Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hitman - Contract: Creative Killing

GeschichteThriller / P18 / Gen
47 Diana Burnwood
02.09.2017
21.10.2019
8
11.206
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
02.09.2017 1.188
 
Hitman - Contract: Creative Killing




Agent 47 ist einer der interessantesten und faszinierendsten Charaktere mit denen ich mich jemals befasst habe. Das Spiel Hitman Absolution inspirierte mich dazu ihm eine Fanfiktion zu widmen. Die Geschichte spielt allerdings einige Jahre vorher. Sowohl über Lob als auch über Kritik würde ich mich sehr freuen. Viel Spaß beim lesen :)
Cover: http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=7e41d7-1503685548.jpg





Freitag 28. Juni - 16.00 Uhr

Das kalte Wasser fühlte sich wohltuend auf meiner Haut an. Sanft rannen die kühlen Tropfen an meinem inzwischen schon leicht vernarbten Körper hinab. Die Hitze an diesem schwülwarmen Tag hatte das vierstündige Training zusätzlich erschwert, doch auch diese Hürde machte mir schon lange nichts mehr aus. Ich war es von Kindheit an gewohnt. Immer noch besser als die extreme Kälte im Winter, die bei jedem Atemzug in den Lungen brannte.
In Rumänien war es immer sehr kalt gewesen.
Seit ich denken konnte verbrachte ich meine freie Zeit damit meine Schusswaffen zu reinigen, Messer zu schärfen, schießen zu üben oder meinen Körper zu stählen.

Das Gebäude in dem ich gerade war, stand auf einem der vielen Grundstücke die sich dem Besitz der ICA (International Contract Agency) zurechnen ließen. Es befand sich in North Dakota direkt an der Grenze zu Kanada, war wirklich riesig und daher perfekt geeignet für sportliche und militärische Übungen jeder Art. Vom Kontrollzentrum aus erstreckten sich 10 km Wald in jede Richtung, umgeben von einem 4 Meter hohen Stacheldrahtzaun, der von insgesamt 20 Scharfschützen bewacht wurde. Jeder von ihnen ein Profikiller und Meister seines Fachs. Dennoch konnte sich keiner von ihnen auch nur ansatzweise mit mir messen.

Ich drehte die Dusche ab, schnappte mir das schwarze Handtuch von der Halterung und schob die angelaufene Scheibe zurück. In dem beschlagenen Spiegel konnte ich nur meine Silhouette ausmachen. Beim drüberwischen fühlte sich die Fläche kalt und glatt unter meinen Fingern an. Die Reflektion zeigte einen Mann Mitte 30, kahlrasiert, mit hohen Wangenknochen und stechenden stahlblauen Augen. Meine Gesichtszüge wurden ganz eindeutig von den deutschen Genen dominiert, die ich in mir trug. Wenn es ein perfektes Pokerface gab, konnte ich es mein Eigen nennen. Niemals verriet meine beinah ausdruckslose Mimik auch nur die geringste Gefühlsregung.

Unwillkürlich wanderte meine Hand zu der kleinen, kaum fühlbaren Erhebung auf meinem Hinterkopf. Die Tätowierung, mein Code – 47.
Von der Statur her war ich eher schlank und athletisch. Zu viele Muskeln hätten mich nur in meiner Schnelligkeit eingeschränkt und das konnte ich mir in meinem Beruf nicht erlauben.
Es gab eine Frage, die ich mir schon oft gestellt hatte und es verging kein Tag an dem ich nicht darüber nachdachte. War ich eine Art Übermensch? Wenn man meine Belastbarkeit analysierte konnte man fast davon ausgehen.

Meine Gedanken schweiften zu meinem letzten Auftrag. Das Ziel zu erledigen war an sich kein Problem gewesen, aber danach wieder ungesehen aus dem Gebäude zu entkommen schon. Den Schuss konnte niemand gehört haben, da ich meine Lieblingswaffe, einen schallgedämpften Silverballer, benutzt hatte. Mit einem gezielten Kopfschuss hatte ich die weißen Wände des Büros mit dem Blut und der Gehirnmasse meines Opfers dekoriert. Beim Hineingelangen in die Villa hatte mich mit Sicherheit niemand gesehen, sonst hätten die Wachen früher etwas unternommen um den Hit zu vereiteln. Vermutlich war es einfach nur Zufall gewesen, dass sie ihre Position gewechselt hatten.

Oder möglicherweise eine Vorahnung? Wurden sie von jemandem informiert?
Selbst durch die verstärkte Tür hatte ich ihre Schritte auf dem Flur hören können. Mir blieben also nur zwei Alternativen. Entweder ich schoss mir den Weg frei und würde riskieren, selbst ein paar Kugeln zu kassieren, oder ich entschied mich für das Fenster.

In Anbetracht der Lage wählte ich letztere Möglichkeit. Zu meinem Glück waren weder auf der Veranda noch im Garten Wachen zu sehen. Gerade in solchen Situationen wurde mir nur zu deutlich bewusst wie wichtig es war seinen Körper durch permanentes Training fit zu halten.
Mit zwischen die Zähne geklemmter Pistole schwang ich mich auf den Sims und  kletterte an der Regenrinne hinab, penibel darauf achtend, dass ich nicht an einer der hervorstehenden Schrauben hängen blieb. Nicht, dass ich Angst gehabt hätte meinen maßgeschneiderten Anzug zu zerreißen. Das Verhaken des Stoffes hätte zur Folge haben können, dass ich das Gleichgewicht verlor. Sicherlich hätte ich mich wieder fangen können, aber bestimmt nicht geräuschlos.

Der Kies knirschte leicht unter meinen Schuhen, als ich das Ende der Rinne erreichte. Aus den Augenwinkeln nahm ich eine Bewegung wahr. Ein Mann, mit einer Micro-Uzi bewaffnet, stand hinter mir. In der linken Hand hielt er ein Funkgerät, dass er gerade zu seinem Mund führen wollte.
Wo war der auf einmal hergekommen? Warum hatte ich ihn vom Fenster aus nicht sehen können?

Offenbar schien es ihm zu riskant mich allein anzugreifen und er war deshalb drauf und dran Verstärkung zu rufen.
Kluger Kerl, aber leider zu langsam.
Noch bevor er den Aktivierungsknopf drücken konnte fiel er schon mit einer Kugel im Kopf rückwärts um. Ich packte ihn am Fuß, schleifte ihn zu der Regentonne, welche genau unter der Rinne stand, die ich gerade heruntergeklettert war. Ein idealer Ort um die Leiche zu verstecken. Ich öffnete die Tonne, ließ den leblosen Körper langsam ins Wasser gleiten und verschloss den Behälter wieder.

Mit gezogener Pistole sah ich mich auf dem Anwesen um. Vor dem Tor befanden sich zwei Wachen, doch ansonsten war der äußere Bereich des Grundstücks komplett leer. Kameras konnte ich ebenfalls keine ausmachen, zumindest nicht in dem Bereich in dem ich mich gerade aufhielt. Der Radius der über der Tür platzierten Geräte konnte meinen Standort nicht erfassen. In dem Gebüsch in welchem ich mich gerade herumdrückte war ich also so gut wie unsichtbar. Als die Torwachen abgelenkt waren schaffte ich es mühelos über den Zaun zu klettern und unbemerkt das Grundstück zu verlassen. Es war am Ende etwas brenzlig gewesen, aber ansonsten ein Auftrag wie jeder andere. Ein voller Erfolg, wie immer.

Ja, es war mein Job Leute für Geld zu ermorden. Ich machte ihn wirklich gern; und zwar nicht wegen der Bezahlung. Die Tat präzise, perfekt und am besten unbemerkt auszuführen hatte für mich den größten Reiz, dicht gefolgt von dem Nervenkitzel den ich jedes Mal hatte, wenn ich mir überlegte, was alles schiefgehen konnte. Nüchtern betrachtet konnte ich bei jeder Mission sterben, wenn ich etwas verpatzte oder etwas eintrat, mit dem ich bei meiner Planung nicht gerechnet hatte. Dieser Beruf war sehr viel aufregender als die meisten anderen. Außerdem war es ja nicht so, dass ich wirklich eine Wahl hatte. Natürlich hätte ich versuchen können aus der Irrenanstalt in Rumänien, die man zu einem geheimen Forschungslabor umfunktioniert hatte, zu fliehen als ich noch ein Kind war, aber das hätte unweigerlich meinen Tod zur Folge gehabt. Gewiss hätte ich den Stacheldrahtzaun nicht einmal erreichen können, bevor mich eine der erbarmungslosen Kugeln durchbohrt hätte; abgefeuert von einem Scharfschützen ein paar Meter über mir.
Also ließ ich die Experimente über mich ergehen.

Unter Anleitung des deutschen Wissenschaftlers Dr. Orth-Meyer spritzten mir die Ärzte Substanzen, die meine Wahrnehmung der Dinge zunehmendst veränderten. Am deutlichsten wirkte sich diese Umwandlung auf meine Fähigkeiten und Emotionen aus.

Es fällt mir schwer etwas zu fühlen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast