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Home Is Where The Heart Is (Sequel zu 'From Vengeance To Forgiveness')

von MonaGirl
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Charlotte Grayson Daniel Grayson Emily Thorne / Amanda Clarke Jack Porter Nolan Ross OC (Own Character)
08.09.2017
04.05.2022
72
92.456
2
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11.09.2017 1.341
 
Paris, Frankreich

Emily's erster Weg, nachdem sie nach einer Flugzeit von acht Stunden sicher in Paris gelandet war, führte sie direkt zum Friseur. Zu einer neuen Identität gehörte auch ein neuer Haarschnitt, also ließ sie sich ihre lockigen Haare um einige Zentimeter kürzen und entschied sich farblich für einige Nuancen dunkler. Sie wollte perfekt für ihr neues Leben vorbereitet sein. Doch der richtige Enthusiasmus fehlte ihr. Sie vermisste ihre Freunde und ihr Leben, dass sie in den Hamptons geführt hatte, jetzt schon. Wie sollte sie es für immer hier aushalten? Sie nahm sich ein Taxi zu der Adresse, die Nolan ihr aufgeschrieben hatte und klingelte an der Tür. Während sie wartete, schaute sie die Straße entlang, die um diese Uhrzeit fast wie leergefegt war. Die Wohnung, in der sie in Zukunft wohnen sollte, befand sich in einem Vorort von Paris, ziemlich abgelegen und einige Kilometer vom Zentrum entfernt. Ein idealer Ort, um sich zu verstecken, ging es ihr durch den Kopf. Hatte Nolan ihr nicht erzählt, dass die Wohnungsmieterin ebenfalls auf der Flucht war? Noch während sie darüber grübelte, öffnete sich plötzlich die Tür und sie sah sich einer jungen Frau mit langen, rotblonden Haaren gegenüber, die sie freundlich anlächelte.

“Hi, ich bin Julia. Du bist bestimmt Allison, oder?”

Emily nahm die Hand, die die junge Frau ihr zur Begrüßung entgegenstreckte und lächelte ebenfalls. “Nenn mich doch Ally.”

Julia war Emily sofort sympathisch, und anscheinend beruhte dies auf Gegenseitigkeit, denn die junge Frau plauderte gleich munter drauf los und führte Emily durch die Wohnung und zeigte ihr, wo sie in Zukunft wohnen würde. Jede hatte zwar ihr eigenes Zimmer, jedoch würden sie sich das Wohnzimmer und die Küche teilen. Quasi wie in einer WG. Als Emily ihr neues Zimmer in Augenschein nahm, konnte sie nicht umhin, es mit ihrem Raum im Jugendgefängnis zu vergleichen. Es war klein und praktisch eingerichtet, mit einem Babybettchen und einer Wickelkommode, die in einer Ecke des Raumes standen, einem Bett, Kleiderschrank und einem Tisch und einem Stuhl in der Mitte. Sie war nicht mehr daran gewöhnt, so beengt zu wohnen. Die Räume im Strandhaus waren viermal so groß, alles offen, hell und freundlich. Hier gab es nicht einmal einen Balkon oder einen Garten. Das erste Mal hatte Emily Zweifel daran, ob es eine so gute Idee gewesen war, Hals über Kopf abzureisen und mit jemandem zusammenzuziehen, den sie kaum kannte. Doch sie hatte keine andere Wahl gehabt. Daniel hatte damit gedroht, ihr Julian wegzunehmen. Was hätte sie anderes tun können, als zu flüchten? Sie hatte ihre Kreditkarte behalten, doch wusste sie auch, dass sie diese nicht benutzen konnte, ohne dass er von ihrem Aufenthaltsort erfahren würde. Also war sie gezwungen, bescheiden zu leben, mit dem Bargeld, das ihr zur Verfügung stand. Was auch bedeutete, dass sie einen Job brauchte. Von Julia hatte sie erfahren, dass sie im Hotel Bellevue als Zimmermädchen arbeitete. Ein Job, der zwar nicht viel Geld einbrachte, sie und ihre kleine Tochter Jill aber ernährte und es ihr ermöglichte, die Miete für die Wohnung zu bezahlen.

“Denkst du, sie würden mich auch einstellen?”, fragte Emily, als die Idee in ihrem Kopf gereift war, ebenfalls als Zimmermädchen zu arbeiten.

“Wieso nicht?” Die junge Frau zuckte mit den Schultern. “Sie suchen ständig fähiges Personal. Am Besten, du kommst gleich mit mir mit. Meine Schicht beginnt in zwei Stunden. Bis dahin kannst du dich noch etwas ausruhen.”

“Und was ist mit Julian?” Emily schaute skeptisch zu ihrem schlafenden Sohn.

“Den nimmst du einfach mit”, schlug Julia vor. “Das Gute ist, dass das Hotel eine eigene Kinderbetreuung hat. Ich bringe Jill morgens immer als erste dahin, bevor ich mich umziehe und meine Arbeit beginne. Wenn ich abends Schicht habe, passt eine Nachbarin auf Jill auf. Aber du kannst ja sagen, dass du nur die Morgenschicht arbeiten willst.”

Emily musste bei dem Gedanken, als Zimmermädchen zu arbeiten, plötzlich schmunzeln. Sie fragte sich, was Victoria dazu sagen würde, dass ihre Schwiegertochter, die immer noch den Namen Grayson trug, Arbeiten verrichten würde, die unter ihrer Würde waren. Doch sie konnte nicht wählerisch sein. Sie brauchte den Job. “Einverstanden!”, sagte sie und besiegelte damit den Entschluss, ihr neues Leben als Angstellte in einem Hotel zu beginnen.

Grayson Manor, Hamptons

“Sie hat dich verlassen?”, wiederholte Victoria, als könnte sie nicht ganz glauben, was ihr Sohn ihr gerade mitgeteilt hatte. “'Wieso?”

“Keine Ahnung.” Er zuckte hilflos mit den Schultern und holte dann Emily's Brief hervor, den er seiner Mutter schweigend reichte.

Das zum Thema 'Briefgeheimnis', dachte Charlotte, die mit ihren Eltern und Daniel am Abendbrottisch saß und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, dass diese Neuigkeit keine Überraschung für sie war. Es war ihr tatsächlich gelungen, den Brief und die Ringe zurück in sein Zimmer zu schmuggeln, bevor Daniel endgültig aus seinem Alkoholrausch erwacht war.

Während Victoria die Zeilen las, verzog sich ihr Mund zu einem triumphierenden Lächeln. “Habe ich es dir nicht immer gesagt!”, sagte sie zu Daniel gewandt. “Sie hat dich nur benutzt, um sich an uns zu rächen. Aber du hast ja nicht auf mich hören wollen. Jetzt musst du auch mit den Konsequenzen leben. Aber sei froh, dass du sie jetzt los bist!”

“Sie hat mich verlassen und Julian gleich mitgenommen!”

Charlotte verdrehte die Augen. Seitdem er im Krankenhaus angerufen und dort erfahren hatte, dass der Kleine am frühen Morgen von seiner Mutter abgeholt worden war, leckte er seine Wunden und tat so, als ob Emily alleine dafür verantwortlich war, dass es ihm nun so schlecht ging. Als wäre er völlig unbeteiligt daran gewesen, dass sie diesen Schritt gegangen war. “Weißt du wirklich nicht, wieso sie dich verlassen hat?”, stieß sie kopfschüttelnd hervor. “Du hast gedroht, ihr das Baby wegzunehmen und sogar die Legalität eurer Ehe angezweifelt! Kein Wunder, dass sie keinen anderen Ausweg mehr sah, als von hier wegzugehen!” Sah sie tatsächlich so etwas wie Reue in den Augen ihres Bruders? Hatte er vielleicht doch noch ein Gewissen? Doch sie war noch nicht fertig. “Und das du das Strandhaus in Schutt und Asche gelegt hast, hat ihr vermutlich den Rest gegeben!”

“Was hast du?”, mischte Conrad sich nun ein, und sah seinen Sohn fassungslos an. “Da bin ich gerade mal 24 Stunden weg, und in der Zwischenzeit geht hier die Welt unter!”

“Ich wollte das nicht”, gestand Daniel kleinlaut. “Ich war ziemlich betrunken, und...” Er stoppte und griff sich an den Kopf. “Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern.” Etwas, das Charlotte vorhin erwähnt hatte, ließ ihn plötzlich inne halten. “Moment mal, sagtest du gerade, dass Emily alles gesehen hat?”

Sie nickte. “Sie kam gerade herein, als Jack deine Wunden verband. Sie hat gesehen, was du mit ihren Sachen gemacht hast. Ich denke, es hat ihren Entschluss nur gefestigt, von hier zu verschwinden.”

Leise stöhnend schlug er die Hände vors Gesicht. “Ich habe das wirklich nicht gewollt”, beteuerte er noch einmal. “Ich war nur einfach so wütend darüber, dass sie mich die ganze Zeit belogen hatte.”

“Und deshalb drohst du ihr, ihr das Baby wegzunehmen, verlangst die Scheidung und zerstörst euer gemeinsames Heim?” Charlotte sah ihn mit fassungslosem Blick an. “Nur weil du wütend warst? Du bist wirklich unverbesserlich, Daniel! Immer suchst du die Schuld bei anderen! Dabei ist es alleine deine Schuld, dass sie dich mit Julian verlassen hat!” Sie schob den Stuhl ruckartig zurück, dass er über den Boden kratzte. “Der Appetit ist mir vergangen! Ich gehe auf mein Zimmer.”

“Lass sie gehen”, sagte Victoria, die bisher nur stille Zuhörerin gewesen war. “Sie beruhigt sich schon wieder.”

“Ich rufe gleich meinen Privatdetektiv an und bitte ihn um Hilfe”, mischte auch Conrad sich jetzt in das Gespräch mit ein und erhob sich von seinem Stuhl. “Keine Sorge, mein Sohn”, sagte er zu Daniel gewandt und tätschelte mitfühlend seine Schulter. “Wir werden sie finden.”

Victoria erhob sich ebenfalls, nachdem auch Daniel den Tisch verlassen hatte und seinem Vater gefolgt war. “Wie schade. Ich hatte gehofft, wir wären sie ein für allemal los”, seufzte sie theatralisch und verließ dann den Speiseraum, um nach oben in ihr Zimmer zu gehen.
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