I was made for Lovin’ you

von Tessgray
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Draco Malfoy Harry Potter
25.08.2017
10.11.2019
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37. Eskaliert



Vorsichtig half Harry ihm auf die Beine.
Draco konnte es noch immer nicht fassen, dass er tatsächlich soweit gegangen war, den unbrechbaren Schwur für ihn zu sprechen. Das Ausmaß des Schwurs sickerte nur langsam in seinen Verstand. Er war in Sicherheit.
Der mächtigste Zauberer der Welt hatte geschworen, ihn um jeden Preis zu beschützen.
Ein Gefühl der Euphorie durchflutete ihn und gleichzeitig fühlte er sich in Harrys Armen geborgen.
Er war unendlich dankbar für diesen Vertrauensbeweis, der ihm deutlich zeigte, wie ernst es dem Schwarzhaarigen war.

Sicher, vor ihnen lagen noch ein Haufen Probleme und Hürden, die es zu meistern galt. Angefangen bei Harrys Freunden, bis hin zu ihren unzähligen Feinden. Mal ganz abgesehen von den ganzen Leuten, die Draco sicher nicht an Harrys Seite sehen wollten.
Doch zum ersten Mal hatte er den Glauben daran, dass er zusammen mit Harry all das schaffen konnte. Als Einheit waren sie stark.
Nun hatte er nicht mehr das Gefühl, allein gegen eine übermächtige Front aus Feinden zu stehen. Harry stand zu ihm und würde ihn den Rücken stärken.

„Komm, lass uns erstmal weg von hier“ redete Harry sanft auf ihn ein und es kam ihm wie das Erwachen aus einem schlimmen Traum vor, als sie zusammen zum Grimauldplace apparierten, wohin sie auch damals an Weihnachen geflohen waren.
Leise schlichen sie die Treppen hinauf in Harrys Zimmer, um keinen von den ehemaligen Ordensleuten zu wecken, die sich hier kurzerhand einquartiert hatten, um Harry bei der Suche zu helfen.

Nachdem Draco geduscht hatte, fühlte er sich wie neugeboren. Doch Harry musterte ihn noch immer mit sorgenvollem Blick.

„Was ist?“
„Du musst am verhungern sein. Ich werde Kreacher rufen, damit er dir etwas bringt“ druckste er herum.
„Du kannst es ruhig aussprechen, Potter. Ich seh scheiße aus“ grinste er leicht und Harry schüttelte ebenfalls leicht schmunzelnd den Kopf.
„Das mit dem Vornamen wirst du wohl nie lernen, was?“
„Vielleicht mag ich deinen Nachnamen“ zwinkerte ihm Draco frech zu. „Er ist vertraut.“

Kreacher quollen fast die Augen aus dem Kopf, als er sah, dass Harry solch einen würdigen Reinblutbesuch in seinem Zimmer hatte und er kochte Draco mit Hingabe alles, was er sich wünschte. Schließlich viel Draco völlig fertig ins Bett, in Harrys Bett.
Es roch vertraut nach dem Gryffindor und so schlief er bereits tief und fest, als auch Harry fünf Minuten später aus dem Bad kam.
Glücklich lächelnd schaute er auf seinen blonden Engel herab.
Endlich war er wieder bei ihm und in Sicherheit!


„“ ~ * ~ “„



Als Harry am nächsten Morgen zum Frühstück ging, schlief Draco noch tief und fest. Die letzten Wochen hatten an ihm gezehrt. Trotzdem war er in Harrys Augen noch immer wunderschön.

Müde betrat er die Küche, in der bereits Hermine, Remus und Tonks am Frühstückstisch saßen. Sie waren angespannt und müde. Hermine hatte ihre Nase tief in eine dampfende Tasse Kaffee gesteckt.
Harry hatte es Draco noch nicht erzählt, doch nachdem dieser verschwunden war, hatte er den Orden des Phönix wieder ins Leben gerufen, um endgültig alle Todesser zu fangen, die noch auf der Flucht waren, damit Draco eines Tages nicht mehr in Gefahr sein würde.

Remus blickte auf.
„Du warst lang weg gestern Nacht. Gibt es Neuigkeiten?“
„Ja. Ich habe ihn gefunden. Er ist oben und schläft.“
Hermine fiel fast die Kaffeetasse aus der Hand.
„Harry! Das ist ja großartig! Wie geht es ihm denn? Ich kann kaum glauben, dass er freiwillig mit dir gekommen ist“ sprudelte es aus ihr wie aus einem Wasserfall.

Er fühlte sich leicht unwohl, als sich alle Blicke wie gebannt auf ihn richteten. Das was letzte Nacht zwischen ihm und Draco passiert war, sollte privat bleiben. Es ging niemandem etwas an. Weder Dracos Ängste und Gefühle, noch seinen unbrechbarer Schwur wollte er an die große Glocke hängen.
Deshalb sagte er nur: „Zwischen uns ist alles geklärt, wir...“

Bevor er weiterreden konnte, unterbrach ihn wütendes Gebrüll aus dem Flur.

„Wie kannst du es wagen, hier aufzutauchen, nach allem, was du meiner Schwester angetan hast?!“ brüllte Ron und Harry stand keine Sekunde später ebenfalls im Flur, alarmiert durch den Drang, Draco um jeden Preis zu beschützen.

Ihm bot sich folgendes Bild:
Ron stand am Fuß der Treppe und wirkte, als wolle er sich jeden Moment auf Draco stürzen. Durch den Lärm wurden von allen Seiten die Türen aufgerissen und der halbe Orden blickte verschlafen auf die Szene.

„Was soll der Lärm, Ronny-Spätzchen?“ murmelte Fred verschlafen, während Ginny neben ihm zu Eis erstarrt schien. Mrs. Weasley hatte sich vor ihrer Tochter aufgebaut und starrte vernichtend die Treppe hinauf.
Hinter Harry waren Hermine, Remus und Tonks neugierig durch die Küchentür getreten.
Harrys Blick flog nach oben.
Draco stand auf der oberen Stufe der Treppe. Er wirkte wieder perfekt gestylt, als wäre er nie weg gewesen und sein Blick glitt verächtlich über alle Anwesenden. Seine eisige Maske saß perfekt.
Hätte Harry nicht am Vorabend sein wahres Ich gesehen, er hätte ihn kaum wiedererkannt.
Doch nun wusste er, dass es nunmal einfach Dracos Art war, andere so kalt zu behandeln. Es war reiner Selbstschutz und hatte nichts mit Dracos Gefühlen für ihn zu tun. Deshalb fiel es Harry plötzlich nicht mehr schwer, für ihn Partei zu ergreifen. Seine Freunde würden einfach lernen müssen, ihn zu akzeptieren, wie er war.

„Er ist auf meinen Wunsch hier, Ron“ sagte er sachlich. Ron starrte ihn mit offenem Mund an.

„Ist das dein Ernst, Harry?! Er gehört verhaftet und eingesperrt, für das, was er dir angetan hat!“
Zustimmendes Murmeln war zu hören. Ron fuhr mutiger fort: „Und wenn du das nicht kannst, dann mach ich es!“

Ein überhebliches Grinsen zeichnete sich auf Dracos Lippen ab.
„Versuchs doch, Wieselbee. Aber ich muss dich warnen, es könnte das Letzte sein, das du tust.“
Harry warf ihm einen warnenden Blick zu. Er musste es nicht noch zusätzlich herausfordern, dass die Situation eskalierte.

Doch es war zu spät.

„So redest du nicht mit mir, elender Todesser!“
Ron stürmte auf Draco zu, doch Harry trat ihm in den Weg und baute sich beschützend vor dem Slytherin auf.

„Harry was...?! Geh beiseite!“
„Nein Ron! Du wirst ihn nicht anrühren!“
„Aber er...“
„Du hast mich schon verstanden!“

Dracos hämisches Grinsen, während sein bester Freund sich so seltsam benahm, gab Ron den Rest. Er wollte sich an Harry vorbeidrängen und dem miesen Frettchen eins in die Fresse hauen, doch plötzlich ging eine so furchteinflößende Magie von Harry aus, dass er keinen Muskel mehr bewegen konnte.

„Nochmal für alle Anwesenden zum Mitschreiben, denn ich werde es kein zweites Mal sagen...“ warnte Harry und seine Stimme war dabei so kalt und gelassen, dass allen Anwesenden ein unwohler Schauer über den Rücken lief. „Draco ist nicht unser Feind. Und selbst wenn er es wäre, spielt das keine Rolle mehr. Wir sind ein Paar und als mein Partner steht er unter meinem persönlichen Schutz. Wenn einer von euch ein Problem damit hat, muss er erstmal an mir vorbei!“

Es herrschte Totenstille im Raum.
Harrys Puls fuhr langsam runter und schlagartig wurde er sich mit aller Deutlichkeit der starrenden, fassungslosen Blicke bewusst, die auf ihm lagen.
Remus hielt seine Teetasse auf halben Weg zum Mund erstarrt in der Luft, Tonks quitschte entzückt auf und Molly Weasley hatte noch nie in ihrem Leben so finster dreingeschaut wie bei diesem Outing.

Unweigerlich schoss Röte in Harrys Wangen und er ging unsicher einen Schritt zurück. Weg von Ron, der aussah, als müsse er sich jeden Moment übergeben, und lief dabei direkt in Draco, der dicht hinter ihm stand. Dieser zog ihn ohne zu fragen an seine breite Brust und schlang seine Arme von hinten schützend um Harrys Oberkörper, gab ihm so den Halt, den er gerade so dringend brauchte.
Sie waren eine Einheit, ein Team, ein Paar. Sie würden dieses Outing überstehen. Er atmete tief durch und wappnete sich für das Kommende.

„Wie kannst du diesen Abschaum meiner Tochter vorziehen?!“ brüllte Mrs. Weasley auch schon hochrot im Gesicht los. „Elender Todesser, was hast du mit Harry gemacht? Nimm sofort deine dreckigen Finger von ihm!“ Sie zückte ihren Zauberstab und feuerte einen Fluch auf Draco ehe jemand der Anwesenden reagieren konnte.

Harry griff instinktiv nach Dracos Händen, die immernoch entspannt auf seinem Bauch ruhten.
Der Fluch raste unaufhaltsam auf sie zu. Hermine schrie auf.
Harrys Blick verfinsterte sich und er starrte Mrs. Weasley mit leicht gesenktem Kopf stechend an, während aus dem Nichts ein Schild erschien, das ihn und Draco abschirmte.
Der Fluch prallte ab. Danach erschienen wie von Geisterhand Seile, die sie einschnürten und bewegungsunfähig machten, während ihr Zauberstab in hohem Bogen davongeschleudert wurde.

„Fred, George, könnt ihr Molly bitte hier wegbringen, bevor ich mich noch vergesse?“ bat er die Zwillinge eindringlich, die daraufhin ihre Mutter rechts und links unterm Arm packten und davontrugen.
Kaum waren sie durch die Tür, redeten sie muter drauf los, was alle Anwesenden hörten, da wieder drückende Stille eingekehrt war.

„Wette gewonnen. Ich kriege zehn Galleonen von dir, George.“
„Verdammt! Ich dachte echt, sie schaffen es schneller, endlich zusammenzukommen.“
„Du kennst doch Harry... der war schon immer viel zu verklemmt...“

Daraufhin brach der ganze Raum in schallendes Gelächter aus und Harry hätte den Zwillingen am liebsten einen unschönen Fluch hinterhergeschmissen, begnügte sich aber damit, zum gefühlt hundertsten Mal an diesem Morgen rot anzulaufen wie eine Tomate.
Viele seiner Freunde, allen vorran Hermine, Remus und Tonks, gratulierten ihnen und wünschten ihnen Glück.
Doch einige, darunter Ron und Ginny, funkelten Draco noch immer hasserfüllt an.

Als die Show endlich vorbei war, flüchteten die zwei frisch Geouteten eilig in Harrys Zimmer.
„Bei Merlin. Was für ein Horror!“ schnaufte Harry völlig fertig. Draco nickte nur zustimmend.
„Ich denke, das Ganze ist noch nicht ausgestanden.“
„Hm...“ machte Harry nachdenklich. „Ich fürchte Molly Weasley wird nicht so schnell klein bei geben.“
„Diese grässliche Familie!“ Draco rümpfte die Nase. „Ich verstehe noch immer nicht, wie du es mit denen aushälst“
„Ach, Fred und George sind völlig ok. Und Ron auch meist, wenn es nicht grad um deine Person geht.“
„Ja, die Zwillinge sind die einzig halbwegs Normalen“ lenkte Draco ein. „Aber das Wiesel...“
„Ist jetzt völlig egal...“ fuhr ihm Harry schnell ins Wort und machte einen Schritt auf den Blonden zu. „Denn ich habe mich für dich entschieden, Draco.
Nach diesen Worten küsste er ihn sanft und legte all seine Gefühle für ihn hinein.

Nach einem ausgiebigen Frühstück, schien sich Draco wieder um Einiges besser zu fühlen. Ein paar Stärkungstränke von Snape taten ihr Übriges und am Abend war der ehemalige Slytherin wieder fast der Alte.

„Weißt du Potter, ich habe mich noch garnicht richtig für deine neue Loyalität bedankt“ meinte er zu Harry, als sie zusammen in ihrem Zimmer saßen und lasen. Ein Hobby, das sie nun gern miteinander teilten.
Harry zog eine Augenbraue hoch.
„Nicht das du das müsstest, aber wie genau willst du dich denn bedanken?“ fragte er neugierig und mit leicht rauer Stimme, da er schon eine Vermutung, oder besser gesagt eine Hoffnung hatte, wie dieser Dank aussehen könnte.

Und er wurde nicht entthäuscht. Draco erhob sich anmutig aus seinem Sessel und kam langsam auf ihn zugeschritten, ein Feuer in den sturmgrauen Augen, das Harrys Gefühle sofort Achterbahn fahren ließ. Viel zu lange hatte er sich nach den Berührungen des Blonden verzehrt, konnte sich schon garnicht mehr daran erinnen, wie es sich anfühlte, Dracos nackten Körper zu spüren.
„Ich werde mich bei dir bedanken, sooft du willst, indem ich dir den Himmel zeige...“ schnurrte der Slytherin dunkel und beugte sich über ihn, um seine Lippen zu einem heißen Kampf herauszufordern, auf den Harry nur zu gern einstieg.
Den Himmel zeigen... wohl eher die Hölle, so heiß wie mir ist, dachte er und seine Augen fielen genießerisch zu.
Ein Zittern durchlief seinen Körper, als Dracos Hände federleicht über seine Oberarme wanderten, über die Brust und schließlich unter sein Shirt.
Er fühlte sich hilflos und fiebrig, als würden sie das zum ersten Mal miteinander tun.
Doch in gewissem Sinne war es das erste Mal mit völligem Vertrauen. Mit bedingungsloser Liebe.

Er spürte, dass auch Dracos Hände leicht zitterten. Der sonst so kühle und souveräne Slytherin schien ähnlich zu empfinden und das beruhigte ihn. Zum ersten Mal konnte er sich in Dracos Armen fallen lassen, ohne Ängste.
Es war diesmal nicht diese alles zerfressende, süchtigmachende Leidenschaft zwischen ihnen vorherrschend, sondern Zärtlichkeit, und Harry spürte, dass noch eine viel tiefer gehende Verbundenheit zwischen ihnen entstand.


„Das war wirklich schön“ flüsterte er, als er danach in Dracos Armen lag.
Er brauchte den Blonden nicht ansehen, um zu wissen, dass ein selbstzufriedenes Grinsen über seine Lippen huschte.
„Ich weiß, dass ich gut bin, Potter. Aber danke für die Blumen.“
Harry stieß ihm lachend in die Seite.
„Bilde dir bloß nicht zu viel ein. Ich wollte sagen, dass es sehr schön war, aber... ich mag es mehr, wenn du mich etwas härter rannimmst.“ Nun war es an ihm, selbstgefällig zu grinsen, als er Dracos Schnauben hörte.
„Kein Problem Potter! Dann brauch ich mich ja nicht länger zurückhalten. Bereit für die zweite Runde?“

Ohne eine Antwort abzuwarten, drehte er sich mit Harry in den Armen um, sodass er über ihm lag und küsste ihn nun wild und hungrig und es dauerte keine Sekunde, bis Harry zu Wachs unter seinen Händen wurde und das Fieber ihn erneut ergriff, wie beim ersten Mal.

TBC.


Danke, dass ihr die Story so hammermäßig unterstützt :)
Es ist allein euer Verdienst, dass wir es bis hier her geschafft haben. Ohne eure Motivation wäre ich wahrscheinlich nicht halb so weit gekommen.
Ich habe Lust darauf, dass Harry und Draco nun endlich glücklich zusammen sein sollen. Was meint ihr?  
Aber keine Bange, das ist noch nicht das Ende. Sie werden noch ein paar Probleme zusammen überstehen müssen ;)
lg tess
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