A beautiful Lie

GeschichteDrama, Romanze / P16
Jared Leto Shannon Leto
13.09.2017
22.09.2017
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Hallo!

Vielleicht erinnert sich der/die eine oder andere an mich. Ich war mal unter einem anderen Namen hier angemeldet und habe meine Werke gepostet. Vor einiger Zeit habe ich dann alles gelöscht, weil ich in einer privaten Krise gesteckt habe und zum Teil noch immer stecke.
Wenn euch die Storie "Search and Destroy" noch etwas sagt, wo es um Jared und Brooke ging, ja, das bin ich. Manja.

Heute poste ich eine Storie unter einem ganz neuen Profil. Und es geht um meinen "Liebling", dem Leto Senior. Ich möchte nicht zu viel verraten. Habt einfach Spaß beim lesen und wenn ihr mir was sagen oder Kritik hinterlassen möchtet, dann fühlt euch frei, dies in einem Feedback zu tun.

Bis zum nächsten Post!

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A beautiful lie

01 - Fehlentscheidung?


Shannon saß in seinem Wohnzimmer. Alles war dunkel um ihn herum. Nur sein Gesicht wurde ab und an von einem helleren Licht erleuchtet, was von seinem Handy kam. In einer liebevollen Geste strich er in unregelmäßigen Abständen über das Display, um das Bild seiner Frau betrachten zu können.
Wie konnte es nur so weit kommen, dass sie diesen Weg eingeschlagen und die Scheidung eingereicht hatten? Was, zum Teufel, war nur in ihrer Ehe falsch und schief gelaufen, dass sich Belinda keinen anderen Ausweg mehr wusste?

„Du hast es absolut vergeigt, Leto“, konnte er noch immer die anklagenden Worte von Carol, Belindas Schwester, hören.

Hatten sie sich all die letzten Jahre wirklich etwas vorgemacht? War ihre Liebe doch nie so stark gewesen, wie sie immer geglaubt hatten?
Frustriert legte er sein Handy weg, strich sich seufzend mit beiden Händen über sein Gesicht und stand schließlich auf. Natürlich haute er sich prompt den kleinen Zeh am Fuß der Couch an, was ihn unterdrückt fluchen ließ. Aber der kurze Schmerz tat dennoch gut. Er zeigte ihm, dass er noch lebte, auch wenn in seinem Inneren alles langsam zu sterben drohte.

„Daddy?“ Es war nur ein kleines Wort, aber es lag so viel Verantwortung, Besorgnis und Liebe darin, dass Shannon zur Silhouette seiner Tochter sah.
„Lexie, Schatz, was ist los?“ Mit, noch immer, leicht schmerzverzerrtem Blick, humpelte er zu seiner Tochter und schlang seine Arme um sie, als sie sich in einer verzweifelten Geste an ihn warf.

Lexie war sein und Belindas ganzer Stolz. Das Produkt ihrer bedingungslosen Liebe zueinander. Nie würde Shannon den Tag vergessen, als ihm seine Frau mitteilte, dass er Vater werden würde. Er hatte sich nie stolzer gefühlt, wie in diesem Moment.

„Wann kommt Mommy zurück?“ Lexie sah auf und seufzte, als ihr Dad schluckte. Sie kannte diese Geste und die verhieß nie wirklich etwas Gutes. Diese kleine, fast schon unscheinbare, Geste, ließ ihren Dad unheimlich verletzt und verzweifelt wirken und das war nie gut. Absolut nicht gut.
„Mommy trifft sich heute mit Tante Carol, das weißt du doch. Und es wird wohl spät werden, da sie etwas Wichtiges zu besprechen haben. Also wird sie bei ihr schlafen und erst morgen Vormittag wieder zurück sein. Verrate du mir lieber, warum du nicht im Bett liegst und schläfst.“ Shannon strich Lexie über ihre dunkelbraunen Locken und schob sie dann sanft in Richtung Treppe, die nach oben zu ihrem Kinderzimmer, dem elterlichen Schlafzimmer und dem Hauptbad führte.

Das Haus hatte Shannon gekauft, kurz nachdem er Belinda kennengelernt hatte. Für ihn war von vornherein klar, dass er diese Frau einmal heiraten und eine Familie mit ihr gründen würde. Sie war so anders als die Frauen, die bis dahin sein Leben kreuzten und für wenige Stunden das Bett mit ihm teilten. Er hatte es nie lang genug bei einer ausgehalten, um überhaupt den Gedanken daran zu verschwenden, eine ernsthafte Beziehung mit ihr führen zu wollen und zu können. Zumal die meisten dieser Frauen eh nur auf den Ruhm aus waren, den sein Name und sein Status mit sich brachten. Oder um über ihn an seinen Bruder heranzukommen.

„Liest du mir noch eine Geschichte vor, Daddy?“ Langsam stieg Lexie die Treppe hinauf und drehte sich um, als sie oben angekommen war. Sofort legte sich ihr Kopf leicht in den Nacken, damit sie ihren Dad besser ansehen konnte.
„Lass mich dich erstmal ins Bett bringen, dann reden wir über die Geschichte. Okay?“ Lächelnd sah er ihr nach, wie sie kichernd in ihr Zimmer rannte, ehe er ihr folgte und zum kleinen Bücherregal ging, in dem ihre Kinderbücher standen und lagen.
„Welche möchtest du denn-“ Er kam gar nicht dazu die Frage zu beenden, da rief seine Tochter auch schon den Namen ihrer Lieblingsgeschichte und Shannon sah schmunzelnd auf das Buch in seiner Hand, wonach er noch vor dem stellen der Frage gegriffen hatte. Er kannte seine Tochter eben zu gut.
„Na gut, dann rutsch mal ein Stück, damit dein alter Daddy auch noch einen Platz findet.“ Shannon setzte sich auf die Bettkante, zog die Beine ins Bett und lehnte sich mit dem Rücken an der Wand an. Dann nahm er die Brille von seinem Kopf, schob sie auf seine Nase und sah zu Lexie, die sich lächelnd an ihn schmiegte.
„Lies!“
„Natürlich“, lachte er leise, gab ihr einen Kuss auf das Haar und begann zu lesen.

„Und was wirst du jetzt tun?“ Carol goss sich und ihrer Schwester vom Rotwein nach, stellte die Flasche auf den Tisch und griff nach ihrem Glas, nahm einen Schluck und sah Belinda fragend an.
„Ich weiß es nicht, Carol. Heute ist wieder so ein Tag wo ich ganz schreckliche Zweifel habe ob es wirklich richtig war, die Scheidung einzureichen. Ich meine, ich liebe Shannon. Er ist mein Leben. Aber, …“
„Nein, kein aber. Ich will kein aber hören, Linda. Wie lange hast du ihm gesagt, dass du seine ständigen Abstürze nicht mehr erträgst? Wie oft hast du ihn gebeten, eine weitere Therapie, einen weiteren Entzug zu machen? Du hättest dich schon an dem Tag von ihm trennen sollen, als er die Hand gegen dich-“
„Hör auf! Hör auf damit, Carol! Er hat nie die Hand gegen mich erhoben. Shannon hat mich nie geschlagen. Also hör bitte auf, solche Behauptungen aufzustellen.“
Carol schnaubte auf und trank einen größeren Schluck von ihrem Wein. „Und woher kam dann das blaue Auge?“
„Das hatten wir dir doch erzählt“, seufzte Belinda und rieb sich nachdenklich die Stirn. Diesen Tag würde sie nie vergessen.

(Rückblende Anfang)
Aufgeregt lief sie immer wieder zum kleinen Fenster neben der Haustür und glaubte, jeden Moment vor lauter Nervosität umzufallen.
Dann, endlich, hörte sie das röhren seiner Maschine und ihr Herz rutschte eine Etage tiefer.
„Jetzt bloß nicht ausflippen“, hatte sie sich immer wieder selbst gemahnt und dann die Tür geöffnet.
Gott, er sah zum anbeißen aus in seinen Lederklamotten und den zerzausten Haaren, die vom abnehmen seines Helmes herrührten.
„Hallo schönste aller Frauen“, hatte er sie begrüßt, obwohl sie sich gerade mal drei Stunden nicht gesehen hatten. Dann hatte Shannon sie in den Arm genommen, fest an sich gezogen und ihr einen Kuss gegeben, die ein ganzes Schwadron an Schmetterlingen aus ihrem Bauch direkt in ihr Höschen schickte.
„Hi“, hauchte sie außer Atem an seinen Lippen und zog langsam ihren Kopf zurück, sah ihn mit glänzenden Augen an.
„Wie verlief dein Gespräch mit Jay? Konntet ihr alles klären?“ Belinda nahm ihm den Helm ab, legte ihn oben auf die Flurgarderobe und wartete kurz auf ihn, ehe sie gemeinsam in die Küche gingen.
Shannon trat direkt vor den Kaffeevollautomaten, den er liebevoll Betty getauft hatte, machte sich einen Espresso und sah dann zu seiner Frau.
„Jay fiel nicht direkt aus allen Wolken, da er sich seit Wochen schon darauf gefasst gemacht hatte, aber es hat ihn dennoch ganz schön hart getroffen. Ich meine“, Shannon nahm die kleine Tasse, setzte sich zu Belinda an den Tisch und sah sie an, ehe er weitersprach. „Wir haben die Band zusammen gegründet und er hat immer wieder gesagt, dass er nur wegen mir in der Band ist. Dass er nur wegen mir, Musik machen würde. Also hab ich ihm, denke ich, heute einen großen Gefallen getan als ich ihm sagte, dass ich Mars verlassen werde.“
Belinda riss die Augen auf und starrte ihren Mann, fast schon fassungslos, an.
„Du hast was?“
Shannon leckte sich den Espressoschaum von der Oberlippe, hob den Blick und sah Belinda an. „Ich habe heute Thirty Seconds to Mars den Rücken gekehrt und die Drumsticks an den Nagel gehängt. Ich werde mich, von nun an, mehr um meine Firma kümmern, was ich die letzten Wochen und Monaten ziemlich vernachlässigt habe. Und ich werde am Vorhaben der Expansion nach Europa arbeiten, so wie ich es dir immer wieder gesagt habe.“
Belinda schluckte schwer gegen den Kloß in ihrem Hals an und lehnte sich dann langsam in ihrem Stuhl zurück. Insgeheim hatte sie sich das schon länger gewünscht das Shannon in der Bandsache kürzertreten bzw. sie aufgeben würde, da der Wunsch auf ein Baby bei ihr immer stärker, aber sie eben nicht jünger wurde. Aber das jetzt zu hören, wie er es wirklich durchgezogen hatte, schockierte sie doch etwas.
„Sag doch bitte was, Schatz“, hörte sie ihn leise sagen und sah auf seine Hand, die zärtlich ihre Finger umschloss.
„Ich bin schwanger“, war alles, was ihr über die Lippen kam.
Sein linkes Auge begann zu zucken und er starrte seine Frau an, ehe er aufsprang und neben ihrem Stuhl auf die Knie ging.
„Sag das nochmal.“
Schluchzend sah sie zu ihm runter und wusste nicht, ob sie lachen oder doch gänzlich in Tränen ausbrechen sollte, als sie dieses ganz besondere Strahlen in seinen Augen sah, was sie schon lange nicht mehr an ihm wahrgenommen hatte.
„Ich bin schwanger. Wir bekommen ein Baby.“
„Ich werde Daddy!“, rief Shane begeistert, sprang auf, umfasste das Gesicht seiner Frau und drückte ihr einen Kuss auf, ehe er sich von ihr löste und eine Flasche Champagner aus dem Kühlschrank nahm.
„Nur ein Schluck. Zur Feier des Tages“, rief er glücklich, entfernte das Papier und wollte gerade den Korken entfernen, als dieser direkt durch die Küche schoss und Belinda aufschreien ließ.
„Fuck!“ Geschockt stellte Shannon schnell die Flasche weg und ging zu Belinda, die sich das rechte Auge hielt. Der Korken lag vor ihr auf dem Tisch.

(Rückblende Ende)

Vorsichtig legte Shannon das Buch weg, stieg aus dem Bett seiner Tochter und lächelte voller Liebe, als sie sich seufzend auf die andere Seite drehte, automatisch nach ihrem Teddy griff und ihn fest an ihre Brust drückte.
„Schlaf gut, Prinzessin“ flüsterte er, hauchte Lexie noch einen Kuss auf den Hinterkopf und verließ auf Zehenspitzen ihr Zimmer.

(Rückblende Anfang)
„Schläft sie schon?“ Schnell streifte Belinda die Schuhe von ihren Füßen und kam die Treppe nach oben geeilt. So schnell es ihr möglich gewesen war, hatte sie ihren Schreibtisch verlassen und war nach Hause gefahren. Der Anruf ihres Mannes hatte sie bis auf die Knochen getroffen, obwohl es sich nur um erhöhte Temperatur bei Lexie gehandelt hatte. Aber das hatte ausgereicht, um Belinda fast in Panik zu versetzen.
„Ja, sie schläft. Und ich bin froh, dass sie das endlich tut, also wecke sie bitte nicht unnötig. Okay?“ Shannon wollte Belinda sanft in Richtung Treppe schieben, als sie sich von ihm losriss und ihm ihren Zeigefinger fast ins Auge bohrte.
„Du wirst mich nicht davon abhalten, nach meiner Tochter zu sehen“, fauchte sie ihn an und war kurz darauf im Kinderzimmer verschwunden, wo sie auch bis zum nächsten Morgen nicht mehr herauskam.

(Rückblende Ende)

Die Erinnerung traf ihn und Shannon ließ sich langsam an der Wand neben dem Kinderzimmer nach unten gleiten, streckte seine Beine der Länge nach aus und stützte seinen Kopf seufzend an der Wand ab. Noch immer war ihm Belindas Reaktion ein absolutes Rätsel. Was hatte er getan, dass sie ihn so angegangen war?
Von unten drang der Klingelton seines Handys nach oben und anhand der Melodie erkannte er, dass es Belinda war, die ihn anrief. Schnell stand er auf, rannte die Treppe nach unten und haute sich jetzt auch noch seinen anderen kleinen Zeh an der Couch an, als er nach seinem Handy griff.
„Verfluchter Scheißdreck“, fluchte er knirschend, als er den grünen Hörer drückte und sich das Handy ans Ohr hielt.
„Wie bitte?“
„Ich hab mir grad den Zeh angehauen. Was ist los?“ Sich den Fuß an der Wade reibend beugte Shane sich über die Couch und wartete darauf, dass seine Frau ihm das Anliegen ihres Anrufes mitteilte. Stattdessen hörte er sie nur schniefen und seine Nackenhaare stellten sich sofort auf.
„Was ist passiert?“
„Kannst du mich abholen? Ich hab getrunken und weiß nicht … kannst du bitte herkommen und mich abholen, Shanni?“

Shanni. Da war es. Lautlos seufzend schloss Shannon die Augen und lehnte die Stirn gegen das weiche Leder der Couch. Sie hatte ihn eine halbe Ewigkeit nicht mehr Shanni genannt und daher traf es ihn in diesem Moment mehr als nur heftig, es jetzt wieder aus ihrem Mund zu hören.

„Lexie ist grad erst wieder eingeschlafen und … gib mir zehn Minuten. Okay? Ich bin gleich bei dir.“ Er legte auf, atmete durch und sammelte sich kurz. Seine Frau brauchte ihn. Also würde er das tun, was jeder vernünftige Ehemann auch tun würde. Er würde für sie da sein.

Carol sah ihrer Schwester nach und konnte nur mit dem Kopf schütteln. Sie hoffte inständig, dass Belinda nicht in ihr eigens Unglück rennen würde. Ihren Schwager widmete sie keines Blickes, auch nicht, als er sie mit einem Kopfnicken und einem angedeuteten Lächeln grüßte.
„Deine Schwester hat also immer noch das Kriegsbeil ausgegraben?“
„Lass uns jetzt bitte nicht über meine Schwester und ihr blödes Kriegsbeil reden. Okay?“ Belinda sah auf den Rücksitz und dann wieder zu Shannon. „Du hast sie mitgenommen?“
„Was? Natürlich hab ich sie mitgenommen oder meinst du, ich lasse unsere Tochter allein zu Hause? Sorry, aber die Frage war vollkommen überflüssig, Belinda. Und jetzt steig bitte ein.“ Shannon ging wieder auf die Fahrerseite des SUV und wollte gerade einsteigen, als er seine Frau herzerweichend schluchzend hörte.
„Scheiße“, murmelte er und ging um den Wagen herum, strich über ihren Oberarm und zog sie schließlich an sich, küsste sie auf die Stirn.
„Glaubst du, wir haben einen Fehler gemacht?“
„Was meinst du?“
Schniefend hob sie ihren Kopf, sah ihren Mann an und musste aufpassen nicht in seinen Augen, die in genau diesem Moment so viel Wärme und Geborgenheit ausstrahlten, zu ertrinken.
„Die Scheidung. Glaubst du, wir haben einen Fehler gemacht?“
Diese Frage traf ihn wie ein Vorschlaghammer und seine Arme schlossen sich automatisch fester um den Rücken seiner Frau.

(Rükblende Anfang)
„Ich kann nicht mehr, Shannon! Ich schaffe es nicht mehr, dich immer wieder auf die Beine zu stellen, wenn du dir wieder das Hirn weggeballert hast!“
„Aber ich mache einen Entzug. Wirklich. Das verspreche ich dir. Ich schaffe das. Dieses Mal schaffe ich es.“
Kopfschüttelnd schob sie seine Hand weg und trat mehrere Schritte zurück, rieb sich die pochende Schläfe.
„Das hast du bei den letzten vier Entzügen auch immer wieder gesagt und sieh dir an, wo wir wieder stehen.“
„Liebling, bitte. Ich brauche dich. Bitte. Lass mich jetzt bitte nicht allein.“ Shannon machte einen Schritt auf seine Frau zu. Aber mit jedem Schritt den er auf sie zuging, entfernte sie sich einen von ihm.
„Ich habe heute die Scheidung eingereicht. Ich mach das nicht mehr mit. Lexie und ich, wir werden dich verlassen.“

(Rückblende Ende)

„Lass uns nach Hause fahren, Lexie ins Bett bringen und dann in Ruhe reden. Einverstanden?“ Shannon küsste Belinda liebevoll auf die Wange, öffnete ihr die Autotür und wartete bis sie saß und sich angeschnallt hatte, ehe er sich hinters Steuer setzte und seine Familie, die aus den zwei wichtigsten Frauen in seinem Leben bestand, nach Hause fuhr.

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