Keine Liebe für Niemand

OneshotRomanze / P12
Felix Brummer / Kummer Karl Schumann Max Marschk OC (Own Character) Steffen Israel / Tidde Till Brummer / Kummer
29.08.2017
29.08.2017
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Ihr Lieben,

die Qual der Wahl bei einer Band bestehend aus fünf Mitgliedern war einfach zu groß. Deshalb hier ein Versuch: Der OC ist eine Frau, doch um welchen Der Kraftis es sich handelt ist euch überlassen.
Zugegeben, ich hatte keine Lust euch nochmal explizit mit Karl zuzuballern
Sagt mir, wie ihr es findet egal, ob gut oder schlecht,

Eure Fiktiongirl.


P.S: Die Instastory der Jungs war mal wieder der Auslöser. Jeder der Jungs gehört sich selbst, nur der OC ist mir. Situationen aus dem realen Leben sind vorhanden, aber ich habe mich daran nur angelehnt und viel dazugesponnen.

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Sie gründeten die Band.
Sie wurden berühmt.
Sie wurde Teil der Crew.
Sie machten ein Jahr Pause.
Sie kündigten fulminant ihr neues Album an.
Sie war wieder Teil der Crew.
Ein kurzes Lächeln hier.
Eine nette Unterhaltung da.
Ab und zu mal eine Berührung. Nichts Ungewöhnliches.
Es war anfangs nicht so schlimm.
Doch es verlangte ihr immer mehr ab.
Sie war die gute Seele, der Mülleimer für ihren Ballast und eine Schulter zum Anlehnen, wenn es Bandintern Zoff gab.
Vor allem aber war sie sein persönliches Kissen und menschliches Kuscheltier.
Konnte er auf Tour nicht schlafen, kroch er zu ihr in die Koje, unbemerkt von den anderen. Natürlich bekamen es alle mit.
Trotz der ganzen recht intimen Momente zwischen ihnen, hatte er Freundinnen und sie einen Freund.
Doch nun sollte es so sein, dass sie beide während der Promotionsphase und der "Kein Sommer für niemand" - Tour Single waren.
Scheinbar macht es keinen Unterschied.
Unscheinbar schon.

Da gab es intensive Blicke über ein Lagerfeuer hinweg während des Drehs zu ‚Dein Lied‘.
Oder ein Kuss auf die Wange, obwohl er kunstblutverschmiert und gut frisiert das Video zu ‚Fenster‘ drehte. Eine feste, innige Umarmung ehe er den Song in zwanzig Meter Höhe an einem Kran hängend performte. Eine noch intensivere Umarmung nachdem sie lebendig wieder am Boden angekommen waren. Die verzweifelten Versuche ihm zu erklären, dass die Band den Aufbau des Kosmonaut- Festivals durch die Veröffentlichung des Albums unmöglich komplett alleine bestreiten konnten. Es gab Streitereien zwischen uns, die Nerven lagen einfach immer blank bei mir, wenn ich mit ihm zu tun hatte. Wir stritten und ich heulte mich in den Schlaf. Er rief mich an, kam vorbei mit Pizza, Bier und der Aussicht auf den Sternenhimmel vom Dach aus. Während der Festivals wurde es normal für alle anderen, dass er und ich ständig aneinanderklebten wie Sekundenkleber den Zeigefinger und Daumen. Doch weder er noch ich offenbarten uns gegenseitig unsere Gefühle. Er verhielt sich teilweise so, als sei ich nur einfach eine gute Freundin. Deshalb verschloss ich alle Gefühle für ihn, die darüber hinausgingen. Es machte es nicht besser, aber ich konnte überleben.

Samstagabend nach dem letzten Konzert des Sommers in Gelsenkirchen spitzte sich einfach alles zu. Sämtliche unterdrückten Emotionen bahnten sich ihren Weg an die Oberfläche.
Das letzte Konzert, bevor im Oktober die Tour losgeht. Gestern noch ein Konzert in Jameln, was auf einer absolut anderen Ebene stattgefunden hatte. Tagsüber konnte ich mich mit Arbeit zu häufen und ihm in der Arena aus dem Weg gehen. Eine Erkundungstour machen, nach den Lemmingen schauen und das Schwimmbecken entdecken mit kaltem Wasser. Sehr kaltem Wasser. Per Zufall berichtete ich Philipp, dem Haus und Hof Fotographen, davon und wie Männer nun einmal so sind, war schnell klar: nach dem Konzert musste darin gebadet werden, egal, ob die Badehose im Koffer lag oder nicht. Wie Männer ebenfalls so sind, vergaßen sie ihre Handtücher und ich, wer auch sonst, erfüllte ihnen den Wunsch. Sehr zu meinem Leidwesen, denn dadurch sah ich ihn fast nackt, wie er mit seinen Kumpels den gesamten Raum unter Wasser setzte, weil eine Wasserschlacht in vollem Gange war. Ich sah, wie die Wassertropfen seinen Körper hinabglitten. Mir wurde heiß und mir wurde kalt. Fluchtartig musste ich den Raum verlassen und rannte regelrecht in die Arena, wo der nächste Act bereits das Set angefangen hatte. Es dauerte nicht lange bis der Rest der Crew sich um mich herum versammelt hatte. Natürlich war er auch dabei.
"Alles aus Liebe" von den Toten Hosen wurde vor mir auf der Bühne performt. Menschen hatten Feuerzeuge ausgepackt, bewegten die Arme über ihrem Kopf hin und her im Takt. Romantische Stimmung im Pott. ‚Das ich nicht lache‘, dachte ich. Verbittert und verächtlich beschrieb wohl am besten, mit welchem Gesichtsausdruck ich mein Bier trank. Zwei der Jungs drehten Videos für ihre Instagram Seiten.
Noch ein Schluck vom Bier. Es schmeckte nicht. Ich stellte es auf den Boden.
"Alles gut bei dir?" Er legte den Arm um mich. Eine freundschaftliche Geste seinerseits, die mir jedoch mal wieder einiges abverlangte mir nichts anmerken zu lassen. Bilder von seinem nackten, nassen Oberkörper schossen mir wieder in den Kopf.
"Sicher doch. Das Bier schmeckt nur komisch. Typisch Wessi-Bier. " Er verzog sein Gesicht fragend. Ich verschränkte nur die Arme vor der Brust, seinem Arm ignorierend so gut es eben ging.
"Komm mal mit."
"Warum sollte ich?" Der Vernünftige Teil wusste, dass ein Gespräch bitter nötig war, damit ich ihm sagen konnte, was ich fühlte, sodass die Freundschaft für den Allerwertesten war und "Kraftklub" die längste Zeit mein Arbeitsgeber war. Der andere Teil verabscheute in dem Moment jede Nähe und Unterhaltung, besonders von die von ihm. Er zupfte sanft an meiner Jacke.
"Komm einfach mit, du Zicke." Selbst durch das Dunkel spürte ich wie er die Augen rollte, aber grinsen musste.
Ich wusste, es nichts nützt, nicht mit zu gehen. Missmutig lief ich hinterher dem Mann durch das halbe Stadion wieder zurück in unsere Garderobe unten in den Katakomben. Unterwegs blieb ich verzweifelt stehen, um mich umzudrehen und wieder zurück zu laufen zu den anderen. Doch er bemerkte es, denn der Musiker drehte sich im Gehen um und schüttelte stumm den Kopf: Vergiss es, Theresa.
Er kennt mich zu gut. Besser gesagt in und auswendig. Okay, das nun auch wieder nicht, sonst wüsste er doch, dass ich - Oh Fuck. Kann es sein, dass er weiß?
Stumm und ein paar Meter Differenz zwischen uns gingen wir weiter in die Katakomben.
Wir waren in der Garderobe.
Die Lampe an der Decke war nicht an. Licht schien durch die offene Flur Tür. Seine Silhouette konnte ich in der Mitte des Raumes ausmachen auf Höhe neben dem Kühlschrank mit den Getränken. Die Tür war offen. Er suchte Getränke.
Es verbreitete sich ein merkwürdiges Gefühl in mir. Eine Unruhe oder Nervosität, die sich immer weiter steigerte. Eine Vorahnung, die ich verleugnen wollte. Nikotin.
Ich brauchte meine Zigaretten. Fahrig und hastig zog ich die Packung aus meiner hinteren linken Hosentasche. Zum Glück hatte ich eben schon ein paar Zigaretten gedreht, sodass ich sie nur anzünden brauchte. Dummerweise zitterten meine Finger plötzlich so dermaßen, dass ich das Feuerzeug gar nicht anbekam. „Verdammt. Ich kriege mein Feuerzeug nicht an. Hast du eins?"
"Du bist wirklich ziemlich durcheinander. Wirst Du etwa alt? Dein Feuerzeug wird nicht angehen. Es ist leer. Du hast doch eben schon Feuer schnorren müssen. Hier trink erstmal ein Bier." Mein Blick glitt von ihm mir gegenüber zu meinem Feuerzeug, zur Bierflasche, zu seinen intensiven Augen. Aufforderung sah ich darin.
" Lass mal, das eine seltsame Bier hat gereicht," sagte ich lahm, nachdem ich die Kippe aus dem Mundwinkel genommen hatte. Dann betätigte ich den Lichtschalter für das kleine Licht hinter der Tür. Die Deckenlampe glich einem Flutlicht. Vor dem Auftritt super, um wach zu werden und sich vorzubereiten auf die Show, aber danach einfach blöd.
"Alleine trinken ist scheiße. Und anstoßen geht auch schlecht bzw. mit einer Flasche. Komm schon. Sonst frage ich mich wirklich, wer du bist und wo die echte Resi ist." Diese Art von Karte, die er zog... Ich hasste und liebte es zugleich.
"Die echte Resi braucht ein Feuerzeug." Die Zigarette landete wieder im Mundwinkel. Auf dem kleinen Tischchen lag Gott sei Dank eines, sodass ich nicht noch in meinem Koffer schauen musste. Ich zitterte immer noch so stark. Ich nahm die Kippe wieder aus dem Mund und steckte sie wieder hinein. Mann, Theresa! Was soll das?
"Komm her. Ich helfe dir." Er streckte mir seinen Arm entgegen. Eine Aufforderung, ihm das Feuerzeug zu geben.
"Ich brauche keine Hilfe," fauchte ich ihn an, bereute es sofort. "Tut mir leid. Ich bin...," seufzte ich, "kannst du mir doch helfen?"
Vorsichtig trat der Musiker zu mir, nahm das Feuerzeug aus meiner linken Hand, die ich ihm hinhielt, und die Zigarette fasste er ebenfalls und zog sie aus meinem Mund. Er legte auch die Bierflaschen auf den Tisch.
"Was soll das?" Perplex und empört verließen die Worte meinen Mund. Ich wollte nach den Sachen greifen, doch der Angesprochene packte meine Hände und stieß mich gegen die Wand. Mein Blick glitt nach rechts zur Tür doch sie war zum Glück zu. Wann hatte er sie geschlossen?
Die Nähe war nicht ungewohnt, aber die Art der Nähe war anders. Sein Körper presste sich regelrecht an meinen. Ich war einige Zentimeter kleiner als er, folglich musste ich mein Gesicht leicht stecken. Unsere Gesichter waren nur noch durch eine winzige Lücke getrennt.

"Ich tue etwas, was seit langer Zeit überflüssig ist." Er legte seine Lippen auf meine. Mein Herz setzte aus. Eine unbeschreibliche Wärme durchflutete mich, obwohl ich hätte schwören können nicht gefroren zu haben. Er löste die Lippen von mir, sah mich wortlos an, doch ich räusperte mich nur. Ich konnte ihm nicht in die Augen schauen. Dieser Kuss war so... Kein Kumpelkuss wie er ihn ab und an Casper oder den anderen gab. Kein Kuss, den ich sonst bekam. Das hier war genau der Kuss, den ich mir immer von ihm gewünscht habe. Punkt.
"Sieh mich an, Theresa." Seine Finger fassten mein Kinn und zwangen mich ihn anzusehen. Die Wärme der anderen Hand spürte ich an meiner Seite durch das T-Shirt hindurch.
Ich sollte etwas sagen, aber mein Gehirn war leer bis auf einen einzigen: ich wollte ihn nochmal küssen.
Automatisch fanden meine Hände ihren Weg zu seinem Nacken und zogen ihn wieder zu mir. Diesmal küsste  ich ihn zuerst und ließ ihn nicht mehr los. Ich war kein Mensch großer Worte, besonders nicht in Liebesangelegenheiten. Deshalb musste ich ihm durch den Kuss alles sagen, was er wissen sollte.
Mein Gegenüber schien mich zu verstehen, denn erwiderte den Kuss. Eine wilde Knutscherei entfachte. Meine Beine schlangen sich um seine Hüften, er hob mich hoch. Raum und Zeit vergessend, durchströmte Hitze meinen Körper und ich wollte ihn einfach nicht mehr loslassen. Doch er tat es, weil wir beide keine Luft mehr bekamen. Wir keuchten beide. Die berühmten drei Worte lagen mir auf der Zunge. Ich wollte, dass er es wusste. Aber mein Mund bewegte sich nicht. Ich schaute weiter in die Augen meines Gegenübers.
Er wisperte: "Ich dich auch, Resi. Seit langem. Ab jetzt für immer."

ENDE.
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