Das Erwachen

von Lirqua
GeschichteFantasy / P16 Slash
Der Outsider
04.09.2017
04.09.2017
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Der junge Mann rannte um sein Leben. Der Orden des Nichts war dicht hinter ihm, er konnte ihre Roben rascheln hören.
„Bleib stehen!“ brüllte einer von ihnen.
„Niemals“ dachte der junge Mann für sich.
Er bog in eine Gasse ab. Es war dunkel, denn der nächtliche Mond war wolkenverhangen. Er duckte sich hinter ein paar Kisten, in der Hoffnung, die Dunkelheit würde seine Gestalt verschlucken. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und sein Haar klebte an seiner verschwitzten Stirn. Er hatte noch nie eine solche Angst verspürt und trotz der Kälte war ihm warm. Sein Atem hinterließ Dampfschwaden in der Luft und er zitterte.

Als das Rufen der vermummten immer leiser wurde, wagte er seine Muskeln zu entspannen. Angestrengt lauschte er in die Nacht und als er sicher war, dass niemand außer ihm hier war, verließ er sein Versteck. Er musste fort von hier. Schnell. Bevor sie bemerkten, dass er sie an der Nase herumgeführt hatte.
An der Hausecke blieb er stehen und sah sich um. Nichts war zu sehen. In den Fenstern der schlafenden Häuser spiegelte sich nur die Nacht.
Er bog ab und ging den Weg, den er gekommen war. Seine Schritte hallten von den Häuserwänden wider. Ängstlich blickte er um sich. Die Männer des Orden des Nichts waren überall. Würde er sich bei den Bewohnern der Häuser bemerkbar machen, lief er Gefahr, dass sie dem Orden zugehörig waren.
Plötzlich vernahm er ein Knacken und der junge Mann erstarrte. Sein Herz pochte wieder wild und das Adrenalin vermischte sich mit seinem Blut. Bevor er überlegen konnte, bewegten sich seine Beine von selbst. Wieder rannte er, doch hinter ihm blieb alles still.
Nach einer Weile wurde er langsamer und blieb schließlich gänzlich stehen. Er drehte sich nach hinten, konnte jedoch nichts erkennen.
Als er sich wieder nach vorne drehen wollte, spürte er einen dumpfen Schlag und ihm wurde schwarz vor Augen.

Er erwachte mit stechenden Schmerzen im Kopf. Wo war er? Alles um ihn herum war grau. Er saß auf einer Art schwarzen Insel, die mitten in dem Grau zu schweben schien.
„Wo bin ich hier?“ fragte er noch mal laut. Er erwartete keine Antwort und erschrak deshalb sehr, als er doch eine erhielt.
„Du bis im Nichts“ Ein bärtiger Mann war hinter dem schwarzen Felsen aufgetaucht, an dem der junge Mann lehnte.
„Was wollen Sie von mir?“ Der junge Mann wehrte sich erfolglos gegen die Fesseln, die seine Arme hinter seinem Rücken hielten.
„Lassen Sie mich gehen!“ Der bärtige Mann sah ihn nur kalt an und zog den jungen Mann an einem Arm hoch. Er schleifte ihn zu einem Altar, auf den der junge Mann gelegt wurde. Um diesen Altar standen Kapuzen-Männer in mehreren Reihen. Die Köpfe gesenkt.
Die Luft war geschwängert von einem unheimlichen Klang, erzeugt durch einen leisen Gesang, der von den Männern kam.
Vier Männer drückten den sich wehrenden jungen Mann auf den Altar nieder. Ein fünfter Mann tauchte hinter dem jungen Mann auf. In der Hand hielt er einen kleinen Dolch.
Der junge Mann ahnte was nun geschehen würde und schrie auf vor Angst. Unbarmherzig erhob der Mann den Dolch und rammte ihn in das Herz des jungen Mannes. Dieser röchelte. Er spürte wie das Leben aus seinem Körper wich. Eine einzelne Träne löste sich aus seinem Auge und vermischte sich mit dem Blut, das sich wie ein Kranz um den Oberkörper des Mannes bildete.
Mit dem jungen Mann, erstarb auch der Gesang.

Als der junge Mann gestorben war, hievte man ihn auf eine hölzerne Trage und ließ ihn ruhen. Man umsorgte und nährte ihn, bis er schließlich seine nun pechschwarzen Augen öffnete und sich erhob.
„Was ist geschehen?“ fragte er.
„Wir opferten dich dem großen Nichts, dessen Beherrscher du nun geworden bist.“ Antwortete einer der Kultisten.
Der geopferte blickte den Kultisten kalt an. Er dachte daran ihn zu töten und erschrak, als dieser schreiend tot umfiel.
„Du bist nun ein göttliches Wesen!“  versuchte ein anderer Kultist ihn zu beschwichtigen.
Auch ihn tötete der junge Mann mittels seiner Gedanken. Er tötete alle bis auf einen und als er seine Rache bekommen hatte, blickte er den letzte kalt an. Dieser wich panisch zurück bis er nicht mehr weiter konnte.
„Geh“ sprach der junge Mann düster, „Geh und verkünde der Welt, der Outsider ist da.“
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