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Knight Rider 2.0 - Digital Age

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III April Curtis Bonnie Barstow Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
24.08.2017
26.04.2018
27
59.667
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08.09.2017 1.878
 
***

Währenddessen hatten sich Michael und Bonnie zu Randy Merritts Haus begeben und warteten auf das Eintreffen von ihm.
Ungeduldig warteten sie zusammen auf der anderen Seite des Hauses und schauten die Straße hinauf und hinunter.
Doch sie brauchten nicht lange warten, da fuhr der große schwarze Mercedes E-Klasse auch schon in die Straße hinein und bog in die Einfahrt ein.
Michael wartete kaum ab, dass er ausgerollt war, da öffnete er schon die Türe und lief im Stechschritt zu Merritt hinüber.
Bonnie war ihm eilig gefolgt und stand nur Sekunden später neben ihm.

“Was hast du nun für uns, dass Kitt helfen könnte?” fragte Michael ungeduldig.

“Im Haus. Nicht hier.”

Randys Blick schweifte die Nachbarschaft entlang.
Michael richtete sich darauf verstehend auf und straffte seine Schultern.

Seine Ungeduld war wie früher noch immer sein Steckenpferd.
Sie würde noch irgendwann auch sein Untergang sein, würde er sich nicht besser unter Kontrolle halten.
Randy hatte sich zum Haus gewandt und Michael nahm Bonnie sanft am Arm, um sie vor sich zu schieben.
Nach einem kurzen Blick zurück zur Straße, folgte er den beiden nun auch.

Merritt hatte recht.
Er könnte noch immer unter Beobachtung stehen.
Und seine Nackenhaare stellten sich seit langem wieder grundlos auf.
Dieses Kribbeln kannte er.
Wenn er auch niemand gesehen hatte. Nichts auffällig war.
Sie wurden beobachtet.

Wie sehr wünschte er sich nun Kitt an seiner Seite.
Er hätte ihn aufgefordert auf Überwachung zu schalten, und die Gegend abzuscannen.
Doch nun musste er sich allein auf sein Gefühl verlassen.
Er beschleunigte seine Schritte und trat zu Randy, der gerade den Schlüssel ins Schloss stecken wollte.

“Wir sind hier nicht sicher. Ich könnte mein letztes Gehalt verwetten, dass wir beobachtet werden. Nicht umschauen.”

Randys Finger hatten inne gehalten.
Michael hatte ihn mit der Hand an der Schulter davon zurückgehalten, was er im Begriff schon zu tun war.

“OK. Ich hole nur schnell was. Dann können wir einen anderen Ort aufsuchen.”

Michael nickte.
Er folgte Merritt ins Innere und beobachtete wie er einen größeren Umschlag aus einer Schublade einer Kommode am Eingang entnahm.
Dann durchquerte er noch schnell den Flur und ging in ein angrenzendes Zimmer, das Michael für ein Büro oder Arbeitszimmer hielt.
Auch dort schnappte er sich einen Ordner und klemmte ihn unter den Arm.

“Hast du alles? Dann lass uns gehen.”

Sein Gefühl wurde immer stärker.
An Bonnie vorbei, die an der Haustüre gewartet hatte, schob er Merritt aus der Türe und fasste dann auch Bonnie am Arm.

Sie waren schon auf Höhe von Merritts Mercedes, als ein aufheulender Motor und  Reifenquietschen ein nahendes Fahrzeug angekündigten.

“Achtung.”

Konnte Michael gerade noch ausrufen, bevor auch schon ein Kugelregen auf das Auto neben ihnen prasselte.
Michael drückte Merritt und Bonnie schnell nach unten in Deckung des Mercedes.
Dann rannte er halb geduckt zum Erlkönig hinüber, riss die Türe auf und raste, nachdem er den Motor lautstark aufheulen gelassen hatte, auf das feindliche Fahrzeug zu.

Diese wichen ihm reflexartig aus, worauf er mit einer 180 Grad Drehung  herum wirbelte, und zurück zu Merritts Haus raste.
Bonnie und Merritt sprangen sofort aus ihrer Deckung und flüchteten zu ihm ins Auto.

Den Drive Modus des Automatikgetriebes einlegend, drückte er das Gaspedal bis aufs Blech nieder, worauf der Motor aufheulte, und nach vorne schoß.

Aber er schlug sofort eine andere Richtung wie die Gegner ein, die zwischenzeitlich wieder gedreht und sich vor sie setzen wollten.

Diese einfach stehenlassend, indem er beim zufahren ausscherte, und ihnen das breite Heck des Fahrzeugs zeigte, schlingerte er in eine kleine Straße die zwischen den Häusern hindurch lief.

Dass es eigentlich nur ein breiterer Gehweg war, störte ihn nicht.
Er holperte über mehrere Bordsteine und driftete dann wieder auf die reguläre Straße.
Hinter ihm konnte er kurz darauf das Verfolgerauto aus der gleichen Straße schießen sehen.

Es hatte nicht die Straßenlage ihres Autos und brach mit dem Heck aus, um mit voller Breitseite in ein passierendes Auto zu krachen.
Kurz schleuderte es zwischen dem Verkehr hin und her, bis es wieder an Tempo gewann und ihnen versuchte zu folgen.
Doch Bonnies Erlkönig war schneller und ließ sich besser manövrieren.
Er umkurvte die anderen Verkehrsteilnehmer mal rechts mal links, je nachdem wo sich ihm Platz bot. Das schwarze Geschoss durchschnitt etliche kleinere Straßen, bis er auf dem Highway dem mächtigen Motor die Sporen geben konnte, und das Verfolgerfahrzeug immer kleiner wurde und schlussendlich ganz verschwand.

Neben ihm atmete Bonnie hörbar aus, und nahm ihre Hand vom Haltegriff oberhalb der Türe am Dach.
Sie war kalkweiß im Gesicht.
Merritt hingegen hatte sich begeistert zwischen den beiden Vordersitzen nach vorne gebeugt, und strahlte übers ganze Gesicht vor Begeisterung.
Eine Andeutung seines früheren Ichs war nun selbst für Michael wieder erkennbar.

“Wow. Ist das der neue Kitt?”

Fragte er von hinten und sah von Bonnie zu Michael.
Michael musste grinsen.

“Vielleicht. Kitt fehlt nur noch im Fahrzeug.”
Damit zwinkerte er Randy zu und trat dann das Gaspedal wieder tiefer.
Das nächste Auto vor ihm elegant überholend.

***

Bonnie schnaubte neben Michael ärgerlich auf.
Sie hatte sich nach wenigen Minuten soweit beruhigt, dass nun ihr Ärger in ihr hoch kroch und sich Luft machen wollte.

“Haben dich denn alle guten Geister verlassen, Michael?”

Brüllte sie auf einmal ganz überraschend für Michael auf.
Randy auf dem Rücksitz zuckte bei ihren Worten zusammen.
Michael duckte sich schon in Gedanken, vor der Strafpredigt, die gleich über Bonnies Lippen kommen würde.

Und so setzte sie dann auch gleich nach ihrem Ausruf an.

“Was fällt dir ein, nach nicht mal einen Tag unseren Prototypen zu demolieren?!”

Michael wollte etwas erwidern, doch sie hob ihre rechte Hand mit ihrem erhobenem Zeigefinger.

“Wage mich jetzt nicht zu unterbrechen!”

Michael machte seinen Mund wieder zu.

“Ich habe dir unser Forschungsobjekt gerade mal für weniger als 24 Stunden geliehen und schon geräts du mit ihm in eine Verfolgungsjagd. Schrammst ohne einen Gedanken an Verluste an Zäune entlang und bretterst über Bordsteine. Und zu allem Übel haben einige Kugeln das Heck getroffen.”

Mit einem Schnauben beendete sie ihren Satz und sackte förmlich in ihrem Sitz zusammen.
Bonnie hatte ihren Dampf abgelassen. Das konnte Michael sehen.

“Was sollte ich denn sonst machen? Wäre es dir lieber gewesen, die Kugeln würden in uns stecken? Die Kerle spielten nicht. Es war ihr voller Ernst. Randy du hattest schon mit so etwas gerechnet?”

Michael schaute in den Rückspiegel, wo er Randy nun auf der Rückbank sich zurück lehnen sah.

“Ja. Sie sind schon die letzten Wochen immer wieder bei mir aufgetaucht, um mich immer wieder neu zu fragen. Ich denke nun hatten sie genug mit fragen.”

Randy schaute betreten zu Boden.

“Ich glaube es ist wahrscheinlicher, dass wir sie aufgeschreckt haben. Es ist nicht das erste mal, dass jemand an Prometheus ran kommen will. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir es mit der gleichen Söldnertruppe wieder zu tun haben. Sie sind immer noch auf freiem Fuss.”

Michael befürchtete, dass es die gleichen Männer waren, die schon damals Charles Graiman überfallen hatten.
Sie waren eine Spezialtruppe die sich auf Betriebsspionage spezialisiert hatten.
Ihr einziges Glück war, dass damals sein Sohn mit ihnen Bekanntschaft gemacht hatte, und sie ihn so nicht mit der Foundation, Graiman und Prometheus in Verbindung bringen konnten.

In Gedanken war er wieder mit Mike am Grab von Jennifer und sah auf seinen verschlossenen Sohn hinab.
Er hatte ihn lange aus dem Schatten eines Baumes heraus beobachtet.
Doch Mike hatte ihn bemerkt. Seinen Army Augen entging auch nicht so schnell das kleinste Detail.
Er war scharfsichtig und klug.
So war er schlussendlich an ihn herangetreten.
Nach den gewöhnlichen höflichen Floskeln, hatte er ihm das Mantra von Wilton Knight weitergegeben.
Das ein Mann etwas verändern konnte.
One man can make a difference.
Er hatte sein ganzes Leben danach gerichtet.
Ein teils einsames und entbehrungsreiches Leben.
Aber es hatte ihn trotzdem erfüllt, den Menschen zu helfen.
Und Mike hatte mit Charles Wagen nun auch diese Chance.
Er reichte ihm dies genauso auf einem silbernen Tablett dar, wie damals Devon ihm.
Doch Mike musste sich selbst dafür entscheiden.
Und wie er erfahren hatte, war Mike eine kurze Zeit auch dafür eingesprungen.
Doch das FBI hatte alles kaputt gemacht.
Und allein konnte Graimans Tochter das Erbe nicht weiter führen.

“Hat einer von euch deren Kennzeichen gesehen?”

Bonnie und Randy schüttelten den Kopf.

“Ich wünschte mir jetzt wirklich, Kitt wäre da. Ihn konnte ich immer nach den Angreifern fragen.”

Michael rieb sich mit den Fingern über die Stirn.
Das alles bereitete ihm Kopfzerbrechen.
Kitt bereitete ihm Kopfzerbrechen.
Hatte ihn der Computer nun über Stunden nicht mehr kontaktiert.
Doch da kam Bonnie eine Idee.

“Das Fahrzeug hat 360 grad Kameras die alles um das Auto erfassen. Ich kann diese im Van abrufen.”

“Na das ist doch mal was.”

Auf Michaels Gesicht erschien ein vorsichtiges Lächeln.
Hoffentlich hatten die Kameras etwas Brauchbares aufgezeichnet.

***
Michael ließ den schwarzen Wagen sanft neben Bonnies Van ausrollen.
Sie hatten ein abgelegenes, verlassenes Fabrikareal für ihr  Stelldichein ausgesucht.
Jeder Besuch hätten sie von weitem die Straße herunter kommen sehen.
Es gab nur eine, an der Bonnie eine Alarmanlage installiert hatte.
Samt Infrarot- und Wärmekamera.
Michael ließ seinen Blick auf die alten, ausgedienten Kohleförderer schweifen.
Sie waren schon Jahre ausser Betrieb und ragten nun wie stählerne Riesenarme in den Himmel.
Nicht weit von ihnen waren Schienen die in den angrenzenden Berg führten.
Noch viel früher waren in den Bergen die Goldschürfer zu gange gewesen. Doch als der Berg nichts von seinem Schatz mehr preisgab, riss man ihm das andere Gold aus dem Leibe.
Hinter den Hügeln ging sanft die Sonne unter.
Legte über den braunbeigen Sand und Steinboden eine orangerote Decke.
Sie hatten die Fahrzeuge in den Schatten zweier Türme gestellt.
Darunter befand sich das ehemalige Büro der Fabrik.
Ein mehr oder weniger Bretterverschlag aus dessen Fenstern das Glas geschlagen und nun der Wind durch pfiff.
Als sie gerade aus dem Auto ausstiegen kamen ihnen April und RC entgegen.
Sie warteten fragend am Heck von Bonnies Van.

“Ist alles in Ordnung mit euch? Ich habe das GPS Signal von eurem Auto verfolgt, wie es eine sehr merkwürdige Route von Randys Haus nahm. So weit wie ich es beurteilen konnte, war der Weg nicht für Autos gedacht.”

April schaute skeptisch zu Michael.

“Nun wir hatten ein paar sehr anhängliche Fans die uns an die Pelle wollten. Souvenirs findest du im Heck von ihnen.”

Michael zeigte auf die Stoßstange und den Kofferraumdeckel vor ihr.

“Ihr wurdet angegriffen?” kam es ungläubig über ihre Lippen.

Dann eilte sie schleunigst zum Wagen und suchte nach den Beweismitteln.
Mit spitzen Fingern zog sie auch sogleich eines der Geschosse heraus.

“Das sind keine normalen Patronen. Sie sind mit etwas gefüllt gewesen.”

Sie drehte die gestauchten Überreste der Patrone zwischen ihren Fingern.

“Das wird immer Interessanter.”

Michael kniff seine Augen zusammen und späte die Zugangsstraße zum Tal hoch.
Doch es war kein Anzeichen eines Verfolgers, noch Eindringlings zu sehen.

“Sehen wir uns das ganze drin an.”

April drehte sich zur Hecktüre des Vans, als Bonnie nochmals ins Auto fasste und das Handschuhfach aufklappte.
Kurz darauf kam sie mit einer SD Karte wieder daraus hervor.

“Hier auf dieser 1 Terabyte Karte sind alle gespeicherten Daten des Fahrzeugs. Womöglich können wir so erfahren, wer uns da angegriffen hat.”

Sie eilte nun ebenfalls zu den auf sie wartenden Personen in der offenen Türe zum Überwachungsraum.

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