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Mut ist der Zauber, der Träume wahr werden lässt

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Aster Richter Abend
13.09.2017
13.09.2017
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Mut ist der Zauber, der Träume wahr werden lässt
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Durch die Fußfessel an meinem Bein wachte ich unsanft auf. Am öffnete ich meine Augen, blinzelte dem Licht entgegen, das für mich viel zu hell war.

„Warum konnten die Menschen nicht auch ein bisschen Rücksicht auf mich nehmen?? Bin ich denn nur Dreck für sie?? Nichts weiter???“ dachte ich während ich mich zu einer Kugel zusammen rollte. Meinen Kopf auf den Knien abgestützt liefen ein paar meiner Tränen herab, so wie meine Eltern wurde ich Gefangen gehalten um zu forschen, Forschungen anzustellen für die Menschen die mich wie einen Sklaven behandelten.  Es war zwar unfair mir gegenüber, doch ich war nie was anderes Gewöhnt, in Gefangenschaft geboren, in Gefangenschaft sterben. Was mich störte war das diese Menschen auf unsere ein herab sahen als seien sie Götter, uns behandelten als seien wir nichts oder ein Tod von uns wäre keinerlei Verlust für diese Welt. Nur weil ich als Halbelfe geboren wurde, musste ich mit gefesselten Bein in einer kleinen Zelle schlafen und mich gerade mal 2 Meter von dieser Zelle bewegen, zu meinem Pech unterdrückte diese Kette auch mein Mana, so war ich auch noch unfähig mich irgendwie zu befreien oder mich zu verteidigen, ich war ihnen hilflos ausgeliefert.

Einer der Menschlichen forscher betrat das Labor, kaum sah er mich, warf er mir einen verachtungsvollen Blick zu. Ich verkroch mich zurück in die Zelle, ich hatte Angst vor diesen Wesen, ich wusste genau dass sie mir größte Schmerzen bereiten konnten und dies auch tun würden, würde ich nicht auf sie hören, so zog ich es immer vor mich zu verstecken und nur was zu tun wenn keiner von ihnen in meiner Nähe war.  Aus sicherer Entfernung beobachtete ich die Lage, der Mann ging noch mal zur Tür zurück, nach wenigen Sekunden kam er wieder doch diesmal mit einem kleinen Jungen, ich schätze sein alter so ein dass er ein paar Jahre jünger als ich war. Zu meinem Pech lief dieser Junge immer weiter ins Labor hinein, er sah sich begeistert um, blickte wieder zum Mann der noch immer an der Tür stand. Drehte sich auch zu ihm um, beide fingen über irgendwas das reden an.  Ein zweiter Man trat in den Raum, dieser schenkte dem Kind allerdings keinerlei Beachtung, nein, er ging direkt auf mich zu, packte mich an den Haaren und zog mich aus der Zelle.

Nun drehten sich auch die anderen beiden um, während der ältere Mann sadistisch grinste, sah  man in den Augen des kleinen Jungen Verachtung dem Mann gegenüber der mich aus der Zelle schleifte.

Langsam aber dennoch bedrohlich kam zu uns gelaufen, er räusperte sich kurz um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, mit vollem Erfolg. Der Mann ließ mich los und drehte sich zu dem Knirps um, ich nutze meine gegebene Chance und verkroch mich erneut in der Zelle.

„Was willst du von mir, du halbe Portion??“

Doch der junge ließ sich kein bisschen Provozieren, nein im Gegenteil, er blieb ruhig vor ihm stehen allerdings mit geschlossenen Augen. Bis er sie schlagartig öffnete, in seinem Blick war die volle Portion Respektlosigkeit zu erkennen, er sah nicht wo anders hin, er sah dem älteren und viel größeren Mann direkt ins Gesicht:  „ Was auch immer das hier werden sollte, ab heute ist dies mein Labor, ich wurde diesem zugeteilt. Und ich habe absolut kein Interesse daran dass man so mit Halbelfen umgeht, gerade sie sind sehr Interessant. Sie sind uns Menschen in einigen Voraus, ich verachte diejenigen die Halbelfen diskriminieren und sollten sie ein Problem mit meiner Einstellung haben dann teilen sie dies doch bitte dem König von Tethe’alla.“

Keiner hatte ein Wort von sich gegeben, ich konnte allerdings klar hören wie das Hirn vom Forscher rackerte, er suchte verzweifelt eine Antwort was er dem Grünschnabel entgegen werfen konnte, es viel ihn allerdings nichts besseres ein als den jungen zu fragen ob dies sein Ernst war. Der kleine nickte und auch der Forscher an der Tür nickte, damit musste dies stimmen.

Kleinlaut verzogen sich die zwei älteren Forscher, nun war ich vollkommen alleine mit diesem jungen, dieser schien sich erneut im Labor umzusehen, allerdings schien es als würde er etwas suchen, plötzlich sprang er auf, kam ein paar Sekunden später mit einer Baumfälleraxt wieder. Stolz gab er mir die Anweisung erstmal aus meiner Zelle zu kommen, mein Bein auszustrecken und mich nicht zu  bewegen.  Schwer musste ich schlucken als ich sah dass er mit der Axt ausholte und diese genau auf der Kette fallen ließ, sie war in zwei. Ich war frei, keine zwei Meter Beschränkung mehr. Innerlich freute ich mich als hätte man mir das beste Geschenk gemacht, doch danach floh ich zurück in meine Zelle, die von außen eher einem Käfig glich. Verdattert sah er mir nach, kniete sich vor dem Käfig und lächelte sanft: „ Hallo, ich bin Aster Laker. Schön dich kennenzulernen, Mister …Halbelfe, äh ich würde dich gerne mit Namen ansprechen, wie heißt du denn???“Er schien wirklich anders als die anderen zu sein, doch warum er hier war wollte ich schon irgendwie gerne wissen, nicht viele Kinder treiben hier in Unwesen, doch ich hatte noch immer Angst vor Menschen, sie konnten gut Schauspielern, sich gut verstellen und wenn sie ihr Ziel erreicht hatten wurden sie zu Verrätern und rammten einen ein Messer in den Rücken. Nein so schnell würde er mich nicht hinter Licht führen, so starrte ich ihn nur an, ohne einen Mucks von mir zu geben.  Auch er schien irgendwann zu bemerken dass ich keinen Bedarf hatte mit ihm zu sprechen, so ließ er vom Käfig ab und widmete sich ganz dem Labor und seinen Aufzeichnungen. Er schnappte sich ein riesen Stapel von Aufzeichnungen, setzte sich irgendwo in die Ecke des Labors und fing anscheinend das lesen an, so gut konnte ich das nicht sagen, er saß mir gegenüber in einem toten Winkel, ich konnte ihn weder sehen noch er konnte mich sehen. Diese Tatsache beruhigte mich ein wenig, ich mochte es nicht sonderlich wenn man mich anstarrte.

Irgendwann musste ich eingeschlafen sein, die Tür des Labors weckte mich kurz auf, so ging ich davon aus das dieser junge ins Bett gegangen sein müsste. Da es mich nicht weiter Interessierte was er tat legte ich mich wieder hin, schnell einschlafen konnte ich allerdings nicht, immerhin war mein Bett lediglich ein Holzbrett, keine Decke und auch kein Kissen.  Eine Woche war vergangen, seitdem hatte ich diesen Jungen nicht mehr gesehen, lag vermutlich auch daran dass ich mich seitdem nicht mehr aus der Zelle bewegt hatte, doch irgendwann kam Professor Schneider ins Labor, er kam direkt auf mich zu ohne auf seine Umgebung zu achten, wie der kleine kniete er sich vor meine Zelle, mit ruhiger Stimme sprach er zu mir: „ Hast du Aster gesehen??“Ich machte ihn ohne ein Wort zu sagen auf die Ecke aufmerksam, er verstand und gab sich dorthin, so wie auch den Jungen konnte ich ihn irgendwann nicht mehr sehen bis ich Herr Schneider reden hörte: „ Aster was machst du denn hier?? Alle suchen schon verzweifelt nach dir, wie lange sitzt du denn da schon??“

Da ich dies nicht glauben konnte, schlich ich mich zur Ecke des Labors und tatsächlich, dort saß er immer noch mit seinen Aufzeichnungen. Er schien nicht wirklich zu verstehen was Herr Schneider von ihn wollte, gerade als er aufzustehen versuchte, geschah es, seine Beine gaben seinem Gewicht nach und er klappte in sich zusammen.

Professor Schneider schien nun völlig außer sich zu sein:  „Oh Je?? Wie lange hast du denn nichts mehr gegessen, Aster???“So schnell wie er konnte trug er den Bewusstlosen hinauf, schloss laut die Türe hinter sich, wieder stand ich alleine im dunkeln, auch wenn Professor schneider ein Mensch war, so hatte ich keine wirkliche Angst vor ihm, schon immer hatte ich ihn für seine Intelligenz  bewundert, wenige Menschen waren so schlau wie die Elfen oder Halbelfen, manche versuchten dies zwar doch in meinen Augen tat dies eher weh.

So machte ich mich an meine Arbeit, auch wenn ich bis jetzt gefangen war, so mochte ich es durchaus zu forschen, alte Aufzeichnungen zu studieren, dank der Hilfe des Jungen konnte ich mich nun endlich viel besser bewegen, so machte es noch viel mehr Spaß. Der Spaß war allerdings vorbei als Professor Schneider ins Labor eintrat, dieser Begrüßte mich einfach mit einem guten Morgen, auch wenn ich nicht ganz glauben konnte dass jetzt schon morgen war, so nickte ich ihn einfach zu.

Schneider sah die kaputte Fessel an meinem Bein, gerade als ich erneut flüchte wollte, bat er mich zu bleiben was ich auch irgendwie tat. Schwermütig setzte er sich gegenüber von mir, er faltete die Hände, da ich ihn schon länger kannte wusste ich das er dies nur dann tat wenn er nach den richtigen Worten suchte, doch irgendwann hatte er sie gefunden, bittend sah er mich an: „ Dieser Junge, also Aster… er ist forscher hier. Er ist zwar erst neun Jahre alt, hat aber jetzt schon den Verstand einer Elfe darum ist er hier, wie du bestimmt mitbekommen hast, vergisst schnell alles um sich herum, so auch was zu essen oder zu trinken, deshalb ist er auch umgekippt. Ich bitte dich hab ein Auge auf ihn, ok? Er wird hier bleiben, da dies sein zugeteiltes Labor ist, ihr müsstet euch dies wohl teilen, ich weiß es ist wirklich viel verlangt, doch wie ich dich kenne hast du auch bemerkt das seine Einstellung gegenüber Halbelfen die meiner gleicht, du brauchst dich also nicht zu fürchten.“

Nun verstand ich warum der kleine weder was gegessen noch geschlafen hatte, er war einfach viel zu vertieft in seine Arbeit, das nannte ich mal liebe zum Forschen.  Auch wenn es mir trotzdem missfiel auf den kleinen acht zu geben stimmte ich mit einen einfachen nickten, der Frage von Schneider zu, dieser verschwand mit einem Lächeln auf den Lippen.  

Als ich mich wieder auf die Aufzeichnungen konzentrieren wollte, ging erneut die Tür auf. Weniger begeistert sah ich dem Stapel von Decken und Kissen zu wie sie die Treppe hinunter liefen, in besagter Ecke fielen sie auch den Boden, zum Vorschein kam Aster. Kaum hatte er mich gesehen griff er nach einer Decke und einem Kissen.  Mit einem sanften lächeln lief er vorsichtig zu mir herüber, nahm Anlauf und warf die Decke+ Kissen vor meine Füße. Fassungslos blickte ich zu ihm herüber, er lächelte erneut: „ Du hast doch nur ein Brett, da dachte ich mir, ich gebe dir was anständiges. Immerhin bist auch du ein Lebewesen wie ich, ich habe nichts Besseres als du verdient. Ach willst du mir nun sagen wie du heißt, immerhin weißt du wer ich bin.“Da ich wieder nichts von mir gab, drehte er sich zu seiner Ecke um, setzte sich und fing erneut das studieren an.

„Ich danke dir, ich heiße Richter. Es freut auch mich dich kennen zu lernen. Ach und tu mir den Gefallen und denk daran was zu essen und zu trinken:“ Stellte und bedankte ich mich leise bei ihm.

Kaum hatte ich das letzte Wort gesprochen, glänzten seine grünen Augen auf, fröhlich sah er zu mir herüber, stand auf, ging auf mich zu: „ Richter…was für ein schöner Name. Ich danke dir dass du mich daran erinnert hast, ich habe eine Frage an dich, kannst du mein Freund sein?? Ich hatte noch nie freunde die mein Hobby teilten doch du magst es ja selber zu studieren und zu forschen“

Er  zeigte auf die alten Bücher in meiner Zelle, es war mir gar nicht aufgefallen dass wir uns zu diesem Käfig bewegt hatten, Aster nahm die Decke sowie das Kissen und legte beides behutsam auf das Brett was bis her mein ganzes Bett war.

Wieder sagte ich nichts, ich hatte noch immer Angst, aber auch ich Träumte schon seit Ewigkeiten von einem Freund der das Forschen genauso wie ich liebte, doch  meine Angst den Menschen gegenüber siegte.

Aster sah mich fragend an, als er wieder begriff das ich nichts sagen werde, lächelte er mich wieder sanft an:  „Mut ist der Zauber, der Träume wahr werden lässt.“

Er hatte Reckt, um meinen Träumen Realität zu geben musste ich nur ein kleines bisschen Mutig sein, immerhin bot mir ein Mensch seine Freundschaft an, aber nicht arrogant sondern wirklich herzlich.

„Ja, ich würde gern dein Freund sein. Ich bin 11 Jahre alt und damit älter als du, so werde ich auf dich Acht geben, dass du genug isst und trinkst aber auch schläfst.“

Nun freute sich Aster noch mehr, mit leuchtenden Augen sah er zu mir herüber. Nie im Traum hatte ich daran Gedacht wirklich mal einen Freund zu finden, einen Freund, der auch noch ein Mensch war und mich Verteidigte von jenen die mich wie Dreck behandelten. Ich war Aster wirklich dankbar.



So bis hier hin mal, ich hoffe es hat euch bis hier hin gefallen.
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