Ein Sturzflug nach Eldarya

von Starshine
GeschichteHumor, Romanze / P12
??? Ezarel Leiftan Nevra OC (Own Character) Valkyon
27.08.2017
12.02.2018
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27.08.2017 736
 
Und alles begann mit einem alten Computer...

Und dieser Computer war wirklich alt, wenn man so ein Schrotteil überhaupt noch als „alt" bezeichnen konnte. Vielmehr kam es Kati vor, als würde die Bezeichnung „antik" bei Weitem besser zu ihm passen. In ihrem bisherigen Leben, hatten sie und ihre Freundin Moni, die ganz nebenbei bemerkt auch mit ihr auf den kleinen Bildschirm um die Wette starrte, noch nicht das Vergnügen gehabt, viele falsche Entscheidungen zu fällen, aber diese, die sie am regnerischen Vormittag des zwölften Septembers trafen, war definitiv eine der dämlichsten und verrücktesten ihrer beider Daseins. Die Mädchen wollten doch tatsächlich (aber nicht ganz unfreiwillig, da eine bestimmte Person ihren Nigel-nagel-neuen Laptop geschrottet hatte) mit dieser alten, zahnradbestückten Schuhschachtel noch einmal in die Weiten des World-Wide-Web eintauchen, um dieses neue Browsergame zu spielen, das heute herauskommen sollte. Die Worte „Fantasy-Spiel", „kostenlos" und „heiße virtuelle Jungs" hatten sie eben einfach angelockt.

Ja, ganz richtig, sie wollten.

Das Beste an dem ganzen Tag war immer noch die geschlagene Stunde, die die beiden (wortwörtlich) schwarzsehend verbrachten und darauf warteten, dass sich das Klappergestell mal eingeschaltet hatte. Als es dann endlich soweit war, und auch der altbekannt langsame Internet Explorer, auf den ohnehin schon im Schneckentempo laufenden Gerät, sich dazu herabgelassen hatte, auch hochzufahren, ploppte auch schon die erste Fehlermeldung auf dem Bildschirm auf.

„Das kann doch jetzt nicht wirklich sein! Was ist denn jetzt schon wieder?", Kati hatte in vielen Sachen Geduld, aber manchmal war auch diese bei ihr am Ende. Moni blieb im Gegensatz zu ihrer Freundin verhältnismäßig Ruhig und erwiderte trocken: „Die wollen uns doch verarschen!" Dann las sie laut vor: „Verbindungsprobleme, bitte überprüfen sie ihre Internetverbindung..." „Ich habe Internet! Der Router ist direkt hinter der Wand da!", Kati maulte den Computer an und zeigte mit dem Finger auf eine Wand, keinen Meter von den beiden entfernt. In diesem Moment schwor sie sich, nie wieder illegal mit einem neuen Laptop Filme zu streamen. Die Viren und das darauf folgende Drama wären es definitiv nicht Wert! „Was soll ich denn noch tun?", sie raufte sich die rotbraun gefärbten Haare und blickte traurig auf ihre Freundin, „Tut mir leid, Moni. Wegen mir können wir jetzt nicht nach Eldarya." Moni hingegen zuckte lediglich die Schultern und blickte weiterhin auf den Bildschirm: „Dann fangen wir halt erst in einem Tag zu spielen an oder in einer Woche. Wen interessiert's?" „Danke", Kati wechselte das Thema, „und was machen wir jetzt stattdessen?" „Ich hab keine Ahnung!", ihre schwarzhaarige Freundin zuckte nur die Schultern und blickte sich überlegend in der Gegend um. Nach kurzer Zeit blieben Moni's braune Augen jedoch an etwas Bestimmtes hängen und sie fragte: „Aber sag mal, für was ist das Kabel da eigentlich gut?"

Kati's Blick folgte dem ihrer Freundin und sie entdeckte tatsächlich ein unscheinbares, weißes Kabel, welches vom Computer aus ins Leere führte. „Oh", erklärte sie, „das ist nur das Wlan-Kabel das man an den Router... warte!" Sie richtete sich auf. „Das Ding muss am Router angeschlossen sein!", und schneller als es irgendjemand ihr jemals zugetraut hätte, schnappte sich Kati das Kabel, schoss aus der Tür und steckte es (ziemlich angespannt, aber es hielt immerhin) an den Router im Nebenzimmer an.

„Funktioniert es?", sie kam zurück ins Zimmer gestürmt und sah gerade noch, wie ihre Freundin die Adresse im Browser eingab. Moni lächelte: „Ich denke, wir sind wieder im Spiel!"

Auch wenn der Browser immer noch länger brauchte, als alle anderen, so hatten sie jetzt immerhin einen Zugang zum Internet. Zumindest bis sie ihn nicht mehr hatten...

Der Bildschirm war eingefroren und ließ sich augenscheinlich auch nicht mehr auftauen...

„Vielleicht sind die Server überlastet?!", spekulierte Moni, obwohl sie auch mit ihrer Fassung zu ringen hatte, genau wie ihre grünäugige Freundin, die den Bildschirm einfach nur mit offenen Mund betrachtete, „Die wollen alle spielen, und jetzt brennen die Leitungen."

„Nein. Nein. Nein!", das absolut Bescheuertste, was Kati in ihrem Leben je getan hatte, war jetzt Aufzustehen, und an den Kopf des alten Computers herum zu wackeln, obwohl sie genau wusste, dass es nichts bringen würde. Oder doch...

Denn das Letzte, was die beiden vernehmen konnten, nachdem sie den Bildschirm berührt hatten, waren ein lauter Knall und der beißende Geruch von verbranntem Kunststoff...
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