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Fire Emblem Heroes: Zuhause

von Fayna
OneshotAngst, Liebesgeschichte / P12 / Gen
06.09.2017
06.09.2017
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Weite friedliche Felder breiteten sich vor dir aus, getränkt im feurigen Rot der Abendsonne, die in der Ferne ihren letzten Momenten entgegenbrannte. Ein letzter verzweifelter Schrei, bevor sie der Stille der Nacht wich. Es war doch so ganz anders als das Blut, welches an den Waffen der Soldaten klebte, die du in die Schlacht geschickt hattest. Wie viele Bedeutungen konnte diese Farbe noch haben?
Rot wie der Wein in den Gläsern der Adeligen, der die königlichen Höfe nur so zum Überfließen brachte, während die Bauern um jeden Tropfen Wasser kämpfen mussten. Rot wie das Leid, welches Embla über diese Welt gebracht hatte. Und trotzdem so Rot wie die zarten Gefühle, die in dir geboren waren in deiner Zeit hier. Du seufztest und versuchtest diesen Gedanken abzuschütteln, während du das Ende eines weiteren Tages entgegensahst. Askr war ein wunderschönes Land, das konnte man nicht abstreiten. Prinz Alfonse hatte dir versprochen dir seine Welt  zu zeigen, wenn der Krieg endlich zu Ende war und zum Glück war er es auch. Prinzessin Veronica hatte sich nun endgültig in ihr Königreich zurückgezogen und alle Helden freigegeben, die sie jemals unter ihren Vertrag an sich gebunden hatte. Selbst Prinz Xander aus Nohr hatte sich am Ende von ihr verabschiedet, als er sie in guten Händen sehen konnte. Befreit von ihrem eigenen Vertrag.
Seitdem hattest du vielen Helden die Hände geschüttelt. Ein letztes Auf Wiedersehen, bevor auch sie in ihre eigenen Welten heimkehrten. Einige wären gerne länger hier geblieben, hätten gerne etwas länger den Frieden hier genossen als in ihre kriegszerstörten Heimaten zurückzukehren und manch anderer hatte es kaum erwarten können seine Geliebten wieder in den Armen zu halten.
  Doch wo war deine Heimat?
Seitdem Prinzessin Veronica den Friedensvertrag unterzeichnet hatte, gab dir diese Frage keine Ruhe mehr. In deiner gesamten Zeit hier hattest du trotz der furchtbaren Tragödien doch Spaß gehabt inmitten dieser Legenden, die später zu deinen Freunden wurden. Du hattest so viele neue Gesichter gesehen und so viele neue Geschichten gehört, dass es dir vorkam wie in einem Traum. Doch jeder weitere Abschied hatte dich etwas wacher gerüttelt bis nur noch du hier übrig geblieben warst. Gestrandet in der grausamen Realität:
Das war nicht dein Zuhause. Du gehörtest nicht hierher.

Im Schloss feierte man den neugewonnenen Frieden gelassen zusammen mit Embla, was dich mehr als nur glücklich stimmte. Du warst dort gewesen bei dem Eröffnugsbankett und hattest so viele fröhliche Gesichter gesehen, dass dein Herz noch schwerer wog, als du gingst. Selbst Prinzessin Veronica hatte man ein zaghaftes Lächeln auf die Lippen gezaubert. Sie saß zwischen Alfonse und Sharena am breiten Tisch und aß nur schüchtern etwas. Die drei schienen sich gut miteinander zu verstehen, auch wenn sie anfangs ein eher… angespanntes… Verhältnis hatten. Es war das erste Mal, dass du die Königskinder in etwas anderes als in ihren Rüstungen sahst. Eine seltsame Entdeckung wie du fandst. Eine traurige Beobachtung wie du schließlich feststellen musstest. Der Krieg hatte so viel von ihnen verlangt. Vor allen Dingen den Prinzen hatte es schwer getroffen, denn er war immer noch von seinem letzten Kampf schwer verwundet. Sein Schwertarm war zerfetzt worden, als er dich gerettet hatte. Die Schlaufe in der er den bandagierten Arm ruhte ließ deine Schuldgefühle nur noch wachsen. Bereits so vieles hattest du ihm zu verdanken und trotzdem war es immer er, der dir am Ende immer zur Seite stand, egal, wie oft du es vermasselt hattest.  
  Die kühle Abendluft strich über deine Haut und wehte für einen kurzen Moment deine trüben Gedanken hinfort, während du auf der weiten Terrasse deinen Weg fortsetztest. In den letzten Tagen hattest du bemerkt, dass es immer schwerer wurde für dich, hier zu bleiben. Doch nun hattest du dich entschieden: Auch für dich war es Zeit zu gehen.
Du hattest es nicht gewollt. Keine große Abschiedsfeier sollte das Ende dieses Abenteuers markieren. So wie du gekommen warst, wolltest du auch wieder gehen. In aller Stille, ohne große Aufmerksamkeit.
Schweigend erreichtest du die alten Ruinen, die sich hinter dem Schloss befanden und legtest Breidablik auf eines der verzierten Felsen. Würde es auch so einfach sein wie bei den anderen Helden? Etwas hielt dich jedoch zurück. Etwas hielt dich in dieser Welt gefangen und nichts hätte dich davon befreien können.
„Kiran?“ Verwundert wandtest du dich der vertrauten Stimme zu. „Ich dachte mir, dass ich dich hier finden würde…“
„Alfonse, ich-!“ Es kam die so vor, als wärst du bei etwas Verbotenem erwischt worden. Als wärst du ein kleines Kind und man hätte dich auf frischer Tat ertappt.
„Keine Sorge…“ In seinem Gesicht konntest du nur zu deutlich die Trauer erkennen, die sich hinter zwei starken Augen verbergte.  „Du möchtest wieder zurück in deine Welt, das verstehe ich nur zu gut…“
Du wusstest in dem Moment nicht, was du sagen solltest. Er hatte Recht, trotzdem schmerzten diese Worte dein getrübtes Herz. „Ist es denn jetzt soweit?“
Du brachtest keinen Ton über deine Lippen. Er hatte es also gewusst… Natürlich hatte er es gewusst. Die Blicke, die er dir in den letzten Tagen zugeworfen hatte, wenn er glaubte, dass du sie nicht bemerken würdest. Die Trauer in ihnen. Die Sorge. Das war es also gewesen…
Er hatte Angst dich ebenfalls zu verlieren…
„Ich hätte dich gerne länger hier gehabt…“, gab er schließlich zu, während er mit seiner gesunden Hand den Griff Fólkvangrs enger umschlang. „Ich- Nein… Kiran? Danke, danke für alles…“
„Alfonse…“ Er versuchte sich hinter der Fassade zu verstecken, die er jedem Helden als erstes zeigte. Die des starken Prinzen Askrs, doch du wusstest es besser. Du kanntest ihn besser, als dass er dich noch hinters Licht führen konnte.  
Du liebtest ihn.
Es gab keinen Grund es zu leugnen. Die zarten Gefühle, die du für ihn empfandst, - eine Fremde und ein Prinz - es hätte einfach nicht sein können. Ein weiterer Grund, weshalb du hier nicht bleiben durftest und weshalb du ohne ein Wort verschwinden wolltest, auch wenn er dich gebeten hatte es nicht zu tun.
„Ich muss dir danken… Euch allen…“ Es war dir einfach nicht möglich ihm in die Augen zu sehen. „Kannst du… Kannst du das auch Sharena und Anna sagen?“
„Natürlich…“
Die unangenehme Stille, die sich über euch legte, wog schwerer als alles andere. Und bevor du es realisieren konntest, lag seine gesunde Hand zwischen deinen. Du merktest wie rot du dabei wurdest, während du seine Hand hieltst, doch zum Glück verdeckte deine weite Kapuze dein glühendes Gesicht.
„Ich…“, stottertest du verlegen. Unsicher, was du sagen solltest, jetzt wo er schwieg, ebenfalls überrascht von deiner Entscheidung. Bevor du nur einen klaren Gedanken fassen konntest, spürtest du seine Finger unter deinem Kinn und seine Lippen auf den deinen. Deine Augen weiteten sich in purem Unglauben, als du schließlich verstandst was passiert war.
Als er sich von dir löste, war er genauso rot wie du, doch du wolltest nicht, dass dieses Gefühl jemals aufhörte. Am Ende hattest du nicht einmal diese drei Worte gebraucht…
Und schließlich hattest du verstanden, dass dein Zuhause hier war, bei ihm.

„Kiran! Wo warst du? Wir haben dich schon vermisst!“ Sharena hatte euch meilenweit bereits entdeckt.
Schließlich fiel ihr Blick auf eure Hände und ein breites Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit.
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