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Beizung

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Frigga Loki OC (Own Character) Odin Thor
04.09.2017
05.01.2021
10
15.798
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04.09.2017 1.917
 
Loki hatte ein aufregendes Funkeln in den Augen, als er sich auf dem Rückweg von seinem Abenteuer befand. Er steuerte das fliegende Schiff Richtung geheimen Knotenpunkt, an dem Wanenheim und Asgard durch einen interdimensionalen Tunnel verbunden waren. Seine wanische Rüstung war stark verdreckt. Braune, stabile Lederstiefel schützten seine unteren Gliedmaßen, eine zerrissene, schwarze Hose schloss sich an, während er über dem dunkelgrünen Hemd einen halb zerbrochenen Panzerharnisch trug. An der Rückseite bohrte sich gefährlich ein Pfeil durch diesen, doch das Fleisch traf er nicht. Das Schiff war aus stabilem Holz, welches mit Metall verstärkt worden war und mit magieverstärkten Flügeln, damit es an Wasser und Land benutzt werden konnte.

Weitere Pfeile und andere Wurfgeschosse wurden auf ihn abgefeuert und verfehlten das kleine Schiff haarscharf. Lokis schulterlanges Haar flog im Wind, er lachte befreit, sich seines Wahnsinns bewusst und der Gefahr, in der er schwebte, aber bei Yggdrasil, er fühlte sich so lebendig. Schweiß lief ihm unaufhörlich übers Gesicht und der Tunnel kam näher. Er stoppte jegiliche Gedankengänge, denn ab hier ging es nur noch ums Überleben.

Ein Wurfstern ritzte ihm seitlich die Wange auf. ‘Auu’ dachte er sich. Das Schiff schleuderte an den hohen Sumpfgewächsen vorbei. Er steuerte es tiefer in den dunklen Wald mit den dicken Bäumen, verworrenen Ästen und großen, unheimlichen Wurzeln, die aussahen, als würden sie wie die Arme einer Krake nach den Besuchern greifen. Nicht umsonst hieß der Wald ‘Krakensumpf’.
Ein Flügel am Schiff brach ab, Äste kratzen weiter an seiner Kleidung und an seinem Gesicht. Weitere Schimpfwörter verließen seinen Mund.

Eine höhere Wurzel schlug ein Loch in das Schiff. Strauchelnd und scheppernd begann es sich um die eigene Achse zu drehen. Es schlug gegen Felsen und Bäume, bevor es endlich stark beschädigt und falsch herum zum Stillstand kam. Unter starken Schmerzen und kroch der Flüchtende unter dem Wrack hervor, die Ellenbogen dabei wie Hacken ,um sich unter dem Schiff hervor zu ziehen.
Loki musste weiter, wenn er nicht als Wanenfutter enden wollte.

Ihm war schwindelig, doch er stand auf. Schwer atmend versuchte er wieder einen klaren Gedanken zu fassen. Diese ganze Reise eskalierte gerade. Vielleicht sollte er seinen Gewinn lieber wieder zurück geben. Loki tastete nach dem runden, länglichen Behälter unter seinem Hemd wegen dem er gerade diese rasante Verfolgungsjagd über sich ergehen lassen musste. Hadernd strich er über den Stoff. Dieses Abenteuer konnte ein böses Ende nehmen.

Schließlich riss er sich zusammen und ballte seine Hände zu Fäusten. Ein Odinson gab nichts zurück, was er rechtmäßig erstanden hatte. Und was noch viel wichtiger war, ein Odinson gab niemals auf. Er hörte, wie das Surren der Schiffe näher kam. Schnell dachte er an ein Ablenkungsmanöver und zog sich den demolierten Panzerharnisch aus, um ihn unter das Schiffswrack zu schieben. Anschließend trat er ein paar Schritte zurück, zapfte seine Magie an und setzte den Schrotthaufen in Brand. Zufrieden nickte er. Vorerst würde sie das Ablenken. Sie würden ihn zumindest kurzzeitig für tot halten und den Brand aufhalten müssen, damit die Flora und Fauna des Waldes nicht völlig durch das Feuer zerstört wurde.

Er atmete tief durch und legte den Zauber der Unsichtbarkeit über sich. Auch wenn er so schneller erschöpft war, hatte er dennoch unerkannt die besseren Chancen. Das einzige, was ihm nun noch gefährlich werden könnte, waren die 'Renner'. Sehr große, hundeähnliche Kreaturen. Die Wanen ritten am Boden mit ihnen. Sie waren schnell, wendig, hatten scharfe Krallen, unheimliche gelbe Augen und einen außergewöhnlichen Geruchssinn. Er musste sich beeilen, sonst würden sie ihn finden.

Lokis Füße setzten sich in Gang - eine halbe Meile musste er noch durch den Krakensumpf, dann wäre er im Herzen des Waldes und am Knotenpunkt angekommen.
Schon nach einer kurzen Weile hörte er das Bellen und Jaulen. Er legte noch eine Zahn zu. Er musste es schaffen. Thor schaffte es auch immer. Schlecht gelaunt schob er den Gedanken beiseite. Das hier war seine Reise. Seine Idee. Ausnahmsweise hatte dies mal nichts mit seinem Bruder zu tun.

Die Geräusche der Jäger kamen näher. Wenn er nicht schneller werden würde, wäre dies hier auch sein Ende. Er sprang über einen kleinen Bach, als er die Renner schon sehr nah bei sich hörte. Langsam wich die Abenteuerfreude einer starken Angst um sein Leben.

Noch zweihundert Meter.

Die drei Reiter in voller Rüstung und mit Speer und Schild bewaffnet verfolgten ihn gnadenlos. Er griff nach einem seiner mitgenommenen Kamas, sensenartige Waffen im kleineren Format, und weinte innerlich ein wenig, weil er diese nun opfern musste. Doch sein Leben ging vor.
Als der führende Reiter in seine Richtung kam, ließ Loki seinen Tarnzauber fallen, warf die Waffe und wich seitlich aus, damit ihn das Biest nicht traf. Beim Abrollen verletzte er sich noch weiter.

Die Waffe landete in der Stirn des Tieres, doch fügte ihm keinen schlimmeren Schaden zu. Der Wane lachte abfällig. Für so eine schlechte Kampfstrategie hatte er seine Deckung aufgegeben. Soviel zum ‘Gott der List’ Das Lächeln auf dem Gesicht des Soldaten gefror jedoch, als er die leuchtenden Runen auf dem Holzgriff der Waffe sah. Schnell wollte er von dem Wesen springen, doch es war zu spät. In einer ohrenbetäubendes Exlosion gingen Reiter und Renner in grünen Flammen auf. Entsetzt blieben die anderen beiden kurz stehen und starrten auf die brennenden Überbleibsel, nur um dann noch wütender in die Sporen zu treten und Loki weiter zu verfolgen.

Der Verfolgte hatte kaum Zeit zu verschnaufen, er atmete schwer und hatte kaum noch Kraft, den Tarnzauber wieder in Gang zu bringen. Also lief er weiter, doch die Reiter hatten ihn schnell wieder eingeholt.
Dabei waren es nur noch hundert Meter höchstens. Er nahm das andere Kama in die Hand und starrte den beiden Rennern, die ihn umkreisten, wütend und auch berechnend in die Augen. “Du hast etwas, was uns gehört…” Setzte der dickere Reiter an.
“Ich habe es ehrlich gewonnen! Und ich werde es nicht hergeben…” Sagte er entschlossen.
“Lüge! Du hast unseren Landlord betrogen!” Die Renner tänzelten wie aufgescheuchte Pferde.
“Ich habe unsere Wette gewonnen. Das Ding gehört mir.” Es war nicht Lokis Problem, dass besagter Landlord ein strohdummer Hund war, der sich nur zu gern auf eine aussichtslose Wette eingelassen hatte. Der schlankere und hoch gewachsene Reiter versuchte mit dem Speer auf Loki einzustechen, doch dieser wich aus und zog ihn mit einem kräftigen Ruck von dem Biest runter. Loki nutzte den Moment und warf das zweite Kama direkt auf den anderen Reiter, doch der sprang ab, bevor ihn die Explosion mitriss, doch seine Kreatur war verloren. Seitlich hatte die kleine Sense es erfasst und ohne Rücksicht zerfetzt. Loki nahm derweil den Speer und erstach den Wanen, welchen er zuvor von dem anderen Renner gerissen hatte. Der dickere Reiter schrie, als sein Kamerad den Tod fand.  Ein Laut, der Loki für eine Sekunde tiefe Befriedigung gab.

Erschöpfung übermannte ihn einige Zeit später und er ging schleunigst weiter. Er musste nach Asgard. Dort wäre er sicher. Der dickere Reiter schloss dem Toten die Augen und wischte seine eigenen Tränen weg. Sein langjähriger Freund war gerade ums Leben gekommen und das nur wegen einer Schachtel, die für den Landlord unentbehrlich war. Er würde sie zurück erobern, damit das Ganze hier nicht umsonst war. Entschlossen nahm er den Renner seines toten Kameraden und gab ihm die Sporen. Sein eigenes lag in Stücke zerrissen da, während die grünen Flammen die Überreste unaufhörlich verschlangen. Der süssliche Gestank von verbranntem Fleisch erfüllte den Wald.

Loki wurde wenige Meter vor dem Übergang eingeholt. Mit einer wenig eleganten Bewegung sprang der Krieger vom Renner und riss Loki auf den Boden. Beide rollten stöhnend einen paar Meter. Dabei verstauchte sich der Asenprinz das rechte Bein. “Gib es zurück!” Brüllte er Loki an und packte ihn am grünen Hemdkragen, bevor er ihm mit der Faust ins Gesicht schlug. Mit einem geübten Wendemanöver beförderte der Asenprinz den Krieger mit sich selbst in das Erdloch.

Der Kampf pausierte und der Krieger brüllte wegen des plötzliches Falles, doch da waren sie auch schon in dem leuchtenden Tunnel, der nur aus Energie zu bestehen schien.

Unsanft landeten beide auf weichem, grünen, nassen Gras. Schwer atmend erhoben sie sich und beäugten sich misstrauisch. “Du hast meine Kameraden getötet.” Sagte der Krieger wütend und mit einem Unterton, welcher Loki sagen sollte, das dieser ihn töten würde.
Loki lachte, strich sich die Haare zurück und sagte keuchend. “Ja, ganz Recht. Und ich habe es gerne getan. Drei gegen einen inklusive dieser Monster sind schon etwas unfair, denkst du nicht?” Der Krieger schaute kurz zur Seite. “Du hättest das Kästchen nicht stehlen müssen. Du bist selbst Schuld!”
Loki lachte noch einmal freudlos auf. “Ich stahl es nicht, ich gewann es rechtmäßig. Ihr Wanen habt euer Wort gebrochen, also lebt mit den Konsequenzen.”  

Dem Krieger reichte es, er stürzte sich mit einem Kampfschrei auf Loki. Dieser Verräter hatte kein Recht über die wanische Ehre zu urteilen, wenn er selbst nicht mal einen Funken davon besaß. Der Angegriffene konnte nicht ausweichen durch sein verletztes Bein und wurde zu Boden gerissen. Er wollte sich wehren, aber der Wane war außer sich und schlug auf ihn ein, bevor er seine Hände um Lokis Hals legte und anfing, ihn zu würgen.

Zuerst tat es einfach nur weh, dann steigerte sich die Panik in Lokis Lungen. Er brauchte Luft, doch seine schwachen Tritte brachten nichts gegen diesen Wahnsinnigen. Er verlor fast das Bewusstsein, als er ein nahes Donnergrollen hörte. Ein Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er ein bekanntes Surren hörte und Mjölnir den Angreifer mit voller Wucht von der Seite wegfegte. Loki hustete und lachte. “Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr….” Würgte er heiser heraus, während er sich den malträtierten Hals rieb.

Thor knurrte nur etwas Unverständliches, als er einen Blick auf den Verfolger warf und seinen Hammer zurück rief. Seine Gliedmaßen waren verdreht und das Genick definitiv gebrochen. Nichts anderes hatte er verdient, wenn er seinen kleinen Bruder strangulierte, dachte sich Thor.
Er ging zu Loki, als er ihn unsanft hochriss und anbrüllte. “Wo bist du gewesen? Wir haben uns solche Sorgen gemacht. Unser Vater….” Loki riss sich los nach diesen unheiligen Worten und sagte. “Ja, ja. Erspare mir deine liebliche Willkommensrede, Bruder. Es gibt Wichtigeres. Wir müssen den Eingang zu Wanenheim schließen, sonst werden bald mehr Eindringlinge dazu stoßen. “ Immer noch wütend ging der Donnergott trotzdem auf den Themenwechsel ein. “Was hast du gemacht?” Enttäuscht von den Unterstellungen funkelte Loki seinen Bruder an. Die anfängliche Freude ihn gesehen zu haben, war endgültig verschwunden. “Erst der Eingang, dann können wir über alles Reden.” Doch Lokis Energie reichte nicht mehr aus. Er war völlig erschöpft. Thor legte ihm letztendlich eine Hand auf die Schulter. “Vater wird das erledigen…” Sagte er in ruhigerem Tonfall. Loki nickte und atmete tief durch. Das Abenteuer reichte ihm fürs Erste.

Langsam taumelte er Richtung Schloss, Thor hielt ihn auf. “Du hast mit immer noch nicht gesagt, wo du gewesen bist. Das der Angreifer ein Wane ist, sehe ich, aber das erklärt deine Abwesenheit noch lange nicht.” Sagte er. Trotzig erwiderten grüne Augen seinen Blick. “Ich bin müde und hätte heute fast mehr als einmal mein Leben verloren. Ich brauche Ruhe. Zumindest bis morgen.” Es war bereits der Übergang vom Tag zum frühen Abend.  Thor akzeptierte das. Allerdings würde er dem Allvater Bescheid geben bevor Loki es tat. Es war nicht so, das er ihm nicht traute, aber er konnte auch nicht leugnen, das Loki ein Meister der Worte war und manchmal ließ er gern das ein oder andere aus beim erzählen.

Loki wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was er in Gang gesetzt hatte.
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