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Knight Rider 2.0 - Digital Age

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
"RC3" Reginald Cornelius III April Curtis Bonnie Barstow Knight Industries 2000 / KI2T Michael Knight Mike Knight / Mike Traceur
24.08.2017
26.04.2018
27
59.667
2
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Dieses Kapitel
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26.04.2018 3.279
 
Update 26.04.18:
Und nun komme ich doch zum Ende und zum Anfang von der Geschichte.
Aber nicht das ich hier zu viel verrate.
Nach 8 Monaten wo ich mit dieser Story nun beschäftigt war, endet sie nun hier.
Aber es soll nicht die letzte sein.
Mal sehen, wann es mich wieder packt und ich die nächste Story zu KR 2.0 schreibe.
Und würde mich über Reviews oder Empfehlungen freuen.

Nun aber zum letzten Kapitel.
Viel Spaß ;-)

*****

Kapitel 26

Nachdem nun alles geklärt war, konnten sie zurück nach Stanford fahren.
In ihrem Haus angekommen, hatte sich Sarah sofort an die Prüfung von Kitts Schaltkreisen gemacht, während Bonnie und April nach Spuren ihres Kitts in den Überresten von Prometheus suchen wollten.
Die Erlaubnis hierfür hatten sie höchstpersönlich vom Präsidenten bekommen.
Sarah hatte Bonnie den Schlüssel zu ihrem 2016 Ford Fusion gegeben, und sich darauf zu Kitt begeben.
Mike kam ihr auf halben Weg in die Garage entgegen.

„Wolltest du dich nicht, wie dein Vater, auch aufs Ohr legen?“ begrüßte sie ihn, als er vor ihr zum Stehen kam.

„Heh, mein Vater braucht vielleicht seinen Schönheitsschlaf. Aber ich doch nicht.“ Er zwinkerte ihr verschwitzt zu.

Sarah ließ ihren Blick einmal über seine Gestalt vor ihr gleiten.
Es waren mittlerweile einige Jahre wieder ins Land gegangen.
Mike war durchtrainiert. Sein Erscheinungsbild gereift. Entsprach es jetzt auch mehr dem Bild eines Mittdreißiger.

„Ich glaube, es würde dir auch nicht schaden.“ Zwinkerte sie ihm scherzend zu und klopfte ihm auf die Schulter. Und lies ihn damit offenen Mund stehen.

Durch die eine Seite der doppeltürigen Garage tretend, betrat sie den Bereich, in welchem das Wartungsgestell für Kitt stand.
An ihrem Parkplatz vorbei, der von Bonnies Prototypen nun besetzt war, fand sie Kitts Wartungseinheit leer vor.
Wo steckte er?
Doch das konnte sie verhältnismäßig schnell heraus finden.
Den Bildschirm ihres Computerterminals aktivierend, gab sie den Befehl für Kitts Lokalisierung ein, und stellte eine Kommunikationsverbindung mit ihm her.
Auf dem Schirm poppte eine Landkarte des umgebenden Bereichs auf. Und der Cursor für Kitts Standort befand sich fast am äußeren Bereich davon.

„Kitt, wo steckst du denn?“ sprach sie darauf in das vor ihr befindliche Mikrofon.

„Einen Moment Sarah. Ich bin in wenigen Minuten bei ihnen.“ Klang Kitts Stimme gewohnt in ruhigen Tonfall zurück.

Sarah fragte sich jedoch, warum er nicht schon auf sie gewartet hatte, und stattdessen allein eine Spritztour gemacht hatte.
Das sah ihm gar nicht ähnlich.
Doch zum lange darüber Nachgrübeln kam sie nicht, da glitt die schwarze Karosserie des Mustangs schon wie ein Schatten in die Garage hinter ihr, und kam in dem Gestell zum Stehen.

Mit einem Tablett in der Hand, ließ sie sich in die ihr, zuvorkommend wie Kitt war, geöffnete Fahrerseite gleiten.
Ihr Tablett über WLAN mit Kitts System verbindend startete sie das Diagnoseprogramm.
Ihre Finger huschten über das Tablet. Mit ihrem geschulten Blick überprüfte sie die verschiedenen Sektoren.
Normalerweise konnte Kitt selbst das Programm über sein System laufen lassen, doch befand sich ein Fehler in seinem System der für ihn nicht als jener erkennbar war, lief das Suchprogramm einfach darüber.
So musste sie nun selbst penibel alles durchgehen.
Nach einer halben Ewigkeit, ihre Augen machten sich deutlich von der Anstrengung bemerkbar, wollte sie eine Pause einlegen.
Ihr Finger schon auf der Taste zum Beenden des Programms, fiel ihr eine kleine Unregelmäßigkeit auf.
Dieser Ziffernblock war ihr unbekannt. Auch ihr Vater hatte diese nicht programmiert.
Das Ganze mit einem Wisch ihrer Hand auf den größeren Monitor vom Computerterminal werfend, um es zu vergrößern, stieg sie aus und starrte auf die Zahlenkolonnen, die sich vor ihr zeigten.
Es waren eindeutig fremde, ihr nicht bekannte Algorithmen.

„Kitt, weißt du etwas über diese Algorithmen?“ fragte sie den hinter ihr befindlichen Wagen.

„Dies sind einige der Dateien, die uns der Knight 2000 zukommen ließ.“ Erklärte ihr Kitt darauf.

Natürlich den Aspekt hatten sie total vergessen.
Kitt hatte ihnen Daten auf die verschiedenen Computer geschickt.
Sie mussten nun schauen, was sich beim Zusammensetzen des Puzzles ergab.

****

Bonnie hätte sich die Haare raufen können.
Sie hatte nun schon jede erdenkliche Möglichkeit durchprobiert, um die Schaltkreise für Prometheus wieder herzustellen.
Jedoch waren die Primär und Memorydateien gelöscht und der Mainprozessor durchgebrannt.
Die widersprüchlichen Programmierungen hatten sich gegenseitig gelöscht.
Von Prometheus Programmierung war nichts mehr vorhanden, und von Kitt konnte sie nur minimale, unbrauchbare Reste ausmachen.
In dem Moment klingelte ihr Handy.
April an ihrer Seite blickte vom Bildschirm zu ihr rüber, als sie es aus ihrer Tasche holte.
Eine ihr unbekannte Nummer wurde angezeigt.
Sie nahm den Anruf an, worauf ihr eine Frauenstimme entgegen klang.

„Bonnie, April ihr müsst sofort zurück kommen. Wir haben die Lösung die ganze Zeit vor unserer Nase gehabt.“
Bonnie zog ihre Augenbrauen verwirrt zusammen, bis ihr der Zusammenhang kam.

„Sarah?“ fragte sie in ihr Smartphone.

„Ja. Ich hab etwas in Kitts Schaltkreisen gefunden. Und er selbst hat es mir bestätigt. Wir müssen nur schauen, was uns der Knight 2000 zurück gelassen hat.“

So langsam dämmerte es Bonnie, was Sarah meinte.
Sie hatten alle im Chaos vergessen, dass ihnen Kitt zu Anfangs Dateien hatte zukommen lassen.
Diese mussten sie nur auswerten. Vielleicht konnte sie damit Kitt wieder herstellen. Ein kleiner Funke Hoffnung bestand, wenn sie den Mainprozessor wieder herstellen und das neurale Interface damit mit Daten füllen konnten.

“Natürlich. Wir machen uns sofort auf den Weg.“

Damit legte Sarah auf, und Bonnie wechselte einen hoffnungsvollen Blick mit April.

****
Michael hatte sich nach seinem zweistündigen Erholungsschlaf in einen Jogginganzug geschmissen, und lief nun den angrenzenden Park zu Sarahs Grundstück entlang.
Er musste dringend seinen Kopf frei bekommen.
Was sich hier im Park am besten bewerkstelligen lies.
Es war so friedlich hier.
Über ihm zwitscherten Vögel und die Sonne warf ihre wärmenden Strahlen durch das Blätterwerk.
Doch noch immer bedrängten ihn Bilder aus der Vergangenheit.
Nach so langer Zeit, in der er Nichts von Kitt gehört hatte, sollte es jetzt gerade Schluss sein, wo er ihn wieder an seiner Seite gehabt hatte?
Es war wie in alten Zeiten gewesen. Ein Team, dass gegen das Unrecht kämpfte.
Er hatte es sich nicht eingestehen wollen. Doch diese Zeiten hatten ihm gefehlt.
Es hatte sich nach dieser langen Zeit, wieder so richtig angefühlt.
Er hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, die Foundation wieder zum Leben zu erwecken.
Hätte dieser Fall nun zum Erfolg geführt.
Doch der Schmerz Kitt verloren zu haben. Endgültig, zog ihn nun vollends runter.
Er umrundete gerade den angelegten See in der Mitte des Parks, als sein Handy klingelte.
Er zog das handgroße, flache Gerät aus seiner Hosentasche und hielt es sich ans Ohr.
Der Anruf wurde so automatisch angenommen.

„Knight.“ Ging er automatisch ran, da er die Nummer darauf nicht kannte.

„Michael, kommen sie bitte zurück ins Haus. Wir sind da über etwas gestolpert, dass auch für sie von Interesse sein könnte.“ Klang eine weibliche Stimme daraus hervor.

„Sarah?“ hakte er kurz nach.

Ihre Stimme hatte aufgeregt geklungen.
„Ja.“

„Ok, bin in ca. 15 Minuten da.“

Damit steckte er sich das Handy wieder in die Tasche und rannte die Strecke in der halben Zeit zurück.

****
Sarah saß gedankenversunken in Kitts Sitz, als sie dieser mit einer Frage aus ihren Gedanken riss.

„Sarah, sie waren vorhin überrascht, als sie mich nicht erwartungsgemäß in der Wartungseinheit vorfanden? Sie haben dies jedoch nicht angesprochen, als ich bei ihnen eintraf. Mike hätte dies mit hoher Wahrscheinlichkeit getan.“

Sarah musste über Kitts Worte lächeln.

„Mike ist ein Hitzkopf. Du darfst dich von ihm nicht so unterbuttern lassen. Aber du hast recht. Wo wolltest du denn hin?“ fragte sie Kitt darauf dann doch.

„Ich verspürte das Bedürfnis mich zu einem bestimmten Ort zu begeben. Jedoch widersprachen mir meine Eingaben, ihr Grundstück zu verlassen.“ Kitt klang nachdenklich, und Sarah stutzte bei seinen Worten.

„Du verspürtest ein Bedürfnis? Seit wann hast du denn Gefühle.“

„Ich kann ihnen das leider nicht beantworten, doch erstmals aufgefallen ist mir das, seit wir es mit Prometheus zu tun hatten.“

Und somit Kitt. Hatte es womöglich etwas mit den downgeloadeten Dateien zu tun? Sarah blickte nachdenklich auf die verschiedenen Dateien.
Kitt hatte sich laut Mike auch widersprüchlich benommen.
Hatte seine Befehle ignoriert. Was nicht das erste Mal gewesen wäre. Die drei Regeln von Asimov schienen bei ihm nicht mehr zu greifen.
Irgendetwas hatte seine Grundprogrammierung überschrieben. Sie konnte eine Änderung in den Standartprogrammierung ausmachen.
Doch außer ihrem Vater, hatte nur sie die Berechtigung solch Änderungen zu tätigen.
Verwundert runzelte sie die Stirn.

„Und wo hätte dich das Gefühl hingeführt, wenn du ihm nachgegangen wärst?“ fragte sie als weiteres.

Es erschien eine Karte auf Kitts Head Up Display.
Es handelte sich um ein altes Gebäude auf einer Anhöhe nicht weit von ihnen.

„Was ist das?“ Sarah tippte einige Befehle in ihr Tablet, worauf eine Liste über das Gebäude ablief.

Es war noch immer auf Wilton Knight eingetragen. Ein Vermerk führte zur Knight Foundation aus den 80igern.

„Wir sollten dem, glaube ich einen Besuch abstatten.“ Sinnierte Sarah vor sich hin.

Sie wollte gerade Kitts Motor starten, als sie eine Bewegung aus den Augenwinkel wahrnahm.
Mike war zur seitlichen Türe vom Haupthaus getreten und kam die Treppe herunter.

„Und wie sieht’s aus? Hast du raus gefunden, was mit Kitt nicht stimmt?“

Mike stützte sich mit seinen Unterarmen über Kitts geöffnete Fahrertüre und legte sein Kinn auf seine verschränkten Unterarme.
Sarah hob ihren Blick und überlegte, inwieweit sie Mike von ihrer Entdeckung erzählen sollte.
Lieber wäre es ihr gewesen, dies mit Bonnie und April zu besprechen. Sie hatte einen Verdacht. Doch vorerst wollte sie Mike gegenüber davon nichts erzählen.
Dann noch der mysteriöse Hinweis auf das alte Knight Anwesen.
In dem Moment glitt ein weiterer Schatten durchs Garagentor.
Mike blickte auf und begrüßte seinen Vater, der sich nun zu Sarah in die Türe stellte.

„Und was ist es, was so von Interesse für mich sein könnte?“ fragte dieser zwischen zwei tiefen Atemzügen.

Mike musterte seinen Vater genauer.
Er war in Jogginganzug. Dunkelgraue Ringe unter den Achseln, sowie den obligatorischen Flecken auf der Vorder- und Rückseite zeugten von seiner letzten Tätigkeit.
Er war noch völlig außer Atem, was entweder auf eine schlechte Konstitution hindeutete, oder schlichtweg, dass er es so eilig gehabt hatte, dass er gerannt war.
Mike schaute zwischen den Beiden hin und her.
Etwas hatte ihm Sarah verschwiegen.

„Sarah? Von was spricht mein Vater?“
Da sie ihm nicht in die Augen schauen konnte, und dem Tablet in ihren Händen ihre übermassige Aufmerksamkeit zugerichtet hatte, kam bei ihm ein ungutes Gefühl auf. Er fühlte sich ausgeschlossen. Teils auch übergangen. Denn im Gegensatz zu ihm, schien sein Vater mehr zu wissen.
Er umrundete Kitts Türe, um neben seinem Vater vor Sarah in die Hocke zu gehen.

„Du verschweigst mir doch etwas Sarah? Was stimmt mit Kitt nicht.“

Sie fuhr in dem Moment zu ihm herum.

„Kann es nicht sein, dass im Gegenteil alles in Ordnung ist? Kitt ist keine Maschine. Er ist eine künstliche Intelligenz, die aus seinen Eindrücken lernt. Und schon der alte Kitt hat bewiesen, dass sie zu mehr fähig sind, als nur auf die Umgebung zu agieren. Sie sind eben nicht nur Nullen und Einsen.“

Mike wich vor Sarah zurück, als sie ihn so aufgebracht anfuhr.
Er schaute zu seinem Vater auf, der nur mit seinen Schultern zuckte.

„Dafür hatte mein Kitt aber Jahre gebraucht. Eurer scheint erst in den letzten Wochen eine Veränderung mitzumachen. Habe ich recht?“
Sarah schaute halb erwartungsvoll zu Mike.
Diesem gingen die Worte von Michael nicht mehr aus dem Kopf.

„Und was bedeutet das?“

„Das Kitt euch ein Kuckucksei hinterlassen hat.“

Alle Beteiligten drehten sich zu der neu hinzugekommenen Stimme herum.
Sally stand mit Randy auf der Treppe.

„Sie hat recht.“

Nun kam auch Bonnie durch die Garagentüre.

„Kitt hat uns Dateien auf den verschiedenen Computern zurück gelassen. Wenn ich richtig liege, ergeben die zusammen genommenen Daten wieder ein Ganzes von Kitts Einheit.“

„Ich dachte Kitt kann sich nicht auf mehrere Computer verteilen?“
Fragte darauf Michael seine alte Partnerin.
Diese nickte ihm zu.

„Das stimmt. Diese Daten sind nur die Erinnerungen. Seine Mainstruktur war in Prozessor von Prometheus herunter geladen. Jedoch konnte ich eine wichtige Komponente aus dem Knight 2000 retten.“
Bonnie zog die Platine aus ihrer Jacke.

„Mit dieser und den Daten von Kitt, kann ich eine CPU rekonstruieren. Ich kann jedoch nicht dafür garantieren, dass wir Kitt zurück bekommen.“

Bonnie schaute scharf zu Michael, denn erwartungsvolle Freude war ihm deutlich ins Gesicht gestiegen und er hatte schon freudig auf sie zustürmen wollen.

„Wir müssen schauen, was sich daraus ergibt. Ob es überhaupt klappt.“

„Und Kitt hat noch einen Hinweis auf Wilton Knights Anwesen in seiner Datenbank. Dem sollten wir auch noch nachgehen.“ Warf Sarah ihnen noch eine Option vor.

Bonnie und Michael tauschten einen tiefgründigen Blick miteinander.
Was hatte Wilton Knight hier noch für sie in Petto?

***
Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, und waren sofort zum alten Anwesen des einstigen Gründers aufgebrochen.
Michael erinnerte sich sofort an das alte Gebäude, in dem er vor mehr als 30 Jahren eine neue Identität bekommen hatte.
Wilton Knight hatte ihm ein neues Leben mit seinem einstigen Gesicht gegeben. Leider auch dem seines Sohnes.
Mike parkte vor der Eingangstüre.
Laut den Unterlagen war es nach dem Tod von Wilton Knight nun unbewohnt.
Es wurde allein als Abstellmöglichkeit genutzt.
Nun war es längst verlassen.
Michael wusste, dass sich Devon ein anderes Hauptquartier gesucht hatte, von dem ihre Aufträge organsiert wurden.
Doch es gab hier genauso ein Forschungslabor und einige Hallen.
Michael hatte hier Kitt das erste Mal getroffen.
Mit einem merkwürdigen Gefühl stiegen sie die Treppen zum Haupthaus hinauf und umrundeten auf dem parkähnlichen angelegten Weg, das alte Gebäude.
Die Hallen lagen auf der Rückseite.
Auf Sarahs Geheiß, die ihre Richtungsanweisung von dem jüngeren Kitt bekam, steuerten sie genau die von Michael als so ausschlaggebende Halle an.
In Gedanken sah er Kitts roten Scanner im Dunkeln vor sich aufleuchten.
Doch als Sarah das Schloss von Kitt geöffnet, zur Seite klappte, und die Türe öffnete, standen sie in einer halbwegs hellen Halle.
Michaels Blick schweifte hinüber zur stählernen Treppe, wo einst Wilton Knight gestanden hatte.
Er selbst mit Devon und Kitt davor.
Die Halle war aber leer.
Keine schwarz glänzende Karosserie eines Firebirds wartete dort auf ihn.
Sarah neben ihm führte ihre kleine Gruppe weiter an.
Ging zu den Serverschränken, die sich unterhalb der Treppe an der Wand reihten.
Während Michael Sarah hinein folgte, ging sein Sohn zum Tor, um seinen Partner auch einzulassen.
Kitt war ihnen auf der Straße zur Rückseite gefolgt.
Langsam rollte dieser in die Halle hinein um dann hinter den Personen, am gleichen Platz wie sein Vorgänger zuvor, zum Stehen zu kommen.
Seine Schnauze zeigte dabei in die entgegengesetzte Richtung.

„Kitts Daten führen zu diesen Servern.“

Mike lehnte sich an das Heck seines Autos, und schaute zu Sarah, die sich fragend an Bonnie gewendet hatte.
Diese verstand was Sarah meinte.
Da der Strom abgeschaltet war, konnten sie Kitts Hinweis nicht nach gehen.
Doch dies sollte kein Problem sein.
Kurzentschlossen wendete sie sich an die Seite vor der Treppe, an dem die verschiedenen Leitungen aus dem Hauptverteilerkasten ausgingen.
Sie legte einige Schalter um, und drückte die Taste zur Aktivierung der Stromversorgung.
Es erklang ein kurzes Knacken. Der Geruch von Ozon lag in der Luft, dann gingen weitere Lampen über ihnen an, und die Server erwachten zum Leben.

„Was haben diese Schaltschränke mit Kitt zu tun?“

Michael sah zwischen Sarah und Bonnie hin und her.
Er bekam keine direkte Antwort.
Bonnie griff allein nach der Tasche an ihrer rechten Seite und zog den mitgebrachten Laptop heraus, welchen sie auf die Ablage vor den Schränken legte.
Darauf holte sie ein dickes, schwarzes Kabel heraus, das sie einerseits an ihrem Laptop anschloss und anderseits, mit dem ersten der altertümlichen Rechenschränke.
Bonnie musste sich schon auf die Kompatibilität eingerichtet haben, denn sie schaute auf verschiedene Werte auf ihrem Rechner.
Kurz darauf zog Bonnie scharf die Luft ein.

„Ich glaub es nicht.“

Michael eilte an Bonnies Seite.
Versuchte aus den Daten auf dem Bildschirm schlau zu werden.
Doch er konnte nur verständnislos neben Bonnie stehe.

„Was hast du gefunden Bonnie?“
Fragte er sie fast schon aufgeregt.

„Wilton hat uns noch so einiges eingelagert. Darunter ist ein Ersatz CPU für Kitt, der mit der Basisprogrammierung von ihm belegt ist. Wenn wir Glück haben, können wir ihn mit seinen Daten damit wieder herstellen. Es kommt darauf an, inwieweit er in dem CPU eingespielt war. Es könnte jedoch sein, dass es nicht der Kitt ist, den wir kennen, da es sich hauptsächlich um ein Mirror Image handelt.“
Bonnie runzelte ihre Stirn. Schien die Chancen in ihrem Kopf durchzurechnen.

„Dann sollten wir dies versuchen Bonnie. Immer noch besser, als gar nichts.“

Michael legte Bonnie die Hand auf die Schulter, worauf sie einen Blick zu ihm hoch warf.

Sie nickte kurz, um dann sofort mit der Arbeit zu beginnen.
Sie hatten noch viel zu tun.

***
Einige Tage später.
Bonnie hatte zusammen mit Sarah, Sally und Randy rund um die Uhr an der Aufspielung der Daten in eine leere Computereinheit begonnen, die sie nun in ihren Prototypen eingebaut hatten.
Es war Zeit die Persönlichkeit nun zu aktivieren und ihren Erfolg oder Misserfolg zu begutachten.
Die Anzeigen im Auto erwachten, nachdem Bonnie das System hochgefahren hatte.

„Kitt?“ fragte sie vorsichtig.

„Hallo Bonnie. Schön, dass sie mit meinen Daten und Hinweisen etwas anfangen konnten.“
Bonnie atmete auf.

Sie hatte zu allem Glück im Knight 3000 eine weitere Überraschung gefunden.
Kitt musste sich im letzten Moment, bis auf einen kleinen Rest, von Prometheus getrennt haben, und sich auf Mikes Fahrzeug runter geladen haben.

„Wie hast du das geschafft Kitt?“ fragte sie den Computer vor sich.

„Mit viel Zeit Bonnie. Mit viel Zeit. Und diese war zum Schluss sehr knapp geworden.“

„Wie knapp?“ fragte Bonnie und lehnte sich näher an die Stimmausgabe in der Mittelkonsole.

„Um genau zu sein. Ich konnte Prometheus noch davon abhalten euch zu eliminieren, und seine Programmierung soweit ändern, dass er sich selbst zerstörte. Ich konnte ihre Bemühungen um mich mitverfolgen. Ich wollte ihnen keinen Schrecken einjagen. Nur so konnte ich mich selbst bewahren. Indem ich meine letzten Erinnerungen und mich selbst auf den Knight 3000 übermittelte. Soweit es mir möglich war. Meine Anwesenheit in seinen Schaltkreisen hat auch zu Systemstörungen bei ihm geführt, die Michaels Sohn bemerkte. Jedoch hab ich ihm nur einen gewissen Schups in Richtung Selbstständigkeit gegeben. Ich wollte ihn nie übernehmen. Ich vertraute darauf, dass sie mich bald finden und in mein eigenes Zuhause bringen.“

Ein schelmisches Grinsen war über die Lautsprecher zu erahnen.

„Dann hast du es aber wirklich bis auf den letzten Moment hinaus gezögert.“

Eine andere bekannte Stimme erklang neben ihnen.

Michael war zu Bonnie heran getreten.

„Es ging nicht schneller Michael. Aber schön sie wieder gesund und munter zu sehen. Geht es den anderen auch gut?“

„Ja. Mike ist mit Kitt Junior an einem Fall dran. Sally und Randy mussten leider zurück zu ihrem eigenem Geschäft.“

„Wobei sie mir noch tatkräftig unter die Arme gegriffen haben, um dich wieder zum Laufen zu bringen.“

Erklärte ihm Bonnie, während sie sich erhob und Michael den Vortritt gab, sich in das Fahrzeug zu setzen.

„Willst du nicht eine Runde mit ihm drehen? Ich denke ihr habt einiges zu besprechen?“

Damit trat Bonnie von dem schwarzen Prototypen zurück.

Michael ließ sich dieses Angebot nicht zwei Mal sagen, und bevor er überhaupt den Startknopf betätigen konnte, sprang der Motor auch schon an.

Bonnie schaute den beiden hinter her, wie sie die Einfahrt von Sarahs Grundstück hinab fuhren und wie treffend in den Sonnenuntergang hinein fuhren.
Ein Lächeln lag auf ihrem Gesicht.

Sarah trat an ihre Seite, ebenso zufrieden schauend.
"Mike und Kitt haben den getürmten Sohn des Präsidenten gefunden."
Die Frauen lachten auf.
Die Euphorie hatte sie ergriffen. Jetzt wo wieder alles beim Rechten war.

Ende
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