders ran, aber lasst euch überraschen~

Was das ist, werde ich nicht verraten, aber ihr werdet es sehr schnell rausbekommen. Haha.

Die Geschichte spielt etwa  zehn Jahre nach der Serie von 1982. (also 1996)

Noch was: ICH LIEBE REVIEWS jeder Art. Die sind unglaublich motivierend, also keine Scheu~ Ich beiße nicht.

DISCLAIMER: Die serie gehört mir nicht und ich leihe mir alle charactere nur auf. Sollten OC's vorkommen werde ich sie als solche kennzeichnen

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Bonnie starrte abwesend in die dampfende instant Suppe. Es war einer dieser Tage an denen sie sich fragte warum sie überhaupt aus dem Bett gekrochen war.  Der Kühlschrank war leer, Kaffee ging zur Neige und sie war sich plötzlich furchtbar bewusst, dass sie seit einer Woche nicht einkaufen war. Arbeit die man so sehr liebte, das man die Zeit vergas blieb für viele nur ein Wunschtraum und obwohl es für sie Realität war, an manchen Tagen wollte sie einfach nur im Bett bleiben.

Der frühe Abend war bereits aufgezogen und die Läden würden bald schließen, doch anhand des kleinen Schneegewirrs, das sich vor der Haustür breitmachte, hatte sie wenig Lust den Tag mit einem Ausflug zum Supermarkt ausklingen zu lassen.

Während der kleine Plastikbecher fröhlich vor sich hin dampfte und die quietsch gelbe Verpackung anpries das es nur fünf Minuten dauere bis das Gericht aus Farbstoffen und E-Nummern essbar war, griff Bonnie die Fernbedienung und schaltete auf die Sendung, die sie schon vor einigen Tagen im Videorekorder eingespeichert hatte damit sie sie ja nicht verpasste.

Eine Dokumentation über Künstliche Intelligenz, welche sicherlich  wieder nur ein schwaches Lächeln von ihr forderte- Was wussten die schon?

Mit einem seufzten nahm die sich einen Teelöffel und die Suppe und verzog sich aufs Sofa. Ein kurzer Blick aus dem Fenster verriet ihr das das Schneetreiben langsam nachließ und sie machte eine mentale Notiz dann doch noch einkaufen zu gehen.

Die Dokumentation war nicht mehr als sie erwartet hatte. Revolutionäre Fortschritte im KI Bereich. Bonnie konnte sich ein abfälliges schnauben nicht verkneifen. Wenn die nur wüssten! Doch sie würden es nie wissen, denn selbst wenn diese Möchtegern Wissenschaftler je diesen Durchbruch schafften, sie würden es nie so weit bringen wie Bonnie. Ihnen fehlten der Eifer, der Ehrgeiz und vor allem die Neugier. Sie alle hatten Angst vor dem was sie da versuchten zu kreieren.

Mit einem, „Ihr habt doch keine Ahnung.“, Schaltete Bonnie den Fernseher wieder ab und löschte die gestartete Aufnahme vom Videoband.

Was Michael jetzt wohl gerade machte? Sie konnte sich sehr gut vorstellen wie er irgendwo in Nevada rumgurkte und sich zum aufreißen junger Frauen in irgendeiner Bar nieder gelassen hatte. Doch ihr damaliger Kumpel hatte sich verändert. Drastisch verändert. Bonnie konnte es manchmal selbst nicht glauben wenn er sie mit einem seiner seltenen anrufe beglückte. Er fragte oft wie es ihr ging, ob bei ihr alles in Ordnung war.

Bonnie seufzte leise, starrte in die Suppe als würde sie ihr antworten auf ihre Fragen geben. Was war damals bloß passiert? Vor fast genau zehn Jahren war ihre kleine heile Welt innerhalb einer Nacht komplett zerstört worden. Das Auto war noch da, Michael fuhr es wahrscheinlich immer noch, doch der wichtigste Teil dieses Autos war unauffindbar.

Sie konnte sich keinen Reim darauf machen wie es jemand geschafft hatte die CPU zu stehlen. Kitt hätte nie freiwillig jemanden an sich ran gelassen, doch von einer auf die andere Nacht war er weg. Spurlos verschwunden.

Bonnie biss sich auf die Lippen ohne dass sie es wirklich merkte. Diese Erinnerung war immer noch viel zu schmerzlich um sie so plötzlich zu behandeln.  Die KI in diesem Auto war ihr ein und alles, ihr Baby, wie man sie gerne aufzog.

Und dann war alles weg.

Michael arbeitete noch etwa ein halbes Jahr für FLAG, immer mit dem Vorwand dass er Kitt irgendwann sicherlich finden würde. Suchte er ihn immer noch? Bonnie wollte sich nie eingestehen, dass sie die Hoffnung verloren hatte, doch nach hunderten falschen Fährten und nichts was auch nur annähernd an die KI erinnerte, wurde es immer schwerer für sie weiter dort zu arbeiten. Vielleicht war sie depressiv geworden, vielleicht war es eine gute Entscheidung FLAG zu verlassen und sich ihren eigenen Projekten zu widmen.

Oft fantasierte sie eine weitere KI zu entwickeln, doch sie hatte sich nie getraut. So ein Projekt war kein Zuckerschlecken, es dauerte Jahre und viele kluge Köpfe die alle genau wussten was die anderen machten. Es würde dauern so ein Team einzuspielen.

Mit einem fast wütenden Schnauben stand sie auf, versenkte die halb ausgelöffelte Suppe im Müll und zog ihre Schuhe an. Es war lächerlich sich nach einem Jahrzehnt wieder damit zu befassen! Kitt würde nicht einfach vor ihrer Tür stehen nur weil sie sich das wünschte. Bei dem Gedanken, dass die KI ohne das Auto vollkommen hilflos war zog sich alles in ihr zusammen.

Nein, sie wollte daran nicht denken. Vielleicht war das arme Ding irgendeinem Hobbybastler in die Hände gefallen. Vielleicht fand er es dort so toll dass er blieb. Doch Bonnie wusste sehr gut das Kitt nichts unversucht gelassen hätte um zu ihnen - zu Michael - zurück zu kommen.

Sie schloss die Augen, atmete tief durch. Es war schwer so einen Gedankengang zu stoppen wenn er erst einmal angefangen hatte, doch sie hatte sich schon gefragt wann es wieder passieren würde.

Als sie sich den Wintermantel überzog on die Schlüssel nahm ließ sie den Kopf hängen. Alles was sie in den letzten zehn Jahren getan hatte war zu versuchen sich nicht ständig daran zu erinnern. Sie hatte große Projekte, viele davon gut bezahlt. Und trotzdem wohnte sie in einer fragwürdigen Gegend in einem heruntergekommenen Wohnkomplex.

Was tat sie hier bloß?

Ein weiteres Kopfschütteln später nahm sie ihr Portemonnaie und verließ die Wohnung. Das Licht ließ sie an. Wer wusste schon was für gestalten sich abends hier rum trieben?

Die unbarmherzige Kälte schlug ihr direkt ins Gesicht als sie die Tür zum Apartmentkomplex öffnete. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der Temperatursturz so groß gewesen war.  Offensichtlich war jemand aus der Nachbarschaft ebenso überrascht worden. Zusammengekauert saß er da im Eingang mit Kleidung die man allerhöchstens im Spätsommer tragen würde. Aber nicht mitten im Winter!

Ohne überhaupt groß darüber nach zu denken hockte sie sich neben die Gestalt und legte ihre Hand auf die zitternde Schulter.  

Sofort blitzten sie zwei helle Augen an, deren genaue Farbe sie in dem schwachen Laternenschein nicht ausmachen konnte. Bonnie zuckte zusammen, nahm ihre Hand zurück. „Verzeihung.“, Entschuldigte sie sich. „Du holst dir den Tod wenn du die ganze Zeit hier sitzt.“

Die Person war offensichtlich Männlich, wahrscheinlich nicht älter als siebzehn. Das Haar schwarz mit eine silbernen strähne an der Seite. Bonnie hatte keine Zeit sich über den Stil des Teenagers zu wundern, denn er stand auf und verließ den Hauseingang. Mit einer Grimmasse stellte sie fest, dass er leicht hinkte. Bestimmt war er in einen dieser banden kriege verwickelt gewesen. Am Nachmittag war es in den Straßen sehr laut geworden.

Sie wollte damit nichts zu tun haben, doch ihn einfach zu gehen lassen konnte sie auch nicht. Ihr Helferinstinkt ließ das nicht zu.

„Warte!“ Rief sie ihm nach, bevor sie überhaupt darüber nachgedacht hatte wie dumm diese Idee war, „Du bist doch völlig durchgefroren. Möchtest du was Warmes trinken?“

Der Teenager stoppte; weit war er sowieso nicht gekommen. Langsam drehte er sich zu ihr um, sichtlich dankbar über den Vorschlag. Schnell war er wieder bei ihr und musterte sie ausgiebig. Bonnie hob nur eine Augenbraue und schloss die Tür wieder auf. Sie nickte ins Treppenhaus  und schaltete das Licht am Klingelbrett ein.

„Du bleibst hier bis ich wiederkomme, in Ordnung?“

Der Teenager setzte sich auf die unterste Stufe und nickte kurz. Bonnie war fasziniert von seiner Augenfarbe. Hell, so hell das sie schon fast weiß waren, und doch war da ein Farbstich den sie nicht definieren konnte. Sie schob das auf das schlechte Licht im Treppenhaus und ließ die Tür ins Schloss fallen.

Der kurze Weg zu dem heruntergekommenem 7-Eleven an der Ecke blieb ohne zwischen fall. Bonnie war hier schon zweimal fast überfallen worden, doch sie hatte gelernt sich zu wehren. Heute war es wohl sogar für diese Halunken zu kalt.

Nachdem sie das nötigste für den Abend und den nächsten Morgen gekauft hatte, machte sie sich auf den Rückweg. Den Jungen hatte sie schon fast vergessen und erschrak als sie ihn bemerkte während sie dir schwere Tür öffnete und das Licht einschaltete.  Sich zur Ruhe zwingend bedeutete sie ihm ihr in den zweiten Stock zu folgen.

Sie blicke ihn an als sie die Tür öffnete, wunderte sich über sein fast schon abwesendes Verhalten. Er schien völlig in Gedanken vertieft zu sein. Bonnie hob eine Augenbraue und räusperte sich. „Du kannst natürlich auch im Treppenhaus bleiben, da ist es allerdings nicht so warm.“

Er zuckte merklich zusammen, beeilte sich fast schon um in die Wohnung zu kommen bevor Bonnie die Tür wieder schloss.  

Wem war der bloß entwischt?

Normalerweise brachte sie niemanden her, schon gar keinen halbstarken der sich offensichtlich mit den Nachbarskindern prügelte, doch jetzt wo sie darüber nachdachte fiel ihr auf das sie ihn hier vorher noch nie gesehen hatte. Inzwischen kannte sie alle der Nachbarskinder, nicht beim Namen aber sie begegneten ihr Morgens oft wenn sie zur Schule gingen

„Du solltest deine Eltern anrufen, oder soll ich dich hinfahren?“ Fragte sie vorsichtig.

„Das ist nicht nötig.“ Seine monotone Stimme trieb Bonnie beinahe einen schauer über den Rücken. Sie passte nicht zu ihm. Kalt wie Eis, völlig ohne Emotion.

„Dich wird doch irgendwer vermissen.“ Seufzte sie leise als sie in die Küche lief um dem durchgefrorenen jungen Mann einen Tee zu machen.

Er antwortete nicht auf ihre Frage und sie beließ es vorerst dabei. Einige Sekunden lang betrachtete sie das brodelnde Wasser, dann widmete sie sich der Plastiktüte und deren Inhalt der sehnlichst darauf wartete in den Kühlschrank verfrachtet zu werden.  Die Packung Chips ließ sie auf dem Esstisch liegen, dann goss sie das kochende Wasser in eine Tasse.

Mit der Tasse in der Hand kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. Der Fremde hatte sich keinen Zentimeter vom Fleck bewegt.

„Ich bin übrigens Bonnie.“ Stellte sie sich freundlich vor während sie die Tasse auf den Kaffeetisch stellte.

„Das ist mir bewusst, Miss Barstow.“

Bonnie hielt inne, er hatte ihren Namen sicherlich auf dem Klingelschild gesehen, doch irgendetwas kam ihr plötzlich schrecklich faul vor. Wer war dieser Kerl? Misstrauen machte sich in ihr breit. War es richtig gewesen ihn rein zu lassen? War das ein neuer Trick dieser Banden?

„Und du bist?“ Fragte sie in den Raum.

Sie war wenig überrascht als her den Blick senkte und den Kopf leicht schüttelte. „Das kann ich ihnen nicht sagen.“

Jetzt war sie sich sicher, dass hier etwas faul war. „Gut. Schluss mit den Spielchen.“  Sie knurrte fast, musste sich zusammen reißen um nicht zusammen zu zucken als er sie ruckartig anfunkelte. Sein Blick war so kalt wie seine Stimme, so emotionslos und absolut unnahbar. Da war nicht die kleinste Gefühlsregung zu sehen. Wie konnte ein Teenager so einen Blick schon so gut draufhaben? Michael konnte das gut, aber der hatte das sicherlich irgendwo gelernt.

„Du sagst mir jetzt wen ich anrufen muss damit dich jemand abholt.“ Forderte sie, erlaubte keinen Wiederspruch, doch wer auch immer der Fremde war, er ließ sich davon nicht beeindrucken.

„Niemand würde mich zurückwollen.“ Erklärte er ihr sachlich, fast als würde er von jemand anderem als sich selbst sprechen.

„Du musst irgendwelche verwandten haben!“ Resigniert warf Bonnie die Arme in die Höhe und stemmte sie dann in die Seiten.

„So etwas wie verwandte habe ich nicht.“ Sprach er leise. Bonnie glaube seine Fassade bröckeln zu sehen. Nur für eine Sekunde, dann war sein Blick wieder kalt und starr. „…einen Bruder vielleicht.“

„Na das ist doch schon mal ein Anfang.“ Seufzte Bonnie. „Hast du seine Nummer?“ Sie hielt den Telefonhörer schon in der Hand als er den Kopf schüttelte.

„Negativ.“

Bonnies Augenbrauen verzogen sich zu einer verwirrten Grimasse. „Negativ?“ wiederholte sie ungläubig. Welcher Teenager redete heute so?

„Eine Adresse vielleicht? Einen Namen?“ Sie würde weiter forschen biss sie eine Antwort hatte. Irgendeine.

Immer noch stand er vor der Haustür, fast als würde er jeden Moment wieder hinausstürmen wollen. Seine Hände waren tief in den Taschen seiner schwarzen Jacke vergraben; er war vollkommen angespannt, wachsam. Lauschte auf jedes Geräusch fast als hätte er Angst, doch sein Blick sagte ihr etwas anderes.

„Hör zu,“ begann Bonnie erneut, „Ich kann dich nicht einfach hier behalten ohne wenigstens jemandem zu sagen wo du bist, verstehst du? Nachher denkt noch jemand ich hätte dich gekidnappt.“

„Niemand wird mich suchen.“ Kam die kalte Antwort von ihrem gegenüber. „Selbst wenn es so wäre, würden sie mich wieder wegsperren.“

Erneut sah Bonnie die hellen Augen flackern, fast als würde ein Feuer hinter ihnen brennen, dieses Mal schien er zornig zu sein.  Was meinte er mit diesen Worten? War er etwa ausgebrochen?!

„Hast du was ausgefressen?“

Der kalte Ausdruck kam zurück. „vor vierzehn Jahren.“ Antwortete er leise.

Das konnte doch unmöglich stimmen. Er war doch höchstens siebzehn. „Wie alt bist du?“

Das humorloses lächeln das seine Mundwinkel umspielten trieb Bonnie nun endgültig einen Schauer über den Rücken. Was war mit dem Kerl bloß los?

„Vierzehn.“

„Das glaubt dir doch nicht mal ein blinder mit einem Krückstock!“ Protestierte Bonnie. Unsicherheit machte sich auf dem jungen Gesicht vor ihr breit. Er wich zurück, presste sich gegen die Wohnungstür, fast so als hätte Bonnie ihn bedroht, doch sie hatte nur die Stimme gehoben, sich nicht mal bewegt.

„Es ist mir nicht erlaubt zu lügen.“

Bonnies Augenbraue hob sich ein weiteres Mal. Sie war verwirrt und so langsam hatte sie gründlich die Nase voll von diesem Spielchen.

„Du sagst mir jetzt deinen Namen oder ich setz dich wieder vor die Tür!“ Drohte sie ihm dann.

„Das werden sie in beiden Fällen tun, Miss Barstow.“ Seine Stimme blieb ruhig, monoton. Fast als wäre es ihm egal.

Bonnie schnaubte. Was erlaubte sich dieser Bengel eigentlich?! „So?“ zischte sie verärgert. „ Warum finden wir das nicht einfach raus?“

Erneut huschte das emotionslose Lächeln über sein Gesicht und Bonnie machte sie beinahe schon automatisch auf einen Angriff gefasst. Sie wusste nicht warum, doch sie erwartete einfach dass dieser vorlaute Teenager sie im nächsten Moment ansprang und all ihr Habseligkeiten verlangte.

Nichts dergleichen geschah jedoch. Er blieb weiterhin stockstill an der Tür stehen.

„Ich sehe ein, dass dieses Argument keinen Nutzen hat.“ Gab er zu. „Sie haben mich davor bewahrt draußen zu erfrieren, daher stehe ich in ihrer Schuld. Das scheint das richtige Vorgehen in dieser Situation zu sein.“

Bonnies Augenbrauen wanderten noch höher. Was redete er da für einen Stuss?

„Möglicherweise werde ich nicht ihren Zorn auf mich ziehen wenn ich ihnen den Gefallen erweise und ihnen meinen Namen nenne.“

Bonnie wartete Geduldig. Er schien sich selbst davon überzeugen zu müssen dass sein Vorgehen logisch und richtig war. So redete doch kein normaler Mensch. Das letzte Mal als sie jemanden so reden hörte war- Bonnie zuckte zusammen. Das war doch ein schlechter Scherz. Oder nicht?

Einen Versuch war es jedoch wert, und sie konnte nachher immer noch behaupten das es nur ein versehen war. Eine vollkommen bescheuerte Idee, geschuldet ihrer wachsenden Verzweiflung.

„…Kitt?“

Die Augen des fremden flackerten auf, hielten Bonnie gebannt wie in einem Schraubstock. Dieser leichte Farbstich war beinahe bernsteinfarben. Das Lächeln wurde breiter, dann verschwand es ganz.  „Natürlich, falls sie überhaupt zu einer dieser Annahmen gekommen wären, würde es auf jeden Fall KITT sein.“ Ein Schatten huschte über sein Gesicht. „Falsch.“ Kalt und sachlich zischte er dieses eine Wort, beinahe als wollte er es selbst nicht wahrhaben.

Er wusste von Kitt. Bonnie wollte sich Ohrfeigen. Wieso wusste er von ihm? Seit zehn Jahren hatte sie niemanden getroffen der auch nur im Entferntesten über FLAG oder gar Knight Industries Bescheid wusste. Und jetzt jemand der Kitt kannte? Noch dazu jemanden den sie noch nie zuvor gesehen hatte?

Der fremde sah sie weiterhin an, er schien plötzlich nervös. Sagte er nicht er währe vierzehn? Passte das nicht haargenau auf Kitt? Doch wenn er es nicht war, dann-

Bonnie hielt die Luft an als ihr endlich ein Licht aufging, doch im selben Moment wünschte sie sich sie hätte nicht so viel gefragt. Warum war sie nur so neugierig?! Das von Zimmer schien plötzlich kalt, beengend.

„Du…“ flüsterte sie fast. Die Worte blieben ihr im Hals stecken. Es war ihre eigene Schuld wenn jetzt etwas passierte. Sie hatte ihn schließlich in ihre Wohnung gelassen. „…das ist unmöglich…“ Irgendwie musste sie ihre Schock starre durchbrechen, doch sie konnte sich kaum rühren, fast verängstigt starrte sie den jungen Mann an.

„Ich habe keine Erinnerung daran wie es dazu kam,“ Er zupfte an seiner Jacke um seine Worte zu unterstreichen. „Es war auch nicht meine Absicht gerade in diesem Hauseingang zu sitzen, Miss Barstow. Ein unglücklicher Zufall.“ Er nahm die Klinke in die Hand, schien noch etwas sagen zu wollen, doch wartete.

„A-allerdings…“ Bonnie schallte sich in Gedanken eine Idiotin.  Sie konnte ihn doch nicht einfach laufen lassen! Nicht ihn! Sie musste etwas tun bevor er andere in Gefahr brachte! „Warte.“

Sie musste sich zusammen reißen. Vielleicht konnte sie irgendein Kompromiss aushandeln.

„Sie haben Angst.“ Bemerkte der fremde kühl. Fast klang er beleidigt.

„Das mag sein,“ seufzte Bonnie. „Aber du würdest dich niemals freiwillig einer Situation aussetzten in der du nicht als Sieger hervorgehst.“

„Sie erinnern sich daran.“ Er schien erstaunt, fast schon überrascht über ihre Worte. „Aus dieser Situation ziehe ich keinen Nutzen.“

„Und wo willst du hin?“ Fragte Bonnie dann als sich das Überraschungsmoment endlich verzog und sie wieder klarer denken konnte. Das würde sich noch wochenlang verfolgen und Michael durfte sie das auf keinen Fall erzählen. Der Würde den jungen jagen, bis ans Ende der Welt wenn es sein musste. Das wie und warum war ihr in dem Moment völlig gleich.

„Eine Grundprogrammierung lässt sich nicht ändern.“ Erinnerte er sie, „hier zu bleiben würde sie früher oder später in Gefahr bringen.“

Bonnie blinzelte überrascht. „Mitgefühl?“

Er schüttelte den Kopf. „Nein. Doch Knight wird sicher auch bald auftauchen.“ Er spuckte den Namen aus wie ein altes Kaugummi. „In dieser Gestalt habe ich keinen Vorteil. Möglicherweise sind sogar Sie in der Lage mich zu überwältigen.“

Bonnie seufzte und ließ die Schultern hängen. „Hör zu,“ Begann sie, „Du bleibst die Nacht hier. Da draußen holst du dir den Tod.“

„Sehr richtig.“ Kommentierte er mit einem falschen Lächeln. „Ich muss sie darauf hinweisen das ich keine Moral besitze. Es würde mir absolut nichts ausmachen sie zu töten.“

Bonnie verdrehte die Augen, ihr angst war wie weggeblasen, obwohl sie wusste dass er das vollkommen ernst meinte. „Du hast keinen Grund mich zu töten. Ich werde niemanden anrufen, und du kannst jederzeit wieder gehen. Aber komm ja nicht ins Schlafzimmer.“

„Verstanden.“ Er nickte kurz und Bonnie konnte immer noch nicht glauben was hier vor sich ging.

Einen Momentlang starrte sie ihn an, dann riss sie ihren Blick los und ging zurück zum Kaffeetisch. „Der Tee wird kalt…“ Bemerkte sie beiläufig als sie die heiße Tasse in die Hand nahm und sich zu ihm drehte.

Er zuckte kurz, fast als wollte er die Tasse entgegen nehmen, entschied sich dann aber dagegen und entlockte Bonnie ein Seufzten.

„Wann wurde das mit dir angestellt?“ Bonnie konnte ihre Neugier einfach nicht stillen. Theoretisch war so etwas tatsächlich möglich doch wer in aller Welt hatte genug Equipment um so etwas zu realisieren?

„Vor etwa einem Jahr.“ Verriet er ihr.

Bonnie hielt inne, schüttelte langsam den Kopf und seufzte dann. Langsam ging sie zu ihm und drückte ihm die Tasse in die Hand. „Waffenstillstand.“ Schlug sie vor. „Du tust mir nichts und ich tu dir nichts, deal?“

Ein amüsiertes kleines Lächeln schlich sich zurück auf sein Gesicht. „Sie könnten für mich von Nutzen sein.“ Sprach er leise, umschloss die Tasse mit kalten Händen. Bonnie zuckte zusammen als seine Hände ihre streiften. Sie waren eisig. Wie lang hatte er da draußen gesessen?

„Inwiefern?“ Fragte Bonnie, lehnte sich an die Wand hinter ihr und verschränkte locker die Arme.

„Sie könnten herausfinden warum dass mit mir gemacht wurde.“

„Und was tust du wenn du es weißt?“

Das Lächeln verschwand erneut. „Möglicherweise genau das was sie von mir erwarten.“

Bonnie schnaubte. So kam sie nicht weiter. Doch eine Frage brannte ihr auf den Lippen. Sie musste sie einfach stellen. „Weißt du wo Kitt ist?“

Er ließ beinahe die Tasse fallen so überrascht war er über die Frage. Der heiße Tee schwappte über den Tassenrand, lief ihm über die Finger und tropfte auf den Boden. Er Zog eine kurze Grimasse, dann war sein Ausdruck wieder emotionslos.

„Sie wissen nicht wo er ist?“

Das erübrigte die Frage ob er etwas mit Kitts verschwinden zu tun hatte. Warum sollte er auch? Beide Autos  wären ein Totalschaden gewesen hätten sich die beiden KIs bekriegt. Aber Kitts CPU hätte nur ein Mensch stehlen können.

„Wer hat dich gefunden?“ Fragte Bonnie dann.

Er starrte sie an, schien fassungslos. Bonnie ertappte sich bei dem Gedanken dass er ihr leid tat. Vielleicht hätte sie damals anders reagiert wenn sie etwas damit zu tun gehabt hätte. Die fehlerhafte Programmierung war keinesfalls die Schuld der KI gewesen.

„Unbekannt.“ Antwortete er knapp.

Bonnie lief zurück in die Küche um den ausgekippten Tee auf zu wischen, als sie mit einem Papiertuch zurück kam wich er vor ihr zurück, fast als hätte er angst. Sie konnte sich da keinen Reim drauf machen. Er war sicherlich in der Lage einen Kampf mit ihr zu gewinnen, er schien flink, und er war berechnend.

„Wenn ich dir helfe raus zu finden wer das mit dir angestellt hat, hilfst du mir dann Kitt zu finden?“ Fragte Bonnie als sie den Tee aufwischte und das Papiertuch danach in den Müll beförderte.

Fragend sah sie ihn an, wartete auf irgendeine Reaktion. „Als Gegenzug lassen sie mich laufen.“ Forderte er.

„Du kannst jederzeit gehen.“ Erinnerte Bonnie ihn. „Es wäre dumm dich fest zu halten. Du bist unberechenbar.“

Das amüsierte lächeln kam zurück. „Sie erinnern sich gut.“ Vorsichtig hob er die Tasse in seinen Händen, nippte an ihr. Er schien ab zu warten ob etwas passierte. Bonnie war beinahe belustigt von seinem misstrauen, doch sie konnte es verstehen. Selbst wenn er sich nicht schuldig fühlte, würde es doch einiges an Überzeugungskraft kosten um ihm mit zu teilen das sie keine Rachegelüste ausheckte.  Sie würde es gar nicht über Herz bringen.

Eine KI war unglaublich lernfähig, selbst wenn die Grundprogrammierung fehlerhaft war. Er hatte einiges gelernt. Sicherlich gab es da noch sehr viel verbesserungsbedarf, aber es war ein Anfang.

„Wenn man das vor einem Jahr mit dir gemacht hat…“ begann Bonnie dann, „Wo hat man dich festgehalten?“

Er sah sie über den Tassenrand an, wartete einen Augenblick eher er sie absetzte und ihr antwortete, „Es überrascht mich das Sie davon ausgehen das ich festgehalten wurde.“

„Wurdest du nicht?“

Sein Lächeln wurde breiter. „Ich bin vor einigen Stunden entwischt. Man wird mich suchen.“

„Dann sollten wir hier weg.“

Seine Augen weiteten sich überrascht. „Wir?“

Bonnie nickte schnell. Warum sie ihm so sehr helfen wollte war ihr selbst nicht klar. Das war nicht Kitt, und er würde es nie sein. „Ich kann dich doch nicht einfach allein lassen.“

Ein humorloses Lachen entwich ihm. „Ich glaube Ihnen ist nicht ganz klar was es bedeutet mit mir zusammen zu arbeiten.“

Bonnie erwiderte das schmale lächeln, doch wie auch bei ihrem gegenüber erreichte es nie ihre Augen. „Das ist mir durchaus bewusst, Karr.“

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Na, hab ich euch lange genug auf die Folter gespannt?  Also wer es  bis zum Ende nicht raushatte…  *Trostkeks für dich*

Ich hoffe alles ist in-Character geblieben.

Es war gar nicht so schwer wie ich dachte wieder auf Deutsch zu schreiben. Allerdings gibt es da sicherlich ein, zwei Grammatikalische Fehler, und vor allem Typos. Ich sag ja, die Beta stelle ist unbesetzt. (Und unbezahlt. )

Ich liebe Reviews, ich will immer wissen ob es euch gefallen hat und was ich besser machen kann. In Englisch schreibe ich etwas anders, das ist aber der Grammatik geschuldet. Mir fällt jetzt erst auf wie viele lange Worte es in Deutsch gibt. Das ist ganz schön anstrengend!

Vielen Dank fürs lesen!! //ist happy

Ich hau hier mal die Songliste rein:


Titel: Headed for the same disaster > Car Crash - Three Days Grace
1. And it was all yellow > Yellow - Coldplay
2. Falling apart and tearing at the seams > Heaven Forbid - The Fray
3. I couldn't stop at the red light > Car Crash - Three Days Grace
4. Field of Innocence > Field of Innocence - Evanescence
5. It happened so fast and it hurt so much > Car Crash - Three Days Grace
6. I see the Real you > The Real You - Three Days Grace
7. Holding on to nothing > Nothing - The Rasmus
8. Don't call us a family > Teardrops - The Rasmus
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