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Der Kuss des Kjer Weiterführung eines großen Fans

von Raven95
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Het
Ahmeer Haffren Lijanas Mordan Rusan
27.08.2017
13.01.2023
10
35.268
9
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Dieses Kapitel
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03.11.2017 3.439
 
Lijanas war froh über die weichen Gänge des kleinen Apfelschimmels, wüsste sie doch sonst nicht wie sie die lange Reise zurück in ihre neue Heimat hätte überstehen sollen, wenn sie nur daran zurück dachte, wie sie vor Mordan auf Ireds Hals gesessen hatte, der Knauf des Sattels immer in ihrem Rücken. Sie konnte heute noch den blauen Fleck spüren, auch wenn dieser schon längst wieder vergangen war, die Erinnerung daran blieb, auch an die Zeit. Sie waren an der Salzwüste vorbei geritten, hatten den längeren Weg außen herum genommen, welcher aber auch der sicherere war, wenn sie nur daran zurück dachte. Ein Schauer rann über ihre Glieder, sie schüttelte den Kopf und vertrieb die Gedanken die in ihr auf kamen zurück in die hintereste Ecke, sah auf die Krieger die vor ihr ritten, breitschultrige Männer, Mordans Männer.  Wieder wurde sie daran erinnert welche Angst sie früher vor den Kjer gehabt hatte, man hatte ihr gesagt das sie wilde Tiere waren, mit Fell auf den Armen, spitzen Zähnen, beides konnte sie bestätigen, doch hatten diese Männer oft bessere manieren als die Nirvard die sie hatte kennen lernen dürfen.
Sie trieb ihr Pferd in einen schnellen Trab, schloss zu  Brachan auf und sah mit einem leichten Lächeln zu dem älteren Krieger auf. "Wie lange brauchen wir nach Turas wenn wir diesen weg nehmen?", fragte sie ihn neugierig und wurde nun mit einem väterlichen Lächeln belohnt. "Es geht deutlich schneller auf diesem Weg, vielleicht noch zwei Tagesritte wenn wir gut voran kommen, dann sollten wir zuhause sein.", meinte er, sah dann aber mit einem nachdenklichen Blick auf ihr besorgtes Gesicht. "ihr trag eure Waffen griff bereit, habt ihr Sorge das uns jemand überraschen könnte?", fragte sie leise nach, sah über ihre Schulter zurück ob jemand zu hörte. Sie sah Brachan an das er überlegte was er ihr sagen konnte, ob er ihr etwas sagen konnte. "Mordan bestand darauf, er vertraut dem Nirvard Prinzen nicht, eine Sicherheitsmaßnahme Lijanas, mehr nicht, macht euch keine Sorgen, ihr seid in Sicherheit.", beschwichtigte er sie, schnalzte mit der Zunge und trieb sein goldfarbenes Ashentai neben Ired um ihren weiteren Fragen entgehen zu können. Sie hatte keine Angst um sich, sie wusste wie gut die Kjer waren, sie machte sich Sorgen um die Kjer, sie hoffte Ahmeer würde sie nicht verfolgen, was hatte er davon? Er wusste doch nicht das Mordan noch lebte, warum sollte er ihnen folgen? Wegen ihr?

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Leichter Rauch stieg aus der versengten Asche auf und obwohl er noch die Wärme des Feuers spüren konnte, griff Prinz Ahmeer mit der Hand in den feinen, grauen Staub, ballte darin die Hand zur Faust.  Die Kjer waren am Vortag abgereist, hatten rein gar nichts zurück gelassen, bis auf den Haufen Asche, das Grab des Blutwolfs.  Eine Schande das die Männer seines Onkels verpasst hatten wie sie abgezogen waren, als könnten sich hunderte Männer einfach in Luft auflösen. "Mein Prinz , die Hunde haben eine Spur gefunden, sollen wir ihr folgen?", leise ehrfürchtige Worte, vielleicht war auch in ihnen eine Spur Angst zu hören, eine Genugtuung für den Prinzen. "Natürlich! Dafür sind wir doch hier! Gib den anderen bescheid, wir reiten weiter, wir verfolgen die Kjer, ich will sie aus meinem Land wissen!", knurrte er mit dunkler Stimme, schwang sich auf den Rücken seines Schimmels, bellte einen Befehl und trieb seinem Hengst die Sporen in die Seite.  Sie würden die Kjer schon einholen, und dann... dann würde er sich Lijanas persönlich schnappen, er würde ihr zeigen das man ihn nicht einfach bloß stellen konnte, schließlich war sie ja seine Braut gewesen, oder etwa nicht?

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Ihm war die Sorge in ihrem Blick nicht entgangen als sie los geritten waren, und als Brachan dann auch noch nach einiger Zeit zu ihm gekommen war, ihm erzählt hatte sie habe ihn nach seinen Waffen gefragt, wurde ihm klar das er vor dieser Frau einfach nichts verstecken konnte. Sie hatten vor einiger Zeit eine Talsenke erreicht, die Pferde zum abkühlen in einen Bach geführt, sie getränkt und dann zum grasen auf der Wiese gelassen, ihnen wie sich selbst eine Pause gegönnt. Bis jetzt hatte er es geschafft ihr erfolgreich aus dem Weg zu gehen, hatte er sich doch noch keine wirkliche Erklärung finden können, die sie zufrieden stellen würde. Mit zwei dicken Kaninchen, einem Haselhuhn und Knollen, kam er letztendlich aus dem Wald, setzte sich an die Seite seines Legaten und begann die Haut der Tiere abzuziehen. "Und? Hast du dir schon was schönes ausgedacht?", hörte er das belustigte Schnauben neben sich, quittierte diese Äußerung nur mit einem leisen Murren und hängte das erste Kaninchen über die offene Feuerstelle, bevor er sich daran machte das zweite zu häuten. "Was ausgedacht?", hörte er hinter sich, spürte dann schon ihre Arme um seinen Brustkorb, unverkennbar, die silbernen Schuppen an deren Innenseite.  "Hast du wieder etwas angestellt und musst dir jetzt dafür etwas ausdenken, Kjer?", schallte ihr Lachen in sein Ohr. Er spürte ihren warmen Atem in seinem Nacken, dort wo eigentlich sein Rossschweif die schwarzen Male über seiner Wirbelsäule verdecken würde, er trieb ihm eine Gänsehaut auf Arme und Beine. Wenn sie nur wüsste welche Auswirkungen sie auf ihn hatte, wahrscheinlich war es besser sie wusste es nicht, würde sie sonst nur wieder schamhaft rot werden.  Er bedankte sich bei Brachan mit einem Blick der wahrscheinlich schlimmeres verhieß als den Tod, zog dann gespielt gelassen seinen Speisedolch heraus und reichte ihr diesen über seine Schulter hinweg. "Ich? Brachan hat mir gerade erzählt du hättest ihn nach meinem Befehl die Waffen zu tragen gefragt, hinter meinem Rücken?"
Das Lächeln schwand aus ihrem Gesicht  und ehrliche Reue nahm darin Platz. "Ich hatte mir einfach Sorgen gemacht, es tut mir leid." Worte die ihm ein leichtes Schmunzeln auf die Lippen trieben, eines das er mit einem schnellen Schluck kühlen Bockbieres zu vertuschen wusste. Es war ein leichtes für ihn sich aus seiner Not herauszuwinden und diese stattdessen ihr zu zu schieben. "Setz dich.", murmelte er, schnitt ihr die besten Stücke des Hasen heraus, reichte ihr einen Becher Wein und eine der Knollen. "Es ist nichts passiert, rüge dich nicht, in Zukunft sprich einfach mit mir darüber.", hauchte er, streichelte ihr sanft eine Strähne ihres Haares aus den Augen und lächelte sie warm an, ein Lächeln das nicht lange brauchte um erwidert zu werden. "Ist gut, danke."
Mit einem nicken wandte er sich wieder dem Kaninchen zu, ignorierte den tadelnden Blick des Älteren, gab nur ein leichtes Schulter zucken von sich und schnitt ihnen noch etwas von dem Fleisch herunter.
Mordan wusste wie er mit der Heilerin umgehen musste, und wie er geschickt ohne wenig Aufwand die Aufmerksamkeit von sich auf jemand anderen schob, wieso das nicht gleich ausnutzen?
"Was meinst du wie viele Tagesritte es noch sind, von hier bis nach Turas?", hörte er die Worte seines Legaten, hob den Blick von seinem Speisedolch an und sah nachdenklich zu dem grauhaarigen herüber.  "Drei? Vielleicht auch zwei wenn wir weiter ohne Probleme voran kommen.", meinte er, schob sich ein Stück des gebratenen Fleisches in den Mund und kaute darauf herum.  Ohne Probleme, irgendwie hatte der Blutwolf nicht das Gefühl das es ohne Probleme weiter ging, er hoffte wirklich das er sich da täuschte.

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Ohne jegliche Rast, nur kurzen Pausen, die der Prinz gezwungenermaßen einlegen musste, da seine Männer abwechselnd etwas Schlaf brauchten, folgten sie den Kjer schon seit zwei Tagen. Sie waren nicht wie letztes mal durch die Salzwüste an Cavallin vorbei, sondern hatten den direkten Weg von Anschara nach Turas genommen, die schnellste Route, quer durch das Land. Sie hatten nicht einmal versucht ihre Spur zu vertuschen, sie wogen sich wohl zu sehr in Sicherheit, ein gefundenes Fressen für ihn und seine Männer.
Ahmeer wusste nicht was auf ihn zukommen würde, und doch spürte er, das er mit jedem Schritt näher an sein Ziel kam, näher zu den Kjer und Lijanas, die keiner mehr schützen konnte, keiner der Kjer konnte ihm das Wasser reichen, nur einer hätte das gekonnt.
"Legat!", rief er seinen obersten Mann, sah zu dem dunkelhaarigen in Rüstung herunter. "Mein Prinz?", hörte er die ehrfürchtigen Worte, Worte die wie Balsam auf seiner Seele waren. "nimmt die schnellsten Pferde, Hunde! ich möchte das ihr die Umgebung absucht, leise! Ich bin mir sicher das die Kjer näher sind als wir denken... und wenn ihr sie findet! Erstattet Bericht, wir greifen in der Dunkelheit an, dann wenn sie es am wenigsten erwarten.", befahl er, sah zu wie der Mann unter sich mit der Faust gegen die Brust schlug, sich verneigte und mit den Worten. "Wie ihr wünscht, mein Prinz.", zu den Männern verschwand und sich die besten heraus suchte.
Prinz Ahmeer stieg von seinem Pferd, drückte den Schimmel einem seiner Diener in die Hand und befahl seinen Männern hier zu rasten, ein Lager aufzustellen. Sie würden hier bleiben, für heute Nacht, sobald die Späher zurück kommen würden, würde er sich einen Plan ausdenken wie er Lijanas aus dem Lager der Kjer entwenden konnte, ohne das es jemand bemerkte.

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Sie schlief unruhig diese Nacht, hatte ständig das Gefühl unter Beobachtung zu stehen, was wahrscheinlich auch daran lag, dass sie, seit sie aus Anschara aufgebrochen waren unter offenem Himmel schliefen, um Zeit einzusparen. Mit einem leisen Seufzen setzte sich die junge Heilerin auf, sah zu Mordan herunter, der neben ihr, eingerollt auf der Seite lag, sein Kereshtai wie immer griffbereit neben den Fellen. Sie strich sich eine lose Strähne aus den Augen, sah auf das ruhige Lager, die Pferde die im Schatten der Bäume dösten, oder fraßen, die Kjer die sich um die Feuerstelle gesammelt hatten und bei einem Becher Bockbieres Geschichten erzählten, alles schien so ruhig, und doch hatte sie bemerkt wie sie sich immer wieder umsahen, die Waffen an den Pferden, Mordan verheimlichte ihr etwas, und das bereitete ihr Sorgen.
Sie schob die Beine aus der Decke, strich ihr Kleid wieder sittsam zu den Knöcheln herunter und richtete sich langsam auf. "Wo willst du hin?", hörte sie hinter sich, gab ein Seufzen von sich und drehte sich zu dem dunklen Krieger herum, sie hätte wissen müssen, das er aufwachen würde. "Ich.. ", fing sie an, hob dann aber ihre Schultern an und spielte mit dem Ende ihres Zopfes herum. "Du?", fragte er nach, setzte sich letztendlich doch auf. "Ja, ich konnte nicht schlafen, ich dachte ich gehe etwas spazieren um den Kopf frei zu bekommen.", murmelte sie, ging neben ihm auf den Fellen in die Knie und betrachtete ihn mit nachdenklichem Blick.  Er war schön, anders konnte sie es nicht beschreiben, denn seit er seine Augenklappe abgelegt hatte, seit er nicht mehr diesen strengen Zug um den Mund hatte, war er jünger geworden, natürlich hatte sein Auge noch eine leicht rote Farbe, sie wusste auch nicht ob sie diese jemals weg bekommen würde, aber er hatte keine Schmerzen mehr, das war das wichtigste.  Das schwarze Haar, noch viel zu kurz, das ihm in die sturmgrauen Augen fiel, die weichen Lippen, von denen nur noch sie kosten durfte. Ihr Blick wanderte etwas an ihm herunter, blieb an den offenen Schnüren seiner Tunika hängen. Sie erinnerte sich an Cavallin, als sie ihn das erste mal ohne Gewand gesehen hatte, wie die Haut im Schein des Feuers geschimmert hatte, das Spiel der Muskeln unter seiner Haut. "Lijanas? ", hörte sie dann, blinzelte etwas und sah ihn fragend an. "Hast du mir überhaupt zu gehört?", eine frage, dessen Antwort er sich sicherlich schon bewusst war. "Nein, ich war in Gedanken, verzeih."
Ein leichtes amüsiertes Schnauben seinerseits, ließ sie wissen, das ihm vermutlich bewusst war, an was sie gedacht hatte. "Komm wieder unter die Felle, es ist kalt... du bist hier in Sicherheit, ich werde nicht zulassen das dir etwas passiert, du weißt das ich mein Wort halte."
Ja, sie wusste es, und doch hatte sie das Gefühl er verschwieg ihr etwas, etwas das er ihr auch auf ihr nachfragen hatte nicht sagen wollen. "Ich weiß..", seufzte sie, schob sich unter die Felle, zog diese hoch bis zur Schulter, als sie auch schon seinen starken Arm um ihre Mitte spürte, seine warmen, weichen Lippen auf ihrer Stirn. "Ich werde nicht zulassen das dir etwas passiert, Elljen, niemals!"
Eljjen -  Kostbarkeit, Worte die ihr Herz schneller schlagen ließen, Worte die ihr wieder zeigten, das sie die richtige Entscheidung getroffen hatte, das sie diesen Mann liebte. "Ich werde nicht zulassen das dir jemand etwas antut.", erwiderte sie gegen seine Brust, schmiegte sich in seine Wärme, atmete tief den Duft von Leder und Mordan ein und war binnen weniger Minuten eingeschlafen.

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Er hatte bemerkt das sie aufgewacht war, genauso wie sie die letzten Tage immer wieder nachgefragt hatte, warum sie ihre Schwerter trugen, natürlich war es ihr aufgefallen, als hätte er es vor ihr verstecken können! Mit einem Seufzen zog er die Felle etwas mehr um sie, legte den Arm schützend um ihren zierlichen Leib. Es wurde Zeit das sie endlich nach hause kamen, ihr Blick, dass sie sich dabei wieder auf die Unterlippe gebissen hatte, hatte ihm schon wieder eine Gänsehaut beschert, sie hatte ihn an gesehen, richtig angesehen und dann war ihr Blick noch an ihm herunter gewandert! In diesem Moment war ihm heiß und kalt zugleich geworden. Es kostete ihn alle Selbstbeherrschung die er hatte, ruhig auf den Fellen sitzen zu bleiben.
Es war nicht mehr an Schlaf zu denken, selbst sein Geist war zu aufgewühlt um Ruhe zu finden, er wusste das sie stark war, und doch hatte er Angst. dass sie beide nicht stark genug waren.
Es war kurz vor Sonnenaufgang, als eines der Pferde wieherte, ihn somit aus seinen Gedanken riss und aufstehen ließ. Ein kurzer Blick zu der Heilerin herunter, um sich zu vergewissern das sie noch schlief, bevor er sein Kereshtai aus der Scheide zog und blank in der Hand hielt. Auf leisen Sohlen verschwand der Anführer der Kjer in der Dunkelheit des Waldes, lauschte den Geräuschen, lief, ohne ein einziges Geräusch zu machen durch das Unterholz, versteckte sich um sich einen besseren überblick zu verschaffen.
Langsam schlich er sich um einen Baum, entdeckte vor sich einen roten Umhang, dunkelrot, die Farbe der Nirvard, die Farbe des Prinzen. Er hatte wohl doch auf sein Inneres hören sollen, Ahmeer verfolgte sie, und nun wusste er wo sie lagerten. Ein Hand auf dem Mund des Spähers, das Kereshtai an der Kehle, überraschte er ihn von hinten, zischte ein. "Kein Laut!", in sein Ohr und trieb ihn vor sich in das Lager der Kjer. Er gab ihm einen Stoß mit dem Ellenbogen, ließ ihn so in das Gras vor sich fallen und sah in das erstaunte Gesicht. "Ihr seid tot!", rief dieser aus, starrte ihn an als wäre er ein wiedergeborener Rachegeist. "nicht ganz, aber es war ziemlich knapp... ", meinte er nur, schob sein Schwert zurück in die Scheide, erfreut darüber wenigstens ein kleines Rinnsal Blut an dem Hals des Nirvards zu entdecken. "Warum verfolgt ihr uns?", fragte er, ging vor ihm in die Hocke als noch weitere seiner Männer dazu kamen, Denn, Brachan und Raulen.
"Wir...", fing der Nirvard an, sah von einem Gesicht ängstlich in das Nächste. "Prinz Ahmeer... er will die Heilerin, ihr tut mir doch nichts wenn ich euch die Wahrheit sage, oder?", fragte er, ein deutliches Zittern in der Stimme. "Darüber werde ich bestimmt nicht mit einem Gefangenen...", fing er an, wurde aber durch eine sanfte Stimme hinter sich unterbrochen. "Nein.. ", hörte er die Heilerin, zerbiss den Fluch auf seiner Zunge, und drehte sich zu ihr herum. "Lijanas... ", warnte er sie, doch sie schob sich einfach an ihm vorbei und sah dem Nirvard ins Gesicht. "Dein Name ist Illen, richtig?", fragte sie, wurde mit einem raschen nicken, und einem flüchtigen Blick in die Runde bedacht. "Ihr seid ein Mann aus Prinz Ahmeers Heer, richtig?" ein weiteres Nicken folgte. "Wir könnten ihn als Gefangenen nehmen...", schlug Denn vor, wurde aber in seinen Gedanken durch ein Zischen seines Prinzen unterbrochen. "Prinz Ahmeer wird die Leben seiner Männer nicht wegen einem Gefangenen aufs Spiel setzten, wir sollten ihn seinem Schicksal überlassen."
"Wir sollten ihn zurück zu Prinz Ahmeer lassen, er könnte ihm etwas ausrichten!", schlug seine Gemahlin vor, legte die Hand auf seinen Unterarm, sah ihn von unten herauf an. Skeptisch wurde nur eine Augenbraue angehoben. "Argh! Kjer!", beschwerte sie sich, drehte ihn zu sich herum und nahm sein Gesicht in beide Hände. "Er hat dich gesehen! Ahmeer weiß wie gut du mit dem Schwert bist, er erwartet schließlich nur die Kjer und mich! Er wird rasend sein vor Wut, aber er ist nicht dumm, er weiß das er keine Chance gegen dich hat.", beteuerte sie. Man sah ihr den Wunsch, das Leben dieses Mannes zu retten deutlich an.  Ein leises Knurren folgte ihren Worten, dann wandte er sich zu dem Nirvard. "Legt ihn in Ketten, ich überdenke meine Entscheidung. ", befahl er, sah mit einem letzten Blick zur Heilerin herunter und verdrehte die Augen, als er ihren zufriedenen Ausdruck entdeckte. Wann war er bitte vom Krieger zum Untergebenen geworden?

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Ein leichtes, sichtlich zufriedenes Lächeln lag in ihrem Mundwinkel, als Mordan leise vor sich hin fluchend mit den anderen Kjer und dem Nirvard verschwand. Natürlich hatte sie den ungläubigen Blick des jungen Mannes gesehen, als sie es gewagt hatte den Prinzen der Kjer zu unterbrechen, und ihn dann auch noch zurecht zu weisen, sie war wahrscheinlich auch die einzige die das ungestraft durfte.
Jetzt wo sie hier alleine stand, lief ihr doch ein kalter Schauer den Rücken herunter, die Tatsache das der Späher hier war, bedeutete das Ahmeer nicht all zu weit von ihnen entfernt war, auf Rache aus, sie wusste schließlich zu was er fähig war. Sie drehte sich um, flog mit dem Blick über den dunklen Rand der  Bäume, hatte das Gefühl das in den Schatten die Krieger lauerten, sie beobachteten und auf einen geeigneten Augenblick warteten.  Leicht schüttelte sie den Kopf, eilte in das Innere des Lagers, hinter den Kriegern und Mordan her.
Warum sie sich letztendlich an das Feuer zu den anderen Kriegern gesetzt hatte, wusste sie nicht, erst als ihre Füße aufgehört hatten weiter zu laufen, hatte sie sich hier vorgefunden, zwischen Brachan und einigen Kjer deren Namen sie schon wieder vergessen hatte. Vielleicht aus Angst? Sie wusste, sie war hier sicher, Mordans Männer würden sie beschützen, vor Feinden, vor wilden Tieren und auch vor Ahmeer.

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Hinter einer dichten Hecke aus dicken Sträuchern, saß der Prinz der Nirvard mit seinen Gefolgsleuten, lugte zwischen den Blättern hindurch, auf das friedliche Lager der Kjer.  Sie hatten einer seiner Späher gefangen genommen, sie wussten das sie ihnen auf den Fersen waren, sie jetzt anzugreifen war der beste Zeitpunkt! Mit einer Handbewegung, schickte er einen Teil seiner Krieger auf die andere Seite der Lichtung, er selbst zog sein Schwert aus der Scheide und verharrte noch in Stille. Lijanas würde ihm gehören, er hatte seinen Männern befohlen ihr kein einziges Haar zu krümmen, darum würde er sich lieber selbst kümmern.  Leicht zog er die Oberlippe kraus, als er sah, wie sie mit einigen der Kjer Krieger an einem Feuer saß, die Unterlippe zwischen die Zähne gezogen, nachdenklich darauf herum kauend, wie er es schon so oft bei ihr gesehen hatte, wenn sie nicht wusste welche Medizin oder welche Worte die richtigen waren.
"Wir warten bis wir das Zeichen haben, dann greifen wir an! Tötet die Kjer, lasst keinen am leben, wir machen keine Gefangenen mehr, ihr wisst, die Heilerin gehört mir, nehmt euch in Acht, sie ist eine Seelenhexe und sie hat ihren Cogén verloren, sie wird uns das niemals verzeihen!"
Prinz Ahmeer hörte das leise, zustimmende Gemurmel hinter sich, hob seinen Kopf wieder an. Sein Blick durchflog das Lager, die Kjer, einige kannte er noch aus seiner Gefangenschaft, einige waren Teil der Leibwache des Blutwolfs gewesen und einige, einige waren einfache Krieger, eine Eskorte um sie sicher nach Hause zu geleiten.  Aus dem Augenwinkel bemerkte er das leichte schimmern des Metalls seiner Männer, das Zeichen dafür das sie angekommen waren, das Zeichen dafür das es los ging. Ahmeer drehte sich zu seinen Männern herum, hob den rechten Arm samt Schwert in die Luft, brüllte einen Kriegsruf und rannte, dicht gefolgt von seinen Leuten aus dem Gestrüpp auf die nichtsahnenden Kjer zu.
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