The strength you wouldn´t have expected

von Reitejoh
KurzgeschichteDrama / P12
03.09.2017
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The strength you wouldn´t have expected

„Hey, Oishi!“ rief der rothaarige Akrobat, des Seigaku Tennisteams, durch den vom Wasserdampf vernebelten Waschraum. „Werf mal bitte dein Duschgel rüber. Deines riecht immer so gut, Oi, viel besser als meines!“ grinsend drehte sich Eiji zu seinem Doppelpartner rüber, welcher gerade damit beschäftigt war sich den Körper einzuseifen. Ein stummes Lächeln legte sich auf das Gesicht des Schwarzhaarigen und er schloss für einen Moment seine Augen. Er mochte die positive Ausstrahlung seines Doppelpartners. Es war wirklich unmöglich ihn die Laune zu vermiesen. „Sofort Eiji!“ antwortete er ihm, bückte sich kurz nieder um die Plastikflasche vom Boden aufzuheben, um sie dann mit einem gezielten Wurf in Kikumarus Hände zu befördern. „Aih, danke dir vielmals Oishi!“ strahlend blickte er noch einmal zu ihm rüber, bevor er sich einen Batzen Gel in seine Handfläche laufen ließ. „Hmmm,..“ schnurrte der Akrobat und legte entspannt seinen Kopf in den Nacken, während er das Aroma des Schampos in seine Nase zog. „Deshalb bin ich also so unheimlich gerne in deiner Nähe Oishi!“ meinte er grinsend und zwinkerte dem Schwarzhaarigen zu, bevor auch er sich anfing einzureiben. Oishi wurde bei der Aussage und Gestik des kleineren leicht rot und lächelte etwas schüchtern. Was würde er nur ohne ihn machen. Egal in welcher Situation oder Gefühlslage sich Oishi befand, Kikumaru schaffte es jedes Mal wieder ihm ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Er fragte sich wie er Das zusammen brachte. Hatte er denn nie emotionale Tiefpunkte? Über seinen nächsten Gedanken hätte sich der Vizekapitän ohrfeigen können. ‚Nein! Eiji war nicht beschränkt in der Hinsicht, dass er über gar nichts nachdenken würde.’ Das Lächeln wich einem Ausdruck des Zorns über sich selbst. Jedoch hielt dieser nicht lange an. Als er den Schaum von seinem Körper abgeduscht hatte, band er sich sein Handtuch um die Hüften und ging in Richtung Umkleidekabine.
„Oishi, hey!“ rief der Akrobat ihm hinterher, als der Schwarzhaarige gerade die Tür geöffnet hatte. Er schaute zu ihm zurück und blickte ihn fragend an. „Du hast dein Duschgel vergessen!“ kam es von Seiten Eijis. Daraufhin lächelte er den Rothaarigen freundlich an und meinte „Ich schenks dir, du magst den Geruch ja so gerne.“ Eijis Blick wich einem freudigen Strahlen. „Oh, echt?! Vielen Dank Oishi.“ Kikumaru blickte auf die Plastikverpackung des Duschgels und überlegte laut „Wenn du mir deines schenkst, will ich dir aber auch meines schenken.“ Er stutzte merklich im Satz und fuhr sich durch die nassen Haare. „Aber, nein… wenn ich dir mein Gel schenke, dann riechst du nicht mehr so gut und dann will ich vielleicht nicht mehr so gerne in deine Nähe sein.“ Eji grinste seinem Gegenüber an. „Aber wenn du meines haben willst hier hast du´s.“ Oishi wurde noch röter als zuvor. Um sich nichts anmerken zu lassen sagte er gelassen „Das passt schon, ich hab eh noch eine Flasche in meiner Tasche.“ Und verließ lächelnd den Duschraum.
Als er sich abgetrocknet und sich eine Shorts angezogen hatte, erhaschte er einen kurzen Blick auf das Display seines Handys. Seine Augen kniffen sich bei dem Anblick etwas zusammen. Dreizehn Anrufe in Abwesenheit und eine SMS. Er zog die Schultern kurz nach oben und schaute, wer es so eilig gehabt hatte ihn zu erreichen. Die Anrufe stammten alle von Tezuka, seinem Kapitän. Ihm fiel auf, dass er die Anrufe alle innerhalb von zehn Minuten getätigt hatte, was ihm ein etwas unsicheres Gefühl bereitete. Er öffnete die SMS mit ein paar Tastendrücken. Der Absender war ebenfalls Tezuka. Während er die Mitteilung las, öffneten sich seine Augen immer weiter. Als er fertig war, ließ er das Handy fallen, setzte sich geschockt auf eine der Bänke in der Umkleide nieder und blickte starr auf den Boden.
Die Tür zum Duschraum öffnete sich und Eiji betrat nass triefend mit einem Handtuch um die Hüften den Raum. Er schüttelte sich das Wasser aus den Haaren und seufzte zufrieden. „Ah, jetzt fühl ich mich wieder frisch. Das war ein hartes Match Oishi. Hätte nicht gedacht, dass du mich so einfach schlägst.“ Meinte der Rothaarige lächelnd. Ihm viel der leere Blick und die kraftlose Haltung des Älteren auf. Ebenso wie das am Boden liegende Handy. Eiji konnte sich denken, was den Schwarzhaarigen so aus der Fassung gebracht hatte. Mit einem leisen Seufzen ging Kikumaru zu seiner Tasche. Nachdem er sich schweigend abgetrocknet und angekleidet hatte, blickte er zu dem immer noch starr dort Sitzenden Oishi. „Ach Oishi, mach dir keine Gedanken. Ich will einfach ganz normal weitermachen, so wie bisher.“ Eiji legte seinem Partner eine Hand auf die Schulter und sah ihn aufmunternd in die Augen. „Ich glaub sie wären glücklich mich so zu sehen. Glücklicher als wenn ich die ganze Zeit Trübsal blasen würde.“ Er ließ von ihm ab und warf sich seine Tennistasche auf die Schultern. „Ich werde damit schon fertig, ich bin ja kein Kleinkind mehr. Ich kann so oder so nichts mehr daran ändern, egal wie sehr ich es will.“ Der Akrobat ging auf die Tür zu und öffnete sie langsam. Ihm fielen Sonnenstrahlen von draußen entgegen und er hielt sich eine Hand vor das Gesicht, sodass ihn das Licht nicht allzu sehr blendete. „Würde mich aber sehr freuen, wenn du in Zukunft noch mehr Zeit mit mir verbringen würdest.“ Dann trat er ins Freie und schloss die Tür hinter sich.
Oishi schüttelte immer noch ungläubig und entsetzt den Kopf. Er empfand unheimliches Mitleid für Eiji, aber er war auch sehr überrascht und beeindruckt über die Reaktion seines Partners. Er hob sein Handy vom Boden auf und überflog ein zweites Mal den Text der SMS.
Wann war sein kleiner Kikumaru nur so erwachsen geworden? Und Wie und Wo hatte er gelernt so stark zu sein?

‚Oishi, ist Eiji zufällig bei dir? Ich habe Angst, dass er etwas Dummes anstellen könnte. Seine Familie ist heute Mittag, bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Wenn du weißt wo er sich aufhält, setze dich bitte sofort mit mir in Verbindung. MfG Tezuka’
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