Scarlett Standish - Ein Leben beim RFDS - 18. In Melbourne

GeschichteAllgemein / P12
09.09.2017
15.10.2017
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Scarlett hatte am Abend schon alle Sachen zusammengepackt und frühstückte mit Ben.
„Wer holt dich denn ab?“ erkundigte sich Ben zwischen zwei Kaffeeschlucken.
Scarlett berichtete, dass sie am Abend noch mit Marie gesprochen hatte. „Entweder holt mich Jason oder sie selbst ab. Allerdings kann es auch sein, dass ich noch einen Spontanbesuch zwischenschiebe. Dann würden sie mich dort abholen.“
Ben beugte sich zu ihr vor und blickte sie schmunzelnd an: „Wer steht denn oben auf der Wunschliste? Claire, Tante Penny oder Cousin Matt?“
Scarlett beugte sich auch vor: „Mal sehen, wer sich spontan Zeit nimmt. Zu Claire fahre ich auf jeden Fall zwischendurch.“
„Ich hoffe, das klappt alles, wie du es dir vorstellst. Auf den Einsatz gestern hätte gern verzichtet. Wir hatten gar keine Zeit für einander. Ich hole dich Freitag ab.“ versprach er ihr.
Scarlett sah ihn skeptisch an: „Versprich nichts, das du nicht sicher halten kannst. Wenn es klappt wäre es toll, wenn nicht, schick mir einfach jemanden.“
„Es klappt! Du wirst schon sehen!“ schwor er ihr überzeugt.
„Ich glaube es, wenn ich es sehe!“ lachte Scarlett. „Jetzt müssen wir aber los. Rick habe ich gestern Abend noch eingewiesen. Wir können sofort zum Flugplatz durchfahren.“
Ben trank im Aufstehen noch seinen Becher aus. Sie stellten schnell alles weg und verließen zusammen das Haus.

Im Auto meinte Ben: „Ich werde dich vermissen.“
Scarlett sah ihn verliebt an: „Ich dich auch. Unglaublich, wie schnell man sich an die Zweisamkeit gewöhnen kann.“
Am Flugplatz stand bereits die Maschine für den Flug nach Melbourne bereit. Scarlett musste nur noch schnell einchecken. „Wenn ich an die Abfertigungszeit beim Rückflug denke…“ stöhnte Scarlett. „Du bist noch nicht einmal dort!“ lachte Ben. Sie umarmten sich.
„Guten Flug und viel Erfolg!“ verabschiedete er sich und gab ihr einen Kuss.
Scarlett erwiderte ihn: „ Und du, pass auf dich auf!“
Dann bestieg sie das Flugzeug. Ben wartete noch bis es startete, ehe er zum Dienst in die Zentrale ging.

„Guten Morgen, Ben“ begrüßte ihn Rick. „Die anderen sind schon unterwegs. Hast du Scarlett pünktlich abgesetzt?“
„Sonst wäre sie ja jetzt hier.“ brummte Ben nur. Dann besann er sich aber. „Tut mir leid, Rick.“
Dieser nickte nur: „Schon gut.“
Ben ging in sein Büro.
„Na, das kann ja heiter werden.“ murmelte Rick.  

Scarlett nutzte den Flug, um sich noch einmal ein paar Markierungen in ihrem Handbuch durchzulesen und auf den Lehrgang vorzubereiten. Wie sie es schon immer gewohnt war, wollte sie mit Fachwissen alle potentiellen Skeptiker überzeugen. Gute 2 Stunden bis Brisbane, zwei Stunden Aufenthalt und noch einmal 2,5 Stunden Flug nach Melbourne hatte sie vor sich.

In Brisbane nutzte sie die Zeit, um ein paar Telefonate zu führen. Sie saß an einem Bistrotisch mit Blick auf die Anzeigetafel in der Nähe ihres Gates. Zuletzt rief sie dann bei ihren Eltern an.
„Hi Ma! Ich  bin’s Scarlett.“ begrüßte sie ihre Mutter.
Kate war überrascht. „Hallo, was verschafft mir die Ehre?“
Scarlett lachte. „Jetzt tu mal nicht so, als würde ich mich nie melden. Ich bin in Brisbane am Flughafen.“
„Ach ja!“ Kate sah auf die Uhr und überschlug, wie lange Scarlett schon unterwegs war. „Du übernachtest bei Marie, oder?“ erkundigte sie sich.
„Ja, ich habe mich aber auch mit Claire verabredet. Und bei Tante Penny werde ich gleich noch schnell vorbeifahren. Ich habe gerade vorher mit ihr telefoniert.“ berichtete Scarlett. „Soll ich etwas ausrichten?“
„Richte bei allen Grüßen aus.“ antwortete Kate. „Aber ich hoffe, du vergisst nicht, weswegen du nach Melbourne fliegst.“
Scarlett lachte: „Bestimmt nicht. Ich habe den ganzen Flug gelesen und musste mich jetzt erst mal entspannen. Ich hoffe, ich bestehe zwischen den anderen Leitungen. Ich habe Marie schon gewarnt, dass ich nicht vielleicht nicht so eine gute Gesellschaft bin wie sonst.“
„Du könntest auch in einem Hotel übernachten. Die Kosten werden doch erstattet.“ gab Kate zu bedenken.
„Nein, Ma. Ich bin ganz froh abends mit Freunden zusammen sein zu können. Die Einheiten tagsüber werden schon anstrengend genug sein. Ich freu mich so auf die beiden!“ wehrte sie ab.
„Und Marie? Wie geht es ihr?“ erkundiget sich Kate.
„Beim letzten Telefongespräch hat sie erwähnt, das Baby würde treten. Ich bin ganz schön gespannt!“ antwortete Scarlett und sah, dass ihr Flug aufgerufen wurde. „So, es geht weiter. Richte Dad Grüße aus. Ich melde mich, wenn ich wieder zu Hause bin. Bis dann!“
„Tschüss, Viel Erfolg und hab‘ eine gute Zeit!“ verabschiedete sich Kate.
„Danke! Tschüss, Ma!“ antwortete Scarlett noch, und drückte bereits im Aufstehen das Handy aus. Schnell bezahlte sie den Kaffee, den sie getrunken hatte, und checkte dann ein.

Wieder bereitete sie sich weiter vor, bis schließlich die Anzeige zur Landung aufleuchtete. Jetzt stieg echte Vorfreude in ihr auf. Die Aussicht mal wieder in der Stadt zu sein, in der sie über Jahre gelebt hatte, versetzte sie in Hochstimmung.
Als sie am Gepäckband wartete, näherte sich ihr von hinten ein Mann. Er blieb dicht hinter ihr stehen. „Hallo schöne Frau!“ raunte er ihr ins Ohr.
Scarlett fuhr herum und blickte in die schelmischen Augen ihres Cousins Matt. Ohne zu zögern hob er sie hoch und wirbelte sie herum. Scarlett hatte sich vom ersten Schrecken erholt. „Matt, lass mich runter!“ lachte sie. „Hast du zurzeit keine Freundin, mit der du das machen kannst?“     
Matt setzte sie ab. „Du bist eben meine Lieblingscousine!“
„Oh, schnell, mein Koffer!“ rief Scarlett und rannte das Gepäckband entlang, stieß mit einem älteren Herrn zusammen und stammelte eine Entschuldigung. Matt zog während dessen schon den Koffer vom Band, der unverkennbar mit zwei Aufklebern gekennzeichnet war. Der eine zeigte die Zentrale des RFDS in Coopers Crossing und hatte deutliche Abnutzungsspuren. Der zweite war neuer und zeigte Charleville.
„Woher wusstest du, dass das mein Koffer ist?“ staunte Scarlett.
Matt lachte: „Ich glaube kaum, dass du im ganzen Flughafen jemanden findest, der sowohl schon mal in Coopers Crossing als auch Charleville war! Geschweige denn ebenfalls seinen Koffer mit diesen Metropolen verziert hat.“
Scarlett lachte mit: „Unverwechselbar eben!“ Dann hakte sie sich bei ihm unter. „Also, was hältst du davon, wenn wir erst noch kurz zusammen irgendwo Halt machen. Ich brenne darauf, deine Neuigkeiten zu erfahren. Tante Penny muss ja nicht alles wissen.“ zwinkerte sie ihm zu.
„Ma hat für ein BBQ eingekauft. Sie hat es mal wieder bis auf die Minute durchgeplant. 30 Minuten haben wir vielleicht, ohne dass sie sich zu sehr ärgert.“ grinste er.
„Dann bleiben wir am besten gleich hier.“ Sie zeigte auf ein kleines Flughafen-Cafe in Sichtweite. Er lenkte ein und sie setzten sich an einen Ecktisch und bestellten sich jeder ein Getränk.
„Also, ich bin ganz Ohr? Wie sieht’s aus in deinem Liebesleben.“ begann sie neugierig.
Matt zögerte. „Es gibt da jemanden.“
„Alles andere hätte mich überrascht.“ grinste sie.
Aber er schüttelte den Kopf. „Ich glaube, es ist dieses Mal anders.“ meinte er und blickte nachdenklich auf den Tisch.
Scarlett horchte auf. Sollte ihr Casanova-Cousin tatsächlich erwachsen werden? „Seit wann kennt ihr euch?“
Matt sah sie verlegen an. „Erinnerst du dich an Elaine Wilkins?“
Scarlett schaute ihn ungläubig an. „Elaine? Das ist nicht dein Ernst!“ Nur zu gut erinnerte sie sich an Elaine Wilkins. Sie war mit ihnen im Internat gewesen. Ein verwöhntes Einzelkind, das bei ihren Eltern erreicht hatte, was immer sie wollte. Sie hatte eine Clique um sich geschart, die glaubte, über allem und jedem zu stehen. Während Scarlett ihnen nicht selten die Meinung gesagt und somit auf ihrer Abschussliste gestanden hatte, war Matt schon damals in Elaines Fänge geraten. Es war eine der seltenen Beziehungen gewesen, die nicht von Matt beendet worden waren.  
„Ich weiß, ihr habt euch damals nicht gut verstanden. Aber sie hat sich verändert.“ beteuerte Matt sofort.
Scarlett blickte ihn skeptisch an. „Wo habt ihr euch getroffen?“
„In einem Club. Plötzlich stand sie vor mir. Wir haben die ganze Nacht geredet. Danach haben wir uns öfter dort verabredet. Vor zwei Wochen hat sie mich dann mit in ihre Wohnung genommen…“ erzählte Matt versonnen.
„Weiß es Tante Penny schon?“ erkundigte sie sich noch immer zweifelnd. Ihre Tante hatte Elaine damals schon nicht gemocht und als Matt nach der Beziehung zu ihr von einem Mädchen zum anderen sprang, gab sie der Beziehung zu Elaine die Schuld für diese Entwicklung.
Matt schüttelte den Kopf. „Ich dachte, das könnten wir diese Woche machen. Du könntest dazu kommen…“
Scarletts Augen wurden groß und sie schüttelte sofort den Kopf. „Nein, Matt. Tut mir leid. Ich kann keinen Familienstress gebrauchen. Ich mache hier keinen Urlaub. Am Freitag ist direkt die Abschlussprüfung! Wie stellst du dir das vor?“
„Ich hatte einfach gehofft, es klappt irgendwie.“ meinte er und sah sie mit seinen Augen bettelnd an.
„Bei mir zieht der Blick nicht, Matt! Das weißt du.“ wies sie ihn zurecht.
Matt nickte. „Es würde mir eine große Hilfe sein. Du bist eine gute Vermittlerin.“ startete er einen neuen Versuch.
Scarlett murrte: „Ich will in diesem Fall gar keine Vermittlerin sein, glaube ich! Ich sehe dich noch wie ein Häufchen Elend in meinem Zimmer sitzen und hinterher hast du es ihr gleich getan und deine Freundinnen fallen gelassen wie heiße Kartoffeln. Matt, das war wirklich nicht deine beste Zeit!“
Matt schmunzelte: „Du warst schon immer ehrlich zu mir.“
„Und deshalb rate ich dir, lass die Finger von Elaine Wilkins! So sehr kann sie sich gar nicht verändert haben.“ Scarlett biss sich auf die Lippe. „Tut mir leid, Matt. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen.“
Matt seufzte: „Okay, dann weiß ich ja schon quasi, was Mum sagen wird.“ Dann zuckte er mit den Schultern. „Was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß.“ Er grinste und zwinkerte ihr zu. „Wollen wir?“ Er wollte aufstehen, aber Scarlett hielt ihn auf: „Entweder sie hat sich geändert, wie du sagst, dann wird es ihr nicht gefallen, dass ihr eure Beziehung verheimlicht. Oder sie denkt doch nur an sich selbst, hat Sex mit dir bis du uninteressant wirst und deine Familie ist ihr völlig egal. Finde es heraus. Aber lass mich bitte aus dem Spiel.“
Matt wehrte ab: „Ach, Cousinchen! Ich bekomme das schon hin. Mach dir mal keine Gedanken. Du hast genug zu tun. Und bei dir und Ben alles in Ordnung?“ wechselte er das Thema.
Scarlett nickte lächelnd. „Alles in Ordnung.“
„Ich wusste es sofort. So wie er dich ansah, war er von der ersten Minute an in dich verliebt.“ lachte Matt. „Und wenn du mal Ärger mit ihm hast, ruf mich an.“
„Oh, Matt!“ Scarlett schüttelte den Kopf. „Du bist unverbesserlich.“
Er gab sich galant, stand auf, verbeugte sich und reichte ihr die Hand. „So, wollen wir? Auf uns wartet noch ein BBQ und meine Mum.“
Als sie ankamen, wartete Penny wirklich schon. Sie umarmte Scarlett. „Da seid ihr ja endlich!“ Bereits kurze Zeit später saß sie mit ihrer Tante im Garten und Matt stand am Grill.
„Du siehst gut aus.“ lobte Penny. „Ben scheint dir gut zu bekommen.“
Scarlett lachte unwillkürlich. „Ja, das ist wohl so.“ Sie beobachtete Matt. Ihm war nichts anzumerken.
„Oh, ehe ich es vergesse, ich soll dich grüßen.“ meinte Scarlett. „Zum einen von meinen Eltern…“
„Ich habe noch vor drei Tagen mit Kate gesprochen.“ unterbrach Penny sie.
Scarlett war gespannt, wie sie auf die zweite Person reagieren würde. „… und von einem Arzt, der als Experte bei uns in Charleville war. Vielleicht erinnerst du dich an ihn: Guy Reid.“
Penny starrte sie an. „Guy? Meine Güte!“
Scarlett erzählte von Guys Besuch. Penny hörte aufmerksam zu. „Plastische Chirurgie! Das passt zu ihm.“ kommentierte sie und abschließend meinte sie kopfschüttelnd: „Er hat sich wohl nicht viel geändert.“
Ähnlich wie sie sich über Elaine geäußert hatte! „Am Ende fand ich eigentlich ganz nett.“ antwortete Scarlett. „Meine Eltern haben sich auch in Schweigen gehüllt, was ist denn damals geschehen?“ erkundigte sie sich möglichst locker, obwohl darauf brannte hinter das Geheimnis zu kommen.
Matt verteilte Steaks und setzte sich zu ihnen. Scarlett schaute Penny erwartungsvoll an. Doch diese schüttelte nur den Kopf. „Es ist lange her.“
„Hast du eine Zeit mit Marie und Jason ausgemacht?“ erkundigte sich Matt und macht damit jede Hoffnung zu Nichte, dass Penny noch etwas über Guy erzählen würde.
„Gegen 20.00 Uhr. Bringst du mich hin?“ fragte Scarlett Matt.
Matt lachte augenzwinkernd: „Natürlich. Ich habe mir den ganzen Abend freigehalten. Wenn du Lust hast, gehen wir noch in einen Club.“
„Musst du morgen nicht arbeiten?“ hakte sie nach. Sie hatte die Anspielung mit dem Club natürlich verstanden.
Penny legte den Kopf schräg und stemmte die Hände in die Hüften: „Mich lacht er immer aus, wenn ich danach frage.“
Sie lachten gemeinsam und hatten noch eine entspannte Zeit. Scarlett verabschiedete sich mit einer Einladung nach Charleville. „Ben würde sich auch freuen.“
Gut 30 Minuten später hielt Matt vor dem Mehrparteienhaus, in dem Marie und Jason eine Wohnung hatten. Scarlett fragte: „Kommst du mit?“
Matt schüttelte den Kopf. „Ich treffe mich noch mit Elaine.“
„Erzähle es Penny! Versteck spielen ist für niemanden gut.“ Scarlett rang mit sich. „Bestell Elaine einen Gruß von mir.“
Matt sah sie offen an: „Danke.“
Scarlett nickte nur. „Hoffentlich irrst du dich nicht.“
Er holte noch ihr Gepäck aus dem Kofferraum und wartete, bis sie winkend im Haus verschwunden war.

Scarlett wuchtete ihren Koffer die Treppe in den dritten Stock hinauf. Marie erwartete sie in der Tür. „Euch fehlt eindeutig ein Aufzug!“ keuchte Scarlett, ließ den Koffer fallen und fiel ihrer Freundin um den Hals. „Oh, wow!“ Scarlett blickte auf den kugelrunden Bauch von Marie.
Marie lachte und zog sie in die Wohnung.
„Warte, mein Gepäck!“ Schnell holte Scarlett ihren Koffer und das Handgepäck aus dem Flur.
Kurze Zeit später saßen sie zusammen auf dem Sofa.
„Jason ist noch nicht da. Er geht oft abends ins Fitnessstudio.“ Marie schmunzelte. „Ich habe angeregt, er könne heute ruhig noch ein Bier anschließend trinken.“
„So eine Hinterlist habe ich dir gar nicht zugetraut.“ grinste Scarlett.
Marie beugte sich vor und blickte ihre Freundin erwartungsvoll an: „Also, was gibt es Neues?“
Scarlett erzählte zunächst von Ben und ihr, Patrick und einigen Notfällen. Dann kam sie zu Matt.
Marie war genauso entsetzt wie Scarlett im ersten Moment. „Elaine? Oh nein!“
„Ja, und ich sollte für sie auch noch bei Penny ein gutes Wort einlegen!“ knurrte Scarlett.
„Weiß Matt, was Elaine damals getan hat?“ fragte Marie mitfühlend.
Scarlett schüttelte den Kopf. „Ich denke nicht, sonst hätte er mich wohl kaum gefragt. Weißt du, er ist so überzeugt, dass sie sich geändert hat.“
„So sehr kann man sich nicht verändern!“ schnaubte Marie.
Scarlett lachte auf: „Ich habe genau das gleiche gesagt!“ Marie fiel in ihr Lachen ein. „Lass uns nicht von Elaine reden!“ beschloss Scarlett. „Jetzt bist du dran. Wie geht es euch dreien?“
„Soll ich dir das Kinderzimmer zeigen? Wir sind noch nicht ganz fertig, aber man kann es sich schon vorstellen, wie es am Ende aussieht.“ schlug Marie begeistert vor.
„Aber sicher!“ grinste Scarlett.

Dort traf Jason sie kurz darauf an. Nach einem großen „Hallo“ gab er Marie einen Kuss auf die Wange und erkundigte sich nach ihrem Befinden.
Scarlett beobachtete das mit Freude. Man sah ihren Freunden an, wie glücklich sie waren.
„Wisst ihr denn nun eigentlich, ob es ein Junge oder Mädchen wird?“ erkundigte sie sich.
Marie sah Jason fragend an. Er nickte und Marie antwortete: „Nein. Aber…  wir möchten dich fragen, ob du die Patenschaft übernimmst?“
Scarlett war sprachlos. „Oh man, damit habe ich jetzt gar nicht gerechnet. Natürlich. Danke für euer Vertrauen.“ Sie umarmte erst Marie und dann Jason.
Sie setzten sich noch zusammen eine Weile ins Wohnzimmer bis es Zeit wurde ins Bett zu gehen. Scarlett und Jason bauten das Sofa um, das für die nächsten Tage Scarletts Quartier sein würde.
„Soll ich dich morgen irgendwo absetzen?“ fragte Jason noch.
Scarlett schüttelte den Kopf. „Nein, danke. Ich habe eine direkte Verbindung mit der Straßenbahn. Dann kann ich mich auch noch gedanklich ungestört vorbereiten.“
„Okay, fühl dich ganz wie zu Hause. Gute Nacht!“  meinte Jason noch und ließ sie allein.
Scarlett trat ans Fenster. Anstatt endloser Weite, sah sie auf die Häuserzeile gegenüber und unter ihr fuhren hin und wieder ein paar Autos durch. Unwillkürlich griff sie zum Handy und wählte Ben aus den Kontakten aus. Es klingelte ein paar Mal, dann meldete sich die Mailbox. „Hi Ben, ich bin erst ein paar Stunden hier und könnte schon Romane erzählen. Ich hoffe, wir sprechen uns morgen. Ich vermisse dich. Schlaf gut.“
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