Jack'n'Jess

von kweenron
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Jack Dalton Mac Gyver OC (Own Character)
30.08.2017
14.10.2017
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„Rettungswagen 77, Code 16.“ Jessica und ihr Kollege sprangen auf, rannten zum Rettungswagen.
„Was denkst du, ist es dieses Mal“, fragte ihr Kollege, während er auf den Beifahrersitz kletterte. „Ob es wohl etwas ernstes ist? Oder wieder ein eingeklemmter Finger?“
„Das werden wir hoffentlich gleich erfahren.“ Jessica startete den Wagen und schaltete die Sirene ein.
„Schusswechsel in einem Bürogebäude. Mehrere Agenten sind eingeschlossen. Anzahl der Verletzten unbekannt.“
„Verstanden Zentrale.“
Es war zwei Monate her, dass Jessica wieder auf Jack getroffen war. Seither hatten sie wenig Zeit zu reden gehabt, wollte dies teilweise auch gar nicht. Jack schämte sich für sein Verschwinden und überlegte fieberhaft, wie er eine vernünftige Erklärung finden sollte. Jessica hingegen war verdammt sauer und hatte einige Mühen aufbringen müssen, um ihn nicht jedes Mal anzuschreien. Jedoch, wenn sie ehrlich zu sich selbst war, verschwieg sie auch einige Sachen, die sie vielleicht schon längst hätte aufklären sollen.
„Hier vorne ist es.“ Jessica stellte den Wagen ab und sprang raus. Sie schnappten sich ihre Taschen und eilten zur Absperrung vor. „Wer leitet den Einsatz hier?“
„Das bin ich. Officer Kolan.“ Sie schüttelten sich die Hände.
„Wie ist die Lage, Sir?“
„Wir haben drinnen einige Agenten, die noch im Schusswechsel mit den Terroristen stehen. Wir wissen nicht, wie viele Menschen da drinnen verletzt sind.“
„Dann gehen wir also rein?“ Der Officer schüttelte den Kopf: „Wir müssen warten, bis sich die Situation geklärt hat. Im schlimmsten Fall laufen Sie geradewegs in eine Geiselnahme.“
„Im schlimmsten Fall sterben alle da drinnen. Es tut mir leid, Sir – ich bin hier um Menschenleben zu retten und nicht, um unnütz herum zu stehen.“ Sie wandte sich an die umstehenden Sanitäter: „Wer mir helfen will, darf gerne mitkommen.“ Sie rannte durch die Absperrung in das Gebäude. Das Hauptgeschehen schien sich im zweiten Stock abzuspielen, also gingen sie weiter ins Treppenhaus. Einige Leute waren ihr gefolgt, sie teilte einen davon einem Verletzten zu, den sie im Treppenhaus fanden, bevor sie weiter nach oben ging. Vorsichtig öffnete sie die Tür zum Gang, entdeckte sofort die Verletzten. Sie rannten in den Gang und verteilten sich. „Guten Tag Sir, heute ist ihr Glückstag.“ Sie war gerade dabei, dem Mann einen Druckverband um die Wunde am Arm zu legen, als sich jemand neben sie kniete.
„Was zur Hölle machst du hier“, fragte er mit leiser, angestrengter Stimme.
„Mac? Das sollte ich wohl eher dich fragen – ich mache nur meinen Job.“
„Ich dachte, du wärst Ärztin.“
„Sanitäterin, ja.“ Sie sah ihn verwirrt an. Er trug weder Uniform noch Waffe. „Und ich dachte, du wärst Polizist.“ Plötzlich ertönten Schüsse. Mac packte Jessica am Arm und zog sie hinter ein halbhohes Regal. „Ihr seid auch alle da?“ Überrascht sah sie zwischen Riley, Bozer und Jack hin und her.
„Ich hab ihr nicht gesagt, dass ich so eine Art Polizist bin“, antwortete Mac auf die vorwurfsvollen Blicke.
„Klar, das hast du ja sogar mir ewig verschwiegen“, meinte Bozer. „Mach dir nichts draus, Jess.“
„So eine Art Polizist? Seid ihr selbsternannte Rächer, oder was?“
„Wir klären das, wenn wir nicht mehr beschossen werden, ja?“ Jessicas Blick viel auf Jack.
„Du hast eine Waffe?“
„Das dürfte eigentlich nichts Neues für dich sein. Ich habe schon bei der Polizei gearbeitet, als du noch nicht einmal deinen Schulabschluss hattest.“
„Du hast dir die Augen aus geheult, weil dir jemand eine Pistole an den Kopf gehalten hat, darf ich dich daran erinnern?“ Kurzes Schweigen brach aus. Die Anwesenden tauschten vielsagende Blicke aus, bevor Jack abwehrend die Hände hob: „Das war das erste Mal, dass mir so etwas passiert ist und das ist über zehn Jahre her.“
„Machen wir einen Deal“, griff Riley ein, „Jack bringt uns alle sicher hier raus und dafür klären wir nachher einige Dinge, okay?“ Niemand hatte was dagegen einzuwenden.
„Ich muss zuerst euch Sanitäter und die Verletzten hier raus bringen. Jess, ich will das du mir vertraust und mit kommst.“
„Bist du komplett bescheuert? Du bist damals einfach abgehauen!“ Jess schüttelte den Kopf. „Ich habe absolut keine Lust dir gleich wieder mein Leben anzuvertrauen.“
„Wenn du das hier überstehen willst, dann solltest du das aber tun.“
„Du kannst dir eine schöne Erklärung basteln. Wenn ich auch nur einen Kratzer abbekomme, dann drehe ich dir persönlich den Hals um.“ Jack grinste.
„Das Risiko gehe ich ein.“ Er brachte die Sanitäterin und ihre Kollegen, sowie die Opfer zurück ins Treppenhaus, bekam dabei Hilfe von der Polizei. Er warf Jessica einen vielsagenden Blick zu, bevor er wieder nach oben rannte. Mit den anderen schlug er sich weiter nach oben durch, lieferte Bozer und Riley in einem Computerraum ab und ging mit Mac weiter.
„Habe ich eine Chance darauf, dass du mir die Sache jetzt schon ein wenig erläuterst? Immerhin ist sie meine Freundin.“ Jack seufzte, verdrehte genervt die Augen: „Als hätte ich nichts besseres zu tun.“
„Bitte Jack.“
„Sie ist zwar drei Jahre jünger als ich, aber wir haben direkt gegenüber gewohnt und uns irgendwie schon immer gut verstanden. Ich weiß gar nicht mehr, wie das begonnen hat. Sie ist meine beste Freundin, ich erinnerte mich an keinen Tag, an dem ich nicht an sie gedacht habe. Wir waren unzertrennlich.“
„Und warum hast du sie dann seit zehn Jahren nicht gesehen“, fragte Mac.
„Naja... ich war jung und naiv. Ich habe gedacht, ich müsste immer das machen, was man mir sagt um erfolgreich zu sein. Als sie meinten, es wäre besser Jess nicht mehr zu sehen, dachte ich, das wäre nötig.“
„Die CIA?“
„Die CIA.“ Mac sah ihn stirnrunzelnd an, bevor sich ein Lächeln auf seine Lippen schlichen. „Ich war zwanzig, okay? Heute würde ich das auch nicht mehr tun.“
„Und du hast wirklich geheult, weil die jemand eine Waffe an den Kopf gehalten hat?“
„Hast du den Drang zu sterben, oder warum fragst du mich solch provozierende Sachen?“ Mac lachte kurz, schüttelte dann grinsend den Kopf.
Wenig später hatten sie alle Feinde ausgeschaltet und den Anführer der Bande fest genommen. Sie traten gerade aus dem Gebäude, sahen Jessica mit einem kleinen Mädchen reden, welches sich kurz darauf von ihr abwandte und zurück zu einer jungen Frau rannte.
„Glaubst du, sie wäre eine gute Mutter“, fragte Jack und Mac sah ihn verwundert an: „Wie kommst du den jetzt darauf?“ Der Angesprochene zuckte mit den Schultern.
„Ist mir eben gerade so in den Sinn gekommen. Ich meine, sie kommt schließlich langsam in das Alter für Kinder – und du auch.“
„Ihr seid mir noch eine Erklärung schuldig“, meinte Jessica, als die beiden Männer sich zu ihr gesellten. „Ich habe Zeit, also legt los.“
„Zuerst will ich wissen, warum du dich in Gefahr gebracht hast“, meinte Jack und verschränkte die Arme vor der Brust. Jessica zog eine Augenbraue nach oben und deutete auf das Symbol auf ihrer Jacke.
„Ich bin Rettungssanitäterin. Seit fast zehn Jahren. Es ist mein Job, mich in Gefahr zu bringen und Leuten das Leben zu retten.“
„Da habe ich etwas anderes gehört. Normalerweise warten Ärzte doch immer, bis die Opfer zu ihnen kommen.“
„Da hast du wohl etwas falsch verstanden, Jack.“ Mac spürte die Spannung zwischen den Beiden und beschloss kurzerhand nach Riley und Bozer zu sehen, die zwei allein zu lassen. „Und was hattet ihr hier zu suchen? Was ist diese „Art von Polizist“, die ihr seid?“
„Solang wir Menschenleben retten, ist das doch egal, oder?“
„Und was war vor zehn Jahren? Hast du da auch Menschenleben retten müssen, oder was?“ Jack schluckte. „Was ist in der Zeit passiert? Es kann nicht alles glatt gelaufen sein, wenn du nicht einmal eine Nachricht geschickt hast. Was machst du wirklich Jack Dalton?“
„Habe ich doch gesagt.“
„Ich merke, wenn du lügst.“
„Tun wir doch einfach so, als würde ich es nicht tun.“ Er wandte den Blick von ihr ab. „Das macht es um einiges leichter.“
„Und was war das, vor fünf Jahren?“
„Was vor fünf Jahren passiert ist, bleibt unter uns.“ Jack wirkte mit einem Mal sehr nervös. „Tun wir einfach so, als hätte es diesen Tag nie gegeben – vergiss das einfach.“
„Für mir hat es mehr nach etwas geklungen, dass wir beide nie vergessen würden.“
„Halt die Klappt, Jess.“ Sie gingen zu Mac und den anderen.
„Aber im Ernst, ihr seid keine Polizisten, oder?“
„Siehst du nicht die wunderschöne Uniform, die ich trage“, fragte Jack sarkastisch. Jess verdrehte grinsend die Augen. „Nein, sind wir nicht. Wir sind so etwas wie verdeckte Ermittler, aber nicht für die Polizei.“
„Ihr arbeitet für Phönix. Sagt es doch einfach.“ Die vier sahen sie geschockt an. „Was den? Wir hatten einen Code 16. Es ist naheliegend, dass ihr dazu gehört.“
„Müssen wir sie jetzt erschießen, weil sie es herausgefunden hat?“
„Das verstehe ich nicht“, meinte Mac, „ich habe noch nie von einem Code 16 gehört.“
„Bei euch wird er auch sicherlich nicht verwendet. Wenn wir einen Code 16 bekommen, dann ist allen sofort klar, das Phönix mit evolviert ist. P ist der sechzehnte Buchstabe des Alphabets – daher die Kennzeichnung. Soweit ich weiß, wird dieser Code auch nur hier in LA verwendet, weil hier der Hauptsitz ist.“
„Aber warum weist du das? Ich meine, Phönix soll doch geheim bleiben.“
„Keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist. Ich glaube, es sind nur ein paar wenige Sanitäter und Polizisten eingeweiht – so viele wie eben nötig, damit wir nicht jeden ohne Uniform und mit Waffe als Feind ansehen. Immerhin hat euch die Polizei heute auch geholfen.“
„Da hat sie Recht“, sagte Riley. „Eigentlich ist es logisch.“
„Jess, wir müssen weiter“, rief ihr Kollege vom Wagen aus.
„Ich bin sofort da.“ Sie schenkte den anderen ein Lächeln. „Immerhin müsst ihr mich jetzt in einer Sache nicht mehr anlügen.“
„Und du bist stinknormale Sanitäterin“, fragte Bozer um sicher zu gehen.
„So stinknormal, wie man eben sein kann, wenn man von Phönix weiß.“ Sie zuckte mit den Schultern, ging dann um zum nächsten Einsatz zu gelangen.
„Ich glaube ihr irgendwie nicht ganz“, meinte Jack.
„Und sie vertraut dir nicht mehr.“ Riley sah ihn vorwurfsvoll. „Ich dachte, du hättest den Fehler, einfach zu verschwinden, schon einmal gemacht.“

Nachdem ihre Schicht vorbei war, betrat Jessica auf Anweisung das Phönix Hauptquartier. Sie ging den langen Flur zwischen den vielen gläsernen Wänden entlang und klopfte dann ein eine dunkelbraune Holztür. „Treten Sie ein.“ Jessica tat wie ihr gesagt, schloss die Tür hinter sich.
„Sie wollten mich sehen, Miss Thornton.“
„Setzten Sie sich, Jessica.“ Auch dieser Anweisung folgte die Blondine. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie Jack Dalton kennen?“
„Das tue ich. Jedoch hatten wir in den letzten zehn Jahren keinen Kontakt. Ich wusste bis vor ein paar Stunden nicht, dass er für Phönix arbeitet.“
„Gilt das selbe für MacGyver?“ Jessica stockte für einen Moment.
„Woher wissen Sie von-“
„Beantworten Sie meine Frage, Jessica.“ Die Angesprochene schüttelte den Kopf: „Nein, das wusste ich nicht. Ich dachte, er wäre Polizist.“
„Ihr Name taucht in Jacks Lebenslauf auf, das ist Ihnen hoffentlich bewusst.“ Zaghaftes Nicken. „Wenn ich ehrlich bin, bin ich damals nur wegen ihm auf Sie gestoßen. Vielleicht sollten Sie ihm von Ihrer Tätigkeit bei Phönix erzählen.“
„Das werde ich sicherlich zu gegebener Zeit.“ Jessica wich dem Blick ihrer Chefin aus.
„Und wegen der anderen Sache...“
„Sie müssen mir versprechen, weder Jack noch Mac oder einem der anderen etwas davon zu erzählen. Das würde die Sache zwischen uns nur unnötig kompliziert machen“, wehrte Jessica schnell ab. „Ich bitte Sie.“
„Klären Sie das Jessica. Wenn Sie das nicht tun, wird es nur unnötige Probleme nach sich ziehen – das wollen weder Sie noch ich. Habe ich Recht?“ Jessica nickte erneut.
„Ich kümmere mich darum.“
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