Jack'n'Jess

von kweenron
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Jack Dalton Mac Gyver OC (Own Character)
30.08.2017
14.10.2017
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Er war gut aussehend, hatte blonde Haare, welche ihm dank seines Seitenscheitels immer ein Stück in die Stirn hingen. Sportlich sah er aus und dass er Ausdauer besaß, hatte er ihr in der Nacht, in welcher sie sich zum ersten Mal begegnet waren, bewiesen. Es war vielleicht nicht der beste Beginn einer Beziehung, wenn man wie ein typischer One Night stand begann – denn so begannen sie.
Unsere Protagonistin war am nächsten Morgen allein in seinem Bett aufgewacht und hatte sich schon dafür verflucht, ihn nicht einfach nur nach seiner Nummer gefragt zu haben. Sie hatte sich missmutig angezogen und war dann seufzend aus seinem Schlafzimmer getreten. Das Haus wirkte teuer. Sie hatte sich schon letzte Nacht gefragt, was er wohl machte, dass er sich so etwas leisten konnte. Er selbst hatte in der Küche gestanden, irgendein Lied aus dem Radio mit gepfiffen und dabei in einer Schüssel herum gerührt. Als er sie entdeckte, setzte sich ein breites Lächeln auf sein Gesicht, welches die Grübchen in seinen Wangen zum Vorschein brachte.
„Ich dachte, du hättest vielleicht Lust auf Frühstück.“ Mit diesem Satz und ihrem Nicken hatte es begonnen. Sie hatte sich auf die Arbeitsplatte seiner Küche gesetzt und ihm dabei zugesehen, wie er das Rührei vervollständigte. „Ich glaube, ich habe gestern ganz vergessen, nach deinem Namen zu fragen.“ Er lächelte sie verlegen an und verteilte das fertige Werk auf zwei Teller.
„Ich heiße Jessica, Jessica Albert.“ Sie reichte ihm die Hand. „Und mit wem habe ich das Vergnügen?“
„Angus MacGyver.“
„Freut mich, Angus.“ Sie konnte sich das freche Grinsen nicht von den Lippen wischen.
„Jetzt gibt mir nicht das Gefühl, als wäre es der uncoolste Name des Jahrhunderts, das weiß ich selbst.“ Er stellte die Teller neben ihr ab und reichte ihr eine Gabel. „Alle nennen mich Mac, das darfst du auch gerne machen.“
„Na dann Mac. Mich nennen die meisten Jess.“

Das war nun zwei Monate her. Inzwischen hatten Mac und Jess mehrere Dates gehabt, sich besser kennen gelernt und waren überraschend wenig im Bett geendet. „Mit dem Spruch hat er dich angemacht? Das du dann noch mit ihm geredet hast.“ Bozer sah die junge Frau kopfschüttelnd an. Sie saßen mit jeweils einer Kaffeetasse auf dem Sofa. Jessica hatte sich Macs Hemd vom Vortag über die Unterwäsche gezogen und notdürftig zugeknüpft.
„Um ehrlich zu sein, haben wir relativ wenig geredet und sind schnell zur Sache gekommen“, lächelte sie und zwinkerte dem Dunkelhäutigen zu.
„Erzählst du ihr wieder Lügengeschichten, Bozer.“ Der Blondschopf trat ins Wohnzimmer, drückte Jessica einen Kuss auf den Schopf und ging dann weiter in die Küche.
„Sie hat mir gerade erzählt, mit welchem Spruch du sie damals angesprochen hast.“ Vorwurfsvoll sah Mac Jessica an. „Ich hätte dir meinen Drink ins Gesicht geschüttet und wäre gegangen.“
„Ich bin ziemlich froh, dass Jess da anders reagiert hat.“ Er setzte sich neben sie, legte den Arm um ihre Schultern.
„Du hattest aber Glück, dass ich an dem Abend gut drauf war.“
„Ich wette, das Jack das ganz genau so sehen würde.“
„Wer ist Jack“, fragte Jessica interessiert.
„Er ist einer unserer engsten Freunde und arbeitet auch mit uns zusammen“, antwortete Bozer.
„Also ist er auch so ein genialer Wissenschaftler?“
„Er ist mehr für die groben Arbeiten zuständig.“ Mac sah ihn stirnrunzelnd an. Bozer zuckte mit den Schultern. Mac lenkte schnell von der Arbeit ab: „Ich glaube es wird langsam Zeit, dass ich dich ihm auch vorstelle.“
„Solang es nicht so wird, wie bei Bozer soll es mir Recht sein.“
„Was kann ich dafür, wenn ihr beschließt, euch schon im Wohnzimmer auszuziehen.“ Der Dunkelhäutige hob abwehrend die Hände. „Ich habe ein Recht mich hier aufzuhalten, schließlich ist das auch mein Haus.“ Mac verdrehte die Augen.
„Ja schon verstanden, ich entschuldige mich zum hundertsten Mal.“
„Wie ist dieser Jack so“, wechselte Jessica das Thema, musterte die Beiden fragend.
„Er ist verdammt groß. Am Anfang ein bisschen angsteinflößend, aber unglaublich nett“, meinte Bozer. Mac begann zu lachen: „Angsteinflößend?“
„Ja man, ich habe mir das erste Mal fast in die Hose gemacht.“
„Ich glaube, Jack ist vieles, aber sicherlich nicht angsteinflößend.“ Der Blonde schüttelte den Kopf. „Er ist einer der tapfersten Männer die ich kenne. Er ist zwar ein paar Jahre älter als wir, aber wir sind auf dem gleichen Level. Mit ihm versteht sich jeder gut. Ich glaube, ich kenne niemanden der ihn nicht ausstehen kann.“
„Riley konnte ihn nicht ausstehen.“
„Sie haben auch eine gemeinsame Vorgeschichte.“ In diesem Moment klingelte es an der Tür. Mac stand stirnrunzelnd auf. „Ich gehe.“
„Riley ist auch eine unserer Kollegin und ich mag sie mindestens so sehr wie Jack.“
„Ihr arbeitet anscheinend nur mit netten Leuten zusammen.“ Jessica grinste. „Oder seit ihr die Schleimer schlecht hin?“
„Ach was. Es herrscht nur ein gutes Arbeitsklima.“
„Bozer, kommst du einmal bitte“, rief Mac und Jessica sah den Dunkelhäutigen fragen an. Bozer stand auf, meinte nur „Bestimmt der Postbote“ und ging dann zur Haustür. Jessica konnte die beiden von ihrem Standpunkt aus nicht sehen, deshalb stand sie auf und folgte ihnen ein paar Schritte.
„Einen unpassenderen Zeitpunkt hättest du dir nicht aussuchen können“, hörte sie Bozer genervt sagen.
„Jessica, du“, Mac stutzte einen Moment, da er sie noch immer auf dem Sofa erwartete hatte, „ehm... du lernst Jack wohl doch etwas früher als gedacht kennen.“ Er winkte den Mann hinter sich zu ihm. „Jess, das ist Ja-“
„Jack?“ Die junge Frau sah den Mann sich gegenüber perplex an.
„Jessica?“ Mac und Bozer sahen verwirrt zwischen den Beiden hin und her.
„Ihr kennt euch?“
„Mehr oder minder“, antworteten Jack und Jessica synchron, ohne den Blick voneinander zu nehmen.
„Bekommen wir auch eine Erklärung dazu“, fragte Bozer.
„Ich ehm...“
„Wir kennen uns von früher“, antwortete Jessica. „Aber vor zehn Jahren ist er einfach verschwunden.“ Sie schüttelte fassungslos den Kopf. „Wo zur Hölle warst du die ganze Zeit?“
„Ich hab... gearbeitet.“ Jack war sichtlich in Erklärungsnot. „Was machst du hier?“
„Dasselbe könnte ich dich fragen.“ Ein junges, schwarzhaariges Mädchen trat zu ihnen, deutet auf Mac und Bozer: „Ich gebe euch fünf Minuten um euch fertig zu machen“, dann zeigte sie auf Jess und Jack, „und euch, um das zu klären.“ Die beiden ersteren verschwanden in ihre Zimmer.
„Hei, ich bin Riley, ich arbeite mit den drei zusammen, freut mich.“ Sie schüttelte Jessica die Hand. „Und du bist?“
„Jessica Albert. Ich bin mit Mac... also...“
„Verstehe.“ Sie lächelte. „Also, erklärt mir, was hier los ist? Jack hat dich also verlassen?“
„Oh nein, wir waren nie zusammen.“
„Nein, waren wir nicht“, bestätigte Jack. „Aber Jess war meine beste Freundin.“
„Die du einfach hast stehen lassen.“ Die Blondine stemmte die Hände in die Hüfte. „Was sollte das? Ich verlange eine Erklärung, Jack.“
„Ich ehm... ich habe doch gesagt, dass ich arbeiten war. Und ich habe dir gesagt, dass du dir keine Sorgen machen musst. Bei mir war alles okay.“
„Wir klären das, sobald wir den Notfall geklärt haben.“ Mac stopfte sich noch das Hemd in die Hose, als er wieder zu ihnen trag.
„Welchen Notfall?“
„Auf der Arbeit“, der Blonde winkte ab, „ich weiß nicht, was sie gemacht haben, aber es wird wichtig sein. Bitte entschuldige.“ Jessica nickte, bemühte sich verständnisvoll zu wirken. „Ich melde mich bei dir, ja?“ Nacheinander gingen die Anwesenden nach draußen. „Du darfst dir gerne noch ein Frühstück oder so machen. Lass dir Zeit, ich schaffe es heute vermutlich nicht mehr.“
„Ist  schon okay. Dein Job muss ja wirklich wichtig sein.“
„Das ist er.“ Mac lächelte entschuldigend, küsste sie dann und lief den anderen hinterher.
„Das ist die Jessica, die du datest“, hörte sie Jack mehr oder minder entsetzt sagen. Oft hatte sie sich vorgestellt, wie es wäre ihn nochmal zu treffen, doch niemals hätte sie es sich so gewünscht. Verdammt, das würde alles noch gewaltig in die Hose gehen.
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