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In another life - Songfic

SongficAngst, Schmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Dr. John Watson Sherlock Holmes
08.09.2017
08.09.2017
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Hallo Zusammen.
Nachdem ich letztes Wochenende mal wieder in der Heimatstadt unseres berühmten Detektivs war hat mich mal wieder das Schreibfieber gepackt. Zudem ließ mich dieses Lied nicht mehr los: Another Life von Afrojack &David Guetta feat. Ester Dean)
Da in dem Lied teilweise von Liebe die Rede ist hab ich mal P12 Slash gesetzt.
Ich hoffe es gefällt euch.

LG 5h3rl0ck Marthaler
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Another Life – Afrojack & David Guetta feat. Ester Dean


In Another Life


Es fällt mir schwer zu verstehen und vor allem zu ertragen, was passiert ist! Schweren Herzens muss ich wohl oder übel begreifen, dass nichts mehr so ist, wie es einmal war. Dass ich meinen teuren Freund Sherlock Holmes nie wieder sehen würde. Schon einmal war ich an diesem Punkt gewesen. Schon einmal musste ich diese unsägliche Trauer spüren und versuchen mit ihr umzugehen. Damals dachte ich, mir würde es den Boden unter den Füßen weg ziehen. Doch ich bin darüber hinweg gekommen. Am Reichenbach!
Aber jetzt? Vieles hatte sich verändert. Sherlock Holmes hatte sich verändert, ich selbst hatte mich verändert, ja es schien sogar so, als hätte sich die ganze Welt verändert. So dachte ich zumindest, bis zu jenem Tag!
An jenem Tag hatte ich allen Halt verloren. Ich dachte Sherlock Holmes und ich würden nun ein gemeinsames Leben führen, nach all den Strapazen die wir durchgestanden hatten. Wir waren glücklich – gemeinsam. Ich fürchtete mich zu erst vor den Folgen unseres Zusammenseins. Doch Sherlock Holmes belehrte mich eines Besseren. Wir bauten uns eine Zukunft auf; die – wie ich dachte – allen Erschütterungen stand hielt. Doch es war ein fataler Fehler gewesen, dies zu glauben.
An jenem Tag verlor ich meinen teuren Freund und Geliebten. Es traf mich wie ein Schlag, als ich die Treppe hinauf zu unserer Wohnung in der Baker Street 221B lief. Es war alles ungewohnt ruhig. Zu ruhig, wie ich nur all zu bald schmerzhaft erfahren musste. Ich öffnete die Türe und fand ein schreckliches Bild vor. Inspektor Lestrade beugte sich über eine am Boden liegende Gestalt. Seine gesamte Ausstrahlung zeugte von Entsetzen, Kummer und Trauer. Als er die Türe aufgehen hörte, drehte er sich zu mir um. Das Grauen, dass er gesehen haben musste lag in all seinen Gesichtszügen.
„Doktor Watson!“, aus traurigen Augen blickte er mich an. Ich verstand nichts. „Es … Es tut mir Leid. Es ging immerhin schnell!“ Ich verstand seine Worte nicht. Wovon redete er? Noch bevor ich nachfragen konnte, war er an mich heran getreten, schien mich festhalten zu wollen – was wie ich bald darauf feststellen musste, wichtig gewesen war. Der Anblick der sich mir bot war entsetzlich. Sherlock Holmes, mein Freund lag mit entsetzlich verzerrtem Gesicht auf dem Boden unserer Wohnung in einer Blutlache. In SEINER Blutlache. Sein Oberkörper war zwar mit einem Tuch bedeckt, doch ich konnte die Waffe in seinen Händen selbst unter dem Stoff erkennen und wusste sofort was passiert sein musste. Er hatte sich mit seinem Revolver erschossen! Die sonst so lebhaften Augen meines Geliebten starrten in die Leere. Mehr wusste ich nicht mehr. Mir mussten die Knie ihren Dienst versagt haben.

Lestrade hatte mich in ein Krankenhaus gebracht, wo ich zwei Tage betreut wurde, doch anschließend hielt mich nichts mehr davon zurück, in die Wohnung zurück zu gehen. Ich musste es mit mir selbst ausmachen. Musste mit meinen Vorwürfen zurecht kommen. Damit dass ich vielleicht alles hätte verhindern können, wenn ich nur eher nach Hause gekommen wäre.

Das alles ist jetzt 5 Tage her. Und ich kann nicht mehr! Ich kann nicht mehr kämpfen.

[Verse 1]
I'm waking up, thinking how we used to be
I still hang on to our tied up dreams
I wish we could turn back the hands of time
Replace the poison that you left onto my mind

Ich wache auch heute wieder völlig fertig aus einem unruhigen Schlaf auf. Sehe wieder und wieder Holmes Leiche vor mir. Dann die Bilder meines Traumes, der mich einholen: Holmes der mir vorwirft zu spät gekommen zu sein.
Krampfhaft versuche ich an meinen Erinnerungen an ihn fest zuhalten, in denen er wie so oft versucht mir zu zeigen, wie falsch meine Schlussfolgerungen waren. Oder daran, wie er am Fenster stand und Geige spielte.
Während ich wie in Trance auf meinen Schreibtisch im Wohnzimmer zusteuere wünsche ich mir zu Millionsten Mal, die Zeit zurück drehen zu können. Ich wüsste so viele Situationen, in denen ich mich anders verhalten würde, sodass ich ihn retten würde. Aber es ging nicht.
Ich musste diesem Schrecken ein Ende machen. Musste diese Bilder, die sich wie Gift in mein Gehirn gebrannt haben loswerden.

[Chorus]
Maybe we'll meet again in another life
Maybe we're better in another paradise
Maybe we will meet again
Maybe we will fall again


[Post-Chorus]
In another life
In another life

Wieder und wieder kreisen meine Gedanken um jenen großartigen Detektiv, den ich stolz meinen Freund genannt hatte. Ich sehne den Tag herbei, an dem ich ihm im Jenseits wieder begegnen würde. Vielleicht wäre dann alles besser, in diesem folgenden Leben. Vielleicht wären wir dann in einem Paradies, wo uns als Paar keine Steine in den Weg gelegt werden würden. Wir würden uns wieder sehen und wären sofort wieder verliebt in einander.

Aber das würde nicht in nächster Zeit passieren. Es wäre im Leben nach dem Tod! In einem Anderen Leben. Wie lange würde es noch dauern? Jahre? Jahrzehnte?
Wann würde es soweit sein?

[Verse 2]
I can't imagine what this life would be
We holdin' on to fading memories
I love you, you love me, but this love sets you free
But if you choose to leave when I'll hope we meet

Selbst nach diesen fünf Tagen, in denen ich mich an verblassenden Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit festklammere, verstehe ich seine Tat nicht. Hatte er nicht mehr ertragen, dass wir uns verstellen mussten? War er einem Feind auf Spur, welcher ihn gedroht hatte.
Ich verstehe seine Tat noch immer nicht. Verstehe nicht, warum er mich verlassen hatte. War er letztlich doch so eiskalt, wie er für viele Leute erschien? Das konnte nicht sein. Er hatte Gefühle. Er hatte mir mehrmals seine Liebe zu mir gezeigt. Also warum hatte er mich hier zurückgelassen?

[Chorus]
Maybe we'll meet again in another life
Maybe we're better in another paradise
Maybe we will meet again
Maybe we will fall again

Die ganze Zeit über realisiere ich nicht, was ich in meinen Händen halte, unschlüssig drehe und wende. Vielleicht würde ich ihn wieder sehen. In einem anderen Leben. Vielleicht wäre es eine bessere Welt, ein besserer Ort, an dem ich ihm wieder begegnen würde, mich wieder in ihn verlieben würde. Und vielleicht würde er diese Liebe auch wieder erwidern.

[Post-Chorus]
In another life

Fest umfasse ich den Griff in meiner rechten Hand und fasse mit der linken Hand die Geige meines Freundes – wer weiß, vielleicht konnte ich sie mit mir in dieses andere Leben nehmen. Entschlossen richte ich die Wabley in meiner rechten Hand auf meinen Kopf.
„In einem anderen Leben! In einem besseren Leben, Holmes! Ich werde kommen!“
Ich sah keinen anderen Weg mehr. Zu tief hatte sich die Trauer in mein Herz gebrannt, als dass ich noch einmal durchmachen könnte, was ich nach Reichenbach durchmachen musste.
Mein Finger umfasst den Abzug, unwillkürlich spanne ich meinen Körper an.
„Holmes, in einem anderen Leben!“

[Chorus]
Maybe we'll meet again in another life
Maybe we're better in another paradise
Maybe we will meet again
Maybe we will fall again

Ich hatte die Augen geschlossen. Bekam nicht mit, was alles so schnell passierte. Das Knarzen von zersplittertem Holz war zu hören, dann spürte ich einen Stoß, der mich von meinem Stuhl riss. Ein Schrei des Entsetzens war neben mir zu vernehmen. Die Stimme – so unverkennbar bekannt sie mir vorkam – musste ich mir eingebildet haben. „Watson, NEIN!“
Meine Hand in der ich die Waffe hielt wurde im selben Moment in dem ich den Abzug betätigte verdreht. Die Waffe zeigte ins Leere. Mein Plan war gescheitert. Dabei wollte ich doch nur zu meinem Freund.
Wieder vernehme ich die Stimme, „Das können Sie mir nicht antun, Watson!“ Fest werde ich von Jemandem in eine Umarmung gezogen. Konnte es sein, dass ich mich geirrt hatte? Nein! Ich hatte ihn gesehen! Seine starren Augen, seine Brust, die nicht mehr von einem Lebenspendenen Heben und Senken bewegt wurde.
„Das kann nicht sein. Ich träume. Sherlock Holmes ist tot!“, rief ich und wehrte mich gegen die Arme, die mich hielten.
„Watson, mein teurer Freund, öffnen Sie die Augen. Schauen Sie mich an!“, es ist Holmes' Stimme. Ich kann und will meine Augen nicht öffnen, aus Angst davor, was passieren würde, wenn ich mir seine Stimme nur eingebildet hätte und dort nur ein besorgter Polizist in der Wohnung sein würde.
Vertraute Hände fassen mein Gesicht, als hätte er meine Befürchtungen herausgefunden. „Watson, bitte. Ich brauche Sie!“, fleht die Stimme.
Verzweifelt reiße ich meine Augen nun doch auf und blicke in das panische aber völlig lebendige Gesicht von Sherlock Holmes.
Das alles war zu viel. Alles wird Schwarz um mich herum. „Wir brauchen kein anderes Leben, Watson. Wir starten jetzt unser neues Leben!“

[Post-Chorus]
In another life
In another life
In another life

„Unser neues Leben!“, flüstere ich, als ich erwache. Ich fürchte, alles nur geträumt zu haben, als ich die Augen öffne und nur Dunkelheit erblicke.
„Ja unser neues Leben!“, werde ich jedoch von der bekannten Stimme bestätigt. Langsam wird mir klar wo ich mich befinde. Ich liege in meinem Bett, Er musste auf der Bettkante links neben mir sitzen.
Bevor ich etwas erwidern kann, wird eine Kerze auf meinem Nachttisch entzündet und in dessen Schein erblicke ich das Gesicht meines Freundes Sherlock Holmes. „Es tut mir so Leid!“, entschuldigt er sich und legt mir seinen Zeigefinger über den Mund, „Warten Sie mit ihrer Antwort, bis ich alles erklärt habe, Watson!“, bittet er. Als ich keine Anstalten mache, etwas zu erwidern fährt er fort, „Ich wünschte, ich hätte Sie nicht erneut solch schmerzhaften Ereignissen aussetzen müssen, mein lieber Freund. Doch mir blieb keine andere Wahl.“, er wendet sein Gesicht kurz ab und wischt sich mit einem Ärmel darüber, „Ich hätte Ihr Leben riskiert, wenn ich mich nicht aus der Gleichung genommen hätte. Kurz nachdem Sie vor 5 Tagen das Haus verlassen hatten, erhielt ich Besuch. Sie kennen den Mann, Watson, sein Name ist Sebastian Moran. Er starrte mich wütend an und überreichte mir die Waffe – jene, die in meiner Hand gefunden wurde – 'Dies ist für Sie. Wenn es nach mir ginge, würde ich Sie direkt erledigen', knurrte er, warf mir einen Zettel zu und verschwand. Ich will nicht wiedergeben was darauf stand, aber es lief alles darauf hinaus, dass entweder ich gehen musste, oder mir alles geraubt werden würde, was ich liebte. Letztlich wusste ich, dass ich beobachtet wurde, so blieb mir nicht genügend Zeit, um Sie einzuweihen oder um uns gemeinsam einen Plan zurecht zulegen. Ich täuschte vor, mich zu erschießen.“
Er macht eine Pause, ich sehe, wie er mit sich kämpft, um weiter zu berichten. „Glauben Sie mir, mein guter Watson, es tat so weh, mit ansehen zu müssen, wie Sie zusammenbrachen. Aber nur so war es mir möglich, Sie zu schützen. Als Lestrade – der nebenbei bemerkt, auch erst in der Droschke der Polizei erfuhr dass ich noch lebte – mich in Sicherheit gebracht hatte, begann ich damit Moriartys Netz zu zerstören – Endgültig. Heute früh als ich von der letzten Verhaftung zum Büro des Inspektors zurück kam berichtete Lestrade mir, wie es um Sie stand. So schnell ich konnte, kam ich hier her. Glauben Sie mir, es versetzte mir einen Stich ins Herz, zu sehen, wie Sie aus völliger Verzweiflung die Waffe auf sich richteten.“ Er stoppt abermals und betrachtet mich mit seinen aufmerksamen Augen, in denen nur tiefes Bedauern zu sehen ist.
Schnell ziehe ich ihn zu mir in eine enge Umarmung.
„Watson, ich … Lassen Sie uns ein neues Kapitel in unserem Leben beginnen! Ohne die Gefahr die von Moriartys Netz aus geht!“
„Ein neues Leben!“

THE END
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